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Montag, 4. April 2022

Anmerkungen zu Ohne Heilige Opfer kein Wert, ohne Wert kein Geld

Anmerkung* - Wie dumm deshalb auch dieses Gerede, jeder müsse "selbst denken", nicht "andere für sich" denken lassen. Was sonst, bitte! Welcher Narr meint wirklich, er könne alleine die Welt denken? Nur schon, daß er es KÖNNE ist krankhafter Wahn. Jeder lebt aus dem, was er von oben empfangen hat und zu empfangen hofft, und gibt in seinem Tun nach unten weiter, was durch ihn durch noch zu wirken vermag.

Das Spiel von oben nach unten hat auch eine Bedingungsseite - das von unten nach oben. Nur so sind beide in jenes Ganze getaucht, aus dem beide dann je ihren Teil zu erkennen vermögen. DENN SIE SIND AN IHREM ORT. Deshalb kann das Oben nicht ein Etwas denken, das für das Beziehungsfeld gilt, das beide umfaßt - jeweils in ihren Aspekten. Die von oben nach unten dekomprimieren, vereinzelter werden, spezieller, weniger universal. Denn das Universale ist durch das Oben gegeben, an das sie angebunden sind. keiner sagt, die Leben hätte den Menschen gerettet, wenn alle übrigen Organe versagen, mag sie noch so glänzen und frischen. Ist das Insgesamt tot, zerbrochen im Streit der Form mit der Materia, dem Akt mit der Potenz, ist alles tot.

Samstag, 2. April 2022

Ohne Heilige Opfer kein Wert, ohne Wert kein Geld

Einer der lächerlichsten Dummheiten zu folgen führt zu einer der tiefsten Einsichten. Die Rede ist vom liberalen Kartenhaus der Wertfindung, in die sich leider auch so potente Männer wie Ludwig Mises verstrickt haben. Sodaß auch seine Gebäude auf dem irrationalen Schwemmsand des sogenannten Liberalismus errichtet sind. Ohne Wert ist von einem Markt nicht zu reden, auf dem ja Werte getauscht - substituiert! - werden. Ohne Wert gibt es kein prästabilisiertes und diese Harmonie von selbst anstrebendes Wirtschaftssystem.
 
Aber Wert "findet sich" nicht, ex nihilo, und kann deshalb nur auf dem nächsten und noch größeren Schlammgebirge "grüden", der Evolution mit ihrem Kampf ums Überlben als oberste Wertmaxime, sodaß es der Nutzen ist und bleibt, der Wert bestimmen soll. 

Nichts wäre weniger wahr.

Montag, 20. Januar 2020

Ein zu klärendes Mißverständnis

Man trifft sehr häufig auf die Ansicht, daß Konservativismus und Liberalismus nicht nur gut vereinbar wären, sondern daß der Konservative an sich einen gewissen liberalen Zug habe. Aber das ist ein grobes Mißverständnis, wenn nicht bewußt gestreute Täuschung. 

Denn der Konservative ist nicht aus sich heraus "liberal", sondern er ist "tolerant". Er geht immer von einem Gesollten aus, von einem Idealbild, mehr oder weniger, respektiert die Freiheit des anderen, weil er weiß, daß letztlich jeder Mensch nicht nur zu Freiheit berufen ist, als Grundpfeiler seiner Würde, sondern auch nur in Freiheit entscheiden können muß. Der Konservative weiß, daß es ein Gemeinwohl gibt, das sehr wohl auf ein absolutes Ziel ausgerichtet ist. Seine Sicht des politischen Handelns ist getragen von jenem Realismus, der weiß, daß es kein Gemeinwohl gibt, das einfach so entsteht, wenn man alle Menschen tun und lassen läßt, wie sie es gerne hätten. 

Er weiß, daß Aufgabe und Aufgabenlösung mit Stand und einer hierarchischen Ordnung zu tun haben, die als eigentliche Wirklichkeit allem zugrunde liegt. Aufgabe der Politik muß es sein, diese natürliche Ordnung nicht zu behindern, wenn nicht zu fördern. Überläßt man den Menschen aber sich selbst, kommt seine Neigung zum Bösen, zum Egoismus, zum Schlechten fast automatisch durch, und wird die bestimmende Komponente einer Gesellschaft. Die sich zum Kampffeld umbaut, in dem letztlich immer der Skrupellosere, der Unmoralischere Vorteile hat, und deshalb eine Gesellschaft, eine Kultur bestimmen kann.

Anders der Liberale. Der davon ausgeht, daß es ein Idealbild einer Gesellschaft, ein definierbares Gemeinwohl gar nicht gibt. Sondern, daß jeder Zustand gleich gut und gültig ist, wo sich Menschen in "Harmonie" von "Angebot und Nachfrage" treffen. Diese hegelianisch-evolutionäre Weltsicht liegt dem Liberalismus zugrunde, der also seiner Natur nach sogar "links" ist. Er wird deshalb eine Gesellschaft immer zu einem Chaos umbauen, läßt man ihn, in dem "Ordnung" nur durch die Diktatur der Stärkeren, Unmoralischeren, Skrupelloseren entsteht. Darin widerspricht er dem Konservativen fundamental. Seine Freiheit ist die Ungezügeltheit des Stärkeren, so daß sein Sprechen von Freiheit (im Wort schon beschlossen) eine Lüge ist, ein Trostbrot für die Unterlegenen. Gerade diese sind es aber oft, die als die Edleren das Fundament des Gemeinwohls bilden.

Deshalb ist der Liberalismus lediglich die ideologische Vorfeldorganisation des Oligarchentums, des Kapitalismus (wie er im eigentlichen Sinn zu verstehen ist: Als Diktat eines technisch und zugleich "lebendig" und aus sich vermehrungsfähig verstandenen Kapitals.) Er schwächt die Konservativen, die ihm meist bedrückend naiv und arglos gegenüberstehen, weil sie von anderen eigenen Geprägtheiten und Absichten ausgehen und mit so einer weitgehenden Lüge nicht rechnen. Zumindest glaubt der Konservative oft genug und fälschlich genug an Synergieeffekte, an teilweise Vereinbarkeiten, an die Möglichkeit, mit dem Liberalismus wenigstens ein Stück weit auf dem Weg zur Freiheit zusammenzuarbeiten. 

Aber die bestehen im Liberalismus nur dem Worte nach. Seine Praxis zielt stets und aus seiner Natur heraus auf die immer konzentriertere, faktische, "entstandene" Diktatur der Starken ab, während der Schwache durch diese Ideologie weiter geschwächt wird, weil ihm gesagt wird (was er viel zu leicht glaubt), daß er selbst und in allen Punkten Herr und Verursacher seines Schicksals ist. Weil ihm gesagt wird, daß eine Gesellschaft sich "von unten nach oben" durch das Prinzip der Leistung organisiere. Daß es also ein allem vorangehendes Ordnungsprinzip nicht gibt, daß der Stand nicht dem Dasein vorausgeht, sondern selbst zu schaffen ist. So daß der Mächtigere seine Herrschaft voll legitimiert wissen darf, weil er diese Herrschaft nur seiner Tüchtigkeit verdankt. Was im Grunde Calvinismus ist, was aber vor allem dem tödlichen Zynismus entspricht, daß die Stellung eines Menschen vom Aktualisierungsgrad von Leistung = Nützlichkeit abhängt.

Eine Sättigung im Stand kennt er nicht, denn jeder Stand ist nach oben hin "offen", so behauptet er zumindest. Damit appelliert er sogar an niedrigste Instinkte, und bringt Eigenschaften zur Dominanz, die keine Gesellschaft wirklich will: Ellbogen, Egoismus, Skrupellosigkeit, Mittel, die der Zweck heiligt. Damit ist Entwurzelung beziehungsweise Wurzellosigkeit als eine der Folgen des Liberalismus identifizierbar, die in ihren Folgen auf die Auflösung aller natürlichen sozialen Gefüge abzielt. Die prinzipiell und jederzeit verhandelbar werden. Vor allem die Religion wird - was keinem Konservativen richtig erscheinen kann - zu einem Privatereignis, und ist lediglich dem Nutzenaspekt unterworfen. Als ordnender Faktor einer Gesellschaft zählt sie höchstens durch ihre moralische Bindungskraft (woraus allerspätestens die Herkunft des Liberalismus aus dem Protestantismus beziehungsweise dem Kapitalismus deutlich werden müßte).

Während dem Konservativen, aber generell dem Schwächeren das Gebot des Liberalismus verbietet, ideologische Feinde zu identifizieren und entsprechend zu handeln.  Deshalb wird diese Problematik auch in konservativen Kreisen nicht gesehen, geschweige denn diskutiert.

Liberalismus und Katholizität sind somit prinzipiell Widersprüche, ja unversöhnliche Gegner. Und Konservativismus kann nur katholisch sein, sonst wird er zur Erstarrungs-Ideologie. Aber genau dort liegt vermutlich auch das so häufige Mißverständnis, in dem sich Konservative als liberal bezeichnen. Denn in dieser ideologischen Starre wird der Konservativismus zu einem Stadium des Liberalismus, in dem der Liberale lediglich sein Erreichtes durch Verhindern von Änderungen absichern möchte.




Sonntag, 7. Juli 2019

Auch von dieser Seite spricht alles für Islamisierung

Die Linke und der Liberalismus haben Anarchie gebracht, die nur noch kostümiert wird. Das hat vor allem die Frauen in eine Situation völliger Unsicherheit gebracht. Viele kommen nun drauf, daß ihr Leben in einem einzigen chaotischen Zustand ist und kein Ausweg erkennbar ist. Denn es fehlt der Mann. Es fehlt das Bestimmende, das Identitätsgebende.

