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Mittwoch, 17. April 2024

Über das immer gleiche Grundlegende

 Man muß die Art dieses Priesters - der sich noch dazu "Pter Rupi" nennt; geht es noch aufdringlicher "pastoral"?  als durch diese vermeint "jobiale Art? - nicht mögen. Die mich fast abgehalten hätte, mir jenen vortrag über die Eucharistie, über den ich gestolpert bin, läner als die erste viertelstunde anzuhören. Aber dann kam sie, die Substanz, dann kam sie, die geistige Tiefe, und dann habe ich mir noch weitere Vorträge von ihm angehört. Und ich muß sagen ... sie sind empfehlenswert. Nicht die Art, die würde ich noch einmal kräftig überdenken. Aber die geistige Tiefe, die der Mann da vermittelt, und die die Tiefe der Kirche tatsächlich aufzuschließen beginnt. 

theologische Vorträge?  Ich habe shc9on bei der Arbeit meinem Roman über die Türkin (Arbeitstitel "Yildiz") soweit abgeschlossen. In der mir aber die Parallelen der Ebenen (Ehe, Liebe von Mann und Frau, Priestertum, Sakramentenlehre der Kirche usw.) förmlich in den Schoß gefallen sind. Denn das Schreiben hat sie mir förmlich geliefert. Es war alles eine Wirklichkeit, udn sie läßt sich auf doieser Ebene mit fast identen Worten beschre3iben. Über die Liebe von Yildiz zu schreiben war deshalb immer mehr eine theologische Meditation geworden, und die Haltugn dieser berückenden Frau, dieser wunderbaren Frau aus der hintersten Türkei, wurde mir als die Haltung der Gottesmutter immerdeutlicher. Auch wenn natürlich Yilidiz nicht ohne Erbsünde geboren ist, und deshalb mit anderen Dingen zu kmpfen hat als die Jungfrau Maria, so ist ihre Grundhaltung ein und dieselbe, ist ihre Liebe unter derselben Kategorie zu begreifen.

Sonntag, 18. April 2021

Nur die Ebenen, die man sucht (3)

 Teil 3) Und dieser Punkt ist der des Essens.


Den definitiven Hinweis verdankt der VdZ den Schriften der Heiligen Hildegard von Bingen, der ihm einige Gedankenfäden, die er seit langem verfolgt, erstmals zu verknüpfen half. Denn die Nähe des Verdauens zum Erkennen ist ihm schon lange klar. Hier geht es aber ums Essen. 

Hildegard weist darauf hin, daß das Essen der verbotenen Frucht notwendig war, weil nur so die Herrschaft über den Menschen möglich war. In der Transformierung der Galle, diesem Zentrum des Geistes im Menschen. Das vor der Sünde wie ein Diamant strahlte, sodaß sich der Mensch aus diesem Grunde nicht als "nackt" wahrnahm. Weil seine gesamte Wahrnehmungsebene das rein Materielle überstieg. Er sah nur den Glanz des Himmlischen, das durch seine Galle, die dafür stellvertretend steht, ausgestrahlt wurde. Nach der Sünde fehlte dieser Glanz. Deshalb nahm sich der Mensch mit einem Mal als "nackt" wahr. 

Das Wesen der Schöpfung ist nunmehr, daß eines vom Selbstopfer des anderen lebt. Leben also über eine Trägerschaft - stellvertretend, nicht "materiell", also nicht magisch! nicht als Funktion, sondern in Eingebettetheit in Haltungen des empfangenden Wesens (Mensch, Tier etc.) - weitergegeben wird. Damit wurde auch die Sterblichkeit über ein Irdisches, die Frucht vom verbotenen Baume, vermittelt. Dieser Akt des Essens war also entscheidend, und die Versuchung der Schlange bezog sich ausdrücklich darauf: Eßt! Dann werden Euch die Augen aufgehen.

Das heißt NICHT, daß jeder Apfel diese Wirkung hat. Das heißt nicht einmal, daß die Apfelsorte (sagen wir es der Illustration wegen so simpel) des verbotenen Baumes diese Wirkung hatte. Es war die Eingebettetheit in eine geistige Wirklichkeit, die im Verstoß gegen den Gehorsam über die Materialität des Apfels real vollzogen wurde.

