Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Dieses Blog durchsuchen
Sonntag, 26. Februar 2023
Vom Schreibtisch weg geplaudert
Donnerstag, 17. November 2022
Revolution als Dauermodus der Neuzeit
Wirklich? Wenn Sie das Werk lesen, werter Leser, werden Sie das nicht mehr so sehen. Die Etiketten an den Dingen haben sich vielleicht geändert,, man nennt dasselbe anders. Auch die Farbe dfer Schuhe oder die Qualität der Stoffe der Kostüme ist nicht mehr dieselbe. Aber was hat sich sonst geändert?
Montag, 4. Oktober 2021
Wenn man nichts verschreit
Ich hoffe, "ich verschreie es nicht." (Schon bleibe ich wieder hängen. Dieser "Aberglaube" beruht auf dem tief in uns vorhandenen Wissen um die realitätsschaffende Kraft des Wortes. Es heißt nicht zufällig in der Heiligen Schrift, daß wir nach jedem Wort gerichtet werden, das unseren Mund verläßt.)
Also, noch einmal: Ich hoffe, ich verschreie es nicht, aber das Maß an Normalität, in dem ich hier in Ungarn lebe, läßt die Nachrichten in deutsch- und englischsprachigen Medien wie das Abrollen eines fernen, fremden Spektakels erscheinen. Wie im Traum, sehe ich zu, was angeblich in Österreich, Deutschland oder einigen Staaten in den USA abläuft, um "das Virus zu bekämpfen", oder wie immer die Floskeln lauten, die als Federn an den Hut gesteckt werden.
Mittwoch, 21. Juli 2021
Reformation als Bildungsnotstand
Im Grunde ist die ganze Reformation der Ungeduld Martin Luthers, also dem Ausfluß eines sittlichen Defekts, somit eines Tugendmangels, zuzuschreiben. Die dann mit den Jahren scheinhalber von einer Theologie überlagert wurde, die in nichts bestand als in einem rationalistischen, sophistischen Herausgreifen und Fortführen von theologischen Sätzen, die Luther in Erlangen zum einen zu wenig verstand, die er zum anderen mit Recht ablehnen mußte, weil sie einfach falsch oder Aberglaube waren.
Es ist dies eine Ungeduld die jene haben, die der Wirklichkeit des Seins zu wenig vertrauen. Und sie tun dies vor allem deshalb, weil sie sich einerseits zumuten, ihre Vernunft selbständig darauf auszurichten, und anderseits die Verknüpfung zur religiösen Haltung übersehen. Die die Indefektibilität der Kirche nicht in einer utopischen "Reinheit" des faktischen historischen Zustands erkennt (denn dort ist sie nicht, nicht bis zum historischen Zweiten Wiederkommen Christi und der darauf folgenden Neuen Schöpfung), sondern in jener Wirklichkeit des Seins, in der alles Faktische auf eine nicht immer leicht zu erkennende, subtile, aber umso wirklichere, kräftigere, unüberwindlichere Weise zusammengehalten wird.
Dienstag, 8. September 2020
Und steht die Hoffnung nicht, erhebt sich Grauen (2)
Also haben wir es mit einer Welt des "Gewußten" zu tun, einer Wissenschaft, die sich dazu gewandelt hat, einer "Bildung" die diesen Charakter angenommen hat - daß das "Gewußte" zu einem verzweifelten, also der Hoffnung entbehrenden Diktat wird, wie die Welt ZU SEIN HAT. Weil ohne Glaube die Welt zu einem Unerkennbaren zerrinnt, zu einer Welt der Schatten, ja nicht einmal dieser. Zu einem Tappen in einem dunkelen Raum.
So erleben wir es, so erleben wir diese Welt, wie sie in den Medien herantritt, diesem bevorzugten Instrument der Manipulation, also der Gewalt am Weltwissen der Menschen - so erleben wir, daß das "Gewußte" zu einem Diktat wird, dem jeder zu folgen hat. Um wenigstens irgendwie - in sich aber zutiefst irrational - die Welt noch handhabbar weil "erkannt" zu halten.
