Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 31. Januar 2018

Frauen reden gern über ihre Gefühle - haben sie aber nicht

Eva-Maria Zurhorst, Bestseller-Autorin und Paartherapeutin, in einem Radio-Interview:

Beziehung ist ein Vorhaben, eine Aufgabe - kein Zustand, von dem man einfach unbegrenzt zehren kann. Ich habe erst nach zehn Jahren realisiert, was es heißt: Bis daß der Tod uns scheidet. Denn dann haben wir kirchlich geheiratet. Paare sollten aber die "Welle" der anfänglichen Verliebtheit nutzen und gleich heiraten. Denn die Krise kommt sowieso! (Erst dann aber entwickelt Beziehung Sinn.)

Frauen reden zwar oft und gern über ihre Gefühle - sie haben sie aber meist nicht. Hier wird das Problem der Projektion schlagend, wo man dem anderen vorwirft, woran es einem selbst mangelt.






*Jänner 2008*

Mutationen sind Rückbildungen

Obwohl es für manchen Leser schwierig oder gar eine Zumutung sein könnte, dennoch ein weiterer Vortrag von Michael Behe, diesmal gehalten an einer Universität in Toronto. Darin zeigt Behe aus der naturwissenschaftlichen Forschung, daß es einen Grundsatz bei "Mutationen" gibt, die nach Darwins Gesetzen "funktionieren", die man also als Anpassungen sehen kann, die ein Überleben erleichtern oder ermöglichen. 

Behe zeigt, daß alle diese Evolutionen Reduktionen sind, vergleichbar dem Verhalten des Bösewichts Joker, der in Anbetracht des herannahenden Batman eine Brücke sprengt, sodaß ihn dieser nicht erreichen kann. Menschliche (und nicht nur solche) Genmutationen sind zu 99 Prozent genau das: Sie " brechen" ein Gen auf oder ab, das als Brücke für eine Gefahr dienen kann, oder setzen es außer Funktion. In diesem Fall bei der Malaria, die aufgrund der hohen Fallzahlen und des guten Studiums der Erreger ein gutes Objekt für diese Art der Evolutionsforschung sind, und allseits dafür gehalten werden. Teilweise bedeuten Abwehrmutationen sogar einfach neue Krankheiten, gegen die man schon gar kein Gegenmittel kennt.

Damit gleicht dieser "große Menschenversuch" genau den Ergebnissen, die Mutationsbeobachtungen im Labor (bei Großversuchen) bei einfachen Lebewesen (wie Bakterien) ergeben. Wo man ebenfalls hohe Generationszahlen beobachten kann, bei E-Coli-Bakterien (dem diesbezüglich berühmtesten Langzeitversuchs von Lenski) hat man mittlerweile Überblick über 60.000 Generationen. Wenn es zu Mutationen kommt oder kam, so sind es Rückbildungen.

Wie immer man das sehen mag - diese Belege sind alles andere als jene Resultate, die man im Sinne einer erfolgreichen Evolution (von unten nach oben) erhoffen würde. Darwinsche Evolution bzw. Mutation durch Zufall oder Unfall könnte allerdings durchaus als "hilfreich" gesehen werden, aber sie ist es immer durch Reduktion, sodaß sich diesem Mechanismus gemäß der genetische Pool der Lebewesen mehr und mehr einschränkt, nicht erweitern würde, je spezifischer die Lebewesen ausgebildet sind. Es kann gut durch darwinsche Evolution erklärt werden, daß die Augen von Fischen, die in Höhlen leben, erblinden. Es kann aber nicht erklärt werden, warum diese Fische überhaupt Augen hatten, und wie diese gemäß einer Evolution entstanden sein sollen.

In der dem Vortrag folgenden Diskussion (nach ca. einer Stunde) entpuppt sich übrigens auch die prinzipielle, philosophische Schwäche und Fragwürdigkeit des Konzepts des "Intelligent Design". Was Behe vorstellt, ist nämlich ein Konzept einer graduellen, kontinuierlichen, "geführten" Entwicklung, die sehr wohl "von unten nach oben" geführt hat. Aber das zu denken ist schlicht und ergreifend ein (schwerwiegender) Denkfehler, in dem ein teleologisches Konzept wie Intelligent Design erst recht nicht gedacht werden kann. 

Intelligent Design ist auf eine Weise also ein untauglicher, frommer Versuch, die naturwissenschaftliche Behauptung der Evolution, die sich aus der Biologie nicht und nicht belegen läßt, wenigstens durch die Einführung "einer planenden, leitenden", damit historischen (sic!) Intelligenz zu taufen. Dem aber die eigentliche Metaphysik als erstes Denken über die Physis, also die Dinge der Welt, nach wie vor fehlt. Rein innerhalb der Naturwissenschaft (bzw. einer Naturwissenschaft) aber können niemals ihre eigenen Parameter entstehen. Wenn man das dennoch versucht, so vernebelt man, daß die Naturwissenschaft bereits auf der Metaphysik aufbaut, und zwar immer. 

Solange dieses Glied fehlt, wird die Theorie des Intelligent Design immer an das Problem des Kreationismus bzw. des Fideismus (hier: "Bibelgläubigkeit" im protestantischen Sinn) stoßen, und allerhöchstens den Evolutionismus da und dort in Frage stellen, aber kein vernünftiges (wissenschaftliches) Gegenkonzept offerieren können.










*080118*

Dienstag, 30. Januar 2018

Immer neuer Durchbruch des Lebens

Bote inmitten aller Winterkälte und Fäulnis. In einem Samen läßt sich nichts mehr material messen. Er ist technisch "tot." Dennoch bricht Leben jedes Jahr neu durch. Weil es nicht weltimmanent ist, geht es auch nicht den Lauf der Materia. Diese ist nur Auffangschale. Die sich im Tod - wartend - ganz beiseite räumt, um dem Leben wieder Raum zu geben, das ihre Materia neu durchwest und zur Gestalt führt.

Am Spaziergang in diesen Tagen - die ersten Märzenbecher.


Photo: Elisabeth





*290118*

Eine wissenschaftliche Revolution

Die Evolutionstheorien gehen davon aus, daß sich aus kleinsten Mutationen Überlebensvorteile entwickelten, die sich nach und nach durch je weitere zufällige (sic!) Mutationen zu immer komplexeren Apparaturen entwickelten, die aber immer und auf jeder Teilstufe dadurch überlebten und sich weiterentwickeln konnten, weil sie eben Vorteile boten. 

Der amerikanische Biochemiker Michael Behe war früher genau derselben Ansicht, und seine Forschungskarriere an den renommiertesten Universitäten der USA war ganz darauf aufgebaut, diese Mechanismen zu untersuchen. Er war völlig von der Evolutionstheorie überzeugt, schon gar weil doch stimmen mußte, was so gut wie alle ihm bekannten renommierten Wissenschaftler vertraten? 

Bis ihm immer mehr Zweifel kamen. Denn er entdeckte immer mehr Mikro-Mechanismen, die ab dem Moment keinen Sinn ergaben, also auch keinen Überlebensvorteil bieten konnten, in dem auch nur ein Teil ihrer komplexen Funktionskette fehlte. Was also sollte hier Teil um Teil entwickeln, wenn jeder Teil, jede Stufe VOR einem solchen komplexen und vollständigen Mechanismus sinnlos ist? Jede Stufe VOR der Vervollständigung des gesamten Mechanismus mußte also nach Ansicht des Evolutionismus entweder wieder ausgeschieden werden, oder sie hat (mit weniger Bestandteilen) eben eine völlig andere Funktion. Es wird aber niemals beobachtet, daß für sich funktionierende Teile zu einem neuen, größeren Apparat "zusammengesetzt" werden.

Ein solcher Streit wurde sogar 2004 vor Gericht ausgefochten, weil sich ein Schuldistrikt in Pennsylvania erlaubt hatte, die Schüler seiner High-Schools darauf aufmerksam zu machen, daß es auch wissenschaftliche Theorien gibt, die die Annahme einer Evolution zu widerlegen behaupten. Das hatte einen gewaltigen Sturm durch Evolutionisten bewirkt, die die Rücknahme dieses offiziellen Schreibens verlangten, weil sie behaupteten, die Annahme eines "intelligent Designs" sei nicht wissenschaftlicher, sondern religiöser Natur.

Aber nicht einmal der Darwinismus geht davon aus, "zufällig bestehende", "herumliegende" Einzelteile würden zu einem neuen Mechanismus herangezogen werden können. Dem entspricht einfach keine Empirie. Auch Darwinisten wissen, daß jedes Teil auf ganz besondere Weise dem Gesamtmechanismus zugepaßt sein muß, in dem es nun vorkommt. Ein quasi stufenweiser, evolutionärer Aufbau komplexer Mechanismen (aus zuvor weniger komplexen) kommt nicht vor. Am Beispiel des Flagellums der Bakterien läßt sich sogar zeigen, daß einfachere Stufen Reduktionsstufen vorher komplexerer Stufen sind. Zwischenstufen hingegen würden immer aussortiert werden, solange sie nicht vollständig sind. 

Die Annahme evolutionärer Prozesse aber, die bestehende Strukturen neuen Funktionen eingliedern könnten, ist naturwissenschaftlich-evolutionär gedacht nicht haltbar. Zu vielfältig und komplex und widersprüchlich sind selbst kleinste solcher dann notwendigen (zufälligen) Anpassungsprozesse. Auch darauf geht der Film ein. Von einer koordinierten Mutation auch nur zweier Proteine auszugehen würde eine Wahrscheinlichkeit bedeuten, die absurd niedrig und damit unwahrscheinlich ist. Das gilt noch mehr bei weiteren solcher notwendigen koordinierten Anpassungsmutationen.

Ergänzend dazu wird ein bekanntes Experiment der Michigan Universität vorgestellt, wo seit Jahrzehnten Bakterien untersucht werden. Im Laufe dieser für Bakterien langen Zeit wurde aber von den Bakterien selbst nicht ein einziges neues Protein "evolutionär" entwickelt. Stattdessen zeigen solche Experimente, daß zufällige "evolutionäre" Mutationsprozesse immer eine Degradation, einen Informationsverlust zur Folge haben, niemals eine Höherentwicklung.

Solange ein Mechanismus nicht vollständig ist, funktioniert er aber auch nicht, und es gibt keine Begründung, keinen Beleg dafür, daß und warum sich einstweilen sinnlose Zwischenstufen in einer Evolution so lange aufrecht erhalten sollten, bis sie einen neuen, komplexeren Mechanismus ergeben.

Stattdessen ergibt die Forschung, daß wo immer man in Teile biologischer Mechanismen hineinschaut, sie noch weitere, noch mehr irreduzibel komplexe Systeme voraussetzen.

Dabei gibt es gerade im Bereich der Mikrobiologie - die erst seit einigen Jahrzehnten aufblühen konnte, weil man erst nach und nach die aufwendigen Apparaturen entwickelte, um auf dieser Mikro-Ebene auch Beobachtungen, Untersuchungen, Experimente zu machen - jede, wirklich jede Menge solcher "Maschinen". Ja, selbst die kleinsten, winzigsten Zellfunktionen sind in Wahrheit hochkomplexe Gesamtvorgänge, die allesamt eine Evolutionsannahme nicht stützen. Sie stützten vielmehr eine Sichtweise, die davon ausgeht, daß alles, wirklich alles in der Natur auf eine überwältigende Weise geplant, weil aufeinander hingeordnet ist. Nichts ist zufällig, nichts ist überflüssig, nichts prinzipiell mangelhaft. Wo immer man hinsieht kann man davon ausgehen, daß es einen Sinn hat, warum also alles und warum genau an seinem Platz zu finden ist.

