Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Donnerstag, 6. Oktober 2022
Engel als verbindendes Glied (2)
Mittwoch, 5. Oktober 2022
Engel als verbindendes Glied (1)
Engel sind also jeweils die "Aktivierungs-Komponente" im "Modell" der Schöpfung. Sie sind es so sehr, daß man durchaus sagen kann, daß HINTER ALLEM Engel steht. Engel - oder deren Widerpart, die Dämonen. Gott also - oder dessen Widersache, der Teufel.
Es liegt also in der Hand des Menschen (über den dann die gesamte übrige Schöpfung am von ihm festgelegten Schicksl teilnimmt), welche Welt er anruft, die der Engel oder die der Dämonen. Weil es in seiner Hand liegt, wem er letztendlich anhangt: Gott, oder dem Satan. Dem ewigen Gut, oder dem ewigen Übel. Dem Himmel - oder der Hölle.
Und wir tun auch sehr gut daran, in unsere Urteile über irdisches Geschehen diese Kräfte, die der Realisierung des Welthaften dienen sollen und wollen, weil alles nach seiner Art will, diese Wesen mit zu berücksichtigen. Nicht manisch, aber als reale Wirkkräfte, denen wir Zugang zur Welt verschaffen oder solchen verhindern können.
Freitag, 5. August 2022
Mythen vom Kopf auf die Füße gestellt (2)
Donnerstag, 4. August 2022
Mythen vom Kopf auf die Füße gestellt (1)
Sonntag, 31. Juli 2022
Generationen, die ihre Fragen nicht kennen wollen
Mittwoch, 13. Juli 2022
Regierung ist immer personal
Montag, 13. Juni 2022
Triviale Fakten
Mittwoch, 4. Mai 2022
Ab dannen/da die Welt/in Widerspruch zerfällt
Freitag, 26. März 2021
Wissenschaft als Zumpferlspiel
Im Jahr 1990, der VdZ hat wohl schon hier berichtet, hatte der VdZ als Bauunternehmer Aufträge im Wert von hundert Millionen abzuwickeln. Fehlte es an österreichischen Fachkräften, um diese Produktion zu stemmen, engagierte er, auf Vermittlung eines slowakischen Architekten, unter anderem ein Dutzend tschechischer Fachkräfte. Darunter einen Diplomingenieur J. Der mit nachweisbarem Hochschulzertifikat auch damit beauftragt war, die Produktionsunterlagen für eine Buswartehäuschen-Serie auszuarbeiten, denn der VdZ sah richtig voraus, daß dies einen nicht unbeträchtlichen Markt in Niederösterreich ergeben würde. Und dieser Diplomingenieur war ja Fachkraft für Holzbau.
Nach einer Woche zäher Zeichentischarbeit, mit der endlich einmal Kalkulationsgrundlagen auf dem Tisch lagen, staunte der VdZ, daß die Dimensionen der Hölzer für die Konstruktionen ums drei- und mehrfache überdimensioniert waren. Unsichtbar und deshalb nur statisch von Belang, betraf nur diese Position gute fünf Prozent der Verkaufskosten. Völlig perplex guckte Dipl. Ing. J den VdZ an. SO hätten sie nie gedacht.
Es fehlten Kriterien, ganz einfach. Es fehlten dem Sozialismus Kriterien des vernünftigen, also freien Wirtschaftens und Arbeitens. Und deshalb haben dem Diplomingenieur J jene Kriterien gefehlt, die sein Denken überhaupt relevant gemacht haben. Er hat studiert, aber sein Studium war sinnlos gewesen.
