Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Donnerstag, 22. Dezember 2022
Physik als nachgeordnete Hülle einer Matrjoschka (2)
Mittwoch, 21. Dezember 2022
Physik als nachgeordnete Hülle einer Matrjoschka (1)
Sonntag, 18. Dezember 2022
Gedankensplitter (1343) - Anbetung, Kuß, Existenz, Inkarnation, Archetyp
Freitag, 11. November 2022
Lust am Leben des Lebens
Dadurch erkennt (und umso mehr also liebt), und es schließlich OHNE ES ZU ZERSTÖREN, sondern durch hereinholende Überhöhung in ein dem Materialen DADURCH mögliches, aber durch das Mächtigere (=Geistige) implementierte, über es verhängte Gestalthafte formt.
Ja, richtig, Gestalt ist immer eine Form von Gewalt, von Staat, von Ordnungsgesetz, eins in allem also. Das Heilige ist so besehen das Gewaltsamste, das denkbar ist!
Das wie jede Gestalt nur aus EINER Gestalt stammt. Jener Gestalt, in der alle Gestalten enthalten sind, somit in der Linie Mensch - Gottmensch, Schlußstein wie Fundament der Schöpfung. IHS.
Dienstag, 11. Oktober 2022
Vom Irrtum gebaute Todeslager (2)
Montag, 3. Oktober 2022
Vermutungen, Theorien und Fakten (4)
Sonntag, 2. Oktober 2022
Vermutungen, Theorien und Fakten (3)
Samstag, 1. Oktober 2022
Vermutungen, Theorien und Fakten (2)
Freitag, 30. September 2022
Vermutungen, Theorien und Fakten (1)
Mittwoch, 28. September 2022
Transhumanismus - Gesundheit als Pflicht
Montag, 29. August 2022
Sein, nicht Funktion
Sonntag, 22. Mai 2022
Da stürzen Welten/schwanken Berge/brüllen Riesen/gröhlen Zwerge (3)
Und Frau ist Mann, und Mann ist Frau, und Gelb ist weiß, und weiß ist gelb,wo immer sich der Blick auch hebt, er findet nichts, ist all dasselb.Kein Ding mehr sich zu eigen nennt, kein Wort mehr Boden findet,
Die Welt versinkt zum Staub der brennt, in Sümpfen zu verschwinden.
(Gorolaukus Goroláyos Hegedüsböl, Ezek az Isten igeyel? Übers. vom VdZ)
Samstag, 21. Mai 2022
Da stürzen Welten/schwanken Berge/brüllen Riesen/gröhlen Zwerge (2)
Freitag, 20. Mai 2022
Da stürzen Welten/schwanken Berge/brüllen Riesen/gröhlen Zwerge (1)
Donnerstag, 24. März 2022
Wenn alte Nebenwirkung neues Wissen schafft (2)
Die Russen hatten in solchen Dingen schon immer viel Phantasie. Denn solche Tore hat die auf reiner Wissenschaftlichkeit aufbauende Sowjetunion jede Menge geschaffen, wie man so hört.(Siehe Anmerkung***)
Donnerstag, 27. Januar 2022
Wohin aber gehören wir?
Auch hier kann man die Völker in jene zwei Gruppen geteilt sehen, in die die Weltbevölkerung zu zerfallen scheint.
Die Gruppe der matriarchalen Diebe - Deren eine, größere, nach außen homogenere ist die, die als Teil eines von der offiziellen Staatsmacht geforderten, protegierten und vertretenen Narrativs (salopp formuliert) alles tun und gutheißen². Denen eine Logik als Rechtfertigung dient, die als allem zugrunde liegend, aufgrund der mit Medienmacht behauptet zugrundliegenden und verbindlichen Moralsätze - "Menschenrettung", "Weltrettung", "Klimarettung", "Gesundheit", "Solidarität", "Schutz", "Sozialbudgetentlastung", im Grunde ist das unbegrenzt, es geht hier um Sprachdiebstahl, um Entwendung der Nomina, die auf einen neuen Hintergrund, auf eine neue "Sprache hinter der Sprache" (Heidegger) aufgesetzt werden, also um das, was man mit Schizoidität bezeichnet** - als Bezugspunkt hat.