Je mehr er forschte, desto sicherer wurde er sich, und so schrieb er das aufsehenerregende Buch "Darwin's Black Boxes", in dem er erstmals den Darwinismus kritisch unter die Lupe nahm. Und in dem er das entdeckte, was er mit "Black Boxes" umschrieb - das die Evolutionstheorien mit jeder Menge (!) an unerklärten Annahmen arbeiteten, von denen man allerhöchstens annehmen konnte, daß man sie irgendwann einmal klären oder empirisch belegen konnte. So viele dieser black boxes entdeckte er, daß er an der Gesamttheorie immer deutlicher zu zweifeln begann. Es mußte allem ein Plan vorausgehen, in dem sich die Teile dieser Mechanismen gezielt auf den Gesamtmechanismus zu entwickelten. Dieser war nicht epiphänomenal, also das nachträglich hinein interpretierte Ziel einer Teilentwicklung, sondern es war viel plausibler, einen solchen a priori anzunehmen.

Denn das entspricht auch allem, was wir beobachten können. Was immer wir in der Welt beobachten, hat Intelligenz zur Grundlage, und wir schließen aus dieser Geplantheit, in dem jeder Teil irgendwo Teil eines Ganzen ist, auf den Sinn. Ohne die Annahme von Sinn - und dessen Erkennbarkeit - ist damit jede Forschung sinnlos, zumindest in ihren Annahmen rein willkürlich.

Man hat dem Katholiken Michael Behe vorgeworfen, daß er Religion und Wissenschaft vermische. Aber Behe betont, daß er niemals aus religiösen Gründen die Evolutionstheorie abgelehnt hatte. Vielmehr war ihm die Notwendigkeit, einen Schöpfer anzunehmen, eine ultimative Notwendigkeit gewesen, weil die Belege aus seiner rein naturwissenschaftlichen Forschung einfach keinen anderen Schluß mehr zugelassen haben. Während nichts dafür sprach und spricht, eine Evolution bzw. den Darwinismus anzunehmen.

Der Film hat sehr schöne Passagen, in denen er einerseits andeutet, mit welchen Mitteln heute Kritiker des Darwinismus verleumdet und unterdrückt werden, in denen er andererseits den Anspruch deutlich macht, daß es sich bei diesen Kritikern keineswegs um fanatische Religiöse handelt, sondern daß sie in der Regel aus ehrlichem Erkenntnisdrang auf ganz andere Lösungen kamen und kommen als der Mainstream nahelegt. Der Vorwurf der wissenschaftlichen Untreue trifft eher ... ganz andere.

Der Film trägt dazu bei zu begreifen, daß eine Kritik, gar eine Ablehnung des Darwinismus aus wissenschaftlichen Gründen erfolgt und möglich ist. Übrigens: Immer schon. Und in den 1920er/1930er Jahren galt in naturwissenschaftlichen Kreisen der Evolutionismus bereits als tot, als widerlegte Theorie. Nur nannte man es nicht "intelligent Design", sondern Feldtheorie etc. Denn SO wie der Darwinismus behauptet hat, kann es ganz sicher nicht gewesen sein. Daß diese wissenschaftliche Erkenntnis nach 1945 regelrecht unter den Teppich gekehrt und der Evolutionismus neu aufgetischt wurde, hat ganz andere als wissenschaftliche Gründe. Denn wer sich mit der damaligen Forschung etwas auseinandersetzt wird den Eindruck nicht los, daß die heutige Naturwissenschaft der damaligen weit hinterherhinkt. Von Schöpfung überzeugt zu sein ist also keineswegs eine Frage eines blinden Glaubens an Schöpfung ("Kreationismus"), wie oft in verleumderischer Absicht behauptet wird, dem ein vorgeblich rationales Erweisen von Evolution gegenübersteht.

Seit 20 Jahren forscht Michael Behe nunmehr an dieser irreduziblen Komplexität, die in den Augen vieler seiner Kollegen eine wissenschaftliche Revolution bedeutet. Und hat einen Zwischenstand seiner Forschungen in diesem Film zusammengefaßt, in dem auch einige weitere Naturwissenschaftler zu Wort kommen. Es gibt ihn nun auch auf Deutsch. Im Netz ist er zwar verfügbar, aber nur in seiner originalen englischen (aber leicht verständlichen) Version, der Leser findet sie unten. Dazu gibt der VdZ den Tip, die Untertitelfunktion auf youtube zu aktivieren, weil eine Schwierigkeit, wenn man nicht ganz so flüssig im Englischen ist, besteht ja vor allem darin, sich in jeweilige Dialekte und Sprechweisen einzuhören. Das ist damit überwunden.










*080118*

Montag, 29. Januar 2018

Nehmen wir einmal nur die Fakten

Es sind die Fakten, die Albrecht Glasers Rede hier so interessant machen. In einem Rundumschlag deckt Glaser etwas auf, von dem er in bekannter Eloquenz meint: "Die Politiker belügen uns gar nicht. Sie wissen es nur nicht besser." Angela Merkel ist nur das Symptom einer in toto versagenden politischen Elite.










*311217*

Warum die Erde kein Treibhaus sein kann

In diesen 40 Minuten liefert Horst Lüning - das armselige aufklärerisch-depravierte Geschwafel über Religion, das auch im Video ist, wollen wir ihm hier mal nachsehen - mit sehr einfacher Sprache und wohl für jeden nachvollziehbar, der bereit ist mitzudenken, viele brauchbare Hinweise, warum es keinen Treibhauseffekt in der Form geben kann, wie er von manchen behauptet wird und Grundlage der Hysterie von der menschengemachten Erwärmung der Erde ist. Aber diese Thesen widersprechen einem Grundsatz der Physik, über den wohl kein Physiker ernsthaft Zweifel hegt, und das ist der 2. thermodynamische Grundsatz. Er besagt, daß sich Energie (Wärme) immer vom höheren Potential zum niedrigeren ausbreitet, das heißt: von warm zu kalt. NIEMALS kann es umgekehrt sein. 

Genau das behauptet aber die Erwärmungshypothese. Sie spricht von einem "Rückstrahlungseffekt", der aus den höheren Schichten auf die niedrigeren stattfinden soll. Das ist aber gar nicht möglich, weil die Temperaturschichtung von unten nach oben auch der von warm zu kalt entspricht. Das heißt, daß die Moleküle in der oberen Atmosphäre IMMER nach außen, also ins Weltall abstrahlen MÜSSEN. Sie können NIEMALS nach unten, also auf die Erde zurück, abstrahlen, weil sie weniger Energie haben als die darunterliegenden atmosphärischen Schichten. 

Auch nicht, wie oft als Gegenargument behauptet, weil das CO2 in einem anderen Frequenzbereich liegt, der nur die von der Erde emittierte niederfrequentere Strahlung aufnimmt, für die direkt einfallende Sonnenstrahlung aber "durchlässig" ist. Auch diese kann keinen anderen Transportgesetzen unterliegen wie die höherfrequente Strahlung, wie sie von der Sonne auf die Erde trifft. Das in geringen Mengen (0,04 %) in der oberen Troposphäre enthaltene CO2 kann also bestenfalls den Wärmeabtransport (durch Eigenschwingung, in die sie versetzt wird, und in der sie ein Gleichgewicht zur Umgebung herstellt) geringfügig verzögern, aber nicht verhindern. Schon gar nicht wenn man bedenkt, daß sich die Troposphäre je nach thermischen bzw. massebezogenen Verhältnissen ausdehnt und zusammenzieht, also auch die Entfernung der oberen Schichten (die an ihrem Rand immer ca. -18 Grad Celsius haben) zum Erdboden schwankt, in Summe energetisch damit auch in seiner Abstrahlung ins Weltall von diesen Masseverhältnissen abhängt. (Mehr Masse = mehr Abstrahlung, simpel formuliert.)

Die "Gegenstrahlung" (auch kältere Körper geben Energie ab, haben damit einen gewissen "Widerstand" gegen die Erwärmung, der aus dem "Eigensein", also dem "Etwas sein", dessen Effekt man mit "Trägheit" bezeichnen könnte, stammt) ist für den Gesamtprozeß unbedeutend. Der Verzögerungseffekt aus CO2, auf den alleine somit seine "klimaerwärmungstreibende Wirkung" zurückgeführt werden könnte (und von dessen 0,04 % höchstens 0,015 % vom Menschen stammen), ist im Ganzen völlig unbedeutend. (Siehe dazu u. a. die Arbeiten von Judith Curry et al.)

Warum aber ist es aber dann auf der Erde wärmer als im eiskalten Weltall, und was hat es mit den Luft- und Gasschichten in der Höhe auf sich?  Sie werden im wesentlichen durch die Sonneneinstrahlung in Schwingung versetzt, und diese Schwingung ist dann Träger und Ausbreitungsgrund von Wärme, die im Falle lebender Körper sogar eine gewisse Eigenwärme (aus Verbrennungsprozessen) abzustrahlen in der Lage ist. (Dennoch wird ein lebender Körper mit der Zeit in kälterer Umgebung abkühlen, wenn er verhältnismäßig zu wenig Energie produziert, beim Transpirieren will er das sogar, das hat also physiologische Gründe.) 

Nur in begrenzten Räumen (wie in dicht bebauten Gebieten) kann es - aber auch hier nur innerhalb dieser begrenzten Räume, und soweit sie sich abgrenzen können - über begrenzten Zeitraum (weil eine völlige Abschließung ist nicht möglich, es schließt an den Grenzen eines Dings immer eine Außenschichte an kältere Schichten an) zu "Wärmeinseleffekten" kommen. Wo, vereinfacht gesagt, die Wärmestrahlung der Materie (die hier zur Eigenstrahlung wurde) "gefangen" bleibt. 

Die Erde hat aber keine "Hülle", die die Atmosphäre "bewahrt", wie es beim Vergleich mit einem Glashaus zu so vielen Mißverständnissen geführt hat.  Die Atmosphäre hält sich auf der Erde, weil sie "Gewicht" hat. Das hinwiederum damit zu tun hat, daß jede Materie immer einer anderen Materie in einer Beziehung der Abhängigkeit des eigenen Seins zugewiesen ist. (Fällt etwas aus diesen Beziehungen, etwa durch mangelndes Eigensein, heraus, vergeht es; das ist der Hintergrund der "Entropie" des 2. thermodynamischen Grundsatzes, aber das ist auch der Grund für "Tod".) Deshalb strahlen bzw. geben auch die erdnahen Materieschichten mehr Energie (von Ding zu Ding) ab als die höheren, und weisen auch höhere "Speichereffekte" auf, die aus der Grundbewegung der Materie stammen: Denn Eigensein bedeutet ein "dem Sonnenlicht analog sein". (Je größer diese Ähnlichkeit - wie beim Feuer - desto größer auch die Ähnlichkeit der Eigenschaften.)

Letztlich ist ja jede Materie "Licht", und zwar aus jener Eigenschwingung, in der Materie die energetische Bewegung des Sonnenlichtes übernimmt, das Welle wie Materie ist, also auch im Vakuum "als Potenz besteht" (bis es auf "etwas" trifft), dieses mit "Materieaffinität" füllt. Eben: Um es als Analogie, als "Ähnlichkeit" zum Eigensein zu bringen. Und diese Eigenstrahlung (die zugleich und immer von einem elektromagnetisch meßbaren Feld gekennzeichnet ist) ist (man möchte fast sagen: natürlich) niedrig-frequenter (damit "langsamer") als die der Sonne, kühlt deshalb aber auch nicht sofort ab, wenn die Sonne weiterwandert. Das Gesamtgeschehen bleibt aber gleich, und unterliegt damit genau so dem 2. thermodynamischen Grundgesetz wie das höherfrequente Sonnenlicht.

Die Wärme der Erde hat also mit dem simplen Umstand zu tun, daß die Luft über und um uns Materie ist, die durch die von den erdnahen Dingen (Landfläche, Meeresoberfläche) wieder an die Luft abgegebene (niedrigfrequentere) Strahlung, die natürlich nur "von Ding zu Ding" (weil Analogie) weitergegeben werden kann. Alles hängt also davon ab, daß es auf der Erde "Etwasse" gibt (und dieses "Etwas-sein" ist ja ihr Wesen.) Dieses wird von der Sonne angestoßen und so in Eigenschwingungen versetzt, und sendet damit aus sich selbst Wärme aus, und zwar im Wesentlichen solange die Sonne sie bescheint (oder allfällig noch bei "Erdwärme", also dem Ergebnis des Zustands der inneren Erdschichten, die je tiefer man geht umso wärmer sind.) 

