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Mittwoch, 17. August 2022

Aus der Schule geplaudert (2)

Der Mensch ist kein Objekt der Massenpesychologie. Auch wenn die Versuche, sie als Herrschaftsinstrument einzusetzen, weit gediehen sind. Deren Bedingung, die Verachtung, ist bereits erfüllt - Jede Massenpsychologie hat also einen ganz gravierenden Fehler. Ihr Objekt ist im Grunde niemals berechenbar vorhanden. Wenn, dann kann eine Menge von Menschen nur unter ontologischen (also metaphysischen) Aspekten verstanden werden. Weil jede dieser Zugehörigkeiten eines Menschen auch ein gewisses Eigenwesen hat, das vom Einzelnen angenommen, vertreten und repräsentiert wird. 

Das heißt, daß sich gewisse Gruppen-Gesetzlichkeiten im Verhalten des Einzelnen finden, zu denen auch Gruppennotwendigkeiten gehörten, die dem Bestand dienen, wie "Erhalt der Einheit", eines der stärksten Gruppengésetze. Die aber nicht aus 2Schwäche" entstammen,s ondern weil jeder Mensch ZUERST einer Gruppe zugehört, und daraus sich sein Individuum herausformt. Sei eine Tätigkeit noch so häufig und allgemein, jeder macht sie auf SEINE Weise. 

Dienstag, 16. August 2022

Aus der Schule geplaudert (1)

Ein (russischer) Bankier hatte es nach langem Anlauf geschafft, in China die Erlaubnis zu erhalten, eine Bank zu betreiten. Aber schon nach kurzer Zeit war er tief frustriert. Denn es war ihm fast unmöglich, Kredite an chinesische Unternehmen zu vergeben. Den üblichen Kriterien einer marktwirschaftlich agierenden Firma nach, waren alle diese chinesischen Firmen insolvent. 

Mit neuem Blick ausgestattet, nahm er nun die chinesische Welt näher oder anders unter dei Lupe, und da fiel ihm vieles auf, das auf einen immensen Einfluß einer zentralen Planung hinweist. Und das ist es wohl auch, so meint er heute, das das Land über gewisse Zeit tragen wird, aber nur für gewisse Zeit. Einen wirklichen Marktmechanismus, wo sich die Dinge mehr oder weniger in einem Zueinander einpendeln, gibt es nicht, oder kaum. 

Der Wohlstand und Aufstieg Cinas hat ein Ablaufdatum, weil er dem Wesen des Menschen widerspricht. Er wird deshalb nur so lange anhalten, als es eine Herrschaft der Gewalt über die Menschen gibt, die zunehmen muß. 
Sie wird sich vor allem auf die Seelen beziehen, und hat einen klaren Widersacher: Die Freiheit als Wesensmerkmal alles Menschlichen. 
Das muß sich zwangsläufig zu einer Bewegung steigern, die die gesamte Welt umfaßt und gleichschaltet. Als äußerlicher, vor allem aber ins geistig-seelische wandernder Zwang, die Menschheit denselben Gesetzen zu unterwerfen.

Donnerstag, 16. Juni 2022

Reposting Freiheit, Masse und Gemeinschaft

Reposting vom 27. November 2013 - Wieder gebracht weil ich es in der Aufrufstatistik fand, und mal "nachschaute" - und mich dann gefragt habe: Was will ich nach DIESEM ARTIKEL noch sagen? Da ist ja alles enthalten!?

In der Masse ist der Einzelne seinsmäßig nicht unersetzlich, sondern lediglich unentbehrlich. Er ist nur in seiner Zuverlässigkeit aufgerufen, auf diese einesteils reduziert, und andernteils durch deren Inhalte definiert. Er gewinnt in der Masse neue Eigenschaften dazu, die er als Einzelner nicht hätte. Die "Massengesellschaft" verleiht also dem Einzelnen ihre Eigenschaften. Sie hat einen eigenen Ausdruck, den sie dem Teilen aufprägt. diese besitzen Ausdruck und Verhalten nur in der Masse und als Teil der Masse, gewinnen gleichsam ein zweites, ein Massen-Ich, wie Hans-Eduard Hengstenberg schreibt. Im Namen der Masse kann man etwas tun, was man selbst nie verantworten würde.

Masse hat keine Konstitution wie die Gemeinschaft, sondern nur eine Komposition. Auch im Organischen unterscheiden wir eine bloße Zell-Assoziation (z. B. bei manchen Algen-Arten) von einem eigentlichen Zellorganismus (z. B. der höher entwickelten Pflanze). Masse verleiht auch nicht eigenlich die Masseneigenschaft, sondern "zwingt sie auf", ohne Ansehen der Person. 

Sonntag, 12. Juni 2022

Der Weg zur Einheit wird mit dem Opfer gebaut

Es sind rund 80 Prozent der Menschen, aber das ist eine Schätzung, die für Hypnose zugängig sind, meint Mattias Desmet, der belgisch-niederländische Psychiater in einem Online-Gespräch. Dabei gibt es große Utnerschiede in der Tiefe, die individuell unterschiedlich ist. 

Aber vom Prinzip her ist der Prozeß, daß sie alle übrigen Wahrnehmungen völlig ausblenden, und sich nur auf die vom Hypnotiseur festgelegten Rahmenbedingungen reagieren, sich nur an diese Sprach-Welt hängen, völlig identisch mit dem, was Desmet als "Massenphäomene" bezeichnet (so wörtlich, ich glaube daß "Vermassungsphänomene" besser paßt.) 

Wenn auch seine Thesen und Beobachtungen sehr zutreffend sind, so müßte man sie in wesentlichen Punkten ergänzen. Denn was Desmet völlig fehlt ist eine explizite Ausdeutung (implizit hat er sie, gewiß, aber die zu erkennen steht noch an) der von ihm beschriebenen Phänomene vom Wesen des Menschen, ja vom Wesen der Schöpfung her. Würde er das tun, würde seine Theorie nicht so in der Luft hängen, sondern sogar noch deutlich heller werden können. Und diese Deutung ist eine Deutung vom Sinn der Schöpfung her. 