Also nehmen sie den Islam mit seinen starren, festen, diktatorischen Regeln mit offenen Armen auf. Dann haben sie endlich Halt und Ordnung. Chaos führt zu Tyrannei, es ist eben so. Das ist der wahre Grund, warum der VdZ immer darauf hingewiesen hat, daß wir einer Zeit "rechter" Diktatur entgegengehen, um das zerrüttete Leben wieder in den Griff zu kriegen. An dieser Prognose muß er nichts zurücknehmen. 

Und alle bestehenden Institutionen - einschließlich der Kirche - überlassen dem Islam gerne das Feld. Denn sie haben weder einen Plan - und hätten auch gar nicht den Mut - wie aufzuräumen sein könnte. Wie bei den Gastarbeitern vor Jahrzehnten, werden also die Zuwanderer dazu gebraucht, um die Drecksarbeit zu erledigen. Die dann, wie Houellebecq richtig schreibt, mit jenen Rechten zusammenarbeiten wollen, die der Utopie einer Ordnung auf der Basis einer ideologisierten Moralisierung ("Werte") nachlaufen.





Sonntag, 2. Juni 2019

Gnosis im Traditionalismus (2)

Teil 2) Dieselben Matrizen - 
Traditionalisten als Gleichnis für bestimmte allgemeine Haltungen



Ein nächstes Problem ist das Laster der Neugierde, das unter Traditionalisten weit verbreitet ist. Und dieses Laster nennt Ripperger "clearly demonic", also "eindeutig dämonisch." Denn es bringt Menschen dazu, jede Nachricht, jede Mitteilung fast krankhaft zu suchen, die erklärt, wie schlimm alles ist. Wir haben aber auch die Verpflichtung, unseren eigenen Glauben zu bewahren. Diese Neugierde am "Schlechten" ist aber von den allermeisten Menschen nicht zu verkraften und beschädigt sie intellektuell, geistig und psychologisch. Deshalb sollten wir uns von solch einem Verhalten unbedingt fernhalten. Klar, man kann sich informieren, aber man muß gut darauf achten, daß man nicht zuviel davon (und für manche wird es zur ausschließlichen Obsession) konsumiert.

Viele, so der amerikanische Priester, Psychologe und Exorzist, kommen zu ihm und unterbreiten ihm pausenlos neuste Hiobsbotschaften, wo wieder etwas schlecht gelaufen ist. Stellt man aber die Frage, wann sie zuletzt ein erbauliches Buch, ein Buch über einen Heiligen etwa, oder geistliche Literatur gelesen haben, kommen die seltsamsten Ausreden. Was sagt das aber über das geistliche Leben aus? Es ist ein ernsthaftes Problem, wenn Menschen ständig Bücher lesen oder Informationen suchen, um Argumente oder Gedanken zu finden, die nur einen Zweck dienen: Sie in ihrer Meinung stärken. 

Ripperger weist darauf hin, daß es sogar sehr viele traditionalistische Bücher gibt, die theologische Irrtümer enthalten, oder zu solchen führten. Weil die Leser nicht in der Lage waren und oft genug sind, sich intellektuell damit ausreichend auseinanderzusetzen, und das betrifft auch Schreiberlinge, die meinen, den wahren Glauben zu verteidigen und damit allzu leicht übers Ziel hinausschießen. Es galt deshalb immer das Verbot, daß Laien sich in philosophische oder theologische öffentliche Dispute verwickeln, wenn sie keine Erlaubnis dazu von ihrem Ortsbischof erhalten haben. Gewiß, wir sind oft mit Irrtümern konfrontiert, die von den offiziellen Vertretern des Lehramts verkündet werden. Aber für die allermeisten ist es hoch angebracht, sich an jemanden zu wenden, der kompetent genug ist, die Wahrheit auch wirklich zu verteidigen. 

Wenn Laien sich darin engagieren, hat das noch oft dazu den Hintergrund, ihren Ärger loszuwerden und auf jemanden einzuschlagen. Das ist aber schon aus einem anderen Grund vollkommen sinnlos. Wer in Irrtümern steckt, hat meist gar nicht die Möglichkeit, diesen Irrtum einzusehen. Denn der Irrtum ist Hinweis auf einen Defekt in der Fähigkeit, die Gnade aufzunehmen. Ohne Gnade aber kann man den Wert der Tradition gar nicht erkennen. Wenn der andere etwas erkennt, dann ist es somit gar nicht unser Verdienst!

Es ist eine Gnade, kein Verdienst, wenn wir Menschen etwas Übernatürliches erkennen können, und deshalb können wir uns diesem Übernatürlichen nur in Demut nähern. Die Gnade hat uns ausgewählt, nicht umgekehrt. Dasselbe gilt für unser Gegenüber. Wie wollen wir dazu beitragen, daß der andere dieser Gnade teilhaftig wird, wenn wir wie oben beschrieben spirituelle Defekte haben, zornig oder anmaßend oder hochmütig sind? Deshalb kann auch unser Argumentieren niemals von unserer Spiritualität getrennt werden. Wenn wir das nicht beherzigen, wird somit der Traditionalismus seiner Glaubwürdigkeit beraubt und keine Chance haben, wirklich etwas zu erneuern.

Natürlich dürfen wir vertrauen, daß es immer Heilige geben wird, die den wahren Glauben durchtragen. Aber wir, wir Traditionalisten, sagt Ripperger, sind Teil des Problems, nicht der Lösung. Nur weil wir die Gnade haben, die Probleme zu sehen, gibt uns das nicht die Berechtigung, sowohl die Gnade, die wir erhalten haben, andere Menschen als Abladestellen für unsere Probleme zu mißbrauchen.

Warum sagt Ripperger das alles? Weil er beobachtet, daß traditionalistisch eingestellte Menschen oft sehr abstoßend wirken. Wenn wir aber vom Wert der Tradition so überzeugt sind, dann müssen wir auch dazu beitragen, daß andere deren Wert erkennen können. Und das können sie nur, wenn sie auch sehen können, daß diese Orientierung am traditionellen Glauben tatsächlich anders - positiv - wirkt und arbeitet, als sie vermutet haben und bisher kannten. Wenn wir aber an denselben Schwächen leiden, wie alle anderen, wenn diese positive Wirkung an uns gar nicht erkennbar ist, wie soll man dann erwarten, daß andere den Wert der Tradition erkennen? Wir können doch die Last, die Wahrheit zu erkennen, nicht zur Gänze bei den anderen lassen, die deren Wert nicht erkennen? Es liegt an uns, "besser" zu werden, anziehender zu werden, um so andere zur Tradition führen zu können, schließt Fr. Ripperger. 






Es sei darauf hingewiesen, daß dieses Video anzusehen oder zu verbreiten auf der Basis von "PenanceWare" geschieht. Das heißt, jedes Anhören sollte von einer Spende von 1 Dollar/Euro begleitet werden, es gibt dafür ein Konto bei  Paypal. Alternativ soll man zumindest ein Gesetz des Rosenkranzes beten, oder ein sonstiges Bußwerk in der Intention der Anliegen Fr. Rippergers verrichten. Und zwar pro Datei, die man vom reichhaltigen Angebot von "sensus fidelium" in Anspruch nimmt.

Anmerkung: Dieser Artikel folgt einer Anregung auf OnePeterFive.





Samstag, 1. Juni 2019

Gnosis im Traditionalismus (1)

Diesen Vortrag von Fr. Chad Ripperger, einem amerikanischen Priester, Psychologen und Exorzisten, kann man nur empfehlen. Auch wenn die Aussagen manchem in die Eingeweide schneiden könnten, so sind sie von sehr allgemeinem Wert, über den expliziten Bezug zum Glaubensleben hinaus. Denn es geht um ein heikles, schmerzhaftes Thema - es geht um die subtile Gnosis dessen, was als "Traditionalismus" bezeichnet wird. Die gravierende Folgen hat. Denn der Traditionalismus ist (vielfach) von einer Sünde des Stolzes begleitet oder ihr sogar entsprungen.

Gnostisch ist es deshalb, weil sich viele Traditionalisten als besonders auserwählte Personen betrachten, die über ein Wissen verfügen, das nur sie haben, oder sie zumindest aus der Masse der Mitmenschen hervorhebt, "besser" macht. Fr. Ripperger führt einige der schwersten Verfehlungen an, die aus dieser Haltung geboren werden.

Dabei ist es vor allem die seelenbezogene Gegenbewegung, um die es bei den gravierendsten Punkten geht, die aus der Haltung des Hochmuts geboren werden und ihr begegnen. Denn Gott läßt für den Stolzen "Gegenmittel" zu (wobei: er läßt zu, nicht daß er es "schicken" würde).

Er läßt deshalb oft zu, daß der Stolze auf besondere Weise in die Sünde der Unkeuschheit fällt. Und so gut sie auch verborgen werden mag, so kennzeichnet sie doch, so Ripperger, weite Teile der traditionellen Katholiken. 

