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Donnerstag, 9. Januar 2025

Von Erfolgen und wahren Vorgängen rund um Macht (2)

Sehr interessant dazu das Buch "Nomenklatura" von Michael Voslensky, das ich derzeit lese, und das mir endlich wieder einmal (als aktuelle Literatur; fast alles, was zur Gegenwart geschrieben wird, ist dünn und wenig sättigend, deshalb ärgerlich und verschwendete Zeit wie Geld) neue Erkenntnislichter einschaltet, viele Gedanken in ganz andere Wege leitet.

In dem Fall auf die Spur jener "Klasse" gebracht hat, die die gesamte Ideologie nur als Maskerade benutzt hat, um zu verbergen, daß ganz persönliche Verbindungen und vor allem Machtinteressen, vor allem diese typischen Rachegefühle (mit Vergeltungslust, weil man angeblich durch diese und jene zu wenig erreicht hat, zu wenig geworden ist, etc. etc.) Die auch heute extrem mächtige und wichtige gesellschaftliche Strömungen sind. Voslenskys Buch halte ich also für absolut aktuell und relevant und lesenswert, auch wenn er es 1980 veröffentlicht hat. 

(Man sieht übrigens da einmal mehr, was der Verlag Molden in Wien damals noch an relevanter Literatur publiziert hat. Man merkt an deren damaliger Verlagspolitik die geistige Substanz im Hintergrund. Ich vermute noch als Wirkung der Persönlichkeit eines Fritz Molden, eine der schillernden und brillanten Figuren, wie sie unser Volk früher in nicht geringer Zahl hatte.)

Jedenfalls - diese Nomenklatura, diese Klasse, hat mit heutigen Staatsgrenzen nichts zu tun. Das ging quer durch die Staaten, und war nur in den Personengruppen und -schichten existent, die den Staat als Instrument persönlicher, oft schwerer Defizite benutzt haben. 

Man muß sogar davon sprechen, daß sie den Rest der Bevölkerung wie Sklaven benutzt haben, und absolut parasitär einzustufen sind. Sie haben nie wirklich gearbeitet, nie Unternehmen gegründet, nichts Produktives getan, sondern VON diesen Dingen gelebt. Sie aber in absoluter Willkür und Bürokratie unter ihre Fuchtel gestellt und drangsaliert.

Mittwoch, 8. Januar 2025

Von Erfolgen und wahren Vorgängen rund um Macht (1)

Na klar, und jetzt geht es ruckzuck ... Die neuen Machthaber (in Wahrhehit Marionetten in der Hand der USA und Israels)  lockern die Sanktionen gegenüber Syrien. Also das, womit sie den vorigen Amtsträger, den "blutrünstigen Diktator alAsad", lange und geduldig stranguliert hatten. Bis der - Reiter eines völlig zerrüteten Staatsvolkes, mit einer kaum noch staatsrelevanten Wirtschaft, also auch keinen Steuereinnahmen (sogar das Öl in den "kurdischen" Gebieten hat man ihm entzogen) - nicht einmal mehr durch Drogenhandel genug Geld auftreiben konnte, um seine Soldaten zu bezahlen. 

Sodaß die dann angesichts dieser in geeintem Vorgehen von der Türkei, Israel und den USA großgezogenen, absolut gewaltbereiten Rebellionen die Waffen wegwarfen, und sich entweder ergaben, oder ins Ausland flohen. So, wie vor ihnen die Hälfte der Syrer ins benachbarte Auslande oder nach Europa floh, ja fliehen mußte, das muß man einfach einmal sagen. Weil WEGEN DIESER SANKTIONEN in Syrien einfach nicht zu überleben war. 

Also auch das Teil einer Strategie, die nun aufgegangen ist: Syrien ist als Staat, der israelischen Interessen im Vorderen Orient entgegenstehen könnten, auf alle Zukunft ausgeschaltet. So wie Libyen, Libanon, Jordanien, Irak, und bald wohl auch der Iran.

Freitag, 20. Januar 2023

Als ich Häuptling Schüttelnder Kopf war (2)

Was der Biden Hans dem Scholz Ferdl ins Telephon flüsterte, und was der Ami-General den Ukrainern zugeraunt haben wird. Und was ich mir dachte, als ich Soldat war.  

Aber was soll man über Amerika denken? Was für Planspiele spielen die Kadetten an den US-Militär-Akademien und ThinkTanks durch? Handballschlachten - wer den Ball mit dem Fuß anrührt ist raus? Schützenreihen-Aufmärsche des Gen. Archibald Viscount of Winston, Count of Remfotty, gegen die Ubangigine-Sioux unter Häuptling Wieherndes Pferd  bei Leighton Creek,  1647? Wo sich die 134 Rotröcke am Vorabend des Treffens die Bleikugeln, die sie am nächsten Tag abschießen wollten, selbst gegossen haben, und dazu die Zinnfigurensammlung von Reverend Charles Neverlent enteigneten? Haben sie seither "dazugelernt"? Wir sind nicht sicher.
Ist Hodgens* Einschätzung vertrauenswürdiger, wenn man weiß, das man seit Februar 2022 "dazugelernt" habe? Was fehlt dann noch, das dazugelernt werden muß? Daß ein Leopard-Panzer 100 Liter Diesel - Diesel, in Rußland! Bei DER Kälte! ein Selbsmord! - für die ersten 100 km braucht, daß also drei Kanister pro Fahrzeug nicht mal reichen, um bis zum nächsten Borschtsch-Wirten zu kommen?

Donnerstag, 19. Januar 2023

Als ich Häuptling Schüttelnder Kopf war (1)

Gen. Ben Hodgens
Der mittlerweile im Ruhestand befindliche amerikanische General Ben Hodghes gibt auf einem amerikanischen TV-Sender seine Ansicht zum Ukrainekrieg kund. Und er ist ziemlich optimistisch, was die Aussichten er Ukraine anbelangt, noch 2023 den Krieg weitgheend für sich zu entscheiden. Die Krim, meint er, werde zurückerobert, und zumindest aus einem Teil des Donbas werden die Russen vertrieben sein. 

Er begründet das damit, daß viele der nun zu Rußland gezählte Menschen lieber seähen, wieder zur Ukraine zu gehören. Außerdem sei die Kampfmoral der Ukrainer weit höher als der Russen. Die noch zwar mit Masse wettmachen könnten, was die Ukraine durch die Qualität der Waffen des Westens aufbringe. Doch würde sich das drehen, wenn es dem Westen weiterhin gelänge, die Ukraine mit ihren Waffen effektiv zu unterstützen. 

Denn das Versorgungssystem der Russen sei so fragil, daß die Versorung der Truppen realtiv leicht zu kappen ist. Das zeige die Zerstörung der Krim-Kertsch-Brücke (der Genrasl nennt es so; wir wissen, daß die eine zerstörte Fahrbahn längst wiederhergestellt ist), und die erst jüngst zerstörte Brücke über die neben Kertsch einzige Landverbindung zur Krim über Mriupol. (Ein Ereignis, das mir und allen mir bekannten Kommentatoren überhaupt entgangen ist. Weiß jemand mehr von dieser unterbrochenen VErbindung? Und vor allem: 

Wissen das die Russen schon? Und kann mal jemand den Putin anrufen, und ihm das sagen? (Die Nummer ist irgendwas mit 555 oder so.)

Samstag, 9. Mai 2020

Wieder die Welt ein Stück weit besser gemacht

Der Leser erinnert sich noch an die Aufregung um "minderjährige, unbegleitete Flüchtlingskinder" in den Auffanglagern auf den griechischen Inseln? Sie wurden letztendlich nach Deutschland geholt, denn wer kann solches Leid schon ertragen? Babies, Dreijährige, was auch immer man sich weinend und traumatisiert vorstellt. 

Tja, so schauen die also aus. Furchtbar, wie solches Trauma die Alterung vorantreibt. Man muß allen Gutmenschen dankbar sein, denn wer könnte dem Betteln von Kinderaugen schon widerstehen? Und dankbar muß man auch den Medien sein, die so wahrhaftig berichten und durch das wirklichkeitsgerechte Bild, das sie zeichnen, die Welt immer wieder ein Stück weit besser machen.
Und die Welt wird nur und immer dadurch besser, daß man die Gegenwart konstituiert, indem man in die Zukunft blickt.
Dieses Bild hat also Symbolkraft einer Art, die sicher nicht beabsichtigt war. Die aber wie jedes Symbol wirkliche Wirklichkeit repräsentiert.



Fremde im eigenen Land

Bevölkerung Dt. Bundesländer
Wir lügen uns aber schon notorisch munter in die eigene Tasche, bzw. wird uns unverfroren in diese gelogen. Dabei ist absehbar, wohin sich diese Gesellschaft wandeln wird, und zwar ganz einfach aus den demographischen Daten. Die noch brisanter werden, wenn man die Altersstruktur berücksichtigt. Und ... die Geschlechterverteilung. Drei Viertel der (Millionen) Zuwanderer der letzten Jahre sind nicht nur jung, sie sind männlichen Geschlechts. Der Leser möge selbst die Rückschlüsse daraus ziehen.
Wer sich also nicht für sentimentale Träume fern jeder Wirklichkeit interessiert, sondern für Tatsachen, der sollte deshalb einmal einen Blick auf die verfügbaren Daten werfen. Die niemandem erlauben werden zu sagen, er "habe das nicht gewußt". 
Die reale Entwicklung der Bevölkerung läßt bereits jetzt Schlüsse zu, die sogar die Verfassungsgerichte aufrufen müßten, sich zu überlegen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Denn der Anteil an kulturfremden Menschen ist nicht nur jetzt bereits enorm hoch, sondern wird aus natürlichen Gründen in nicht so wenigen Jahren ein völliges Kippen der Bevölkerung bewirken: Indigene Deutsche werden - und das ist gesichertes Faktum! - in die Minderheit geraten. 

In Österreich stellen Menschen mit Migrationshintergrund innerhalb ihrer Generation (mit enorm hohem Anteil an Unkenntnis der deutschen Sprache, noch dazu, ohne den üblichen Integrationsmärchen und Sprachdiktaten hier das Wort zu reden, die naives, ja dummes Wunschdenken sind) in den Altersgruppen von Kindern bereits jetzt die Mehrheit.