Donnerstag, 9. Juni 2022

Mechanismen des Totalitären

   Mattias Desmet - Totalitarianismus
Es sind nicht uninteressante Gedanken, die der belgische Psychiater Mattias Desmet entwickelt hat, obwohl ich ihm in etlichen Punkten keineswegs zustimme, und seine Thesen vielfach ergänzungsbedürftig sind. Wir zeigen ihn hier in einem ersten Videogespräch und werden uns noch mehrmals in nächster Zeit mit ihm befassen, weil er etwas aufgreift, das noch viel Anregungspotential hat. 

Aber schon sein erster Ansatz ist bemerkenswert. Denn zuerst hat er sich in seiner weiteren Eigenschaft als Statistiker mit der Coronakrise befaßt, und ist von dort ausgehend auf das Phänomen des Totalitarismus gestoßen. Denn die Realität, wie sie in den vorhandenen Daten erkennbar war, hat in der Haltung der Bevölkerungen WELTWEIT keine Rolle gespielt. Als Grund dafür identifiziert er einen globalen Zustand des Totalitärismus als Zustand der Menschen.

Was wir als solchen erleben und erlebt haben ist keineswegs ein einzigartiges Geschehen, sondern historisch immer wieder beobachtbar gewesen. Und es ist vor allem zu bestimmten Zeiten typisch, und findet seit drei-, vierhundert Jahren immer bessere Bedingungen vor.

Sonntag, 15. Mai 2022

Wie im Himmel so auf Erden (3)

Alles Werden ist ein Geheimnis - In alle dem, was ich in meinem Leben erlebt udn erfahren habe (und lusitgerweise gerade in diesem vergangenen Jahrzehnt, in dem ich es auf mir kaum begreifliche Weise zu einer Art "Berühmtheit" in Österreich "geschafft" hatte, ist nämlich auch ein Eindruck erwachsen, als wäre ein Bild viel zutreffender, geht es um Menschen und ihre Positionen und Leistungen: Daß die Welt und die Geschichte, daß das, was wir so als Weltgeschehen erleben, viel eher mit einer zufälligen Spielkiste zu tun hat, ind er es nachgerade gleichgültig ist, wer wohin gelangt, und wie und warum was erreicht. 

Das große Geschehen ist eine Frage des "Zufalls", tatsächlich natürlich von etwas ganz anderem: Von Gottes Liebe udn Vorsehung, in der er die Menschen zu sich führen möchte. Und was immer dazu nötig ist, was immer dem Einzelnen dazu zu überwinden nötig wäre, was immer den Einzelnen dazu befördern könnte, DAS FÜHRT GOTT DIESEM AUCH ZU. 

Samstag, 14. Mai 2022

Wie im Himmel so auf Erden (2)

Das Größte im Kleinsten - Und hier schließt sich der Bogen des heutigen Morgens.  An einem Punkt, an dem er sienen Ausgang genommen hatte, und von wo er aufgescheucht seine Runden trabte, und ansetzte einen der Fäden nun einfach aufzunehmen, daran zu ziehen, und auf den weißen Bildschirm zu befördern, gespannt, was sich nun zeigen würde. Es begann bei Menschen, die überfordert waren. 

Es begann mit über einem Papier des Huon von Bordeaux aus dem 13. Jahrhundert. Anhand dessen sich irgendein (mir völlig unbekannter) Nachwuchshistoriker der dabei doch so wuchtigen Frage näherte, wie es denn um die Qualität der Könige und Herrschenden im MIttelalter aussah. Den anhand des Gesangs de "Geste", die dieser Huon hinterlassen und die es in zweieinhalb Abschriften über die Zeiten geschafft hatte, werden einem mit einem mal Dinge klar, die man so nebenbei immer wußte, aber vielleicht doch einmal mehr wieder vor Augen stellen sollte. Um nämlich das Gleichgewicht wieder herzustellen. 

Freitag, 13. Mai 2022

Wie im Himmel so auf Erden (1)

Wir haben nicht die Bosheit entdeckt, die frühere Zeitalter nichts wußten. Wir gehen nur anders damit um. Dabei sind es gar nicht die Menschen, die sich hier verändert haben, die "Massen", sondern nur die Art, wie wir sie sehen. 
 
Die Masse - Auch die "Masse", auf die man so verächtlich herabblickt, ist ja so ein dummstolzer Begriff der Neuzeit. Der eigentlich nur verleumden, nichts erhellen soll, weil er die natürliche hierarchische Verfaßtheit der Menschheit und des Menschseins attackiert, schlecht redet, ohne ein haltbares Konzept dagegensetzen zu können. 

Vielmehr soll die pauschale Verteufelung der Gruppe als Teil jedes individuellen Daseins, als Element der Identität, ausgelöscht werden. Deshalb wird auch klar, worum und um wen es in diesem Spiel der Verteufelung "der Masse" oder des "Massenmensche" überhaupt geht" Es geht um die revolutionäre Ausschaltung der traditionellen Institutionen, die diese "Massen" bergen, ordnen, und im besten Sinn durch eine hierarchische Struktur "lenken". 

Freitag, 29. April 2022

Ein Ganzes braucht das egoistische Teil-Sein (3)

Was sich aber vor allem aus diesem Befund erlesen läßtAber das, was wir der zuletzt erwähnten Lektüre wirklich entnehmen können, was das wirkliche Faszinosum darstellt, ist etwas anderes. Mich hat seither der Gedanke nicht mehr losgelasse, daß wir es mit zwei Ebenen zu tun haben, in denen ALLES steht.

Die eine ist die des konkreten Alltäglichen, in dem jedem Ding nur begegnet (umd mehr wird auch nicht wahrgenommen, mehr ist gar nicht am Bildschirm, und mehr wird auch gar nicht beherrscht oder direkt befehligt) die als eine Einheit für sich steht. Dieses Selbstsein ist es, das das Selbstbewußtsein prägt, und den Rahmen steckt, in dem sich das praktische Leben vollzieht.