Damit spricht er die Tatsache an, daß erstaunlich oft Traditionalisten auf gravierende Weise von Unkeuschheit geprägt sind, sei es durch Pornographiekonsum, sei es durch sämtliche weitere Sünden gegen das 6. Gebot. Ripperger meint sogar, daß traditionalistische Personenkreise in ihrem persönlichen Leben in dieser Sündenverhangenheit oft um nichts besser, ja sogar übler sind als die Menschen ihrer Umwelt. Sie sind häufig in Pornokonsum gefangen, und ihr Verhalten unterschiedet sich auch sonst in nichts (außer daß es intensiver geheim gehalten oder heuchlerisch geleugnet wird).

Mit weiteren Folgen und daran kann man das dann ablesen: Diese Sünde ist eine "Generationensünde", und wir sehen das an unserer Jugend. Denn das heißt, daß sich über die Sünde der Eltern (die oft besonders und betont traditionelles "Glaubens- und Familienleben" pflegen) diese Sünde auf die Kinder überträgt. Das geschieht nicht einfach direkt, sondern wird implizit in den Haltungen der Eltern weitergegeben. Somit stellt man sogar oft fest, daß Kinder aus traditionellen Elternkreisen schon mit sehr jungen, jugendlichen Jahren besonders heftig in Verhaltensweisen fallen, die gegen das 6. Gebot gerichtet sind.

Ferner wirkt ein Aspekt besonders fatal, und das ist die Tendenz von Traditionalisten, sich von der Welt zu isolieren. Alles, was die Welt macht, ist "böse", schlecht, alles was die Traditionalisten tun ist deshalb ihrer Ansicht nach "gut". Diese schon recht deutlich gnostische Haltung war aber mit Grund nie Teil der katholischen Tradition und richtigen Lebensführung (=Askese)! Zumindest wirkt es sich gegenteilig zu dem aus, was viele Traditionalisten eigentlich zu wollen behaupten: Die Verbreitung des Glaubens, die Durchdringung der Gesellschaft mit dem Heiligen. Denn die (angeblich oder wirklich zu bekehrende) Umwelt reagiert darauf nicht ganz zu Unrecht mit Ablehnung. Wer mag es schon, sich unter Menschen zu begeben, die auf einen hochmütig herabblicken, weil sie sich besser fühlen?

Zurückgezogenheit ist den Klöstern vorbehalten, denn sie soll beitragen, daß sich ein Mensch ausschließlich dem direkten, expliziten Gottesdienst widmet. Das aber ist nicht die Situation, in der sich Familien befinden, die aus sich heraus weltbezogen sein müssen weil dazu berufen sind. Ihre Lebensaufgabe ist ja die Hereinholung der Schöpfung beziehungsweise der Welt in das innertrinitarische Leben. Wie soll das aber gehen, wenn man sich von der Welt absondert? 

Gewiß, die Welt ist gefallen, gewiß, es gibt viel Böses in der Welt. Aber viele Traditionalisten enthalten ihren Kindern legitime Teilhabemöglichkeiten an der Welt vor. Wie wirkt sich das aus? Viele Kinder aus traditionalistischen Familien reagieren so, wie man es bei vielen Kindern der Amish beobachten kann. Die sich, sobald sie die Grenze zur Erwachsenheit berühren, völlig von der Lebensweise und dem Glauben ihrer Eltern abwenden, weil sie deren Weltflucht nicht ertragen, und das nicht zu Unrecht. Als Reaktion wenden sie sich nun zur Gänze von den Traditionen der Eltern ab. 

Weitere Auswirkungen sind, daß man den Menschen vorenthält zu sehen, was es wirklich heißt, in der Tradition zu leben. Nicht als "Vorbild" (dies von sich zu glauben, ist oft nur eine weitere Seite des Hochmuts), sondern weil wir als Teil der Kirche diesen Menschen die Gnade vorenthalten, die nur Heiligkeit für die Kirche erwirken kann. Also ziehen wir die gesamte Kirche nach unten, wenn wir diese stellvertretende Aufgabe durch Isolationismus verweigern und dem ausweichen (weil nicht überwinden wollen), was die anderen Menschen festhält oder hinunterzieht. Es gibt da auch keinen Mittelweg: Man kann nur für die Kirche arbeiten und leben, indem über unsere eigene Heiligkeit Gnade in den gesamten mystischen Körper gelangt, oder wir ziehen die gesamte Kirche nach unten. Denn jeder, der getauft ist, ist Teil des einen mystischen Körpers, der Kirche heißt. 

Aber es gibt noch weitere Probleme, wenn auch alles irgendwie zusammenhängt. Eines davon ist Depression. Denn innerhalb dieser traditionalistischen Kreise wird wieder und wieder und wieder durchgekaut, wie schlimm alles ist, in der Kirche und in der Welt. Das führt zu einer Haltung der Verzweiflung. Nur das Schlechte anzusehen, drückt auch uns nach unten und nichts vermag diese Abwärtsbewegung zu stoppen. 

Eine nächste Falle des Traditionalismus ist, daß über die Kritik oft gewaltiger Ärger entsteht, der vergessen macht, daß wir anderen zu verzeihen haben. Wir sollten dem, was wir als Mangel sehen, aber nicht gestatten, unser eigenes spirituelles Leben zu vergiften. Stattdessen sollten wir doch den Blick auf die "perfekte Kirche" richten, nach der wir uns ja sehnen. Wir sollten nicht zulassen, daß unsere Nächstenliebe tangiert wird.

Und wir sollten auch vermeiden, unser Vertrauen ins Lehramt und seine Vertreter zu schwächen. Vor allem das zerstört unsere Fähigkeit zur wirklichen Frömmigkeit. Wie wollen wir das Heil durch die Kirche erlangen, wenn wir uns permanent gegen die Bischöfe und Priester stellen, die uns - wie auch immer - dieses Heil ja vermitteln müssen? Nur die Gnosis glaubt, daß dieses Heil durch uns selbst zu erlangen wäre. Deshalb sollten wir gut überlegen, wenn wir einen Kleriker kritisieren, ob es für das spirituelle (oder physische) Leben des anderen, dem gegenüber wir diese Kritik äußern, notwendig und gut ist, ob es gerecht ist, oder übertrieben. Das hat oft sogar den Klerus, der sich abgelehnt sieht, gehindert oder gehemmt, uns das zu geben, was wir von ihm (kraft der Sakramentalität des Weiheamts) zu erwarten haben. 

Dazu gehört auch die Kritik am Papst, die dazu führt, daß man zwischen dem Menschen und dem Amt nicht mehr unterscheidet.* Eltern, die ständig respektlos die Autoritäten kritisieren, dürfen sich nicht wundern, wenn ihre Kinder keinen Respekt vor ihnen haben. Die Gnade fließt aber "downhill", sagt Ripperger, sie geht von oben nach unten! Wer möchte, daß die Kinder gehorsam und respektvoll gegen ihre Autoritäten sind (die Eltern), muß sie erleben lassen, daß auch die Eltern den ihnen übergeordneten hierarchischen Stufen gehorsam und respektvoll sind.

Morgen Teil 2) Dieselben Matrizen - 
Traditionalisten als Gleichnis für bestimmte allgemeine Haltungen


*Das betrifft auch das Gegenteil, die vor allem im letzten Jahrhundert zu beobachtende "Sanktifizierung" von allem und jedem, was Päpste sagten und getan haben, also die "Papolatrie". Wir müssen nicht einfach schlucken, wenn ein Papst etwas Falsches, Häretisches sagt, aber es gibt auch andere Mittel - wie die Vermeidung von Berührungspunkten - wenn man wie bei P. Franziskus aus Erfahrung kaum Gutes aus seinen Aussagen zu erwarten meint. Denn sonst wird unser Vertrauen in die Kirche als solche und damit in Gottes Vorsehung geschwächt, was bis zum Glaubensverlust (eben: zugunsten einer gnostischen Umfärbung des Katholischen) gehen könnte.





Sonntag, 25. März 2018

Konservativ ist sicher nicht antireligiöser Affekt.

Man könnte fast Sympathie gegenüber dem Islam empfinden, wenn man diesen Vortrag aus einer Reihe im Rahmen der "Konservativen Bibliothek" hört. Konservativ? Lächerlich, wenn konservativ bereits den Rahmen der Aufklärung zu ihrer Argumentationsgrundlage wählt. Dann ist Konservativismus nur noch Rahmen progressistischer, rationalistischer Verblödung, bestenfalls irrationale Reaktion aus dumpfen Gefühlen.

Was hier gegen den Islam vorgebracht wird, ist schlicht und ergreifend anti-religiös. Es ist der Kampf gegen Religion überhaupt. Der großmütig nur noch utilitaristischer Wert beigemessen wird. Aber mit Abendland hat das nichts zu tun. Und auch nicht mit Verteidigung der Werte des Abendlands. Wenn Europa sich SO zu verteidigen müssen glaubt, hat es schon längst verloren. Und der VdZ meint: Leider, es hat schon verloren.

Seine "Verteidiger" sind nur absurde Gestalten, die irgendwie um sich schlagen, ohne noch zu wissen, worum es überhaupt geht. Und die den primitiven anti-religiösen Affekt der Aufklärung als Argument benutzen - tatsächlich! - um vorzuschützen, sie würden eine Kultur verteidigen.  Die sie selbst zugrundegerichtet haben und zugrunderichten wollen. Nur darin fühlen sie sich gestört.