In dieser solcher Welt darf nichts andere mehr "gewußt" - das heißt: als Wirklichkeit gesagt und gedacht - werden, als der Wille der Verzweifelten festlegt. Der somit zu einem bösen Willen wird, ja zu einem Wollen des Bösen.
Der ebenso verhindert, daß jede Vorausschau, jedes Bild der Zukunft ernsthaft und real vorgestellt wird. Der somit verhindern muß, daß die Menschen die Tangenten an die Gegenwart anlegen, um durch deren fürderen Verlauf zu sehen, wo wir bei gleichbleibender Richtung unseres Wollens landen.
Der damit das gegenwärtige Handeln aber aus jedem wahren Sinnhorizont herausreißen muß, um durch Vorgabediktat eines Sinnes das Sehen verhindern und bestimmen möchte. Damit wird die Vorgabe des Sinns auf jene Art zum Dogma, in der alles verhindert und bei Strafe verhindert wird, das nicht diesem Sinn entspricht.
Denken wir dabei einfach, wenn wir den Aufweis der Richtigkeit dieser Aussagen suchen. Denken wir an die letzten Krisen, die uns bestimmen, die (angebliche) Klimakrise, die (angebliche) Corona-Krise. Wo wir erlebt haben, daß der Sinn unhinterfragt bleiben muß. Daß es sich hier wie da unausweichlich um eine existentielle, ja apokalyptische Bedrohung handelt. Wo alles, was an Daten im Täglichen auftaucht, nur noch in dieser Hinsicht gedeutet und damit zu "Fakten" gemacht wird.
Während wir gar nicht mehr bemerken, wie anders die Welt vielleicht ist! So anders, daß bei gleichbleibenden Daten ein völlig anderer Sinn belegt wird. Der niemals von einer Gefahr sprechen könnte, die dieser dogmatisierten Sinndeutung auch nur annähernd gleichkommt.
So erkennen wir vielleicht, wie gefährlich diese Haltung der Hoffnungslosigkeit für uns werden kann. Weil sie unser Entscheiden und damit Handeln sinnlos machen kann, weil sie Hoffnung durch Zwang zur Utopie ersetzt.
Eine solche Welt aber ist eine Welt des Grauens, und eine Inkarnation der Hölle, die Satan selbst nicht möglich wäre, der aber diese Welt genau in dieser Verzweiflung des Menschen erst zur Pforte zu jener Ewigen Hölle zu machen vermag, in der wir damit vorzeitig gelandet sind, wenn wir den Glauben verloren haben.
Fehlt die Hoffnung, erhebt sich also Grauen und erhält ihren Namen. Es sind die Namen, die das Schicksal der Welt bestimmen. Denn auch im Anfang war das Wort. Es aber war - ein Name.
Montag, 7. September 2020
Und steht die Hoffnung nicht, erhebt sich Grauen (1)
Dienstag, 16. Juni 2020
Gott möge uns davor behüten
Samstag, 6. Juni 2020
Das Argument der Stunde
Wir wissen, daß Lockdowns funktionieren weil Lockdowns funktionieren, und deshalb haben wir Lockdowns verfügt, denn wenn wir keine Lockdowns verfügt hätten, wäre alles viel schlimmer. Das sagt uns die Wissenschaft.
Die Menschen sind so verzweifelt darin, sich an dieser Überzeugung festzuklammern, daß Lockdowns notwendig sind, daß sie als Evidenz nur anerkennen, was sie in ihrem Glauben bestätigt.
Donnerstag, 4. Juni 2020
Das ist der Erfolg der Maßnahmen (2)
*Noch einmal, und die völlig unauffälligen Gesamt-Totenzahlen belegen das weltweit: Der Corona-Virus war und ist (nicht nur in der Meinung des VdZ) lediglich eine nächste Variante innerhalb der üblichen und seit je bekannten Viren, wie sie, bedingt durch die zunehmende Widerstandsschwäche in Kaltwetterzeiten (von Mitte Winter bis Anfang Frühjahr) in den altbekannten Grippewellen zutage getreten sind. Worunter, übrigens, auch bisher schon Corona-Viren waren.
