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Donnerstag, 22. Dezember 2022

Physik als nachgeordnete Hülle einer Matrjoschka (2)

Das Matrjoschka-Prinzip. Hierachie der Wissenschaften heißt, daß die Theologie der Physik die Grammatik des Sach-Erkennens liefert - Was bei Zeilinger noch stärker als bei Dürr auffällt, zumindst mir. Denn niemals kann sich Metaphysik (als Philosophie und Theologie verstanden) "von unten her" bzw. !aus der Biologie" heraus zu einer Aussage kommen. ZUERST muß die Theologie da sein, und DANN kann die Welt der Dinge begriffen werden. Däürr sagft das an einer Stelle sogar, ohne daß es aber die Verbindung zu SEINER nicht-katholischen (hath-holon heißot ja nichts anders als "ganz umfassend") Theologie erkennt.

Diese scheinbar ziemlich verwegen Aussage (wer bin ich, wer ist Zeilinger?) wird mit in einem weiteren Voirtrag von 2016 bestätigt, wo der Physiker vor Bischöfen referiert hat. Schon in einem der ersten Sätze bestätigt Zeilinger, daß er das nicht verstanden hat. Wo er sagt, daß die Theologie (udn die Physik) jeweils nur dann in Konflickte geraten sind, wo sie "ihre jeweiligen Grenzen überschreiten." 

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Physik als nachgeordnete Hülle einer Matrjoschka (1)

Diesen Vortrag hielt Hans-Peter Dürr im Jahre 2007, und ich empfehle ihn zum aufmerksamen Studium. Selber möchte ich nicht viel zu den Inhalten sagen. Die üblichen Hinweise, daß Dürr gegen eine wirklich gegen Esoterik und religiösen Relativismus "undicht" ist, kennt der regelmäßige Leser ohnehin. 

Aber in diesem Vortrag gelingt Dürr eine Art der metaphysisschen Sprache, die mich verblüfft hat. Und vielleicht fällt dem Leser dieser meiner Seiten etwas auf. Vielleicht fällt ihm ((wie mir) auf, wie nahe sich diese Sichtweisen, in denen die Grenzen zwischen Physik, Philosophie, Theologie und Dichtung kaum noch gezogen werden können, gekommen einander sind. In denen ich mich von einer völloig anderen Seite wiederum genähert habe, als Dürr.* 


Das zu entdecken fällt mir mit den Aussagen Anton Zeilingers allerdings deutlich schwieriger. In diesem TV-Gespräch, das aus 2006 stammt, wechseln Passagen, in denen er völlig "dunkel" wird, mit Passage, die wirklich bemerkenswert sind. Denn aus seiner (vor Wochen mit dem Nobelpreis dekorierten) Einsichten in die Welt der Quantenphysik kommt der österreichische Physiker zur Aussage, daß aus naturwissenschaftliher Sicht ein mechanistisches Weltbild nicht aufrecht zu halten ist. 

Samstag, 3. Dezember 2022

Der Mensch im Zentrum des Universums

Das immer wieder neu Faszinierende an dem Film "The Principle" liefern die derzeit weltweit führenden Astrophysiker. Sie kommentieren die Entdeckung, die 2013 gemacht wurde, udn die das gesamte herkömmliche Modell des Kosmos, das die Physik seit Kopernikus müham zusammengeschustert hat, in sich zusammenfallen läßt. Denn man kann die Entdeckung nicht igrnorieren, daß eine exkate Analyse der kosmischen Hintergrundstrahlung - die bislang als älteste Strahlung im Universum vom angeblichen Big Bang, den Urknall also, zeugen soll - eine Struktur darin entdeckte, die jeder Annahme über eine Zufälligkeit des Kosmos widerspricht. 

Sie ist nämlich nicht gleichmäßig über das All verteilt, sondern zeigt klare Muster. Und diese Muster sind in Achsen angeordnet. Wenn man diese Achsen aber verfolgt kommt man zu der verrückten Tatsache, daß sie sich alle ... in der Erde schneiden. Das heißt, daß das Weltall, betrahtet man es nach Evidenz, einen handfesten Hinweis darauf liefert, daß die Erde tatsächlich das Zentrum des Universums ist. Und daß das Universum sich rund um die Erde dreht.

Dienstag, 11. Oktober 2022

Vom Irrtum gebaute Todeslager (2)

Das Unglück, das dem Irrtum entstammt. Der  Irrtum, der  über uns verhängt wird. Der Irrtum, der uns zum Verhängnis wird. - Wenn also z. B. von Inflation gesprochen wird, die die meisten klasischen Wirtschaftstheorien als Ergebnis der Erhöhung der Geldmeinge in einer Gesellschaft bezeichnet wird, der das Warenangebot samt Nachfrage hinterherhinkt, so ist das unter anderen, realen Bedingungen oft überhaupt nicht so aussagbar! Keineswegs muß deshalb die Erhöhung der Geldmenge durch (geldschöpfende) Kredite z. B. eine Inflation anheizen, wenn gleichzeitig die Menschen das Geld horten. 

Oder aus dem Land fließen lassen. Oder in Produkte fließen lassen, die so speziell sind, daß sie sich nicht auf das allgemeine Marktgeschehen auswirken (man denke an das Sammeln von Münzen, oder von Oldtimern, oder von Kunstwerken.) 

Montag, 10. Oktober 2022

Vom Irrtum gebaute Todeslager (1)

Eigentlich könnte man den Titel des aktuellen Buches von William Briggs als Leitmotiv über diese gesamten Seiten mit seit 2007 mittlerweile 10.500 veröffentlichten Beiträgen. "Warum alles, was sie glauben, falsch ist" ist eben eine Aussage aus der Analyse dessen, was sich noch als Substanz einer verwehenden oder schon verschwundenen Kultur darstellt, und in diesem Urteil stimme ich mit dem Statistiker und Logiker Briggs restlos überein. 

Der Zustand, in dem wir - mit Westen hinlänglich bezeichnet, der Begriff Abendland ist nur noch Reminiszenz, Ruinentourismus, ein Thema der Archäologie - leben, hat mit Kultur nichts mehr zu tun. Er ist ein Zustand, mehr nicht, in dem es niemanden mehr gibt, der nicht mit Krücken herumläuft, sonst würde er längst gefallen sein.

Freitag, 23. September 2022

Über den Gewaltsinn der Rhetorik (2)

Die höchste Kunst. Die Inkarnation der Wahrheit selbst. Die Antwort der Freiheit. - In einer rhetorisch guten Rede wird also wenn dann nur beiläufig "überzeugt", aber schon gar nciht "überredet." Sondern es wird die Gestalt der Wahrheit sichtbar gemacht. Durch den Rhetor, der in dieser Wahrheitssuche erfahrne und weit vorangeschritten ist - also: Gebildet . weil dem Sein nach geformt.) Seine Rede endet in einem Bild des Seins, das nun für alle sichtbar ist. 

Was nicht heißt, daß es alle Hörenden ergreifen müssen, das bleibt ein Akt der jeweiligen urteilenden Person überlassen, die zur Freiheit berufen ist, auch wenn sie sie mißbraucht. Aber dem Willigen, dem "guten Wilens" (siehe den Chor der Engel bei de rGeburt des Sohne sgotes. "Friede den Menschen guten Willens ...")  

Eben so wenig, wie Gott zwingt, zuwingt also auch die Wahrheit. Sie FORDERT, ja sie hat in sich auffordernden Charakter (wie jeder weiß, wie sehr die Logik "zwingt", man muß sich förmlich überwinden, gegen sie zu handeln, ABER man kann es, weil man frei ist) Sie ist nichtimmerleicht zu erkennen, weil jeder Mensch in einem unendlich komplexen Gemisch von Interessen, Schwächen, Verletzheiten, Vorlieben, Tugenden oder Lastern steckt, aus dem heraus es nicht immer leicht ist, so frei zu sein, das Wirken des Seins an sich (im Erkennen, das s. o. ein Nachformen - Mimesis! - ist) zuzulassen, zu bejahen ("Guter Wille") und dann auch als Kleid überzusteifen, also in Treue zu vertreten. 

Donnerstag, 22. September 2022

Über den Gewaltsinn der Rhetorik (1)

Eine Sache, die mir schon lange unter den Nägeln brennt, ist die sachgerechte Darstellung dessen, was Rhetorik überhaupt ist. Denn auch diesen Begriff umschwebt ein Nebel, unter dem der wahre Gehalt dessen, was Rhetorik ist und was erst verstehen läßt, warum in der Antike die Rheotik überhaupt als umfassender Raum der Bildung verstanden wurde, fast verschwunden ist. Dadurch konnten sich Mißbraäcueh, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben, wie Wesensmerkmals selbst an diesem Begriff festsetzen, die aber den Blick soigar auf das verhindert, was wirkliche Bildung überhaupt ist.