*110318*

Donnerstag, 8. Februar 2018

Reaktionär, nicht Konservativer wollen wir sein

Es gilt für Europa nicht anders als für Amerika, was William M. Briggs in einem seiner Blog-Artikel schreibt. Daß es nämlich für unsereiner nicht reicht, "konservativ" zu sein. Denn die heutigen Konservativen sind zum überwiegenden Teil Menschen, deren Haltung lediglich darin besteht, progressive Positionen der Vergangenheit aufgreifen. Sie wollen nicht mehr, als den Gang des Fortschritts ein wenig verlangsamen. Aber ihre Werte, nach denen sie rufen, sind keineswegs an einer ewigen Wahrheit orientiert, deshalb unveränderlich, sondern finden sich im Arsenal des früheren Fortschritts, verändern sich deshalb auch mit der Zeit, und kommen nur ein wenig später. 

Der heutige Konservative (und wir wollen ergänzen mit dem Wort Rechte) vertritt ungeniert LBGT-Positionen, wenn natürlich auch gemäßigt, ein wenig (vielleicht durch Toleranzgerede) abgeändert und in privatem Rahmen. Er ist da und dort für Abtreibung (zumindest dafür, daß man sie straffrei behalten sollte), und natürlich befürwortet er die Gleichheit (und damit Gleichstellung) von Mann und Frau im öffentlichen Leben. 

Speziell für Amerika gilt noch, daß er zwar keine zentralistische Regierung möchte, ja, aber eine Regierung, die sehr zentral mit viel Macht durchgreift. Er möchte ein militärisch starkes Amerika, das sich auch weltweit präsent zeigt, und sofort Stellung und Kampfposition bezieht, wenn es eines Monsters ansichtig wird. Er befürwortet den technischen Fortschritt, und träumt vom Krieg der Sterne. Und er glaubt an die Sendung Amerikas, der ganzen Welt das Gute bringen zu müssen.

Wir aber, schreibt Briggs, wir sind keine Konservativen. Wir sind vielmehr Reaktionäre. Denn der Reaktionär will etwas ganz anderes.  Sein Maßstab, seine Liebe ist das Ewige, das Unveränderliche. Sein Verhältnis zu anderen Ländern und Völkern ist deshalb getragen von demütigem Respekt, oder zumindest von einem Mangel an Verdächtigungswut. Weil er jedem Volk und jedem Land zutraut, daß es durch seine Geschichte und seinen Werdegang nicht ohne Grund heute so ist, wie es eben ist. Er glaubt nämlich an die Bestimmung jedes Volkes, und die ist nur durch seinen jeweiligen Weg innerhalb seines geographischen Raumes und über Treue zu seinen jeweiligen Interessen erfüllbar. Der Reaktionär ist deshalb jemand, der die Freiheit überall auf der Welt liebt, aber deshalb nicht beginnt, Monster zu suchen, die er zu bekämpfen hätte.

Der Reaktionär möchte nicht ein wenig den Fortschritt verlangsamen. Sondern er ist der Auffassung, daß es sehr oft sinnvoll ist, die Uhr zurückzustellen.






*270118*

Sonntag, 3. Dezember 2017

Warum Masssendemokratie immer ein Schein ist

Das Wesen des Konservativismus in der Demokratie (hier immer als "Massendemokratie" verstanden) ist immer Revolution, schreibt Robert Michels in seiner Untersuchung der Soziologie der Parteien. Während sich die revolutionären Bewegungen in reaktionäre Parteien, auf Bestand einerseits, Oligarchie anderseits ausgerichtet, wandeln. Und zwar in dem Moment, wo sie an der Macht sind.

Der Widerspruch im Konservativismus ist aber ehrlicher, offener, denn der Konservative weiß darum. Er weiß, daß er die Masse schlichtweg braucht, und viele Konservative schaffen es auch nicht, sich und den Wählern etwas vorzumachen. Denn sie müssen den Wähler dazu bringen, eine Autorität zu wählen, die wirklichen Einfluß auf die Leitung gar nicht zulassen können. Einen "demokratischen Konservativismus" kann es ja überhaupt nicht geben, bestenfalls ist er ein erzwungener, zähneknirschend akzeptierter Kompromiss, aber niemals ein definitives Ziel.

Der Liberale (= Sozialist) hingegen muß unentwegt lügen. Denn sobald er an der Macht ist, schließt er jene Mechanismen aus, die ihn an diese Macht brachten, ohne sie nennen zu dürfen. Dem Liberalen selbst ist der Bestand des Systems deshalb notwendig, weil er Gegenwehr gegen sein Machtstreben genau mit seinem Verweis auf Liberalismus ausschaltet.

Beiden bzw. allen Parteien in der Demokratie ist eben gemein, daß sie die Demokratie nur als Instrument benützen, an die Macht zu gelangen. Um sich anschließend in eine Oligarchie zu verwandeln.

Wobei sie sich insofern überschätzen, als die wahren Einfluß- und Machtmechanismen in einer Demokratie ihre Quellen und Ebenen außerhalb der Politik haben. Das weiß der liberale Kapitalist auch, der sich Mechanismen bedient, die den politischen Parteien vorgereiht sind. Als Ersatz des Adels, als neuer Adel, schafft er aristokratische Strukturen, und wird dabei vom vorhandenen, "alten" Adel aufgenommen, denn er hat jene Machtmittel (respektive Geld), die dem alten (entmachteten) Adel bereits fehlen. 

Vor allem fehlt - anders als in der Monarchie und ihrem Gottesgnadentum, das der Kirche, der Religion ihre Legitimität verdankt, weshalb deren Stellung unantastbar und damit letztendlich entscheidend und mächtig ist: eine Monarchie kann niemals "legitimerweise", also innerhalb eines bestehenden Rechtssystems beseitigt werden - eine übergeordnete, allgemein akzeptierte, nie hinterfragte und nie zu hinterfragende Korrekturinstitution. (Wird sie hinterfragt, ist sie bereits ausgehebelt, existiert also nicht mehr.) 

Die einerseits personal repräsentiert sein muß, im System von Kammern nur notdürftig Ersatz findet, aber immer im Absoluten gründen muß. Denn jede Macht kann sich nur unter dem Anspruch auf das Absolute legitimieren. Wo dies nicht mehr Gott und Kirche ist, ist es eine Quasi-Religion in der Form einer zwingenden Moral.







*081117*

Mittwoch, 15. November 2017

Vorgedacht

„Die Zukunft gehört dem historisch und soziologisch konsequenten Konservatismus, der weiß, was er will, und der die Gegenwart nimmt, wie sie ist, dem Konservatismus, der – ein Paradoxon zu verwenden! – den Mut hat, ‚rechts zu stehen und links zu denken’, d.h. Forderungen der Zeit, so links sie scheinbar sind, im Namen der Tradition Rechnung zu tragen."




Ernst Karl Winter (1895-1959), einer der Vordenker eines
konservativen, christlich-sozialen Österreich mit eigener Identität.

Winter stand damit (mit vielen anderen) von Anfang an im Widerspruch zum Nationalsozialismus. Schon unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Monarchie versuchte er den Spagat zwischen Legitimismus (Monarchismus) und den Forderungen des Antikapitalismus der Sozialdemokratie. Der Legitimismus (in sich eine katholische Haltung) hält ein Herrscherhaus für (von Menschen) unabsetzbar. Winter hat auch den Rücktritt von Kaiser Karl I. nie anerkannt, zumal dieser zwar offiziell auf jede Beteiligung an den Regierungsgeschäften verzichtet, aber nie "abgedankt" hatte. Ein ähnliches Problem stellt sich mit Karl als "Karl IV. von Ungarn." Interessanterweise hat sich E. K. Winter aber nicht für eine Restauration in der 1. Republik ausgesprochen.

Otto von Habsburg (der 1961 einen Spagat insofern schaffte, als er "aus dem Hause Habsburg-Lothringen austrat, und somit auf alle Herrschaftsansprüche verzichtet" hat, sonst hätte er nicht nach Österreich einreisen können) meinte noch im Jahre 2002, daß auch er ein Legitimist sei. Aber:  „Es wäre genauso absurd, eine monarchistische Bewegung in der Schweiz zu bilden, wie eine Republik in Spanien. [Die Völker der Schweiz waren nie eine zusammengefaßte Monarchie, sondern immer ein praktischer Bund, und umgekehrt Spaniens Völker nie republikanisch; Anm.] Das würde gleichermaßen schaden. Man darf die Frage der Staatsform nicht überbewerten. Sie ist eine Form, die man verwenden kann, die sich nach den Bedingungen verändert und die jeweils in der Perspektive der Legitimität dem gegenwärtig Existierenden entspricht.

Aber, und das sagte er nicht, nicht offiziell - in Wahrheit bleibt ein Volk an seinen Monarchen immer gebunden, nur ist es faktisch nicht immer in der Lage, sich diese Verfaßtheit zu geben, sie anzunehmen, oder sie zu erkennen. Wenngleich seine ontologische Struktur immer darauf bezogen bleibt. Das gilt auch umgekehrt. Otto von Habsburg definierte deshalb seine Position so, daß er zwar jederzeit bereit wäre, an die Staatsspitze Österreichs als die ihm zugewiesene Position zurückzukehren, es aber nicht für realistisch möglich hielt.





*201017*

Samstag, 22. Juli 2017

So nebenbei

Die sichtbare pausenlose Verstrickung der "einfachen" Gläubigen in Fragen der Kirchenpolitik, der Theologie, der Glaubensfundamente, der "Kirchenkrise", entspricht der Taktik völlig schwanzloser Kleriker, die das, was ihrer höchstpersönlichen Verantwortung unterläge, von den "Gläubigen" kraft angeblicher (sieh da, plötzlich also soll das doch gelten oder möglich sein? das "reformare von unten"?) Betroffenheit und plötzlich doch vorhandener Kompetenz (/als "Druck von unten") erledigen zu lassen. 