Und deshalb war sie so ein Schrecken, weil der Entzug des Kultes, der katholischen Liturgie, die Menschen jeder Verankerung beraubt hat. Ja mehr noch, man hat den unersetzlichen realen Kult (und noch nie war die Menschheit ohne diesen) sogar in die Virtualität abgedrängt. DIESER Schaden wiegt noch weit schwerer (weil fundamentaler) als jeder andere. Auch wenn er scheinbar am wenigsten (weil nicht direkt, sondern in allen konkreten Weltbelangen immanent) "feststellbar" ist. Also die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung von der Art heutigen Weltdenkens nicht mehr durchdringbar sind.
*150520*
Mittwoch, 3. Juni 2020
Das ist der Erfolg der Maßnahmen (1)
Es gibt vor allem aber noch jede nur denkbare Evidenz, daß die Shutdown-Maßnahmen der Politik, die meist sogar mit Polizeieinsatz, manchmal gar mit blutigem Einsatz des Militärs durchgesetzt, gigantische Schäden aller möglichen medizinischen wie nicht-medizinischen Art angerichtet haben.
Maßnahmen, die vor allem von der durch nichts belegbaren Vorstellung, also der Illusion gezeugt wurden, man könne Pandemien durch Niederschlagung des sozialen Lebens verhindern und bekämpfen. Das lehrt die Vergangenheit der letzten hundert Jahre, daß Verläufe von Pandemien wie Naturgesetze zu betrachten sind, und durch nichts verändert werden können.
Die Vorstellung, das JETZT tun zu können, die auch durch dieses Corona-Virus und neuerlich widerlegt wurde, hat also mit dem unreifen Größenwahn des Narzißten zu tun, daß die eigene Gegenwart EINMALIG und in der Geschichte EINZIGARTIG weil PRINZIPIELL ÜBERLEGEN sei.
Stattdessen hat sich wieder einmal nicht nur bewiesen, daß der Mensch NICHT in der Lage ist, die Natur bis in jedes Detail zu beherrschen, sondern auch, daß komplexe Systeme (Gesamtheiten) vom Menschen weder gedacht noch konstruiert, aber schon gar nicht gesteuert werden können. Auch diese Corona-Viren sind nur eine nächste Variante im endlosen Strom der Viren in deren historischer, nie zu brechender Anpassungsvorgänge, wie sie die Menschheit seit je umgeben. Und niemand wird jemals - weil aus prinzipiellen Gründen! - diese Vorgänge beherrschen können.
Deshalb werden wir eine nächste Krankheits-Panik, wie sie diesmal durch die Welt rollte, nur vermeiden können, wenn wir mit der Illusion aufräumen, wir könnten die Welt beliebig beherrschen und durch unser Verhalten steuern. Andernfalls werden wir von einer SELBST GEMACHTEN Katastrophe in die nächste taumeln.
![]() |
| Graphik William M. Briggs - Vergrößern durch Anklicken |
*Morgen Teil 2) Die Anmerkung als Exkurs
Donnerstag, 31. Oktober 2019
Heidentum an Heiligem Ort
Die Gegenrede des VdZ wurde zwangsläufig mit einem Maß an Verachtung quittiert - dem mit großen Buchstaben angeschrieben war, daß der VdZ eben als einer mit "alten Neurosen verhaftet" gesehen wurde, die ihn unfrei machten - das das Dauerlächeln des Priesters im Hinausgehen wie eine Teufelsfratze erscheinen ließ. Denn dieser neue Glaube beruht auf einer inneren Haltung, nicht auf klarem Denken, nicht auf logos, nicht auf Vernunft. Sondern auf deren neuer Form, in der Vernunft zu einem ganz anders konnotierten "vernünftig" umgedeutet wird, in dem Ausbrüche aus der Vernunft als vernunftimmanent angesehen werden.