Eine veränderte Bevölkerung, andere Kulturen, andere Religionen bringen ein anderes Rechtsempfinden mit sich. Das ist aber die Basis der Gesetze. Wie es dann mit unseren heutigen Begriffen von Recht, Freiheit und Ordnung aussieht , steht also auf einem anderen, neuen Blatt. Das Internetmedium Journalistenwatch schreibt dazu, indem es den Tagesspiegel zitiert:
„Vor allem in den westdeutschen Großstädten ist der Migrationsanteil hoch. In Hamburg hat knapp jeder dritte Einwohner einen Migrationshintergrund, 45 Prozent der unter Sechsjährigen und 46 Prozent der unter 18-jährigen, sowie 40 Prozent der unter 30-jährigen. In Frankfurt am Main hat jeder zweite Einwohner eine Migrationsgeschichte, während 55 Prozent in der Altersgruppe von ein bis sechs Jahren keine deutschen Wurzeln haben. Bei den unter 18-jährigen trifft dies auf zwei Drittel der Bevölkerung jener Altersgruppe zu. Auch in den anderen Großstädten wie in Köln, München und Stuttgart beträgt der Migrationshintergrund der jüngsten Altersgruppe der unter Sechsjährigen mehr als die Hälfte. In Berlin und Hamburg liegt er mit 48 und 44 Prozent nur knapp darunter.“
Wir werden zur Minderheit im eigenen Land und sind es jetzt oft schon. Bereits heute sind deutsche Schüler in hiesigen Ausbildungsstätten häufig in der Minderheit. Aber die Mehrheit, genau 57 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund, sind direkt von Sozialleistungen abhängig, die die Minderheit letztlich bezahlt. Wer also einmal die Solidargemeinschaft, die ein Sozialstaat unbedingt braucht, tragen soll, kann niemand mehr beantworten.

***

Erleichtert wird das durch das Wegräumen "lästiger Hürden" der Bürokratie. Künftig, so berichtet "Unser Mitteleuropa", können Asylanträge in der EU auch per E-Mail gestellt werden. Auf Laptops geschrieben, die der Staat armen syrischen Flüchtlingskindern schenkt, damit die rascher als bisher weil unkomplizierter das deutsche Bruttosozialprodukt - vielleicht im Home Office - steigern können.

Es geht jedoch auch auf alte Weise, für romantische Gemüter sozusagen, oder für kulturkritische, recht philosophisch angehauchte Geister, die mit großem Recht den Technizismus des Westens kritisieren, der seit der Renaissance dessen ganze Kultur in den Orkus gerissen hat. Oder für Flüchtlingskinder, die mit dem ungewohnten Zeichensatz am Laptop nicht zurechtkommen, oder einfach das "ät" Zeichen (@) für die Mailadresse nicht finden. Damit kämpft der VdZ auch regelmäßig. Oder ein Antragsteller hat eine schwer ansteckende Krankheit, sodaß jedes Amt froh ist, den Kameraden nur ja nicht aus der Nähe zu sehen. Solche Fälle können ihre Asylanträge zukünftig auch per Post erledigen.

Aber gut, das war jetzt schon ziemlich polemisch.



*170420*

Dienstag, 7. Januar 2020

Something big happens, again and again

Ob er nun al-Baghdadi hieß, oder Osama bin Laden ... die Liste der Namen ist lang. Die Liste, auf der die Bösewichter als die heißesten, wildesten, gefährlichsten Feinde der USA angeführt wird. Und Mann für Mann wird unter seltsamsten Umständen beseitigt, sobald die Politik es braucht. Obama möchte vorbauen, um Truppenabzüge aus dem Irak "sachlich" zu begründen? Dann muß der Oberbösewicht ausgeschaltet werden. Er wird heimlich um die Ecke gebracht, in einer phantastischen Geheimoperation, die die Leistungskraft der US-Streitkräfte einmal mehr beweist, um dann über Meer entsorgt zu werden. Bei Trump hat sich der wie ein "Hund" in die Enge getriebene IS-Oberbösewicht in eine Höhle zurückgezogen, um sich dann, völlig in die Enge getrieben, in die Luft zu sprengen. Nichts bleibt mehr von ihm über, außer ein paar Fleischfetzen, die die Operational Forces sofort analysieren und einwandfrei bestätigen: Die DNA ist die von al-Baghdadi.

James Corbett macht sich darüber lustig. wie oft wurden diese Bösewichter schon ums Leben gebracht, verhaftet, wieder freigelassen, wieder erschossen, wieder in die Luft gesprengt ... Und kaum ist der eine unter den Verblichenen, steht sofort der nächste auf. Wer die Rhetorik alleine der beiden Präsidenten Trump und Obama ansieht, die mediale Inszenierung, muß einfach verblüfft über die Parallelen sein. Und könnte oder sollte sich seinen Teil denken.

Es bleibt schon nur noch Sarkasmus, als Ventil des Humors der Hilflosigkeit, in der er ins Absurde flüchtet. Wie bei diesem "Vergleich": Wer von beiden ist besser - Trump oder Obama? Beide beim Verkünden derselben Nachricht.

Es braucht die Personifizierung, und also erfindet man sie, wenn man sie braucht, um politische Absichten verfolgen zu können, die dem normalen hausverständigen Menschen sonst kaum zu verkaufen wären. Vieles an der Politik ist seit über hundert Jahren ein reines Medienevent geworden, das dramaturgisch-technisch perfekt nach Handbuch aufbereitet die Menschen letztlich hilflos machen soll. Weil die "objektive Gefahrenlage" - und "sicher" kann es ja niemand sagen, selbst wenn er den Braten riecht, und ihm von all dem aufsteigenden Mief schon schlecht wird - überwältigt und in ihrer (möglichen) "Mächtigkeit" lähmt.

Kann man es wirklich von der Hand weisen, daß der gesamte "Terror", vor dem die Welt seit zwanzig Jahren erstarrt, eine plumpe Scheininszenierung ist?







Mittwoch, 5. September 2018

Zurück in die Heimat

Noch ist es zu früh, noch haben viele der insgesamt sieben Millionen seit 2011 aus ihrem Heimatland geflüchteter Syrer Angst und trauen der Lage nicht. Viele, gewiß, haben auch Angst vor Assad. Außerdem wird noch in zwei Gebieten des Landes gekämpft. Dennoch hat die UNO für 2017 bereits die Rückkehr von 700.000 Syrern gemeldet, und der Strom an Heimkehrern hält nach wie vor an.

Russia Today (RT) in einem Bericht:









*080818*

Dienstag, 19. Juni 2018

Ein nüchterner Gesamtbefund (2)

Teil 2) Die ausgebauten Anmerkungen,
und weitere nüchterne Befunde




*Der VdZ hat ja, wie hier schon früher dargestellt, sowieso den Eindruck, daß die Entstehung des Islam in erster Linie in solchen Fragen wurzelt. In einer Zeit des Umbruchs, in der durch den Rückzug von Byzanz aus diesem Raum ein Machtvakuum entstand, in dem sich in zahlreichen Kriegen Streitparteien nach und nach durchsetzten, und in einer Art synkretistischer, alle Strömungen weitgehend zusammenfassender Religion (als die sich der Islam in den Augen des VdZ am allerbesten begreifen läßt) ein für alle tangierten Völker konsensuales Argument für ihre Legitimation gesucht haben. Die sich nach und nach vom 6.- bis zum 10., endgültig dann im 12./13. Jahrhundert (als auch die Häresien des Westens - Spanien - beseitigt wurden) zu einer kompakten "einheitlichen" Religion entwickelte. Mit dem bislang letzten Formierungsschub gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Islam entstand also ursprünglich aus Realpolitik, und er hat diesen Impuls nie abgelegt. Das erst macht ihn auch heute verständlich, und es zeigt im Streit um den "wahren Islam" den Bruch - wie er übrigens in jeder Religion besteht - zwischen Doktrine und einem dogmatisch oft kaum faßbaren, zumindest viel weniger stringenten, sehr erlebens- und gefühlszentrierten Glauben des einfachen Volkes.

Wenn man heute von einer breiten Radikalisierung des Islam sprechen kann, dann hat das also dieselben Wurzeln wie im 5./6. Jahrhundert! Denn der Westen hat in den letzten Jahrzehnten massiv daran gearbeitet, die islamischen/arabischen Staaten zu destabilisieren. Sie fielen oft genug in Chaos und Anarchie, und das heißt: in ein Machtvakuum, in dem neue Kräfte auftreten, die versuchen, Ordnung zu etablieren. Speziell seit Anfang der 2000er Jahre, in Zusammenhang mit dem "Krieg gegen den Terror", hat sich genau deshalb die Zahl der gewaltbereiten, radikalen Islamisten VERVIELFACHT, und die Sympathisanten gehen mittlerweile in die zig-Millionen.

***

Also hat sich auch in Syrien nur diese verarmte - sunnitische! - verarmte Schicht der Zivilisationsverlierer (vor allem die Landbevölkerung) 2011 in Protesten geäußert. Aber es wäre zum einen ein Fehler, dies als "zivilgesellschaftliche Bewegung" zu sehen. Und zum anderen, weil die später aufgetretenen Dschihadisten sich wiederum NICHT aus den armen Bevölkerungen rekrutiert haben, sondern im Grunde aus dem Ausland einsickerten, und von dort finanziert wurden. Revolutionen werden eben NIE von den unteren Schichten getragen und durchgeführt, das sind soziale Romantizismen. Der Grund dafür war das Kalkül des Westens, durch die Stärkung der (von Amerika über Arabien und die Türkei scheinbarer leichter beherrschbaren) Sunniten den Einfluß des schiitischen Iran zu stoppen.

***

Das führt zu einem weiteren Vortrag von Michael Lüders. Der in einem beeindruckend dichten Überblick sehr viele Aspekte bringt, die die Vorgänge im arabischen Raum ausgezeichnet erhellen. Sein Fazit: Der Syrien-Konflikt wird uns noch lange erhalten bleiben. Während Europa die Scherben der amerikanischen Politik aufkehren wird.








*290518*

Montag, 18. Juni 2018

Polygamie ist seit 80 Jahren bei uns üblich

Die Würfel sind gefallen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat einem Syrer, der bei seinem ersten Einbürgerungsverfahren 2010 seine in Syrien bestehende "Zweitehe" verschwiegen hat, diesem das bei einem Revisionsverfahren abgeschlagene Einbürgerungsrecht (!) wieder zugesprochen. Eine Zweitehe sei kein Hinderungsgrund für Einbürgerung. Ein Präzedenzfall, denn nun kann jeder, wirklich jeder dasselbe verlangen. 

