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Samstag, 30. März 2024

Über die Naturerfahrung des Menschseins


(Aus einer Korrespondenz diin disen Tagen), in manchjem auch eine Entschuildigung an den Leser für so manche Zumutung rein textlich-materialer Natur)

[...] Es wird immer eindeutiger . ISIS -K ist eine direkte Schöpfung der USA, und mehrere seiner Chefs waren z. B. Vizepräsidenten für das US-Puppenregieme in Afghanistan usw. Mittlerweile haben sich sogar die Taliban in Kabul ganz explizit gegen diesen Terroranschlag gewandt, und selbst gesagt, daß sie seit vielen Jahren gegen ISIS-K kämpfen. Außerdem ist nun klar, daß die Attentäter versucht haben, in die Ukr zu fliehen, und die entsprechenden Kontakte hatten, daß die Grenze für sie aufgeht.

Ich frage mich aber jetzt mehr denn je, ob es noch Sinn hat, wenn Ru so tut, als wäre die USA NICHT ihr direkter Feind, als hätten sich die USA NICHT wie in einem Krieg verhalten. Wpo es doch so war, und jeder, der nicht ganz ang'rennt ist, das auch weiß.

Wenn DAS die Frucht der Diskretion ist, dann kann man doch auch darafu verzichten, was soll das noch bringen=? Dann kann Moskau gleich die Handschuhe ausziehen und in den Ring werfen.

Montag, 3. April 2023

Ausdruck unserer hohen Würde

Und führe uns nicht in Versuchung - Nähern wir uns der Bitte im Vater unser von einer anderen Siete. Nehmen wir dazu einige Schriftstellen her: einmal die Aussage, daß Gott Vater jede unserer Bitten erfüllt. Jeuss schränkt dasd nicht ein! Wir können also auch 8m das Falsche bitten. Denn es heißtL: Worum immer ihr bittet, wird euch gegeben

Und dann nehmen wir dazu noch die Aussage Christi, als er im Garten Getsemaneh die Jünger aufforderte: Betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet, (Und doch fielen sie.)

Gott gewährt uns, worum immer wir bitten. Jesus schräntk das nie ein! Das Gebet ist nämlich die Säuzle, auf der der Himmel über der Erde liegt. Es ist also die Ermüächtigung, die jenen Raum schafft, den wir Welt nennen. Und wie die Welt "aussieht", das ist uns geschenkt, das dürfen und müssen wir selbst leisten. Es ist Gegenstand unseer Freiheit, die letztlich der freiheit Gottes nachgebildet ist. 

(Somit auch nur dann wirkliche Freiheit ist, wenn wir Gott ähnlich SIND. Und au sdiesem Ähnlichsein heaus handeln. Die erste Aufgabe des Menschen ist also eine Gestasltaufgabe, keine des Handelns. Aus dem Gutsein der Dinge wird somit auch ein Gutsein der Handlungen - in der richtigen Haltung, nämlich der des Gehorsams.)

Donnerstag, 20. Oktober 2022

Existenz als Co-Existieren - Zur Verschränkung (2)

Zum Wesen der Verschränkung. Nobelpreisträger Zeilinger als Widerlegung der Schul- und Bildungstheorien. - Die Verschränkung von Teilchen spielt sich also ontologich in einer Hierarchie ab , deren Ausgangspunkt der Ort ist - das "Sein als Photon" (z. B.) Von diesem Wesen ausgehend, das aber keine "Zeit" hat (die tritt erst mit dem Weltwerden hinzu, also "nach" dem Verschränktsein), sind die als verschränkt auftretenden (Photonen-)Teilchen analog. 

Aber nicht wie Synchronschwimmer, die ZUSAMMEN EIN Muster bilden, und daran mit je gleichen Bewegungen teilnehmen, sondern als Einzelschwimmer, die jedes für sich das Ganze des Beziehungsumfassenden - die Ordnung, der alle Teilchen gleich gehorchen - darstellen. Und die mit dem Eintreten in die Zeit (die Phtonen bewegen sich) in je einen je neue Beziehungsordnung eintreten, mit der sie interagieren. 

