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Sonntag, 11. Dezember 2022

Respekt vor Algerien (2)

Der Dreck tarnt sich seit je als Freiheit. Und der Liberalismus deckt eben den Dreck. Der Vorwurf des Islamismus ist damit eine willkommene Gelegenheit zur Verleumdung einer gesunden Gesellschaftspolitik. Die Kirche hat diesen Mord an sich nur schon fünfig Jahre hinter sich. 

Es ist also die freizügige Art, die Sexualität zu leben, so unser Gesprächstenor. Die jungen Menschen von heute - vor allem im Westen - können sichicht einmal mehr vostellen, daß man in sexueller Enthaltsamkeit leben kann, OHNE dabei einen Verlust, vielmehr einen (geistigen) Gewinn zu erfahren! Als einen Zugewinn an Leben, an Heiterkeit, an Humor, an Fröhchkeit! Die Post-68er können sich nicht einmal mehr vostellen, daß es zu ihrer eigenen Getriebenheit, zu ihrer eigenen Muschi- und Schwanzgesteuerheit eine Alternaitve gibt.

Samstag, 10. Dezember 2022

Respekt vor Algerien (1)

Wir haben uns zufällig in privatimerem Rahmen getroffen, er war auf dem Weg vom Beichtdienst bei einem Einnkehrtag in der hiesigen Hochschule - eine kliene Hochschule, spezialisiert auf Forstwirtschaft und Ökonomie, mit vielleicht 1.500 Studenten, aber mit sehr schönen altehrwürdigen Gebäuden und einem richtig schönen Campus - bei dem ein kroatischer Pater Vorträge hielt. 

Besuchszahl? 110. 110 von 1.500 Studenten setzen sich auf einen Aushang in der Aula hin einen Tag in einen Saal, um ihre Religiosität zu vertiefen. 

Es gibt in Ungarn ein sehr reges Interesse am Glauben, und das ist echt. Daß es oft mit charismatischen Elementen durchsetzt ist, ist ein anderes Problem. Die Kirche hat ihre eigene sprituelle Tradution regelrecht abgelegt, es ist zum Verzweifeln, und geistige Führung ist kaum noch ander als aus Büchern zu erhalten. Aber das ist alles eine andere Geschichte.

Sonntag, 7. März 2021

Viele Völker unter vielerlei Dächern

Was Peter Frankenfeld in einer TV-Aufzeichnung von 1973 so bewundernswert gewandt vorexerziert überrascht in mehrerlei Hinsicht. Deren bemerkenswerteste die noch vor 50 Jahren selbstverständliche und problemlos mögliche Bezugnahme auf die kleindeutsche* Gesamtheit aller im (angeblichen) Kaiserreich von 1871 samt deren Nachfolgestaaten versammelten Völker. 

Es ist nicht nur amüsant, diesem Sprachenpotpourri zuzuhören, sondern was man hier zu hören kriegt, macht die Seelen dieser Völker greifbar. Sich mit dieser Tatsache, daß Sprache und Seele untrennbare Korrespondenz haben, auseinanderzusetzen ist gerade heute von immenser Bedeutung. Weil wir längst lebenskräftige und -fähige Parallelgesellschaften in unseren Ländern haben, die zwar keineswegs "staatsfähig" sind, die aber aus ihren Seelenlandschaften heraus andere Kulturen bedeuten. Die mitten unter uns leben werden, ob uns das nun paßt oder nicht. Nicht weniger lebendig bleiben, als es die Seelen der deutschen Völker sind, die nach 1945 aus dem großdeutschen Raum (sozusagen) fast zur Hälfte entwurzelt und in das Deutschland der Gegenwart geworfen wurden. 

Zwar könnte man nun sagen, daß die Veränderung des Klimas im öffentlichen Sprachraum* dem Umstand geschuldet ist, daß diese zugewanderten Menschen mittlerweile ausgestorben sind. Aber man täusche sich nur nicht.

Denn in den Nachkommen, also auch in den nächsten Generationen (ja dort mit neuem Aufschwung, wie die Erhebungen der zugewanderten Gastarbeiter dritter Generation belegen) dieser Vertriebenen, Ausgesiedelten, Verachteten und (versucht) Vernichteten bleiben Volksseelen präsent, das auch heute noch geschichtsmächtig bleibt. Sie bleiben das in Bezug auf das politische Geschehen, auf die Stimmung in unseren Ländern. Die von Gruppen bestimmt werden, die im heutigen Deutschland und Österreich eine erhebliche Bevölkerungsgruppe bilden. 

In ihnen wirken Kräfte, die sich zum einen in ihrer Charakteristik des jeweiligen Zugangs auf die Welt äußern. Und man übersieht genau das, woraus wir Heutigen lernen könnten. In ihnen wissen wir einen erheblichen Anteil unserer Bevölkerungen als Ausgegrenzte, als Außenseiter, als Nicht-Dazugehörende. 

Nun ist eine Tatsache, daß gesellschaftliche (und damit kulturelle) Veränderungen immer von Randgruppen und Minderheiten ausgehen. Denn während die "Masse" der Menschen, also die Verwurzelten, von Beharrungsvermögen geprägt sind, streben Randgruppen, Außenseiter und aufgrund der fehlenden Ansprache ihrer Seelencharakteristik durch die Kultur der angestammten Bevölkerung, zu der sie dazugeworfen wurden, daß sie zeitlebens Unverstandene bleiben.** Und die "Gastkultur" nicht verstehen und gar nie verstehen werden. Und nie ernstgenommen werden, nie in ihrem innersten Anspruch relevant sein dürfen. 

Mit dem wesentlichen Beisatz: Daß Volk und Land in einer unauflöslichen Korrespondenz stehen.

Das ändert sich auch nicht über Jahrhunderte, weil es eine Schöpfungstatsache ist: Jeder Mensch ist auf einen bestimmten Boden bezogen: Es gibt keinen Menschen ohne Ort.

Das wird noch verständlicher, wenn man weiß, daß Sprachen nicht, wie heute dahergeplappert (was als "Bildung" zu bezeichnen man noch die Chuzpe hat!), keineswegs "posthoc entstandene" Informationsträger des Menschen sind, sondern dessen Konstituenten. Weil der Mensch aus dem Wort, dem Namen geboren wie auf diesen hin entsandt wird. Das ist sein Lebenssinn, und je weiter er sich davon durch faktische Umstände entfernt, desto gefährdeter ist er, vernichtet, ausgelöscht zu werden. Was den einfachen Querbezug ergibt, daß Menschen ohne Volk und Sprache über mittlere Frist vom Antlitz der Erde verschwinden.

Somit haben wir die Tatsache vor uns, daß diese Wurzellosen, diese Massen von Zugewanderten, nie verwurzelt werden können. Weil sie von Kräften geprägt sind, die nicht mehr sichtbar werden, alles Dasein aber Darstellen, also Inkarnation, also Sichtbarwerdung IST.

Diese ontologischen Strebungen müssen (weil sollen) aus bestimmten historischen (in Wahrheit: gegenwärtig politischen) Gründen unbewußt bleiben, in der seltsam irrationalen Hoffnung, daß sie damit überhaupt verschwinden. So sehr ist das gewollt, daß die darstellenden Elemente dieser Volkschaften und Völker - wie ihre Sprachen, die man oft als "Dialekte" verkennt - sogar aus den Wegen der offiziellen Wissensübermittlung und damit -weitergabe ausgeschlossen bleiben. 

All diese Menschen werden also zukünftig nur noch einen archäologischen, detektivischen Zugang zu sich selbst finden können. Man stelle sich also die Zukunft vor, die Konsequenzen daraus. Und die Distanz, die so breite Bevölkerungsschichten unserer Staaten zum gegenwärtigen politischen, kulturellen, gesellschaftlichen Leben haben.