Somit wird auch das himmlische Leben (noch einmal: im Materiellen stellvertretend, als Zeichen!) über die Hostie weitergegeben (und nicht ohne sie! Jesus sagt ganz klar: Wer mich ißt ... Wer nicht, der nicht! Aber auch diese irdisch-wirksame Wirklichkeit, die einer Verbindung von Himmelsgeist und Schöpfung entstammt wie gleichkommt, ist ebenfalls keine Technik. Sie ist von einem Ordnungsgefüge abhängig. 

Weshalb es lächerlich ist darüber zu diskutieren (wie es der VdZ mehrmals erfahren hat), ob auch ein Laie "gültig konsekrieren" kann. Weil es auf diese Ordnung ankommt. Und die ist durch keine Materie zu ersetzen, oder auf jene zu reduzieren. Und zwar auch nicht in umgekehrter Richtung, in "Geist ohne Trägermateria" (wie es die Gnosis behauptet, um sich von der haptischen, realen Hierarchie der Kirche, also der Realität der Ordnung zu emanzipieren).

Aber nun wird auch klar, warum im Schamanismus gegessene Früchte (meist Pilze) zur "Verbindung mit dem Jenseitigen der Geisterwelt" (oder wie immer man es nennt, wie gesagt, sämtliche Begriffe im Schamansimus bleiben nebelhaft und ungeklärt, also ohne Philosophie und Logik, aber mit viel "Narrativ") eine so große Rolle spielen. Meist wird erst über Gegessenes das "Spirituelle" in den Schamanen real, die sich über Gegessenes (Psychedelika) mit der Geisterwelt verbinden (wollen).

Hierin eine Ahnung der Bedeutung des Essens für die Himmelsmechanik in der Welt des Geschaffenen zu erkennen, ist nicht schwer. Und sie ist so alt wie die Menschheit, weil sie auf deren Erinnerung ans Paradiesische zurückgeht, also an die wahre, wirkliche Wirklichkeit, wie sie dort noch zu erkennen war (aber mehr und mehr ins Vergessen absank; je länger die Menschheit davon entfernt war, desto rascher und vollständiger wurde vergessen, desto mehr also auch verändert, verbogen und verfälscht.

Aber das Opfer, das als Akt erst ein selbstloses Schenken (bei manchen Völkern sogar im Akt des Vernichtens - man denke an manche Form des Potlatch - deutlich gemacht) an Gott war. Und schließlich, in der Hitze des Ewigen Feuers verwandelt, als Himmelsspeise zurückerhalten und im Opfermahl verzehrt wurde. Als dem wahrlich Gemeinschaft (in Gott) stiftenden Mahl, das zum Lebensquell des nun folgenden Alltags wurde (als Sonntag).

Aber es ist im Schamanismus eine Ahnung, die ins Selbstherrliche übergeleitet wird. Weil am Fuße des Schamanismus eben die Gnadenverhinderung selbst steht ... der Hochmut des Subjektivismus als Selbstvergötterung. Im Götzendienst des Mechanistischen, in dem der Welt ihre Würde genommen wird. Damit im Aberglauben.


Samstag, 17. April 2021

Nur die Ebenen, die man sucht (2)

*Teil 2) Anmerklicher Exkurs zum Schamanentum,
und zur Bedeutung des Essens


*Der Schamanismus ist übrigens auch in Sibirien, wo er sehr häufig war und ist und worauf sich auch im Film einige als legitimierende Referenz beziehen, keineswegs überall gut gelitten; vielfach werden Schamanen von den Ureinwohnern nicht nur abgelehnt, sondern sogar als Schadobjekte gesehen, die es auszutilgen gilt. Übrigens spricht noch das Theologische Lexikon von 1892, auf das der VdZ gerne zurückgreift, weil es so universal die Begriffe aufarbeitet, davon, daß der Schamanismus auch in Ungarn ein virulentes Problem ist. 