Sonntag, 18. April 2021
Nur die Ebenen, die man sucht (3)
Teil 3) Und dieser Punkt ist der des Essens.
Den definitiven Hinweis verdankt der VdZ den Schriften der Heiligen Hildegard von Bingen, der ihm einige Gedankenfäden, die er seit langem verfolgt, erstmals zu verknüpfen half. Denn die Nähe des Verdauens zum Erkennen ist ihm schon lange klar. Hier geht es aber ums Essen.
Hildegard weist darauf hin, daß das Essen der verbotenen Frucht notwendig war, weil nur so die Herrschaft über den Menschen möglich war. In der Transformierung der Galle, diesem Zentrum des Geistes im Menschen. Das vor der Sünde wie ein Diamant strahlte, sodaß sich der Mensch aus diesem Grunde nicht als "nackt" wahrnahm. Weil seine gesamte Wahrnehmungsebene das rein Materielle überstieg. Er sah nur den Glanz des Himmlischen, das durch seine Galle, die dafür stellvertretend steht, ausgestrahlt wurde. Nach der Sünde fehlte dieser Glanz. Deshalb nahm sich der Mensch mit einem Mal als "nackt" wahr.
Das Wesen der Schöpfung ist nunmehr, daß eines vom Selbstopfer des anderen lebt. Leben also über eine Trägerschaft - stellvertretend, nicht "materiell", also nicht magisch! nicht als Funktion, sondern in Eingebettetheit in Haltungen des empfangenden Wesens (Mensch, Tier etc.) - weitergegeben wird. Damit wurde auch die Sterblichkeit über ein Irdisches, die Frucht vom verbotenen Baume, vermittelt. Dieser Akt des Essens war also entscheidend, und die Versuchung der Schlange bezog sich ausdrücklich darauf: Eßt! Dann werden Euch die Augen aufgehen.
Das heißt NICHT, daß jeder Apfel diese Wirkung hat. Das heißt nicht einmal, daß die Apfelsorte (sagen wir es der Illustration wegen so simpel) des verbotenen Baumes diese Wirkung hatte. Es war die Eingebettetheit in eine geistige Wirklichkeit, die im Verstoß gegen den Gehorsam über die Materialität des Apfels real vollzogen wurde.
Somit wird auch das himmlische Leben (noch einmal: im Materiellen stellvertretend, als Zeichen!) über die Hostie weitergegeben (und nicht ohne sie! Jesus sagt ganz klar: Wer mich ißt ... Wer nicht, der nicht! Aber auch diese irdisch-wirksame Wirklichkeit, die einer Verbindung von Himmelsgeist und Schöpfung entstammt wie gleichkommt, ist ebenfalls keine Technik. Sie ist von einem Ordnungsgefüge abhängig.
Weshalb es lächerlich ist darüber zu diskutieren (wie es der VdZ mehrmals erfahren hat), ob auch ein Laie "gültig konsekrieren" kann. Weil es auf diese Ordnung ankommt. Und die ist durch keine Materie zu ersetzen, oder auf jene zu reduzieren. Und zwar auch nicht in umgekehrter Richtung, in "Geist ohne Trägermateria" (wie es die Gnosis behauptet, um sich von der haptischen, realen Hierarchie der Kirche, also der Realität der Ordnung zu emanzipieren).
Aber nun wird auch klar, warum im Schamanismus gegessene Früchte (meist Pilze) zur "Verbindung mit dem Jenseitigen der Geisterwelt" (oder wie immer man es nennt, wie gesagt, sämtliche Begriffe im Schamansimus bleiben nebelhaft und ungeklärt, also ohne Philosophie und Logik, aber mit viel "Narrativ") eine so große Rolle spielen. Meist wird erst über Gegessenes das "Spirituelle" in den Schamanen real, die sich über Gegessenes (Psychedelika) mit der Geisterwelt verbinden (wollen).