Man könnte dem gesamten sogenannten "konservativen", "tradionalistischen" Klerus mit ziemlichem Recht unterschieben, daß er eine ganz perfide Taktik der Unmännlichkeit gewählt hat, um zum Allgemeinproblem zu machen, was nur ihn angeht. 

Der Beweis liegt auf der Hand. Kaum wo herrscht derartige Inadäquatheit zwischen theologischer, philosophischer, vor allem aber realer, also die Heiligkeit betreffende Kompetenz, und den Problemen, mit denen man sich befaßt, wie in sogenannten "konservativen" Kreisen. Die glauben, die großen Kirchenprobleme wären neuerdings die ihren. 

Entsprechend problematisch, ja verfehlt ist auch der Zugang zur "Alten Liturgie", die der VdZ an sich als einzigen Rückhaltepunkt für eine Gesundung der Welt ansieht. Aber - nicht so. Nicht durch eine "Professionalisierung der Laien", die plötzlich mit des Priesters Augen und Ohren sehen und hören.  Das wird oft sogar zum lediglich dem Kostüm nach anderen, in sich aber völlig gleichen Zugang zur Gnade, völlig wesensgleich dem destruktiven Impuls, der von den Liturgiereformen 1969ff. ausging.

Wenn sogar ein Martin Mosebach erklärt, das Wesentliche der Alten Liturgie, die er so schätze, läge darin, daß er das begreife, was der Priester da täte, ja DAS sei für ihn der Zugang gewesen und mehr und mehr geworden, dann muß man sich fragen, ob er nicht im falschen Zug sitzt, ohne es zu wissen. Ober er nicht genau so wie alle jene, die von genau diesen Konservativen kritisierten "Vatikanum-2-Liturgiegeschädigten", ob er also nciht genau dasselbe, nur auf anderem ästhetischen (formalen) Niveau Kritisierte begeht: Die Sünde der "Verpriesterung" der Laien. Wie gesagt: nur auf einem anderen, "intellektuelleren", philosophischeren Niveau.

Der Zugang des Laien, bitte schön, kann doch nicht explizit der des Priesters sein!  Er muß der des LAIEN sein! Der des normalen Gläubigen, der als ANDERER als der Priester (der dem Laien ja das Heil vermittelt, es gewissermaßen "einlöst") am Heilsgeschehen, der Heiligen Messe, TEILNIMMT. Aber - als Anderer!

Und genau das, werte Herren, war doch die Kernfrage der sogenannten "Liturgieschen Bewegung". Der liturgische Konservativismus muß sich also die dringende Anfrage gefallen lassen, was er zur Lösung dieser Frage - die so fatal falsch ausging, in den Liturgiereformen so desaströs auslief - beizutragen hatte und hat! Bisher nämlich hat er diese Kernfrage NICHT GELÖST. Sondern sie sogar weiter vernebelt, im Kern vermutlich sogar nicht einmal verstanden. Sogenannte konservative Gemeinden, die sich noch dazu oft gneug als "Inseln des Heils inmitten des Zerfalls" verstehen und definieren, befassen sich meist nur mir Problemen, die Probleme der Priester, der Fachgremien, der Spezialisten sind - gar nicht die ihren!

Oder kennt der Leser dieser Zeilen Scharen von konservativen Priestern, die wirkliche SEELSORGER wären? Der VdZ jedenfalls NICHT. Vielmehr kennt er bedauerlicherweise jede Menge sogenannter konservativer Priester, die sich durch ausgesuchte Realitätsferne kennzeichnen, vielmehr kennt er jede Menge sogenannter konservativer Priester, die eine wahre Potemkinsche Welt aufbauen wollen, um ein Scheinszenario des Heils zu schaffen. Und das ist ja wohl das Gegenteil eines guten Seelsorgers.





*240617*

Sonntag, 9. Oktober 2016

Die unversöhnliche Zweiteilung

Was wir derzeti in Europa erleben ist weit mehr als eine zufällige Konstellation, die sich wieder auflösen wird. Was wir derzeit erleben ist in der Geschichte der amerikanischen Demokratie bereits vorgezeichnet, und es ist bei uns nach einigen Jahrzehnten - wie in den USA - auch gekommen: Die Polarisierung auf ZWEI Parteien. Auf die Konservativen und die Progressiven, auf die Systemerhalte und die, die dieses System aufbrechen wollen. Sämtliche bisherigen Parteien haben sich in Europa nämlich längst auf diese eine Partei eingeschmolzen, deren genuine Natur "links" ist.

 Die politischen Auseinandersetzhungen haben sich aber damit von der unterschiedlichen Auffassung über die Mittel - bei ansonsten gleicher Zielsetzung - zu einer Auseinandersetzung über unvereinbare Ziele gewandelt, in der die Mittel sogar oft übereinstimmen können, aber je anderen Zielen dienlich sein sollen. Diese Situation ist für Europa neu und zeigt einen nun offenbar werdenden, aber vor Zeiten entstandenen wirklichen Kulturbruch an.

Und diese beiden Lager stehen sich mit derselben Unversöhnlichkeit gegenüber, wie in Amerika die Demokraten und die Republikaner. Mit einerm auch in diesem Punkt Amerikat ähnlichen inhaltlichen Durcheinanderworfeln. Denn es sind eigentlich die traditionellen Konservativen, die nun auf eine Änderung drängen, um das Ganze zu erhalten das sie lieben. Und es sind die ehemaligen Progrsssiven, die sich nunam System festkrallen und es damit auf jenen Schienen halten, die alles in den Abgrund führen. Derne einziges Rezept ist darauf zu setzen, daß - hegelianisch - aus dem Faktischen der historischen Dialektik ein neues Gutes entstehe.




*260816*

Samstag, 1. Oktober 2016

Da geht es zur Sache, Herrschaften

Nur um zu zeigen, wie in den USA von den konservativen - und in Amerika GIBT es Konservativismus, und zwar richtigen katholischen Konservativismus; ganz anders als in Europa, wo noch der "hartgesottenste Konservativismus" (und hier ist nicht von ein paar bluderplötzigen Neonazis die Rede) ein untrinkbares halblinkes und protestantines Gesöff ist, das jeder halbwegs Vernünftige nach Genuß sofort erbricht - also: wie dort von den konservativen Katholiken mit der gegenwärtigen Kirche umgegangen wird, zeigt dieses Bild. Papst Franziskus und George Soros. 



Photo The Remnant





*250916*

Montag, 15. August 2016

Vorsicht vor dem Kind im Bade

Der Hauptfehler Erdogans? Daß er ... kein Christ ist. Denn in aller gebotenen Feindschaft, die dem Islam gebührt - Erdogan zeigt deutliche Zeichen eines Kampfes gegen den Modernismus. Er holt es dabei auf eine Weise nach, die zumindst in Teilen Anklänge an den Faschismus des Europa der Zwischenkriegszeit bietet. Nur - wie sollte man den wirklichen Kampf gegen den Zerfall Europas führen? Wo wären die politischen Kräfte in Europa, die diesen Kampf aufnehmen, führen, und isch weiter wagen als brave, "zivilisierte" Kolumnen in liberalen Zeitschriften zu verfassen, und dabei Hottentottensprünge vollführen, um nur ja über keine Sprenglinie zu treten?

Lassen wir uns deshalb nicht in eine falsche Solidarität hineinziehen, in der wir namens eines Europa, das es überhaupt nicht mehr gibt, das in seinen letzten Zügen liegt, übersehen, daß die europäische - und heftig geschürte (warum wohl?) - Ablehnung der Türkei in der Gegenwart ein perfides Spiel jener Modernität ist, die dabei ist Europa zu zerstören. Aber die Ansätze der Türkei unter Erdogan sind keineswegs in Bausch und Bogen falsch. Gerade der Kampf gegen das Establishment verdiente doch alle Aufmerksamkeit, gerade jener Kreise und Kräfte, die derzeit Europa in seinen christlichen Wurzeln zu verteidigen vorgeben. 

Das kann nur in der Religion ansetzen, das kann nur in einem Kampf gegen eine absurde, irrelevante rationalistische Wissenschaft ansetzen ... Hat einmal ein Rechter überlegt, wie man hierzulande eine Wende herbeiführen bzw. vor allem durchführen wollte, als durch radikale Auswechselung großer Teile des Estabilshments? Anders als durch direkt Eingriffe ins Schulwesen, das auch Lehrinhalte betrifft, die im letzten ... ja, tatsächlich ... religiös zumindest auch argumentierbar sind? Und da ließe sich so manches anführen.

Es mischt sich viel in der Türkei ins Spiel. Viel Internes, das aus seinem Geburtsfehler stammt, das die Türkei in der heutigen Form in eine Widersprüchlichkeit stellt, die sie nicht bewältigen wird. Denn die Moderne eines Atatürk ist nicht staatstragend. Sie kann nur eine Diktatur tragen,. ihr Ablaufdatum ist damit im Geburtsdatum eingeprägt. Das geht also gar nicht. Es sei denn, die Türkei würde zu Verbrechen aufstehen, die wir uns noch gar nicht vorstellen können, und gerade dann wäre sie ein Todeskandidat. Die Widersprüche der Türkei kann sie nicht lösen, es sei denn, sie würde ... christlich. Tatsächlich. Nur im Christentum hätte sie jene persönlichen Reserven, die sie zum Notwendigen bereit machte und ihre Probleme (die - was wunder?! - innenpolitisch zuerst sind) lösbar machte. Aber darüber brauchen wir gar nicht reden.