Wo immer heute von Rhetorik gesprochen wird, tun sich die Redner schwer, ihn von Propaganda, Überredung (die sie von "Überzeugung" ununterscheidbar machen) und illegitimen Machtaspekten zu scheiden. Das hat seinen Grund in zwei Bereichen. Deren einer ist die allmähliche Degradation unserer Kultur seit dem Hochmittelalte,r die man ohne jeden Abstrich als sittlichen VErfall sehen kann. Der dann durch religiöse Begriffe genau als solcher, nur aufeine andree Ebene transponiert, verstanden werden kann. 

Samstag, 11. Juni 2022

Von einem Gott in drei Personen

Augustinus geht in seiner Trinitätslehre von Gott als Geist aus. Und stellt die Dreifaltigkeit als Selbsterkenntnisschema Gottes dar: Gott erkennt sich in seinem Sohn. Wenn man diese Frage aber beim Wort nimmt, so könnte man zur Ansicht kommen, es sei DOCH nur EINE Person, die SICH erkennt, sodaß die Trinität also nicht drei Personen, sondern lediglich eine Erkenntnisstruktur ist. Das hat tausenddreihundert Jahre später die Aufklärung gerne aufgegriffen, sie nun überhaupt die Dreifaltigkeit antsorgt hat, um Gott als abstrakten Geist oder Begriff, nicht mehr als Person zu definieren, und die katholischen Gotteslehre durch einen neurtralen "Deismus" zu ersetzen.

Nun, in gewisser Weise ist die Dreifaltigkeit ja tatsächlich eine Struktur, allerdings ist sie das AUCH. Das ist aber Gott nicht in seinem Grund, denn dort ist er personal. Dies ist nicht nur Offenbarung, sondern ist auch das, was die Menschheit seit je empfunden bzw. sich erinnert (sic!), als Erinnerung weitergegeben hat, die (erst im Paradies, später als Heiden) zu ihrem Gott ein persönliches Verhältnis wußten. Dem als Urheber von allem man immer (!) in einem Schuldverhältnis gegenüber stand.

Freitag, 8. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (3)

Also war da dieses Rumpeln - Doch ehe wir uns noch darauf einlassen, ist es an uns, für etwas um Verzeihung zu bitten. Denn wenn ich ehrlich bin so lag es schon auf der Hand, bereits am dritten Tag dieses Vorhaben als eitel und unerfüllbar abzubrechen. In die Kniee zu gehen vor der simplen Frage, ob denn da alles das, von dem ich gemeint hatte, es wäre weil es Schmerz gewesen auch das Absterben der Sinne, wie es Juan de la Crux als erste und grundlegendste Eigenschaft anführt, von wo weg der Weg erst ein Weiterschreiten auf den Berge Karmel, also zu einer betrachtlichen Lebensführung überhaupt wäre, so glatt mit einem NEE zubeantworten wäre, daß alles weitere nur noch eitles Gegackere sein könne.
 
Denn genau das war jadieses Rumpeln, von dem ich berichtet. Dieses Erkennen, daß es noch so viel geben dürfte, an dem ich mehr hänge, als an der reinen Liebe zu Gott, daß sich doch alles weitere erübrigte. Und wie ich so das denke und denke, da ist es mir auch schon, als wollte alle Kraft versiegen. Ich ging also nieder, noch einmal, und lag beinah ausgestreckt am Boden. 

Mittwoch, 6. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (2)

Im Punkte 2 steigen wir freilich zuersten noch einmal zurück - Verharren wir also noch ein wenig im ersten Punkte, den wir bereits begonnen. Und bedenken wir eine Bemerkung von Johannes höchstselbigst, wo er da schreibt, daß es an allen möglichen Ratgebern und Seelenführern vielleicht nicht so sehr mangelt, das war im 116. Jahrhundert nicht anders als es heute, ja gerade heute ist. Es gibt ganze Buchhandlungen, die nur Bücher zu dem Thema führen. 

Aber wie viele davon richten mehr Schaden an, als Nutzen Wie viele hindern mehr, als sie fördern. Wie viele werfen einem Prügel vor die Füß, anstatt einem über Steine zu helfen. Und wie viele drücken einen an einen Stein, den man doch nie küssen sollte, weil er längst hinter einem liegt - und wie viele machen eine Selbsteinschätzung möglich, in der man manchen Steinen um Weltenalter voraus ist, während man doch noch nicht einmal ihren Sockel kennen gelernt hat. Und wie viele Menschen haben Gnadengaben, die eine so ganz andere Behandlung verlangten, als anderen zuteil werden hätte sollen, die sie aber vielleicht nie erkant haben, udn auch nie jemanden kennen lernten, der sie hätte erkennen KÖNNEN.

Dienstag, 5. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (1)

Punkt 1 - Der Weg der Vollkommenheit ist keine moralische Leistung eines Gutmenschen. Er bginnt bei wie ist die Erkenntnis, daß die eigene Vervollkommnung identisch ist nmit der Anähnlichung mit dem Eidos, dem Bilde Gottes in einem selbst, der man da als alter Adam, als Sohn Adams, auch das Abbild des Urbildes ist. Als Bruder des Sohnes Gottes - analog dem Göttlichen Sohne, niemals diesem gleich, Geschöpf, nicht Gezeugter, denn mein Erzeuger liegt denn da am Friedhofe, ich weiß es gewiß, ich war an seinem Grabe - diesem also ähnlich. Nicht Gott, und dieses auch nicht im Bereiche des auch nur Möglichen, aber in Christus WIE Gott, wenn man das nicht zu wörtlich nimmt.

(Aber ich meine das mit dem Abbild-Sohn-haften sehr wörtlich, im Sinne der Vater- und Sohnesschaft, wie ich sie hier v. a. im Zusammenhange mit dem Begriffe "Volk Gottes" dargelegt habe; der Leser muß dies nachlese, so er es noch nicht gelesen, verstanden und bejaht hat, sonst ist jede weitere Zeile Lektüre wertlos für ihn, und bringt mir nur üble Nachred, die den Schriften, wo sie denn zu Sinn berufen sind, recht hinderlich sein kann, nicht meinem also dann aber, sondern Gottes Ruhm im Wege) 

Montag, 30. August 2021

Extra ecclesiam (3)

Als alles zerfiel, schlug die Stunde der Autonomen, der Besserwisser und der Türsteher: Als alles zu verschwinden drohte, kam der Ruf nach Rettung auf. Und als Retter traten die Eigentlichen mit ihren Nebengebäuden hervor; und dort war der Schmerz verschwunden, war alles gar nicht so schlimm - Wir wissen somit auch, daß Narzißmus sich in einer Form von Türsteher-Mentalität äußert. Dieser auf einer anderen Ebene - ein Archetyp, eine Konstruktionsgrammatik, jeweils mit Kostümen, die auf anderen Welt- und Seins-Ebenen ganz andere Figuren zu erzeugen scheinen - völlig gleichkommt. In der der Türsteher den Einlaßbegehrenden auf eine Art begegnet, in der er tatsächlich zum Unternehmen WIRD, dessen Tore er bewacht. Wo er es "besser weiß", als die offiziellen Richtlinien sagen, und nicht nur das: Genau in diesem Abweichen von den offiziellen Richtlinien äußert sich seine Macht erst so richtig. Hier wird sie erlebbar, hier wird sie zum Gewinn, der sich aus der Dankbarkeit jener ergibt, die, obwohl sie den Richtlinien nicht entsprechen, eingelassen werden. Es liegt alles in seiner Hand.

Sonntag, 29. August 2021

Extra ecclesiam (2)

Sein wie Gott, oder: Wenn der Türsteher es besser weiß als der Chef - Das gesagt, weil Wallner noch eine Tür als Türsteher bewacht. Eine, die NICHT die der Katholischen Kirche ist. Denn genauso, wie er sagt, daß jeder, der Jesus Christus als Gott anerkennt, zur Kirche als Heilsgemeinschaft (das sind Synonyme) gehört, völlig unabhängig, ob er explizit "zur Kirche" gehört (also bereits auf die Dreifaltigkeit getauft ist), genau so muß dann stimmen, daß NICHT zur Kirche gehört, der NICHT die Dreifaltigkeit bzw. Jesus Christus bejaht, völlig unabhängig davon, ob er getauft ist oder nicht.