Man durfte und darf über diese simplen Geschichtstatsachen bis heute nicht wirklich sprechen. Was nicht weniger bedeutet, als daß weite Bereiche der seelischen Kräfte in unseren Ländern chthonisch bleiben. Was sie zu einem guten Teil sogar gefährlich macht, weil sie das irrationale Potential der heutigen Handlungsneigungen deutlich erhöhen. Aber in einer Gefahr, die fernab von den stupiden Erklärungsgeschichterln der (angeblichen) Psychologie liegt. Die ja sogar aus ihren Prämissen, aus den Grundannahmen über Welt und Wirklichkeit heraus völlig ungeeignet ist, das Seelenleben zu begreifen. 

Höre der Leser nun mit erweitertem Blick dieser nun noch genußreicheren Sprachkaskade zu, die eine der bis heute wahren Größen der Moderationskunst und der daraus so selbstverständlich erfließenden gepflegten Unterhaltung hier bietet. Jetzt wird der Leser vielleicht noch mehr bestätigen können, daß sie in ihrer Aussage über uns, über Sie, über den VdZ, über den Nachbarn und über die Vorgänge auf den Straßen für sich spricht. 


*Auch wenn der Begriff manche verwundern mag - ohne die deutschen Völker, die sich bis 1918 unter österreichisch-ungarischem Kaiserstab versammelt hatten, war jede Lösung eines "Deutschland" immer nur als "kleindeutsche Lösung" verstanden worden. Gut ein Viertel aller Deutschen, also aller Menschen in ihren jeweiligen Völkern und Sprachen, lebte NICHT im Bismarck-Deutschland von 1871.  

**Man müßte einmal die Geschichten der Menschheit näher untersuchen, um festzustellen, ob nicht der Satz gültig sein könnte, daß es überhaupt nie und nirgendwo "ethnische" oder "kulturelle" Konflikte gab. Sondern, daß es sich immer um Konflikte aus einem irgendwie gearteten, nirgendwo verstandenen "Staats-"Begriff handelte. 


*060321*

Mittwoch, 24. Februar 2021

Menschenunwürdigkeit als Alltagshaltung

Fast muß man sagen: Im Gegensatz zu Deutschland. Fast muß man das sagen, wenn man die Lage der öffentlichen Diskussion zur Corona-Frage betrachtet. Denn immerhin gibt es in Österreich (und auch in der Schweiz), einige Außenseiter mit Gewicht, die in einer Offenheit das Leben der Vernunft befeuern, die bemerkenswert ist. Einmal mehr muß also Servus.tv vor den Vorhang geholt werden. 

Das in diesen Tagen mit der Reportage "Geächtet und ausgegrenzt - Die Corona-Kritiker!" den bisherigen Höhepunkt im Fernsehgeschehen 2021 gesetzt hat. Konzentriert und ausgewogen werden die Positionen vorgestellt. Daß sich dennoch ein klares Bild ergibt, ist dieser Objektivität geschuldet. Und die legt ein Urteil nahe, das verheerend für die gegenwärtige Politik in unseren Ländern ausfällt. 

Wir bringen auch diesen Film hier. Er soll zumindest als Archivordner die hier von Anfang an vertretene Linie ergänzen. Nicht zuletzt soll auf einige wunderbar herausgearbeitete Argumente hingewiesen werden, die im Alltag auftauchende Fragen in eine lichte Antwort heben. So die Frage, warum so viele Menschen in dieser kollektiven Hatz auf Corona-Kritiker mitmachen.

Der Psychologe und Verhaltensforscher Roman Braun gibt dazu eine einleuchtende Antwort, die weitere Facetten zu hier bereits angestellten Analysen liefern: Die Menschen erleben eine Bedrückung, der sie sich aus Angst vor der Obrigkeit (und vor der von dieser veranstalteten irrationalen, gigantisch aufgeblasenen und in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Krankheitsgefahr weit überdimensionierten Angst vor diesem Virus) unterwirft. Und damit Leid erfährt. Nun erlebt sie aber in den Corona-Kritikern eine Menschengruppe, die sich diesem Leid widersetzt. Und das macht aggressiv. Denn nun wird - mit dem Rückenwind der offiziell verhängten Bedrückungen - die Teilnahme an diesem ihrem Leiden verlangt. Gegen das aufzustehen sie selbst den Mut nicht haben.  

Sieht man die Gesamtheit der Angelegenheit fällt die Antwort beängstigend eindeutig aus: Wir sind auf dem Weg zu einer autoritären Staatsführung schon sehr weit fortgeschritten. Die Umerziehung der Bevölkerung ist schon weit vorangeschritten. 

Die Menschen sind an die Irrationalität, Unberechenbarkeit und Widersprüchlichkeit der Regierenden wie in einem pädagogischen Programm bereits gewöhnt worden. Sie sind somit von den willkürlichen Äußerungen abhängig gemacht worden und erwarten Erleichterungen nur von weiteren Einschränkungsmaßnahmen, die mit einer Süßkirsche verziert sind, die es zu genießen gibt, wenn man sich noch weiter für blinden Gehorsam entscheidet und der Vernunft den Laufpaß gibt. Nur - das ist eben genau nicht Gehorsam. Es ist bösartige Dressur.

Der VdZ hat das jüngst erschienene Buch "Inside Türkis" gelesen. Das heißt ... nach der Hälfte erbost ins Eck geschmissen. Buchstäblich. Denn hier liegt ein Machwerk vor, das einen Gipfelpunkt der Frechheit darstellt. Und ein beredtes Bild von der Perfidie der derzeitigen Regierung in Österreich entstehen läßt. Die den Leser verarschen. Die in diesem Buch dieselbe Taktik anwendet, die ihr Regieren auszeichnet: Die Verachtung der Menschen, die zu bloßen Objekten der Manipulation werden. In "Inside Türkis" wird der Leser, der sich diese reine PR-Geschichte durchliest, die rund um die Kurz-Clique einen Mythos aufbauen soll, für seinen Gehorsam mit (lächerlichen) Enthüllungen belohnt, die ihn an der Stange halten sollen, den ganzen übrigen Quatsch als ernsthafte Aussage zu lesen. 

Was in diesem Buch auffällt ist, daß es sich hier (also in der gesamten Regierungsmannschaft und den Menschen in deren engerem und weiterem Kreis) um eine Riege junger Menschen handelt, die in ihrem Leben nichts anderes gemacht haben als im Dunstkreis der Politik - in dem sie bereits aufgewachsen sind, sodaß sie schon als junge Menschen in ein ganzes Netzwerk der Macht eingebettet waren - ihre Karriere aufzubauen. Sich also Geltung zu verschaffen. Man ist es längst leid, als Berufsbezeichnung "Unternehmensberater" oder "Coaching" zu lesen, man ist es leid, als Legitimation für Führungsanspruch irgendwelche internationalen Hochschulen akzeptieren zu sollen, man ist es leid, sich von niederträchtigen Rotzbuben auf der Nase herumtanzen lassen zu sollen, die vom Ernst des Lebens nicht den Funken einer Ahnung haben. 

Und ... man ist es leid, ständig bei den Biographien dieser ÖVP-Leute zu lesen, sie seien "katholisch", oder gar "sehr katholisch". Das Schweigen der Kirche zu der Angelegenheit Corona, die eine Angelegenheit eines schweren Verbrechens gegen Mensch und Gott ist, ist dabei umso schmerzhafter, und ihre völlige Absenz aus dem öffentlichen Diskurs macht umso wütender. 