Man muß dem Feind lieben. Den FEIND. Also wie gut und klärend ist es, den Feind auch so zu benennen. Dann kann man ihn lieben. Die Verwaschenheit Europas, die doch nur eine einzige Lüge ist, in der nichts mehr Feind heißen darf, damit man den Kampf umso heimtückischer führen kann, ist nicht christlich, und schon gar nicht Liebe.

Daß ein muslimisches Land niemals europäisch sein kann ist eben ein ganz anderes Thema. Denn Europa ist eine Kulturdimension, und damit eine religiöse Dimension. Daß wir in Europa strikt und endlich gegen den seit je enorm expansiven Islam vorzugehen haben, ein weiteres. Nur - lassen wir uns nicht benutzen! Lassen wir uns nicht von einem impotenten Establishment, das nicht einmal im Ansatz Argumente und Gegenwehr gegen seine Auslöschung aufbrächte, dazu mißbrauche, ihren Kampf zu führen. Nein. Der VdZ kämpft nicht für die Wurzeln Europas, um diese verroteten Eliten an der Macht zu halten, die genau dieses Europa, dieses Abendland in den Abgrund führen und bereits geführt haben und pausenlos nur eines betreiben: Mißbrauch der Begriffe. Alles, was man Erdogan und der Türkei aktuell vorwirft vollzieht die Linke in Europa seit Jahrzehnten! Und zwar: ausnahmslos. Sie vertuscht es nur perfide.

Die heute den "Kampf gegen den Islam(ismus)" auf eine Art zum Schicksalskampf Europas stilisiert, der nur einem Ziel dient: Ihrem ganz genuinen Machterhalt, dem Erhalt der Diskurshoheit. Wer meint, eine Queerparade zuzulassen wäre Ausdruck von Freiheit, der gehört psychiatriert, und nicht in die Riege der Verteidiger Europas gestellt. Die gegenwärtigen Reaktionen des "Entsetzens" über die Türkei sind selbst schon Ausweis der Dekadenz einer im wehleidig-reflexiven Liberalismus abgesoffenen Gesellschaft, der schon die Kategorien der Wirklichkeit abhanden gekommen sind und sich in einer sentimentalen, aber unerträglichen Verlogenheit so etwas wie Heiligkeit zu simulieren zu berufen fühlt, die umgewendeter Hand millionenfachen Mord begeht, ohne mit der Wimper zu zucken, Hauptsache man sieht ihn nicht. Sie sind nicht weniger Feinde Europas wie Erdogan, aber sie sind es auf eine unerträglich verlogene, perfide Weise.

Houillebecq hat mit "Unterwerfung" weit mehr Recht, als vielen lieb ist. Europa braucht eine religiöse Renaissance. Sonst hat es keine Zukunft, sondern verfällt endgültig in Lächerlichkeit. Das momentane Geschehen um Erdogan könnte die Aufforderung sein, die wir in der Türkei zu begreifen hätten. Denn das scheint der (milde formuliert) pschische Ausnahmefall eines Orientalen - zumindest so irgendwie, und auf unvollkommene Weise - begriffen zu haben.




*120816*

Samstag, 13. August 2016

Sehen der Wirklichkeit

Hier D'Souzas Thesen zum Rassismus in den USA. Wie gesagt - im Einzelnen haben Amerikaner sehr oft sehr recht, weil und so weit sie aus pragmatischen Gründen sofort bereit sind, das bessere Argument zu akzeptieren, weil es realitätstauglicher - pragmatisch nützlicher - ist. Damit brechen sie oft auch europäische Grundsatzstarre auf, wirken belebend, erfrischend. Aber damit ist die Suppe bei weitem noch nicht gegessen! D'Souza ist ein "Bekehrter", ein zum Amerikanismus Bekehrter, das sollten wir nie vergessen. Er sieh Realitäten. Gut. Aber er sieht noch lange nicht die Wirklichkeit.









*120616*

Sonntag, 3. Mai 2015

Enttäuschungen

Heidegger sah (wie andere) im Nationalsozialismus die richtige, schöpferische und damit dem Menschen aufgegebene Erhebung zu sich selbst, als Bewegung der Antimoderne, und diese Seite hatte er ja auch. Zumindest spielte er damit, immerhin lieferte sie einen theoretischen Unterbau, den der Nationalsozhialismus ja eigentlich gar nicht hatte. Und in seiner historischen Entwicklung entfaltete er sein wahres Gesicht, wurde zur ungeheuren, noch nie gesehenen (und von ihm übersehenen Motivik) technizistischen Umgestaltung Deutschlands.

Was Heidegger in Zorn und Ablehnung verfallen ließ, denn er hatte Hitler in einen Rahmen einer geistigen Umbruchszeit und Kontinuitätslinie (aus dem 19. Jhd. heraus) gestellt, wie sie sich damals auf allen Ebenen (bis zur Physik, die sich in der Quantenphysik als Erkenntniskritik wiederfand) vollzog, wo die überkommenen Weltbilder stürzten, weil vorgebliche Sicherheiten fielen - als Zuspitzung zum schöpferischen Menschen, der sich in der Actualitas in der Welt hält, und nur in dieser Aktivität, in diesem Willen, sonst fällt er ins Nichts. Dieser Aufbruch, der als Aufbruch des Denkens an einen Sprach- und damit Geistesraum fällt, der aber Weltbedeutung hat, spielte sich für ihn in Deutschland ab. Er selber deutet sich als in dieser geistigen Bewegung stehend.

Interessant, sehr interessant ist dabei, daß Heidegger offenbar mit Legitimationsproblemen kämpfte, ohne es zu wissen. In den Schwarzen Heften finden sich - für manche überraschend - fast esoterisch wirkende Hinweise auf Koinzidenzen, etwa um die Verortung seines Geburtsdatums in Verbindung mit Nietzsches Tod. (Volk, Soziales wird zu einem, ja zu dem geistigen Körper, in dem der Einzelne sich nur als Ausdruck bewegt.) Denn das ist das nur selten gesehene Problem eines solcherart in die Aktualität (bzw. Aktualisierung, in der auch die Welt-Zeit überwunden wird) hineingelegten Voluntarismus als einziges Initial von Welt als Seiendem. Vereinfacht: Wenn Gott nicht das Sein ist, aus dem das Seiende sein Sein bezieht, in der Teilhabe, bleibt die Verantwortung für Welt überhaupt nur dem Menschen bzw. dem Seienden selbst. Plötzlich aber taucht dann im Menschen die Frage auf, wie sich dieses Seins-Schaffen, dieser "Wille" (Nietzsche, auch Schopenhauer) ohne persönlichen Gott, ohne Auftrag, legitimieren, motivieren läßt.

Die Moderne sieht Heidegger als technizistischen Weg, in dem sich Pseudologik von der je aktualistisch herzustellenden Seinsverbundenheit abhebt, den Menschen vom Sein trennt.

Edith Stein beklagt später einmal an Heidegger, daß diesem nur das absolute Nichts blieb, in dem Hegel nachwirkt, weil er sich konsequent verwahrte, Gott anzunehmen, obwohl vieles an seinem Denken genau darauf hinlief und seine Erfüllung gefunden hätte. Hegel legt ja das Sein/Vernunft/Gott in die Actualitas der Zeit als Geschichte, und nur als Faktisches ist sie Geschichte, im dialektischen Prozeß, in dem sich die reine Vernunft nach und nach ihre reine Gestalt - als schicksalshaft zu nennende Entwicklung zum reinen Sein - sucht und schließlich zur Ruhe kommt. Die Welt entwickelt sich also zur Vollkommenheit. Das griff ja dann Karl Marx auf. Auch ihm wird Geschichte zur unausweichlichen Verhängtheit.

Heidegger folgt darin aber nicht Hegel. Er sieht das faktische Seiende, und nur als faktisches ist es Seiendes, als "verunreinigt". Es ist sehr wohl immer "seinsbedürftig" (zur Poesie, zur Kunst hin entfaltet) - existentialistisch. (In Kierkegard-Buber-Rosenzweig-Ebner, eigentlich in den Augen des VdZ auch über Y Gasset, Dilthey, Misch etc., bis zum Neukantianismus, damals eine breite geistige, sehr deutsche, aber durchaus auch europäische philosophische Bewegung, die sich etwa in der Quantenphysik, die den Abschied von statischen Zuständen des Seienden bedeutete, wie zu bestätigen schien.)

Heidegger trennte, enttäuscht vom damals Beobachteten, in "geistigen" Nationalsozialismus und Vulgär-Nationalsozialismus, den er als genau entgegengerichtet ablehnte. Und in eigentlich demselben Sinn das Judentum ablehnte, das dieser vollen Seinsteilhabe, die nur einem (geschlossenen, rassisch-charakterlich einen) Volk möglich war und an welcher Stufe er Deutschland sah, durch Aufsplitterung dieser Volks-/Geisteseinheit (durch eine Art technizistischer Rückdunkelung der Existenz, wie es ja auch der Vulgär-Nationalsozialismus tat) entgegengesetzt, damit zerstörerisch (und damit anti-deutsch) wirkte.*

Film (1 Stunde): Peter Trawny im Gespräch über die "Schwarzen Hefte" Martin Heideggers.