Das dürfte der Grund sein, daß sie bisher einzige "Verwendung" für "Krypto-Informtion" tauglich ist. Weil nur der Empfänger alleien durch sein Empfangen, bei dem er an einen Ort mit dem einlangenden Photon tritt, damit auch den Schlüssel hat, unter dem er die einlangende Information deuten, als Informaton die Informaiton selbst erkennen kann. 

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Existenz als Co-Existieren - Zur Verschränkung (1)

Wenn man begreift, daß WESEN eines Dings nie isoliert zu denken ist, sondern immer AN EINEM ORT, dann erweitert sich das 'Begreifen aller Dinge zu einem DING IN EINEM BEZIEHUNGSNETZ. Aus dem es nie herauszureißen ist, sondern auf den es immer bezhogen bleibt.

Damit wird auch verstehbar, daß alle Dinge AN DIESEM ORT (der nicht irdisch reduktiv als "Ort" gedacht werden darf, sondern als Metapher für das Zusammensein jedes Dings mit anderen an einem Seinspunkt, einem Knotenpunkt von Bezogenheiten, die jedem Ding WESENHAFT anhaften, also auchnicht abzustreifen sind, was immer ein Mensch tut. )

Sonntag, 23. Juni 2019

Warum und worin der Mensch frei sein kann

Ohne Schöpfung läßt sich die Freiheit des Menschen nicht verstehen. Ohne den Bezug auf die Analogie - auf das "Nach seinem Bild schuf Gott ihn, den Menschen" - und wie er uns dann in Jesus Christus vor Augen stand (und in der Erinnerung bzw. realpräsent-geistig in der Gestalt der Eucharistie steht) läßt sich nicht verstehen, warum der Mensch überhaupt frei sein sollte bzw. könnte, und worin diese Freiheit besteht. Die sich erst in der Bindung bewährt, weil sie ein Akt ist, ein permanent zu leistender bzw. in der Tugend habituell werdender Akt ist. Ohne zu begreifen, daß Gott, das Sein, vollkommen frei ist, läßt sich Freiheit überhaupt nicht verstehen. 

Der Mensch verschwindet zu einem technischen Funktionsbündel, von einer chemischen Reaktion nicht mehr unterscheidbar, das als Evolutionismusprodukt aufgefaßt selbstverständlich niemals frei sein kann! Weil dann Freiheit zu einem zufälligen, sinnlosen Akt der Willkür wird. Und ohne Transzendenz, ohne die Erkenntnis einer Natur, die über der rein materiellen Natur steht, läßt sich nicht erkennen und begründen, warum der Mensch zu Freiheit fähig sein sollte.

Es ist damit der Gehorsam, der die Voraussetzung zur Seinserkenntnis, und in der Erkenntnis, die immer eine Anähnlichung an das Erkenntnisobjekt bedeutet, der Gehorsam dem Sein und damit Gott, zugängig gemacht durch Jesus Christus, gegenüber, der uns frei macht. Warum? Weil wir dann unserem Wesen entsprechen und Gott ähnlich (natürlich nicht gleich! also zu Göttern!) werden. Aus dieser Ähnlichkeit erfolgt dann das Gute, das "Gutes tun", nicht (ontologisch) umgekehrt.* Wie aber wird diese Gnade evoziert, in die Welt gerufen? Durch die Taufe, durch die Sakramente, die Verbindung zwischen beiden Naturebenen, deren erste, wirklich wirklichere, die Übernatur ist.**

Die Aufgabe des Gehorsams als Grundhaltung muß somit nach sich ziehen, daß sich der Mensch selbst zu Gott erklärt. Und das ist schon denktechnisch Unsinn und zerschellt am Begriff "Gott".

In dieser Anähnlichung durch den Gehorsam - eine Anähnlichung an Jesus Christus, der "gehorsam bis zum Tode" war - wird der Mensch somit offen für die übernatürliche Wirklichkeit, die als Gnade in die Welt eingreift, real eingreift, historisch eingreift, und damit den Menschen zur Freiheit befähigt. 