Auf so einer Basis läßt sich natürlich leicht von "Gleichheit" reden. Und - wie in den 68ern samt Nachläufern - vom Muff der Talare skandieren, mit denen man die Relevanz von Wissen, Denken und Logik entsorgte. Die dem eigenen Aufstieg im Wege standen. Jeder ausgebildete, erfahrene Zimmermann in den Reihen der Arbeiterschaft des Betriebs des VdZ war kompetenter. Interessanterweise schien das J zu ahnen, und er ordnete sich auch von Anfang an in diese Arbeiterschaft ein, suchte und fand seinen Platz in der Hierarchie der im Betrieb tätigen Menschen. Und war von Anfang an, getragen von dieser demütigen Haltung der Einordnung als Suche nach dem rechten Platz in der Welt, ein braver, verläßlicher Zimmermann, der in einem begrenzten Rahmen Verantwortung tragen konnte. Der VdZ erinnert sich gerne. Man mußte ihm nur die Aufgaben klar definieren, umreißen, begrenzen.
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Masha Gesten schreibt in dem spannenden exzellent geschriebenen (und übersetzten) Buch "Die Zukunft ist Geschichte - Wie Rußland die Freiheit gewann und verlor" über die Entwicklung der Naturwissenschaft in der UdSSR. Die in einer immer größer werdenden Frustration der Sowjetforscher endete. Ausgehend vom Primat und den damit ausgehenden Direktiven des Zentralkomitees der KPdSU wurde, schreibt Gesten, die Naturwissenschaft des gesamten Einflußbereichs der kommunistischen Parteien mehr und mehr irrelevant. Die Partei gab vor, was die Forschung zu ergeben hatte, die Ideologie (wie sie die Partei ausdefinierte, und das war nie berechenbar) bestimmte, was zu denken und zu "finden" überhaupt erwünscht und den Gesamtzielen der sozialistischen Gesellschaft zuträglich war.
Das führte bis in die 1970er-Jahre zu einem immer deutlicheren Rückstand der "sozialistischen Wissenschaft" hinter der Forschung des Westens, schreibt Gesten. Ganze Forschungsgebiete waren eliminiert worden, die sich nun aber als elementar herausstellten. Aufbauend auf Geheimdienstberichten, war das der damaligen Führung der UdSSR endgültig klar. Sie beschloß (gar nicht so sehr unter Chruschtschow, vielmehr unter seinem Nachfolger Breschnew) deshalb eine Wende. Es war die Wende zu Realen, zum Realismus.
Natürlich aber getragen von jenem Pragmatismus, der seine Relevanz aus der Nützlichkeit für die politisch definierten gesellschaftlichen Ziele bezogen hat.
Vor diesem Hintergrund betrachtet, ist der hier angefügte Film des Radio Berlin-Brandenburg (rbb) erst interessant. Denn die vorgeschobene "Erklärung" für das "Aufkommen der Rechten", auf die die Geschichte des Mauerfalls" reduziert wird, folgt nur dem üblichen Stumpfsinn.
Der einer Gesellschaft entspricht, die eine Sendeanstalt aus politischem Willen und von Steuergeldern bezahlt, die nicht in der Lage ist, die Realität des Lebens adäquat zu beschreiben.
Selbst wenn man anerkennen muß, daß eine Reihe von Tatsachen vorgestellt wird, die manche sehr richtige, unideologische Interpretation der Geschehnisse seit 1989/90 im Rahmen der "Wiedervereinigung" immerhin zuläßt.
Wie doch das Grundkonzept scheitert. Der hauptsächliche Grund zur Kritik ist der Enttäuschung geschuldet, daß zur Erreichung von "sozialen Zielen" nicht und nicht das "Prinzip Leistung" den Platz in der Hierarchie zu bestimmen vermag. Wie interessant, daß dieses vorgebliche Siegprinzip des Westens gar nicht greift, wie die Ostdeutschen wieder und wieder erkennen mußten.
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Norman Dennis, Fernando Henriques und Clifford Slaughter zeigen in ihrer (zumindest in der englischen Sozialforschung) legendären Buch "Coal is our Life" einen interessanten Zusammenhang auf. Sind die englischen Kohlearbeiter mit ihren Sozialforderungen erfolgreich, steigen also die Löhne der (damals) hunderttausenden Kohlearbeiter, so fließen diese Gelder in jene Bereiche des Konsums, die diese soziale Gruppe bereits zuvor gekennzeichnet haben.