Wie diese Leute nach oben gekommen sind? Das ist einfach, und steht freilich nicht in "Inside Türkis". In den 1990er Jahren war allen etablierten Parteien und Institutionen (auch der Kirche) klar, daß sie die Jugend verloren haben. Also kam man mit schweren Erklärungen daher, daß es ein Zug der Zeit sei, "politikmüde" oder "institutionenmüde" zu sein, daß der heutige Mensch keine Bindung mehr wolle, sich seine Lebenspartner je frisch und spontan aussuche, die ihn dann ein Stück weit begleiten, aber alsdann wieder entlassen würden. So wurden alle diese Institutionen zunehmend von alten Männern beherrscht. 

Die sich aber wie Schneekönige freuten, wenn es doch junge Menschen gab, die Interesse an ihrem Lebenswerk bekundeten! So war es in den letzten drei Jahrzehnten extrem leicht geworden, mit Berechnung und Cleverness in bestehenden Instanzenzügen und Einrichtungen nach oben zu kommen, Karriere zu machen, und bedeutende Positionen zu erlangen. Und so kamen wir in die Situation, daß wir nahezu überall von Menschen beherrscht und bestimmt werden, die nicht nur fragwürdigen Charakters sind, sondern denen auch jede Empathie und Eignung für die Position fehlt, die sie innehaben. 

Weil wir aber in einer "Demokratie" leben, weil wir in einer Gesellschaft leben, die so tut, als wäre es nicht nur möglich sondern erforderlich, nicht DURCH STRUKTUREN, durch ORTE, sondern DURCH MENSCHEN Leben und Welt zu bewältigen, sodaß es ohne Menschen auch keine Strukturen mehr gibt. Weil also angeblich ein Staat, eine Gesellschaft ein rein funktionales Gebilde ist, das wie eine Maschine betrieben werden muß. Somit werden Junge zu Wettläufern um Zertifikate. Das nennt man dann Bildung. 

Aber in einem Staat, der nicht aus sich heraus besteht, sondern mit den Menschen steht und fällt, fehlen auch sämtliche objektiven Kriterien der Existenz. Diese werden nun durch Zertifikate ersetzt, die Qualifikationen ausweisen sollen. Diese wären es dann, die zu sämtlichen Positionen reichten und notwendig wären. Es ist also nicht mehr die Selbsttranszendierung HIN auf einen objektiven Ort, die Welt ist nicht mehr ein Spiel der Orte (damit: der Rollen), sondern eines der zufälligen Personen. Eines, dessen Gestalt beliebig veränderbar ist. (Deshalb mußte auch Sebastian Kurz eine "Bewegung" gründen, das nur als Hinweis.) Und das ist falsch! Nicht die Person macht das Amt, sondern umgekehrt.

Die faktische Realität ist aber mittlerweile anders. Und zwar nicht, weil sie (wieder) an sich anders wäre, sondern weil sie mit viel Kraft anders gehalten wird. Dieser Mythos der Fähigkeit, die die Institution ersetzt (weil die, wie gesagt, an sich keine Kraft habe), wird permanent aufrecht erhalten. In den Medien, an den Universitäten, einfach überall. Er hält somit alle, und zwar wirklich alle blind.

Aber damit haben wir, was wir haben: Eine Gesellschaft, die von Menschen bestimmt wird. Und damit von der Willkür und Fehleranfälligkeit dieser Menschen. Die nun alles tun, um diese Fehlerhaftigkeit zu verbergen, denn das ist die Frage des Überlebens: Die Untergebenen müssen glauben, daß man fehlerfrei ist.

Sie brauchen damit das, was in gesunden Gesellschaften, die sogar ohne Personen, die die Rollen einnehmen, bestehen und (zumindest eine Zeit lang, manchmal aber "ewig") funktionieren würden, ein unsichtbares, "heiliges" Gerüst, das aber alles trägt, erfüllt: Sie brauchen diese Saga der Heiligkeit. Sie brauchen den Mythos. Sie brauchen das Geheimnis (diesen Schlüssel zur Unsichtbarkeit, und das Wirkliche ist eben unsichtbar - nur nicht umgekehrt, aber das ist nicht immer gleich erkennbar) rund um sich. Sie brauchen den Glauben der Menschen, daß es rund um sie eine ganze Korona (sic!) von Verbindungen, Macht, Freundschaften und Know-How gibt.

Somit brauchen sie auch eine Politik, die zunehmend alles bestimmen will. Egal ob sie das bewußt anstreben (was sie meist negieren würden), oder nur unbewußt (und somit davon getrieben sind): Jeder Mensch ist von seiner inneren Grammatik bestimmt. Aus dieser stammt sein Wille. Damit wird die Herkunft, die Geprägtheit des Geburtsmilieus doppelt bestimmend. Und damit die Willkür zum wesentlichsten Element der Politik. 

In gesunden Gesellschaften hat der normale Mensch kaum je etwas von Politik überhaupt mitbekommen. Er hat sein Leben gelebt, seinen Alltag durchgestanden, war geborgen, hat gearbeitet, geschaffen, gewerkt, hat gezeugt und sich fortgepflanzt, und ist im Wissen gestorben, daß seiner weiterhin gedacht wird.

QR zum Video
In kranken Gesellschaften bestimmt die Politik mehr und mehr jede noch so alltägliche Handlung, jedes noch so klandestine Verhalten, und knackt jede noch so intime Persönlichkeitssphäre. Und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit. Denn das braucht es in den Augen dieser jener (und sie sind davon tatsächlich überzeugt, und das ist von ihrer Warte aus sogar notwendig und folgerichtig), um so eine Herrschaft, ja so eine Struktur - weil damit "die" Gesellschaft, die ohne sie ins Nichts fällt! - überhaupt in der Welt halten zuu können. 

Man mache doch die Augen auf. Mehr Zeichen können kaum noch an der Wand stehen, und noch deutlicher kann der Spruch doch kaum noch ausfallen: Mene - mene - tekel - upharsin!


*200221*

Montag, 23. März 2020

Erfahrung von Macht und Staat

Ob die nun da und dort aufplatzende, neue soziale Verantwortung dem Nachbarn und Nächsten gegenüber von Dauer ist, kann man bezweifeln. V. a. wenn die so extrem einschränkenden Maßnahmen länger dauern als ein paar Tage, eine Woche, zwei. "Dann wird's eng." Dann kommen subjektive Bedrängnisse, die noch nicht absehbar sind, und die viele nicht abführen können. Sodaß man davon ausgehen kann, daß die dann aufkommenden Bewältigungsmechanismen gesundheitliche Folgen haben könnten - etwa durch vermehrtes Essen und Trinken als Ersatzhandlungen - die jeden möglichen Corona-Schaden blaß ausschauen lassen. 

Auch das Verhalten von Ärzten ist teilweise paradox. Ärzte, die bislang mit Infektionssituationen gelebt haben, die jede Coronagefährdung ums Vielfache übersteigen, tun jetzt so, als stünden sie in einer absoluten Todes-Situation. Dringend notwendige Operationen werden verschoben, Behandlungen ausgesetzt. Was daraus an gefährlichen Lagen erwächst, kann man momentan noch gar nicht abschätzen.