*Schon daraus wird ersichtlich, daß der "Gutmensch" nie "heilig" sein KANN. Er stellt die Heils- und Schöpfungsordnung auf den Kopf. Hier hat Luther ausnahmsweise sogar einmal ein wenig Recht, wenn er meint, daß es keine "Werks-Heiligung" geben kann. Was zwar so auch wieder nicht stimmt, aber in diesem ontologischen Zusammenhang richtig ist. 

**Damit wird begreiflich, warum die Übernatur, die transzendente, geistige Wirklichkeit (die immer unsichtbar ist) die ERSTE Wirklichkeit aller Dinge, aller Welt, aller Schöpfung ist. Insofern ist die rein welthafte Natur (sofern es das überhaupt gibt) nur als Wunder begreifbar. Eine Naturwissenschaft, die das ausschließt, ist deshalb völlig irrelevant und lachhafte Zeitverschwendung: Die materielle Natur wird gar nicht verstehbar, wird in sich definitiv unverständlich, wenn nicht ihre Wurzel, ihre Verankerung in der Übernatur gesehen wird. Der Mensch hat nicht die Möglichkeit, etwas zu "erschaffen", etwas im Bestand zu halten, wenn er sich vom absoluten Sein abwendet, also dem Sein gegenüber ungehorsam ist. 

Und wenn er diesen Eindruck erwecken will, so gelingt das nur, wenn verschleiert wird, daß so ein Akt sich letztlich doch aus einem am Sein Teilhabenden nährt. Behandele der Leser doch auch nur ein Trumm, nur einen Stein, nur ein Ding aus der materialen Natur "naturwidrig", also gegen sein am Sein teilhabendes Sein, also gegen seinen logos, sein natürliches "Auf -Zu"! Er wird nur Verfall und Zerstörung vorfinden.

Deshalb sollte auch klar sein, daß jede "Segnung" von Widernatürlichem, also von Vorgängen oder Zuständen, die contra naturam angelegt sind, jede hoffende Hereinholung der Gnade in die Welt, die auf einer Welt ohne Sein beruht, simpler Schwachsinn ist.





Montag, 26. November 2012

Reden vom Sinn

Dieses Filmchen (5 min) von Jane Marshfield - "The Art of Metaphor" - findet sich auf "Ted", wo unter sehr viel Mist da und dort auch ein Körnchen Gold zu finden ist. Auch dieses Körnchen hat gewisse Unreinheit, aber es spricht etwas Wesentliches an: daß unsere Kommunikation in Metaphern abläuft, daß Sprache und Denken Metapher, nicht wörtliches Abrechnen von bloßen Zählbegriffen IST. 

Weil alles Denken von einem SINN ausgeht, und in der Bewältigung des Widerspruchs, der Unruhe zu ihm, zu Ruhe des Einen zurück will, im Logos (wörtlich: Sinn, als "Weg auf - hin"). Dieser Sinn (von dem nicht zufällig das Wort Sinnlichkeit stammt) ist es, auf den wir auch in unserer Wahrnehmung treffen, an den wir sinnlich (!) angebunden sind. Und diese Bilder als Grundschemata des Zueinander der Welt sind wiederum Analogien, Ähnlichkeiten. In denen sich Geistiges in Geschöpfliches umgießt, Wesen in Gestalt, Sein zu Seiendem. Wo Form sich mit Inhalt zur Dinglichkeit vermählt.

Sagen wir: "Die Dunkelheit kommt auf Katzenpfoten", meint niemand die sachlich heruntergebrochene Wörtlichkeit. Aber allen ist klar, was gemeint ist, weil die verwendeten Bilder dieselben Erfahrungsbezüge aufrufen. Die Ausgangslage aber ist nicht, weil wir diese Begrifflichkeiten "von den Katzen" nehmen - auch die würden wir nicht erkennen, auch nicht in dieser Eigenschaft, wenn nicht die Katzen selbst wiederum Ausdruck von Eigenschaftlichkeiten, von Sinn wären, vielleicht in diesem Teilbereich auf besondere Weise - dem sanften, stillen, hauchartigen Herannahen, in dem wir ihre Eigenart deuten, aus dem heraus wir sie erst als solche erkennen. Und wäre dieser Sinn, diese Eigenschaftlichkeit nicht selbst wiederum im Menschen, als Teil von ihm, so könnte er es überhaupt nicht erkennen.