Hierin eine Ahnung der Bedeutung des Essens für die Himmelsmechanik in der Welt des Geschaffenen zu erkennen, ist nicht schwer. Und sie ist so alt wie die Menschheit, weil sie auf deren Erinnerung ans Paradiesische zurückgeht, also an die wahre, wirkliche Wirklichkeit, wie sie dort noch zu erkennen war (aber mehr und mehr ins Vergessen absank; je länger die Menschheit davon entfernt war, desto rascher und vollständiger wurde vergessen, desto mehr also auch verändert, verbogen und verfälscht.
Aber das Opfer, das als Akt erst ein selbstloses Schenken (bei manchen Völkern sogar im Akt des Vernichtens - man denke an manche Form des Potlatch - deutlich gemacht) an Gott war. Und schließlich, in der Hitze des Ewigen Feuers verwandelt, als Himmelsspeise zurückerhalten und im Opfermahl verzehrt wurde. Als dem wahrlich Gemeinschaft (in Gott) stiftenden Mahl, das zum Lebensquell des nun folgenden Alltags wurde (als Sonntag).
Aber es ist im Schamanismus eine Ahnung, die ins Selbstherrliche übergeleitet wird. Weil am Fuße des Schamanismus eben die Gnadenverhinderung selbst steht ... der Hochmut des Subjektivismus als Selbstvergötterung. Im Götzendienst des Mechanistischen, in dem der Welt ihre Würde genommen wird. Damit im Aberglauben.
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Samstag, 17. April 2021
Nur die Ebenen, die man sucht (2)
*Der Schamanismus ist übrigens auch in Sibirien, wo er sehr häufig war und ist und worauf sich auch im Film einige als legitimierende Referenz beziehen, keineswegs überall gut gelitten; vielfach werden Schamanen von den Ureinwohnern nicht nur abgelehnt, sondern sogar als Schadobjekte gesehen, die es auszutilgen gilt. Übrigens spricht noch das Theologische Lexikon von 1892, auf das der VdZ gerne zurückgreift, weil es so universal die Begriffe aufarbeitet, davon, daß der Schamanismus auch in Ungarn ein virulentes Problem ist.
Der allen Aufklärungsversuchen widerstanden hat, und unter der Oberfläche vor allem in Mittel- und Ostungarn, also in den weiten, eher dünn besiedelten Hügel- und Pusztaregionen eine große Rolle spielt. Was sich mit der Beobachtung deckt, die sich sehr logisch entwickeln läßt, daß Völker der Steppen zum Pantheismus und Panentheismus neigen, und also zum Subjektivismus, aus dem sich das Schamanentum speist. Und tatsächlich ist der VdZ auch hier bereits Schamanen begegnet, die sich (wie immer) an ihn wie Kletten geheftet haben, um ihn zu versuchen und zu plagen. Gegen die Tatsache, daß sich heute Schamanen vor allem aus den Großstädten erheben (und dann erst aufs Land ziehen) - Großstadt und leere Ebene sind Synonyme.
Nicht weniger als die damit einhergehende, fast unausbleibliche Selbstüberhebung: Arroganz, Hochmut (in ihrem bevorzugten Gewand, der selbst diagnostizierten Demut der Selbstauflösung) und der Schamane sich zum Priester erklärt. (Ganz im Gegensatz zum "Priester" als Mittler, der über die konkrete Welt gerufen werden muß. Selbst der Gottmensch Jesus brauchte eine irdisch faßbare Sendung, was die Bedeutung des Propheten Johannes der Täufer begreifbar macht.