Eines wird recht sicher länger bleiben: Die Erfahrung des Staates, die die Menschen derzeit in Österreich beeindruckt. 
Man erlebt einen Staat, der funktioniert! Man erlebt eine Bevölkerung, die sich klaglos und sofort fügt. Die sogar im Eindruck eines von diesen Generationen noch nie erfahrenen Gemeinschaftserlebens steht. Wo sogar jedes Hinterfragen von Sinnhaftigkeit politischen Handelns zum Generaldelikt wird, nur Nuancen kritisiert werden können. Angesichts einer zum gigantischen Schwarzen Mann aufgeblasenen Coronaangst WOLLEN die Menschen starke Führung. Das überrascht die Politik, der Spielräume geöffnet werden, die sie nicht geahnt hätte. 
Und das zu einem historischen Moment, in dem man noch vor wenigen Wochen gemeiniglich der Auffassung war, daß der Staat tot sei. Daß deshalb die Bevölkerungen des Westens sogar an der Sinnhaftigkeit vieler traditioneller gesellschaftlicher Mechanismen zweifeln. Wo der Staat angeblich sogar in private Hände zurückgegeben wird und sich von unten heraus zu neuen gesellschaftlichen Formen aufstellt.

Das wird nun ausgeräumt, wie es aussieht. Es findet ein neues Erleben von Macht und Staat statt. Auf der einen Seite das einer Macht, die über einen in nie geahnter Totalitarität verfügt (geht sie doch auf Gesetze zurück, die von 1913 stammen, also völlig andere Strukturen zur Grundlage hatten). Und dann ist da das Erleben der Macht durch die Politik, die einen regelrechten Macht-Schock ausgelöst hat. Noch nie haben die österreichischen Politiker erlebt, wieviel konkrete Macht sie haben.
Ist das nicht eine erstaunliche Koinzidenz? Wie reagiert man auf eine allzu offensichtlich unnotwendige, hysterisch-überzogene, medial hochgezogene Totalkrise, wenn alles, was diese Krise bewirkt, in einer Linie mit den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte (genau genommen: Jahrhunderte) steht, die auf Totalitarismus, Gemeinwohlverdunstung und Freiheitsverlust hinauslaufen? Wer glaubt an ein historisches Ereignis außergewöhnlicher Dimensionen, wenn alles ... gewöhnlich bleibt? Wer glaubt an das Überraschende, Unvorhergesehene eines Einschnitts, der besser nicht hätte inszeniert werden können? Wer glaubt da an göttlichen und nicht an dämonischen Rückenwind der Coronakrise?
Interessante Aspekte, die Servus TV am 19. März 2020 dazu einbringt. Auch "Talk im Hangar-7" ist, wie man immer wieder sieht, einer jener Fast-Narrenräume der Vernunftkonstituierung, von denen dieser Tage die Rede war.




***



*200320*

Donnerstag, 5. März 2020

Es war einmal

Es gab einmal eine Zeit, die gar nicht so lange zurückliegt, in der selbst öffentlich-rechtliche Sendeanstalten wenig Scheu hatte, die Wahrheit über den Stand der Wissenschaft hinsichtlich Klimawandel und Katastrophik zu senden. Der Leser erinnert sich? Der VdZ sehr wohl. Und dieser Zusammenschnitt auf EIKE aus dereinst gesendeten TV-Beiträgen bringt eine kleine Zusammenstellung, die man sehnsuchtsvoll bestaunt. Sehnsuchtsvoll, weil man mittlerweile die innere Distanz vermißt, als gewisse Gelassenheit der Wahrheit gegenüber, die diese erst zuläßt. Denn es geht ja nur um dieses Zulassen, dieses Loslassen des eigenen Wollens, die der Wahrheit ihren Raum gibt.

Und nur das hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten so dramatisch geändert, die Haltung, das Wollen. Nicht der Stand der Wissenschaft nämlich, das ist das Verblüffendste, wenn man dieses Video ansieht. Man weiß heute nichts besser.





Und wenn man sich diese erst voriges Jahr stattfindende Faktenfinding-Mission des deutschen Bundestags ansieht, kann man sich nur wundern. Und muß sich fragen, mit welcher Begründung man die Verantwortung für Milliarden, ja Billionen von Euros übernimmt, die man wegen angeblich dräuender, zukünftiger Katastrophen völlig kopf- und hirnlos beim Fenster hinauswirft. Oder hat das damit zu tun, daß die Führung des Landes eben NICHT die Verantwortung übernehmen weil tragen muß?





Alles begann mit Lügen, vor allem einer Lüge von James Hanson im Jahre 1988. Der Leser kann sich auf diesem (von Youtube, wo davon auszugehen ist, daß es gesperrt oder gelöscht wird, weg und auf Bitchute ausgelagerten) Video kundig machen. Alles begann mit einer englischen Premierministerin, die ein politisches Mittel suchte, die Kohlearbeiter und deren Gewerkschaft zu entmachten, indem die Kohle aus dem Spiel genommen wurde. Ein Wunsch, den ihr willfährige Wissenschaftler, reichlich dotiert, gerne erfüllten. Und alles begann mit einem Mann, der als Politiker blamabel gescheitert war, und daraufhin seinen Ehrgeiz auf ein anderes Gebiet lenkte. Auf dem er zeigen wollte, daß er doch in der Lage war, den Lauf der Welt zu bestimmen - Al Gore. Der geschickt auf die ständig wachsende Schichte kastrierter, schwacher Persönlichkeiten westlicher, identitätsloser, universalistischer Konsumgesellschaften setzte, der er nun Macht und Einfluß verschaffte, den sie mit normalem Lebenswerk, das auf Wahrheit beruht, niemals erreicht hätten. Die sogar Gott spielen konnten, weil auf das Moralsystem der Schichte der Entwurzelten abzielten.



*290120*

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Glauben wir noch was wir sehen?

Dieses Filmchen ist nicht nur gut gemacht - schon alleine aufgrund der schönen Menschen, die es zeigt - sondern es zeigt eine Wirklichkeit heutiger Beziehungen (selbst wenn sie sich das Mäntelchen einer "Ehe" umhängen), die so wahr und brutal wahr ist, daß der VdZ nicht weiter darüber sprechen möchte. Er hat es an anderer Stelle in diesem Blog längst getan.

Man ist ja, wenn man ein "Hochzeitsbild" in diesem Rahmen sieht, nicht einmal mehr sicher, ob es überhaupt eine Ehe war, um die es da ging. Hollywood, der Film hat längst aufgehört, "Ehen" zu zeigen, sondern er zeigt bereits ständig "das sollen Ehen sein". 

Und diese Ambiguität zu erfahren ist vielleicht auch für den Leser das interessanteste Moment an diesem Film: Zu sehen, wieweit er das was ihm dargestellt wird, was er "sieht", überhaupt glaubt. Ober er also dem Film überhaupt noch etwas abgewinnen kann, das er  nicht im Rahmen eines "zu glaubenden" als Konvention betrachtet. Das ihm also eigentlich gleichgültig ist, aus dem nur noch einzelne Monente - schöne Menschen, schöne Körper, winzige Momente - zu gewinnen sind.





*011017*

Samstag, 10. Juni 2017

Der Samstag-Nachmittag-Film

Der VdZ hatte das unglaubliche Privileg noch zu Zeiten aufzuwachsen, als die Großfamilie sich am Samstag Abend im Wohnzimmer der großen Schwester zusammenfand, die einzige Verwandte weit und breit, die einen Fernseher hatte, um Hans-Joachim Kulenkampff zu genießen. Die Frauen saßen auf den Bänken, um den Tisch herum, und tauschten Neuigkeiten aus, tratschten ununterbrochen, und wir Kinder saßen am Boden, nahe dem großen Fernsehkasten, und versuchten den Lärm im Hintergrund zum Trotz dem Charme dieses wahren Lehr- und Großmeisters der Unterhaltung zu verfallen. Hier Kulenkampff in einem seiner schönsten Filme, in "Lachen ist die beste Medizin". Ebenfalls zu sehen: Elisabeth Flickenschild! Regie:Harald Reinl.









