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Freitag, 18. November 2022

Zerstörung der Hierarchien aus dem Prinzip des Heidentums

Die Komplexität der sozialen Beziehungen - also der Hierarchie - in den Gesellschaften des 17. Jahrhunderts war bereits so hoch, daß es selbst den höfischen Zeremonienmeistern und nächsten königlichen Beamten nicht mehrmöglich war, sie zweifelsfrei zu sortieren. 

Diese Probleme kamen aber immer dann zum Vorschein, wenn es um Begegnungen mit dem König ging. Denn von der "Sonne" ging alle Ordnung aus, und vom Platz in ihrem Angesicht das Prestige, die Stellung, aber - und das darf man keineswegs unterschätzen, ja es war sogar DAS entscheidende Moment - auch die Pflicht, was es zu beanspruchen galt, weil man es der ONTOLOGISCHEN STELLUNG SCHULDETE.

Man macht sich zu leicht lsutig über diese Probleme, und das ist mehr als bedauerlich, Weil es zeigt, daß wir den Sinn für das eigentliche Seinsordnung bereits weitgehend verloren haben. Doch genau darum geht es ZUERST in dem, was als "Kreuz" bezeichnet wird. Was is tman dem GEGEBENEN ORT schuldig! Der einem nie gehört, sondern der im Grund enru die Pflicht ist, in diesem ständigen ZUueinander der Weltdinge jene Dynamik in actu, also in "Betrieb" zu halten, aus der sich sämtliche weiteren Handlungen überhaupt erst erschließen. Nennen wir es der Einfachheit halbe IDENTITÄT.

Freitag, 3. Januar 2020

Der alltägliche Ödipus

Der Fall erregte enormes Aufsehen, nicht nur in den USA. Per 24. Oktober 2019 wurde er doch noch wenigstens halbwegs in ruhigere Gewässer geleitet: Ein Oberrichter im US-Bundesstaat Texas hatte entschieden, daß das Erziehungs- und damit Entscheidungsrecht, ob der 7jährige James Younger vom Buben in ein Mädchen "ge-trans-gendert" wird doch beiden Elternteilen zukommt, was die medizinischen Maßnahmen, um das durch der Mutter Willen in die Tat umzusetzen, wenigstens vorerst verhindert. 

Was war gesehen, das so viel Aufsehen erregt hatte? Eine Woche zuvor hatte ein Gericht in eben diesem Bundesstaat entschieden, daß das Entscheidungsrecht für die Geschlechtsänderung für James alleine der Mutter zukäme. Der Mann, der darauf bestanden hatte, daß sein Sohn ein Bub sei, dürfe zukünftig diesen nicht einmal mehr mit seinem männlichen Vornamen ansprechen. 

Die Frau hatte darauf bestanden, weil sich der Vater ihrer Ansicht, daß der Bub ein Mädchen sei, weshalb er nun mit Pubertätsblockern, Hormonen und späteren Operationen auch zu einem solchen gemacht werden sollte, widersetzt hatte. Die Mutter aber war überzeugt von der Richtigkeit ihrer Entscheidung, und ging zu Gericht. Schon mit drei habe der Bub Spielzeug bei McDonalds geliebt, das für Mädchen sei, war eines der überzeugenden Argumente. Der Vater erzählte hingegen, sie habe den Sohn schon früh mit "Luna" (dem nun auch ausgewählten neuen Namen) angesprochen, ihn in Mädchenkleider gesteckt, und die Geschichte erzählt, daß außerhalb seines Kinderzimmers ein böses Monster warte, das alle Jungen fresse.

Wie wahr, wie wahr ...

Jeff und James Younger - Photo lifesitenews
Immerhin, vor dem großen Pimmelfreßmonster hat Jeff Younger seinen Sohn James zumindest vorläufig bewahrt. Aber hat er ihn damit schon sicher auf die Schiene zum Mannwerden gesetzt? 

Denn der Fall ist zwar vorerst aus den Schlagzeilen. Aber er ist symptomatisch, und es sieht nur so aus, als sei er extrem, weil er gewissermaßen an den Ohren aus dem Sumpf gefischt worden ist, der uns bereits umgibt.