Bei höherem Lohne, steigen etwa die Einkaufssummen in Supermärkten, die den Grundbedarf decken, aber es steigen auch die Ausgaben in den Pubs, wo die Männer sich darin überbieten, Runden für ihre Kumpels zu schmeißen. Denn dieses Ritual hat für diese soziale Gruppe enorme, hierarchiebegründende wie -erhaltende Bedeutung. Wer immer mit seinem Einkommen "gruppenidentitätsfremdes" Verhalten finanzieren wollte, fällt aus seinem Identitätskreis, wird nach einem Prozeß der Ächtung zum letztendlich Ausgeschlossenen. Und DAS versucht jeder unbedingt zu vermeiden.
Es werden keine neuen Gewohnheiten finanziert, es werden keine "höheren" sozialen Ziele angestrebt. Einkommen und Geld bleiben im Rahmen der sozialen Gruppe, der man über den Vater und damit über die wesentliche, gegenwarts- weil identitätsbegründende Tradition zugehört.
Samstag, 12. Dezember 2020
Wie sich Politik und Geld vermählten (2)
Teil 2) Die ungeschminkten Anmerkungen
Sonntag, 9. August 2020
Was Abendländer von Morgenländern scheidet (3)
Deshalb steht die abendländische (Europa, Nordamerika) Wissenschaft vor der Tatsache, daß sie regelrecht irrelevant wurde. In dem Maß, in dem sie ihre Grundlagen "vergißt", nicht mehr ernst nimmt, ist sie nicht mehr in der Lage, die Welt zu begreifen und zu erklären. Sondern verliert sich immer mehr nur noch in "Teillogiken", Teillogizismen, die so nützlich und notwendig sind "wie ein Krope", wie der Wiener sagt.
Und an denen zu orientieren einer der fatalsten Kulturfehler ist, zu dem verführt zu werden nur als Teil einer globalen Machtstrategie verstanden werden kann. Nichts war cleverer als die Abendländer an die Relevanz ihrer Grundlage - dem (katholischen) Christentum - zu glauben und daran festzuhalten.
Idee eines notorischen Optimisten ...So wurde es geschwächt, und damit zur reifen Frucht, die anderen Mächten in den Schoß fällt. Die freilich eine Frucht ernten, die kastriert, trocken und tot ist. Das ist ihr Fehler. Und das ist (noch) der Fehler auch der Chinesen.
Wenn aber, dann werden die Chinesen draufkommen ... und möglicherweise dann sogar das Abendland neu zu beleben versuchen. Denn um auf seine Vorteile verzichten zu wollen - dazu sind sie zu pragmatisch. Das wäre dumm. Und so dumm wie die heutigen Abendländer sind sie nicht.
Denn die sind Orientalen. Die können mit unlösbaren Widersprüchen in nebeneinanderstehenden, eigentlich unlösbaren Parallelwelten leben. Zwischen denen sie hin- und herspringen. Wenn, dann können nur die Orientalen somit auch das Abendland bestehen lassen. Denn der Abendländer ist aus dem Wissen um die Unverträglichkeit von Widersprüchen in seinen Irrtümern gefangen, hat sich selbst totgeschlossen.
Diese Widerspruchsfähigkeit macht den Orientalen zwar "undurchschaubar" und sogar "unberechenbar". Aber das gibt in der derzeitigen Situation des Abendlandes, das sich selbst nicht mehr helfen kann, sogar etwas wie Hoffnung.
Als Hoffnung auf das Wissen um das geheimnisvolle, dem Menschen nie durchdringbare (doch immer widerspruchslose) Sein, in dem Gott letztlich alles zum Guten führen wird. Nicht, weil die Orientalen weiser, klüger oder mehr der Wahrheit zugeneigt sind.