*020517*

Freitag, 22. Januar 2016

Lehrvideos der Realität (2)

Teil 2) So bombt die Politik ihre eigenen Völker in die Vergangenheit zurück




Nur wollen wir es noch nicht wahrhaben, denn damit würde uns der Rückschritt allzu deutlich, den wir gemacht haben. Das ist aber das eigentlichste Fazit aus den Sylvestererfahrungen in unseren Ländern, und vor allem aus der Welle der öffentlichen Empörung, die damit aufbrandete. Wir wollen nur immer noch nicht zur Kenntnis nehmen, daß die Politik unser Leben bereits schwerwiegend und irreversibel verändert HAT. Und zwar als Rückentwicklung. Denn fast alles, was uns seit Jahrzehnten als Fortschritt verkauft wurde, ist in Wahrheit eine solche.*

Im übrigen: Wenn bestimmte ordnungswidrige Taten bei bestimmten Bevölkerungsgruppen häufiger auftreten als bei anderen, ist es einem Rechtsstaat sehr wohl angemessen, diese bestimmten Gruppen auf andere Weise zu reglementieren, als andere. Das kann oder muß namens der Verantwortung sogar bis zu Pauschalannahmen und -verdächtigungen gehen können. Da können sich alle möglichen selbsternannten Moralwächter vor Wut entzweireißen wie weiland Rumpelstilzchen: Es kann ein Gebot verantwortlicher Vernunft sein. Die Kölner Suppe müssen nun aber sogar auch noch die alteingesessenen Kölner auslöffeln.

Stattdessen werden aber die vollmundig versprochenen "Maßnahmen" der Folgenbekämpfung zum Feigenblatt dafür, daß die wirklichen Fragestellungen nach wie vor ignoriert werden. Daß die Politik ihre eigentliche Politik, die eine völlige Veränderung unserer alltäglichsten Lebensvollzüge (und so nebenbei: einen völligen Umbau des schon jetzt nur noch formal gleichgebliebenen Staates! das ist erst den wenigsten bewußt!) bedeutet, unverändert beibehalten kann. Jene Politik, die die Probleme überhaupt erst verursacht und damit perpetuiert. Im konkreten Fall: ein realitätsverweigerndes Konzept von "Integration" und deren Möglichkeit verfolgt.  

Wer beim Kochen ständig den Topf überlaufen sieht, wird das nicht bekämpfen, indem er bessere Topflappen kauft, sondern indem er die Temperatur der Herdplatte reduziert. Mehr als Schadensbegrenzung für die Zukunft ist sowieso nicht mehr möglich. Der Zug ist abgefahren.



*Mit welcher Entschlossenheit, ja Brutalität diese Politik bereits durchgesetzt wird (von WEM?) zeigen die Tagesmeldungen zur Quartierschaffung: Durchgriffsrechte auf lokale Entscheidungen, Beschlagnahmungen von Häusern und Wohnungen, Neubau von Zuwandererghettos mitten in etablierte Wohnviertel, Umwidmungen öffentlicher Einrichtungen sind dabei erst der Anfang, und noch ist man zögerlich, weil man die Wähler fürchtet. Längst ist dabei aber schon von Sondersteuern die Rede. Denn die Kosten für Deutschland werden mittlerweile auf 28 Mrd. Euro im niedrigsten Fall geschätzt. Jährlich, und je Million Zuwanderer. Das die Zahl derer (1,1 Mio sogar), die 2015 nach Deutschland kamen. Alles aber folgt demselben Prinzip: Der Staat eröffnet ein Problem, dessen Lösung aber an die unteren Ebenen weitergeleitet wird. Das Gegenteil des Grundprinzips katholischer Soziallehre, der Subsidiarität.





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Donnerstag, 21. Januar 2016

Lehrvideos der Realität (1)

Es macht betroffen sieht man die Reaktionen der Politik auf die Kölner Vorkommnisse. Die nun beweisen will, daß sie handlungsfähig ist und die Probleme am Schopfe packt. Aber nicht alle Probleme lassen sich direkt bekämpfen, das ist das Problem. Die meisten sind sogar Folgen ganz anderer Entscheidungen. 

In das Reich der Kneipenwitze fallen politische Reden, die von konsequenter Abschiebung dudeln. Sie verdienen keine weitere Erwähnung. Schon gar, wenn nach wie vor nur so weit Realität eingestanden wird, als gerade notwendig ist, weil die bekanntwerdenden Tatsachen die Realitätsverweigerung nicht mehr länger gestatten. Wie der Umstand, daß unter den Kölner Tätern ein großer Anteil gerade zugewanderte Asylwerber - noch dazu aus Syrien - waren. Die, wie ein Kölner Polizist meinte, direkt auf "sexuelles Amüsement" aus waren. Also keine "organisierten Banden" aus Nordafrika mit dem "Antanztrick". So nebenbei werden Schauermärchen mittlerweile aus vielen Städten bekannt, die Ereignisse in Bielefeld hatten sogar fast Kölner Dimension.

Wenn aber nun angekündigt wird, die Videoüberwachung in Deutschland zu verstärken, die Polizeipräsenz zu erhöhen (die man erst vor kurzem aus Budgetgründen abgespeckt hat - braucht es mehr Ausweis der Realitätsferne?), und die Sexualstrafgesetze zu verschärfen, muß man sich vor allem aber die Frage stellen, wen diese angebliche Sicherheitserhöhung am meisten betreffen soll.

Wer vieles retten will, wird alles verlieren. Denn alle diese Maßnahmen hätten Köln, Hamburg etc. etc. kaum verhindert. Bestenfalls verändert oder verlagert. Vor allem aber richten sie eines an: Sie beschränken ausnahmslos allen Bürgern die Freiheit, zu der vor allem das Recht auf Intimität und Unschuldsvermutung gilt, um eine relativ kleine Teilgruppe vorgeblich zu beherrschen, die sich dieser Hoheit nicht unterstellen will oder sogar kann. Das ist das Übel der Prävention! Denn alles läßt sich nicht verhindern, niemals, ja meist genau das nicht, was man zu bekämpfen sucht. Weil (siehe oben) die Ursachen dafür viel tiefer liegen. Und sich bei Gegendruck an dieser Stelle an anderer Stelle äußern. An die die Prävention gar nicht gedacht haben KANN. (Das Suchen von Ausweichwegen gilt ja für alle Seiten.)

So zu tun, als würde sich der Themenkomplex "Zuwanderung" über mehr Polizeistaat und allgemeiner Präventivüberwachung regeln lassen, ist nicht nur naiv. Die Täter in Köln sind beispielsweise nicht einmal dingfest zu machen. Was beweist das schon, wenn man bei einem der wenigen Verhafteten einen Zettel findet, auf dem er ins Arabische übersetzte Phrasen wie "ich tote sie" oder "ich werde dich fucken" mitführt? Sie wären auch nicht mit mehr Videoüberwachung das, was sie sind: Beschreibung einer wirklichen Wirklichkeit. Und das Ziel, jedem Spaziergänger einen Polizisten zur Überwachung beizustellen, ist ja offensichtlich nicht erfüllbar und schon gar wünschenswert. Ein Rechtsstaat funktioniert erst dann, wenn seine Exekutive kaum einmal notwendig auftritt. Die Aussage läßt sich exakt in Gegenteil wenden.

Alles das ist deshalb die Überschreitung dessen, was ein Staat, der nur von der Freiheit und dem Geheimnis seiner Bürger, von seinen schöpferischen Quellen leben kann, überhaupt darf, will er nicht totalitär werden. Ein Gebilde, das sich nur noch als Ablaufzwangsoptimierung versteht und deshalb alles an sich zieht, was gerade "nicht funktioniert", gleich welche Kollateralschäden entstehen, indem das einzige was eine Gemeinschaft halten kann - die Fähigkeit, selbst zu bestehen - beseitigt, ist aber kein Staat. Es ist eine Zwangsanstalt geregelter Fütterungszeiten. Da sind ja noch Bürgerwehren oder Selbstverteidigungskurse für Ehemänner sinnvoller.