An dessen Rändern erst greift es in die nächste Ebene über, die für die Einheit selbst aber praktisch irrelevant ist und auch abstrakt und unerkannt bleibt. Man gibt dem Muskel X nicht den Auftrag "Los, geh!" Sodern vom Gesamtgeschehen her, von der Befehlszenhtrale also, erfoglt nur der Auftrag "Sei Du selbst!"

Freitag, 25. März 2022

Gedankensplitter (2009a)

Wenn man eine Weltdeutung vertritt, die NUR BEHAUPTET wird, die sich also NICHT in der Natur ("Evidenz"), damit in der Vernunft weil damit für das normale Erleben bestätigt findet, muß man Gegenaussagen, die die Behauptung gefährden, natürlich verhindern und wenn sie doch auftreten, bestrafen. Umso schärfer, je bedeutender die behauptete Geschichte eingestuft wird.

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QR Buseks letztes Interview
Das letzte Interview mit +Erhard Busek, dem liniksliberale Aushängeschild der Wiener Öfaubeh in den 1970ern und prononcierten Motor des "Neuen Katholizismus" der Selbstauflösung. Ich schreibe das, weil er hier ganz offensichtlich einen Grundfehler in seinem Persönlichkeitsgrundhat. Aber das mag Gott nun bewerten, er starb vor zwei Tagen, r.i.p. Dabei war er doch noch gar nicht so alt. 

Das Zeitschicksal - So nenne ich das mittlerweile. Es betrifft SÄMTLICHE DERZEIT VORHANDENE Generationen, und wenn man will: Weltweit. Denn dieses Schicksal wird sie alle ereilen. Auch der ÖVP-Politikmensch hat das Durchschnittsalter der (männlichen) Bevölkerung nicht erreicht, wie so viele aus dem sogenannten "subjektiven Ereignishoriziont". Der auf "wissenschaftlichen" Uninn lieber verzichtet, um die Essenz der persönlichen Eindrücke für seine Urteile heranzuziehen. Zumindest in solchen Fragen. Und hier drängt sich erneut die Frage auf: Einmal zu viel geimpft, Herr +Busek, r.i.p.? Aber zugegeben hätte er das nie, jede Wette.

***
Bleibt nur noch die unsägliche, aber immer amüsantere Isabelle Daniel als Reibepunkt. Denn sie ist in Werde-Zustand, wie Frauen ja immer, die den Hafen, an den sie gebunde sind, um jeden Preis verheimlichen wollen, weil er sie aus einer Zugehörigkeit herausfallen lassen könnte. Der sie aber ihre gesamte Existenzkraft verdanken. 

Was an sich ja nicht verdammenswert wäre. Wie wollte man dem Blatt verdenken, daß es grün wird wie alle anderen Blätter? Haben wir denn nicht längst gelernt, daß das Prinzhipg der Einheit das Daseinsprinzip der Schöpfung überhaupt ist? Eben. 
Also müssen wir mit dem spitzen Bleistift differenzieren. Denn auch der Mythos des MASSENMENSCHEN ist in seiner negativen Konnotierung (einer Nicht-Freiheit) nur EIN TEIL des Versuchs, Gott aus der Welt hinauszuwerfen. Weil nichts sein kann, wenn es nicht DIE ANALOGIE DES EINSSEINS mit seinem Daseinsgrund ist. In dem es also einen "von außen" hereinkommenden Gott braucht, dessen Gnade wir alles verdanken. 
In wessen Interesse ist es also, die Einheit als Daseinsprinzip zu verbannen? Na? Na?!

Freitag, 31. Dezember 2021

Kurz in der Erklärung, gigantisch in der Wirkung (2)

Nie wird ein Modell überraschen. Wie das Coronavirus ein Modell ist, hat auch diese Grundthese ihre Andockstellen, in die sich alles fügt: Von Gates bis zu Blackrock oder Trump. Die Konsequenzen möge der Leser aber selber fortdenken. Nie, ich wiederhole: NIE kann ein Modell einen Ausgang vorstellen, der auch nur irgendwie "neu" oder "anders" oder "überraschend" wäre. Nie kann ein Modell eine Erkenntnis schaffen, die Sie nicht vorher bereits hatten. Nie kann ein Modell eine Entwicklung der Wirklichkeit (Realität) vorhersagen! Nie! NIE. Es ist deshalb völlig sinnlos von einem Modell zu erwarten, daß es vorhersagen würde, wie sich eine Pandemie entwickelt. Sie wird sich immer so entwickeln, wie ich glaube, daß eine Pandemie verläuft, das ist alles. Also wird eine Erkrankung, die ich mit den entsprechenden Parametern versehe, auch als Pandemie enden. Immer.

Dazu geht der Modellierer auch von Annahmen aus, was wirkt und wie es wirkt. Er "kennt" also auch die Effizienz von Maßnahmen. Wenn ein Lockdown als wirkungsvoll angesehen wird (oder extra noch dazu "berechnet" wird, mit einem anderen Modell vielleicht), dann wird das Modell auch "beweisen", daß er wirkt! Und wie, in welchem Ausmaß, in welchem Umfang. 

Donnerstag, 30. Dezember 2021

Kurz in der Erklärung, gigantisch in der Wirkung (1)

Man kann die Arbeit von William M. Briggs, den "Statistician to the Stars", nur bewundern. Fest verankert in seiner kinderreichen Familie, seinem Freundeskreis und dem lokalen (Kleinstadt-)Umfeld, in das er nach seinen Jahrzehnten als Universitätsdozent für Statistik in New York wieder zurückgekehrt ist, fest verbunden mit einer treuen und interessierten Schar von online-Studenten und Mit-Denkern (zu deren Kreis ich mich - irgendwie - auch zählen darf), hat er vom ersten Moment an erkannt, womit wir es bei der "Corona-Pandemie" zu tun haben. 

Die nicht aus einer todbringenden, einmaligen Krankheit, nicht aus einem furchtbaren Virus bestand und besteht, so sehr natürlich jemand an Krankheiten versterben kann, zu denen auch Symptomatiken gehören, wie sie "Corona" zugeschrieben werden.