Sondern weil sie - hoffentlich, weil wenn, dann ohne zu wissen warum, also schlicht aus Pragmatismus - früher als wir Abendländer begreifen, daß das Abendland das Herz der Welt ist. Nach wie vor, und seit je. Hört dieses zu schlagen auf, versinkt die gesamte Welt ins Dunkel von Chaos und Widerspruch, in dem auch die Gewalt, das einzige Mittel um Chaos zu "ordnen", keine wirkliche Lösung ist. Denn in Systemen der Widersprüchlichkeit ist Gewalt die einzige Methode des Zusammenhalts. Auch ohne Einheit.
Samstag, 8. August 2020
Was Abendländer von Morgenländern scheidet (2)
Freitag, 7. August 2020
Was Abendländer von Morgenländern scheidet (1)
Montag, 10. Februar 2020
Ganz erstaunlich
Hier Gunnar Kaiser in seinem Original-Beitrag.
Sodaß als handfestes Ergebnis auch der Bemühungen von Kaiser (und so vieler anderer) nur die Aussage bleibt, daß es für eine Klimapanik nicht den geringsten Hinweis gibt, der wissenschaftlicher Fragestellung standhält. Und gute Wissenschaftler (siehe unter vielen anderen J. Curry) wissen das.
Das Grundproblem ist freilich noch einmal anders gelagert. Die gesamte Diskussion, ja der gesamte gesellschaftliche Diskurs leidet unter der Prämisse eines dogmatisierten "Liberalismus". Sodaß sich alles, wirklich (fast) alles am heutigen Diskurs in der Situation eines schweren Irrtums befindet. Aus dessen Korpus eine Hydra nach der anderen erwächst und zum Scheingefecht unter Brüdern wird, die aber demselben Ziel der Zersetzung folgen.
Dennoch ist interessant, wie leicht handfeste, sehr zentral gesteuerte Interessen hinter der Klimapanik auszumachen sind.
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Mittwoch, 8. November 2017
Ohne logischen Anfang wird alles irrational (3)
- Die Audio-Aufzeichnung des Interviews
Dienstag, 7. November 2017
Ohne logischen Anfang wird alles irrational (2)
Atheismus kann nicht mit Logik begründet werden. Entsprechend haben wir es heute mit "philosophischen Ignoramismen" (Jones nennt es "ignoramusses") zu tun. Es ist unmöglich, Metaphysik mit Biologie zu begründen, vielmehr baut jede Biologie auf Metaphysik, auf Philosophie auf. (Auch das eine Tatsache, die heute völlig ignoriert wird. Die aber im geforderten Primat der Moral erstaunlich vital zur Hintertür zurückkommt; Anm.) Es gibt keine biologische Erklärung für eine metaphysische Frage. Es gibt deshalb auch keine (sagen wir) Entwicklung des Auges, wenn es kein Sehen gibt. Weshalb hätte sich sonst ein Auge entwickeln sollen?
Heute erleben wir somit, daß dieser Atheismus, der im Westen zur "Vorschrift" wurde, die Fundamente des Westens selbst zerstört. Denn damit fehlen den (anglo-amerikanischen) westlichen Imperien ihre metaphysischen Begründungen, fehlt ihr die Legitimation, die dauerhaft und mächtig nur "in Gott" möglich ist. Also muß man sich dieses Gottes bemächtigen. Es kommt zu neuen Schichten von Menschen: Den Besitzern des neuen Gottes. Den Erklärern. Den ... Wissenschaftlern, den Psychologen, den "moralisch Überlegenen", also den Gutmenschen mit ihrer (sic!) weil nur in ihnen verankerten Lehre der "political correctness".****
Gerade der englische Raum ist in diesem Vorgehen ein notorischer Wiederholungstäter. Das hat mit Newton begonnen, der mit seiner "Gravitationstheorie" (wobei niemand weiß, was Gravitation sein soll und wo sie herkäme, man "stellt sie nur fest") eben diese Schildkrötentaktik anwandte. Und eine Erklärung bot, die aber gar nichts erklärt, sondern nur den Erklärungspunkt zurückschiebt. Kein Wunder, denn Sir Isaac Newton war - ein Alchemist, er verstand sich selbst als Magier. Auch wenn er aus Physik Metaphysik ziehen wollte, der Fehler ist um nichts geringer. Er selber aber setzte bereits auf einer Zeitsituation an, in eine durch beginnenden Raubtierkapitalismus verwüstete Gesellschaft dringend Rechtfertigungen brauchte.