Aber die Maßnahmen, die Mütter setzen, um ihre Söhne (und meist sind es ohnehin nur einer, ein Sohn also) davor zu "bewahren", Mann zu werden, gehen viel weiter als es dieser Fall ausdrückt. Und sind viel alltäglicher, als dieser Fall meinen machen könnte. Die Kastration der Söhne ist vielmehr beinahe allgegenwärtiges Mittel der Frauen, gegen den Mann und das Männliche generell zu kämpfen. Das im großen Maßstab, draußen in der Welt, bereits bestens gelingt. Das Männliche wird heute generell als böse und nicht wünschenswert angesehen. Die Kastration der Buben ist kein Sonderfall, wie in diesem Fall aus Texas, wo sie nur expliziter wurde, sondern alltägliche Pädagogik. Vom Staat verhängte, und zur Gesellschaftsnorm aufgestiegene Kastration, sozusagen.

In einer Ehe aber dient es noch mehr dem Kampf der Frau gegen die gottgewollte Ordnung, dem Kampf um die Herrschaft. Und so stellt die Frau die Kinder (wie gesagt, meist ist es ohnehin nur noch eines) gegen den Mann auf. Das heißt bei Buben, daß sie die Vaterstelle ersetzen sollen, und zu kleinen Ehemännern der Mütter erzogen werden. Welche Machtstellung aber natürlich den Preis der Kastration nach sich zieht. 

Ödipus ist nicht einfach eine kluge Fabel der Griechen, es ist mitten aus dem Leben gegriffen. Und heute zum Programm geworden. Der Genderwahn ist nur einer seiner Ausdrucksformen. Seine Relevanz ist fast schon als Allgemeinregel zu bewerten.




Donnerstag, 30. Dezember 2010

Darwin'sche Kastrationswünsche

Fügt man die Untersuchung von Albrecht Erich Günther "Totem. Tier und Mensch im Lebenszusammenhang" - Ernst Jünger nennt das Büchlein eine kleine, feine Arbeit, und da untertreibt er mit äußerstem Understatement, denn Günther hat ein phantastisches und wohl vergessenes, aber bestenfalls von den Papiermaßen her kleines Buch vorgelegt - in ein psychoanalytisches Gesamtbild ein, so ergibt sich die frappierende Erkenntnis, daß die Evolutionstheorie Darwin'schen Zuschnitts ein Ausfluß ödipaler Vaterkastrationswünsche ist. (Und der von seinen Schwestern aufgezogene Darwin hatte einen Konflikt mit dem Vater, soviel steht fest.)

So wie jede wissenschaftliche Hypothese brachte Darwin (und parallel Marx) den Zeitgeist zum Ausdruck, wie er sich sogar in jedem, auch heutigen, Jugendleben Gestalt sucht: im Protest gegen die überkommene Gefügtheit des Lebens und der Kultur in Kategorien und Dimensionen, die zu einem stetigen Fließen von Gestalten im Rahmen von Gestaltsuche von reinen Prinzipien (bei Darwin: Überlegen) werden.

Gemäß dieser pubertären Rebellion, die ihre Suche nach gemäßer Gestalt von einem Aufweichen bestehender ausgehen lassen muß. In der Popularisierung dieser Weltanschauung, in der Transformierung in eine Daseinsgefühl (das als Ressentiment wertebestimmende Dimension erlangt, wie Max Scheler so schön zeigt), wurde nach und nach das gesamte Volk in diesem unreifen Stadium festgenagelt. Der populistisch, direkt politisch eingesetzte Darwinismus war eine Waffe einer solchen Grundstimmung, die sich im Kirchenkampf des 19. Jhds. ihr definitives Ventil suchte.

Von der Analogie mit dem seit dem späten Mittelalter alles über den Haufen werfenden Kleinbürgertum gar nicht erst zu reden. Denn der Darwinismus der Nützlichkeit ist ja blankes Abbild des Spießbürgertums, mit seiner Moral des Nutzens: tue, was auch der andere tun soll, damit Moral dir also nutzt.