Der allen Aufklärungsversuchen widerstanden hat, und unter der Oberfläche vor allem in Mittel- und Ostungarn, also in den weiten, eher dünn besiedelten Hügel- und Pusztaregionen eine große Rolle spielt. Was sich mit der Beobachtung deckt, die sich sehr logisch entwickeln läßt, daß Völker der Steppen zum Pantheismus und Panentheismus neigen, und also zum Subjektivismus, aus dem sich das Schamanentum speist. Und tatsächlich ist der VdZ auch hier bereits Schamanen begegnet, die sich (wie immer) an ihn wie Kletten geheftet haben, um ihn zu versuchen und zu plagen. Gegen die Tatsache, daß sich heute Schamanen vor allem aus den Großstädten erheben (und dann erst aufs Land ziehen) - Großstadt und leere Ebene sind Synonyme. 

Nicht weniger als die damit einhergehende, fast unausbleibliche Selbstüberhebung: Arroganz, Hochmut (in ihrem bevorzugten Gewand, der selbst diagnostizierten Demut der Selbstauflösung) und der Schamane sich zum Priester erklärt. (Ganz im Gegensatz zum "Priester" als Mittler, der über die konkrete Welt gerufen werden muß. Selbst der Gottmensch Jesus brauchte eine irdisch faßbare Sendung, was die Bedeutung des Propheten Johannes der Täufer begreifbar macht.

Denn Subjektivismus und schöpferische Existenz liegen im Habitus direkt nebeneinander. Der Künstler ist jene Materia, jenes irdische Gefäß, das sich der Geist sucht. Geist und (letztlich materielles, dingliches, irdisches!) "Jenseitiges", auf das sich der Schamanismus bezieht (das nie, und das sagt ja alles, von der Empfindungsebene getrennt werden kann, während es - durch die Irrationalität - geistig nicht geordnet werden kann, das Einströmen als immer zufällig und damit, was denn sonst, dämonisch wird) sind aber ontologisch diametral entgegengesetzt.

Und deshalb durch eine Haut getrennt, die nicht durchlässig zu halten nicht immer leicht ist. Gerade heute, wo der öffentliche Diskurs völlig von der Stringenz der Wahrheit entfernt, ja letztere zum Todfeind erklärt hat, können viele Künstler sie nicht halten. Weil ihnen das Messer des Geistes fehlt, das in diesen Zeiten schon in den Fundamenten scharf wie eine Rasierklinge sein muß. Weshalb unter den wirklich Klugen die Meinung nicht selten ist, daß in solchen Auflösungsperioden nur noch der Schriftsteller als Prophet weil Dichter steigen kann, darf und sogar muß. Während der VdZ feststellt, daß unter den "Kollegen im Fach" das Esoterische, Magische, Irrationale zur wirklichen Pandemie wurde.

Man findet aber die Geister, die man sucht! Und sie finden sich auf jenen Ebenen, die man selber aktiviert hält. Und das ist eine Frage des Teilhabens an der personalen Wahrheit.

Wollen wir dennoch auf einen Punkt noch näher eingehen. Der sich im Schamanismus methodenhaft findet, also prinzipiell falsch ist, weil technisch aufgelöst, damit Magie wird, die das Transzendentale beherrschen will. Ein Widerspruch in sich, weil die Grundhaltung für das Einströmen des Geistes diesen prinzipiell verhindert. 

Morgen Teil 3) Und dieser Punkt ist der des Essens.


Samstag, 3. April 2021

Gedankensplitter (1074)

Was theologisch eindeutig ist, was philosophisch eindeutig belegbar ist (denn Philosophie kann nur hinweisen, verweisen, sie kann die Wahrheit selbst nicht definieren, ist im wahrsten Sinn Magd, werkzeuglich, dienstlich) findet sich im alltäglichen Glaubensleben kaum noch. Und wo es in formalen Fragmenten noch da ist, wird man das Gefühl nicht los, daß es nicht mehr wirklich geglaubt wird, die befruchtenden Wurzelwasser also bereits fehlen. 