Wir haben es bei Corona mit einem Sonderfall zu tun. Aber aus ganz anderen Gründen als uns Tag für Tag eingebleut werden. Denn wir haben es mit einem Fall zu tun, der von unzähligen Denk- und Mathematik-Fehlern sowie Getriebenheiten aus kaum übersehbarem menschlichem Fehlverhalten, das aber im reißenden Strom der Zeit liegt, charakterisiert ist. Was alles sich in eine Psychodynamik fortgepflanzt hat, die zumindest teilweise den Charakter eines Wahns und einer Massen- wie Individual-Psychose hat. 

Montag, 20. Dezember 2021

Gedankensplitter (1404)

Alles was heute geglaubt wird, ist falsch - Seit Jahren stehen wir in Verbindung, und ich kann auf ihn anwenden, was nur auf wenige anzuwenden gilt. Daß, was er sagt, der Wahrheit entspricht, sich ihr anfügt und von ihr in jenen Rhythmus versetzen läßt, der an der Individualität der Weltdinge zur Gestalt der Wahrheit in der Welt zerstiebt. Was William M. Briggs sagt, hat deshalb einen höchsten Rang an Vertrauenswürdigkeit, das kann ich dem Leser versichern.

Und schon im Titel nimmt er vorweg, was ich seit langem mit Erschrecken und Hilflosigkeit - nach menschlichem Ermessen ist der Gegner zu groß - erkennen muß: So gut wie alles, was der heutige Mensch glaubt und sagt ist FALSCH. So gut wie alle Gewißheiten, von denen der moderne Mensch ausgeht, sind IRRTÜMER. So gut wie alle Aussagen, die den öffentlichen Sprachraum als geistigen Raum bestimmen, sind UNRICHTIG. Wenn nicht direkt und expressis verbis, das sind die wenigsten, dann indirekt und durch das, was sie implizieren. 

Donnerstag, 29. Juli 2021

Unfähig, Gefahren abzuschätzen (3)

Einmal aber fahren wir noch aus dem Bild, und schauen der Richtung nach, in die der Pinsel ausschwingt - In einem kleinen Schwenker, so wie die großen Mahler ja auch mit ihrem Pinsel am Schluß immer ein bissel im Schwung sozusagen rausschießen aus dem Strich, wollen wir also doch noch eine Richtung aufzeigen, in die es weiter geht. Denn Herren und Damen aller Schaften und Gewerke, es geht NICHT um ein nächstes, langweiliges Lamento vom Massenmenschen und dessen tragische Wirkung auf den Untergang der Welt, nein. Auch das wollen wir den Liberalen überlassen, die ihre eigene Sicht von "Genie" haben, die nicht die unsere ist. 

Der Mensch, der einfache Mensch, der ist nämlich NICHT schuld an dem Schlamassel, in dem wir stecken, ganz sicher nicht. Und die, die ihm das einreden wollen, gehören samt und sonder mit geselcht, wenn einmal das große Gerichtsglockerl scheppert.

Mittwoch, 28. Juli 2021

Unfähig, Gefahren abzuschätzen (2)

Und wie dankbar sie sind, weil ihnen nun ständig andere vorsagen, wo es gefährlich wird. Der Arzt vor den tausendfachen Gesundheitsgefahren. Der Onkel Minister mit der Märchenstimme über brandgefährliche und tödliche Viren, die umso gefährlicher sind, weil man diese Biester NIE UND NIMMER SIEHT und - jetzt kommt's! - nicht einmal KRANK WIRD DAVON, so gefährlich sind die! Und die geben wir dann auch voll weiter! Das ist wissenschaftlich bewiesen, sagt dann die Chefredakteurin der größten wirklich kritischen Tageszeitung mit angeschlossenem Aufnahmekammerl (was sich heute Nachrichten-Sender nennt), und alle, die noch älter geworden sind, nicken und schimpfen, weil da draußen ein paar herumlaufen, die den Seher unsicher machen wollen - höre man doch nicht auf sie! Und von einer Impfung wollen sie abbringen, von der nicht einmal gesagt werden kann, wofür die gut sein soll, weil sie zwar "schwere Verläufe" abhält, vor allem von jenen, die sowieso nicht krank werden, dafür aber den kleinen Nachteil hat, daß sie tödlich sein kann, vor allem bei jenen, die sonst nie daran gestorben wären.

Der moderne, der liberale Mensch ist die Crux. Denn wer seine Gestaltgrenzen nicht kennt, der ist auch unfähig, eine andere Gestalt abzuschätzen. Dies reicht durch alle Ebenen durch, in die man "zufällig" (weil hineingestellt) hineinragt, und die einen betreffen.

Dienstag, 18. Mai 2021

Als wär's nie dagelegen

Von Leser R erreichte den VdZ dieser Tage ein herzerwärmendes Schreiben. Immer wieder einmal, so R, blättere er in diesem einer Enzyklopädie gleichkommenden Blog auch in alten Artikeln. Und während er so suche, so R, bleibe dann sein Auge irgendwo hängen. Er lese und lese ... und könne nicht mehr aufhören. Denn die Artikel seien dermaßen gut, daß es ihn umhaue. So wie dieser da, der vor ziemlich genau zehn Jahren veröffentlicht wurde. Und so schickte diese treue Leserseele auch noch eine Reihe weiterer Artikellinks mit, die seiner Meinung nach einer Relektüre immer wieder wert seien.

Naja, dachte der VdZ, warum also nicht auch Ihnen, werter Leser, erneut servieren? Ich meine, wer kann das schon alles lesen, hier liegen (immer noch) an die 10.000 Artikel bereit. Und auch der VdZ liest so manches Büchlein ja wieder und wieder, und gar nicht so selten kommt es ihm vor, daß er das, was er da sicher schon einmal gelesen hat, die Anstreichungen und Bemerkungen legen einen Eid dafür ab, zum ersten Mal vor Augen hat. 