Empörung allüberall. Einerseits. Anderseits ist es Zeit klarzustellen, daß wir in Europa seit Napoleons Code Civile und aller spätestens durch die Einführung der zivilrechtlichen Ehe und Scheidung unter Hitler - alles aus subjektiven, pragmatischen Gründen entstanden - faktisch die Situation einer gesetzlich gestatteten Vielweiberei längst haben. Die sogenannte "Wiederverheiratung Geschiedener" (bzw. die Disposition dazu durch die sogenannte Scheidung) ist naturrechtlich Polygamie. Und die dominierenden Religionsgemeinschaften (Römische Katholiken, Protestanten) stehen sogar kurz davor, das nicht nur zu tolerieren ("Amoris laetitia"), sondern ebenfalls einzuführen. Das subjektive Rechtsempfinden der Bürger ist ohnehin schon längst dahingehend weichgeklopft. Der Begriff "Ehe" leer, aussageloses Gequatsche, weil contra naturam vernebelt. Keine Sau weiß noch, was darunter überhaupt erfaßt wird.

Der Syrer hat also nur aufgezeigt, wo wir seit 80 Jahren sowieso stehen. Worüber also regen sich gewisse Seiten auf? Daß jetzt und nur beim Muslimen gegen die Frauenrechte gerichtet ist, was es ohnehin IMMER war? 

Dabei hat die Scharia sogar noch einen Vorteil gegenüber unserer Rechtslage: Sie schließt die Versorgungspflicht den zweiten, dritten, vierten ... Frauen gegenüber nicht aus. Weil sie eine primitive "zivilrechtliche Scheidung" wie bei uns nicht kennt.






*010618*

Ein nüchterner Gesamtbefund (1)

Der Vortrag, den Dr. Michael Lüders (Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft) da hält, ist ein wenig mühsam, aber er ist die Mühe wert. Denn ganz unemotional und klammheimlich kommen viele scharfsichtige, brisante Argumente zu Ohren. Schon Anfang der 2000er Jahre wurden die Pläne der USA entwickelt, Syrien zu destabilisieren, wobei die Hauptstoßrichtung der Iran und sein Gewicht in dieser Region war. Hauptansatzpunkt dabei war, die religiösen Spannungen zu erhöhen. Deshalb war es ein Teil dieser Strategie, im Osten Syriens einen Islamischen Staat zu schaffen, der Assad schwächen sollte. 

Es gehört zu den Meisterstücken amerikanischer PR, daß diese Zusammenhänge in der westlichen Welt so gut wie unbekannt geblieben, ja über das Scheinargument "Kampf gegen den Terror" ins Gegenteil gewendet worden sind. Mindestens seit 2011 wurden diese "Terroristen" von den Amerikanern mit Waffen beliefert, um den Konflikt zum Ausbruch zu bringen. Es ist eindeutig zu sagen, daß es eine Lüge westlicher Medien war und ist, zu behaupten, daß die Mehrheit der syrischen Gesellschaft gegen ihren Präsidenten war. Der Kern der Syrer war und ist regimetreu, trotz allem. Denn die Folge eines Umbruchs wäre zweifellos, daß die radikalen Strömungen der Sunniten Syriens an die Macht kämen. Und das will die Mehrheit der Syrer nicht, damit würden sie vom Regen in die Traufe kommen.

Zu diesem Thema noch ein weiterer Hinweis auf einen längeren Vortrag von Daniele Ganser, in dem dieser zeigt, daß der Iran seit vielen Jahrzehnten die USA als konkreten Feind auffassen muß. Der Iran ist nicht nur umgeben von Atommächten, die sämtlich auf der Seite der Amerikaner stehen, sondern er hat seit über einem halben Jahrhundert mit direkten Interventionen der USA zu tun, die versucht haben und versuchen, das Land für ihre Interessen zu instrumentalisieren. Wie immer man Atomwaffen beurteilen mag - prinzipiell wäre es dem Iran als notwendigen Verteidigungsakt nicht zu verübeln, darüber nachzudenken, eigene Atombomben zu entwickeln.

Zumal man davon ausgehen kann, daß die Besiegung des IS noch nicht das Ende der Geschichte ist. Der gesamte Vordere Orient, ja der gesamte islamisch-arabische Raum hat es im Grunde mit perspektivlosen, in der Moderne entwurzelten, ja von diesen bedrohten Massen zu tun. Das ist der eigentliche Nährboden für radikale Bewegungen.

Lüders legt nämlich dar, daß die gesellschaftlichen Strukturen des gesamten arabischen Raumes von einer Natur sind, die nicht einfach nach westlich-demokratischem Verständnis beurteilt werden kann. Letztendlich geht es dort immer um Stammes- und Familienstrukturen. Deshalb ist auch der "Arabische Frühling" gescheitert. Die Basis für eine Moderne ist viel zu schwach. Diesen Feudalstrukturen ist die Moderne sogar feind. Die westlichen bürgerlichen Schichten, die den Westen heute tragen, existieren dort nicht. Noch dazu in solchen "unnatürlichen", willkürlich geschaffenen Staaten, die nach dem Ersten Weltkrieg von den Westmächten mit dem Lineal gezogen wurden - ein Staat kann also den arabischen Völkern gar keine Identität geben. Das zementiert die feudale Grundverfaßtheit, die sich an den gewachsenen Strukturen (Familie, Stamm) und im Staat an dem orientiert, der gerade eben die Macht inne hat.

Umgekehrt sind die sehr schmalen sehr reichen Eliten dem Westen (oder vielleicht müßte man sagen: seinen Nutz-Effekten) gegenüber zwar offen, in ihren Gesellschaften, aber in der Regel in ihren Völkern nicht legitimiert, sondern durch Gewalt an die Macht gekommen. Der Großteil der arabischen Gesellschaften lebt sogar in prekären Verhältnissen, in mehr oder weniger großer Armut. In Gesellschaften, die tief korrumpiert sind. Sie sehen sehr klar, daß die Eliten versagen, und müssen deshalb mit Einschränkungen der Freiheit kleingehalten werden.

An anderer Stelle führt Lüders aus, daß auch die Sichtweise, daß die Konflikte in der arabischen Welt religiöser Natur seien, nicht zutrifft. Vielmehr wird Religion als Vorwand für ganz andere Interessen im Streit um die Macht benutzt.* 

Zur Türkei meint Lüders, daß sie ab 2016 mit gutem Grund die Seiten gewechselt hat. Als sie begriff, daß Assad nicht zu stürzen ist, hat sie sich auf ihre eigenen Probleme mit den Kurden konzentriert. Ohne Assad ist es aber nicht möglich, die Kurden an der Bildung eines Staates zu hindern. Der dann die Türkei selbst destabilisieren würde.







Morgen Teil 2) Die ausgebauten Anmerkungen,
und weitere nüchterne Befunde




*290518*

Samstag, 16. Juni 2018

Es könnte ganz einfach sein

Wenn man auch vor nicht wenigem, was Daniele Ganser verbreitet, gehörige Distanz wahren sollte, so kann dem Schweizer nicht abgesprochen werden, daß er konkrete Fakten sehr gut recherchiert. Hier faßt er zusammen, was die Konflikte im Vorderen Orient seiner Meinung nach wirklich befeuert: Es geht und ging immer um eine Gaspipeline für Europa, für die Syrien unbedingt notwendig ist. Und hier kollidieren auch ganz handfeste Interessen von Rußland und der USA, hier befindet sich die Bruchlinie in diesem neuen Kalten Krieg, in dem wir uns befinden. Denn die Interessen der USA sind gar nicht so sehr wirtschaftlicher Art, sondern Wirtschaft (Gasverkäufe nach Europa durch Rußland) wird als geostrategisches Kampfmittel der USA gegen Rußland (und China, durch Kontrolle über die vorderasiatische Ölregion) betrachtet.








*290518*

Donnerstag, 3. Mai 2018

Man kann mit Raketen alle Seiten abwehren

Die Lieferung von Luftabwehrsystemen durch die Russen an Syrien hat natürlich weit höhere Brisanz, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Denn da geht es nicht einfach nur um amerikanische Raketen, deren Syrien sich nach der Lieferung der S 300 erwehren könnte. Trump hat da mit einem Feuer gespielt, das er gar nicht mehr eindämmen kann. Und das wieder einmal seinen Interessen - hier ist nicht die Rede von Interessen der USA! - zuwiderläuft, wo das Ergebnis mehr als kontraproduktiv ist. Sicherstes Zeichen für Irrationalität. 

Was der Leser vielleicht nicht weiß ist, daß Israel seit Jahren insgesamt über hundert Luftangriffe auf syrische Ziele geflogen hat. (Man muß es nicht erwähnen - hiesige Medien haben darüber nie berichtet. Warum auch? ...) Immer natürlich mit hehren Zielen - "tikut oleam" lautet ja das judaistische Bekenntnis, am Wesen der Talmud-Juden wird die Welt genesen. 

Das wird sich Jerusalem zukünftig gut überlegen. Denn nun wird es gefährlich. Schon vor einigen Wochen kam es ja zum Abschuß der ersten israelischen Maschine. Trump wird sich aber noch so manche weiteren Fragen gefallen lassen müssen. 

Denn es gibt da eine interessante Sichtweise: Daß Trump die Bindung an Israel deshalb derartig stark in den Vordergrund stellt, weil er sich so Verbündung erhofft im Kampf gegen den "deep state". Mehr als Obama, der eher den liberalen Kreisen der amerikanischen Juden zugewandt war beziehungsweise umgekehrt, die es mit der Bestandsgarantie gegenüber Israel nicht so ganz hundertprozentig nehmen.

Damit wird das langfristige Überlebenskonzept Israels - das ein Überleben im Großraum bedeutet, das heißt, daß Israel alles tut, um den gesamten Vorderen Orient zu bestimmen, auf daß sich niemand mehr gegen es erheben kann - schwer hinterfragt. Und zwar ausgerechnet von jemandem (Trump), der die Interessen Jerusalems zu denen der USA hoch zu schwindeln versucht.

Denn die Bedrohung für Israel weitet sich damit beträchtlich aus, das muß man nüchtern sagen. Noch dazu, wo der Iran die Raketensysteme der Hisbollah (den Schiitenmilizen auf Seiten Assads, zugleich einer der schärfsten Feinde Israels vom Libanon aus, die keinen unwichtigen Beitrag zur Besiegung der IS geleistet haben - Bodentruppen) mit Präzisionssystemen nachrüstet, wie man liest. Diese Systeme sollen angeblich auch den Huthis im Jemen geliefert werden, so daß auch deren Kampf gegen Saudi-Arabien neue Brisanz bekommen könnte.