Menschliche Wahrnehmung als das Ordnen des sinnlich Begegnenden - als das Zurückführen auf in einem selbst vorhandene Sinngehalte verstanden - ist also einer viel tieferliegenderen Erkenntnis zugeordnet, die von Sinn ausgeht. Gedankliche Formen folgen weit später, und sie sind in dem Maß wahr, als sie sich auf diese Sinninhalte der Welt beziehen, sie ausdrücken, sie damit darstellend enthalten.

Das Sprechen, schreibt sinngemäß Michel Henry unter Bezug auf Husserl's Analyse, ist anfänglich niemals auf der Seite des Gesagten. Es ist das, was sich im Sprechen zeigt. Es ist das, was es zeigt.* Und es zeigt Intention. Denn entscheidend am Sinn - als Weg "auf - hin", s.o. - ist seine Bewegung aus dem Akt der Hervorbringung. In diesem liegt sein Kriterium. Im Erscheinen (der Sprache) wird seine Intention sichtbar.

Im Fall der "Nacht, die auf Samtpfoten" sich nähert, das was hinter dem sanften Zurückziehen des Lichts sich ausdrückt. Darin liegt die Wirklichkeit dieses Geschehens. Die Deutung geht also dem Tun der Sinne selbst voraus. Der metaphernhafte Kern unseres Sprechens zeigt das. Erkenntnis ist per se ein personaler Akt der Freiheit, auf den die Sinnesobjekte lediglich verweisen - der aber die Dinge notwendig braucht, weil sie diese Sinnesinhalte erst wachrufen, und in der Sprache als Antwort den Menschen selbst in den Geist, ins Leben (das das Wort ist) selbst heben (und zwar: im Selbst, das in dem Maß wahr wird, als es dem Logos gegenüber transparent wird). Der Kreislauf des Logos schließt sich - vom Wort, ins Wort. Hier Gabe, dort Opfergabe. Das menschliche Sein konzentriert sich also auf das Erscheinen des Logos, dem Wort das Fleisch geworden ist, und das das Leben ist.









*In einer Erweiterung der Auslegung wird aus diesem Tatbestand heraus auch noch einmal deutlich, daß die nominellen Inhalte des Internet wie die nominellen Inhalte (bzw. Hervorbringnisse) jeder Technik NICHT SEINE INHALTE SIND. Es ist etwas anderes, das sich darin ausdrückt. Deshalb ist auch die Suche nach dem im Internet Ausdrückbaren, Vermittelbaren, nicht eine Frage der "nominellen Inhalte". Es ist selbst bereits seine Grundbotschaft. So, wie alles nur das spricht, WAS ES IST. Weshalb der defintive, alles umfassende Sinn der gesamten Schöpfung sich im Logos, im Wort, das JESUS CHRISTUS IST, in JESUS CHRISTUS, der DAS WORT IST, aussagt.



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Sonntag, 4. November 2012

Er wußte es zuvor

Keinesfalls war mit Kopernikus und gar Kepler, beide tieffromme Menschen, mit ihren Entdeckungen ein  neues Weltbild geschaffen, und noch weniger war da sihre Absicht. Ganz im Gegenteil, schreibt Franz Vonessen in "Signaturen des Kosmos".

Vor allem Kepler ging von einer uralten Überlieferung aus, nicht zuletzt von Aristoteles, daß die Schöpfung eine große Analogie war, wo sich im Kleinsten dieselben Gesetze fanden wie im Größten. (Was sich heute das "Gesetz der Selbstähnlichkeit" nennt, deren Entdeckung die noch junge Wissenschaft der Kybernetik für sich in Anspruch nimmt.) So war das All mit seinen Planeten eine Analogie zum Menschen. War bis dahin die Sonne noch meist als Stern betrachtet worden so deshalb weil sich in der alten Anschauung des Alls als Organismus zu viele Widersprüche fanden. 