*Zum wiederholten male ein Hinweis: Der VdZ erlaubt sich, wie auch hier, Weltsichten und Philosophien anderer hier so zu interpretieren, wie er sie versteht, wie er die betreffenden Personen deutet und einordnet. Wer sich über die (wie hier:) Philosophien Einzelner tiefer, oder mit eigendeuterischer Absicht original informieren möchte bleibt angehalten, sie selbst zu lesen. An diesem Ort werden aber Deutungen und Originaltexte bewußt nicht getrennt, sodaß Originalzitate selten mehr sind als Bausteine, mit denen weiter gearbeitet wurde. Wenn doch, wird es je gekennzeichnet. Der VdZ nimmt gar nicht erst in Anspruch, wie hier: Philosophien über seinen subjektiven Rahmen hinaus zu deuten. Unter Bezug auf eine Sichtweise, die einen anderen lebendigen Umgang mit Fremdtexten für gar nicht möglich halten. Denn man sieht immer nur sich.





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Mittwoch, 12. September 2012

Trendnachklang

Im Nachklang zum gestern veröffentlichten Bericht über Trends und Zürich, könnten einem auch gewisse Parallelen auffallen. Wie die, daß das überragende Merkmal unseres Wirtschaftssystems der Trend ist, Gewinne zu privatisieren, Verluste aber zu vergemeinschaften. Nicht nur in Wirtschaftsbelangen, wo es allen so sauer aufstößt. Ob denn das nicht eine Übereinstimmung mit dem sozialstaatlichen Generalsatz der Versicherung gegen das Leben, als Grundstimmung der Generationen, ist?  Seit Jahrzehnten als Lebensgrundhaltung, die sich zum Generalnenner feststellen läßt, der auch auf die Rettungsaktionen im Rahmen der letzten bzw. aktuellen Wirtschaftskrise subsummieren läßt. Solch ein Leben läßt sich in einer Großstadt tatsächlich leichter organisieren.

Aber Konservativismus als Trend wird ja schon seit längerem beobachtet, und im übrigen vom Autor dieser Zeilen seit Jahrzehnten prognostiziert. Mit einer kleinen aber entscheidenden Einschränkung - daß er nämlich positivistischen Charakter haben wird bzw. hat. Denn er erwächst nicht aus einer kulturellen Gesamtbewegung, sondern als Reaktion.  Denn da ist noch etwas, was alle Erhebungen und Beobachtungen verzeichnen: Eine seltsame Mutlosigkeit. Und da will man gar nicht eine jüngst veröffentliche Umfrage zitieren, die den eigentümlichen Umstand bloßlegte, daß die Hauptsorge der heutigen jungen Menschen ... die Sicherheit ihrer Pensionen ist!

Schon gar nicht soll hier angeführt werden, daß es doch Merkmal des jungen Menschen immer gewesen war, NICHT an die Zukunft zu denken.  Ja, das ist ja gerade das Erfrischende an der Jugend, ich versteige mich sogar dazu: immer gewesen. Wo sich immer in der Jugend, die noch den ursprünglicheren Lebensquellen näher steht als der bereits in die Form hinein gewordene Erwachsene, Rebellion bemerkbar macht weil machen MUSZ. Es wäre seltsam, wenn das nicht mehr der Fall wäre.

Dem stellt der Autor dieser Zeilen eine merkwürdige andere Beobachtung zur Seite, deren autobiographischen Hintergrund zu vermuten dem Leser freisteht, aber selbstverständlich bestritten wird. Daß er die erschütternde Feststellung machen mußte, daß ihm Widerstand und Aufbegehren immer dann entgegentrat, wenn er geradezu die Anforderung stellte, sich GEGEN Trends und Massenerscheinungen des Zeitgeists zu stellen bzw. das überhaupt zu können. Da trat ihm eine Jugend entgegen, die das Recht auf Vermassung, das Recht auf Rundumversicherung, das Recht auf Totalversorgung einforderte! Dabei ist der Autor dieser Zeilen keineswegs ein Alt-68er, er bekam es nur mit deren Auswirkungen zu tun, wie ja jeder. Seine Ausbrechen als Jugendlicher, und manche meinen, es sei heftig gewesen, war zugleich ein Aufbegehren GEGEN dieses Versorgungsdenken, gekennzeichnet von gewissem Leichtsinn und Wagemut, sein Leben ins Meer hinauszustoßen!

Könnte es also nicht sein, daß dieser Trend zu traditionelleren Werten (Gänsefüßchen wären angebracht) in einen ganz anderen Rahmen zu stellen wäre? Wenn es nämlich so ist, wie hier behauptet wurde, daß die Lebenshaltung der Gegenwart in ihrem Grundzug die Absicherung gegen jene Ängste ist, die zu integrieren (denn das Nichts als existentielle Bedrohung ist niemals auszuklammern, immer präsent, es klafft unter ALLEM Sein, das in seinem Streben nach Konkretisierung und Bestand ja das Bollwerk gegen dieses Drohende bedeutet) und zu überspannen eigentlich der Weg des Lebens ist, wenn das also so ist, dann wäre dieser Konservativismus lediglich eine dialektische Ausformung eben dieses nihilistischen Grundgefühls!? 

Dann wäre der heutige Konservativismus nach nicht mehr als eine weitere Forderung an den Sozialstaat nach Konstanz, nach Absicherung der Situation totaler Versorgung und Rundumversicherung gegen alles. Nach Privatisierung der Nutzen, und Kollektivierung der Lasten, bei gleichzeitigem Anspruch auf den Nutzen des anderen. Des anderen! Und in einer Situation, in der durch gezielte Destabilsierung die Familien ihre Vorzüge nicht mehr ausspielen können, wird dann auch ihr Nutzen rationalisiert, wird sie utilitarisiert, und ... dem Staat, der Umgebung die Verantwortung für die Fruchtnießung ihrer Vorzüge überantwortet.

Denn in einer Situation, in der die Frau - nur als Beispiel zur Illustration - durch nichts mehr in existentieller Verpflichtung steht (auch die Kinderlasten werden ihr ja vielfach "abgenommen"), durch Einflußnahmen, die aus ganz anderen Ecken kommen als die um die es hier geht, ist es nur "wünschenswert", wenn eheliche Pflichten gestärkt werden, denn sie betreffen dann nur noch den Mann. (Stattdessen sind Unterhaltsverpflichtungen in den letzten Jahren sogar noch verschärft worden, ja es gab und gibt Diskussionen, sie auch auf außereheliche Verhältnisse umfassend auszuweiten!) Und das bei längst geschehener Dogmatisierung des Feminismus!

Nicht nur einen Fall kennt der Verfasser dieser Zeilen, wo Frauen sich völlig im Recht fühlen, ja mit "traditionellen Werten" argumentieren, und vehement auf die unlöslich ehernen Bande der Ehe hinweisen, den Mann, um sich selbst noch mehr dem Wesentlichen der Ehe - der Selbsttranszendenz auf ein Gemeinsames hin - im Namen ihrer "Eigenständigkeit" zu entziehen. Mit der amüsanten Spielart, traditionellere Verhaltensweisen großmütig zu "gewähren", solange es ihnen opportun erscheint.

Kurz: Kann es im Rahmen des heutigen gesellschaftlich, staatlich abgesicherten Defaitismus überhaupt eine Renaissance "konservativer Werte" geben? Oder ist die beobachtbare Wende zu traditionelleren Werten (und Rollenbildern) nicht längst nur noch eine zeitangepaßtere Spielart der Zersetzung, die nur die Zersetzung selbst im letzten Moment doch noch verhindern soll - durch Verpflichtung der ... anderen? Und ist deshalb nicht ihr Gesicht - als contradictio in adjectio - zwangsläufig voluntaristisch, um vor allem zu vermeiden, sich mit dieser menschlichen Grundangst - der Ungesichertheit des Daseins - auseinandersetzen zu müssen? Wird er nicht deshalb kaum mehr als Zitat bleiben, dessen wirkliche Kräfte ganz andere Wege gehen, und ihn also keineswegs als fundamentale "Umkehr" klassifizieren lassen?

Wer das emotionale Chaos einer "Hippie-Elterngemeinschaft" (und auf die eine oder andere Weise sind das heute fast alle Eltern) erlebt hat, ja der ist nicht selten unter jenen zu finden, die vehement die Vorzüge einer traditionellen Familie, mit Ordnung und Stabilität, preisen und fordern. Aber so gut wie nie unter jenen, die diese Knochentour der Selbsttranszendierung - gerade bei so fundamentaler Prägung durch Ungeformtheit, durch Vernachlässigung (die ist es, die ja bei "antiautoritärer", "freizügiger" Erziehung meist nur kaschiert werden soll) - auch gehen, die sie in Wahrheit  nur hervorbringen kann. Frei nach dem Motto: Wasch mich, aber mach mich nicht naß!

Und da wären wir denn da - bei Partnerschaft ohne Ehe, bei Ehe ohne (beiderseitige) Endgültigkeit, bei Religiosität ohne Religion, bei Nachwuchs ohne Anstrengung, bei Gemeinschaften ohne Verbindlichkeit und Belastung, bei Familien ohne Integrität. Und wer belastet, wer Spannungsaufbau verlangt, der hat einfach Unrecht. 