Wir lassen das hier so stehen, der Leser möge sich selbst sein Bild machen. Aber nicht ohne zuvor auch gehört zu haben, daß das oben Gesagte nicht stimmt, nimmt man es einfach so, wie es da steht. Denn die Taufe prägt als Standessakrament dem Täufling ein unauslöschliches Merkmal ein. Das als Pflicht und Form einer Forderung gleichkommt, der er mit seinem Leben zu genügen hat. Umso schwerer wiegt, wenn er diese innere Zugehörigkeit durch sein Leben nicht erfüllt. Da hat es der Nicht-Getaufte sogar leichter.

Worauf aber wollen wir hinaus? Daß Wallner ein massives Narzißmus-Problem hat, darauf wollen wir hinaus. Denn wer Gott nicht ähnlich wird, versucht ihn zu imitieren.

Sonntag, 11. Juli 2021

Vermeidung der Selbstrettung - Zwischen Aufklärung und Dogmatistik

Man könnte sich schon die Frage stellen, ob - und warum - es in Frankreich, wo man in unseren Ländern gerne die Aufklärung* im 18. Jahrhundert beginnen läßt, nicht zu Gegenbewegungen gegen die Aufklärung gekommen ist. Denn wenn man an einem keinen Zweifel haben kann, dann daran, daß es speziell in der Kirche Stimmen und Denker gegeben hat, die so auf die Wahrheit geeicht waren und sind, daß sie buchstäblich das Gras wachsen hören. Also aus kleinsten Abweichungen im Anfang von Entwicklungen die Konsequenzen bei ausgewachsenem Phänomen vorhersehen können. 

In diesem Fall hätte man die Einflüsse aus England herüberkommen sehen müssen. Denn von dort ging der Umsturz der abendländischen Denkwelt aus, das heißt- auch gar nicht von dort, sondern von Amsterdam, wo - die Niederländer hatten die Rebellion gepachtet, und alles, was rebellieren wollte, floh dorthin, einschließlich der Juden Spaniens - alles gedruckt werden konnte, wurde dort gedruckt. Und von dort aus vor allem nach England geschifft. Wo man im stürmischen 17. Jahrhundert, wo es immer wieder Spitz auf Knopf stand, ob sich nicht doch der Katholizismus wieder reetablieren würde können, die Wirksamkeit in Massen gedruckter Schriften endgültig entdeckt und etabliert hatte. 

Das heißt, auch nicht von Amsterdam, sondern in seiner geographischen Eigenschaft, der Rheinmündung eingeschrieben zu sein. Und von dort kamen die Ideen, rheinabwärts, weil aus der Schweiz, dem Land der Calviner. Womit wir, gehen wir gegen den Strom, in Zürich und, nach einigen Kilometern durch die Täler der Westalpen, im französischen Geneve sind. Und womit wir erneut... in Frankreich wären. Wo man im 17. Jahrhundert die Calviner (Hugenotten) schwer verfolgt hat. Diese gottlose Geisteshaltung wollte nur der Preußenkönig, dem nützten sie, seine wurzellosen Ideen umzusetzen.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Vom Wesen und Bedeutung der Engel (3)

Teil 3)




Ganz besondere Kraft in diesem Kampf hat natürlich die Gottesmutter Maria. Sie hat die Versuchung Evas überwunden, richtig gestellt. Und ist als Königin der Engel die erste Widersacherin zum Teufel. Sie hat damit eine besondere Bedeutung für unsere gegenwärtige Welt. Die Erscheinung von Guadeloupe war nicht zufällig genau an einem Ort, Mexiko, wo das Opfern von Kindern an Dämonen besonderes Ausmaß angenommen hatte. In diesem 16. Jahrhundert, nur wenige Jahre nach dem Ankommen der Spanier, gab es in Mexiko fünf Millionen Bekehrungen.

Kreeft geht so weit zu sagen, daß er der Meinung ist, daß ein Drittel der heutigen Kinder in Nordamerika den Dämonen geweiht werden. Indirekt, natürlich, aber nicht weniger effektiv. Wir sollten nur nicht vergessen, daß nicht Maria sich vor dem Teufel fürchtet, sondern umgekehrt: Der Teufel fürchtet sich vor der Gottesmutter! 

In den Fragestellungen zum Schluß geht Kreeft darauf ein, wie man sich zu Horror- oder Geistergeschichten verhalten solle. Nun, meint er, Geistergeschichten sind meist ziemlicher Schwachsinn. In einem Punkt aber sollte ein Katholik sich kennzeichnen: Daß er Geister an sich ernst nimmt! Aber Unsinn sind Geschichten, in denen Seelen den Körper verlassen. Wo das der Fall ist, ist der Mensch tot. Wenn der Mensch tot ist, sind natürlich verschiedene Dinge möglich. So, daß Seelen sich an Häuser binden (Spuk). Die meisten Geister stammen seiner Meinung nach aus dem Fegefeuer. Sie sind traurig, und versuchen irgendein Problem des Fegefeuers, das sie erleiden, aufzuarbeiten. Natürlich kann es sein, daß Geister aus der Hölle kommen, und versuchen, uns zu schädigen. Deshalb sollten wir vorsichtig und aufmerksam sein. Manche Geister aber kommen auch vom Himmel, die uns Botschaften von Gott übermitteln sollen. 

Eine Bekehrung von Dämonen ist völlig auszuschließen. Jeder Engel hat im Moment seiner Erschaffung volle Kenntnis über alles. Er wählte in einer "Nicht-Zeit" - und kann und wird nie mehr anders entscheiden. Engel eben so wenig, wie Dämonen.

Angesprochen auf Gen. 6, wo "Söhne des Himmels" (Mehrzahl; die Einzahl ist immer Jesus Christus) irdische Frauen "verführten", meint Kreeft, daß es Dämonen möglich ist, menschliche Körper vorzutäuschen. Insofern können sie theoretisch auch Frauen verführen. Aber man kann die Stelle auch sehr anders, viel symbolischer interpretieren. 

Muß man davon ausgehen, daß Engel "recycelt" werden? Daß also ein Schutzengel nach dem Tod seines Schützlings einen anderen in Obhut nimmt? Nein, meint Kreeft, das widerspräche sich auch. Schutzengel sind sicher in den Engelshierarchien mit die untersten Engel. Und es gibt Milliarden davon, davon müssen wir also ausgehen. Aber wie Gott das wirklich macht ... wir wissen es nicht wirklich. Wir können nur ableiten, rückschließen.

Auf die (durch Plato) überlieferte Geschichte von Sokrates befragt meint Kreeft, daß seine persönliche Meinung ist, daß Sokrates als Märtyrer für die Wahrheit gestorben und einzuschätzen ist. Daß ihm möglicherweise ein Engel jene Inspiration gab, den Heiligen Geist übermittelte, dem er dann folgte. Der Heilige Geist wirkt, wie die Bibel erzählt, auf verschiedene Weisen. Wenn eines Menschen Handeln so in Wahrheit aufgeht, kann man ein solches Wirken annehmen. Kreeft meint, er wäre überrascht, Sokrates NICHT im Himmel wieder zu treffen.

Kann man katholisch sein, ohne an Engel zu glauben? Eigentlich muß man sagen: Nein. Denn es stimmt zwar, daß Engel nicht das Zentrum des Glaubens sind, aber sie gehören dennoch wie alle Peripherie innerhalb des Glaubensgebäudes zum Insgesamt. Man kann sie nicht wegnehmen, ohne das Insgesamt aufzulösen weil ihm damit widersprechen. Sie liegen innerhalb derselben Logik, gewissermaßen.

Dr. Peter Kreeft hier also in seinem sehr leicht verständlichen, sehr gut begreifbaren, eloquenten Vortrag über Engel und Dämonen.







*Daran kann man schon erkennen, was für ein lächerliches, alles Wirkliche völlig verfehlende Unterfangen der Großteil der heutigen Psychologie ist, das nur nebenbei. Wer die Psychologie der Gegenwart halbwegs kennt wird rasch sehen, daß sie deshalb vor allem versucht, "Schuld" zu relativieren, also aufzulösen - Schuld ist überhaupt das Kernproblem der heutigen Psychologie, um das sie ihre Teufelstänze aufführt.