Es ist ein schönes Zeugnis dafür, daß die Zeit jeden Menschen verändert. Einmal als Zeit alleine, nur durch die Dauer und das eigene Gewöse in der Seele, und dann durch die Verbindungen mit der Welt, dem also, was man Geschichte nennt. Und so manch eines Tages findet man also dann ein und dasselbe Ding unter völlig anderem, neuem Licht, als hätte man eine Neuentdeckung gemacht. Plötzlich liegt da etwas vor einem, das man noch nie - ich schwör's! - gesehen hat. Weil es sicher - und wie! - nicht "da" war. Und wie zeitgemäß es wirkt!

Jaja, Erinnerung und Zeitgemäßheit. Als hätte das etwas miteinander zu tun ...

Mittwoch, 9. September 2020

Könnte vorkommen

Der Faden, der in der Wahrheit verankert sein läßt, ist oft sehr dünn, manchmal kaum wahrgenommen und wahrnehmbar. Vor allem, wenn die innere Kultur etwas vernachlässigt wurde, gewinnt die äußere Welt eine Bestimmungsmacht, die von der eigentlichen Lebensgrundlage, der Wahrheit, entfernt. 

Geist erstarrt in diesem Außen aber zu Bildern, die wie Krücken eine Welt konstruieren und bewahren sollen, die der Existenz Halt und damit Sein gibt. Dieses Sein aber ist ein Dasein, das nur in unserer Hand liegt, und damit keine Quelle des Lebens sein kann, sondern nur eine Imitation des Lebens, bewertet, beurteilt weil verglichen mit vorhandenen Bildern samt deren Platz im Autoritätsgefüge der Gesellschaft, in der man sich befindet beziehungsweise befinden will, zuläßt.  

Wir haben verlernt, und aus unserem vermeintlich "Gewußten" läßt es sich auch nicht (mehr) ableiten, daß der Mensch, der immer Person ist, letztlich immer einsam und "allein" ist. Erwachsenwerden als der notwendige Weg jedes Menschen zu sich heißt nichts anderes als diese Einsamkeit zu akzeptieren und ertragen zu lernen. Heißt um den einzigen Sinn der Nahrung zu wissen, die darin besteht, sich in diese Welt hinein zu erheben. 

Und das ist immer ein Akt des Alleinseins, weil jeder Mensch in einer Einzigartigkeit lebt, die nur von ihm zu bewältigen ist, und die nur von ihm zur Geschichte zu erheben ist, die Sein hat, und nicht Epigonalität, Plagiat und Imitat ist.

Es kann nie darum gehen, diese Einsamkeit zu überwinden. Alle Angebote, die das versprechen, sind häßliche Fratzen der Versuchung, Gold gegen Blech zu tauschen. Es muß vielmehr darum gehen, in dieser Einzigartigkeit den Ort mit Leben und Farbe zu erfüllen, an dem man steht. Was anderseits wiederum heißt, das diesen Ort Charakterisierende - das das Wesen eines Beziehungspunktes hat, an dem sämtliche Fäden der vielen horizontalen wie vertikalen Ebenen der Welt, in der man steht, zusammenlaufen - durch alle einzigartigen Umstände, die mit jedem Tag auftauchen und einem begegnen, durchzutragen. 

Sodaß die immer selben Figuren (weil Orte) in nur je anderen Kostümen auf der Weltbühne auftreten, leben, und das Geschehen, die Handlung ausmachen. Die selbst wiederum ein immer Gleiches in nur je anderem Gewand ist.

Lassen wir uns also in zweifacher Hinsicht nicht täuschen. In der Natur dessen, was "Neu" und "Originär" ist ebenso, wie in der Tatsache, daß dieses Neue das immer Gleiche des Ewigen im Vorsehungsplan Gottes ist, dessen Originalität darin besteht, in jeden Augenblick je neu hineingeborgen zu werden. Auf daß sich Geschichte überhaupt erst bilden kann. Was immer heißt: Einzig zu sein, und damit: Einsam.

Denn genau darum geht es heute, in einer Zeit, die sich um genau diese Punkte herum ordnet: Im Versuch, für diese beiden Momente Surrogate zu erfinden. Sodaß das Neue das Willkürliche wird, dem aber jedes Sein fehlt, das nur in der Hoffnung auf eine kollektive, allumfassende Illusion und Täuschung überhaupt Sein hat, also "existiert", und in der Versuchung, die Einsamkeit durch Aufgehen in der Masse (oder im Nichts, beides dieselben Fluchten der Angst vor dem Wagnis des Lebens, beide mit demselben Ausgang) scheinbar besiegen zu können.

Im Mut zum Hinausschreiten ins Ungewisse, das erst das Tor zur Fleischwerdung des Ewigen (dem überhaupt erst Entelechie zugeschrieben werden kann; hierin irrte also Aristoteles, der diese Entelechie, dieses "Ausfalten auch sich, gemäß dem eigenen Wesensbild", dem materialen Seienden selbst zuschrieb) bedeutet, erfüllt sich erst dieser von jedem Menschen gewußte, gefühlte, geahnte Anspruch, der Leben bedeutet: Im Schöpferischen, liegt dann das Neue ebenso, wie das Originale, das Genie. 

Aber nicht nur! Denn hier, in diesem mutig aufgenommenen Wagnis der Einsamkeit, liegt tatsächlich der Punkt der Nicht-Einsamkeit - in der Einigung mit Gott, der personalen Wahrheit, dem Sein, aus dem alles entspringt, durch teilhabende Einheit in der Wahrheit. Von hier aus ist dann auch Einheit unter Menschen nicht nur möglich, sondern Realität.




*140820*

Donnerstag, 4. Juni 2020

Es reicht der Hausverstand

Mit Dank an Leser K für die Empfehlung! Leider müssen wir immer wieder von Zeit zu Zeit unsere vier Zwetschgen sammeln. Zu dicht ist das Informationsgeregne, das uns Tag für Tag dermaßen umfassend und allgegenwärtig bedrängt, daß wir uns gar nicht davon frei machen können, es sei denn, wir zögen uns in eine Einsiedelei in der Gobi-Wüste zurück. Und dazu ist dieses Video nicht ungeeignet. Denn das ist gar nicht blöd, was der Mann da sagt. Und damit die neuralgischen Punkte der "Corona-Krise" bemerkenswert gut und noch bemerkenswerter ziemlich umfassend darstellt. Kann man sich ansehen, wenn man normal bleiben will. 