Denn auf diese Ebene hat es der Staat hierzulande mmittlerweile gebracht. Nur will er vertuschen, daß Rechtssicherheit direkt und untrennbar mit dem Rechtsempfinden seiner untersten Bürgerschichten zu tun hat. Es sei denn, er baut sich auf Parallelgesellschaften um. Ist das Rechtsempfinden eines Staates nämlich nicht homogen, hat es die unwiderstehliche Tendenz, das zu werden - und zwar auf der untersten Ebene. Unser Gesetzessystem ist im Dialog mit der Entwicklung und Verfeinerung des Rechtsempfindens und Verhaltens der Bürger gewachsen. Es korrespondiert also mit dem eigentlichen Recht, ohne das es gar nicht möglich ist: Nur so kann es RECHT SPRECHEN. Das kann es nicht willkürlich erfinden, denn die Bürger werden aufbegehren, wenn ihnen nicht RECHT gesprochen wird - durch die Gesetze. Einem gröberen, elementareren Rechtsempfinden, das die Feinheiten kultureller Entwicklung gar nicht mittragen kann die uns so vertraut sind, daß sie uns gar nicht bewußt sind - das erst werden, wenn sie gefährdet sind -, ist es gar nicht gewachsen. Sondern spielt diesen Ebenen sogar noch den nützlichen Idioten.

Es ist deshalb alles andere als Zufall, daß die US-amerikanische Polizei immer wieder durch Gewaltunfälle von sich reden macht. Und dabei grundsätzlich sogar richtig liegt. Anders kann man in einem Staat mit stark inhomogenem Rechtsgefühl gar nicht agieren, was vor allem eine Frage der quantitativen Momente ist. Denn eine Gesellschaft kann nur eine bestimmte, klein bleibende Menge von Unrecht ertragen (die sie immer ertragen wird müssen, das so nebenbei; den pefekten Staat gibt es nicht).

Man sollte deshalb die zahllosen amerikanischen Kriminalfilme, die auch über unsere Bildschirme laufen und sich als seltsame Fernsichten weil Vorausschauen entpuppen (die Dinge lügen nie, wenn man die Begriffe genau studiert!), als das nehmen, was sie sind: Einblicke in die Probleme, die sich aus genau dieser Konstellation ergeben. Sie zeigen uns ganz unverblümt (und die Amerikaner haben einen masochistisch auflösenden Zug zur Selbstkritik), was auf uns zukommen wird, ja wo wir schon sind, würden wir es endlich wahrnehmen. Man achte speziell darauf, welche Rolle bei amerikanischen Dramaturgen das kathartische Element der Selbstjustiz spielt! Das Rassismusgewäsch, das diese Realität begleitet wie die Jagdhörner in einer Wagner-Oper, ist wesenlos. Viele Hollywood-Thriller zeigen das ganz präzise, und werden damit zu Lehrstunden der Realitätsräume, die wir dabei sind zu betreten.  




Morgen Teil 2) So bombt die Politik ihre eigenen Völker in die Vergangenheit zurück


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Samstag, 15. März 2014

Sich in den Sack gelogen

Auch hier wird nur auf Illusion gebaut - und doch richtet sich eine ganze Industrie, die Medienindustrie, die Fernsehsender, danach aus. Weil es bequemer ist, einfacher ist, man nicht diese berühmte Schwelle zum Schöpferischen - die Angst, ins Nichts zu steigen - überschreiten muß, und alle Verantwortung abgegeben werden kann: Hat die Quote nicht gesagt ...?

Aber nur ein wenig Überlegung, ein wenig Rückschau auf die Realität schon alleine der Quotenmessung zeigt, welche Schimäre man hier aufgebaut hat. Die FAZ schlagzeilt dazu sogar, daß man zwar immer behauptet, daß man Fernsehen für die Mehrheit mache, nur: diese Mehrheit gibt es gar nicht, denn die schaut gar nicht zu, die ist in den Erfassungen gar nicht berücksichtigt. Denn die Seherschichte, die die Messungsprozeduren durchführt, über sich ergehen läßt, ist selbst bereits eine bestimmte Seherschichte, nicht die Mehrheit, und schon gar kein repräsentativer Schnitt durch die Bürger, die einen Fernseher bedienen. Und dennoch glauben alle daran. Weil sie daran glauben wollen.

Es ist also mehr als bloß ein Verdacht, dass die Einschaltquote nicht etwa misst, wie viele Menschen welche Sendungen sehen. Sie misst vielmehr, wann, was und wie lange jene Leute sehen, die Zeit und Nerven genug haben, an der Quotenmessung teilzunehmen. Die Differenz, der systematische Messfehler ist evident – die tatsächliche Quote kann nur niedriger sein als das, was die GfK veröffentlicht. (cit.)

Nimmt man das Zahlengebäude der Quoten auseinander, schaut man einmal genau, welche Publikumsschichten mit diesen Messungen erreicht werden, entdeckt man, daß es sich ... um eine Minderheit handelt. Die, die die Zeit und den Nerv für solche aufwendigen und lästigen Dauer-Selbstüberwachungen haben, so der Autor des Artikels in der FAZ, sind die, die sonst nichts zu tun haben. Die "Dauergucker". Die so viel fernsehen, daß sie in der Lage sind, die große Mehrheit, deren Fernsehverhalten davon völlig abweicht, wie wenig oder gar nicht fernsehen, durch "Durchschnitte" so hochzudrücken. Menschen, die einfach hinnehmen, was ihnen geboten wird, weil sie sonst nichts zu tun haben. Die einfach in Altersgruppen eingeteilt werden, als weiteres Aussagekriterium.

Es ist nicht etwa die Mehrheit, die öffentlich-rechtliche Programme sieht. Es sind jene Leute, welche das Lesen anstrengt und das Ausgehen erst recht, Leute, die vielleicht auch schon genug geredet haben in ihrem Leben und ein paar Abende, in denen das Fernsehen zu ihnen spricht, gut aushalten können. Es sind diese Menschen, welche man auch mit dem harmlosen Quatsch erreicht, schon weil sie für andere Abendvergnügungen wenig Alternativen haben. (cit.)

Mit den Quotenerhebungen lügt sich also eine Schichte von Fernsehmachern in den eigenen Sack, die sich damit die Erlaubnis holen, mutloses, phantasieloses Fernsehen zu machen und damit die Sendezeiten auszufüllen. Entsprechende Ausrichtung zeigen die Produktionsbudgets und die Produktionsvorhaben.

Auch hier also, wie im Internet, wie in so vielen Bereichen, wird ein Mythos aufgebaut, der nur dadurch Wirklichkeit wirkt, als er wieder und wieder behauptet wird, und Autorität genug genießt, daß alle ihn für bare Münze nehmen.




*150314*


Montag, 19. August 2013

Ursachen

Die Ursache für das miese Fernsehprogramm sieht Helmut Dietl eindeutig bei den Senderchefs und den von ihnen etablierten Abteilungsleitern, berichtet der Standard. Und nachdem Dietl wirklich regelmäßig bewiesen hat, daß er nicht nur weiß, wovon er redet, sondern daß es auch besser gienge, wollen wir seine Stellungnahme ernstnehmen. Es liegt also vielleicht gar nicht am Publikum, an den "veränderten Sehgewohnheiten". Vielleicht finden die Leut aber einfach nicht mehr, was sie gerne sähen und immer gerne gesehen haben, und zappen deshalb so rum. Daß das keineswegs heißt, daß Primitivität und Banalität erwünscht sind, beweist ja gerade Dietl. Denn Kunst, Poesie und Publikumsgeschmack sind ihrer Natur nach keineswegs Feinde, sondern pflegen ein Liebesverhältnis. Und Volkstümlichkeit heißt auch nicht nihilistische, zynische Primitivität.