**Der VdZ hat von 1993-95 als Diözesansekretär der Katholischen Männerbewegung der Diözese St. Pölten immer wieder versucht, solche substantiellen Vorträge zu organisieren. Und hatte auch Referenten aufgetrieben, die die gesamte Diözesanbewegung mit ihren damals 12.000 Mitgliedern abdecken konnte. Als die Diözesanleitung das mitbekam, hat man zuerst jedesmal "Gegensprecher" organisiert, die alles verwirren, zumindest unglaubwürdig machen wollten. Vorträge des VdZ hat man mit verleumderischen Faxsendungen "vorbereitet". Dennoch war das nicht endgültig erfolgreich. So daß man schließlich alle organisatorischen Vorgänge verhinderte, und nun Vorträge nur noch ganz selten und nur "hintenherum" möglich waren. Dort, wo ein Ortspfarrer selber es mitbetrieb. Wie in Freundorf (Tulln) unter Pfr. Dr. Burger, vielen als Herausgeber des "Groschenblatt" bekannt; r. i. p., dessen Dissertation (der VdZ hat ein Exemplar von Dr. Burger erhalten) über Engel und Satan handelte. 

***Das ist das entscheidende, das wirklich tragende Argument gegen Frauenordination, Gender, Feminismus etc. etc.




Mittwoch, 17. Juli 2019

Vom Wesen und Bedeutung der Engel (2)

Teil 2)



Wie denken Engel, denn das ist ihre eigentlichste Aufgabe weil ihr Wesen als Geister? Nicht wie wir, in einem Hintereinander, Schritt für Schritt. Sie haben sofortigen Zugang zu allen geistigen Grundlagen, denn immerhin lesen sie auch aus dem Geist Gottes, ja "sind" aus diesem Stoff (Gott und seinem Wissen ähnlich) gemacht. Sie haben also eine Art reale Telepathie mit Gott. Und sie sehen unmittelbar die Wahrheit! Sie müssen sich nicht, wie wir Menschen, aus allen verworrenen weltlichen, sinnlichen, habituellen Verflochtenheiten lösen (was für den Menschen, der die Wahrheit sucht, ja die erste und schwierigste, ja zeitlebens nie endende Aufgabe ist). 

Was immer wir denken, wollen, urteilen, sehen die Engel sofort, wie eine Reflexion, innerhalb des göttlichen Wissens. Denn was immer wir leiblich tun (welthaft sozusagen), hat untrennbar und sofort auch eine geistige Bewegung zur Begleitung. 

Es ist interessant in diesem Zusammenhang darüber nachzudenken, daß der Mensch, der "unvernünftig" handeln will, also sagen wir leiblichen Versuchungen nachgibt, wo er also Welt vor ihrer geistigen Wirklichkeit, vor den logos stellt, warum auch immer, auch immer eine Schwächung unseres Denkens beobachtbar ist. Jeder, auch Sie, ich, geneigter Leser, denken immer dort "abgedunkelt", wo wir sündigen wollen. Bis zur habituellen Problematik, daß jemand, der als Laster, also habituell sündigen will, also gegen das Wissen Gottes verstoßen will, sein Denken sich ausblendet. Das hat viel mit "Vergessen" zu tun. Der Sünder beginnt, die Wahrheit zu verdrängen, zu vergessen!*

Wenn wir von Inspiration sprechen, meinen wir also damit in Wirklichkeit eine sehr natürliche (also mit unserem Menschsein an sich verbundene) Nähe zu den Engeln! Die jeder Mensch hat! Über die Engel haben wir Anteil an jenem Gott, der die Quelle aller Wahrheit, allen Lichts, aller Erkenntnis ist. Die er uns über die Engel vermittelt, über die wir daran teilhaben können. 

Interessanterweise meint Kreeft, daß Frauen in diesem intuitiven Hinhören besser sind als Männer (Kreeft hält den Vortrag vor einem Amerikanischen Männerbund, ähnlich den Katholischen Männerbewegungen in unseren Ländern.**) Männer sind meist zu sehr in die Kämpfe in der Welt verstrickt, und neigen deshalb immer auch zu einem Denken in weltlichen Kategorien und Problemkreisen. Das ist wohl auch der Grund, warum Frauen weit öfter Engelserscheinungen haben als Männer. Ihr Geist ist weniger distinkt, "offener" in gewissem Sinn. Darin sieht Kreeft auch den Grund, warum Frauen weit mehr zu weichen Studien wie Psychologie anstatt "harten Wissenschaften" tendieren. Es gibt tatsächlich eine prinzipielle Denkneigung, die das Denken der Männer von dem der Frauen unterscheidet. Nicht die Wahrheit an sich ist der Unterschied, sondern der individuelle Zugang zu Formen des Zugangs. Deshalb ist es sinnlos, Studiengänge "gleich" machen zu wollen. Da leidet nur die Qualität.

Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist nicht der Geist! Es ist das Haus, das er sich sucht beziehungsweise vorfindet, in den Geschlechterdifferenzen. Im Mannsein sind Männer den Frauen unendlich überlegen! Im Frausein aber Frauen den Männern. Die Witze, die Kreeft an dieser Stelle erzählt, sind zu gut, um sie nicht zu bringen. Sie sind für beide Seiten gedacht.

Gott schuf Eva. Sie wandelte aber recht melancholisch durchs Paradies. Da bedauerte es Gott, und er sagte: Hey, ich werde Dir einen Mann schaffen. Dann bist du nicht so allein. Einen Mann, meinte Eva? Was ist das? Nun, ein Mann ist super, er kann alles, repariert alles, kämpft mit der Welt, ist gut im Bett, und sagt dir was gut ist. Oh! Eva war entzückt. Und wo ist der Nachteil? Naja, meinte nun Gott, er hat ein ziemlich großes Ego. Hör zu, Eva, wenn ich das mache, halt den Mund, wir müssen ihn glauben lassen, daß er zuerst geschaffen wurde.

Die Gegenversion: Gott schuf Adam, der dann durchs Paradies lief. Allein. Und wirkte nicht sehr glücklich. Also sprach Gott zu ihm: Paß auf, ich habe eine Idee. Ich werde dir eine Frau schaffen, dann bist du nicht so allein. Was ist eine Frau, wunderte sich Adam? Nun, das ist ein wunderbares Geschöpf, schön, lieb, fürsorglich, gut im Bett, und sie wird dich immer bewundern. Hey, meinte Adam, das klingt verdammt gut! Aber ... wo ist der Nachteil? Alles hat ja immer einen Nachteil. Ja, meinte nun Gott, es wird dich einen Arm und ein Bein kosten. Hmm, Adam dachte nach. Was kriege ich für eine Rippe?

Damit aber führt Kreeft zu einer sehr interessanten, weittragenden Frage: Gibt es weibliche oder männliche Engel? Nein, weder noch. Dennoch gibt es "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" in Engeln. Der Unterschied in Gott - und Engel repräsentieren ja Ideen Gottes - ist nicht "Mann oder Frau"! Beides sind als Ideen ... und ALS Engel damit in einem tieferen Sinn "gespendete Samen", und INSOFERN männlich. Männlichkeit wie Weiblichkeit sind somit Ideen in Gott. Gott befruchtet aber uns, nicht wir ihn. Deshalb sind alle Gottesbilder MÄNNLICH. Das ist ein Vorgang, wie er dem Empfängnisvorgang von Mann und Frau vergleichbar ist.***

Noch ein Wort zu Dämonen: Sie können verführen, ja, aber niemals zwingen. Wobei - das können auch Engel nicht! Der menschliche Wille ist frei, in beiden Fällen. Nur SO sind sie Gott ähnlich, wie es heißt: Nach seinem Abbild schuf er ihn (sie). Niemand wird deshalb gegen seinen Willen von einem Dämon besessen. Es hängt von dem ab, was der Mensch tut. Wie Tischerlrücken mit einem "Ou-ja-Board", wo man sich dem Irrationalen beziehungsweise der geistigen Welt ohne die Schranke des Urteils öffnet (sonst funktioniert es ja gar nicht.) Aber dennoch können sie einen nicht zwingen! Der Wille, die Zustimmung ist immer die Schranke. Das gilt auch für Engel, natürlich. Und vor beiden kann man etwas "geheim halten". Engel wie Dämonen können nur unsere Vorstellungskraft bewegen. 