Jürgen Höller liefert damit den Beweis, daß es zur Durchdringung angeblich "nur von Doppelakademikern zu verstehender Sachverhalte", weshalb jeder stumm und still zu befolgen hat, was die versammelte Gelahrtheit uns vorsetzt, keineswegs "akademische Ausbildung" haben muß. Es reicht der gesunde Menschenverstand. Denn genau dieser gesunde Menschenverstand, der Hausverstand, ist kein unzulängliches, halt da und dort von "Wissenschaft" ziemlich ergänzungsbedürftiger Wissensstand, sondern es ist die GRUNDLAGE DER WISSENSCHAFT. 

Außerdem ist es ganz witzig. Warum? Eben, weil es begreift, daß das, was andere als Ernst bezeichnen, in Wirklichkeit ... naja, eh schon wissen. Man muß den Mann ja nicht im Gesamtpaket kaufen.

Bei dem man sich sonst wieder einmal fragen müßte, warum heute jeder Fuzzi, der sich irgendwie über der Wasserlinie hält, glaubt, er müsse sein zur Methode erhobenes, individuelles Raufen um Wahrheit inmitten einer absaufenden Welt zum Erfolgsprodukt machen, mit dem sich das, was nur durchs Ganze des Menschseins erringen läßt, für die Allgemeinheit zum Patentrezept für Glück und Erfolg werden und schlicht und ergreifend kaufen ließe?! Und der Witz ist: Die Leute glauben das auch! Sie glauben, daß man Wahrheit kaufen könne! Irre.

Höller ist Motivationstrainer und -entertainer. Was insofern nicht "wundert", als den Eros zur Bewegung nur die Wahrheit als die Gestalt des Wirklichen liefern kann. Jenen Eros, der einerseits "zieht", während die Erkenntnis des Menschen darauf dann antwortet. (Dabei entscheidet die Sittlichkeit.) Das Furchtbare dabei ist die Technisierung, die Isolierung also des Lock-Hinbewegungs-Geschehens, das aus dem Insgesamt der Person herausgelöst und für sich gestellt zum Mechanismus, nein, zum Automatismus wird.

Das ist, werte Herrschaften, als griffe man in die Hölle, um den Himmel zu ergreifen. Der VdZ meint das wörtlich. Es gehört aber nicht nur zu den Kernproblemen, es ist vielleicht DAS Kernproblem der Gegenwart, daß das "in sich Schlechte" nicht mehr anerkannt, sondern sogar geleugnet wird. Wo der "gute Zweck" (auch Selbst- beziehungsweise generell Manipulation gehört dazu, weil sie gegen die Freiheit als Prinzip der Person verstößt) jedes Mittel heiligt.

Bliebe der Mann bei seinen Leisten, wer weiß, was aus ihm hätte werden können. Vielleicht der beste Schmalzhändler im Dorf, in dem er geboren ist. Oder der eleganteste Kommunalschmied, den man sich denken kann, mit umwerfender Wirkung am Stammtisch, DEM Volksinstrument der Vernunftküche. Und vielleicht ein schönes Plätzchen im Himmel, nahe bei Sektstand und Häppchenbuffet.

Es ist deshalb sehr sehr interessant und offenbart alles, wenn man Höller zuhört, wenn er (in einem weiteren Youtube-Film) erzählt, was ihn als Kind bewegt habe. Was er auf die Frage antwortete, was er werden wolle: Millionär. Auch einen Swimmingpool, auch einen großen Garten, auch eine Villa. Er wollte also Effekt, und damit sind wir im Land der Methoden. Nicht dem des Seins, also der Identitäten. Und wissen Sie was, werter Leser, was somit hinter der "Motivationskraft" seiner "Erfolgskarriere" steht? Machen wir es ganz simpel: Neid.

Liegt sein Erfolg letztlich nur darin, daß inmitten eines irren Irrsinns, in dem wir uns befinden, jeder der einmal ein Eckchen Wahrheit gefunden hat, meint, er habe den ultimativen Weg gefunden? Und sich doch nur verhält wie ein Abstinenzler, der seinen ersten Schluck vom duftig-aromatischen Himbeerbrand der Exquisitbrennerei im Hinterhof vom Hofer-Bertl gesüffelt hat, welcher nun seine Wirkung tut?

Der aber natürlich schier unerschöpfliches Publikum generiert, sein "Erfolg", weil er nicht nur am selben leidet, wie alle übrigen Menschen, für die seltsamerweise aber sein "Erfolg" unerreichbar bleibt. Weil er das auch ist! Höllers Erfolgsrezept ist nämlich Lüge. Die Lüge, daß sich "Lebenserfolg", also das Entsprechen nach den Kriterien bestimmter Lebensdaten (somit immer Konventionalität), dem aber die Wahrheit gegenüberstehet. Daß sich Lebenserfolg nur am logos, am Sinn erweist, der nie kalkulierbar ist. Der sich nicht an materialistischen Eckdaten wie Geld und Wohlstand und Wohlgefühl zeigt. Weil der Mensch am Geist aufgehangen ist, am Sinn, nicht an Kriterien des rein irdisch Bemessenen.

Auch bei Jürgen Höller ist deshalb bei weitem nicht alles klug, was er so von sich gibt. Und seine Gesamtweisheit gleicht leider wie so oft einer Glasvitrine guter, echter Weisheiten, die aber nebeneinander stehen, ohne daß es etwas gäbe, das sie miteinander verbände. Dort liegt aber meist, ja fast immer der Unsinn bei so vielen Propheten verborgen, die heute wie ein Massenphänomen auftreten. Massenphänomen? Genau.

Wenn Höller also ernsthaft vom Kelch der Wahrheit trinken wollte, würde er sehr schnell staunen, was sich dann abspielt ... Und das ist das Problem fast aller Menschen. Dann zieht es um den Arsch. Dann gibt es keinen "Garantieerfolg". Dann gibt es keine Meßkriterien wie Pool und Garten und Villa.