Diese Anschauung sah die Sonne als Analogie zum Herzen, als Mitte eines Organismus, der wiederum Organe - die Sterne - hatte. Diese Vorstellung eines zusammenhängenden Systems aus sieben Sternen war ja auch das Bild, das der Menschheit seit je in der Einteilung der Zeit in Wochen zugrundelag, wo jeder Tag einem der Planeten zugeteilt war. Und hier war die Sonne noch in der Mitte, nicht am "Anfang". Denn das liegt bereits in der Grundidee der Gleichsetzung von Sonne mit Herz angelegt.

Kepler war überzeugt von diesem Bild, er fühlte und ahnte es aus tiefer Religiosität heraus. Weil alles in EINEM war, im UNUM, dem Sein, Gott, mußte also auch das Weltall in sich zusammenlaufen, kreisförmig.

Und dementsprechend suchte er auch dieses Bild in seinen Forschungen zu finden. Und es gelang ihm. Niemals wäre er auf die Idee gekommen, daß es "objektive" Kräfte seien, die dieses All zusammenhielten. Es war ihm alles das Wirken lebendiger Kraft, im konkreten Fall der Sonne mit ihren Sonnenstrahlen, die er sich (weil sich die Sonne beobachtbar drehte) wie einen Kranz mit gebogenen Strahlen vorstellte - gleich den alten Sonnensymbolen, wie es sich in der Swastika bereits findet.

Von der Sonne hing alles ab. Darin traf er sich auch mit den Einsichten einer Heiligen Hildegard von Bingen. Das Licht, das Feuer der Sonne, belebte alles und hielt alles zusammen - als Analogie für Gott, der im unzugänglichen Licht weste. Wie es sich in der Herz-Jesu-Idee wiederfindet, in der alles von der brennenden Liebe Gottes belebt wird. 

In einem Kreislauf kam alles von diesem Herzen, der Sonne, um wieder zu ihr aufzusteigen. So wie die Erde, mit dem Wasser, das verdunstete, und als Regen wieder zur Erde fiel. So wie die Stürme, die Wetter, die von der Sonne abhingen.

Zur gleichen Zeit entdeckte in England Harvey den Blutkreislauf - aus derselben Grundsymbolik heraus. Man hatte diesen Kreislauf nicht beobachtet, man sieht ja nur, was man zuvor "weiß". Harvey wußte, daß die gesamte Schöpfung nach dieser einen Analogie, die alles durchdrang, aufgebaut war. Also suchte er auch im Menschen danach. Und fand den Blutkreislauf. Auch der war in alten Bildern längst "bekannt", man ahnte, daß es so sein müsse: daß das Blut sich vom Herzen ausgehend - als "flüssiger Planet" - in den Körper verteilte, und dann, geschwächt weil es die Organe gestärkt hatte, wieder zum Herzen zurückkehrte, um sich erneut zu stärken. Aber erst mit Harvey im 17. Jhd. konnte sich das bestätigen. Dieses Bild war der Ariadnefaden, der auch die Kapillaren entdecken ließ - denn es MUSZTE so sein.

Endgültig trennte sich Metaphysik und Medizin erst in der Romantik im 19. Jhd., in ihrem letzten Vertreter, Lorenz Oken. Wie die Physik. Um auch in der Physik noch einen großen letzten Vertreter zu besitzen, in Robert Julius Mayer. Dessen Satz von der Energieerhaltung aus demselben Grundauffassen der Schöpfung wurzelte. Mayer vertrat sogar auch die Analogie, daß sich alles leben der Sonne verdankte, weil sie es sei, von der sämtliche Lebenskreisläufe abhingen: Licht sei das primum movens aller irdischen Vorgänge, und die eigentliche Speise aller lebendigen Organismen.