Denn Subjektivismus und schöpferische Existenz liegen im Habitus direkt nebeneinander. Der Künstler ist jene Materia, jenes irdische Gefäß, das sich der Geist sucht. Geist und (letztlich materielles, dingliches, irdisches!) "Jenseitiges", auf das sich der Schamanismus bezieht (das nie, und das sagt ja alles, von der Empfindungsebene getrennt werden kann, während es - durch die Irrationalität - geistig nicht geordnet werden kann, das Einströmen als immer zufällig und damit, was denn sonst, dämonisch wird) sind aber ontologisch diametral entgegengesetzt.
Und deshalb durch eine Haut getrennt, die nicht durchlässig zu halten nicht immer leicht ist. Gerade heute, wo der öffentliche Diskurs völlig von der Stringenz der Wahrheit entfernt, ja letztere zum Todfeind erklärt hat, können viele Künstler sie nicht halten. Weil ihnen das Messer des Geistes fehlt, das in diesen Zeiten schon in den Fundamenten scharf wie eine Rasierklinge sein muß. Weshalb unter den wirklich Klugen die Meinung nicht selten ist, daß in solchen Auflösungsperioden nur noch der Schriftsteller als Prophet weil Dichter steigen kann, darf und sogar muß. Während der VdZ feststellt, daß unter den "Kollegen im Fach" das Esoterische, Magische, Irrationale zur wirklichen Pandemie wurde.
Man findet aber die Geister, die man sucht! Und sie finden sich auf jenen Ebenen, die man selber aktiviert hält. Und das ist eine Frage des Teilhabens an der personalen Wahrheit.
Wollen wir dennoch auf einen Punkt noch näher eingehen. Der sich im Schamanismus methodenhaft findet, also prinzipiell falsch ist, weil technisch aufgelöst, damit Magie wird, die das Transzendentale beherrschen will. Ein Widerspruch in sich, weil die Grundhaltung für das Einströmen des Geistes diesen prinzipiell verhindert.
Morgen Teil 3) Und dieser Punkt ist der des Essens.
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Freitag, 16. April 2021
Nur die Ebenen, die man sucht (1)
Neben der Arbeit an einem Text über den so selten zu findenden schmerbauchigen, grünen, doppelröhrigen Knollenblätterpilz - der grün nicht deshalb geheißen wird, weil er grüner Farbe ist (er ist vielmehr violett- bis blaugetönt, mit einem leichten Stich ins Rosenrote, vor allem am Stiel, wo er sich mit Signalrot die Oberfläche teilt), grün wird er geheißen, weil er scheinbar nie die Phase der Unreife verläßt, ein wahrlich seltenes Naturphänomen, auf das sich aber vermutlich die vielgerühmte Kicherwirkung in zu Schnaps gebranntem Zustand zurückführen läßt - läuft auf Servus TV ein Film über "Alpenschamanismus".
Es genügen wenige Minuten (der Leser mag es selbst überprüfen) um zu sehen, daß nur und zum tausendsten Mal ein uralter Käse neu aufgekocht wird. Wieviele Schamanen der VdZ kennt oder kannte? Viele. Viele. Für ein, für sein Leben zumindest sind es auffallend viele, die eines Tages verkündeten (und die Freundschaft damit meist auch aufkündigten), daß sie nunmehr "Schamanen" seien.
Das ungeheure Begriffswirrwarr, das auch in diesem Film "Alpenschamanismus" auftaucht, ist eigentlich schon genug Aussage über das Wesen des Schamanischen. Begriffe wie Geist, spirituell, Energie, göttliche Kräfte, Heilung, Selbstfindung usw. usf. fliegen einem nur so um die Ohren. Die alle genau das nicht sind und vollziehen, was behauptet wird, nämlich SPIRITUELL zu sein. Der Schamanismus* macht vielmehr aus Geist ein physisches Phänomen, und die eigene Geistigkeit (Spiritualität) zum technischen Prozeß, zur Mechanik.