Tut sie das nicht, wie in der Nacht, wie auf der jeweiligen sonnenabgewandten Seite des Planeten, kühlt die Erde bzw. die Atmosphäre auch sofort wieder ab. Ohne Sonne (als Hauptfaktor) würde also die Erde völlig abkühlen, weil sie aus sich alleine keine Energie herstellen kann. Zumalen alle Prozesse auf der Erde letztlich Energie-Umwandlungsprozesse sind, die in ihren lebenden Teilen von der Energiezufuhr (die also eigentlich eine "von außen kommende Anregung" durch "Bewegungsursache" ist) der Sonne abhängen, die die Eigenbewegung der Hierarchie der Dinge braucht, sodaß sich das jeweils Obere vom Unteren "ernähren" kann, also Energie umwandeln und damit im Lebensprozeß (der ja der Prozeß des selbstgetragenen Eigenseins ist) nutzen kann.

Nur Wolken können diesen Abstrahlungseffekt verzögern, weil sie wieder Materie (Wasser) sind, die eine gewisse Zeit schwingt, also Energie "präsent" hält. Und im Eigensinn damit "nach"schwingt ("Speichereffekt"), wenn die Energiequelle (Sonne) nicht mehr da ist. Was jedermanns Erfahrung bestätigt, denn bei wolkenlosem Himmel ist es zwar tagsüber durch mehr Sonneneinstrahlung wärmer, nachts wird es aber auch deutlich kälter als bei wolkenbedecktem Himmel. Gase (wie das Kohlendioxyd) sind dazu aber nicht in der Lage, auch weil ihr Nachschwingungsvermögen durch die geringe Masse ganz gering ist. Gleichzeitig müssen auch diese Gase ins Weltall abstrahlen, weil es darunter, also auf dem Erdboden, wärmer ist, ja die Wärme von dort sogar kommt.

Der Leser möge sich die vollständige Argumentation Horst Lünings anhören, die wir hier nur unvollständig zusammengefaßt (dafür in Meta-Bereichen weitergedacht) haben. Mit der der Physiker ja keineswegs alleine dasteht. Und gerade die Physiker waren es, die vor 30, 40 Jahren die Thesen von einer angeblichen menschengemachten Erwärmung glattweg ablehnten. Weil sie eben unbezweifelbaren Grundsätzen der Physik widerspricht.












*080118*

Sonntag, 28. Januar 2018

Unfreiheit des Denkens - aus Rücksichten

"Nein, ich bin nicht streng. Streng ist lediglich die Forderung, die jede echte und reine Weltweisheit an uns stellt. Ich habe mich nicht einmal dazu verstehen können, einen Lehrstuhl der Philosophie in Heidelberg anzunehmen. Es gibt nämlich auch eine Unfreiheit des Denkens, ohne daß geradezu Scheiterhaufen und Gefängnisse drohen. Ich meine den Nebel der gesellschaftlichen Rücksichten, der sich bei halbwegs gutmütigen und verträglichen Menschen, die unter den Vielen leben, über das Gehirn legt ... Was soll da entstehen als ein trauriges Gemenge von Beschönigungen und Verstellung?"

Spinoza zu Leibnitz bei deren erster Begegnung 1678






*März 2008*

Da scheint der Kardinal etwas nicht zu wissen

Es ist ein wenig erschütternd, was Kardinal George Pell hier in diesem kurzen Video über den Wucher sagt. In dem er zeigt, daß er Wucher als prinzipielles Problem nicht verstanden zu haben scheint. Denn anders als Pell (und mit ihm wohl sehr viele) es darstellt, ist Wucher nicht einfach eine Frage "zu hoher Zinsen". Das ist er nur in zweiter Linie. Vielmehr gründet das Zinsnahmeverbot der Katholischen Kirche auf einem viel umfassenderen, prinzipielleren Tatbestand, wie ihn noch vor hundert Jahren Papst Benedict XIV. in seinem apostolischen Schreiben Vix pervenit als seit je und bis heute gültige Lehre der Kirche festgehalten hat.

Denn es geht um das Wesen des Kredits einerseits, und das Wesen menschlicher Handlung anderseits. Letzteres ist vielen Unwägbarkeiten unterworfen, so wie menschliches Leben eben Unwägbarkeiten unterworfen ist. Der Mensch ist nur verantwortlich für die Richtigkeit und moralische Korrektheit seines Tuns, nicht aber für das Ergebnis.  Einseitig vom Ergebnis her zu denken (das kann nur eine zweite Gedankenreihe sein, die aber niemals falsche Mittel rechtfertigt, wo der Zweck also die Mittel "heiligt") ist vielmehr sogar eines der Grundübel der europäischen Geschichte, wie es vor allem seit der Renaissance Einzug hielt. Seit der nicht nur der unmoralische Vertrag (der etwa entsteht, wenn eine Seite in Not handelt), sondern auch das Eigentumsrecht absolut gesetzt wurde. Übrigens: Um den Diebstahl von kirchlichem Gut (wie er in der Reformation in England und Deutschland erfolgte, die die Auslöser für den eigentlichen Kapitalismus waren, welcher Begriff ganz scharf vom "Freien Markt"* zu trennen ist, den es tatsächlich aus naturrechtlichen Gründen braucht) zu rechtfertigen. 

Ein menschliches Tun - hier: ein Tun, das nur mit Hilfe geborgten Geldes ausgeführt werden kann - kann deshalb niemals mathematischen Zwängen und Folgen unterworfen werden, wie es ein mit Zinsen (und seien sie noch so niedrig) verliehener Geldbetrag aber ist. 

Jeder Kredit muß vielmehr mit einer eingebauten Rückkoppelung vergeben werden, über die der Kreditgeber direkt am Schicksal des Kreditnehmers partizipiert.  Im Guten (zum Beispiel als Beteiligung am Gewinn, den eine über Kredit angekaufte Fabrik erzielt) natürlich ebenso wie im Schlechten (Verlusttrage).

Wird es einem Kreditnehmer durch Fälle des Lebens unmöglich, den Kredit zurückzuzahlen, hat der Kreditgeber sogar die moralische Pflicht (der Nächstenliebe), den Kreditbetrag oder die Rückzahlung entsprechend der neuen Lage anzupassen, oder die Schuld gar zu erlassen. 

Wird ein Kredit aber gar vergeben, um jemandes dringende Not zu lindern, so besteht sogar die moralische Pflicht durch den Verleiher, das Geliehene letztendlich "wie ein Geschenk" zu sehen. 

Während die Kreditvergabe an jemanden, der unsittlich damit handeln möchte (und das sind in der Tat die häufigsten Gründe), in sich unsittlich ist, weil sie den Kreditnehmer ja noch mehr ans Übel binden, seiner Unmoral weiteren Vorschub leisten, sein Unglück (und seine Sünde) weiter vertiefen würde.

Zinsnahme ist in jedem Fall unmoralisch. Hier hat sich die Kirche - leider! - von der Praxis des Kapitalismus der Neuzeit klammheimlich unterspülen lassen, als speziell aus den Verhandlungen mit den Fuggern heraus ein Zinssatz von 5 Prozent quasi "genehmigt" wurde. Das scheint heute überhaupt niemand mehr zu wissen. Kardinal Pell irrt also, wenn er meint, es sei "heute" legitim, gewissen "geringen Zins" zu nehmen. Was hätte die Kirche verhindern können, wäre diese ihre Lehre immer präsent geblieben!

Wie wir wissen entstand diese aufgeweichte, aber falsche Haltung vor 350 bis 400 Jahren aus nicht ganz uneigennützigen Gründen mancher Kardinäle und Päpste. So hat man sich der moralischen Autorität begeben, Wucher "laut" zu verurteilen, hat damit die eigene, immer sehr klare Position zunehmend verschwiegen. Sodaß Zinsnahme allgemeine Praxis wurde. (Insofern hat der Wucher als "moralischer Fall" auch von dieser Seite - nicht nur von der der "pseudofertilen Sterilität" des Geldes selbst - Parallelen mit der Empfängnisverhütung.) 

Es ist auch nach heutiger Lehre der Kirche nur legitim, entstehende Kosten (Verwaltung etc.) zu verlangen. In keinem Fall ist es legitim (weil naturrechtlich zwei verschiedene Dinge mit einem Maß gemessen werden) die Kreditvergabe vom Risiko des Kreditnehmers zu trennen. Und das ist der Knackpunkt, den der australische Kardinal Pell nicht zu kennen scheint. Vix pervenit zu lesen hätte ihn von diesem Irrtum befreit.









*Der "freie Markt" baut auf dem Grundsatz auf, daß der Mensch mit Freiheit begabt ist. Ohne sie kann er nicht verantwortlich handeln, sie ist also auch essentiell für sein Seelenheil. Die Obrigkeit hat aber im Sinne des "Gemeinwohls" (das heute fälschlich etwa mit "Wohlstand für alle" gleichgesetzt wird) darauf zu achten, daß die Tätigkeit der einen nicht die Freiheit der anderen beschädigt. Deshalb hat sie auch darauf zu achten, daß einzelne Tätige nicht so viel Marktmacht kumulieren, daß sie die übrigen Teilnehmer am "freien Markt" in die Unfreiheit zwingen. 

Ferner hat sie Außenbeziehungen (die ihrem Ressort unterliegen) so zu gestalten, daß sie die gedeihliche - jeweils freie! - Entwicklung der eigenen Bevölkerung nicht unter eben solche Zwänge setzen. Liberalistische Freihandelsabkommen wie das TTIP, aber zuvor noch große Teile der EU-Bedingungen sind (und waren) deshalb in sich bereits unmoralisch. Und niemals darf ein Staat die Lebensweise seiner Bürger "umgestalten" oder zulassen, daß sie durch "internationale Marktzwänge" egal wie umgestaltet werden. Dabei  muß immer auch das Prinzip der "Subsidiarität" gewahrt werden, das die EU sogar direkt umkehrt: Sie gestaltet nicht, was die unteren Einheiten nicht vermögen, sondern sie unterwirft die unteren Einheiten der Anpassungspflicht für übergeordnete Entscheidungen.

Was aber bedeutet Freiheit? Eben nicht, wie es heute verstanden werden soll, als "jeder soll alles können", sondern sie geht von einem Wesen der Menschen und Völker und deshalb von einem möglichen "Gemeinwohl" aus. Innerhalb dessen, und darauf bezogen, heißt Freiheit die (sittliche, jeweils aktualisierbare) Fähigkeit das zu tun, was die Vernunft (nicht einfach eine mathematisch-logische Rationalität, aber auch nicht Irrationalität, also bloße "Situations-/Gefühlsethik") gebietet.





*060118*

Samstag, 27. Januar 2018

Der Samstag-Nachmittag-Film

Ach, was waren das für Zeiten, als die Wienfilm noch eine der ganz großen Produktionswerkstätten in Europa, ja auf der Welt waren. Immer, wenn der VdZ durch die heute noch so irgendwie als Fernsehstudios genutzten Gebäude im Schönbrunnergelb ging, hat ihn Wehmut umfaßt. Wo die heutige Zeit wie ein Fremdkörper das immer noch atmende Große überlagert hat.

Mein Gott, nicht alle Filme, die dort hergestellt wurden, waren überwältigende Kunstwerke. Aber was die Qualität einer Arbeit ausmacht ist nicht einfach nur die herausragende Leistung, die immer eine Gnade ist, sondern die Frage, ob auch beim "Normalen", Durchschnittlichen eine gewisse Leistungsgrenze nicht UNTERschritten wird. Und das trifft auch für diesen routiniert hergestellten Film zu. Mit einer sowieso immer entzückenden Liselotte Pulver und einem sowieso immer wunderbaren Curd Jürgens. Der VdZ unterscheidet ja sowieso in einem Punkt: In Schauspieler, die man gerne sieht, einfach so, und in Schauspieler als Künstler. Was hier überwiegt mag der Leser selbst beurteilen. 

Oder ob ihn gar das alte Rotenburg ob der Tauber fasziniert, das hier als Kulisse so berückt. Und so wehmütig macht. Wie in den alten Studios am Rosenhügel in Wien-Speising.