Wie kann man sich rüsten in diesem Kampf? In erster Linie mit Gebet. Engel nehmen, so Kreeft, den Menschen sehr ernst, viel ernster, als er selber es oft tut.  Wenn wir im Vater-Unser beten "Dein Wille geschehe" sollten wir vielleicht nicht vergessen, daß da die Schnittstelle zu den Engeln ist! Sie sind die Transporteure des göttlichen Willens. Genauso sollten wir nicht vergessen, den Erzengel Michael anzurufen. Als Papst Pius X. in einer seiner Visionen Gott fragte, welches Jahrhundert das schlimmste sei, erhielt er zur Antwort: Das 20. Jahrhundert! Also hat er das Gebet zum Erzengel Michael (es war nach jeder Messe zu beten), diesem himmlischen Kämpfer gegen Satan, als weltweit verbindlich angeordnet.

Exakt zu dem Zeitpunkt, wo die Kirche durch die "Liturgiereform" beziehungsweisen in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils dieses Gebet wieder aus der liturgischen Ordnung hinausgeworfen hat, ist die (sexuelle) Revolution der 68er ausgebrochen. Der Leser möge sich seine eigenen Gedanken dazu machen.


Morgen Teil 3)



Dienstag, 16. Juli 2019

Vom Wesen und Bedeutung der Engel (1)

Wir Menschen sind die klügsten Tiere, aber die dümmsten Engel. Wir sind diesen reinen Geistwesen völlig unterlegen, und deshalb wird in der katholischen Tradition die Ursünde - der Abfall des höchsten Engels, Luzifers - mit der Ursünde des Hochmuts, des Neids in Verbindung gebracht. Denn er hatte Kenntnis, daß Gott selbst beabsichtigte, auch Mensch zu werden. Einem solchen "unterlegenen" Wesen wollte sich Luzifer nicht unterwerfen, also rebellierte er. Und riß einen großen Teil der Engel mit sich. Nämlich jenen Teil, der ihm auf eine Weise direkt in Gehorsam beigeordnet, untergeordnet war. Denn das Wesen der Erkenntnis und damit der Teilhabe am Wissen Gottes ist immer hierarchisch, gewissermaßen also autoritär.

Ein wenig kann man Engel verstehen, wenn man den Unterschied zwischen Tier und Mensch ansieht. Wir können Engel in etwa so erkennen, wie das Tier uns erkennt. Sie sind völlig unterschieden, reine Geistwesen, nicht an die Sinne gebunden wie wir, und deshalb keinen physikalischen Gesetzen unterworfen. Beim Tier ist es in umgekehrtem Sinn genau so: Es wird nie Geist haben, also nie Zugang zu unserer Sphäre haben. Der Mensch ist dieses seltsame Zwischenwesen, das einerseits Leib hat, andererseits der Geisteswelt zugehört.  Wir sind dem gesamten materiellen Universum damit überlegen, denn wir können denken, geistig erkennen. Damit können wir den Sinn von etwas aus der (an die Materie gebundenen) Zeit herausheben, ins Ewige heben, erkennen, und danach bewußt und schöpferisch handeln.

Aber gibt es einen Weg, schöpferisch zu handeln, ohne der Grammatik des ewigen Geistes zu folgen? Peter Kreeft macht es bildlich: Die Hölle ist voll von Menschen die singen "I did it my way". Der Himmel hingegen von Menschen, die singen "I did it his way." Glück und Gehorsam sind untrennbar verbunden. Der Mensch hat nicht die Potenz, eine Schöpfung herzustellen, wenn er sich nicht innerhalb der schöpferischen Kraft Gottes bewegt. Wo immer er das glaubt muß er scheitern. Und die Geschichte zeigt genau das.

Kann man Engel sehen? Natürlich nicht! Es sei denn, sie bedienen sich einer gewissen Gestaltnehmungskraft, die wesentlich mit dem Vorstellungsvermögen des Menschen zu tun hat. Aber an sich sind sie Geister, und deshalb kategorial nicht sichtbar. Sie sind an keine physikalischen Gesetze gebunden, wenngleich innerhalb derselben am ehesten mit gewissen Erkenntnissen der Quantenphysik beschreibbar, als Metapher, als Sinnbild. Auch in der Quantenphysik kann man Elementarteilchen nicht "an einem Ort" feststellen, sie wechseln simultan von einem Ort an einen anderen, ohne daß es ein "Dazwischen" einer Ortsänderung gäbe. Man wird sie also niemals photographieren können, alle Darstellungen, die sich Menschen einfallen haben lassen, sind nur Symbole ihrer Eigenschaften, und nur als solche sind sie - wenn überhaupt, das hängt von ihnen ab - "sichtbar". Sie bedienen sich dann dieser Symbole, um sich uns zu erkennen zu geben. 

Dennoch gibt es ein scharfes Kriterium, wie sie von bloßen Einbildungen und Täuschungen zu unterscheiden sind. Ein jüdisches Wort sagt, daß man die Echtheit von Engelserscheinungen daran erkennen kann, daß man sie zu einem Gastmahl einlädt. Denn Engel sind äußerst "höflich", sie werden eine Einladung nie ausschlagen. Wenn sie dann weg sind kann man nachschauen, ob etwas von dem angebotenen Essen "weg" ist - oder nicht. Jesus macht es vor, er ist als Auferstandener auch keine bloße Einbildung oder Sinnestäuschung. Deshalb verlangt er immer Essen. Und wenn er wieder verschwindet, ist auch das Essen verschwunden. Der Fisch aufgegessen, das Brot verzehrt.

Natürlich kann man auf eine Weise sagen, daß Engel an manchen Herrlichkeiten nicht teilhaben können, wie es der Mensch kann. Sie können nicht das Aroma eines saftigen Steaks "medium" genießen, sich an den Farben von Sommerblumen erfreuen, den Duft frisch geschnittenen Grases einatmen, oder sich am fruchtigen Abgang eines 1988er Bordeaux-Weines begeistern, den man noch Stunden nach dem Schlucken im Mund zu haben meint. 

Vielleicht war das sogar ein Grund der gefallenen Engel - Eifersucht auf das, was der Mensch kann, dieses so unterlegene Wesen, das aus "niedrigen" Dingen so viel Gewinn ziehen kann. Und wir selber denken ja auch oft so, daß Engel einen Nachteil haben: Sie sind menschlicher Geist, ohne die Möglichkeiten der Leiblichkeit zu haben. Wir befinden uns nach dem Tod in einer vergleichbaren Situation: Wenn wir den Leib verlassen und nur Geist-Seele sind. Ein schrecklicher Verlust, den wir schon insofern erfahren, als wir nur Menschen sind, wenn wir BEIDE Dimensionen haben. Wir sind nicht Engel, wir sind aber auch nicht nur Tiere. Die gesamte Sinneswelt fehlt uns. 

Aber trotzdem sind Engel nicht wie menschliche Seelen ohne Leib. Denn sie haben als Geistwesen vollkommene Persönlichkeit! Die haben wir nicht, solange wir keinen Leib haben. Engel sind sogar (wie Thomas v. Aquin sagt) so vollkommen, daß jeder wie eine eigene Art ist. Der Erzengel Michael und der Erzengel Gabriel sind also so unterschieden, wie Hund und Katze. Denn Geist sein heißt auch, Persönlichkeit zu sein (zu haben). Man sieht es an der Tierwelt. Hunde sind mehr wie wir, wie es Regenwürmer sind. Deshalb haben sie auch im Verhältnis zum Wurm mehr Persönlichkeit, also ein "für sich stehen". (Den Wurm kann man sogar in Teile schneiden, und aus jedem wird wieder ein Wurm - so wenig "ein Ganzes", das von einem eigenständigen Ich bestimmt ist und diesem Ich angehört, ist er also.) 

Auch darin haben wir also eine Sonderstellung. Denn im Geist (hier: wie die Engel) sind weit mehr Möglichkeiten der Individuierung und damit der Unterscheidung möglich, als in rein materiellen Dimensionen. Kreeft führt ein Beispiel an, wie wir diese Hierarchie an uns selbst erkennen können: Wenn wir innere, geistige Schmerzen leiden, sagen wir: Verzweiflung fühlen, dann schlagen wir mit dem Kopf an die Wand, oder reißen uns Haare aus. Warum? Weil uns dieser niedere Schmerz von dem weit höheren, dem geistigen Schmerz, ablenkt. 

Deshalb lehnen manche auch die Vorstellung ab, die Hölle sei nur mit physischen Schmerzen (ausschließlich) verbunden. Die geistigen Schmerzen in der Hölle sind weit weit größer! Und wir können ihnen nicht mehr entfliehen. 