Gerade bei sogenannten "Traditionalisten", wie sich die Besucher der "Alten Liturgie" gerne nennen, ist der Hochmut die vielleicht häufigste Erscheinung. Glauben wir wirklich (noch), daß alles, buchstäblich alles, und das heißt: Alles Geschichtliche, alles Seiende, alles was ist (indem es auf Gott zu isset), von diesem Gott am Kreuz abhängt?

Die gesamte Evangelisierung Europas hat sich jedenfalls darum gedreht: Glaubten die Heiden, die in diesen unseren Ländern gelebt haben, unsere (damals noch nicht, heute nicht mehr bekehrten) Vorfahren also, daß alles von der Erlösung durch den am Kreuz hingeopferten Gottmenschen abhängt. Glauben wir's? 

Kein Gutmenschentum, keine noch so "gute" Tat hat Wert, wenn sie nicht durch das Lamm Gottes vor Gott getragen ist. Da spürt man im Grunde nix, das geschieht geistig, im ontologischen Gefüge der Welt nämlich. Es geschieht mit dem Schlüssel, dem Gehorsam als Aufgabe jedes Eigenwillen in der Hand, in der Herzenseinigung mit Jesus, in diesen wir dann hineingenommen wurden und werden. Ein Akt, der im realen, also real geschehenen Schritt der Taufe angelegt sein muß, und nur deshalb möglich wird. (Von der Begierdetaufe mag ich nicht reden, sie ist zum einen vermutlich extrem selten, wenn auch im Sterbeprozeß möglicherweise recht häufig, auf daß der Liebe Herrgott seinen Himmel vollkriege,)

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Das sogenannte "Neuheidentum", mit dem wir es heute zu tun haben, ist immer von Hochmut getragen. Als Verweigerung des Gehorsams. Aber vor allem - aus Angst! Es ist deshalb eine Flucht vor der eigenen Schuldhaftigkeit, und seine Liturgien sind immer Handlungen, die den Teilnehmenden das Selbstgefühl der Geheiltheit und Erlöstheit vermitteln. 

Wie viel es doch dadurch mit Protestantismus und allen diesen evangelikalen, pfingstlerischen Charismatismen, die auf erschreckende Weise bereits das Katholische durchfault haben, zu tun hat. Die von demselben Subjektivismus (das Gefühl als Grundlage des Urteils) ausgehen.

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Nur in der Not wird es noch eindeutig. Da beginnt der Mensch wieder zu erwarten, zu hoffen, auch weil ihm das, was ihm fehlt, zu deutlich vor die Augen steigt. Umso leerer und irrelevanter wird die Losung der Aufklärung. In diesem Liberalismus spielt sich da gar nichts mehr ab, wenn es drauf ankommt. Man sieht es doch mit dem Krückstock - wenn es drauf ankommt, werden die einen Liberalen runzeldifutz um des einfach sonst nicht kommen wollenden Bessern willen zu Diktatoren, die anderen schießen sich eine Kugel durch den Kopf, und der größere (aber verschwiegene) Rest bekehrt sich endlich. 

Und ist froh, nicht mehr pausenlos gegen sich selbst Wache stehen zu müssen. Sagt adies zu dieser Seinsschwächung, in der ihm die Welt verborgen geblieben ist. Weil sie im Liberalismus zum nutzigen Putzfetzen wird. 

Vor allem aber weil Seinsschwächung nicht einfach einen fundamental anderen, rationalistischen Zugang zur Welt als "das andere" bedeutet, wie vom Liberalen behauptet, damit er als Weltanschauung auch ernst genommen wird (und nicht nur als gar nicht definierbare Legitimierung seiner Willkür und Begierde; rede man doch mit Liberalen! Jeder Liberale hat eine andere Anschauung, je nach subjektivem Bedarf eben, sondern ein "anderes", dem man Autorität geben müßte, um es im Staunen als Ganzes inhalieren zu können, gar nicht mehr kennt.

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In Wahrheit ist die Frage, wie Gott aussieht, wie der Gottessohn aussieht, eine Scheinfrage. Ich bin sicher, daß wir es wissen. Daß wir deshalb augenblicklich, wenn er vor uns steht, wissen, daß DIESER DA GOTT IST. Und zwar aus seiner Gestalt! Aus seiner Erscheinung! Als Objekt der körperlichen Sinne, sozusagen (die freilich ohne Geist blind und taub), bloßes "Geräusch" bleiben.