*130118*

Individualismus und Kollektivismus

Es ist ein sehr interessantes Gespräch, das Russia Today hier mit Alexander Dugin führt. Der beeindruckend klar Begriffe klärt - das eigentliche Wesen des Philosophierens. Es ist spannend und erfreulich zu sehen, wie sich sein Denken entwickelt. In diesem Interview ist er besser, vor allem (auch weil von einer bemerkenswert hartnäckigen Moderatorin dazu getrieben) konziser als in den Büchern, die der VdZ von ihm bislang kennt. Und er geht hier deutlich über Heidegger hinaus, der ihn zumindest eine gute Weile sehr nachteilig gefesselt hatte. Es ist vor allem erkennbar an der Entwicklung seines Begriffs von "Heiligkeit", der nun endlich Substanz anzunehmen scheint.

Dugin stellt letztlich und deshalb das Wesen der russischen Seele (wie der Seele aller Völker, Anm.) als Hort der Heiligkeit dar, an dem alle einzelnen Russen teilhaben. Die Tatsache ist unbestreitbar, daß jeder Mensch - zumindest auch, und zwar in einem polaren Wechsel - an einem Kollektivwesen, einer Idee teilhat, ja in manchen Grundlagen eben sogar daraus hervorgeht. Kultur, so der russische Philosoph und Soziologe, ist etwas wie die Matrix, die in jeden Menschen hineingeschrieben ist, und in der er sich bewegt. (Die er über sein Individuum lediglich anpaßt, variiert, der er sein persönliches Gepräge gibt. Anm.)

Darin irrt der westliche Liberalismus grundsätzlich, der als Grundlage des Kapitalismus entstanden ist und den individuellen Egoismus absichert. Weil er das Individualwohl in jedem Fall als vorrangig sieht, ja sogar zum Prinzip hat, daß er egal um welchen Preis und unter Preisgabe jeder Moral kein Gemeinwohl kennen soll. Ihm ergibt sich das Glück nämlich aus dem subjektiven, egoistisch verstandenen Streben nach Wohlstand und Lust. Aber damit ist nicht nur nichts mehr heilig, und eine Gesellschaft verliert ihre Kohäsion, sondern eine Gesellschaft wird zur Rennbahn der brutalen Kräfte. Korruption ist eine weitere der logischen Folgen des Liberalismus, der die Spekulation eingeführt hat und heute auch in Rußland immer allgemeinere Haltung wird. Wie soll denn Gemeinwohl entstehen, wenn der Einzelne sein Glück (angeblich) auch ohne jede Moralbezogenheit und auf Kosten des Mitmenschen - also: durch asoziales Verhalten! - erlangen kann oder sogar soll?

Das alles erhält in Rußland (bzw. dem Osten) seine eigene (brutale, oder gar: primitive; Anm.) Prägung durch die Art, wie dort Liberalismus interpretiert wird. (Der ja einst quasi die Antithese zum Kommunismus war. Und das ist übrigens im gesamten ehemaligen "Osten" festzustellen, der daran schier auseinanderbricht. Anm.)

Noch dazu, weil in Rußland (und nicht nur dort; Anm.) die Rolle des Gesetzes immer anders gesehen wurde als im Westen. Der Osten geht davon aus, daß das Gesetz und die moralische, absolute Wahrheit (vor Gott) sowieso zwei Paar Schuhe sind. Er erwartet keine Wahrheit und Gerechtigkeit vom juridischen Gesetz, deshalb ist ihm dieses Gesetz auch weniger wert als das im Westen der Fall ist.

(Übrigens ist das die Folge der tatsächlichen historischen Erfahrung der Ostvölker mit dem über ein Jahrtausend währenden Despotismus, nicht zuletzt durch langwährende Fremdherrschaft, der sich auf ähnliche Weise im gesamten Orient findet. Weshalb dort Strafen viel drastischer ausfallen mußten bzw. müssen, weil sich sonst das Gesetz überhaupt nicht durchsetzen läßt. Eine ähnliche Situation wie im westlichen Abendland bis vor - sagen wir - 500 Jahren. Anm. d. VdZ)

Vladimir Putin ist im Sinne der kollektiven Identität viel geglückt, und das muß man ihm zugute halten. Es ist ihm aber nicht geglückt, dieses Liberalismus-Verständnis zurückzudrängen. Deshalb gibt es in Rußland so viel Korruption - er ist Teil der liberalistischen (mit Kapitalismus gleichzusetzenden) Ideenlandschaft. (Und das kann der VdZ aus seiner mittlerweile 10jährigen Erfahrung in Ungarn völlig bestätigen.) Putin hat die heilige Kollektivseele sehr gut repariert, und deshalb ist er so beliebt und wird von der Mehrheit der Russen bejaht. Was nun aber fehlt ist die soziale Gerechtigkeit, hier denkt Putin, so Dugin, wie ein Liberaler.

Dugin führt an, daß die Realität der liberalen Demokratie aber sogar dem Wesen der Demokratie fundamental widerspricht.  Denn tatsächlich werden unsere Prozesse von Minderheiten bestimmt. Das hat damit zu tun, daß eine Mehrheit immer die Tendenz hat, organische, hierarchisch funktionierende, ihrer selbst wenig bewußte Gesellschaften zu bilden. Denen dann die Minderheiten mit einem weit höheren rhetorischen Potential gegenübersteht, weil sie die Mehrheit als Gefahr sehen. 

Aber höre der Leser selbst, Dugin reißt in sehr konzentrierter Art viele wichtige Themen an. So spricht er nicht nur sehr präzise über die unheilvolle Rolle des Internet, die auf einer völligen Konfusion über logos (Idee als lebendige Kraft, im besten Sinn also "englisch"; wir sind hier  mitten im fatal ausgegangenen Universalienstreit des Mittelalters und der Renaissance, wo die Idee zum bloß menschlichem Gedankenkonstrukt wurde; Anm.) aufbaut und fälschlich "Information" für "neutral" (also: heilig) hält, sondern macht auch deutlich, warum der individualistische, autonomistische Westen das russische Denken, die weit kollektivistischere russische Seele (die im Kommunismus diese eigentlich heilige Idee säkularisiert zu verwirklichen versuchte; nur in Rußland konnte sich deshalb so ein Regime bilden) nicht versteht.

Das anthropologische Konzept des heutigen Westens weicht von dem des Ostens also deutlich ab. (Besonders interessant weil wohl wahr: Dugin führt an, daß das Verständnis des "kollektivistischen" Menschen im Kommunismus eine säkularisierte Variante des Kirchenbegriffs ist, von dem die Russen automatisch ausgegangen sind!)

Freilich muß man eine spezielle Begriffsverwendung von Alexander Dugin ablehnen. Denn Dugin nennt Individualismus, was korrekterweise Autonomismus zu nennen wäre. Erst als solcher steht er dem Kollektivismus als anderes Ende auf der selben Skala gegenüber. Ein Personsbegriff aber (und das ist die Grundlage des Bezugs auf eine Idee in dem Sinn, wie Dugin ihn hier gut darstellt) ist ohne Individualität (als notwendige, damit gebotene Wirklichung des Einzelnen) nicht denkbar. Dann erst hätte er Recht, wenn er sagt, daß dieses westliche Konzept anthropologisch falsch ist und die Realität nicht erfaßt, in der es keinen Menschen gibt, der nicht zugleich Individuum UND Teil eines Kollektivs (bzw. vieler vieler Kollektive) ist.

Besonders empfehlenswert übrigens sind die Passagen (ca. ab min. 23), in denen Dugin darüber spricht, warum er tatsächlich Demokrat ist. Aber auf eine andere Weise als der Liberalismus, sondern so wie er meint, daß man Demokratie als essentiell verstehen muß: Weil sie nämlich auf (kleinsten) organischen Gemeinschaften aufbauen muß, in der für den Staat, die Staatsregierung wirklich nur noch alles übergreifende, vor allem zwischenstaatliche Agenden bleiben.

Noch eine Beobachtung: Dugin stößt in diesem Interview an etwas sehr Wahres und Grundsätzliches, ohne es freilich auf die Spitze zu treiben, denn sonst hätte er das Studio verlassen müssen. Er stößt an die "Evidenz". "Wenn Sie", so sagt er an einem Punkt, "DAS nicht sehen, leben wir in unterschiedlichen Universen." Dann, das sagt er aber nicht, wird jedes Gespräch sinnlos. Denn es gibt Evidenz. Es gibt Wahrheiten, die nicht mehr argumentierbar sind, sondern einfach nur "feststellbar". Ja, letztlich ist das sogar das Prinzip der Wahrheit, müßte man hier weiterführen.











*070118*

Freitag, 26. Januar 2018

Das Amt macht den Minister

Wir werden wirklich nur noch verwirrt. Aber genau darum geht es in dem, was hier als moralischer Problemfall dargestellt wird, die Herrschaften sind selbst verwirrt. Was hier diskutiert wird, ist aber ein Höchstfall von Moral: Es ist nämlich IMMER das Amt, das den Menschen macht, es ist der Ort, der seine Identität bestimmt. Darüber hinaus (oder: darunter) gibt es nichts. Darunter liegt nur Lächerlichkeit und Nichtigkeit und Dauergequatsche.

Deshalb ist es ein fataler Fehler, Politiker des heutigen Parlamentsstadels auf "persönliche" Meinungen (v. a. solange sie noch nicht im Amt waren) festnageln zu wollen. Vielmehr geht es genau darum, sich auf den Ort hin zu transzendieren. Und plötzlich verändert sich - ja muß sich verändern! - die Identitätslandschaft des Politikers.

So nebenbei: Ganz unrecht hat Jutta von Difurth (Tochter des Evolutionsforschers, das sagt viel) mit ihrer Analyse der Wähler von Grün als Hypokriten nicht. Nur - dort ist dasselbe festzustellen: Das Amt macht den Minister. Den Marsch durch die Institutionen" haben die Grünen (Linken) prinzipiell unterschätzt. Weil sie keine Ahnung von Wirklichkeit hatten. Viele Kritiker der Grünen (wie hier Jutta von Ditfurth) und alle Linken bemängeln also die Natur. DAS ist typisch für diese Weltanschauungsrichtung. Diese ständige Überraschtheit von der Wirklichkeit. Deshalb sind die Wendungen der Linken, sobald sie im Amt sind, am wenigsten überraschend, aber am heftigsten.









*170118*

Nicht Macht, sondern Ort

In diesem Ausschnitt aus einer seiner Vorlesungen weist Jordan Peterson auf etwas Wichtiges hin, das zum weiten Bereich der neuzeitlichen Mythen gehört, die nur die Wirklichkeit verschleiern sollen. Jordan weist darauf hin, daß Hierarchie keineswegs mit "Macht" zu tun hat und nur so zu halten ist, sondern daß sie auf "Kompetenz" beruht. Auf der Fähigkeit, wollen wir gleich erweitern, daß jemand seinen Ort und seine Anforderungen zu erfüllen vermag. Denn ohne Ort ist Kompetenz wertlos, in sich leerer Funktionalismus. Macht geht deshalb immer mit Ort einher, etwas das Jordan nicht zu kennen scheint. Das ist der Transzendenz-Punkt, auf den es immer ankommt.

Der Chef ist nicht deshalb guter Chef, weil er die Schraube besser eindrehen kann als seine Monteure, sondern weil er das Chefsein, die Gesamtleitung gut erfüllen kann. Wo jeder seinen Platz zugewiesen hat und darin auch nicht gefährdet ist, wenn er ihn auszufüllen vermag. Aber mit diesem Platz geht auch Macht einher, notwendig, und für den Ernstfall auch mit Gewalt ausgestattet. Sodaß eine gewisse (und orts-angemessene) Gewaltbereitschaft auch (sic!) zum Kompetenzrepertoire gehören muß. Aber natürlich kann ein Ort in der Hierarchie nie "nur" über Gewalt bewahrt werden. Wenn das droht ist es Zeichen, daß ein prinzipielleres Problem (nämlich der Kohäsionsverlust eines Organismus, also der Verlust der in allen Teilen immanenten Matrix, um in der Terminologie zu bleiben; zum Beispiel durch den Verlust der Erziehungsfähigkeit einer Kultur, die selbst ihre Matrix verloren hat) vorliegt.

