Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 26. September 2026

Das Land hat keine Gegenwart mehr, und damit keine Zukunft

Am 16. September d. J., also vor ein paar Tagen, hielt die ehemalige Pressesprecherin von Vladimir Zelensky eine Videoansprache vor einer Versammlung von Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Straßburg. 

Werter Leser, höre Sie genau zu. (Englisch, ja, aber es ist ein sehr einfaches und gut artikuliertes Englisch, das Mendel spricht.) Aber ich habe selten eine so konzise, realistisch-vernünftige Zusammenfassung der Situation in der Ukraine im fünften (!) Jahr des Krieges mit Rußland gehört.   

Untermauert durch eine ganze Reihe von Zahlen, die das ganze Ausmaß des Wahnsinns vielleicht am deutlichsten veranschaulicht. Geht es da irgend jemandem um die Ukraine? Oder geht es nicht allen nur um die Zerstörung Rußlands, fragt Mendel an einer Stelle? 

Bemerkt irgend jemand, daß die Ukraine sich förmlich auflöst, daß das Land mit jedem Monat, mit jedem Jahr mehr, das der Krieg anhält, jede, wirklich jede Zukunft verspielt? Weiß der Medienkonsument des Westens denn überhaupt, daß die Ukraine jährlich eine halbe Million Menschen und mehr an Bevölkerung verliert? Wie lange wird es noch dauern, bis das Land sich förmlich in Luft aufgelöst hat?

Die einzigen, die profitieren, sind die korrupten Zirkel rund um den autokratisch regierenden Präsidenten, und westliche Figuren. 

Seit Kriegsbeginn Ende Februar 2022 hat die Ukraine 20 % ihres Territoriums unwiderbringlich verloren (und jedes Konzept, das das rückgängig machen will, ist ein unrealistisches Hirngespinst.) Weitere 10 % des früher so satten, reichen Landes sind Kriegsgebiet, in dem es kein normales Leben und Wirtschaften gibt. 

Die Bevölkerung hat sich in den letzten viereinhalb Jahren HALBIERT, und nach wie vor verliert die Ukraine pro Jahr eine halbe Million Menschen. Durch Auswanderung, durch Gefallene, durch Verwundete und Spätfolge, und natürlich durch zivile Tote. 

Aber schon das zu erwähnen ist in Kiew ein strafwürdiges Verbrechen, und jährlich werden schon mehr als dreieinhalb tausend Menschen wegen "Landesverrats" verhaftet. Das zivile Klima ist entsprechend! 

Aber die zivilen Schäden reichen weit tiefer, und betreffen vor alem die jungen und jüngsten Menschen. Mittlerweile können die Hälfte der 10jährigen nicht mehr lesen und schreiben, weil die Schulen ihren Betrieb nicht mehr aufrecht halten können. Schon gar im Winter, wo nicht einmal mehr die Klassenzimmer beheizt werden können. Das durch "Homeschooling" ersetzen zu wollen ist grotesk und vollkommen wirkungslos. Viele Kinder sind nun einfach unbetreut und verwahrlosen. 

Damit ist das Bildungssystem über weite Strecken zusammengebrochen, das aber für die Zukunft so bedeutend wäre. Gerade, wo die Zahl der Kinder so massiv zurückgegangen ist. Nicht nur durch Auswanderung, sondern noch nie gab es so wenige Geburten pro Frau wie jetzt. 

Aber auch auf den Universitäten werben die Professoren mehr für freiwillige Inskription in die Armeelisten, als daß es um Forschung und Lehre ginge. Und nach wie vor sind täglich die Häscher unterwegs, die die Straße nach Menschen (vor allem natürlich Männern) absuchen, die zum Frontdienst gepreßt werden können. 

Wo sie brutale Gewalt erwartet, die keineswegs nur vom "Feind" verursacht wird, sondern oft genug den eigenen absurden, willkürlichen und gewalttätigen, immens korrupten Strukturen zuzuschreiben ist. Während an der Front Menschenleben nicht zählen, und junge Männer verheizt werden. Wer soll später einmal aber das Land tragen, aufbauen, erhalten?

Die Ukraine wird also förmlich devastiert. Für Ziele, die gar nicht die eigenen sein können, denn die Tatsachen belegen es doch: Die Ukraine ist eindeutig Hauptleidtragende. Hier verspielt gerade ein ganzes Staatsvolk seine Zukunft. Und das ist keine Floskel, sondern brutale Realität.

Schon weil es an Menschen und geistigem Potential fehlen wird - irgendwann, wenn der Friede wieder eingekehrt ist, und irgendwann wird das sein, irgendwann MUSZ das ja sein - die diese Zukunft noch aufbauen können. 

Und wie sieht es mit dem Kriegsziel aus? 
Gewiß, auch Rußland leidet. Aber steht das in auch nur irgendeinem Verhältnis zum Leid, das von den Kriegstreibern, die realistische Friedensbemühung zur geächteten, ja strafbaren Tat machen, über die Ukraine ausgeschüttet wurde und nach wie vor wird? 

Während Kiew einen Schuldenstand angehäuft hat, der mit 110 % des BIP Konkurswerte anzeigt, muß Rußland nicht einmal Kredite aufnehmen, um diesen Krieg zu finanzieren! Während die Ukraine ohne massive westliche Kredite und Finanz- wie Militärhilfe gar nicht mehr existenzfähig wäre. Auch die früher so bedeutenden Exportindustrien sind nahezu zum Erliegen gekommen. Der einzige Wirtschaftszweig, der in der Ukraine noch funktioniert, ist die Drohnenproduktion. Also auch nicht ökonomisch hatten die Versprechungen des Westens Substanz. 

Während die Ankündigungen Zelenskys hinsichtlich der Kriegsziele der Ukraine leere Floskeln blieben und bleiben. Milena wundert sich, daß niemand im Westen ein Problem darin zu sehen scheint, daß in den Aussagen Zelenskys die Ziele, die er angeblich verfolgt, pausenlos wechseln, vielfach widersprüchlich, auf jeden Fall unrealistische Phantasien sind.

Die russische Volkswirtschaft zeigt sich hingegen fast unbeeinträchtigt vital, ja sie prosperiert teilweise sogar.

Übrigens weist der russisch-amerikanische Kommentator und Blogger Mark Sloboda auf den Zusammenhang hin, in dem die Versuche des Westens, die russische Wirtschaft durch Blockanden abzuwürgen, die für die gesamte Ukraine seit je so wichtige Schwerindustrie regelrecht auslöscht.

Vom öffentlichen, vom gesellschaftlichen Klima in der Ukraine ganz zu schweigen. In einem von Kiew wie vom Westen fanatisch befeuerten Krieg, in dem es nur einen dauerhaft und schwerst Geschädigten gibt - die Ukraine selbst.