Die Sonne selbst würde vom Planetenstaub ernährt, die Mayer den Blutpartikeln verglich. Denn auch sie würde sich sonst erschöpfen. Und darin zeigt sich bereits der Abstieg der wirklichen Kosmogenie, ihre Dekadenz. Denn Mayer spekulierte bereits. So wie die Russin Blavatsky, die die Sonnenflecken mit dem Pochen des kosmischen Herzschlags gleichsetzte. Diese Ideen stammen nicht mehr - so wie die frühen, großen Menschheitsideen - aus der Beobachtung, und dem daraus genommenen Erfassen weil Nachbilden des Wesens der Dinge in inneren Bildern, die sich nach und nach in Gedanken ausformen. Sie sind nur noch ausgedacht.

Nun war die Planetenbewegung natürlich auch mathematisch darstellbar, die Welt findet sich in Zahlen und Zahlenverhältnissen, den reinen Ideen, als ihrem Urbild, die Mathematik ist selbst eine große Analogie. Genau DARAUF, auf dieser Geschlossenheit der Bilder, die sich fragmentiert sogar als Gesetze darstellen ließen (ohne der Ausgang der Prozesse zu sein!), baute die spätere Astronomie und Physik auf: sie löste sich von den alten Vorstellungen, denen sie sich verpflichtet fühlte, denen ein Kepler und ein Harvey noch alles verdankten, und stellte die Zahlenlogik für sich. Descartes schrieb dazu, daß ihm diese alten Bilder zu mühsam, zu hinderlich wären. Es ließe sich viel rascher vorankommen, wenn man sich nur mit den Zahlen und ihren Verhältnissen zueinander befaßte. DAS war die Geburtsstunde der neuen Physik, der "objektiven" Wissenschaften - die sich von ihren Grundschemata, den Gesamtplänen entfernte, und in ihren Teilerkenntnissen den Gesamtbau der Welt aus den Augen verlor.

Aber auch sie baut auf Bildern auf. Nur weiß sie es nicht. Aber das, das ist eine andere Geschichte.




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Freitag, 12. August 2011

Zerstörung der Selbstregulation

Man sagt fälschlich von der Kiefer, daß sie sandige, nährstoffarme Böden LIEBE. Aber sie findet sich damit ab, und wächst auch - wenn auch langsamer - auf schwierigen, armen Böden. Bestenfalls noch kretinierte Buchen oder Eichen können sich in kleinem Rahmen halten. Aufgrund ihrer Genügsamkeit, ihrer Lichteigenschaften, ihrer flexiblen Wurzelbildung aber gilt die Kiefer als "waldbildend", egal unter welchen Bedingungen. Sie zieht die übrigen Hölzer nach, die unter dem Schutz und Schatten der ersten Kiefernkronen sich überhaupt erst gegen die Grasschichte durchsetzen können. Sie ist deshalb ein sozial äußerst verträglicher, nützlicher Baum, der auch aufgrund seiner Schnellwüchsigkeit hervorragend geeignet ist, wertvollere Hölzer regelrecht nachzuziehen.

Greift nun der Mensch ein, indem er die Böden düngt und bewässert, um die wertvolleren Hölzer zu forcieren, so passiert Folgendes: Nicht die Kiefer wächst nun einfach reicher und rascher, sondern weit mehr profitieren ihre Mitbäume, die zu Konkurrenten werden - jene mit höherem Nährstoffbedarf und -verzehr. Sie wachsen mit einem male so erfolgreich, daß sie schließlich die Kiefer (mit ihrem langsameren Stoffwechsel) zu verdrängen beginnen, bis die verschwunden ist. Die Kiefer kann bei künstlich verbesserten Böden den Konkurrenzkampf mit den meisten anderen Baumarten nicht gewinnen.

Die neuen Baumarten aber bleiben (unter diesen neuen Bedingungen) defizitär. Sie benötigen ständige Nährstoffzufuhr. Die Struktur des Waldes ändert sich - und er verliert seine Selbsterhaltungskraft. Wird die zusätzliche Nahrstoffzufuhr eingestellt, stirbt der gesamte Wald, weil es die genügsame Kieferdecke nicht mehr gibt, unter der sich der übrige Wald einmal schützend bergen und erst damit heranwachsen konnte.