Dieser Pragmatismus ist es wohl auch, der Jordan bei den heutigen Liberalen (wie in ihrem Hin- und Herwabern in der Geschichte heute eher konservativen Zuschnitt zu haben scheinen, bzw. nach dieser Richtung tendieren) so beliebt ist. Er ist eben brauchbar, um doch noch eine Ordnung und damit die eigene Existenz zu retten. Eine Ordnung, die der Liberalismus ja nicht hat. 

Auch Jordan ist ein Liberaler, das wird aber erst deutlich, wenn man mehr seiner Vorträge hört und man erkennt, daß seine oft sehr originellen, richtigen Teilsichten und Analysen keinen wirklichen inneren Faden haben - oft aber sichtlich auf reale Erfahrung zurückgehen - und man oft nicht weiß, was er nun eigentlich sagen will.

Wir ergänzen eben deshalb, weil Jordans Gedanken zwar oft und oft sehr erfrischend und richtig sind, aber ihm selbst ein gefestigtes metaphysisches Gesamtgefüge fehlt. Wer viel von ihm hört wird feststellen, daß man immer verwirrter wird, es löst sich so gut wie alles auf. Er ist wohl deshalb auch zuerst Psychologe (und nennt seinen gewissen Realismus "Existenz-Psychologie"), und man weiß nicht recht, worauf alles hinauslaufen soll. Damit wird alles, was er so eloquent vorträgt, zwar sehr pragmatisch, aber letztlich ... sinnlos. Und das kann auch gar nicht anders sein. Denn Jordan ist Evolutionist. Damit notwendig widersprüchlich. 

Das gibt dem, was er auch hier sagt, diesen "kämpferischen" Charakter, der durch Moral nur "zivilisiert", letztlich aber wieder der Evolution dient. Die ja den "Kampf" als einen ihrer Grundsätze hat. Auch sieht Jordan damit natürlich keinen (absoluten) Sinn in der Hierarchie selbst (die er nicht als Gefüge von Orten begreift, sondern als Verhältnisse der Stärke, der Macht, oder - der Kompetenz; aber Kompetenz ohne Ort gibt es nicht, sie ist nicht "skills", "Fähigkeiten"), er sieht einen solchen Sinn nur im Rahmen des Pragmatischen. Jordans in vielen Details durchaus interessante Sichtweisen haben trotz aller Klugheit darin vielfach deshalb nur den Charakter eines "Lebensratgebers" á la Carnegie. Deshalb auch seine ständigen Verweise auf Hobbes oder Nietzsche. Deshalb die Rolle des "Erfolgs" als letztliches Ziel seiner Ratschläge.

Die evolutionistische Psychologie sieht nämlich im Tierreich (oder in der übrigen Natur) nicht eine niedrigere, in sich aber durchaus "vollkommene" Stufe - zwar richtig - ein und derselben Matrix, als Grundrichtung alles Geschaffenen, nur auf je anderer Ebene, weil einfach Analogie zu dem, was auch im Menschen angelegt ist (sodaß alles Irdische auf eine Weise immer ein- und dieselbe "Matrix" darstellt, letztlich: die Dreifaltigkeit), sondern sie schließt fälschlicherweise aus dieser (noch unter dem Menschsein, in dem sich alles zur Vollgestalt erfüllt, liegenden) Analogie eine evolutionistisch entstandene Aufeinanderfolge, eben ein "Evolvieren". Somit ist auch Hierarchie nur die Folge eines Kampfes, eines Messens, entsteht also von unten nach oben. 

Welche Widersprüche sich daraus ergeben, ist auch Jordan nicht bewußt. Wollen wir uns weit hinauslehnen? Weil er selber "der gute Junge bleiben" will, nur eine andere Mutti hat (weshalb durchaus auch "autonomistischer Widerspruchsgeist" etwas sehr sehr Unfreies haben kann.) 

Das ist vielleicht der Hauptgrund, warum es zwar heute durchaus Menschen gibt, die viele Probleme beim Namen nennen, aber kaum, ja so gut wie keine Menschen, die den wirklichen (!) Kampf damit aufnehmen. Die also gut über etwas reden können, gut und richtig, aber sogar in diesem Reden (als "Appell an die Vernunft" etwa) genau das vermeiden, was erst Probleme verursachen würde: Wirklich gegen Fehlentwicklungen durch Treue zum Guten, Wahren, Schönen festzubleiben. Das sind im übrigen auch oft die, die besonders selbstironisch sein können und als Redner sehr rasch beliebt sind. (So nebenbei: Eines der am häufigsten erkennbaren Merkmale der ... Neu-Rechten.)

Aber das wollen wir hier mal beiseite lassen. Nur wissen sollte es der geneigte Leser.











*120118*

Donnerstag, 25. Januar 2018

Gedankensplitter

(Bisher unveröffentlicht geblieben, aus dem März 2008) 

Ob sich nicht jeder Irrtum auf ein und denselben Vorgang zurückführen läßt - auf das Auseinanderreißen von Form und Inhalt. Wo man also den Dingen ihre Bedeutung nimmt.

Was hinsichtlich der "Inkarnation Gottes" - der Grundhoffnung jeder Religion - in Jesus Christus noch eine Dimension erahnen läßt.







*März 2008*

Kunst IST das Paradies

(Aus den 1250 unveröffentlicht gebliebenen Artikeln dieses Blog, diesmal vom  März 2008) 

Die Kunst hat nicht das Paradies zum Thema, oder bildet es (schlichtweg) ab, "ist" also "nur" sein Medium, seine materiale Form (Ölfarbe, Leinwand, Bronce, Wort ...)

Sondern die Kunst IST das (in die Welt hereinragende) Paradies, ist Gedanke Gottes in seiner soteriologischen Dimension, ist die Schöpfung im Zustand der Vollkommenheit.

Ist in der relevanten Daseinsweise - als den Sinnen sich darbietender Erkenntnisgegenstand, und das ist der Sinn der sich selbst im Erkennen als Seiendes bzw. im Seiendsein-Zustand haltenden Schöpfung - und somit in ihrer eigentlichen Daseinsweise im Gegenstand gespiegelt das dargestellte Figürliche.

Und doch noch mehr, sondern greift auch ontologisch nach dem Urbilde selbst. Und ist darin nur beschränkt, willkürlich beschränkt - weil wir nicht Gott SIND, sondern ihm nur abbildlich, ihm also gleichen.

Nicht nur "als Blick", im Gedächtnis der Erkenntnis lebendig, ist die Kunst. Ihre Darstellung IST nahezu das Dargestellte seinshaft, das mehr als "herüberwinkt", bzw. hat ein Werk das Dargestellte sein zu wollen, gleichermaßen sinnlich wirkend wie ontisch der Gegenstand selbst, stets natürlich gefangen, beschränkt in menschlicher Dimension.

Dies ist somit das Kriterium der Kunst, am knappsten zusammengefaßt, doch alles enthaltend - neues, seiendes Sein.

Und als solches beansprucht wie benötigt es menschliches Staunen und Schauen - als tatsächlich neues, originales wie originelles Seiendes.




*März 2008, bisher unveröffentlicht*

Mittwoch, 24. Januar 2018

Filmempfehlung

Wow! Das war die Reaktion des VdZ nachdem er den Film "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" (Produktionsjahr 2017) gesehen hatte. Noch nie hatte er das Problem von Wut und Schuld (im Alltäglichsten, aber genau darin als Grundproblem des Menschen) so großartig und wahr angerührt gesehen. Der Film endet schließlich noch mit einem großartigen Moment: Wo diese Wut, in der eine gehörige Portion Wut auf sich selbst versteckt ist, umso vehementer die Aufklärung, nein, mehr noch, die Verurteilung des Mörders an der Tochter verlangt. Selbst wenn der Täter nicht DIESER Täter ist. Er hat nur vermeintlich eine ähnliche Tat vollbracht.

Man könnte den Moment fast übersehen, wo die Protagonistin, phantastisch gespielt von einer wie immer phantastischen Francis McDormand (übrigens die Ehefrau von Joel Coen, an der in ihren schon bisher großartigen Darstellungen vor allem ihr "Mut zur Häßlichkeit", Hauptmerkmal jedes guten Schauspielers, auffällt), ihre gefühlte "Mitschuld" am brutalen Vergewaltigungstod ihrer Tochter bekennt.

Wo sich diese Mitschuld als subtiles, schwer zu differenzierende Tatsache der Zulassung, ja Bewirkung, somit subtiles Motiv der Sühne offenbart. Das ist das Großartige daran: Die Mutter (von einem Alkoholiker getrennt lebend) hat einfach ihrer Tochter das Auto verweigert, weshalb diese im Zorn zu Fuß zum Abend ausging, dabei ausrief, daß sie dann eben (quasi im Scherz) hoffe vergewaltigt zu werden, was die Mutter als "Wunsch" (sie solle also vergewaltigt werden) erwiderte - und prompt genau in dieser Brutalität ermordet wurde.

Natürlich ist da keine direkte "Schuld" rational erfaßbar. Aber irgendwie doch. Irgendwie, weil es unklar ist, wie die Dinge in der Welt zusammenhängen. Sie scheinen letztlich doch Zusammenhänge zu besitzen. Zumindest im Sinn. Und das ist sicher der interessanteste Aspekt in diesem Film: Der heutige Mensch in der Unklarheit über Ursache-Wirkungs-Verhältnisse, im ... logos, im Sinn.

Und damit in Schuld. Der Film ist also eine Metapher über die Verdammung des Menschen OHNE logos zur Schuld! Umso vehementer deshalb das Drängen der Mutter auf Aufklärung. In einem Schuldigen ist die individuelle Ambivalenz geklärt. Aber die Tat ist einfach zu "perfekt", zu zufällig, man kann sie nicht aufklären. Diese subtilen Schuldgefühle sind es, die sie radikalisieren.

Mit dem bloßen Verlustgefühl einer Mutter hat das alles also nichts mehr zu tun, und ob gewollt oder nicht - das unten angeschlossene Interview mit der 60jährigen Francis McDormand, die hier immerhin eine 38jährige spielt, läßt vermuten, daß dieser Aspekt gar nicht so bewußt gewesen sein könnte, aber wer kümmert sich um die Gründe, die eine Aussage eines Kunstwerks effektuieren? - stellt die Protagonistin eine Frau dar, die ihre Schuld bewältigen will.

Übrigens: Großartig auch Woody Harrelson, hier als krebskranker Polizeichef, der alle entlastet, die sich durch seinen letztendlichen Selbstmord belastet fühlen könnten. Außer seiner wesentlich jüngeren Ehefrau. Die sein Faß des Erträglichen - wunderbar als Gefangenheit in Irrationalem, aber erkennbar Unerträglichem dargestellt! - zum Überlaufen brachte. Der VdZ hat ihn selten so überzeugend und berührend gesehen. Wobei er ihn als Schauspieler immer sehr geschätzt - und für vielfach unterschätzt gesehen - hat.

Der Film endet deshalb folgerichtig mit einer Ersatztat, wenn man diese auch nur annehmen kann. In der Reise zu einem - aber nicht DEM - Täter, samt Waffen im Kofferraum. Es geht aber um die symbolische Tat. Gemeinsam fährt die Mutter mit einem mutterabhängigen Versager (was für ein Aspekt!), der als Polizist nicht in der Lage gewesen war, den Mord aufzuklären, also auch von Schuldgefühlen beladen im Ersatz handeln will.

Wer etwas Subtiles, aber sehr allgemein Wahres über den Menschen erkennen will - der Film bietet diese Möglichkeit. Wenn man das Allgemeine, das er bietet, sehen kann.















