War ich ergriffen, als ich nach Eisersdorf an der Biele kam, das heute Zselezno (stimmhaft gesprochen, ist das "Schelesno") geheißen wird? Es liegt in einer unglaublich üppig wirkenden, tiefgrünen, aber nicht sehr gepflegten Senke nahe Glatz an der (kleinen, der Grafschafter) Neiße, das in selber Transponierung Klotzko (sprich hier "Gwotzko") genannt wird.
Ich war viel nüchterner, fast kalt im Inneren, als ich im Sommer 2016 vor der schlichten und in seinen Anfängen weil vom Baukorpus her erkennbar gotischen, nun in frischem Geld des Spätbarocks gehüllten Dorfkirche stand. Die ich von den Erzählungen der Mutter her inhaltlich, von alten kleinen Schwarz-Weiß-Photographien (mit diesem ausgefransten Rand, Sie kennen das) kennen sollte. Aber wie anders wirkte nun alles.
Auf den Bildern hatte sie nie so wenig barockisiert gewirkt. Diese Neigung zum Kitsch, die auf die heutigen Menschen hatte warten müssen, war typisch. Und erst im späten 18. Jahrhundert über das Alte gelegt worden, als der olle Fritz den bekannt starrköpfigen Glatzern den Glauben lassen mußte.