Noch etwas läßt sich sagen: es sind nicht einfach die wärmsten, wasser- und nährstoffreichsten Gebiete, die die Bäume am besten gedeihen lassen. Jede Baumart hat nämlich eine "optimale" Zone, wo sich ihre Eigenart am besten, auch im Zusammenleben mit den übrigen Baumarten, und immer in komplexem Dialog mit der gesamten Umwelt entwickelt. Das ist aber praktisch nie die Zone, die in diversen Einzelbedingungen "am meisten" (Wärme, Wasser etc.) aufweist. Vielmehr sind diese optimalen Zonen in jahrtausendelangen Prozessen entstanden, und jede Änderung erfolgt in kleinsten Schritten, weil sonst der Wald höchstwahrscheinlich überhaupt stirbt: wird ein Faktor verändert, muß sich nämlich das gesamte übrige Gefüge darauf einstellen, und: es verändert sich.

Ich ordne dieser Notiz (aus Morosow's "Lehre vom Wald") die Stichworte "Politik", "Staat" und "Sozialstaat" zu. "Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte" fange ich mir aber nicht an. "Wirtschaftskrise'" ist ohnehin obligatorisch, denn dieses Beispiel macht deutlich, wie staatliche Intervention (meist zugunsten eines Parameters) auf eine Volkswirtschaft (=Wald) nicht einfach "fördernd" oder "hemmend" wirkt, sondern "verändernd", sich selbst entfremdend: sie macht abhängig und unfähig zur Selbstregulation, und sie verändert die Zusammensetzung der "Arten". Der Wald wird zu einem anderen.



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Freitag, 15. Juli 2011

Schlüssel des Verstehens

Kierkegaard weist darauf hin, daß mitunter die größten Dichter ... blind waren. Oder, wie bei Homer, gewesen sein sollen. Wie läßt sich das mit der heutigen empristischen Sicht der Welt vereinbaren, die alles gesehen haben will? Es ist der Hinweis, daß es auf die innere Sicht der Dinge ankommt, dann erst werden sie wahr. Und das erschließt sich auch, ja mitunter erst durch die Analogie. Denn die Welt ist ohnehin zu groß für den Menschen, er kann sie nur ausschnitthaft erfassen. Das macht ja ein Kunstwerk so menschengerecht - es trägt einen für den Menschen nachvollziehbaren zentralen Verstehenspunkt, der sich dem Betrachter erschließt, auch wenn er weit unter der Sichtweise des Künstlers steht.

Ein besonderes Beispiel für diesen Zentralpunkt, der alles aufschließt, ist wohl der französische Schriftsteller Francois Huber (1750-1831). Seit dem 15. Lebensjahr blind, schrieb er eines der besten Bücher über die Bienen, die je geschrieben wurden. Er hatte offenbar jenen inneren Punkt gefunden, von dem aus er jede noch so kleine Sinneswahrheit, die er erfassen konnte, richtig einordnen und in Analogie mit dem, was er über Natur wußte, ein großes Ganzes aufbauen konnte.

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Freitag, 18. März 2011

Art die Welt zu erfassen

"Kein Gebilde ist ja dem Menschen verständlicher als der Mensch selbst in seinem Thun und Leiden, und so deutet besonders der primitive Mensch jeden Vorgang in der Natur nach Analogie seines eigenen Körpers und seiner eigenen Seele. Die Metapher ist deshalb kein poetischer Tropus [gestalterisches Stilmittel; Anm.], sondern eine ursprüngliche, notwendige Anschauungsform menschlichen Denkens."

Alfred Biese, in "Die Philosophie des Metaphorischen"

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Mittwoch, 16. Februar 2011

Geheimnis der Analogie

Wenn es eines Beispiels bedürfte um zu begreifen, was Analogie - im letztlich die gesamte Schöpfung vereinenden Prinzip! - bedeutet, bekommt es in diesem entzückenden VW-Filmchen geliefert. Es braucht das Produkt gar nicht mehr, wir sehen nur noch Eigenschaften, und man weiß alles. Großartig! Vor den Vorhang!


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