Erst wenn wir begreifen, daß Engel jeweils sehr eigene Persönlichkeiten haben, können wir auch verstehen, warum jeder einen Schutzengel hat. Nur bei eigener Persönlichkeit können sie zwischen Hans, Peter, Elisabeth und Martha unterscheiden, und je anders einwirken. Und jeder Mensch hat einen eigenen Schutzengel! Der einerseits immer vor Gottes Angesicht steht (weil reiner Geist ist), und deshalb die geistige, die entscheidende Tragweite unseres menschlichen Insgesamts weit besser erkennen kann als wir es meist können. Schutzengel sind gleichzeitig damit im Himmel, wie auf der Erde. Sie haben die Fähigkeit der "Bilokation", wie es von manchen Heiligen bekannt ist. 

Es ist zwar nicht im strengen Sinn Lehre der Kirche, wie die Tatsache, daß jeder Mensch einen individuellen Schutzengel hat, aber es ist logisch anzunehmen, daß auch jeder Mensch einen persönlichen Dämon hat, mit dem die Hölle ihn zu sich ziehen will. Beide (sehr individuellen) Engel kämpfen somit um den ihnen zugeteilten Menschen. Das Bild, daß an je einem Ohr der Engel hier, der Dämon dort hängt und einzuflüstern versucht, ist also ziemlich zutreffend. Der eine will unser Sein, der andere unsere Nichtung, und es liegt an uns, wem wir folgen. Der Beginn jeder Heiligkeit liegt deshalb an unserem Geist: Wem folgen wir, auf wen hören wir? 

Wonach entscheiden wir? Nach unserem Verstand, nach unserem Urteilsvermögen. Deshalb ist unsere Erkenntnis, unser Verstand so entscheidend, denn er stellt uns das Ziel vor Augen - hier, wie dort. Das macht klar, daß unser Erkennen des Wahren immer in einem gewissen Übergewicht sein muß im Verhältnis zur Versuchung. Unser Streben nach Wahrheit muß immer in einem adäquaten Maß zu dem stehen, das auf uns als Gedankenwelt einströmt. Denn diese müssen wir unterscheiden, einordnen, und unsere Handlungsoptionen bewerten. (Das macht die Verführung von Kindern zum Übel so verwerflich, wie Jesus auch sagt.) 

Unsere wahren Feinde sind also nicht Atheisten, oder Terroristen, oder Islamisten, oder "planned parenthood" etc. Unsere wirklichen Feinde sind Dämonen! 

Aber wir haben nicht nur individuelle Feinde, wir haben auch kollektive Feinde. Engel müssen also auch in soziale oder politische Ebenen eingeflochten sein.  Auch die Bibel spricht davon. Jede Nation hat sogar einen Engel! Denn wenn die Engellehre überhaupt einen Sinn haben soll - als Initialmächte der Welt, der Schöpfung nämlich! - dann muß man davon ausgehen, daß jede relevante Erscheinung auf allen Ebenen der Welt auch einen Engel (oder eben: einen Dämon) im Hintergrund (der sogar mit seiner Ursprünglichkeit verbunden ist und sie "zur Welt bringen" will, das ist sein Wesen) hat, dessen Angelegenheit sie ist. 

Was aber nicht heißt, daß alles, was es gibt, auch wirklich einen Engel im Hintergrund hat. Vielleicht kann man sogar - wie bei politischen Parteien - je darauf schließen, daß etwas seinen Ursprung im Geist Gottes hat (also damit: als mit einem Engel verbunden ist, der es zur Realisierung treiben will), wenn man NICHT seine Existenz und Bedeutung jeden Moment (Propaganda!) in der flüchtigen Wort- und Gedankenwelt der Menschen BEHAUPTEN muß. 

Moral ist immer ein Gemengelage von sozialen und individuellen Motiven. Also damit immer eine Angelegenheit des Kampfes von Engel und Dämonen auf unterschiedlichen Ebenen menschlicher Existenz. Das kann man nie trennen.


Morgen Teil 2)





Dienstag, 4. Juni 2019

Vom Fehler, alles für einen Mechanismus zu halten (2)

Teil 2)




Viele übrige Interpretationen, die man hier antrifft, vor allem die, die sinngebend für eine Gesamtaussage fungieren, sind blanke Ideologie und direkt abzulehnen. Hier alles anzuführen, was inhaltlich einfach nicht stimmt, würde jeden Rahmen sprengen, eine gewisse ideologische (und damit emotional instrumentalisierende) Linkslastigkeit kann man dem Inhalt nicht absprechen. Aber auch Karl Marx hatte ja nicht in allem Teilhaften, das er sagte, Unrecht. Gewisse Mechanismen im Kapitalismus hat er sehr gut durchschaut. Und doch ist seine Gesamtdeutung, in die er alles einbettet und die deshalb alles vergiftet, strikt abzulehnen.

Das wird nicht besser, wenn wir vor Augen halten, daß wir heute tatsächlich sehr in unserem Lebensvollzug vom Großkapital (und der mit ihm verschwisterten weil abhängigen Politik) bedrängt und sogar drangsaliert werden. Und es ist auch notwendig zu sehen, weil wir sonst unser Leben in dieser Welt nicht begreifen. Es steht damit in striktem Gegensatz zu dem, was unabdingbar für den Menschen ist: Freier Markt. Kapitalismus ist nicht "freier Markt".

Die im Video vorgestellten Anregungen sind nur das nächste Modell eines Begreifens von Wirtschaft als technischen, isoliert bestehenden (oder sogar beherrschenden) Mechanismus, der zur Utopie hochgesteigert wird. Und solange wir Wirtschaft so sehen (wollen), werden wir nur von einem Desaster ins nächste stolpern. Daß dennoch immer irgendwie ein gewisses Grundgeschehen im wirtschaftlichen Vollzug der Menschen funktioniert, ist für vieles Hinweis und es ist der "Bückwirtschaft" zu verdanken, wo sich das Naturrecht als eigentliche, wesensbezogene Grundlage des Lebens meldet. Dazu haben wir bereits geschrieben. 

Eine übertriebene oder gesteigerte Angst vor "dem großen Crash" ist deshalb auch unbegründet, Leute, bleibt ruhig, vernünftig, gemessen und realistisch. Der Mensch hat etwas, das kein Apparatus je kann: Pfiffigkeit, Schläue, List, Vernunft, Menschlichkeit, Mut und Anstand. Wenn wir es nicht wollen und zulassen, wird uns das nie jemand nehmen können. Freilich wird der scheitern und letzthinnig wirklich zum Opfer, der meint, das Leben sei rein innerweltlich, irdisch zu begründen. Der könnte an so manchem verzweifeln, gewiß. Nicht aber der der weiß, daß unsere letzte Heimat nicht in dieser Welt liegt.

Deshalb gilt wie es immer galt: Nur über eine Rückwendung zu den Quellen des Wirtschaftens, der Sittlichkeit, der Moraltheologie, dem Gemeinwohl als dessen Oberbegriff spricht man von Zielen, kann man zu einem (möglichen) gerechten Wirtschaften finden. Mit allen Amplituden, denn aller Lebensvollzug ist immer ein neues Hinausstrecken ins Neue, also auch möglicherweise, ja wahrscheinlich fehlerbehaftet. 

Nur so (auch im Tragen der eigenen Last wie der des anderen) kann man dem Wesen des Menschen als "frei" gerecht werden, nur dort hat es seinen Platz. Und wird nicht zur Karikatur wie im Liberalismus, der mit Freiheit die Freiheit der Skrupelloseren, Unmoralischeren meint, die Schwächeren zu unterjochen. Weshalb es eine Regierung (beziehungsweise eine äußere Macht, eine moralische Macht, idealerweise wäre das die Kirche, hätte sie diese Position in eigener Glaubwürdigkeit und der Macht des Religiösen über die Gewissensbildung noch) braucht, die die Macht und die Mittel hat, Auswüchse zu regulieren, das Gemeinwohl zu schützen und durch Rechtssicherheit für Wesensvollzüge zu fördern. 

Fehlerlos ist das nicht, ganz sicher nicht, weil (wie beim Klima) alles ein ständiges Zueinander menschlicher Handlungen ist, mit allen Unwägbarkeiten, allem Guten, allem Schlechten darin. Damit muß man leben, weil es eben - kein System gibt, das im Konkreten festlegbar und überwachbar wäre, so daß allen recht getan wäre. Jede Kultur, jede Gesellschaft muß damit leben, daß es auch die Möglichkeit gibt, das Gute, das Richtige zu verweigern und gegen das Gemeinwohl zu handeln. Hier muß dann das Gemeinwesen handeln und sich schützen.