(Und machen wir uns nichts vor, lassen wir uns vom Zentralismusstreben der Gegenwart nicht täuschen, wie er nicht nur die Kirche, sondern auch den Staat funktional-totalitär zu ersetzen sucht: weil sich dieser Antiautoritarismus, über den Totalitarismus, auf subtile Weise gegen den Staat gleichermaßen richtete und richtet, weil es ein Streben gegen jede Autorität ist. Als Usurpation von Macht, die auf dem Weg der väterlichen Struktur nicht erreicht wird. Totalitarismus ist der Weg der Muttersöhnchen zur Macht über andere, in der Form einer reformierten Mütterlichkeit als Weg sich doch zu sich selbst zu heben.)

Damit wurde die geistige Grundlage des Daseins der Dinge - Sein, Wesen und Entelechie (Gestaltnahme von vorausgehender Form) - und ihre materielle Existenz auseinandergerissen, entstand die scheinbare Notwendigkeit für die Menschen, sich zwischen simplem Materialismus, der den Anspruch "Wissenschaft" für sich und gewaltsam behauptete, und in Abwehr befindlichem bald fideistischem Idealismus (der aus dem Wissen erwachsen war, daß alles materiale Geschehen schöpferische Entwicklung und nicht richtungslose zufällige Abwicklung mechanischen Geschehens war) zu entscheiden, die nicht mehr vereinbar waren. Noch dazu, wo der abendländische Grundkonflikt ohnehin ödipale Archetypik hatte: und der Schöpfungsglaube mit der Vaterreligion des Judentums zusammenfiel! Antisemitismus und Evolutionismus sind ja nur zwei Seiten einer Medaille, sind nur historische Gestalten eines ungelösten, ersatzweisen Vaterkonflikts.

Und so hat sich den Menschen gleichermaßen der Weg zur Wissenschaft wie zur Religion verbaut. Die Folgen haben wir heute in vollem Ausmaß vor Augen. Religion war zum entzauberten Utilitarismus verkommen, während die Wissenschaft am Altar der Propagandistik verblutete, von welchem dem Volk verwertbare "Wissenshappen" zugeworfen wurden.

Die europäische Geistes- und Wissenschaftsgeschichte selbst ist ja seit dem 16. Jhd. eine einzige Rebellion gegen den Vater (und damit: Gott), so wie das Abendland eine Entwicklung zum Vater hin gewesen ist, den es dann in seiner Wende wieder mordete, und zeichnet eine allmähliche Regression auf die Ebene der Rebellion und Vaterdepotenzierung nach. Jeder Pubertierende erlebt sie, und findet heute keine weitergehende, ihn herausfordernde Umwelt mehr, sodaß er in diesem Stadium verharrt.


*301210*

Freitag, 17. Dezember 2010

Der subtile Ödipus

Eine versteckte Form der ödipalen Konfliktsublimation.

Die Lieblingsfigur von Lanz von Liebenfels - Äffling raubt Edelfau

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Adolf Hitler in spätfeudaler Pose
Wilfried Daim in "Lanz von Liebenfels - Der Mann, der Hitler die Ideen gab": Die Dämonisierung des Konkurrenten im Kampf um das Weib, unter Zuhilfenahme von Kastenbegriffen und -versuchungen (Rassenidee; spätfeudale Systeme wie Parteihierarchien etc.), ist eine Umsetzung des ödipalen Kastrationswunsches.

Gleichzeitig herrscht eine sublime Bewunderung der Feinde: wenn dem "Äffling" (dem Juden, dem Unterrassigen als dem kastenmäßig unterlegenen) die Potenz zugesprochen wird, das Edelweib zu verführen, dem Edlen wegzuschnappen. Entsprechend ja die Vulgärmythen (großes Gemächt, sexuelle Ausdauer und Raffinesse). Ein Volksmythos sohin, der sich um ganz bestimmte metaphysische und tiefenpsychologische Konstellationen bildet.

Die Ausschaltung kultureller Gebote und Schranken (Inzestverbot, Aufhebung der eigentlichen Ehe durch Vielweiberei - übrigens: eine Grundidee auch von Karl Marx - und Ehelosigkeit (als "bürgerliche Repressionsform") oder Rasseideen ("Zuchtvorwahl"), welche Ideen einem gewissen nationalsozialistischen Ideenkern zuzurechen sind, lassen außerdem dem infantilen Typus eine "Chance", außerhalb üblicher Notwendigkeiten in den Besitz der Mutter zu gelangen.