Buchstäblich aus Raub hatte sich eine neue Eliteklasse gebildet, die kraft des (immer mehr in die Hände weniger konzentrierten) geraubten Kapitals auch den König bald in der Hand hatte, der notorisch viel Geld für seine Kriege, für seine Politik und für die privaten Vergnügungen brauchte - Raub der Kirchengüter, die man dann Reformation nannte, obwohl nicht einmal ein "theologisches Gebäude" bestand (wenigstens das bestand bei Luther, obwohl sich der Sachverhalt letztlich kaum unterscheidet.) Raub von (spanischem) Gold, und nicht zuletzt: Raub des Wertes der Arbeit der Menschen als der wesentlichste Faktor, der Wert schafft. Menschen, die plötzlich einer Situation gegenüberstanden, in der der Stärkere, der Skrupellosere, Unmoralische siegen konnte und sich dann auf das Gesetz berufen konnte, das Eigentum plötzlich verabsolutierte, zum höchsten Wert erklärte. Und das ist im (liberalistischen) Kapitalismus der, der etwas hat, das man braucht, überlebensnotwendig braucht: Überleben. Überleben in einer Situation, in der landlos gemachte Massen in den Städten ein Überangebot an Arbeitskraft bedeutete.
Seither baut England Theorie um Theorie, um seine faktische Situation zu rechtfertigen. Und so ist es kein Wunder, daß sich die menschenverachtendsten Theorien - etwa der Malthusianismus, auch er findet sich ja in den Empfängnisverhütungs- und Abtreibungsprogrammen, in den Einwanderungsphantasien, Phantasien der Bevölkerungsreduktion, weil der Mensch Klimaschädling ist etc. pp., ganz offen sogar heute wieder - in England entwickelten.
Deren Höhepunkt, so etwas wie der Schlußstein, schließlich der Darwinismus war, der mit seinem Primat des "survival of the strongest" (was man heute angesichts der Unhaltbarkeit auf "survival of the fittest" erweitert hat, auch hier: das kann alles heißen) den brutalen Kampf des Starken sogar als Naturgesetz rechtfertigte. Mit dem Darwinismus ersetzte eine heidnische Kosmologie die Metaphysik.
Aber noch etwas wird heute übersehen, und das wird die heutigen "Gutmenschen" schwer treffen: Der Darwinismus ist die Grundlage für die Entwicklung des Rassismus. Es gab einen solchen zuvor gar nicht. (Die z. B. mit der Weltentdeckung einhergehende Frage, ob die vorgefundenen "Wilden" Menschen seien, wurde nur von der Metaphysik mit "natürlich!" beantwortet - die Gewinnsucht hingegen, eben jene, aus der die geistige Linie des späteren Darwinismus sich speiste, sie war es, die das absprechen wollte, um freie Bahn zu haben). Im Deutschen (sic!) gab es für "Rasse" nicht einmal ein Wort. Im Rassismus lebt somit zugleich das Kastenwesen auf (wie es in Indien entstand), weil nicht nur in der Vererbung auch die Festlegung auf eine Kaste fortbesteht, sondern auch namens des "Stärkeren" (Überlegenheit um jeden Preis als DAS Evolutionsprinzip, damit als DIE Qualität) die Ordnung feststeht.
Zugleich bietet er die Möglichkeit, die Herkunft zu überwinden, weil sie nicht mehr in Gott, sondern "im Zufall", in der Natur gründet. Das Herkunftsprinzip "Gott" wird zum Zielobjekt des Aufbegehrens, des Zorns gegen die Last des Lebens und vor allem - der Moral.