Wieviele hat der VdZ selbst schon kennengelernt, die vorgaben, sich für "die Wahrheit" zu interessieren, aber, wie sich dann herausstellte, daran nur deshalb interessiert waren, weil sie das bessere Instrument zur Erreichung materieller Ziele (wie Erfolg) schien. Und sei es, daß man das Gegenüber verblüffen konnte, denn der Nimbus der Wahrhaftigkeit hat durchaus nützlichen Charakter.

Wechseln wir das Thema.

Auch so aber könnte man diese heute so verbreitete Sucht nach Selbstdarstellung, in der so so viele plötzlich den Ruf empfinden, mit ihren Erkenntnissen nach außen zu treten, sich sogar einen prominenten Platz im öffentlichen Leben erringen zu müssen meinen, und Facebook und Twitter und Youtube und ... mit ihren Ergüssen zum "alternativen Medium", das die wahre Wahrheit enthält, hochzufüllen.

Diesem Gedanken nachzugehen erscheint durchaus lohnenswert. Ob nicht diese Sucht nach Selbstdarstellung mit dem Phänomen (und den geistigen Hintergründen) der "überall und allezeit auftretenden Propheten" (ja, wir dürfen es mal so nennen, auch wenn wir unbedingt darauf hinweisen, daß wir jede Apokalypse nicht als historische Zeitangabe, sondern als Querstand des Ewigen zur - historischen - Zeit, also als Einbruch des zeitlosen Ewigen ins Hintereinander des zerlegenden, nicht aber schauenden Erkenntnisvermögens, verstehen: "Der vorhergesagten Endzeit entsprechenden") zu tun hat, als mit sonstigen allen möglichen psychologischen Erklärungen.

Oh ja, nicht gerade Wohl jenen, die einmal für kurze Zeit (oder beschränkte Aufgabe) in die wirkliche Wirklichkeit geschnüffelt hat, die sie völlig überrascht hat, um sich dann "satt und wissensgeschwängert" in die Pension zurückzuziehen mit der Erkenntnis, er wisse nun überhaupt immer und überall, wo der Bartl seinen Most holt. Sie sind leider allzu oft die erleuchtetsten Propheten und eifrigsten Prediger.

Trotzdem lohnt es, die Lichtpunkte des Hausverstands zu suchen, die Höller bietet. Voila!

Übrigens - weiß der Leser, daß man die Philosophie des Katholizismus, also die inneren Verstandes-Grammatik weil denkerische Herangehensweise an Glaubensinhalte, früher stets "die Philosophie des Hausverstands" nannte? Vielleicht erinnert der Leser seinen Pfarrer daran. Daran, daß darauf die nach wie vor zuverlässigste, umfassendste, tiefste Philosophie, die im Rahmen des Katholizismus entwickelt wurde, der Thomismus, genau darauf aufbaut.

Woran es heute mangelt ist meist gar nicht, Einzeltatsachen zu erfassen. Da gibt es da und dort noch Hellsicht. Vor allem interessanterweise, aber keineswegs überraschend, oft bei einfachen Leuten. Und darin ist die Gabe, Gestalten im Zeitgeschehen zu sehen, ist vor allem bei Frauen (Männer brauchen Frauen zur Erdung, zum Rat in ihren Entscheidungen) entscheidend und bemerkenswert ausgebildet, auch heute! Manches Gejammere ist nicht berechtigt.

Manchen Mangel an Vernunft in der Gegenwart empfindet man nur, weil man auf die Menschen im nächsten Umfeld nicht wirklich hört, nicht wirklich hinsieht. Der VdZ hat sogar den Verdacht, daß DAS den eigentlichen Vernunftmangel der Gegenwart begründet: Wir hören nicht mehr auf den Nächsten, wir sehen nicht mehr hin. Wir glauben nicht mehr, daß das uns Begegnende irgendetwas mit der liebreichenden Hand Gottes zu tun hat, der uns auf die wirkliche Wirklichkeit hinweisen möchte. Als würde uns Gott völlig im Stich lassen.

Und das, werte Leser, ist doch das, was wir mit Atheismus bezeichnen? Nicht mehr zu glauben, daß das uns Begegnende, was uns wo immer es uns begegnet, irgendetwas mit dem Ansprechen durch Gott - dem Sein, in allem Sein somit zu hören! - zu tun hat. Wahrheitsfindung hat direkt, ja ausschließlich, mit dem Suchen des Seins im Erscheinenden zu tun!

Woran es heute mangelt ist also der Schlüssel zur Einordnung in einen Gesamthorizont, der jene Grammatik vorgäbe, in der erst Einzeltatsachen zu wirklichen Fakten würden: Und das ist ... der Glaube an den inkarnierten Gott, den innerhalb der Trinität in die Beziehungsgrammatik der Welt eingebetteten, real sein müssenden (!) Jesus Christus. Ohne den die Welt sich wie in einer Totalexplosion auflösen würde. Dieser Gott ist aber in allem Sein am Werk.



Und noch eine Portion Jürgen Höller, wem das erste Video noch nicht genügt (manches wiederholt sich allerdings), die der VdZ so nebenbei noch hörte, während er das Obige niederschrieb. Und wo er bei mancher Aussage die Ohren spitzte, weil der VdZ sie (im Einzelnen zumindest) nicht als falsch sieht.





*170520*

Sonntag, 22. März 2020

Hymne der Gleichschaltung

Die Radiostationen in ganz Europa spielen es angeblich rauf und runter. Schmalzig, dramatisch, sentimental. "You'll never walk alone." Die Zeitungen propagieren es - das "Lied der Coronaseuche", die Hymne des gemeinsamen Lebensgefühls. In dem 500 Millionen und mehr tun, was eine Diktatur nie so hinkriegen würde: Sie verhalten sich alle gleich, fühlen, denken, reden gleich, "wissen" gleich, handeln gleich ... und stehen alle - gleich - dem großen Bruder alleine gegenüber, gleich in der Angst vor dem anderen, der den Tod bedeuten könnte. 