Donnerstag, 18. Juli 2019
Auch in Millionen von Jahren hat die Evolution nichts gemacht
Die wesentlichsten Argumente bleiben hier zwar aus, alles bleibt auf naturwissenschaftlicher Basis, dennoch sollte das hier vorgestellte Wissen zum Allgemeinstand der Gegenwart gehören. Die wesentlichsten Argumente, die eine Evolution definitiv ausschließen, weil sie denkunmöglich ist, entstammen freilich der Philosophie. Aus der man nachweisen kann, daß die Evolution auf grundsätzlichen Denkfehlern beruht.
Denn selbstverständlich kommt auch die Evolutionstheorie nicht ohne ihr zugrunde liegende Philosophie aus. Sie beruht keineswegs auf der mathematischen Stichhaltigkeit von "Beobachtungen", wie uns ständig erklärt wird. Zum Gegenteil muß sie enorm viele Beobachtungstatsachen durch "kreative Deutung" wegerklären und seriöse Philosophie ausblenden. Und hat dabei eine fatale Wechselwirkung mit ähnlichen Fehlentwicklungen in der Astrophysik/Kosmologie entwickelt, wo eins das andere zur Rechtfertigung heranzieht - und sich wechselseitig somit "kreative Deutungen" als Beweis dienen und sich unter Berufung auf den jeweils anderen erklären. Akzidentien können niemals Substanz "erschaffen". Darauf aber beruht der Darwinismus.
Unterstützen Sie dieses Blog!
Dienstag, 31. Mai 2016
Dann ist es Todsünde (2)
Newman sah sehr scharf, wohin eine offizielle Dogmatisierung der Unfehlbarkeit des Papstes führen würde, und er hatte absolut recht: Die Gläubigen würden mit der Zeit nicht mehr unterscheiden können, was eine unfehlbare und was eine fehlbare oder rein private Handlung eines Papstes wäre. Genau diese Verwirrung im Volk kann man seither auch beobachten.
- Ein Bergoglio-Entwurf -
Es erzählt viel auszutesten, in welcher Form und mit welchen Inhalten sich zu einer Situation oder Person ein Kabarett schreiben ließe. Es erzählt schon viel, wenn Kabarett die einzige Möglichkeit ist, sich einer Sache zu nähern, ohne sie in Haß oder Lieblosigkeit auszustellen, weil sie in Sachlichkeit gar nicht zu bewältigen wäre, ohne in einem vernichtenden Urteil zu erstarren. Denn im Kabarett muß man seine Figuren lieben, sonst mißlingt es und wird zum langweiligen Traktat. Das also mit einer überspitzten Handlung Tatsachen Bergoglio'scher Amtsführung auf einen Kulminationspunkt hin schreibt, der die Groteske deutlich macht. Und damit eine Verobjektivierung eines zuvor noch ungeborgenen, chthonischen, diffusen Inhalt möglich macht.
Diesen vor Augen stellt, und im Lachen befreit und distanziert, sodaß man sich frei verhalten kann. Schon vor geraumer Zeit hat der VdZ den Gedanken einmal durchgespielt, weil er sich aufdrängte, dieses Pontifikat in einer episodenartigen Kurzfilmreihe mit viel Humor (in dem Bergoglio durchaus mit gewisser Liebenswürdigkeit betrachtet würde, ohne freilich der Sache etwas zu nehmen) darzustellen. Dazu braucht es aber doch gewisse theologisch-philosophische Urteilskraft, sonst würde man der Sache ihre eigentliche Spitze - und den eigentlichen Humor - nehmen. Der nur über Tragik funktioniert, denn die Komödie ist eine überzogene, überdehnte, auf wahrhaftige Spitzen (als verlängerte Tangenten) getriebene Tragödie, die maßlos wurde. Aber um Tragik zu begreifen, um sie darstellen zu können, muß man ihre sachlichen Grundlagen in ihrer Ernsthaftigkeit erkannt haben.
(Der Leser möge verstehen: Die konkreten Inhalte werden derzeit noch unter Verschluß gehalten.)
