Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Montag, 12. August 2024
Vom Irrtum des Lobes, und von der Seltenheit des Genies
Sonntag, 27. November 2022
Den Blick aufs Gute gerichtet
When I'm worried and I can't sleep, I count my blessings instead of sheep. And I fall asleep counting my blessings.
When my bankroll is getting small, I think when I had none at all. And I fall asleep counting my blessings
Freitag, 7. Oktober 2022
Abglanz und Spiegel Gottes
Wovon der Herz voll, davon kündet der in der Freude tanzende Mund. Denn wo das Herz voll des Lichtes, trunken vom absoluten Lichte ist, ist seine Tätigkeit unendliches Steigen und Fallen, wie der von den Lüften getragene Tanz der Schmetterlinge in der Frühjahrssonne.
Freitag, 2. September 2022
Am Anfang steht die Werterfahrung
Arbeit ist die Verwandlung von Natur in Wert. (Jean Baudreillard)
Samstag, 7. Mai 2022
Nur der Glaubende hat diese Evidenz
Diese alle könnten ersaufen in Gnadenerlebnissen - sie würden es dennoch nicht sehen.
Sonntag, 1. Mai 2022
Nur der Himmlische sieht den Himmel von innen (2)
Samstag, 30. April 2022
Nur der Himmlische sieht den Himmel von innen (1)
Sonntag, 24. April 2022
Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (5)
Mittwoch, 20. April 2022
Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (4)
Freitag, 25. Februar 2022
Warum alle Menschen GUT sein wollen (2)
Auch um zu sehen, wieviel von den Menschen in den Himmel einzuschmuggeln, und damit Gott (wenigstens ein bißchen) zu bescheißen versucht wird. Indem man nicht sein Leben um ein Sein und eine Wahrheit, sondern eine Wahrheit um sein faktisches Leben formt. Sodaß jeder Beitrag zu einem Disput zum "bene dicere", zum "Gut-sprechen", zum "heilig machen" wird, dem als Pendant das "Schlechtsprechen" des anderen gegenübersteht.
Donnerstag, 24. Februar 2022
Warum alle Menschen GUT sein wollen (1)
Allen geht es um die Demokratie (2)
Sonntag, 30. Januar 2022
Wo Rauch, da Feuer
Donnerstag, 6. Januar 2022
Epiphanie
"Erschienen ist die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes."
| Altar zur Epiphanie, Kirche am Kinzerplatz, Wien - Photo by M |
Aber sie ist als Teil seines Wesens erschienen, nicht wie es bei uns Menschen ist, als Akzidens, also als hinzugekommene Eigenschaft.
Mittwoch, 29. Dezember 2021
Merkwürden, wollten Sie das wirklich?
Montag, 15. November 2021
Gedankensplitter (1535b)
Sonntag, 14. November 2021
Gedankensplitter (1535a)
Montag, 6. September 2021
Si tacuisses (2)
Somit streifen wir am Problem der gesamten Dogmengeschichte. Die vor allem seit dem 19. Jahrhundert, als Gegenbewegung gegen den sich abzeichnenden Kultur-, Geistes- und Glaubensverfall, das Grundbesteck der Kirche befestigen wollte, damit es nicht verloren gehe. Damit aber hat man Aussagen in positive Formulierungen gepackt, die eine Eigenwirkung entwickelt haben. Wie die von der Unfehlbarkeit des Papstes, die zu einer "Verheiligung" (als Vergötzung) des Faktischen sämtlicher Päpste geführt hat, und zwar schon zu deren Lebzeiten, und niemand im Volk mehr weiß, was an päpstlichen Aussagen "total verbindlich" ist und was nicht.
Sogar ein Schisma ist diesem Umstand zu verdanken, denn damals haben viele die römisch-katholische Kirche verlassen (wie die Altkatholiken). Und Schisma ist eine ganz andere und wirklich schlimmere Sache, als die Häresie. Aber nun wurde kein Ausweg mehr gelassen, und viele haben auch heute mit dieser Aussage ein Problem, in dem sie sich vor die Entscheidung gestellt sehen.