*170118*

Warum diese Denkungsart böse ist

Auf der liberalen Blog- und Kommentar-Seite "Achgut" fand sich dieses Video. Darin erzählt Eva Quistorp, eines der Gründungsmitglieder der deutschen Grünen, über ihre Erfahrungen mit den "Flüchtlingen" von 2015.  Und sie ist frustriert und ernüchtert. Wobei sie nur mit Erfahrung belegt, was ohnehin jeder Mensch mit einem Funken Restverstand wußte und selber sah.

Der Großteil der Zuwanderer von damals kam als Vorhut, um für die daheimgebliebenen Familien Wohlstand vorzubereiten, sie nachzuholen. Gut 40 Prozent der Zuwanderer, so ihre Beobachtung, sind dabei von absurden Wohlstands- und Konsumvorstellungen ausgegangen, viele verstehen nicht einmal, warum sie nicht nach einem halben Jahr ein Auto geschenkt bekommen.

So weit so gut. Die Widersprüchlichkeit und Realitätsferne von Frau Quistorp beginnt aber dort, wo sie von ihren Erfahrungen mit einem Flüchtlingsmädchen aus Afghanistan berichtet. Und hier zeigt sich auch das Elend der Liberalen selbst. Denn das Jammern von "Achgut" offenbart, daß die Zuzüglinge (von Flüchtlingen will auch die Grüne nicht sprechen, denn nur die wenigsten kommen als Flüchtlinge, die  meisten sind schlicht und ergreifend Zuwanderer in den vermeintlichen Wohlstand) deshalb so kritisch gesehen werden - als "nicht integrierbar" - weil sie nicht bereit sind, sich der westlichen Geisteszersetzung zu unterwerfen. Was Quistorp hier schildert ist nicht das Schildern eines Scheiterns "am Versuch, das Gute zu bringen", sondern es ist das Scheitern einer verfehlten Sichtweise, ist der Ausweis einer nächsten Wirklichkeitsverweigerung, die aus der Ideologie stammt, deren sich die Grünen ebenso wie die Liberalen selbst befleißigen. 

Denn Quistorp hat versucht, das kleine afghanische Mädchen zu "deprogrammieren".  Und daß dies Menschen aus weniger dekadenten Ländern (wie der Vater des Mädchens) nicht für gut heißen KÖNNEN, ist der deutschen Grünen überhaupt nicht erkennbar. Quistorp hat es doch so gut gemeint! Hat das Mädchen die deutsche Sprache gelehrt, hat ihm zu zeigen versucht, daß es viele Religionen gibt, und daß alle gleich sind, man es sich aussuchen kann und sogar soll, hat es damit gegen die eigene Herkunftskultur zu erziehen versucht. Hat also mit einem Wort versucht, das Mädchen zu entwurzeln, um es dann integrabel oder gar schon integriert zu machen. 

Was man damit an Menschen- und speziell Kinderseelen anrichtet, ist Quistorp nicht einmal ansatzweise klar.  Und das hat ausnahmsweise einmal mit einem "radikalen Islam", der hier angeblich verbreitet wird, überhaupt nichts zu tun. Auch ein Christ dürfte solche "Pädagogik" nicht akzeptieren, wiewohl er es in unseren Ländern längst tut. Und sich dann wundert, warum sich die Wertelandschaft des Westens in Luft auflöst. Zurück bleibt, wie der Liberalismus dumpf-verschwommen behauptet, aber dann kein "besonders freier" Mensch, sondern das Gegenteil: Ein unfreier Mensch! 

Und im Gegensatz zu vielen unserer Mitbürger haben speziell kulturell noch etwas hinter unseren westlichen Entwicklungen zurückstehende Menschen (was auch besser sein kann, bitte schön!) noch oft ein stärkeres Gefühl für diesen Zentralwert des Menschseins: Freiheit. Und die kann nur auf kultureller Verwurzelung und Identität aufbauen.

Deshalb ist das Video sehenswert. Weil es beweist, was hier lange schon zu lesen stand: Daß die verfehlte Herangehensweise der letzten Jahre an Grenzen gescheitert ist, die gegen die Natur des Menschen laufen. Wenn man nun entdeckt, daß diese Zuzüglinge die Segnungen, die ihnen hier mit vollen Händen über den Kopf gestülpt werden, nicht annehmen wollen, so ist es ein Irrtum, das an irgendwelchen fanatischen Religionsrelikten festzumachen. Es war das Nicht-Erkennen der Bedeutung, die die kulturelle Identität für einen Menschen hat. Weshalb es von allem Anfang an eine politische Fehlentscheidung war, die schwerwiegende Auswirkungen hat und noch haben wird. Und auf einen Segregationismus (striktes Trennen der unterschiedlichen ethnisch-religiösen Bevölkerungsgruppen) hinauslaufen wird, weil es gar nicht anders geht. 

Mit dem Zulassen solcher Zuwanderung haben die Politiker und das Establishment sich nicht einfach eine andere Bevölkerung ins Land geholt, die die alte ersetzen soll, die zu wenige Kinder hat, um auf Dauer bestehen zu bleiben. Sondern man hat sich andere Kulturen ins Land geholt, die mit den derzeitigen politischen Systemen gerade dieses Establishments absolut unvereinbar sind. Weil Kultur von Religion AUSGEHT, wird Europa deshalb ganz automatisch in dem Maß islamisiert, als diese Zuwanderer Muslime sind. 

Das Ablegen dieser Religion (oder deren Weichspülen in einen "liberalen, toleranten Islam") als Eintrittshürde in den Westen ist nicht nur zum Scheitern verurteilt, es ist grundfalsch, weil es nämlich tatsächlich menschenunwürdig ist. Nicht, weil der Islam dem Christentum ebenbürtig oder als Religion gleichwertig ist, sondern weil "Integration" eine Bekehrung zum Christentum voraussetzen würde, das die europäische, westliche Kultur aufgebaut hat, von dem sie ausging. Deshalb hätte man generell niemals solche Massen an Muslimen nach Europa reinlassen dürfen.

Weil unsere Vorstellungen von Integration und Bevölkerung und Kultur contra naturam stehen. Weil damit auch der Versuch dieser Grünen, ein Kind "zu retten" - was für ein überheblicher Anspruch, der nur eines offenbart: den religiösen Anspruch, den die Willkommenskultur immer hatte - keineswegs das war, was sie meinte: eine "gute Tat", sondern er war ein Verbrechen an dem Kind! Ein Versuch, es seiner Herkunftskultur zu entreißen, zu entfremden, es damit wurzellos zu machen. Das ist ein Verbrechen, keine "gute Tat". Und es zeigt, daß das linksliberale Denken alles andere als eine Sichtweise neben anderen ist, sondern es ist in sich ... böse, weil zersetzend.









*170118*

Dienstag, 23. Januar 2018

Die Kraft eines Volkes

Der VdZ ist tatsächlich der Meinung, daß sich die Lebenskraft eines Volkes aus seiner Marsch- und Militärmusik ermessen läßt. Das läßt nachdenklich werden. Denn er kennt kein kraftvolleres (damit: schöneres) Marschlied als das (alte) russische, so tragische "Puth" ("Los, auf den Marsch!"), das er seit Jugend kennt und so sehr liebt. Wie es sein Vater liebte, der mit diesen selben Russen noch als Feinde erst, später aber als Freunde zu tun hatte. Seit der VdZ das Lied auf der zerkratzten Vinylplatte erstmals hörte, abgespielt auf seinem mittlerweile siebzig Jahre alten (!) DUAL-Röhren-Plattenspieler mit 2x6 Watt-Lautsprechern. Dann verstand er auch die Kraft seines wahrlich urösterreichischen Vaters, und fühlte sie in sich.

Leser, schalte er alles, was er an Lautanlage besitzt, auf volle Lautstärke, schnalle er sich besser noch Ohrhörer um, um die Feinheiten dieses überhaupt nicht brachialen, sondern einfach überwältigenden Marschliedes zu erfassen, entschuldige er sich allenfalls im Voraus bei allen Nachbarn, weil hier notwendig Enthusiasmus ausbricht.

Und freue er sich siegesgewiß darüber, daß all diese verprunzte Elektronik nur funktioniert, wenn und soweit sie die Wirklichkeit der Gestaltbegegnung reduziert.

Hier kommt höchstens noch der österreichische Radetzkymarsch - weil er eben Charakter hat - mit.






Hier geht es noch überwältigender zu. Aber technisch-tonal ist das gar nicht mehr erfaßbar, also gebrochen. Doch genug, um sich festzuschnallen.









*060118*

Volkes Mund tut Wahrheit kund

Dieses Video ist lang, aber es ist die Zeit wert. Der NDR interviewt hier ganz normale Bürger, die an einer AfD-Demonstration teilnehmen. Und was er dabei herausfindet (obwohl er immer wieder durch die Fragestellung etwas anderes versucht, der Leser möge sich selbst sein Bild machen) ist verblüffend. Denn tatsächlich zeigt sich, daß die Menschen nicht blöd sind! Sondern auch und ja gerade normale Bürger ganz genau wissen, worum es geht, und was sich heute abspielt. Es zeigt sich, daß es keine große Intellektualität braucht, um diese Zeit zu durchschauen. Es zeigt sich, daß die Wahrheit eben allen Menschen zugängig ist, sofern sie guten Willens zur Begegnung mit der Wirklichkeit sind.

Jeder Politiker, der Klerus, die Medien, ja das gesamte Establishment sollte sich schon alleine aufgrund dieser Tatsache in Grund und Boden schämen und das Arbeitsgebiet wechseln. Aber dazu bräuchte es Größe und eben - guten Willen zur Wahrheit, weil Wirklichkeit. Aber den gibt es nicht. Den gibt es nicht mehr, weil alle "die Besseren" sein wollen. Da halte sich der guten Willens also getrost an die Stimme des Volkes. In diesem Fall zumindest.

Der VdZ gesteht, daß er selber die Medien im deutschen Sprachraum für mittlerweile vollkommen irrelevant hält. Alle. Ausnahmslos. Man kann nicht einmal mehr von Lüge sprechen. Sie bewegen sich allesamt im Raum der gewählten Absenz von Wahrheit, die man nicht machen, an der man nur teilhaben kann. 

Wer wissen will, was sich WIRKLICH abspielt, muß hingegen immer seine Augen und Ohren aufhalten. Und sich und seiner Wahrnehmung vertrauen. Was diese einfachen Menschen, vor denen der VdZ jederzeit den Hut zieht, vor der Kamera sagen, hat mehr Relevanz als alles, was der VdZ in den letzten Jahren in den Medien mitgeteilt bekam.

Die Zeit der Medien herkömmlichen Zuschnitts ist vorbei. Endgültig. Und sie sollten das endlich begreifen. Kein einziges von ihnen verdient zu überleben, die Wirklichkeit hat sie bereits gerichtet. Es gibt kein einziges Medium, das für den Sprachraum eigentlich zuständig wäre, das den VdZ vom Gegenteil überzeugen könnte. Hier auf "Rationalität" zu setzen, wie es auch in diesem Video geschieht, die meint man müsse das, was man "weiß" auch immer "argumentieren" können, zeigt selbst schon die Irrelevanz. Denn Wahrheit ist mehr als Rationalität. Es ist vielmehr die Taktik des Schizoiden, das oft so Komplexe auf simples Wortgeräusch, das im Widerspruch zum wahrgenommenen Tun erfahren wird, reduzieren zu wollen.

Genau das - die Rationalisierung - ist ja das, was die Medien, genau diese Medien, seit vielen Jahren zu verhindern suchen, indem sie die Sprache mißbrauchen indem sie, genau sie, den Diskurs limitiert haben. Und man kann von den einfachen Menschen nicht verlangen, Thomas von Aquin zu studieren, damit sie dieser perfidesten Form der Lüge auch sprachlich, damit gedanklich begegnen. Genau das haben die Medien ja zu verhindern gesucht. Durch Mißbrauch der Sprache, durch Schizoidität.

Die Medien sind damit heute sämtlich - sämtlich! - Gift in der Atemluft des Geistes. Und wer das nur empfindet, aber nicht argumentieren kann, hat meistens zumindest absolut Recht. Ja hier beginnt die Spur zum Märtyrer.