Aber der Grundfehler heutigen Denkens über Wirtschaft ist systemisch angelegt, ist aus der geistigen Entwicklung hervorgegangen, die das Abendland unglücklicherweise genommen hat. Aus dem Materialismus der dahintersteht, wenn man meint, (abstrakte, im Denken erkennbare) Ursache und Wirkungs-Zusammenhänge wären gleichbedeutend mit autonomen Mechanismen und für sich stehender Technik.

Jede Rationalität (die aus Ursache- und Wirkungserkenntnis, also aus dem Erkennen von Zusammenhängen, von Anlässen für Bewegung etc. stammt) muß selbst wiederum in der großen Vernunft des Ganzen gründen. Und die ist transzendent. Nicht irrational, keineswegs, aber die Rationalität letztbegründend. Damit gründet die Rationalität in der Moral weil in der persönlichen Beziehung zum Sein selbst, dem Absoluten, Gott.

Noch etwas geht aus dem Film (indirekt) hervor: Daß nämlich eine Währung nicht auf Gold gegründet sein darf. Das stranguliert jede Wirtschaft, mehr dazu ein andermal (oder haben wir nicht an dieser Stelle längst genug davon geschrieben)? Geldmenge hängt nicht von Gold ab, sondern von Arbeit und dem Wert, den sie schafft. Und zweitens ist das System Gesell ein System des Schmarotzens eines Regionalraumes am umgebenden Wirtschaftsgeschehen, ohne den es gar nicht "funktionieren" könnte. Dazu gewiß ein andermal mehr.

Was bleibt? Es gibt sie nicht, die radikalen Instantlösungen. Jedes Modell, Wirtschaft wie einen in sich geschlossenen Mechanismus zu beschreiben, der in allen Konkretionen festlegbar wäre, muß scheitern, weil es der Wirklichkeit nicht entspricht. Sämtliche Wirtschaftstheorien der Ökonomen machen denselben Fehler, wie er in so vielen Bereichen heute auftritt, weil wir den Geist nicht mehr verstehen: Sie verdinglichen etwas abstrakt Geistiges, das als Ganzes gar nicht in unserer Hand liegt. Nicht alles Wirkende (als "Wirkliches") ist auch ein Ding, eine Maschine, ein unserem "linearen Denken des Nacheinander" (=irdische "Zeit" als reine Beziehung von Dingen) zugängiger Mechanismus! In der Ökonomie nicht anders als beim Klimawahn (wobei letzterer in ersterer gründet).

Und man darf nicht übersehen: Wenn auch die Oberhoheit der Moral über die Vernunft, die uns so vielfach schon beherrscht, schwerwiegend falsch ist, so ist sie das nicht, weil es prinzipiell falsch wäre, die Rationalität im Transzendenten, im Guten zu verankern. Sondern weil die Moralbezüge (als zugrunde liegende Religion und Weltanschauung beziehungsweise Philosophie) falsch sind! Der heutige "Gutmensch" ist damit in Wahrheit ein böser Mensch, dessen Moralbezug ihn von der Vernunft ausschließt. Und Gut, Freiheit gibt es nur über die Wahrheit als Repräsentanz des logos, des Weltsinns.

Der Grundimpuls aber - daß Moral über dem Wirtschaften zu stehen hat, ja dieses erst begründen kann - ist prinzipiell richtig, weil er der Vernunft entspricht und bis ins letzte durchdenkbar ist. Moral ist nie unlogisch oder unvernünftig. Es geht also um die Frage, was das Gute überhaupt sei. Darin irren viele. Nicht im Wissen oder Ahnen um die Bedeutung der Moral. Das weiß sogar ein Bill Gates oder ein George Soros, die das Übel fördern aber meinen, das Gute zu tun. Vermutlich ist es genau das daraus entstehende, das aus ihrem reichmachenden Handeln entstandene schlechte Gewissen, die sie so aktiv sein läßt. Vielleicht ist aber über diese schmale und sehr fragile Brücke - was ist das Gute? - eine Versöhnung der Lager möglich.







*070319*

Montag, 3. Juni 2019

Vom Fehler, alles für einen Mechanismus zu halten (1)

Seit Jahrhunderten wird versucht, ein theoretisches Modell aufzustellen, das "die Wirtschaft" erfaßt, beschreibt und weil zum Mechanismus erklärt, steuerbar macht. Spätestens seit Friedrich dem Staufer, spätestens seit der von ihm bereits repräsentierten Renaissance begann der Glaube, daß Wirtschaft ein Mechanismus sei, der lenkbar und beherrschbar ist. Aber alle Theorien sind immer wieder gescheitert, und kein Modell war je und ist in der Lage, "Wirtschaft" zu umfassen. In Einzeldingen - gewiß. 

Wie in der Technik (und die direkten Zusammenhänge mit der Rolle der Technik in unserer Kultur beziehungsweise in jeder Kultur sind evident - man sehe das eine an, und kennt das andere) kann man bestimmte Teilbereiche soweit beherrschen, als man ihre Anschlüsse an das Insgesamt unterbindet, lähmt, und somit "Wirtschaft" zu einem Laborgeschehen macht. Das geht eine gewisse Zeit gut, aber irgendwann meldet sich das Umfassende zurück, das immer auch nach den isolierten Teilabläufen greift und deshalb immer heftigere Versuche braucht, zurückgedrängt zu werden: Die Technik hat, wenn sie als Allgemeinzugang zur Welt verstanden wird, einen unausbleiblichen Ruf nach Gewalt, sonst versagt sie irgendwann.

Gemeinwohl ist nicht konkret definierbar, das ist das Problem. Wirtschaft, Denken über Wirtschaft ist aber ohne diesen Begriff nicht möglich. Sie ist auch kein isoliert zu betrachtendes Geschehen, von dem man sagen kann, es sei dem umfassenden Lebensvollzug des Menschen fern vorstellbar. Das ist es nicht.

Aber alle diese Versuche gehen fehl. Sie sind Versuche, ein Geschehen, das in seinem Wesen komplex und vor allem vielfältig ist, durch simple Glattstreichung zu erfassen. Jede Wirtschaftstheorie ist deshalb auf die eine oder andere Weise eine Ideologie, ja letztlich damit (denn das ist jede Ideologie) ein magisches Weltbild. Seine Letztbegründung, sein Umfassendes wird ins Irrationale abgedrängt. Manche dieser Theorien sind besonders mächtig geworden, keine Frage. Kommunismus, liberaler Kapitalismus etwa. Aber sie versagen kläglich, und daß der Kapitalismus versagt ist uns nur noch nicht bewußt. Weil er sogar die Macht hat, unsere Anschauungen zu beeinflussen, damit unser Erkennen zu hemmen (wenn auch nicht ganz zu verhindern).

Es gibt deshalb nur eine Theorie, eine Herangehensweise, die Wirtschaft als Ganzes betrifft, ohne je davon absehen zu können, daß Einzelvorgänge gewisse Regulierung benötigen: Und das ist die Moraltheologie. Theologie? Wirtschaft? Geht das? Eben, nur so geht es. Denn alles Wirtschaften als Ausfluß menschlicher Arbeit und Verwirklichung in die Welt hinein (und damit zur Welt werdend) setzt im Persönlichen an. Deshalb gibt es auch keine "Wirtschaftstheorie", weil es außer dem sittlichen Verhalten des Menschen keinen Anhaltepunkt gibt, der dieses Gesamtgeschehen Wirtschaft als umfassender Begriff für "alle" wie einen technischen Vorgang ausreichend beschreiben könnte. Das ist ein Grundsatz, kein "irgendwann wird es schon". 

Am besten und umfassendsten ist "Wirtschaft" (wie alles andere, was mit Leben und Welt zu tun hat) noch dort theoretisch darstellbar, rational zu durchschauen, wo solche Teilabläufe fehl gehen. Und das kann man von Teilabläufen in der Wirtschaft sehr wohl sagen.

Und damit sind wir auch bei diesem Film über Silvio Gesell und seinem Freigeld angelangt, das der Kopp-Verlag produziert hat. Es zeigt seinen Fehler, seine ideologische Auswahl bereits in den ersten Sätzen: Wo es um die Entstehung des Geldes geht. Denn es ist falsch zu behaupten, daß alles Geld aus dem Kredit entstanden sei. 