"Sie müssen ja nur sehen, was für Leute da an der Spitze sitzen oder dahin gesetzt werden. Da ist keine einzige Persönlichkeit mehr, die sich in Kultur oder Kunst hervorgetan hätte, da kleben nur noch Journalisten in ihren Sesseln, und auch nicht die besten. An deren Quotenrennen bergab möchte ich nicht teilnehmen." Geld für neue Ideen gebe es nicht - "höchstens für Fußball und den 25. Nischensender".




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Samstag, 15. Juni 2013

Wertehierarchie

Das Handelsblatt berichtet, daß drei Viertel der Kinder und Jugendlichen die Teilnahme an einer Castingshow im Fernsehen für die größte Chance im Leben halten. 

Bei einer Umfrage räumten 72 Prozent der Sechs- bis 17-Jährigen dem beliebten Showformat eine derart große Bedeutung ein. Knapp zwei Drittel nehmen die Ereignisse rund um die Kandidaten für bare Münze und stimmten der Aussage „In den Sendungen sieht man immer genau, was beim Casting und den Workshops wirklich passiert ist“ zu.




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Freitag, 29. März 2013

Blindheit der Zeit

Wird uns Transparenz davor schützen, unliebsamem Zukünftigem zu entgehen?

Nein, genau das nicht. Denn das kann das Sehen gar nicht. Denn das, WAS gesehen wird, ist immer nur das Vergangene. Das Neue ... sehen wir gar nicht. Im Beobachten, im Kontrollieren, kontrollieren wir also nur, ob alles nach vergangenen Gesetzen, nach schon zu Begriffen gewordenen, in Kalender gebannten, also Zeit gewordenen Geschehnissen abläuft. Das Neue aber, für das nie Begriffe apriori bestehen, entgeht uns.

Deshalb nützt uns keine Life-Kamera, keine Echtzeitübertragung, kein Direktverdrahtung, wir sehen nur Bekanntes, Vergangenes. Die wirklichen Ereignisse des Lebens sind immer überraschend, und erhalten in ihren Wirkungen, die wir irgendwann zu Begriffen zusammenfassen, zu einem Ding also machen, nur nachträglich ihren Raum.

Deshalb ist eine Zeit, die glaubt, alles sehen zu können, in Wahrheit eine Zeit der Blindheit. Weil ihr die Offenheit für das Ereignis fehlt, in seinem Bezug zum Schöpferischen der Weltgestaltung, das das Tote zu neuem Leben erweckt.

Wenn jene, die in solcher Zeit leben, deshalb später einmal gefragt werden, so nach dem einen: IST DENN DAMALS, ZU EURER ZEIT, NICHTS PASSIERT? Und vor allem aber: WARUM PASSIERT HEUTE NICHTS MEHR?

Denn nur die schöpferischen Taten des Heute, das Nichtsichtbare der Gegenwart, macht die Dingwelt des Morgen aus.




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Dienstag, 13. November 2012

Wertlosigkeit

Brot und Spiele für den Plebs - es hat sich nichts geändert. Und unten stehen die Gladiatoren, die alles geben, für einen kurzen Moment des Ruhms, auf den alle hoffen. Objektiviert in Zahl und Masse. Und oben sitzen sie, die Massen, rülpsen das Cola herauf und putzen sich die Chips-Krümel von den T-Shirts, und johlen und jubeln, und fühlen sich bestenfalls schlecht informiert, wenn sie ihre Entscheidungen treffen müßten, diese nicht einfach alternativlos sind.

Die FAZ bringt den nächsten Problemkreis auf den Tisch - die Dokumentarfilmer. 

Man hat es geahnt, jetzt ist es schwarz auf weiß nachzulesen: Die Dokumentarfilmer nagen am Hungertuch. Viele von ihnen verdienen so gut wie nichts, sie sind das Prekariat des deutschen Fernsehens. Sie sind abhängig von ARD und ZDF, weil die Privatsender für das dokumentarische Fernsehen nur das Nötigste tun. Und die Öffentlich-Rechtlichen machen das für sie Beste aus ihrem Nachfrageoligopol: Sie zahlen so wenig wie möglich. Wie wenig, das lässt sich nun in einer Studie der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok) nachlesen. Demnach verdienen etwa Dokumentarfilmregisseure im Schnitt 1380 Euro netto im Monat, rund achtzehn Prozent der für die Studie befragten liegen sogar unter dem zu versteuernden Minimum von 636 Euro netto im Monat. Nur fünfzehn Prozent der Dokumentarfilmer können von ihrer Arbeit leben, alle anderen verdienen Geld in anderen Jobs und sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Weniger geht nicht.

Aber das Fernsehen ist selber schuld. Wenn es jedem möglich ist, über den Bildschirm zu flimmern, was ist es dann noch wert? Geld? Das kann doch jeder. Wenn jeder kompetent genug ist, Information "zu wählen" - dann ist sie nie mehr wert, als er ohnehin bereits weiß oder kennt. Dann liefern auch Dokumentarfilme nur noch die Bilder zu bereits bestehenden "Meinungen". Die jeder zu allem zu haben permanent aufgefordert wird. Und sei es über die Computermaus.  Wir haben es ja immer gewußt.

Offen für alle, offen für Laien, verschwimmt jeder Unterschied, verlieren sich die Kriterien für Qualität, zählt bestenfalls noch "Originalität". Oder die technische Auflösung eines Bilds. 

Da wird jemand bestenfalls zum Helden, wenn er völlig sinnlos aus 32000 Metern Höhe abspringt und sein Leben riskiert. Was kommt als nächstes? Der Sprung vom Mond ist doch nun auch schon langweilig.  Die Bilder wären die gleichen.

Das Wesen so eines Sprungs aber darzustellen, herauszuarbeiten, und sei es die Sinnlosigkeit zu demonstrieren, das wäre die Aufgabe eines guten Dokumentarfilmers gewesen. Weil das doch mehr heißt als die Kamera draufhalten.

Fernsehen und Internet, in ihrer Geschwisterschaft, in ihrer Dauerverfügbarkeit, in ihrer Zugängigkeit für jeden (und längst steht das Medium auf dem Niveau des Handyfilmers, zack, halt mal drauf! das gibt sicher 1 Million Clicks!), haben sich als Bühne selbst demontiert. Ihre Inhalte sind wertlos geworden, das ist die Botschaft, die das Medium selbst transportiert. Auch wenn es eine Bewegung von zwei Seiten her ist, die sich zur Spirale der Entwertung aufgebaut hat. Alles das schlägt sich natürlich auch im Geld nieder.