Medien also stattdessen auch noch mit Steuergeldern (die wieder dem Volk, gegen das sie schreiben, abgepreßt werden) zu alimentieren ist ein politisches Verbrechen und gegen das Gemeinwohl gerichtet. Es sollte nach Paragraph Wimpelzupf mit Gefängnisstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft werden.

Der sprachliche Raum eines Volkes ist auch sein geistiger Raum, sagte einmal so richtig Hugo von Hofmannsthal. Die Medien versuchen, in diesem geistigen Raum die Dämonie zu etablieren. Wahrheit ist ihnen so fern wie dem Eisbären die Klimaerwärmung.

Es ist typisch für den Irrsinn der Gegenwart (der sich nicht nur auf die deklarierte Linke beschränkt, aber von dort herstammt), daß Journalisten glauben, daß der Mensch beliebig manipulierbar ist. Es ist hingegen katholisch davon auszugehen, ja ausgehen zu müssen, daß jeder Mensch einen direkten Zugang zur Wahrheit hat. Weil er von der Wirklichkeit umschlossen ist, die ihn umgibt wie den Fisch das Wasser. Es braucht schon viel Vergewaltigung, um das abzuschotten. Und genau das versuchen diese Medien. Und genau das glauben die Politiker. Und genau das glaubt universitätsverklebtes Establishment.

Höre der Leser doch selbst. Die Menschen WISSEN, worum es geht! Fluch, ewiger Fluch über alle die, die das zu verwirren suchen. Selbst wenn sie eine Soutane tragen. Die werden nach ihrem eigenen Maß gerichtet. Denn sie lassen praktisch ausnahmslos die Menschen schmählich, ja verdammenswert im Stich.

Übrigens zeigen die Interviews auch den Knackpunkt. Auch mit diesem haben die Linken (deren Teilmenge die Medien sind) nicht gerechnet. Es ist der Punkt, wo Menschen damit leben können, daß sie von anderen als "schlecht" oder "böse" apostoliert werden. Das ist übrigens der Punkt der Reife des Menschen, ja der Menschwerdung selbst.

Dennoch gilt auch hier: Volkes Mund tut nicht nur Wahrheit kund. Er tut auch Wahrheit ÜBER das Volk (und den Stand seiner Kultur) kund.








*231217*

Montag, 22. Januar 2018

Wie sich so vieles ablesen läßt

Ein beispielhaftes Spektakel liefert die Kronen Zeitung immer wieder in Österreich. So vor einigen Wochen. Am Nachmittag erschien ein Artikel, dem gemäß die (nicht länger bestreitbare) Rekordmenge an Schnee in Alaska (seit über einem Jahrzehnt! wer hat bisher darüber berichtet?) "dem Klimawandel" zuzuschreiben sei. Es sei eine "Folge der Erderwärmung". Das Prädikat "wissenschaftlich" im Artikel war kaum zu zählen. 

Daraufhin brach ein erstaunlicher Rückmeldungssturm aus, in dem zahllose Leser meldeten, daß vor fünfzehn Jahren prognostiziert worden war - ebenfalls "wissenschaftlich bewiesen" - daß es in Zukunft (damals!) überhaupt keinen Schnee mehr geben würde. Mojib Latif, eine der typischen, überaus üblichen, ja das Tagesklima in Deutschland bestimmenden charakterlosen Fratzen der Lüge in Deutschland (gab es übrigens JEMALS ein charaktervolles "Deutschland" in der Form seit 1871? Eben.), hat sich damit ja unsäglich berühmt gemacht.

Wenige Stunden später - der VdZ wollte den Artikel hier im Blog verlinken - war der Artikel verschwunden. Ihn ersetzte ein Artikel über das (angeblich von Glyphosat verursachte) Bienensterben ... Ja, gewiß, die Herausgeber der Krone haben nach ihrem einjährigen Aufenthalt in New York "gelernt".

Wie sehnt man sich da doch nach den Gründern dieser Zeitung. Als noch deren simpelste Kolumnen Höhepunkte des Journalismus waren. Keine Zeitung war kompetenter sogar für Kulturkritik als die Kulturseiten dieses Massenblattes! Keine Zeitung hatte derartig hausverständige und zugleich überaus populäre Journalisten, man denke an "Staberl". Aber überhaupt, wie sehnt man sich ... nach anderen, ANDEREN Leuten. Die wir Österreicher und Deutsche doch einmal hatten.

Seit das Ehepaar Dichant jr. - die "Nachfolger" des Zeitungsgründers - die Leitung übernommen hat, ist die Kronen Zeitung aber zu einem völlig vorhersehbaren, ablesbaren Blatt der Weltgleichschaltung verkommen. Das geschah binnen weniger Jahre. Seither ist die Zeitung auf eine Weise durchschaubar, daß es einem oft übel werden könnte, vor allem weil sie die Manipulation um eine ganze Stufe psychologisch geschickter anlegt, und in ein Wechselspiel von Vorführung aus Köder & Gift gesteigert hat. Und sich und damit die Leser dem Welt-Mainstream verkauft. Für Österreich sind sie somit nicht mehr relevant. Nur noch symptomatisch.

Und können nicht mehr, was der "alte Dichant" noch immer schaffte, weil wollte. Der eine Zeitung gründete und führte, die OHNE PRESSEFÖRDERUNG existieren konnte, ja ihre Besitzer reich machte. Die sich nur durch ihre weltweit sensationelle Auflagehöhe und Bevölkerungsdurchdringung erhielt. Die Kronen Zeitung wurde zwar unter dem alten Herrn gerne abwertend als "Boulevard" eingestuft, aber das war sie nicht. Und schon gar nicht war sie mit Machwerken wie der deutschen "Bild" vergleichbar. Das geistige, schreiberische, journalistische Niveau vieler Schreiber war außerordentlich, und der Duktus der Zeitung war bemerkenswert frei.

Es war einmal ...






*201217*



Dabei sind wir doch alle böse

Der Grund warum der Mensch der Gegenwart Gott nicht mehr sieht ist, daß er nicht sieht, wie tief er eigentlich ist. Auf diese Aussage Jungs bezieht sich Jordan Peterson in diesem kurzen Video. In dem er schon aus psychohygienischen Gründen davor warnt, sich als gut und tugendhaft einzuschätzen. Denn das entspricht einfach nicht der Realität, in der wir stecken. Stattdessen erleben wir doch täglich, wie wir Dinge tun, die wir weder wollen noch die uns weiterbringen. Peterson rät also dazu, sich einfach einmal die Frage zu stellen und zwar als Frage, nicht als Behauptung, ob wir wirklich gut sind, oder ob nicht in jedem von uns viel viel Böses steckt. Nur als Möglichkeit! 

Zumalen der Grund, warum wir oft noch nicht so "richtig schlecht" gehandelt haben nur darin liegt, daß es uns an Möglichkeiten dazu gefehlt hat. Die Frage um böse Menschen in der Geschichte ist nämlich nicht damit beantwortbar, daß es hier eben ganz besonders böse Menschen gewesen sind, sondern nur damit, daß es Menschen wie wir alle waren, die durch die Umstände der Zeit klammheimlich in ein Verhalten schlitterten, das wir aus der Distanz als böse klassifizieren. Wir wissen aber nicht, solange wir uns nicht unserer eigenen Abgründe bewußt sind, wie böse wir selbst sein könnten, und wie böse wir wirklich sind.

Stattdessen ist es ein Symptom der Pathologie unserer Zeit, daß wir vor dieser Antwort Angst haben, und krampfhaft versuchen uns unter allen Umständen als "die Guten" darzustellen. Nicht nur das: Hat die beobachtbare Spaltung in "gute Menschen" und "böse Menschen", in der bestimmte Menschengruppen als "böse" abzuklassifizieren und auszugrenzen und sogar als vernichtenswert dargestellt werden, nur die Funktion einer "Sündenbock-Marionette", in der wir das uns gar nicht bekannte Böse in uns auf andere projizieren und damit (uns selbst am allermeisten) vorgaukeln, daß wir dieses Böse ja nicht sind, weil wir es ja erkennbar "ablehnen". Das wir in der political correctness sogar in ein "kulturelles System" der "Gutheits-Vergewisserung" eingebettet haben.

Demselben Zweck dient es, wenn wir das Böse an bestimmten Attributen  ("rechts" etc.) festmachen. Schon ein oberflächlicher Blick in die Vergangenheit zeigt aber doch, wie relativ selbst diese Kategorien sind. Man nehme das Beispiel des Nationalsozialismus, der heute als "rechtes Phänomen" dargestellt wird, obwohl er systematisch-ideologisch untersucht deutlich links war. Damit täuschen wir uns über das Wesen des Bösen in uns und in der Gegenwart. Und wir tun es aus Angst vor dem Bösen, dem wir vor allem eines nicht widmen: unseren klaren, offenen Blick. Das wir lieber unerkannt lassen, stattdessen mit oberflächlichen Zuschreibungen vernebeln, denen wir natürlich nicht zugehören. Die aber nur eine Täuschung über die wirkliche Wirklichkeit des Bösen sind.

Damit verbauen wir uns den Zugang zu unserer eigenen Realität, und so nebenbei: zur Realität der Erlösungsbedürftigkeit. Wer ohnehin "gut" ist - und das ist niemand! - braucht keine Hilfe, keine Transzendenz, die gut "macht". Die Wahrscheinlichkeit, daß wir "gut" sind, ist aber aus der Sicht eines Seelenkenners ... NULL. Wenn wir das aber dennoch glauben oder uns und anderen glauben machen wollen wird Gott als das uns unermeßlich Vorausliegende, das absolute Gute gar nicht mehr erkennbar.

Wir dürfen aber bei dieser Selbstbefragung nicht bei den "großen Dingen" anfangen! Sondern bei den ganz kleinen Dingen des Alltäglichsten, denn dort wird es am manifestesten. Und genau dort werden wir unsere Unzulänglichkeiten zuerst erkennen. Dann können wir damit anfangen, diese kleinen Dinge zu verbessern. So baut sich auch unser Selbstbewußtsein auf. Auf einer Selbsterkenntnis, die dann von selber und nach und nach zu immer größeren Dingen schreitet. Aber NUR, wenn diese kleinen Dinge adressiert werden. 

Es ist eben verdammt einfach, sich für abstrakte, unermeßlich große Dinge "schuldig" zu fühlen (Klimakatastrophe ...) oder für Dinge, die weit in der Vergangenheit liegen (Holocaust ...), oder weit weit weg liegen (Menschenrechtsverletzungen in China ...). Die Beispiele ließen sich fast unendlich vermehren, denn wir haben heute lauter "große Besorgnisse", die in Wirklichkeit unsere eigene Handlungsebene weit, weit überschreiten. Kirchenkrise. Staatssystem. Der Kampf gegen rechts (oder links). Oder - nicht zu vergessen! - die "Probleme" oft verschwindend kleiner Minderheiten, die wir zu großen Problemen aufbauschen, man denke an die "Ehe für alle". 

Samt grotesken, neurotischen "Lösungsstrategien", wie die absurde Energiewende, oder den Veganismus, Demonstrationen gegen abstrakte Probleme. Allesamt "Scheinbeschäftigungen", Beschäftigungstherapien. Alles in Wahrheit kleine, von uns selbst unterhaltene und geführte Puppentheater, auf denen wir mit ausreichend Distanz vorspielen, was sich in unserem Leben gar nicht wiederfindet und abbildet.

Was nicht heißt, daß es hier nicht objektive Kritikpunkte gibt, aber diese sind nur dem ein gerechtes Problem, der sie auch auf Augenhöhe adressieren kann, zu dessen Aufgabe es also gehört. Weshalb es falsch ist, von "Motivierung der Massen" zu sprechen, die nur eines bewirken soll: Daß sich noch mehr Menschen von ihrer alltäglichen Lebensebene wegbewegen. Und was so nebenbei Radikalisierung bewirkt, weil das Erleben des Machbaren natürlich dann auch fehlt. Also wächst die von einer den Einzelnen übersteigenden Handlungsidee her zuwachsende Frustration, und damit die Wut.