Kinder? Natürlich, sie sind ja so ein "emotionaler Gewinn", schreibt die NZZ deshalb. So dächte man wieder, schreibt sie. Und führt oben an, daß der Tend zu mehr Kindern mit der Errichtung von ... Abgabestellen zusammenhängt. Daß "emotionaler Gewinn" dabei auf positive, kurzfristige oder gar oberflächliche Gefühle reduziert werden könnte, ist nicht mehr im Blick.  Kinder ja, aber ohne daß sie den Lebensstil wirklich beeinflussen. Ein Ende des Individualismus? Ja, aber nur dort, wo er das brauchen würde, was erst individuell - weil zur Persönlichkeit - macht: Spannungstrage, Mühe im Aufbau, Niederlagen und Ausgeliefertheit. Denn nur so wird das Leben wirklich gesteigert - qualititativ, nicht einfach quantitativ.

Vor uns liegt deshalb ein Konservativismus, der genau das zu vermeiden versuchen wird, behauptet der Verfasser dieser Zeilen, ja der aggressiv werden wird bzw. ist: Er will die Vorzüge der traditionellen Lebensformen, aber er ist nicht mehr in der Lage und willens, deren Entstehungsbedingungen zu erfüllen. Er will ihren formalen Schein weil Nutzen. Aber nur, solange und wo es konveniert. Er fordert ihn sogar zum Trend, um in der Masse wieder untergehen zu können. Er will so sehr wie noch nie Willkür. Aber er will nicht mehr ihre Folgen. Das ist sie, diese Wende, und kaum mehr. Eine technizistisch geprägte Generation kann eben nur noch ... technizistisch denken. Und Technik heißt: Effektproduktion.
 

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Dienstag, 11. September 2012

Leidbilder und Trends

Zwar sei es von einem Geburtenboom noch weit entfernt, aber, so schreibt die NZZ, Zürich verzeichnet seit zehn Jahren einen deutlichen Trend zu Mehrkindfamilien. Mittlerweile seien bereits wieder über 4000 Kinder in Familien mit drei Kindern zuhause, und nicht nur bei Zuwanderern, sondern auch bei angestammten Schweizern. Mittlerweile ist es wieder hipp, mehr Kinder zu haben, und Zürich verzeichnet in einer Trendumkehr seit 2000 konstanten Geburtenüberschuß.

Über die Gründe kann nur gemutmaßt werden. Revitalisierungsprogramme für die Altstadt und leerstehende Industriegelände haben jedenfalls das städtische Wohnen wieder attraktiv gemacht. Nachdem Zürich verglichen mit den 1960er-Jahren mit deutlich über 400.000 Einwohnern auf heute etwa 380.000 fiel. Offiziellen Quellen ist zu entnehmen, daß als Ziel definiert wurde, bis zum Jahr 2025 wieder 450.000 Einwohner und mehr zu erreichen. Dazu müßte aber noch viel passieren, denn auch mit diesen Geburtenziffern mit jährlich rund 4.500 Geburten wäre mittelfristig durch die Alterspyramide (die über die Babyboomjahre der frühen 1960er einen Bauch nach oben schiebt, der sobald er das Sterbealter erreicht, also in 20, 30 Jahren, auch die Bevölkerungszahlen rasch nach unten fallen lassen wird) noch nicht einmal eine Stabilisierung der Bevölkerungszahlen möglich.



Schon länger, so die NZZ, sei aber in der gesamten westlichen Welt ein klar erkennbarer Trend zu konservativen Werten festzustellen. Ihn kennzeichnete

[...] stärkeres Interesse an den Religionen, weiße Hochzeiten, Begeisterung für Schwingfeste und die Tatsache, dass junge Schweizerinnen und Schweizer der EU gegenüber skeptischer eingestellt seien als ihre Eltern [...]

Das Single-Dasein werde zunehmend vom Leitbild zum Leidbild. Die Gemeinschaftsorientierung nehme wieder zu, und das lasse sich in einer Stadt einfacher verwirklichen. 

Vermutlich sind deshalb die gestiegenen Angebote für Kinderbetreuung ein wesentlicher Grund. Jährlich würden derzeit bei Züricher Kindertagesstätten 400 Kinder zusätzlich unterzubringen sein. Die jungen Frauen bemerken, daß Kinder nicht unbedingt ein Ende ihrer beruflichen Ambitionen bedeuten muß, so ein Stadtverantwortlicher. Und dann steht im Artikel ein bemerkenswerter Satz: 

Auch in den Zürcher Freiluftbars sind Kinder keine Seltenheit; man nimmt sie mit, macht etwas weniger lang Party, behält den kinderlosen Lebensstil im Grundsatz aber bei.
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Görlitz in der schlesisch-wendischen Oberlausitz
Der Trend zur Verstädterung ist schon lange auch in Österreich und Deutschland deutlich. Wie Erhebungen ergeben, wachsen die Großräume Wien und Graz seit Jahren stark. Während sich ganze Landstriche regelrecht entvölkern - wie die östliche, nördliche und westliche Steiermark (wie überhaupt der Alpenraum), oder der Voralpenbereich und das Waldviertel in Niederösterreich, samt dem südlichen Burgenland. Deutschland hat einen ähnlichen Trend zu verzeichnen. In der Altstadt von Görlitz, war unlängst in der FAZ zu lesen, stehen die Mieten bereits bei bis zu einem (1) Euro pro m2. Trotzdem fiel die Bevölkerungszahl der ostsächsischen Stadt in den letzten 20 Jahren auf die Hälfte, auf 55.000.

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Mittwoch, 6. April 2011

Radikaler Reaktionär

Was unterscheidet den Radikalen vom Reaktionär? Der Radikale lehnt die Gegenwart ab, und glaubt an eine beliebig formbare Zukunft. Man müsse nur die Umgebungsbedingungen ändern, die Seelentechniken verbessern und lückenloser machen - dann komme eine neue, bessere Zukunft.

Der Reaktionär ist pessimistisch, was die Veränderbarkeit des Menschen anbelangt. Auch er lehnt die Gegenwart als Verirrung ab, doch ist für ihn eine bessere Zukunft immer eine mehr oder weniger vollkommene Restauration eines idealen Anfangszustandes, keine Neueinführung. Dabei ist sein Bild von der Vergangenheit nicht verklärt - wie beim Radikalen nämlich, auch er referiert auf einen "Urzustand", der historisch verbogen wurde - sondern kritisch. Sein Ziel ist deshalb ein Idealbild, auf das sich die Geschichte immer bezieht, aber immer wieder verfehlt, das aber auch für die Zukunft Referenzbild sein muß.

Beiden steht der Konservative gegenüber, der die Gegenwart erhalten (oder eine Vergangenheit wieder errichten) will, und eine Veränderung - also die Zukunft - ablehnt. Seine Zukunft ist eine Rekonstruktion. Mit einer interessanten Logik: Jene, die die Gegenwart (e.a.) bewahren wollen, der Konservative also, der Zufriedene, ist in der Regel am wenigsten bereit, sein Leben hinzugeben. Denn der Mensch opfert sich für das, was man nicht hat - nicht aber für das, was man hat, ja: eher stirbt man, ehe man von etwas läßt, das man noch nicht hat.

Hoffer weist übrigens auf die Nähe des Radikalen zum Reaktionär hin. Besonders, wo es um nationale Belange - Ausdruck und Ort des Schaffens einer neuen Welt - geht, überlagern sich beide beträchtlich. Jüngstes historisches Beispiel ist Israel, oder Indien, wo diese beiden Kräfte Hand in Hand gearbeitet haben.

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Dienstag, 22. März 2011

Seltsame Zusammenfälle

Natürlich bricht ein gesellschaftliches System - wie eine Kultureinheit wie der Staat es ist - zuerst an den Rändern auf. Und man stellt es daran fest, als die unteren gesellschaftlichen Schichten sich mit äußersten (in dem Fall: politischen) Fragen zu beschäftigen beginnt. Aber nicht nur das - die Gedanken sind nur eine erste Warnstufe. Sie beginnen, das zuäußerst Fehlende in ihrem Umfeld nachzustellen. Es wird dort erste positivistische Regelung.

Deshalb sind Figuren wie Bonald, die in der Romantik immer häufiger waren, in diesen Hinsichten Symptom der Zeit. Und sie kommen aus dem "konservativen" Lager, denn das vollkommene Urbild (Bezugspunkt aller Romantik, aller Reformation) ist ihr Leitbild.

Was sie aber nicht bemerken ist, daß ihr Vorgehen - eben das positivistische Setzen des Ideals - dieselbe Handlungswurzel trägt, wie jede Utopie der Linken. Deshalb motiviert sich fast noch mehr als aus der Linken, aus der konservativen Rechten der Hang zum Totalitarismus, wie er sich im 20. Jahrhundert in allen politischen Coleurs endgültig abzeichnet.

Ja, im wesentlichen läßt sich diese Geisteshaltung bereits im Zentralismus der Jahrhunderte zuvor ablesen, die im aufklärerischen Josephinismus - einer Vorform des Totalitarismus - eine erste Spitze fand, die nahtlos - mit der solche Bewegungen ausläuternden Geistesmühle des 19. Jahrhnderts - in die politischen Systeme des 20. Jahrhunderts überging.

In dieser Haltung aber wird Konservativismus zu einem logischen Arm der Aufklärung, die den Grundsatz - daß nichts Richtiges durch Falsches erreicht werden kann - der abendländischen Metaphysik - zuhöchst aus persönlichen Gründen, um nicht das Wort "Defekten" zu verwenden, motiviert - im Satz vom "geringeren Übel" zu umgehen meint. Es ist also keineswegs verwunderlich, daß Bonald aus der Scholastik kam: diese Form des Totalitarismus kommt aus dem "Geist der Restauration", wie Robert Spaemann es formuliert.

Seltsame Koinzidenzen!




*220311*