Siehe Cochlea-Implantat bei Säuglingen, die nur "Rauschen" haben, also keineswegs "hören" - bleiben.

Sodaß alles unser Verhalten auch eine direkte Antwort auf das ist, WAS WIR KENNEN. Weil wir es sehen. Weil uns die gesamte Schöpfung so deutlich von Gott erzählt, ihn darstellt, ihn in seiner Charakteristik erkennbar macht, ihn durch das von Gott ausgegangene Wort ("Name") von Mensch zu Mensch weitergegeben, uns dieses geistige Sehen von Anfang an gegeben hat. Das wir prinzipiell nur im Empfangen uns "aneignen" können, auf das wir also nicht selber kommen können. 

Erkenntnis ist also völlig anders, als die Aufklärung behauptet hat. (Und nach deren Vorgabe die sogenannte "Naturwissenschaft" seit hundertfünfzig, zweihundert Jahren sucht - ohne diese je bestätigt gefunden zu haben, ohne, daß man der Logik Gewalt antut und vor allem in frei erfundenen Legenden, im behaupteten autoritativen Range des Mythos, ausweicht.) 

Erkenntnis ist eine über das gegebene Wort geschenkte, geschenkhafte und gewährte Teilhabe an der Wahrheit als Grundstruktur und vor allem -grammatik, als dem lebendigen, letztlich und in der Wahrheit vom Heiligen Geist getragenes weil letztlich innertrinitarischem Zueinander als Grammatik der gesamten Schöpfung, ja des Kosmos. Sie ist insofern also "dialogisch", weil sie den Rahmen wie Boden der persönlichen Beziehung zur Wahrheit selbst braucht.


*240321*

Mittwoch, 17. Juli 2019

Diese Irrtümer waren es, die verbreitet wurden

Hugh Owen, Vater von neun Kindern, in einem bewegenden Vortrag über den fatalen Irrtum des Evolutionismus. Den er in dem Rang deutlich macht, den er hat: Als die katastrophalste Wurzel des Zusammenbruchs der Kirche und des Glaubens. Wenn die Gottesmutter in Fatima 1917 davon sprach, daß Rußland seine Irrtümer über die Erde ausbreiten werde (wenn es nicht dem Herzen Mariens geweiht würde), meint NICHT den Kommunismus. Sondern diese Warnung meint die Ausbreitung des Evolutionismus, der die Welt auf eine materialistische Basis zu stellen beansprucht. Wenn aber die Welt nicht mehr aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen ist, bricht alles zusammen, was überhaupt noch Glaube sein kann. 

Es ist auch kein Zufall, daß Maria 1858 in Lourdes erschienen ist. Genau ein Jahr bevor 1859 "Origin of Species" von Charles Darwin veröffentlicht wird, sagt die Gottesmutter, daß sie "die unbefleckte Empfängnis" sei. In diesem Satz allein ist das Mysterium der Schöpfung selbst enthalten und erklärt. Es geht um nichts anderes als um die Frage, ob eine Zweitursache "Substanz" hervorbringen kann. Und in dieser Frage ist gleichermaßen die Frage um die Transsubstantiation enthalten. Die das Verhältnis von Materie zu Geist zeigt. Wer deshalb an die Evolution glaubt, KANN gar nicht an die Realpräsenz glauben. 

Und tatsächlich ist der Glaube daran regelrecht verschwunden, auch innerhalb der Kirche, während der wahre Köhlerglaube "Evolution" bereits mehreren Generationen als "sichere Wahrheit" eingebläut wurde. Deshalb erhält man auch die aggressivsten Reaktionen, sobald man diese "Wahrheit" anzweifelt. Wer das glaubt, dem fehlt aber der grundsätzliche Schlüssel, wie eine Materie (Brot und Wein) vom Geist auf eine Weise durchdrungen werden kann, die sie zu einer neuen Substanz machen. Das ist zugleich das Schöpfungsgeheimnis. In der Eucharistie ist somit auch die Grammatik jeder Physik (und Kosmologie) enthalten. Wer Materie verstehen will, wird nur aus dieser Grammatik heraus fündig. Wer es fassen kann, der fasse es.

