Dieses Blog durchsuchen

Montag, 5. Oktober 2026

Wie ein kleiner Gedanke globale Industrie revolutioniert (1)

Erst vor ein paar Tagen habe ich hier über den eigentlichen Vorschub einer Kultur geschrieben - die Steigerung der Effizienz beim Verbrennungsvorgang. Bei welchem? Egal. Meist hat das mit dem Finden einer Schlüsseltechnik (etwa einem Brennstoff, oder der Technik der Energielieferung) zu tun, die auf die eine oder andere Weise in vielen zivilisatorischen Abläuften zur Anwendung kommt.  

Was das ist ist nicht absolut, sondern fast von Zufällen abhängig, sprich von kulturellen Geneigtheiten, die sich in der Entwicklung wie komplexe Systeme verhalten. Also unvorhersehbar (und nicht berechenbar) entstehen. 

Beispiel. Es wäre für die Antike des Mittelmeers überhaupt kein Problem gewesen, Elektroantriebe zu entwickeln. Sämtliche chemisch-technischen Prozesse waren vorhanden. Aber man ist bei der tiergetriebenen Motorik geblieben, und es gibt aus heutiger Betrachtung jede Menge Gründe, warum das so war. Es hätte natürlich auch jede Menge Motive gegeben, wenn nicht, wenn anders, aber es war wir es war, und darüber nachzudenken, warum es nicht anders lief ist vollkommen überflüssig.

Denn ein Wechsel, eine Innovation sozusagen, hätte keineswegs eines großen, vollkommen unvorhersehbaren Ereignisses bedurft! Das ist ja das Verblüffende von Änderungen (und zwar gerade von wirklich großen Änderungen) die man posthoc Innovationen nennt, daß sie so gut wie immer "eines Schmetterlingsflügelschlages" bedürfen, um binnen kürzester Zeit umzuschlagen. 

D. h. bei komplexen Systemen steht die Wirkung in überhaupt keinem rationalen Verhältnis zum Anlaß. 

Es besteht die Gefahr, daß der Mensch für NOTWENDIG erklärt, sogar Abhängigkeiten daraus macht, was in Wahrheit nur das Trägheitsbeharren auf GEWOHNHEITEN ist. 
Umgekehrt besteht die Gefahr, daß Freiheit mit Verzicht auf das Formen von Gewohnheiten, also die Ausbildung von TUGENDEN gleichgesetzt wird. Was Geist erfordert, also Selbsttranszendenz, und nicht einem führungslosen Gewährenlassen entspricht. Genau das ist aber die Natur des Westens geworden. Nicht aus indivdiuellem Versagen, übrigens, so funktioniert Kultur nicht, sondern aus institutionellem, gewohnheitsbildendem, autoritativem Mangel.

Diese Gedanken wurden angestoßen, als ich das endstehende kurze Video über den chinesischen Automobilhersteller BYD sah. 

Das so zufällig daherkam. Zufällig? Es gibt weder zufällig im Netz, das muß man bei KI ausgehen, NOCH ist es eine Begegnung der Vorsehung. 

Vermutlich also war es vom Algorytmus der Netzvorgänge ausgewählt, die aus der automatischen Auswertung sämtlicher von mir (ob über eigene Internetnutzung, Datensätzen bei allen möglichen Stellen, Ämtern, Lieferanten, Zeitungen usw. usf., oder und nicht zuletzt durch das Ausspionieren meiner Hardware) gelieferter Daten immer klüger werden. Kurz über das, was man eben KI/AI nennt, denn natürlich fällt mir auf, daß generell "das Netz" immer "passender" auf mich reagiert. 

Das wird problematisch, wenn man über das WARUM nachdenkt. Erst die Absicht eines HANDELNDEN entscheidet über gut oder nicht-gut, also sogar böse. Deshalb ist es nicht verantwortbar, die Internetbenutzung einer "vorsehenden Hand" zu überlassen. Genau das aber tut der heutige Mensch, schon gar die Jugend. Wir MÜSSEN bei Internet-Zugängen strenge Kritik üben, ja letzten Endes immer "klüger" sein als das, was wir auswählen. Damit entziehen wir dem Erkennen das Entscheidende - hier den Gehorsam, dort die Autorität. 
Es ist also ein dramatischer Irrtum, durch das Internet (social media) dargebotene Information als Kommunikation zu sehen, die im selben Rang steht wie die persönliche Begegnung. Das liegt nicht und nie an Inhalten, sondern IM WESEN DES MEDIUMS.

Mir fällt das vor allem über die bei jeder Nutzung aufdringlich gemachten Vorschläge bei Youtube auf, welche Plattform ich fast ausschließlich für Informations-Videos nutze, oder natürlich bei amazon, wo ich zwar nicht viel, aber regelmäßig und schon lange weit mehr als Bücher kaufe. Worüber ich alles andere als glücklich bin, weil ich schon jetzt sehe, daß ich aus "meiner" Blase gar nicht mehr rauskomme, so sehr ich mich auch bemühe. 

Selbst wenn ich, um das System zu verwirren, bewußt "vielseitig" agiere, dauert es nicht lange, bis dieses System eine nächste übergeordnete Systematik findet, mit der es meine Interessen, ja dieses Insgesamt an Worten und Schatten vorausahnt und in Nutzungsvorschläge umwandelt. 

Wobei mir auffällt, daß "das Netz", also die Gesamtheit der Daten, denen ich bei Nutzung begegne, schon längst die Züge einer PERSON angenommen hat. D. h. daß ich mich nahezu automatisch von einer PERSON angesprochen und "betreut" fühle, so sehr mir der Verstand sagt, daß das nicht stimmt. Dennoch war ich unlängst betroffen, als die Suchmaschine (wie über lange Jahre auch diese simple google-Leiste) so reagierte, wie ein Mensch reagiert, der STINKSAUER ist. Weil ich bei der Suche nach einer Telephonnummer die von der KI vorgeschlagenen Wege, sie herauszufinden, ablehnte, und nicht nur auf anderen Lösungen beharrte sondern der Suchmaschine UNTERSAGTE, ihre Vorschläge umzusetzen. 

Abgesehen davon daß es mir immer öfter passiert, daß bei Einkäufen (Lebensmittel, die ich praktisch ausschließlich über Lieferdienste beziehe, weil ich nicht bewegungsfähig bin, oder unlängst bei amazon bei gleich zwei Marken von Bucheinbindefolien) irgendwelche Computerabläufe entscheiden, welche Produkte mir geliefert werden, wenn die von mir bei der Bestellung getroffene Auswahl nicht genau so erfüllt werden kann. Dann erst entdeckte ich (weil ich mir die Sache  näher angeschaut habe), daß das in den Nutzungsbedingungen von mir "autorisiert" wird, sobald ich die Einkaufsportale nutze.  

Und wissen Sie was, werter Leser? Rein technisch betrachtet bin ich froh darüber, denn in der Regel bin ich kein komplizierter Mensch, sondern doch recht gutmütig und geduldig. Was mit der "Kreuzestheologie" ja so übereinstimmt, daß ich fast ein wenig nachdenklich werde, ob ich mir wirklich "so viel gefallen lassen" soll wie ich es praktisch tue, und wie ich es bewußt als "Brennzelle" der Begegnung mit "anderen" annehme.

 Morgen der angekündigte Film, in Teil 2)