Aber wir werden dadurch nicht "besser", wir täuschen uns nur weiterhin darüber hinweg, wie wir wirklich sind. Und sind damit so nebenbei tief ungerecht, genau dort nämlich wo wir überzeugt sind, besonders gerecht zu sein.

Man kann deshalb vor Menschen nur warnen, die meinen, "gut" zu sein, weil die ganz sicher nicht "gut" sind, sondern nur ihr Böses nicht kennen und nicht kennen wollen. Diese sind meist tatsächlich böse, nur wissen sie es nicht, weil sich ihr Böses eine andere - verschleierte, oft natürlich rationalisierte, also rechtfertigende - Form sucht. Die meisten, nein, alle Weltretter sind deshalb brutale, menschenverachtende Totalitaristen, weil ihre persönlichen Kräfte und Ermächtigungen dem Ziel nicht entsprechen, sodaß sie das System scharfmachen, den anderen die Freiheit nehmen wollen.

Wir aber sollten wissen, wie böse wir sein können. Dies zu wissen, aber nicht böse zu handeln - das ist alles, was wir tun können und sollen. Zumalen wir für das Böse in uns vielfach oder oft auch gar nicht direkt verantwortlich sind. Wer aber weiß, wie böse er sein könnte, der wird auch für den anderen Verständnis, Empathie aufbringen. Und nur der wird auch verzeihen können.

Der Leser möge es probieren. Er möge erfahren wie  befreiend es ist, sich einzugestehen, daß man (durchaus) "böse" ist.  Was passiert wenn man aufhört, "der Mutti gut Jung" zu sein, der "nette Bursche", von dem man nunmehr weiß, daß er gefährlich, ja böse sein kann, aber es momentan nicht ist. Er wird erfahren, was es heißt, wenn sich plötzlich andere auch einmal vor einem "fürchten" der bereit ist als "böse" angesehen zu werden (weil er weiß, daß er das sein kann). Er wird dabei erleben wie eng schöpferisches Tun (das immer ein Hinausschreiten ins Chaos ist, um es zu ordnen) mit dem Mut zu tun hat, in den Augen der anderen "gefährlich" zu sein. Und er wird erleben, wie die anderen ihre seelenbedrückende Macht über ihn verlieren. 

Die Freiheit beginnt nämlich erst dort, wo ein Mensch auch böse sein kann, weil er weiß, daß er das - auch! - ist. Aber nicht sein muß.










*120118*

Sonntag, 21. Januar 2018

Schon wieder ein Verschwörungstheoretiker

Diesmal: Edward Snowden. Dessen Äußerungen zum Thema "Klimaerwärmung" der Videobeitrag zusammenfaßt. Er sagt, daß er Dokumente besitze, die belegen, daß in den 1950er Jahren der CIA beschloß, diese Ängstigung der Öffentlichkeit durch Gelder für "wissenschaftliche Forschung" zu forcieren, damit diese von den eigentlichen Problemen (damals der Atombedrohung) abzulenken, insgesamt aber zu lenken. Damit war garantiert, was passierte: Ausreichend "Wissenschaftler" fanden ihr Objekt mit dem sie ihr ausreichendes Lebensauskommen bestreiten konnten. Wissenschaftlich zu beweisen, daß es eine bedrohliche Klimaerwärmung gab, die in nichts begrenzbar ist.

Man beachte alleine die grotesken, wirklich grotesken Vorhersagen, die sich fundamental widersprechen! Etwa hieß es 2000, es würde zukünftig keinen Schnee geben, WEGEN der Klimaerwärmung, heute heißt es, es gäbe die seit 15 Jahren empirisch festzustellende Zunahme der Schneefälle auf der Nordhalbkugel WEGEN der Klimaerwärmung. 

Das trifft insofern mit der Einschätzung des VdZ zusammen, als er sogar weltweit (vorgeblich) führende Klimaapokalyptiker sehr gut kennt, aber in deren charakterlich-wissenschaftlicher Disposition und Habitus die eigentliche Apokalypse sieht. Der normale Bürger würde in Schnappatmung verfallen, würde er darum wissen, was für unfaßbar primitiver, sittlich desaströser Charaktermüll und welche unfaßbare Dummheit heute als wissenschaftliche Autorität dargestellt wird. 

Wie solche Autorität heute entsteht? Etwa durch Internetabstimmungen, in denen vom Ehrgeiz zerfressene "Wissenschaftler" ihre Verwandten (etc.) in Massenmails auffordern, für sie (z. B. als "Wissenschaftler des Jahres") zu stimmen. Da votet dann eine Krankenpflegerin für ihren Sohn, die sich - nach dessen "wunderbarer Erwählung" (samt Preisverleihung durch Minister) - ihre "überlegene" Meinung auf die als überragend prädikatierte Meinung ihres Sohnes bezieht. 

Es ist alles heute nur noch grotesk.









*201217*

Blick in die Kunst der Waffentechnik

Photo: Pinterest
Die Entwicklung der Rüstungen für Kämpfer (Ritter) im Mittelalter war bemerkenswert. Man entdeckte bald, daß verbundene, mehrschichtige Materialien ein Vielfaches an Widerstandskraft auch gegen moderne Waffen hatten, im Gesamtgewicht aber leichter bleiben konnten. Und doch waren sie effizienter gegen die aufkommenden Waffen wie Armbrüste oder - asiatische Bögen. 

Die wie bei den Mongolen, Hunnen und Magyaren ebenfalls die Eigenschaften mehrschichtiger Aufbauten nutzten und damit ungeheure Durchschlagskraft für Pfeile erlangten. Ein Bogen der Magyaren wies bis zu 10 Schichten Horn auf, die mit Knochenleim zusammengefügt waren. (Mit einem Nachteil, der sich in Europa erst herausstellte: Sie waren anfällig gegen Regen. In Asien war es ja noch trocken gewesen, aber in Europa ... solche Bögen lösten sich dann auf.) 

Noch auf 600 m war ein aus einem solchen Bogen abgeschossener Pfeil absolut tödlich, denn er riß riesige Wunden mit bis zu 5 cm Durchmesser, je nach Pfeilspitze. Wie bei heutigen (starken) Schußwaffen starb der Getroffene oft schon am "Blutschock", oder verblutete rasch, selbst wenn er nur in Extremitäten getroffen worden war.

Diese im obigen Bild dargestellte polnische Rüstung aus dem 16. Jahrhundert zeigt einen Höhepunkt dieser Rüstungstechnik der Mehrschichtigkeit, die erst später, angesichts der dann aufkommenden Feuerwaffen zu versagen begann. Über 1.000 Einzelteile kombinieren Widerstandsfähigkeit und Beweglichkeit - bei gleichzeitiger Leichtigkeit - auf beeindruckende Weise. 

Nur damit wir keiner Täuschung erliegen: So eine Rüstung war auch im Vergleich damals ungeheuer kostenaufwendig. Der Preis einer guten Körperrüstung entspricht nach heutigem Kaufwert dem eines Einfamilienhauses. Das mußte sich ein Ritter erst einmal leisten können! In einer Zeit, in der er sein "Einkommen" aus Naturalien und Arbeitspflichten bestritt, weil Geld erst allmählich aufkam. Die Ritter verloren ihre Bedeutung eigentlich notgedrungen, die Kampfestechnik mußte sich schon deshalb hin zu (immer unritterlicheren, unsittlicheren, kulturloseren, funktionalistischeren) Massenheeren verändern. Denn so nebenbei mußte ein Ritter auch noch durch ständiges Training selbst am Pferd schlachtentauglich bleiben. Das überstieg in der Entwicklung des Kapitalismus hin zur Geldwirtschaft bald deren Möglichkeiten.

***

Ein guter Schmied konnte reich werden. Er war gesucht, und hatte an so einem Werk ein halbes bis ganzes Jahr Arbeit. Während ein gutes Schwert immerhin schon innerhalb eines Monats zu fertigen war. Wenn der Meister gut war und die Technik des Mehrfachverbunds beherrschte, was ein gut gehütetes Geheimnis und Resultat von "viel Gefühl" - letztlich damit eine nicht erlernbare, nicht in bloßer Technik aufgehende Kunst also - war. Sodaß Schmiede im Ansehen neben dem Magier, dem Zauberer zu stehen kamen. Mit derselben Furchtbarkeit und Angstbesetztheit in den Augen der Bevölkerung.

Photo: Pinterest
Als die Ritter zu den ersten Kreuzzügen aufbrachen, hielten sich deshalb vorerst ein gutes Jahr in Gebieten wie der "Eisenfurche" auf. Das ist das Ybbs- und Ennstal, von Steyr bis nach Waidhofen und Weyer, die das Erz des steirischen Erzbergs verarbeiteten. Bei einer der mindestens 250 Werkstätten gaben sie ihre Waffen in Auftrag, und eine ganze Region hatte Brot und Arbeit dadurch, ja wurde wohlhabend. Vom Kaiser durch Abgabenfreiheit, Marktrechte, Gerichtsbarkeiten (als Maßgabe der Selbstregulierung) privilegiert, sodaß die Bauern zu günstigen Preisen Lebensmittel liefern konnten und wollten. 

Etwas, das sich für die Region schicksalshaft auswirkte, denn das niederösterreichische Voralpenland-Ybbstal, von der Enns bis nach Ybbs a. d. Donau, ist bis heute eine der Vieh- und Kornkammern Österreichs. Der VdZ stammt väterlicherseits von dort und seine tüchtigen Vorfahren haben über Generationen Vieh gezüchtet, das ganze Rassen hob und bis heute maßstäblich ist.

Aber nur wenige Schmiede beherrschten die Technik, die, wie wir heute wissen, eine Technik hochkomplexer Stahlbearbeitung war. Man machte kein Hammerwerk (eine Schmiede) auf, weil es "ein Geschäft war" oder weil "Nachfrage herrschte". Man mußte es KÖNNEN, die Muse besitzen, begnadet sein, und das Geheimwissen besitzen, das ein Ablaufwissen war, ohne Gründe - eben: Magie. Wer alles das nicht hatte wurde bestenfalls Hufschmied oder Wagner ... 

Aber der Kern der Schmiede beherrschte eine Verarbeitungskunst, die nur an wenigen Orten überlebte. Wie in Steyr, wo noch 1914 ein Gewehrlauf produziert werden konnte, der eine ganze Millionen-Armee mit einem in der Treffsicherheit überlegenen Gewehr ("Wörndl") ausstattete. Wie es nur noch einige wenige Gewehrmanufakturen in Kärnten beherrschten, das im Mittelalter eine sehr ähnliche Entwicklung durchlaufen und auch dort viel Wohlstand geschaffen hatte. Oder wie in Amstetten bei einem Schmied, den der VdZ persönlich kannte, der noch bis vor 20 Jahren, wo er verstarb, die traditionelle Rüstung für die Schweizer Garde des Vatikan herstellte.

Ein letzter Rest dieser Technik ist wenigstens ahnungsweise in der Kärntner "Glock" erfahrbar, der nach Meinung von Fachleuten besten Handfeuerwaffe der Welt. Mit einem wahren Patriarchen an der Spitze. Wie sonst.

Und in dem "lustigerweise" in dieser Eisenfurche liegenden Stahlwerk der VÖEST, wo in den 1960er Jahren als "LD (Linz-Donawitz)-Stahl" wieder "entdeckt" und zu Weltruhm als Massenprodukt entwickelt wurde. Diesmal aber war es keine Magie, sondern echtes Wissen um materiale Vorgänge. Magie ist eben "kenntnislose Ablauftechnik", als Degenerationsform von wahrer, wissender Religion.

Denn Eisen wird durch Kohle zu Stahl, das in aufwendigen Schmelzverfahren wieder und wieder übereinandergeschichtet wird. Das war notwendig, weil die Araber (Sarazenen) mit den Damaszener-Schwertern eben diese Technik (des Orients) zur Perfektion geführt hatten, weshalb sie waffentechnisch den Kreuzrittern überlegen gewesen wären. Diese Kohle stammte aus den Wäldern des Voralpenlandes, wo der Köhler sein Gewerbe betrieb, was ebenfalls viel Geduld und Sachkenntnis benötigte und ebenso legendenumwoben war.







*301117*