Es umzusetzen ist halt eine Geldfrage, und Filmproduktion etwas anderes als Ideen zu gestalten. Zu der es auch jede Menge Mitstreiter und vor allem ein Gemüt braucht, kräftig in die Welt hineinzugreifen. Der VdZ hat also die Idee weit nach hinten gestellt, wo sie weiter fermentieren kann. Wie so viele Ideen.
Montag, 30. Mai 2016
Dann ist es Todsünde (1)
Die weltweit enorm angewachsene Kritik an Jose Bergoglio lautet genau nicht, die Autorität des Papstes als nie trennbaren konkreten Träger des Papstamtes in Frage zu stellen, sondern sie sind im Gegenteil ein immer lauter werdender Aufschrei, der Argentinier solle endlich aufhören, Amt mit privater Karriere zu verwechseln und genau diese Autorität, die er zu repräsentieren, ja zu SEIN hat (!), nachhaltig und schwer zu beschädigen! Und das tut jede Autoritätsfigur, die nicht das Wesen des Gehorsams erfaßt hat - und der kann seiner Stütze nicht entbehren, die da heißt: Vertrauen in die Vernunftoffenheit und den Gehorsam der Leitungskraft, sein Amt zu erfüllen. Passiert das Umgekehrte, mißbraucht die Leitung das Amt für persönliche Absichten, spricht man sogar mit Recht von Korruption.
Denn Aufgabe ist mit Amt und Ort verbunden, zuerst und vor allem, und hierarchisch oben wie unten, nicht in persönlich-subjektivistischem Getue, mit dem jemand vielleicht sogar das Amt klein macht, um seine Last abzuwerfen und den Umstand mißbraucht, daß es Amt ohne Person nicht real gibt. Dann nämlich verlieren die Menschen auch das Vertrauen in die Lebenskraft jenes Organismus, dessen Ordnung sie selbst in Gehorsamspflicht an ihrem Platz eingegliedert sind. Immer heißt Amt (und je höher es ist, umso mehr), hinter diesem Amt zu verschwinden. Maskentrage zu übernehmen, nicht ständig hinter der Maske hervor zu lugen oder sie ganz abzulegen. Dann bleibt genau - NICHTS. Die Leber, die Niere, der Magen sind nur Leber und Niere und Magen, wenn sie das tun, was ihrem Ort angemessen ist. Tun sie das nicht, vergehen sie selbst, und stirbt der Organismus.
Das ist beim Menschen zumindest, bei allem nur weltlichen der Fall. Nicht freilich bei der Kirche, die kraft ihres sakramentalen Charakters immer noch reformatorische Kraft genug hat, zu überleben, auch wenn die Organe so weitgehend versagen. Daran glauben wir, und das ergibt sich aus der Vernunft sodaß wir darauf vertrauen können. Selbst bei schlechten, ja katastrophalen Päpsten, die alles falsch gemacht haben, wie die Kirchengeschichte zeigt. Aber es heißt nicht, daß Fehler keine Fehler mehr sind. Es heißt nicht, daß die Kirche nicht auf ein winziges Restdasein schrumpfen kann, während die Welt in Chaos und Gottferne versinkt, sodaß es für den Einzelnen sehr schwer sein würde, noch den Weg zur Erlösung zu finden. Womit die Größe und Chance einer christlich geformten, im Alltag geprägten Kultur wohl erahnbar wird, und klar wird, warum man darum auch kämpfen muß. Denn das Wesen der Kirche, der Auftrag damit an jeden Getauften, ist SICHTBARKEIT, Erfahrbarkeit.
Samstag, 25. Juli 2015
Zurechtgelogene Heilsneurose
Eine solche läßt sich allerdings bei erhöhtem Wassergemüseverzehr (wie Algen) nachweisen.