Wäre das alles passiert, wenn die USA von Anfang an den pragmatischen Weg der Russen eingeschlagen hätten, eine befriedende Lösung in Syrien MIT Assad zu suchen? Gegen Israel, das alles Interesse hat und hatte, einen starken Staat im israelischen (präliminitativen) Einflußraum zu beseitigen? Damit noch dazu über einen Weg, der die völkerrechtliche Souveränität Syriens von Anfang an respektiert hätte (was wiederum den Israelis wohl kaum so gepaßt haben dürfte. Und was ist mit der Türkei, die nun noch versucht hat, sich rasch vor Ladenschluß eine dauerhafte Einflußsphäre zu schaffen, um zugleich die Kurden in den Griff zu bekommen, die ja auch das ihre zum Sieg des offiziellen Staates gegenüber den Rebellen beitragen?

Übrigens gibt es eine uralte Weisheit, die da besagt, daß man im Verhältnis zu seinen Nachbarn immer ein ehernes Gesetz einhalten solle: Daß sich nämlich nicht nur Freund und Feind abwechselt, sondern daß der nächste, direkt angrenzende Staat eigentlich als ... Feind angesehen werden sollte. Denn zwischen Nachbarn gibt es sehr leicht dieselben Interessen, die sich irgendwann als Konfliktherd entpuppen könnten. Und die Türkei grenzt an Rußland. Dessen übernächster Staat aber ist Syrien.






*270418*

Donnerstag, 19. April 2018

Ein reines PR-Spektakel (2)


Teil 2) Aber wen kümmert angesichts Photos leidender Kinder
 noch eine klare Völkerrechtsverletzung?
+ Das Video




Ein Abwarten des UN-Untersuchungsberichts ist da angesichts der Photos von leidenden Kindern Zeitverschwendung, weil die "offensichtliche" Not sofortiges Handeln gebietet. Die Weltöffentlichkeit mußte nämlich glauben, daß die Welt am Rande eines Abgrunds steht, der durch energisches US-Handeln abgewendet wurde. Das klingt also fast nach "Zipfelspielen unter Pubertierenden", wie es in "Rossini" einmal heißt.

An eine "humanitäre Mission" glaubt aber sowieso niemand wirklich. Nur PR-Fachleute glauben, daß sie den Menschen ALLES einreden können. Glaubten sie etwas anderes, wäre das geschäftsschädigend. Wenn es den Amerikanern aber wirklich um die Kinder in Syrien gehen würde - warum unterstützt man dann im eigenen Land Planned Parenthood mit Millionen Abtreibungen, und da wäre nicht einmal Krieg das Risiko?

Also wurden die Angriffe auf Syrien ein sattes PR-Theater ohne jeden militärischen Wert. Warum hätte Rußland da eingreifen sollen? Wieder einmal aber hat sich Donald Trump durch seine Unbeherrschtheit, zu der die desaströsen social media wie Twitter einladen, selber dem Druck des Machismo-Bluffers ausgesetzt, und seine nach dem Angriff erfolgten Äußerungen erhärten, was Jones hier sagt: Trump wollte beweisen, was die USA weiterhin alles besser als die Russen können, und sprach nun auch von wunderbaren neuen Waffen, die Amerika hätte ...

Das ist doch einen klaren Völkerrechtsbruch, wie es dieser Angriff war, allemal wert, oder?

Somit hatte der Angriff neben der im Affekt selbst erzwungenen post hoc-Bestätigung des Präsidenten nur den Effekt einer Protz-Pose. Militärisch wie politisch hat sich hingegen nicht nur nichts verändert, sondern zum Gegenteil. Die USA anerkennen mit dieser Aktion, die eine Koordination mit Rußland notwendig machte, sogar ausdrücklich den Status quo von vor einem Jahr, sagt E. Michael Jones. Und dieser Status ist, daß die USA in Syrien verloren haben.








*Man denke nur an das Ende der Ritter im späten Mittelalter, die den neuen Waffen und Kampftechniken gegenüber wehrlos waren. Erstmals in der neueren europäischen Geschichte haben das übrigens die Habsburger in der Schlacht von Morgarten 1315 gegen die Schweizer katastrophisch erfahren. Seit diesem unfairen, ehrlosen, nach heutiger Terminologie: asymmetrischen Krieg, an dessen Ende zweihundert (die Schweizer Legende spricht von zweitausend, aber dafür gibt es keinerlei historische oder gar archäologische Belege, und das ist in Kenntnis damaliger Kriegsführung auch sehr unwahrscheinlich; ein "gros folk" wie österreichische Chroniken aus 1335 berichten, sind auch für damalige Verhältnisse zweihundert Ritter, weil zweihundert Edelleute, also quasi eine ganze Führungsschichte des damaligen Landes Österreich) schwer ausgerüstete, früher unbesiegbare Ritter erschlagen (nein, von feiger, flexibel geführter Lanze und unehrenhafter, fernwirkender Armbrust ermordet) am Felde lagen, haben die Eidgenossenschaften nicht mehr zum Kaiserreich gehört, aber das ist ein anderes Kapitel. 

Berichte, die von zweitausend (oder gar neuntausend) berittenen Edelleuten (vielfach aus dem Rheinland) erzählen, sind eher unglaubwürdig. Für die damalige Zeit waren fünftausend oder sechstausend Ritter bereits eine Weltschlacht, wie etwa in Crezy 1346, wo am Ende belegt eintausendfünfhundertzweiundvierzig Ritter in ihrem Blut lagen.  Oder gar an 1415 und die Schlacht bei Azincourt, wieder zwischen denselben Ländern, die die Zukunft Europas endgültig entschied, weil die Engländer Langbögen, (nicht-adelige) Infanterie, Kanonen und damit effektive Distanzwaffen hatten. Zahlen sind wenig wichtig, weil man früher wenig Wert auf "Fakten" legte, sondern die Wirklichkeit an sich sah und erzählte. Also auch Zahlen nur als Ausdruck von Wirkmächtigkeiten verstand. Und ist so eine eigentlich ... soll man sagen: liebens-, zumindest achtenswerte ... Haltung nicht noch in der heutigen PR, oder wie erst in Donald Trump zu beobachten?

Eine nächste Wende haben dann Napoleons "Soldatenhorden" gebracht, der eine nächste Steigerung selber sehr schmerzhaft in Spanien - dem ersten Guerillakrieg der Neuzeit - erfuhr. Da erst tauchen ganze Völker, da erst tauchen Hunderttausende und Millionen auf. 1866 in Königgrätz waren schon insgesamt vierhunderttausend Soldaten beteiligt, auf beiden Seiten zusammen, mit klarem Übergewicht Österreichs, denen gut 22.000 Sachsen beistanden. Aber auch hier entschied zumindest zum Teil eine neue Technik eine historisch weitreichende Situation: Das Zündnadelgewehr der Preußen. Das zwar weniger weit und auf Distanz weit weniger genau traf, aber dem Schützen erlaubte, liegend nachzuladen. Während die viel zielgenaueren Vorderlader der Österreicher nur stehend oder knieend geladen werden konnten, der Schütze aber exponierter blieb. Was furchtbar höhere Verluste brachte.

Schlachtentscheidend war schließlich nicht aber das Zündnadelgewehr der Preußen, wie die Legende sagt. Der Oberbefehlshaber der Österreicher, General Benedek, kannte dessen Wirkung, und hatte ihr durch Geländewahl - Wald, Hügel - klug entgegengewirkt. Schlachtentscheidend war der Eigenwille der ungarischen Truppen unter Graf Festetics im Nordteil, die in der Euphorie eines zur späten Mittagszeit scheinbar schon gewissen Sieges eigenwillig und gegen alle Befehle Benedeks einen verlustreichen, wenn auch nicht ganz erfolglosen Angriff starteten, so aber die Westflanke aufrissen. 

In welche Lücke, die (wie üblich, will man schon fast sagen, zumindest nach Waterloo) verspätet eintreffende zweite Armee der Preußen stieß. Die den rechten Flügel isolierte und sogar die Gefahr der Umgehung und Einschließung der gesamten österreichischen Armeen bedeutete. Die sich somit zurückziehen mußten, so daß bis zum späten Nachmittag alles in diesem fatalen Bruderkrieg klar war, weil die Wege für die Preußen bis Wien offen waren. Bis kurz davor sie den österreichischen Truppen auch nachsetzten. Kaiser Franz Josef war da längst schon zu allem "Frieden" bereit. Aus Preußen wurde somit das kleindeutsche Deutschland, das zwanzig Millionen (österreichische) Deutsche gegen den Willen der meisten deutschen Könige und Fürsten ausschloß.

Seit Napoleon ist Krieg endgültig ein Volksschrecken weil angebliches Volksanliegen, und seither - nicht seit dem Dreißigjährigen Krieg, dessen landzerstörerische Wirkung hatte andere Gründe - ist Krieg tendenziell asymmetrisch, und heute überhaupt. 

Ja, Österreichs Verteidigungsdoktrine nach 1945, speziell aber nach 1975 stellte angesichts der hoffnungslosen Unterlegenheit gegen potentielle Großmacht-Aggressoren direkt auf einen asymmetrischen Krieg ab. Sogar die Bewaffnung der gemeinen Soldaten mit dem beachtlich leistungsfähigen StG77 (auch der VdZ wurde daran ausgebildet), einem kurzläufigen Schnellschuß- und Präzisionsgewehr, das die amerikanischen Restbestände von langläufigen, auf große Distanz zwar präziseren, aber in der lokalen Realität kaum nützlichen Infanteriewaffen endlich ablöste, und mehrfach modifiziert noch heute in Gebrauch ist, samt der (gedachten) Ausbildung der Soldaten zielte auf eine Art "Partisanenkampf" ab. 

Dazu kamen die selbst entwickelten geländegängigen Transportwagen, samt den zwar immer schon überalterten (sogar vor fünfzig Jahren schon gebraucht gekauften), aber für den Zweck sehr tauglichen, extrem niedrigfliegenden Saab-Kampfbombern, die in den Gebirgslandschaften Österreichs jedem hochmodernen Überschalljäger überlegen blieben. Denn in großen Feldschlachten war mit Sicherheit kein Blumentopf zu gewinnen. In der offenen, ebenen Landschaft (die es nur an wenigen Stellen Österreichs gibt) blieb nur Sabotage an den Bewegungslinien eines potentiellen Feindes. 

Den man sowieso nur im Osten und im Süden - im Kommunismus also - annahm, auch wenn man das nie offiziell zugab. Und deshalb im Sinne der Neutralitätsbekenntnisse auch ab und zu ein Manöver in Tirol absolvierte, gar in Innsbruck einen Fliegerhorst unterhielt. Bei einer Überflugdauer Deutschland-Italien von zwei Minuten durch NATO-Flugzeuge gewiß ein lächerliches Lippenbekenntnis. 