Spielt es, singt es, aus den Fenstern, in die Höfe hinab, auf die Straßen hinunter, in Euren einsamen Zimmern, spielt es! Seid weniger allein in dem Gefühl, daß es Millionen gibt, die mit Euch gleich sind.

Die Hymne an den guten großen Bruder, der sich um uns kümmert, und alles wieder gut macht.




*200320*

Samstag, 23. November 2019

Das Umfassende geht dem Einzelnen voraus

Zu den Objekten der Natur, um die sich besonders leicht Katastrophenphantasien konstruieren lassen, gehören Korallen. Sie sind fest ortsgebunden, und sie haben aus sich heraus nur eine sehr geringe Fähigkeit, sich an verändernde Umweltbedingungen anzupassen, schon gar nicht rasch. Es besteht aber dennoch kein Grund zur Panik, und ihre Fähigkeit zur Regeneration selbst bei größeren Änderungen, die vorerst ihre biologische Tätigkeit beeinträchtigen, ist überall zu beobachten. 

Denn wie jüngere Studien zeigen, sind es nicht die Korallen selbst, die sich anpassen können, zumindest nicht rasch, sondern es sind die Symbiosen, die sie mit Bakterien eingehen. Diese sind es dann, die im Zusammenspiel mit den Korallen Veränderungen bewirken. Sodaß sie auch bei starken (menschlichen) Eingriffen in ihre Biosysteme (wie im Roten Meer) sich recht rasch adaptieren können. Zumindest trifft das Beobachtungen zufolge auf die meisten Korallenarten zu.

Aber vielleicht sollte unsereiner davon gar nicht überrascht sein. Denn wir wissen ja, daß jedes Lebewesen immer in einem umfassenderen biologischen Raum gesehen werden muß, nie nur für sich betrachtet werden kann. Es sind immer Biozönosen, Lebensräume, die ein Lebewesen definieren und in seinen Eigenschaften prägen. Es ist der Ort, und die Fülle aller Wesen rund um das, was sich als mehr oder weniger geschlossenes System präsentiert, in dem etwas Lebendes steht, das es zu sich kommen läßt. Kein Wesen ist deshalb nur für sich denkbar. Es ist immer und notwendig auf seine Umgebung bezogen, und diese auf es.

Ja, man kann und muß sogar sagen, daß es das Ganze eines stets in vielfältigen Schichtungen und Hierarchien definierten Raumes ist, das das Individuum hervorbringt. Wo man zwar nicht naiv von "Harmonie" sprechen kann, aber von Aufeinandergestimmtheit jedes lebenden Wesens sprechen muß. Wo das andere nicht verzichtbar und für sich stehend halt einen Raum ausfüllt, sondern immer aus dem Raum erst begreifbar und in einem unendlich komplexen Zusammenspiel dem Individuellen zum Leben hilft. Das betrifft den Menschen nicht weniger als die Korallen. Auch der Mensch braucht ja Bakterien, andere, fremde Wesen, um überleben zu können, man denke nur an die Verdauung. Der sterile, nur für sich stehende Mensch wäre nicht überlebensfähig. Denn er könnte mit der Welt nicht kommunizieren.

Das Konstituens (Ding) ist nicht ohne das Konstituierte (Raum und Zeit) - Ein Körper kann sich nicht konstituieren, ohne daß er mitseiende Körper hat, die ihm Maß geben.

Hans-Eduard Hengstenberg geht (mit anderen) deshalb so weit, daß er sagt, daß es ohne "Menschheit" keinen "Menschen" gäbe, ohne daß beides je existentiell trennbar wäre. Es braucht die Einheit vor der Individualität! Letztere geht aus der Ersteren hervor, und strebt permanent zu ihr zurück, weil es sonst nicht leben kann. Ja, dieses Streben ist das, was man Leben nennt. Ohne Wahrheit könnte kein Mensch bestehen. Auch wenn die Rückbindung an sie einen geistigen Akt braucht, denn das geht aus der menschlichen Natur (als hierarchisch gegliederte Geist-Seele-Leib-Einheit) hervor.

Denn das Allgemeine, das Universale, das Umfassende geht dem Individuellen ontologisch voraus. Letzteres ist dann lediglich die spezifische Ausprägung des Allgemeinen, die beim Menschen erst und nur über die Individualisierung stattfindet. Die selbst aber wiederum ohne allgemeinen Raum, ohne "Menschheit", gar nicht möglich ist, weil sich konstitutiv darauf bezieht.

Der Autonomismus, in dem der Mensch heute gerne gedacht wird, hat also gravierende, prinzipielle Fehler. Denn es gibt ihn in der vorgestellten (und propagierten) Form gar nicht. Und wo der Mensch entwurzelt, auf sich zurückgeworfen ist, geht er zugrunde. Wie jedes Lebewesen, auch die Koralle. Zum Bestehen als Individuum gehört notwendig das, was das umgebende Lebensfeld (als historischer Raum) zum Einzelnen selbst beitragen kann, soll und muß. Um wiederum es selbst zu sein. Die Welt ist also ein gigantisches Zueinander, das nur "als Welt" besteht, und nur "als Welt" dem Einzelnen Leben ermöglicht.

Doch mache man nicht den Fehler, das nicht nur zu abstrahieren, um es zu sehen, sondern dieses Abstraktum zum eigentlichen Handlungsobjekt des Einzelnen zu machen. Das wäre grundfalsch, weil eine Verdinglichung von etwas Geistigem und damit ein Kategorienfehler. Denn das Allgemeine "ist" nur durch das konkrete Einzelne, es ist also nicht Masse oder Vergemeinung. Es besteht nur real, durch seinen Ort und die Verwurzelung darin, in der sich Indivdualisierung erst möglich macht.

Aber wenn man einmal an diesem Gedanken Blut geleckt hat - die heutige Moral kapriziert sich nur noch auf Zusätzliches, also auf eine Erhöhung der Quanten, in allen Bereichen (man höre alleine eine gendergerechte Ansprache, lese einen gendergerechten Text, der schon durch die ständigen "-innen"-Zufügungen immer länger und alleine dadurch langweiliger wird - sieht ihn recht rasch hinter jedem Basch, äh, Busch.