Vaterhaß und -mord als Haß gegen tradierte Ordnungen, aber auch auf Abstammungen (s. u. a. das Verhältnis zum Judentum als "Vaterreligion" des Christentums und damit des Abendlandes) sind ja ohnehin zugrundeliegender Motivkomplex des Revolutionären.

***

Adolf Hitler in Ritterstiefeln (die sich durch ihre Funktionslosigkeit als Standespositivismus entlarven.) Der Revolutionär identifiziert sich mit dem umzustürzenden Vater, der tradierten Ordnung. Eine in jeder Revolution zu beobachtende Erscheinung.

Hitler haßte den Adel, das geht aus vielen Zeugnissen hervor, denn er war ihm kastenmäßig hoffnungslos überlegen. Aber insgeheim bewunderte er ihn, auch das ist offensichtlich. Und er kultivierte fanatisch manche der alten Tugenden (ohne es je zur Sittlichkeit zu bringen). Erst wurde ein neues Kastensystem geprägt, dem auch Hitler angehörte - die Volksgemeinschaft, in zweiter Linie (in vielerlei Hinsicht heute stets überschätzt!) die Rasse. So, in dieser eingeebneten Umwelt, wurde der Weg für ihn - und zahllose Verlierer des Zusammenbruchs der Ordnungen - frei. Den nach herkömmlichen Methoden wäre er nicht nach oben gekommen.




*171210*

Montag, 13. Dezember 2010

Freitag, 16. April 2010

Mutter Kirche

Anne Parsons zeigt in ihrer bemerkenswerten (psychoanalytischen) Arbeit über den Ödipus-Komplex anhand der sozialen Gegebenheiten in Süditalien, wie eng die Haltung zur Kirche mit der Stellung der Frau in der Familie, und deren (ödipal bemerkenswert geprägtes) Verhältnis zu ihren Söhnen zu tun hat. Die Kirche, und vor allem die Gottesmutter Maria, sind für die Mutter Mittel, die Macht über die Söhne, ohne das Tabu zu brechen, zu bewahren.

Die notwendige Ablösung von der Mutter in der Pubertät, die stark vom sozialen Umfeld vorangetrieben und häufig über die Ehe hinaus für die Identitätsbildung konstituierend ist, passiert sohin über die in Unteritalien bemerkenswert spöttische Haltung der Kirche gegenüber. Vor allem wird die Kirche - sic! - der Unreinheit in sexuellen Dingen sehr gerne bezichtigt.

Der junge Mann aber muß sich, um erwachsen zu werden, von der Kirche ... abwenden. Religion und Sexualität, so Parsons, sind in den Augen der Süditaliener, nicht vereinbar.

Entsprechend sind die Probleme mit der Kirche in den Verhältnissen zur Mutter zu suchen. Und weil genau das nicht möglich ist, hat die Kirche derzeit "unlösbare" Probleme - es ist nicht möglich, weil sie, in der überwiegenden Mehrzahl ihrer Repräsentanten, von einer Massenpsychose befallen ist, und deshalb den wahren Ursachen des Problems auf unnachahmliche Weise ausweicht.

Mich hat einmal vor vielen Jahren ein hochgestellter Kleriker gefragt, warum ich denn meine, daß es in der Kirche - das Problem war also viele Jahrzehnte bekannt - so viele Homosexuelle gäbe. Die Antwort liegt genau dort - im selben Bezirk, wo das Problem Homosexualität selbst liegt: in der Identitätsverweigerung, in der psychotisch gewordenen Beziehung zur Mutter, als Gewissensherrscherin, der zu "entfliehen" nur durch "so werden wie" möglich wird.

In kaum anderer, lediglich selektiv moralisierter Form, betrifft es die "Muttersöhnchen", die in der Nachkriegsgeneration zum Standardtypos des vorzufindenden Mannes in der Kirche geworden ist, oder umgekehrt.

Und in der Gleichsetzung dieser "Nicht-Männer" mit Kirche liegen fast sämtliche übrigen Probleme, die gemeiniglich als "Glaubensschwund" bezeichnet werden - und seltsamerweise ... von einem wahren Boom an agnostischen, esoterischen Lehren gekennzeichnet sind. Lehren und Systeme, die es ermöglichen, der eigenen Mutter (als überliefertem Werterepräsentanten) auszuweichen.




*160410*