Wie anders ist das katholische Ritual. Das zwar ebenfalls davon ausgeht, daß nur im physischen Vollzug eine heiligende und heilige Handlung vollzogen ist, das aber das Physische als Zeichen für einen dahinterliegenden, die Physis bestimmenden (also zuvor seienden) Akt sieht. Dieser geistige Akt muß auf der Grundlage des Logischen und eingebettet ins Vernünftige stehen. Das Ritual zeigt somit ein Durchdachtes, und keine (katholische, also allumfassende) Spiritualität, die nicht in sich ein metaphysisches wie physisches Gedankengebäude an. Das, weil es im letzten in Gott gründet alle Eigenschaften haben muß, die auch auf ihn zutreffen müssen, sonst kann man von einem Gott gar nicht sprechen. Worunter Widerspruchsfreiheit nicht die letzte ist. Gott entzieht sich somit nicht der Rationalität, sondern er durchgeistigt sie erst. Hebt sie somit vom rein physischen Akt des rein physischen Sprechens und Vollziehens hinein in seine lebendige Gegenwart, verbindet das Irdische somit ins Himmlische.
Das Schamanische bleibt irdisch, auch wenn es das genaue Gegenteil behauptet, das somit zur glatten Lüge wird. Schizoidität gehört deshalb zum Grundmerkmal des Schamanen, der mit seinen Gesten eine Gutheit behauptet, dem das wirklich Wirkliche seiner Handlung entweder nicht entspricht, oder dem es sogar widerspricht. (So in der Sage von den "weißen" magischen Kräften.)
Ja natürlich kann es sein, daß sich hier tatsächliche Wirkungen zeigen. Aber die sind immer Desintegrationen! Das heißt daß der "behandelte" Mensch zu einer Desintegration von Teilen und Ebenen von ihm versucht wird. Die natürlich nur zum Teil gelingen kann, aber immer Schäden fürs Insgesamt hervorruft. Die, weil geistig, eben NICHT gleich physisch zu erkennen sind, mit den Augen, den Ohren, allen Sinnen. Sondern die sich in der geistigen Tendenz eines Menschen, diesem Streben nach Endgültigkeit, oft viel später erweisen. Erst erweisen - wenn es ums Ganze geht.
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und zur Bedeutung des Essens
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Mittwoch, 18. November 2020
Kernschmelze im Reich der Mitte (1)
Wir wollen nur einige der Punkte herausgreifen, die Englert in diesem Vortrag an der Uni Koblenz erzählt. Und dabei prüfen, wie sie sich ins Gesamtbild fügen, das sich bei uns zu bilden beginnt. Nachdem wir von den ersten Hollywood-Erzählungen über Glanz und Glorie eines kommunistischen Landes, das angeblich den freien Markt des kapitalistischen Westens (welch ein Euphemismus - freier Markt oder gar Freiheit und Kapitalismus!) entdeckt hat, erholt sind. Die uns den Blick so schwer getrübt haben, daß wir Schwierigkeiten haben, ein konsistentes Bild von China zu formen.
Bei Englert dürfen wir endlich aufatmen. Denn in seinen Ausführungen finden wir jene Linie, die das Phänomen zusammenhält - China. Diesem Land, das von sieben Personen (sic!) gesteuert wird, die nicht nur auf einem Sockel von zweihundertfünfzig Abgeordneten und noch einmal neunzig Millionen Parteimitgliedern der KPCh stehen, sondern die selbst wiederum an einem Punkt zusammenlaufen, dem Kern.
Und dieser Kern ist eine Person. Xi Jinping.
Der einen Zentralismus, einen Despotismus bedeutet, wie er seit je den Osten des eurasischen Riesenkontinents bestimmt hat. Sämtliche Völker und Länder des Ostens, ob nah oder fern - ob das was wir heute als muslimischen Raum bezeichnen, ob Südostasien, Ostasien, Mittelasien ... - haben seit je eine Tradition der gottgleichen Stellung eines Alleinherrschers.