Evolution als "wissenschaftliche Theorie" ist aber pure Spekulation und richtet mittlerweile auch einen katastrophalen finanziellen Schaden an, weil es die gesamte Naturwissenschaft in die Irre leitet, unfruchtbar macht, ja irrelevant: Sie hat keine Aussagen zur Welt, sondern nur noch Mythologien. Nichts davon ist belastbar "wissenschaftlich bewiesen", und die Theorie ist so "elastisch", daß alles (und nichts) damit erklärt werden kann. Sie ist aber die "Mutter" einer Entwicklung in der Wissenschaft, in der "weil etwas so sein muß wie es nicht sein darf" ganze Weltbilder und -anschauungen "begründet" werden, die nur ein Ziel, nur eine Motivation haben: Die Menschheit von Gott loszureißen.

Aber die Welt ist in ihrem An-sich ein Wunder. Und jeden Augenblick dasselbe Wunder des liebenden Willens des reinen Geistes, von Gott, dem Sein, der Wahrheit, dem logos. Dem Wort am Anfang. Aus dem alles lebt und existiert, allein lebt und existiert, und als Welt eine Analogie bildet. Und in den Tod, ins Vergehen fällt, sobald es sich vom Sein, vom logos losreißt. Alles ist nur seiend, "isset" nur, weil und soweit es sich diesem göttlichen Willen, den jeden seiner Gedanken darstellt, öffnet.

Nicht einmal gegen die "sieben Tage" der Schöpfung läßt sich sachlich handfest argumentieren, wenn man nicht zuvor bereits andere metaphysische Theorien und Mythen ("Big Bang" etc.) ansetzt. Nirgendwo in der Natur läßt sich ein Sieben-Tage-Rhythmus feststellen. Und doch richtet sich die Menschheit überall und zu allen Zeiten nach dieser Einteilung. So stark, so fundamental, daß mehrere Versuche - in der Neuzeit in der französischen Revolution ebenso wie im Kommunismus - die Zeit anders (nach dem Dezimalsystem) einzuteilen, "rational" zu machen, scheiterten.








Dienstag, 2. November 2010

Ehre Deine Ahnen

Es geht im vierten Gebot nicht einfach um das leibliche Wohl der leiblichen Eltern. Es geht, schreibt Tomberg, um das Gegenwärtigsetzen des Ewigen, das jeweils neu geboren werden muß, und das in der Vergangenheit liegt. Als unsterblicher Geist, voller Fruchtbarkeit und Willen zur Befruchtung.

"Du sollst Vater und Mutter ehren"

Darin liegt auch der Sinn des "Tut dies zu meinem Gedächtnis", das kein simples "Erinnern" ist, sondern eben ein Gegenwärtigsetzen, ein Lebendigmachen. So wird jeder Moment neu aus dem Anfang, aus dem immer Gültigen, in dem alles enthalten war - und ist. Die so auf uns gekommenen Gebote und Regeln, noch mehr aber der Geist der in ihnen enthalten ist, ermöglichen uns das Leben:

"auf daß Du lange lebest, und es Dir wohlergehe auf Erden."

Das ist zugleich das Geheimnis jedes Sakraments, weil es die Welt begattet, und gebiert!

Darin gründet auch die Grabespflege, die Achtung, die den Vorfahren entgegenzubringen ist. Was sie aktualisiert hatte, das nur können wir ja aufgreifen, nur das ist uns erkennbar - und so leben wir im Heute aus dem Gestern.

In welchem Geist Auffassungen existieren, die in einem fortwährenden Fortschrittsfluß gesehen das Gestern entwerten, als minderwertiger als das Heute, noch mehr aber als das Morgen sehen, mag der Leser entscheiden.

Nur wer die Tradition in Ehren hielt, konnte in Athen ein öffentliches Amt bekleiden - und man schaute das zu prüfen nach, wie die Grabstätten seiner Vorfahren gepflegt waren.





*021110*