Zumindest die Donau entlang hatte die Verteidigung aber immerhin etwas von "Samson-Taktik", wie ein hoher (und wohltuend tief-konservativer) Stabsoffizier dem VdZ vor dreißig Jahren in einem langen abendlichen Kamingespräch überzeugend auseinanderlegte. Der Feind - Rußland, bestenfalls noch Jugoslawien - mußte am unzweifelhaft in allerhöchstens drei Tagen gelingenden Durchmarsch (Österreich war an sich ja kein lohnenswertes Ziel) an die deutsche Staatsgrenze so große materielle Verluste erleiden, so lange aufgehalten werden, bis sich die NATO-Armeen in Bayern zu einem Verteidigungsgürtel umgruppiert hatten. 

Spannend, unvergeßlich, wie der Oberst vom Stab damals die jeweils halbstundenlang anhaltende Verzögerungswirkung eines mit ganz simplen Mitteln auf einer Landstraße durch Kettentreffer bewegungsunfähig geschossenen Panzers schilderte. Asymmetrische Kriegsführung. Und das unter unberechenbarem Beschuß, denn man hatte in diesem Nordteil Österreichs über tausend kanonenbewehrte "Igelstellungen" im Wald, in der Landschaft gut getarnt, errichtet. Jeder simple Heustadel, jeder Hügel konnte sich als Panzerabwehrstellung entpuppen. Diese Drohung allein hieß eine andere, verzögerte Vorgangsweise mit ständigem Absichern. Und Landstraßen von Ost nach West gibt es in Österreich nicht viele. (Angeblich aber waren die Lagepläne größtenteils längst an die Sowjets verraten worden, wie man Zeitungsnotizen von damals entnehmen konnte, die aber nur kurz zu lesen standen. 

Ob man es glaubt oder nicht, Wien war im Kalten Krieg (und ist noch heute) eine Hochburg der Ost-West-Spionage, mit mindestens siebentausend aktiven (Emil Bobi in "Die Schattenstadt"), heute freilich global agierenden Spionen. Und folgt man den Schilderungen von Markus Wolf, dem ehemaligen Geheimdienstchef der DDR, gab es nur wenige Kilometer von Wien, in Sopron, eine regelrechte "Schleuse" beider Systeme. In Sopron-Ödenburg mit seinen heute fünfundsechzigtausend Einwohnern wohnten damals hunderte (sic!) Ostagenten. Sie genießen heute ebendort ihre Pension. Sie bewohnten mit ihren Familien wie eine eigene, geschlossene Gesellschaft einen ganzen Plattenbau-Stadtteil, der für sie errichtet worden war. 

Der VdZ wohnt ja in dieser Stadt, die bis zur Wende nur mit besonderer Zugangsberechtigung betreten werden konnte. Und die aufgrund ihrer geographisch exponierten Lage - bis auf einen Korridor von wenigen Kilometern in den Osten "umschlossen von Österreich" - auch in Ungarn eine Art Appendix bildete und deren Wirtschaftsleben nur mit hohen Kosten aufrecht erhalten werden konnte. Was nach 1989 zu einem furchtbaren Absturz mit fünfundzwanzig Prozent Arbeitslosigkeit führte. Man meint aber manchmal noch heute - in Kaufhäusern, auf der Straße, in Cafés, die "typischen" Gesichter jener Ost-Spionage-Charakteristik zu erkennen. 

Nur der österreichische Alpenkernraum wäre militärisch wirklich länger zu halten, soll vor allem heißen: zu verunsichern gewesen. Und dort gab es ja bekanntlich von den US-Geheimdiensten bald nach 1945 eingerichtete geheime, nicht einmal der Regierung in Wien bekannte Waffendepots. Noch in den späten 1990er Jahren wurden solche entdeckt, denn die wissenden Verbindungsleute waren meist schon verblichen und hatten ihr Geheimnis ins Grab mitgenommen. Gladio läßt also sogar hier grüßen. Eine "Alpenfestung" haben aber bekanntlich schon die Alliierten 1945 gefürchtet.





*160418*

Mittwoch, 18. April 2018

Ein reines PR-Spektakel (1)

Man müsse, sagt E. Michael Jones in diesem Statement einem Fernsehsender in den USA, den US-Angriff auf Syrien als reines PR-Spektakel des "tiefen Staates" (deep state) sehen. Also jenes Komplexes von jeweiligen Interessen, der aus Geheimdiensten, religiösen Gruppierungen, Rüstungsindustrie, Militär, Kapital und Oligarchie besteht. Der wie ein zweiter Staat dem ersten, der Regierung, gegenübersteht, im Gegensatz zu dieser aber keine andere politisch-demokratische Legitimation hat als seine Eigeninteressen.

Und vor dem nicht nur schon viele US-Präsidenten gewarnt hatten (Truman mit seiner berühmten Rede, Kennedy hatte ähnliche Ziele) oder dem sie zum Opfer fielen (nicht nur wie vermutlich Kennedy, sondern ganz deutlich Jimmy Carter, der ein Drittel des CIA auflöste, woraufhin zufällig die Geisel-Befreiungsaktion im Iran mißlang, die Carter prompt sein Amt kostete) oder zumindest in die Knie gingen (wie auch Donald Trump.) Und mittlerweile haben wir es ja in vielen Staaten der Welt mit solchen Machtverbänden zu tun, die ihre eigene Politik verfolgen.

Dieser deep state hat vitales Interesse, US-Truppen in Syrien stationiert zu halten. Das hat mit Israel zu tun, mit Arabien, mit Öl und Gas respektive mit Pipelines, die wiederum Rußland (als Lieferant für Europa) schwächen sollen (denn die Boykotts gegenüber Moskau haben dazu geführt, daß Rußland von Öl- und Gaslieferungen abhängig ist wie noch nie), mit der geostrategischen Bedeutung des Nahen Ostens als Ölquelle für China, und es hat nicht zuletzt mit englischen Interessen zu tun. Deren Einfluß auf die USA, deren geostrategische Pläne bei uns ganz gewiß unterschätzt werden.

Und nur diesem Zweck diente die false flag Aktion (A tut etwas, das er dann so aussehen läßt, als hätte es B gemacht) mit dem angeblich von Syrien durchgeführten Giftgasangriff in Duma, wo nichts dafür spricht, daß tatsächlich Assad der Übeltäter war, aber viel dafür, daß es (vielleicht sogar mit US-Unterstützung) die "Folgen eines Giftgasangriffs" inszeniert waren. Welcher als Grund für einen US-Militärschlag (mit britischer und französischer Unterstützung) vorgeschoben wurde. Aber man schien sich auffällig zu beeilen, und eine Untersuchung gar nicht abzuwarten.  

Nachtrag vom 18. April 2018: Denn es gibt noch nicht einmal Beweise, daß überhaupt ein Giftgasangriff (egal von wem) in Duma stattgefunden hat. Im Gegenteil: Eine US-Station bringt einen Augenzeugenbericht von Reportern vor Ort. Und die berichten glatt, daß keiner von den Bewohnern von Ghouta etwas von einem Giftangriff bemerkt habe. Das einzige, was die Bewohner bemerkt haben war ... eine Inszenierung durch die Rebellen! Die damit genau das bewirken wollten, was passierte: Daß die USA eingreift. Außerdem haben die Reporter festgestellt, daß die Einwohner von Ghouta sämtlich froh darüber sind, vom Rebellenregime durch Assad befreit worden zu sein.





Vorerst also haben wir nur Beweise dafür, warum sich die USA so beeilen mußten einen Anlaß zu nutzen, um auf halbstark machen zu können. Das einzige Drama, das sich in der Stadt Duma abgespielt hat, ist also, daß sich jede Menge Staatsführungen (diesmal leider auch die Österreichs; auch dort hat die Vernunft ja nur sehr dünne Luft) lächerlich gemacht haben.

Um den aktuellen Angriff auf Syrien zu begreifen muß man aber ohnehin, so Jones, die Aussagen Putins von vor einem Monat heranziehen. Der in Moskau öffentlich davon gesprochen hatte, daß Rußland über eine neue Raketentechnologie verfüge, die es in die Lage versetze, jeden Punkt der USA zu treffen. Das ist neu. Also wurde vom aufgeschreckten Kongress in Washington sofort eine Anhörung anberaumt, in der die Generäle befragt wurden, ob das zutreffe. Die mußten auch prompt zugeben, daß es stimme. Sie versuchten aber den Kongress zu beruhigen. Indem sie auf ihre U-Boote hinwiesen, die in einem Zweitschlag die russischen Städte auslöschen könnten.

In Wahrheit enthält eine "Samson-Strategie" natürlich nur wenig Trost. Wo nur ein totales Einreißen der Welt, gewissermaßen, als "Abwehr" möglich ist. (Samson zerstörte den Palast, in dem er selbst war, vernichtete also sich und alles was dastand, um die Feinde zu vernichten.)

In Wahrheit stellt Rußland die USA vor eine völlig neue Situation. Und der wird das allmählich bewußt. Wir erleben dabei einen der aus der Geschichte der Kriegsführung bekannten nächsten technologischen Umbruch in der Kampf- und Waffentechnik.*

Mit einem Mal sind oder werden in absehbarer Zeit gigantische Rüstungseinrichtungen der USA wertlos und für die amerikanische Geostrategie nutzlos. Das betrifft Strukturen wie die einer Luftwaffe, die als selbständige Waffengattung (viel zu ineffektiv, viel zu teuer, viel zu anfällig) weltweit bald ausgedient hat, darunter ist aber vor allem die Flotte zu verstehen. Dazu haben wir ja schon vor Zeiten aus US-Militärdossiers zitiert. Denn daß Flotten keine militärisch-strategische Zukunft haben, ist Militärexperten schon lange klar. Weil moderne Kleinwaffen (von einem Mann bedienbare, billig und überall zu erstehende Raketen etwa), die nicht mehr kontrollierbar sind, jedes Schiff, ja jedes Objekt von jedem angreifbar machen.

In diesem Zusammenhang ist auch Chinas Strategie von großem Interesse, die aufs feste Land setzt, und sich von globalen Seewegen unabhängig macht - ein Paradigmenwechsel von immenser Bedeutung. Und wie sagt schon Sun Tzu? Kriege werden immer - immer! - nur zu Land gewonnen. Syrien hat es bewiesen. Da nützt auch das kindische Gejammere von Trump im vorigen Jahr nichts, wo er beklagte, daß den USA für ihre Bombenabwürfe in Syrien, die doch die IS besiegt hätten - ach, haben sie? - nicht gedankt worden sei.