Die so attraktiv und "praktisch" ist, daß sie immer schon europäischen Herrschern eines ähnlich ehrgeizigen Zuschnitts wie den des Stauferkaisers Friedrich II. oder in der Erscheinung des Absolutismus (sämtlich von Friedrich II. übrigens vorbereitet, das eine hätte es ohne das andere nicht gegeben, Machiavelli war dazu nur die passende Kommentarfunktion), auch für diesen Kontinent des Abendlandes eine große Versuchung bedeutet hat.
Dieser Alleinherrscher ist heute Xi Jinping. Und was er im kommunistischen System, das in seiner Machtpraxis einem Zirkelschluß gleicht, aufgebaut hat, ist selbst wiederum das Destillat russischer Zustände.
In beiden, in nucleo kommunistischen, aber kapitalistisch verbrämten Ländern hat sich der momentane Herrscher gewissermaßen "verewigt", also das System so angepaßt, daß nicht nur aktuell alle Fäden bei ihnen zusammenlaufen, sondern das auch so lange bleiben, bis sie tot sind.
Denn selbst, wenn wir (und so ließe sich selbst ein Scholl-Latour mißverstehen) die geopolitische Lage Rußlands (und Chinas) aus dem Selbstbehauptungsinteresse der Länder "verstehen", dann vertreten wir nichts als jenen Total-Relativismus, der sich auch in China manifestiert. Und warum? Weil er keine absolute Ideenbasis kennt, sondern alles Sein aus der Geschichte gezeugt wird. Die als Emanation des absoluten Geistes gesehen wird.
Und das, werte Leser, steht hinter den bei uns von manchen ("rechten") Kreisen propagierten Vordenkern wie Alexander Dugin oder Martin Heidegger (auf den sich Dugin selbst bezieht) ihr "Identitäts- als Selbstbestands-Recht" aller Völker ist nicht nur nichts als Relativismus, sondern es ist der Materialismus des Hegelschen Systems.
Es ist absurd, und zwar im wahrsten Wortsinn, wenn WIR mit den Augen DES ANDEREN denken. Und das hat sich bei uns längst eingeschlichen und etabliert. Bei den "Putin-Verstehern" oder den "China-Verstehern." Womit wir uns schwer tun ist dies als das zu begreifen, was solche Denkweise von Anfang an war: Strategisch etablierte Denkweise aus dem Kommunismus heraus.
Dabei spielt das Unverständnis, das der abendländische Mensch für die Mentalität dieser (östlichen) Völker und Menschen hat, eine bedeutende Rolle. Denn uns ist nicht nachvollziehbar, was diese Länder und Menschen im Innersten charakterisiert.
Die nicht kommunistisch "wurden", sondern die aus sich heraus jene Strukturen und Gerichtetheiten aufweisen, die sich unter dem Deckmantel des Kommunismus am besten zur Gestalt bringen. Aus dem sie ihrer wesenhaft eigenen Ausrichtung auf die Beherrschung der Welt - was meint der Leser, woher der von den Chinesen selbst geprägte Begriff "Reich der Mitte" kommt?! - den "wissenschaftlichen Unterbau" hinzufügen konnten.
Und dieser, in der Aufklärung längst auch unserer gewordene Wissenschaftsbegriff in seiner gesellschaftlichen, politischen Stellung und Anspruchskraft ist ein Zwangssystem. Das den Menschen mit der Behauptung aufoktroyiert wird, daß er das "alte, überholte" System der Wahrheit der Kirche weil tauglicher ersetzt und ersetzen muß. Daß der Rationalismus sich nicht nur nicht aus sich selbst begründen kann, sondern daß er genau deshalb auf einem Glauben aufruht, wurde gefließentlich übersehen (wenngleich tatsächlich "wissenschaftlich" bewiesen!). Er ist eben Zwang. Und Diktatur.