Auch dieser Vorgang - "Wie das Geld in die Welt kam" - ist komplex und vielfältig, aber er zeigt direkt die Zusammenhänge mit Theologie. Denn Geld (als Preziose, Gold, Silber, Edelsteine, Weihrauch, Kaurimuscheln ...) ist aus dem Kult entstanden. Und dieser Kult war ursprünglich (und weit bis in unsere Zeit hinein, viel weiter, als die meisten wahrhaben wollen ist er sogar heute präsent) eine Verbindung von weltlicher und geistiger Fundierung einer Gesellschaft. Ohne sie wurde keine Stadt gegründet, kein Haus gebaut, kein Leben geführt. 

Daraus erwuchs der direkte Zusammenhang mit Wert und Wertvollem, und alles Wertvolle gründet in der Verehrung der Prinzipien - Gott, Fürst, Kult (als ausgelagerte Königspflicht, sozusagen, deshalb früher immer dem König untergeordnet, auch bei uns). Die direkte Überführung des Wertvollen (das seine Werthaftigkeit in der Gottähnlichkeit zeigt, also im Spiel, im Kult) in das, was dann zum "Geld" wurde, geht über die "Schönheit". 

Deshalb (das zeigt der Film erstaunlicherweise richtig, meist ist das völlig ungekannt) die Anfänge des Bankwesens bei den Goldschmieden, bei den "unnötigen Gewerben" sozusagen, das war vielfach so. Und die haben verarbeitet, was den Menschen wert schien, in die Nähe des Absoluten zu kommen. Gold, Silber, Weihrauch, seltene Muscheln, Seide ... und was den Menschen, die Gott immer schon ähnlich sein wollten, als überhaupt den ersten Impuls des Menschseins, Gott und der Schönheit ähnlicher machte - im Schmuck. Schönheit - Schmuck - Macht sind nahezu Synonyme. Alles das ist aus der Geschichte bekannt.

Somit ging das Geld als allgemein anerkannter Wertgegenstand (mit einem Handels- weil Tauschwert) vom Kult aus. Dem Königskult, dem Priesterkult. Von dort, aus der Bezahlung der "nicht nützlichen, aber notwendigen und sinnhaften (ja allem Sinn verleihenden, also allem zugrunde Liegenden) Dienste", die ja von Laien vorbereitet und zugeliefert werden mußten, kam Geld in Umlauf. Nicht zufällig kann der Film genau diesen Vorgang nicht erklären, und übergeht ihn sträflich. Denn dann würde vieles Spätere klarer.

Das dann wie oben erklärt in eine der heute sehr verbreiteten Theorien übergeht, die glatte Ideologie sind. Weil sie das Insgesamt - das Gemeinwohl - zugunsten von Einzelvorgängen ausschließen, lähmen, Teilvorgänge isolieren. Darin ist manches Richtige gesagt, das wohl. Auch Interessantes, durchaus Erhellendes. Aber letztlich versagt der Film kläglich. Nicht zufällig wird die Rolle von Religion und Politik lange Zeit entweder völlig ignoriert, oder sie wird wie bei der "Rolle der Regierung" so erklärt, als wäre diese das "arme Hascherl der Geldverleiher". Was in dieser Form ganz sicher nicht stimmt. Der wie alle übrigen Theorien versucht, Wirtschaft und Geld so darzustellen, als sei es ein Mechanismus, den man vor sich hinstellen, betrachten und organisieren könne. 

Ja, gewiß, Zinsen sind moralisches Unrecht. Warum? Weil sie die Notlage eines anderen ausnützen. Weil sie Geldleihe von Risiko trennen und zwei unterschiedliche, unvereinbare Prinzipien (Mathematik des Zinses hier, das Unwägbare des menschlichen Schicksals dort) verknüpfen. Außerdem nützt der Kredit meist auf moralisch unzulässige Weise die Schwächen der Menschen. Fast alle Kredite dienen der Glattstellung oder gar Ermöglichung von Schäden aus unsittlichem Verhalten.  Ja, es gibt Einzelkräfte, die versuchen in allem Wirtschaftsgeschehen ihr Süppchen auf Kosten aller übrigen zu kochen. Und noch einiges sonst stimmt durchaus, was da gesagt wird. Doch eben immer nur begrenzt auf Teilaussagen.

Morgen Teil 2)





*070319*

Montag, 1. Oktober 2018

Medjugorje muß fallen!

Dieser Bericht von gloria.tv ist zu bedeutend, um ihn hier nicht zumindest per Link anzuführen. In ihm listet der Theologe Prof. Dr. Manfred Hauke (vielen als Herausgeber von "Theologisches" ein Begriff), als welchen er den ob seines Homosexuellen-Outing entfernten David Berger ersetzte, unter dem - nur als unbedeutendes Indiz - der VdZ die Zeitung nach langen Jahren abbestellte) penibel und umfänglich die Argumente auf, denen gemäß Medjugorje NIEMALS ECHT sein kann. 

Es war vielmehr von Anfang an eine dämonische Angelegenheit, weitere Aspekte (Geldwäsche, Geldmacherei, Mafia, Ustascha-Förderung im Kalten Krieg, also CIA-Angelegenheit, etc. etc.) in vielem von den ersten Erscheinungen als spiritistisches Phänomen identifizierbar. Übernatürlichkeit, so Hauke, kann man den ersten Erfahrungen nach durchaus erkennen. Aber das heißt noch nicht vom Himmel! Auch dämonische Phänomene sind nicht "natürlich".

Schon in den ersten Tagen war dabei alles klar und evident. Die Tonbandaufzeichnungen alleine, zusammengeschaut mit den Berichten, sprechen Bände. Rom - das bis heute nicht entschieden hat! - überlegt aber angeblich, diese ersten acht oder neun Erscheinungen tatsächlich als "echt" anzuerkennen, nicht aber den Rest. Aber bis heute weiß niemand nichts. Dabei wäre es von Anfang an notwendig gewesen, sofort, SOFORT einzugreifen. Und hätte man den Ortsbischof beachtet wäre das auch geschehen. Medjugorje mit seinen mittlerweile 40.000 "Erscheinungen der Gottesmutter/Gospa" ist so voller Widersprüche, Fragwürdigkeiten und Lügen (im Fortgang mit oft haarsträubenden Vorkommnissen sowieso), aber auch mit solchen absurden, lächerlichen Verrücktheiten und Banalitäten, daß eine (negative) Entscheidung aus Rom auch sofort hätte erfolgen müssen. 

Nun aber, nach 38 Jahren, hat sich die Lage sehr verkompliziert. Zumindest scheinbar. Wer aber einen Rest sensus catholicus hatte, wußte schon lange, daß das, was als "Früchte" immer wieder herbeizitiert wird, genauso fragwürdig ist. Denn hier wurde eine simulative "Spiritualität" verbreitet, die sehr rasch (der VdZ war auch zweimal Anfang der 1980er Jahre in Medjugorje, dann aber hat er die Sache durchschaut und sich fortan vehement dagegen ausgesprochen) erkennen ließen, was sich da wirklich abspielt. Und warum die Kirche, die in den Irrsinn der "Charismatischen Erneuerungen" gestolpert ist, sich so schlecht dagegen wehren hatte können. Nicht nach dem Zweiten Vatikanum, nicht nach der "Liturgiereform" und ihren subjektivistischen Implikationen.

Genau das kritisiert Hauke: Daß aber wieder einmal "Praxis" vor "Wahrheit" geschoben wird. Ein lange schon bekanntes Problem Roms, das unter dem derzeitigen Papst seine letzten Stinkblüten entfaltet.

Heiligkeit aber ergibt sich nicht einfach aus "heiligem, frommem Tun". Sie ist eine Seinsfrage, und insofern sehr sehr real. Wird so zur Frage des Seins des Menschen, also seiner Vernunftfähigkeit, seiner Freiheit, nicht primär seines "frommen" Verhaltens.

Auch hier bräuchte die Kirche dringend Reinigung. Ohne daß viele es ahnten und bis heute ahnen, ist Medjugorje deshalb ein Scheidewasser. Wer mit ihm geht, wird mit ihm untergehen. Wenn das nicht jetzt offenbar wird, weil Rom schwach ist wie ein kastriertes Mutterkalb, dann an den Toren der Ewigkeit. Einen Katholiken wird man aber daran erkennen. Denn wenn auch nicht jeder, der Medjugorje ablehnt, auch schon katholisch ist, so ist sicher jeder nicht katholisch, der diesen Wahnsinn, den jeder sensus catholicus weit von sich weist, für "echt" bzw. "wahr" hält.


*280818*