Montag, 27. April 2015
Von der Notwendigkeit, den Papst zurechtzuweisen (3)
Weil so augenfällig ein Beispiel, das zeigt, wie groß die Verwirrung bereits ist: Dieselben Personen, die sich dann mit "Papsttreue" am Revers schmücken, fordern einmal, den Sinn "hinter" den Worten des Papstes - "mit gutem Willen" - zu sehen, und seine nominellen Worte quasi zu ignorieren, und das nächste mal zum Gegenteil, sie wörtlich zu nehmen. Was geben sie damit aber zu?! Daß sie selbst bereits Quelle jener Autorität sind, die dem Papst (und damit dem Amt) nämlich immer mehr fehlt.
Wenn also Spaemann und andere vorbringen, daß bei P. Franziskus Macht Autorität ersetzt, der Papst zentralistisch-totalitär wie noch nie direkt bis vor die Haustüre der Gröbnergasse 14 im schwäbischen Jestetten seine Direktiven (über Twitter, über Medienpräsenz, der man gar nicht mehr entkommen kann) liefert, damit den Pfarrer, die Kirche vor Ort (und nur dort ist sie Kirche: konkret, verortet) elegant überrundet und zum abstrakten Ausführungskasperl degradiert, so ist das mehr als berechtigt. Und in diesem Sinn war an der Kritik von Kardinal Kasper, daß die deutsche Kirche "keine Filiale von Rom" sei, sehr wohl ein wahrer Kern. Auch ein Kardinal, als Elite, hat das Recht, mit Respekt gehört zu werden (was durchaus auch als Selbstkritik des VdZ gelten kann).
Die Vergebung der Sünde lebt ausschließlich auf die Zukunft eines volleren Seins hin, und die liturgische Praxis ist ein Infusorium des HeilsBILDES, das in der Übernahme durch den teilnehmenden Menschen zur Welt kommt. Heiligkeit ist Schönheit der Gestalt, des Fleisches, und nur insofern ist sie Heiligkeit. Es gibt keine separierbare Handlungsheiligkeit - es gibt nur gutes Handeln, wenn ihr die Gestalt als Abbild Christi vorausgeht, oder deren Ziel ist. Denn nur dann ist etwas wirklich, weil es an der Wirklichkeit Gottes teilhat, und genau diese in Stellvertretung IN CHRISTUS, dem Logos, in die Welt - ZUR Welt; ALS Geschichte; in die Menschheit - trägt, auf daß er in ihr wohne.
![]() |
| Kardinal Raymond Burke |
Die Verwirrung, die dieser Papst überall schon ganz real angerichtet hat. Genau das ist auch die Erfahrung des VdZ aus diversen Gesprächen: Mittlerweile klaubt sich tatsächlich jeder aus Papstaussagen zusammen, was ihm in den Kram paßt und ihn legitimiert. Übrigens - die "Papstverteidiger" bzw. "Konservative" nicht weniger.
Nachtrag 2) Es braucht keine besondere Menschenkenntnis, um - unter der Beleuchtung, die auf den Charakter Bergoglios alias Papst Franziskus geworfen wurde, vor allem aus den jüngsten Stellungnahmen "als Papst" ein reines Selbstverteidigungs-Vorgehen ablesen zu können. Die Schwerpunkte, die Themen, die sich laufend finden, sind wie (vorbeugende) Antworten auf mögliche oder bereits aufgeplatzte Bruchstellen in den Widersprüchen, denen Bergoglio (denen: solch ein Charakter) vorauseilend begegnen will. Denn ob der Leser es glauben mag oder nicht: Nichts trifft solche Menschen mehr, als Kritik. Denn ... sie wissen, weil sie sich dem Sein nicht entziehen können, daß sie auf dünnem Eis bauen. So etwas kann natürlich nur auf einem Zustand aufbauen, wo sich aus der Wirklichkeitsferne auch längst völlige Unkenntnis des Menschen eingestellt hat - und das ist eines der schlimmsten, wenn nicht DAS schlimmste Übel in der Kirche. Bergoglio ist der Meister der Wirklichkeitsferne. Ahnungs-, Wirklichkeitslosigkeit ist der Grund, warum ihm so viele auf den Leim gehen. Weshalb ohne jeden Zweifel einer der Schwerpunkte dieses Papstes war, ist und noch viel weiter sein wird, "Realität" (Wirklichkeit) vorauseilend - über "impressio", über sinnliche Vereinzelung, als Eindruck - zu definieren. Sehr zum Beifall der Unproduktiven, der Unschöpferischen, die im Windschatten der Lüge auf ihre Chance hoffen, nach oben zu kommen. Durch "Papstwerdung".