Was aber nun tun? Um vorerst einmal Gesichtsverlust zu vermeiden, schlug der deep state und ein sich zum Muskelspiel bemüßigt fühlender Donald Trump mit einem inszenierten Spektakel zurück. Bei dem die USA aber jede direkte Konfrontation mit Rußland sorgsam vermied. Man verständigte Rußland über Ort und Zeit der Angriffe in Syrien, vermied russisch reklamierten Luftraum, und ermöglichte so die Evakuierung der Ziele. Russia Today spricht im Zitat eines russischen Generalstabsoffiziers nun sogar von "teilweise lange schon leerstehenden Gebäuden", die durch Satellitenaufnahmen bewiesen "vernichtet" worden sind. 

Von "Chemiewaffenproduktionsstätten" natürlich keine Spur. Die Amerikaner haben ja bekanntermaßen nicht das erste Mal Probleme, solche Stätten zu finden. Sie sollten sich deshalb vielleicht besser auf etwas anderes konzentrieren. Und daß von einhundertdrei abgefeuerten Raketen einundsiebzig abgefangen worden sind, so die Russen, macht sich in einem Siegesbericht auch nicht gerade gut. Wieder andere Quellen erzählen, daß mehr als die Hälfte der Raketen überhaupt in der Wüste gelandet sei. Doch kommt es darauf an?

Immerhin gab es kaum menschliche Opfer. Und die US-Flotte vor der Küste zog ganz schnell ab, nachdem man ein paar Tomahawk-Raketen abgefeuert hatte. (Wo der Rest an Angriffswaffen seinen Ausgangspunkt hatte, ist derzeit in den Medien nicht nachlesbar. Manche schreiben allerdings von griechischen Inseln, Kreta und Zypern, zumindest die britischen und französischen Flugzeuge sind vermutlich von dort gestartet.)

Man wollte es nicht darauf ankommen lassen, daß Rußland beweisen könnte, daß es tatsächlich in der Lage ist, die US-Schiffe auszuschalten. Diese Frage wollten die USA gar nicht geklärt wissen, wer weiß was dann an PR rausgekommen wäre. Jetzt kann Trump sogar öffentlich behaupten, man habe die Russen ausgetrickst, ätsch, die Amis haben doch die besseren Raketen. Lockheed wird ein Stein vom Gewinnboard gefallen sein.


Morgen Teil 2) Aber wen kümmert angesichts Photos leidender Kinder
 noch eine klare Völkerrechtsverletzung?
+ Das Video






*160418*

Samstag, 3. März 2018

Da wird es ziemlich amüsant

Manches läßt sich sowieso nur mit gewissem Humor kommentieren. So wie die Politik des türkischen Fuzziwuzzi Erdogan. Dem zum Staatsmann etwas Entscheidendes fehlt: Zu begreifen, daß "Wünschen und Wollen" mit "Ziel" nicht identisch ist. Dazu bräuchte es freilich - Kultur. Die wurde den Türken aber seit Jahrhunderten, spätestens seit dem Säkularisten per excellence, Atatürk genannt, ausgetrieben. Etwas, das per se nomadischen Türken - das Bild der Türkei täuscht ja enorm, denn die türkischen, im 12. Jahrhundert eingewanderten Stämme haben die lokalen, uralten kulturellen Traditionen verpflichtete Bevölkerung schlicht niedergewalzt - aber ohnehin nur spärlich, die sie im Rausch ihrer Wohlstandserfolge bald gar nicht mehr hatten.

Seit Jahrhunderten. Der "kranke Mann am Bosporus" ist lange zuvor schon zu einer stinkenden Pestleiche geworden, die seit Atatürk ihren tiefen inneren Verfall durch iPods und westliche Investoren kaschieren konnte.

Oh ja, mein Gott, es gibt noch Kultur in der Türkei. Da und dort. Vermutlich. Wir wollen es nicht ausschließen, nur weil wir es noch nicht gefunden haben. Wo vielleicht lokale Gemeinschaften aus irgendwelchen Gründen das große Ganze ignoriert oder verschlafen haben könnten. (Der VdZ kennt solche Lokalitäten aber nicht, gut, er war ja nicht oft in der Türkei, von der ihn ohnehin nur der Osten interessiert, wo es nach Armenien zugeht, dem ältesten christlichen Teil des Abendlandes. Nomaden wie die Türken sind höchstens als "wissenschaftliche Fallbeispiele" interessant.) 

Aber der Zustand des "großen Führers" Recep Erdogan erzählt viel über die Türkei und noch mehr über den Islam.  Der nämlich nicht in der Lage ist, und der VdZ hat es schon vor etlichen Jahren diagnostiziert, Kultur aufzubauen, das alte Islam-Problem also, wie sie Europa voraussetzt. Denn Kultur heißt, über allem Faktischen hinaus das Ewige präsent zu machen. Das verlangt Abstraktionsvermögen.

Das der Islam mit "Bereitschaft zur Lüge", wenn es den Interessen dient, mit Wahrheit verwechselt hat und bis heute verwechselt, ist systemimmanent. Darum - die Hadithen drücken es nur noch explizit aus, man braucht sie aber nicht, um das zu sehen - lügen die Muslime, wo immer es paßt. Wo Ungläubige ihren Interessen entgegenstehen. Dort ist es sogar - wie im Judentum, auf die Nähe zu welchem sich der Islam ja immer wieder beruft, umso vielsagender der Haß auf die Juden, es ist nämlich der schamgeborene Haß auf die eigene Naturwidrigkeit, in Form von Verlogenheit - erlaubt. 

Nun hat Erdogan (sprich nicht zufällig mit "Erdowan") das nächste Meisterstück geliefert. Denn die Türkei sieht er als große große Macht. Die die arabische Welt zu ordnen hat und vermag. Seine Interessen an Syrien (Damaskus!) hat er dabei nie aufgegeben. Nur kurzfristig schien ihm eine Nähe zum syrischen Raum (weil durch Konsistenz, dem Prinzip jeder Ordnung, so eine solche nur Simulation durch Gewalt sein soll) ordnenden Macht - nur die Russen waren dazu in der Lage - Ertrag zu bringen. 

Kulturlose irrationale Wuzzlinge hält aber nur ihre Phantasie. So die bei Erdogan herrschende, in nichts begründbare, umso vehementer beherrschende Phantasie einer "Herrenmacht Türkei". Um das herbei zu imaginieren ist den Türken seit je alles recht. Den neutürkischen Atatürken ist sowieso alles egal, Hauptsache sie haben ihr iPhone, das sie an den Totenschwatz der Welt - das ist Säkularismus, eine seltenblöde menschliche Regung, die umso prustend-größer daherkommt - anbindet, und umso mehr auf Brutalität angewiesen ist.

Und diese Phantasie hat Erdogan nun erinnert, daß er eigentlich Syrien für seine Zwecke und Träume bräuchte - einer Großmacht Türkei.  Also muß er (der VdZ hat es vor zig Jahren hier bereits ausgedrückt) den Norden von Syrien beherrschen. Selbst der Zweck "Kurdenbekämpfung" ist da nur Vorwand. Es geht um absurde Träume eines Geisteskranken. Der freilich gewissen Unterhaltungswert nicht verweigert. Drum war er ja dieser Tage beim römischen Papst. Da reden zwei, die gar nicht wissen, wovon. Das muß lustig werden.

Also legt es der Wuzzipascha vom Bosporus mit seinen kurzzeitig gefundenen Freunden - schon das ist witzig, denn die Türken waren immer Todfeinde der Russen, wie soll das auch anders gehen! Ja der Konflikt zwischen den beiden Ländern und Völkern hat Europa im 19. Jahrhundert entscheidend mitgestaltet, weil sich in der furchtbaren Verwundung (samt den Folgen wie der russischen Überspannung in Ostasien - Tsushima, Port Arthus etc. etc.) im Krimkrieg ein Machtvakuum in Europa bildete, das der nächste Fuzzi, Bismarck, primitiv ausgenützt hat, um genau jene Primitiven um sich zu sammeln, die seither wie Erdogan von Macht und Größe träumen (drum die "taktische" Nähe der beiden Länder im letzten Jahrhundert) - also (mein Gott, wo waren wir? ach ja, bei den Freunden) hat er sich neue Freunde gesucht. Vladimir Putin. Immerhin haben die Russen (weil Kulturvolk) die Macht, ein Atomkraftwerk zu errichten. Das Erdogan dringend bräuchte, um die Stromversorgung im Land der Plutzerlichter, weil Touristenblitzer (zwei Wochen Antalya für 350 Euro, fullservice, wo kriegt man das schon?) aufrechtzuhalten.

Schießt also das nächste russische Flugzeug ab und massakriert den Piloten. Erdogan? Na natürlich Erdogan, pars pro toto! Noch die Renaissance wußte davon, daß der Auftraggeber der Täter ist.

Und legt sich neuerlich mit den Russen an, mit denen er doch gerade "Freundschaft" geschlossen hat. Nachdem sie ihm den Arsch beim Putschversuch gerettet hatten. Sagt zumindest Putin.  

Aber gut, das ist drei Jahre her. Genug um Kultur wieder zu vergessen. Heute wittert Erdogan seine nächste Chance. Die Amerikaner, genauso sittenlose Irrlichter wie er (beide hängen deshalb am iPhone), scheißen sich auch um nichts, und bleiben einfach mit ein paar hundert Soldaten in Syrien. Gegen alles Völkerrecht. Aber was kümmert das Erdogan. Was kümmert das eine EU? Sie sind doch alle so moralisch. Und so ökumenisch. Und so freundschaftlich. Und so nützlich. Oder nicht. Ach, was hat hier Denken zu suchen? Luftig lustig, heidarjödulliöh, so passiert heute eben Politik, jubilate, schreit da der charismatische Chor im Petersdom dazu!

Und jede Wette, die Amerikaner werden dem Schnurrbartträger vom Bosporus wieder den Arsch küssen. Mit lustvoller Zunge. Endlich wieder eine feste Luft- und Raketenbasis gegen die pöhsen Russen. Die waren ja zuletzt sogar - angeblich, wortmaulig, wie Erdogan eben ist - gefährdet. Mein Gott, was für ein Desaster für die NATO. Washington hat es wieder hingekriegt. Erdogan wieder ein paar iPhone- und Rüstungsmilliarden zugesprochen, jede Wette. Und das mit Arabien ist ja auch nicht so gemeint, hieß es im Telephonat am letzten Sonnpurzeltag. 

Wie wunderbar ist doch der christliche Gott. Hallelujah. Handelt auch ohne daß man sich um Vernunft bemühen muß.