Das sind nur einige der Zahlen, die verdeutlichen, dass ein Berufsstand vom Aussterben bedroht ist, dass Einzelkämpfer und kleine Firmen keine Chance haben. Bezeichnend sind auch die allgemeinen Zuschreibungen der knapp hundert für die Studie befragten Dokumentarfilmer (die AG Dok zählt 870 Mitglieder): „Ich und viele meiner Kollegen können uns kaum über Wasser halten, ich weiß oft nicht, ob ich die Miete zusammenkriege, bin manchmal komplett ohne Geld. Ich kann mir im Jahr eine Hose, einen Pullover und alle zwei Jahre ein paar Schuhe leisten. Möbel finde ich oder bekomme sie geschenkt“, heißt es da, oder: „Die Honorare stagnierten fünfzehn Jahre, seit fünf Jahren fallen sie. Ich stehe vor der Entscheidung, den Beruf aufzugeben.“




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Montag, 19. Dezember 2011

Was sich aber wirklich darstellte

Die interessanteste Aussage zum Ende von "Wetten, daß ...?" kam von Thomas Gottschalk, und die FAZ berichtete davon. Denn wenn auch der offizielle Anlaß der Unfall eines Wettkandidaten war, so war dies wohl nicht der Grund. Vielmehr schien sich der Grund einen Anlaß gesucht zu haben. Denn Gottschalk meinte, daß das Sendekonzept schon längst an die Grenzen gekommen war. Es hätte einer dringenden Überarbeitung bedurft, und wohl auch eines neuen Moderators.

Da sind wohl nur die Zähne eines Reißverschlusses zusammengegangen, als der junge Mann über die Autos stürzte? Übrigens das erste mal, daß ich die Sendung nach fünfzehn oder zwanzig Jahren wieder einmal ansah, weil ich das Phänomen - und das war es: es war die letzte "große Samstag-Abend-Show", wie sie das Fernsehen so lange Jahrzehnte, von der Wiege an, geprägt hatten, einen gesellschaftlichen Gesamtzustand charakterisierend: Gemeinsamkeit, ja Volksgemeinschaft - für meine Studenten wieder einmal näher ansehen meinte zu müssen, denn wir sprachen darüber. 



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Freitag, 8. Juli 2011

Die Medien verdrängen das Leben

Im Fernsehen - im Film, im Bildschirm des Internet - hat der Bildgehalt an sich keine Substanz. Er lebt davon, daß er sofort - durch den Primat des Aktuellen - wieder losgelassen wird. Er ist ständig enttäuschte Haltung des Betrachters, der aufhört, dem was er sieht, an sich noch Gehalt beizulegen. Es bleibt also nur "aktuelle Information", während sein Erleben immer wieder auf die Langeweile zurückgeworfen wird. Sein Aggressionspegel also wird steigen, seine Forderung nach mehr und noch mehr im Internet, in den Medien wird immer lauter werden.

Um wirkliche Aufmerksamkeit zu erhalten, muß ein Bild lange stehenbleiben, und seine Wahrnehmung beim Zuschauer die Steigerung von dessen Sinnlichkeit und Verstehen hervorruft. Das kann aber bei einem photographischen Bild gar nie der Fall sein! Denn ein Photo existiert nur "im Betrachter selbst", als Bezug zu einem Bekannten, als Bezug zu einer Realität.

Ein Text auf einem Bildschirm ist also kein Text! Er ist ein flüchtiger Text über einen Text über einen Inhalt der Realität. Was flüchtig in seiner Art ist, ist unweigerlich auch der Beachtung nicht wert. Das Bildschirmbild ist schon aus seiner rein technsichen Natur her die Flüchtigkeit überhaupt! In dem Moment, wo die Stromzufuhr unterbrochen wird, verschwindet das Bild. In dem Moment, wo die Maus scrollt, weitergeklickt wird, ist es weg. DAS sind die Kriterien, die die Qualität und Bedeutung eines Textes (Inhalts) erzählen. Nicht sein nomineller "Inhalt".

Erkenntnis ist eine Frage ganzheitlichen sinnlichen Wahrnemens, und damit hat nur die Ästhetik auch geistige Evidenz, nur die Ästhetik kann also Lebensgewißheit liefern! Es gibt aber keine Ästhetik im Internet selbst, das ist eine Illusion, erzeugter Schein, bloße Behauptung einer Ästhetik, die das Leben, die Wahrnehmung des Menschen vor dem Bildschirm zu verdrängen sucht - und mit Sicherheit verdrängt, weil auch der Bildschirm mit dem Leben vernetzt bleibt, also mit der Apperzeption die nur dem Leben selbst gebührt. Die wirkliche Ästhetik ist aber das Internet selbst - nicht das, was es als Inhalt bietet. Medien (auch das Fernsehen, natürlich) sind - weil "direkt" - die Verneinung jeder Ästhetik, und damit des lebendigen Zugangs zur Wahrheit, zum Logos.

Wo nichts da ist, das bleibt, also nichts Gewicht hat - dort aber ist nur noch der Tod, die Selbstverneinung des Lebens.

Die Medien, das Internet als Medium, entsprechen also lediglich einer gegenwärtigen Welt, aus der sie mit zwingender Logik hervorgegangen sind. Hier ist also nicht die Rede von "subjektivem Umgang", den der einzelne vermeiden könnte, wenn er sich so oder so verhielte - hier beschreiben sich metapsychologische, phänomenologische Vorgänge. Weil aber das Fernsehen, die Medien an sich Aktualität darstellen, nur damit arbeiten, entwertet sich das Aktuelle zur Bedeutungslosigkeit. (Heidegger nennt es das "Interessante" - das alle übrigen Kriterien ersetzt und unnötig macht.) Das Zappen erfüllt also genau das, was dem Wesen des Fernsehens angemessen ist - und der Zuschauer vollzieht es folgerichtig: Das Aktuelle ist das Inkohärente, Bedeutungslose, Flüchtige, es MUSZ es sein! Je absurder das Fernsehen ist, desto mehr erfüllt es seine Aufgabe, schreibt Michel Henry dazu sogar.

"Die Medien verderben alles, was mit ihnen in Berührung kommt."  Selbst, wenn ihnen etwas Wichtiges unterkommen sollte, wertvolle Personen oder Werke - sie versetzen es augenblicklich durch ihre Unterwerfung unter die Aktualität sogleich ins Inkonsistente. Durch ihre Weise nämlich ist das Dasein zur Lebenssteigerung nicht möglich. Also gibt es eine Zensur, die dem Medium eigen ist: sie schließen alles Kulturelle aus ihrer Natur heraus aus, und bilden beim Publikum eine neue Art zu sein aus: das mediale Dasein, die mediale Existenz, die nichts mehr tut im Konsumieren - die nur noch dasitzt und dem Leben entflieht, die nicht einmal mehr "schaut", sondern schaut ohne zu sehen.

Was soweit geht, daß der Mensch nur noch durch die Mittel der Medien existiert. Wo es nicht mehr darum geht, selbst zu leben, sondern durch das eines anderen, der erzählt, sich erregt, sich entblößt, ja (im Film) sogar den Liebesakt anstatt des Zuschauers vollzieht.

Dadurch wird die Kraft im Zuschauer auf ihr rohestes Niveau fallen, weil ihr die kulturelle Bindung durch die Form fehlt. Kraft wird zur Gewalt, Liebe zur Erotik, Erotik zur Pornographie - jeweils als imaginäre Ablenkungsmittel.

Und damit ist auch klar, daß die Medien diese ihre Vollendung und Wahrheit in der totalen Aktualität finden: Im Life-Bericht, im Twittern, im Facebook-Status-Update ... noch weiter vertieft durch die Möglichkeit der Teilnehmer, die Überaktualität durch eigenes Eingreifen herzustellen, indem das Aktuelle in sich noch einmal aktuell werden muß.

Wer sich auf die Medien-Existenz einläßt, wird deshalb alles abbauen, was er je an kulturellen Eigenschaften erworben hatte. Er wird nicht mehr begreifen, daß kultureller Zugewinn, als Selbststeigerung des Lebens, Frucht von Mühe und Anstrengung, daß Mächtigkeit eine Folge des schöpferischen Lebens ist. Er wird sein Leben auf die Manipulation der Medien beschränken ...


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Donnerstag, 27. Januar 2011