Nachtrag 3) Vom in den letzten Wochen verstorbenen, hoch angesehenen amerikanischen Kardinal Francis George ist folgende (sehr zurückhaltende) Äußerung zu Papst Franziskus bekannt:
"The new pope's popularity surprised George, who worried that people were developing unrealistic expectations that could lead to further disillusionment with the church. "He sends out so many signals it gets a bit jumbled at times," George said. "I'm sure he's not confused, himself. It's confusing for a lot of people, including myself at times. For someone who appreciates clarity, I would like to get a few things clear so I can cooperate."
Sonntag, 26. April 2015
Von der Notwendigkeit, den Papst zurechtzuweisen (2)
Es ist nicht der götzendienerische Glaube, der blinde Kadavergehorsam (getragen von Angst, wenn nicht Bösartigkeit, die nur noch Propagandatöne zuläßt, wenn man von Kirche und Glaube spricht, also die Sprache, das Wort, den Logos darin tötet; gar nicht selten, auf einer Linie nämlich, weil sie sich heimlich recht zählbare Vorteile versprechen, die Wurzel des Egalitarismus, der sich so gerne als "Bescheidenheit" katzengoldmünzt) an einen argentinischen Plauderanten, der seine faktische Person mit dem höchsten Amt, das die Welt kennt, das also wie bestenfalls noch ein universales Kaiseramt eine weltlich-menschliche "Figur" gar nicht mehr kennen darf, für beliebig und je nach Bedarf als austauschbar ansieht. Das zwischen Biertischgesprächen und päpstlichen Verkündigungen nicht mehr zu scheiden weiß.
Der Papst ist in persona die Kirche als Beziehungsmittelpunkt. Also muß auch alles Faktische am faktischen Papst dieser Höhe der Aufgabe angeglichen werden. Schon gar seit der Verkündigung des Unfehlbarkeitsdogmas, das die Sache noch heikler macht. Und der VdZ sagt unterscheidet bewußt zwischen "Verkündigung" des Dogmas, ein politischer Akt ALS wirkmächtige SPRACHE, und seiner Wahrheit. Denn an der Unfehlbarkeit des Petrus und seiner Nachfolger hat die Kirche nie gezweifelt, sie war immer implizites Glaubensgut. Aber in der Sprache wurde sie angreifbar, wenn die Sprache sie nicht ausreichend synthetisch ausdrücken konnte. Dann kann sie sogar - bei gleichem nominellem Wortlaut - zur Häresie werden.
Deshalb MUSZ ein Papst auf der Höhe der Sprache seiner Zeit sein. Nicht in der Kenntnis der Gossensprache, die mag ihm in seiner Freizeit Spaß machen, gut. Er muß deshalb lesen, im Sprachraum leben, diesen atmen, weil sich dieses Ringen um den Logos in der Sprache dort ausdrückt. Er muß auf der Höhe der Theologie der Zeit sein, ja muß dieser nächste Schritte vorgeben, sonst geht sogar seine Apologie an der Zeit vorbei.
Und, mit Verlaub, so manche vorgebliche moralische, pastorale Forderungen dieses Papstes, auch manche "Reformansätze" und "Ratschläge", wirken wie Ansätze von vor vierzig Jahren, die in ihrer Zeitgebundenheit aber längst ganz andere Wege gegangen sind, sich weiterentwickelt haben, weil sie in der Welt standen, und diese darauf reagiert hat. Also immer neu aus dem Logos in die Sprache gehoben werden müssen. Denn die Sprache ist Vielheit, Akzidens. Der Logos nur ist Einheit, in die sie lebendig rückgebunden sein muß, damit sie wahr wird, und damit die Welt eins wird.*
Aber er kann und darf nicht verlangen, sie zu ignorieren!