Vorbei. Erdogan war es, er hat es wieder gerichtet. Die Türkei wird wieder in die rußlandfeindliche Allianz der US-NATO einscheren, versprochen. Dafür darf sie im Norden Syriens ihre fetten Großmachts- und Kalifats-Träume vom türkischen Großreich austoben und etwas weiter östlich, dem Irak zu, die super staatsfeindlichen Kurden abschlachten. Feinde einer nationalistischen Türkei zu Millionen abzustechen und auszuhungern hat ja seit Atatürk Tradition. Auch mit deutscher Unterstützung, das bleibt in einer Linie. Gruß an Armenien! Damals war es die türkische Blockhaltung gegenüber den Alliierten, heute ist es die Verhaltung von syrischen Flüchtlingsmillionen. Das paßt alles zusammen.

Mein Gott, wie lustig ist doch Politik mit Muslimen. Und deren Geistesbrüdern, Amerikanisten. Deutschisten. Endlich kann man die so beschwerlichen Gedanken ablegen, es kommt auf keinerlei Konsistenz mehr an! Wort ist doch Schall und Rauch. Und vor allem: Wer war je dumm genug zu glauben, daß das im Islam jemals anders war? Vernunft ist da doch nicht gefragt. Juppeidi. Das wußte Wilhelm II., das wußte Merkel.

Der römische Papst schickt sein Glückwunschtelegramm. Endlich Einheit.

Das kommt davon, wenn man iPhones und Twitter für Kultur hält. Weil man überhaupt keine Ahnung, weil keine sittliche Haltung dazu mehr hat, was Kultur überhaupt ist.






*120218*

Donnerstag, 18. Januar 2018

Es wird Zeit mit diesem Mythos aufzuräumen

Der IS in Syrien ist (weitgehend weil vorerst militärisch) besiegt, und nun hat sich eine neue Erzählung gebildet: Denn über fünfhundert europäische Frauen, die meisten so jung daß man sie noch als Mädchen bezeichnen muß, sind in den Vorderen Orient gereist und hatten sich diesem IS angeschlossen. Diese Frauen müssen nun in Europa reintegriert werden. Das geschieht in der Regel unter der Erklärung, daß sie letztlich arme Opfer einer Gehirnwäsche waren, die durchtriebene Islamfanatiker an ihnen vollzogen hätten. Aber das ist für viele dieser Frauen wohl nur der Versuch, ihre Schuld unter den Teppich zu kehren, und wenn in Europa irgendetwas immer funktioniert dann ist es, Schuld auf Männer auszulagern.

Den Funken Wahrheit, der darin liegt und der sich auf die tief im Wesen der Geschlechter angelegten hierarchischen Einanderzugewiesenheit von Mann und Frau zurückführt, will freilich niemand akzeptieren. Also bleibt es bei individueller Schuld, bei Fragen der Macht und des Machtmißbrauchs. 

Genau nach diesem Kriterium aber stellt sich, wie die Jerusalem Post in einem Artikel von Seth B. Frantzman berichtet, die Sache als ziemlich anders dar. Denn der Mythos von den armen, unschuldigen Frauen, die Opfer fanatischer muslimischer Männer gewesen sind, funktioniert nicht. Die Realität war ganz anders.

Mittlerweile liegen hunderte Zeugenaussagen von vorwiegend jesidischen Frauen vor, die vom IS zu Tausenden in Gefangenschaft und Sklaverei geführt worden waren. Dort blühte ihnen ein hartes Los. Sie wurden als Sexsklavinnen behandelt, vielfach gehandelt wie Vieh, und sie hatten meist ein unaussprechliches Schicksal zu tragen, das ihnen als wertlose Ungläubige zugefügt wurde. Aber die Aussagen der nunmehr befreiten Frauen geben ein völlig anders Bild, als es die nach Europa zurück strömenden IS-Frauen vermitteln wollen. 

Diesen Aussagen nach waren diese Frauen nämlich keineswegs Opfer, ja nicht einmal nur handfest an den schlimmen Taten, die an jesidischen Frauen begangen wurden, beteiligt, sondern sie waren meist die schlimmsten Täter! Besonders grausam, besonders brutal, besonders entwürdigend in der Art, wie sie die jesidischen Opfer behandelten. Frantzman vergleicht es mit dem Verhalten der 3.500 Frauen, die in deutschen Konzentrationslagern als Aufseherinnen tätig waren. Auch die waren für ihre besondere Härte und Grausamkeit, die die der männlichen Aufseher generell überstieg, gefürchtet.

Ähnliches muß man über diese rund 500 europäischen Frauen sagen, die seit 2014 nach Syrien gereist waren, um an der Utopie eines neu errichteten muslimischen Kalifats aktiv teilzunehmen. Und wenn sie nicht direkt an Grausamkeiten beteiligt waren, so zeichneten sie sich in der Regel besonders dadurch aus, daß sie die Männer zu Untaten (vor allem gegenüber Frauen!) anstachelten, ja diese forderten und vorbereiteten. 

Man muß sich also auch in diesem Fall entscheiden, welchem Mythos man folgt. Beide sind grundfalsch, wie wir wissen. Beide werden je nach Belieben und Nützlichkeit eingesetzt. Entweder aber sind Frauen - zumalen im Islam - Opfer der Männer, diesen kraft deren systemischer Macht und Gewalt ausgeliefert, sodaß man ihnen ihre Taten nicht direkt zurechnen kann, oder sie sind selbstbestimmte, autonome menschliche Individuen, wie es der Feminismus betont. Dann aber sind auch die IS-Frauen aus Europa, die immerhin beachtliche Energie dabei bewiesen, sich am Kampf des IS zu beteiligen, voll für ihre Taten verantwortlich, und der Feminismus muß sich dieser dunklen Seite des Frauseins offen stellen und die Sichtweise der Frau gründlich überdenken. 

Als der VdZ sich vor zwanzig Jahren an einem Literaturwettbewerb über "Macht und Frau" versuchte, fiel das Ergebnis laut dem Endbericht der Juroren sehr überraschend aus. Denn das Ergebnis der Einsendungen widersprach durch die Bank völlig den herrschenden feministischen Narrativen. Praktisch alle Beiträge drehten sich um die Erfahrung von Gewalt und Machtmißbrauch durch Frauen. Die am Wettbewerb beteiligten Autoren, ob Mann oder Frau, hatten allesamt Frauen nicht als Opfer, sondern als Täter erfahren. 

Ein Verhalten von Frauen, wie es sich in Syrien gezeigt hat, ist alles andere als eine Ausnahme. Es liegt in ihrem Wesen. Und diesen Faktor heute in unseren westlichen Gesellschaften zu übersehen ist ein ganz schlimmer Fehler, der verhindert, daß wir uns so manchen Leidphänomenen sachgerecht und adäquat stellen. Ja, es ist ein Faktor, der die Opfer der Frauen - alle haben eine Mutter, es betrifft also potentiell jeden Menschen, ja, wer die Erzähltradition der Menschheit, die Sagen und Märchen aller Völker und Kulturen ansieht, erkennt die Erfahrung der "bösen Frau" als archetypische Menschheitserfahrung - daran hindert, mit erfahrenem Leid fertigzuwerden, weil sie die wahren Ursachen angesichts einer machtvollen, autoritär gestalteten, aber falschen Erzählung nicht zu benennen wagen.


*281217*

Dienstag, 2. Januar 2018

Sie werden in der Heimat gebraucht

So, das wäre also einmal geschafft. Der IS ist besiegt und aufgelöst. Die Ursache millionenfacher Flucht von Syrern aus ihrem Heimatland ist damit beseitigt. Nun tritt das Land in eine nächste Phase, die des Wiederaufbaus. Und da stellt sich nun eine wirkliche Herausforderung. Denn nicht nur sind damit die Gründe für vielfache Asylbescheide weggefallen, es gibt keinen Grund mehr für den sogenannten Familiennachzug. 

Stattdessen wird in Syrien jede, wirklich jede Hand gebraucht, um das Land wiederaufzubauen. Auf Journalistenwatch findet sich ein Video eines von Hamburg nach Syrien ausgewanderten Schneidermeisters, der einen Einblick in den heutigen Alltag in seiner neuen Heimat gewährt. (Auf seiner Facebook-Seite finden sich angeblich weitere Berichte, aber nachdem der VdZ nicht bei Facebook ist, kann er das nicht nachprüfen.) Aber auch eine Reihe weiterer Reiseberichte bestätigen es. 

Sogar Urlaub kann man in Syrien machen, wie ein norwegischer Student im Oktober 2017 schon bewies. (Und so mancher "Flüchtling", der sich wie berichtet von den Strapazen des Asylantendaseins in Deutschland durch Urlaub in seiner Heimat erholte.) Das Land wirkte überall, wo er hinkam, ruhig und organisiert. Man sah kaum Soldaten oder Polizei, nur ab und an seien Kontrollpunkte zu passieren, aber alles ohne Problem und in großer Freundlichkeit.

In Damaskus herrsche auf den Straßen reges Treiben. Läden und Restaurants seien wie vor 2011 geöffnet, und es gebe zu seiner Verwunderung keine sichtbaren Kriegsspuren. Mit Staunen habe er
Damaskus Oktober 2017 - Photo: Christian Lindgren
auch ein offenbar friedliches Nebeneinander der Religionen festgestellt. Christliche Kirchen stünden neben Moscheen, alle beide seien voller Menschen, niemand stört sich am anderen. Besonders aufgefallen seien ihm die vielen christlichen Hochzeiten, die immer mit großem Trara gefeiert würden.

Vor allem sei die Herzlichkeit riesig, mit der man Ausländer empfange, denn man sei allerorten überglücklich, endlich wieder Touristen begrüßen zu dürfen. Die Kluft zwischen dem Bild, das die europäischen Medien von Syrien verbreiteten, und seinem Augenschein sei enorm, es war ihm als wäre er in einer anderen Welt als über die Medien transportiert worden war. "War überhaupt jemals ein europäischer Journalist, der über Syrien berichtet hat, in Damaskus?"

Überall in Syrien ist wieder Ruhe eingekehrt, das Leben kann also weitergehen. Wäre das nicht auch ein Grund für viele Flüchtlinge, in ihre Heimat zurückzukehren? Dort braucht man sie nämlich. Dort haben sie jene Arbeit, die sie in unseren Ländern eben nicht finden.






*221117*

Dienstag, 26. Dezember 2017

Erstmals wurden sie demaskiert

Es paßt durchaus zu Weihnachten, denn es geht um das Ende eines Krieges. Dieses Ende ist aber mehr, meint E. Michael Jones in diesem Interview in einem amerikanischen Sender. Es ist das Ende einer Art der Kriegsführung, die seit 50 Jahren die Welt destabilisiert und geängstigt hat. Die immer mit derselben Methodik vorging. Erst wurde in der Weltöffentlichkeit ein Bild erzeugt, daß eine Bevölkerung unzufrieden mit der Regierung sei, aber kein Mittel habe, sie auszuwechseln.