- Die Audio-Aufzeichnung des Interviews
Montag, 6. November 2017
Ohne logischen Anfang wird alles irrational (1)
Als er mit großartigem Talent von einem Anruf eines (katholischen) Schotten in einer britischen Talkshow berichtet, in der soeben Dawkins seine "wissenschaftlichen Thesen" über die "genesis ex nihilo" ausgebreitet hatte. Und darin natürlich heftigstes Kopfnicken der im Studio anwesenden Gäste erntete. Da rief ein Schotte an, der von Jesus berichtete und wie er sein ganzes Leben durch ihn verändert habe. Sofort reagierte die Runde mit heftigem Augenrollen. Was für eine Dumpfbacke, so ungefähr.
Da richtete dieser tumbe Tor eine Frage an Dawkins. Herr Professor, wenn es einmal wirklich nichts gegeben hat, woher kam dann aber etwas? Wie kann etwas aus nichts entstehen? Aus nichts wird nichts. Wenn es etwas gibt, muß es etwas gegeben haben, das ein Etwas aus dem Nichts brachte!? Dawkins war völlig konsterniert, begann zu stottern, wußte keine Antwort. Er rettete sich, indem er dem Schotten riet, dieser solle doch ein Buch lesen. Um dann, nach weiterem Herumstottern, zu sagen: Ich habe 8 Bücher geschrieben!
Und darum geht es im Interview mit Jones. Es geht vor allem um eine Zeitenwende, in der wir derzeit stehen. Denn der Westen ist bereits zutiefst atheistisch geworden. Und zwar WEIL er seine rationalen Wurzeln aufgegeben bzw. verloren hat.
Jones schildert dazu als bildhaften Vergleich die Entwicklung in Indien, in der seit dem 5. Jhd. v. Chr. ein Weltmythos die Metaphysik ersetzte. Seither hat der Hinduismus auf die Frage, was und wie die Welt ist, das Bild von vier Elephanten, die die Welt tragen. Diese Elephanten stehen auf einer Schildkröte, diese wiederum auf einer kleineren Schildkröte, und diese wieder auf einer kleineren, und so weiter, und so fort, "ad infinitum". Daß sich dabei aber das Problem der Welt nicht löst, sondern nur "ad infinitum" verschoben wird, ist Zeichen des Verzichts auf den logos, die Vernunftbasiertheit der Welt. Und tatsächlich steht das, was wir mittlerweile als Wissenschaft sehen, zu weiten Bereichen bereits am Boden des Irrationalen. Damit ist es nur noch dem Willen unterworfen, und damit - der Tyrannei, weil der Durchsetzungskraft des Stärkeren, Cleveren, Skrupelloseren, nicht des Wahrhaftigeren.
Freitag, 20. Oktober 2017
Es ist in Wahrheit eine Atombombe (2)
Damit entzieht sich die Religion (so wie jede Religion) der humanen Vernunftfähigkeit. Sie baut eine letztlich unüberbrückbare Kluft zwischen dem Wesen des Menschen und dem Wesen Gottes. Gnade und Erlösung, Heil wird zur rein willkürlichen Handlung Gottes, der sich der Mensch aber aus eigener Vernunft - und damit aus Sachgerechtheit des Handelns und Denkens - niemals nähern kann. Aus der Vernunftbegründetheit des Katholischen Glaubens (der die Philosophie immer als "ancilla", als Magd bezeichnete, WEIL sie jenes Instrument ist, aus dem der Mensch die Vernunft Gottes zumindest annähernd erkennen kann) fällt, und durch ein fideistisches, also nur im Willen zu glaubendes Gebäude ersetzt wird. Das letztlich nur durch Priester, vor allem aber durch eine die wörtlich zu nehmende (damit niemals im Ganzen zu lesende wie zu verstehende) Heilige Schrift (dort der Koran, hier die Bibel) verstanden und erkannt werden kann.