Wer - wenn nicht die intellektuelle Elite des deutschen katholischen Raumes - hat aber das Recht, ja viel mehr noch: die Pflicht, den Papst zu kritisieren, wenn er zu kritisieren ist? Denn sie sind der Leib, den sich die Kirche je neu und in Reinheit als Reinheit sucht. An dem das "Volk" dann teilhaben darf, mit Recht, weil es auf die richtige, geläuterte Gestalt (und Sprache) vertrauen darf, die ihm von der Elite überreicht wird. Wer Gottes Willen sucht und tun will, kann an der Hierarchie des Aufbaus menschlicher Gemeinschaft nicht vorbei.
Es gibt sie nicht, die Abkürzung, den "direkten Draht" (der Protestanten), das würde die Kirche obsolet machen. Nicht als Normalweg. Während sehr wohl in Krisenzeiten Gott immer wieder Herausragende, Propheten, Mahner auf den Plan gerufen hat, weil ein ganzes Volk, mitsamt ihren Anführern, ins Verderben der Nichtung torkelt, das ein Abweichen vom Willen Gottes bedeutet. Haben die dann auch nur geplaudert? Oder haben sie nicht in ihren Worten genau das getan, was Spaemann, Mosebach und einige wenige andere auch tun, die nämlich kraft ihrer Berufung (IN der sie Glieder der Kirche sind) dazu aufgefordert sind: Die herumschwirrende Sprache, das unklare Denken, auf ihren Kern zu läutern, den Logos? Indem sie uns mitteilen, wo das faktische Geschehen von diesem Logos, dem Willen Gottes, abweicht.
Das aus und im Logos zu sehen, das zu beobachten, und in die Sprache zu heben ist nämlich IHR Charisma. Das zu besitzen gerade erwähnte Personen hinlänglich belegt haben. Denen freilich nur dieser Logos auch Zeugnis gibt. Sodaß ihre Stimme von jenen nicht gehört und gar verachtet wird, die diesem Logos bereits fern stehen, weil sie ihn in ihre Gewalt gebracht haben.
Wörtlich geglaubt
Das Christentum wurde - auch bei den Sachsen war es ähnlich - nur zum neuen Rahmen, in dem der alte Aberglaube, der tief im Welterleben verankert war, ausgelebt wurde. Ähnliche Berichte gibt es noch aus jüngster Zeit von der katholischen Kirche aus Mittelamerika, wo der katholische rituelle Rahmen häufig nur eine andere Form für alten, ungebrochenen Aberglauben, wie er schon aus der Maya-Zeit bekannt ist, darstellt. Wenn z. B. die Marienverehrung nur neue Form für alte Kulte für weibliche Gottheiten wird.
Auf dieselbe Weise haben gerade in Norddeutschland Hexen-, Zauber- und Spukglaube überlebt. Sie haben aus dem neuen Glaubenskleid sogar Rechtfertigungssysteme abgeleitet.
Was ein Mensch wirklich glaubt, und was er sagt, daß er glaube, sind meist zwei sehr verschiedene Paar Schuhe. Sein Handeln, sein Bewegen, als steten Ausdruck des wahrgenommenen Weltrhythmus, das erzählt, auf welchen Beinen jemand wirklich steht. Ein explizit zu nennendes Glaubenssystem ist oft nicht mehr als ein Kompromiss reiner Sophistik, geschickter Wortstellung, mit dem man sich einer Lesart beugt, um Streit und Ausgeschlossenheit zu vermeiden, oder Ansehen zu erringen. Insofern freilich nicht ohne Wert, weil er ein Ziel definiert, das eines Tages auch das Handeln bestimmt. Denn der Kult, der Bewegungsrhythmus (im weitesten Sinn), als Präformation der Denkgrundlagen, entscheidet letztlich, was man (nach)denkt, und was man zustimmend glaubt. Lex orandi - lex credendi. Das Fleisch, über Gewohnheit geprägt wie zu prägen, kann da schon mal hinterherhinken.