Dann kamen Nachrichten, daß diese Regierung (meist in der Gestalt eines Diktators, denn der Mensch braucht immer Menschen, sonst kann er nichts verstehen) das Volk mit brutaler Gewalt unterdrückt. Dann kamen immer mehr "Widerstandskämpfer", die von ausländischen Mächten (meist den USA) ausgebildet, ausgerüstet und ins Land gebracht, aber ganz oder teilweise als "innere Opposition" dargestellt wurden. Diese initiierten inneren Konflikte, die bis dahin irgendwie zwar bestanden, aber recht gut im Griff waren, nun aber zur Eskalation getrieben wurden. Vor allem Konflikte religiöser, aber auch ethnischer Art eignen sich bestens dafür. So entstand ein "Bürgerkrieg", in dem diese Kämpfer das Land mit Zerstörung überzogen, bis die Regierung die Kontrolle verloren hatte und gestürzt wurde. Sofort wurde eine neue Regierung installiert, die vor allem eines war: willfährig und beherrschbar.

Zurück blieben lauter "failed states", zombieartige Staatsgebilde, in denen jede organische Struktur zerschlagen war, in der die Bevölkerung sich auf kleinere Einheiten (Stamm, Klan, Familie) zurückzog, sich für das große Ganze (bis auf Ausnahmen) nicht mehr interessierte weil ums Überleben kämpfte, und die deshalb mit neu eingesetzten künstlichen Staatsregimen leicht zu "regieren" waren. Deren Interessen sich schon darin erfüllten, gewisse Partialinteressen (wie die Schiiten im Irak) zu verfolgen, sich also für Weiteres kaum interessierten, oder überhaupt (wie häufig in Afrika) Großindustrien (meist Öl, Rohstoffen, Ressourcen aller Art, auch die Ausbeutung menschlicher Arbeit ist darunter, wie sich in zahlreichen Beispielen belegen läßt) zu steuern oder direkt zu besitzen. Die zufällig unter starkem ausländischem Einfluß standen. 

Mit der Niederlage der Daesh (IS) aber stieß diese Methode, einen mißliebigen, nicht gefügigen Staat aus dem Weg zu räumen, erstmals an eine Grenze, ihre furchtbare Dynamik wurde erstmals durchbrochen. Und das ist dem energischen Handeln von Rußland und dem Iran zu verdanken, das die Lage im Vorderen Orient wendete. Selbst die Türkei, die mittlerweile sogar über einen NATO-Austritt nachzudenken scheint (nachdem es lange die IS unterstützte und selbst meinte, ein Süppchen aus einem zerfallenen Syrien kochen zu können) wurde durch Rußland "umgedreht", ein seltener Fall, der wohl den Besonderheiten Erdogans zuzuschreiben ist. 

Mit einem weiteren Beispiel (aus so vielen), wie die in sich widersprüchliche, inkonsistente Außenpolitik der USA völlig andere Ergebnisse zeitigt, als geplant waren - und das ist der Irak, so wenig man den wirklich einzuschätzen vermag. Denn dort hatten die USA nach dem 2. Krieg ein schiitisches Minderheitenregime installiert. Aber man hat diesen Umstand unterschätzt. Nun steht zu vermuten, daß die Türkei im Irak sogar einen Verbündeten in der Frage eines kurdischen Staates gefunden hat. Denn würde ein solcher im Norden des Irak gegründet (und um das zu verhindern, braucht die Türkei den schiitischen Irak), hätte das ganz sicher dramatische Folgen auf die Kurdenproblematik.

Die alle effektiv und konkret der syrischen Regierung beistanden oder auch nur in ihre Richtung wirkten und sie soweit stärkten, daß sie nicht gestürzt wurde, sondern den "Bürgerkrieg" gegen den IS gewann. Damit wurde bewiesen, daß diese Art der Kriegsführung tatsächlich zu überwinden ist. Syrien liefert das Exempel dafür, daß diese Art, unliebsame Staaten zu beseitigen, nicht nur nicht zum Erfolg führen muß, sondern in einem Desaster enden kann.

Im Falle Syriens waren neben den USA (die vermutlich zu guten Teilen zumindest das schmutzige Handwerk für andere erledigten, wie so oft übrigens) auch Israel und vor allem Saudi-Arabien an diesem Versuch Syrien zu zertrümmern, beteiligt. Wobei man darüber spekulieren kann, wieweit eine Änderung des Verhaltens der USA durch Donald Trump erst die Weichen gestellt haben könnte. 

Und diese Mächte haben sofort reagiert. Und sich in seltsamster, aber pragmatischer Allianz (Saudi-Arabien und Israel) erst auf den Jemen, und nun auf den Libanon konzentriert, denn dort bieten die Houthi und die Hisbollah immer noch die schiitische (und jemenitische bzw. palästinensische) Stirn.

Schlüssel war, so E. Michael Jones, daß man erstmals in der langen Geschichte der verdeckten Kriegsführung den Gegner benennen konnte. Denn wie soll man einen Gegner bekämpfen, den man nicht kennt? Das zu verschleiern war ja bislang der entscheidende Moment dieses Konzepts. Hier aber erkannte man sie: die Vereinigten Staaten, die Saudis, Israel, Katar. Was in Syrien noch scheinbar phantastisch funktionierte, hat erstmals versagt. Und die Strategie ist nun bekannt, man kennt die Handschrift, man kennt die Verursacher, wird sie auch zukünftig erkennen und weiß, wie man dagegen vorgehen muß. Wer ist dieser "man"? Rußland, Iran, das waren sie in diesem Fall. 

Dieser Plan ist in Syrien nun erstmals nicht aufgegangen, Rußland, das das eindeutig bessere, wohl einfach "natürlichere" Konzept hatte, hat gemeinsam mit dem Iran (der eher regional beschränkte Interessen hat) gezeigt, daß man ihn zu zerstören vermag. Die USA wird sich zukünftig etwas anders überlegen müssen, der Plan ist durchschaut, man riß ihnen die Maske herunter. Wenigstens in Syrien kann wieder Frieden einkehren.

Es ist immer und ausschließlich die Wahrheit, die befreit. Und nur diese Freiheit kann Einheit und Frieden bringen.










*241117*

Dienstag, 5. Dezember 2017

Nun bewiesen: Israel und Saudi-Arabien machen gemeinsame Sache

Es offenbart nichts, das nicht ohnehin durch Rückschlüsse längst erkennbar war. Die Offenheit freilich, mit der es sich bestätigt, schockiert doch einigermaßen. Denn ein Korrespondent des israelischen Senders Channel 10 News, Barak Ravid, hat ein Dokument veröffentlicht aus dem klar und deutlich hervorgeht, daß Israel mit Saudi-Arabien gemeinsame Sache gemacht hat und macht, um die Situation im Nahen Osten zu eskalieren, einerseits, und ihre Politik zu koordinieren, anderseits.

Das israelische Außenamt hat außerdem seine Botschafter angewiesen, die saudi-arabische Politik gegen die (schiitischen, also: im weitesten Sinne schiitischen) Houthies des Jemen nicht zu konterkarieren, sondern zu unterstützen. (Wie wir sogar von der UNO gehört haben, steht der Jemen vor der vielleicht größten humanitären Katastrophe der letzten Jahrhunderte, dem Hungertod von bis zu 5 Millionen Jemeniten durch die saudische Seeblockade.) Ansonsten haben beide Länder ein Interesse daran, daß die gesamte Staatenlandschaft im Vorderen Orient destabilisiert, nein, ausgeschaltet wird. 

Die Araber, weil ihnen hier über Iran - Irak - Libanon (und Jemen) ein schiitischer Konkurrent entgegenwuchs, den sie als gefährlich, zumindest als hassens- und bekämpfenswert sehen. Die Israelis, weil dieser "schiitische Halbmond", der sich da über Syrien zu bilden begann, die strategische Herrschaft über den Nahen Osten bzw. ihre Feinde gefährden würde. Sie alle haben Interesse daran gehabt, Syrien zu destabilisieren, die Hisbollah zu bekämpfen, den direkten oder indirekten Einfluß des Iran in dieser Region (der übrigens historisch ganz tiefe Wurzeln hat) damit zurückzudrängen. Unter anderem haben sie auf den Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten eingewirkt.

Das Zurückdrängen des "Shia crescent", des Shia-Halbbogens, eint aber beider Länder Interessen. Also haben Israel und Saudi-Arabien ihre Außenpolitik (sprich: militärische wie geheimdienstliche Aktivität) explizit koordiniert. Die Beweise liegen nun vor.

Mutig gemacht, macht auch Saudi-Arabien den Iran nun schon direkt für militärische Aktivitäten der Houthies im Jemen verantwortlich. Als diese unlängst eine Rakete auf eine saudische Siedlung schossen, beschuldigte Arabien den Iran direkt, dafür verantwortlich zu sein. Arabien sehe diese Aktion der Houthies als kriegerischen Akt des Iran. Da schimmern also schon weitere Absichten durch. Mit einer Beherrschung des Vorderen Orients wird es nämlich nicht genug sein. Denn Konflikte haben mit (Einfluß-, Interessens-) Grenzen zu tun. Schiebt man diese nach außen, brechen ganz neue Konflikte auf.
Die Klammer um diese Schritte bilden wohl die USA. Denen es ja, wie wir wissen, immer nur um Menschenrechte geht. Israel und Saudi-Arabien aber geht es ohne dieses heuchlerische Tamtam um die Aufteilung des Nahen Ostens in zwei Herrschafts- und Einflußzonen, wo keiner dem anderen mehr in die Quere kommt, beide Länder aber einander (sic!) im Bestand, und alle übrigen Völker des Nahen Ostens unter ihrer Knute halten. Und wer weiß, ob Euphrat und Sinai dafür die Grenzen sind.

Nachtrag: Mittlerweile hat Benjamin Netanjahu offiziell diese Allianzen bestätigt.




*131117*

Montag, 27. November 2017

Noch einmal - Syrien

Hier ein interessantes, offen geführtes Gespräch von Russia Today mit syrischen Studenten, die in Deutschland leben (und ausgezeichnet Deutsch sprechen). Mit völlig anderen Sichtweisen. "Eine Million Verfolgte? Wo wären die Gefängnisse, um diese Massen unterzubringen? Die Flüchtlinge müssen etwas Schreckliches erzählen, sonst würden sie hier nicht aufgenommen. Opposition? Wo wäre sie gewesen? Es gab nur Muslime, die störte, daß Assad kein Muslim war, sondern Alevit." Es seien sogar viele von jenen "geflohen", die Verfolgung aufgrund von begangenen Korruptionstaten zu fürchten hatten.

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*271017*