Sonntag, 5. September 2021
Si tacuisses (1)
C meinte, es sei falsch, einfach falsch, zu sagen, daß es nur in der Kirche das Heil gebe. Warum er überhaupt auf diese Aussage kommt? Ich weiß es nicht. Und genau darin liegt das Problem: Hätte ich nicht den Eindruck, daß er diese "Weite" nur benützt, um seine eigene und mir überlegene Gutheit darzustellen, wäre alles so einfach.
Aber dazu müßte man den Unterschied zwischen einer positiven Formulierung und einer Wahrheit erkennen, die darin liegen kann, daß man etwas "nicht sicher sagen" kann. Wie es bei jedem Geheimnis der Fall ist.
Worauf jemand außer der Kirche hoffen will, ist mir bis heute nicht klar geworden. Weil er gut lebt? Was ist dieses "gut"? Ich habe es noch nie anders gesehen denn als platte irgendwie zeitgeistige "Wohltat", bei der mir einfach nicht klar wird, woran sie sich bemessen könnte. Außer - eben! außer! - bei seiner eigenen Gutheit.
Und hier beginnt auch das Problem. Denn das Handeln ist das Selbstvollziehen des Seins. Das heißt, daß jemand nur behaupten kann "gut" zu handeln, wenn er gleichzeitig damit sagt "Ich BIN gut."
Um diesen Zusammenhang von Heiligkeit und Gutheit weiß der Mensch. Deshalb ist die Aussage, "gut zu handeln", auch immer eine Aussage über die Heiligkeit.
Der "Gutmensch" ist also nicht einfach der, der gut handelt, der der meint sein "gutes Handeln" würde legitimieren. Er ist der, der sich klandestin für heilig hält. Wir haben deshalb nicht das Problem der "political correctness". Diese ist vielmehr vorgeschoben, weil das Handeln legitimieren und damit beweisen soll, weil der Zusammenhang gewußt wird.
Wir haben deshalb ein viel tieferes Problem, als ein moralisches. Wir haben das Problem, daß sich so viele Menschen als Heilige sehen.
Freitag, 9. April 2021
Beim Lesen von Gerhart Hauptmann
Kein Millimeter, der nicht voll der Welt und Wirklichkeit wäre, keine Betrachtung, in der sich nicht die ganze Welt öffnete, keine Wendung, die nicht im Spiel des Wirklichen die Freude der Wahrheit atmet, die sich im Text auftut, als stünden alle Fenster offen. Ach, könnte man es doch auch ...
Wie dumm dagegen jene erscheinen, die meinen, es gäbe einen methodischen Weg, "gut schreiben" zu lernen. Das Handwerkzeug der Beherrschung der Sprache steht jedem zur Aneignung offen. Und mir graut sogar gerade vor jenen, die so "gut schreiben", die so geschickt mit Worten und Wendungen umzugehen wissen. Die aber nicht einen Augenblick lang die Sprache hinter der Sprache mit sich führen, um die es aber ausschließlich geht. Selbst das Ungelenke, gar nicht so Geschmeidige vermag da noch mehr an Bedeutung zu haben, also alle diese Texte. Die einen heute in Massen umgeben.
Die Arbeit des Schriftstellers ist aber nicht die "am Text". Dort wird sie zu einer solchen nur - da muß sie aber auch stattfinden - als es beim Schleifen des Textes darum geht, ihn "gehorsamer" zu machen. Ihn dem wirklich Wirklichen, das er mit sich führen und ans Licht bringen soll, anzuschmiegen wie der Hand den Handschuh, dem Bein den Nylonstrumpf, dem Fisch das Wasser.
Nur insofern hat das Material (die buchstäbliche, werkzeugliche Sprache) seine Bedeutung, weil jeder Bildhauer weiß, daß die Gestalt einer Figur durch Weglassen, nicht durch Hinzufügen entsteht. Und daß sie im Material enthalten ist, sodaß das Schöpferische zur aufmerksamen Suche wird, wo die Wesenslinien des Materials liegen.
Die Arbeit des Schriftstellers ist die an seiner Haltung. An seiner Moral. An seiner Sittlichkeit. An seinem Selbstbesitz. Damit alles, was er in der Sprache an Material in Händen hat, dem von der innersten Seele ausgehenden Strahl des Wirklichen ins Wahre zu leiten vermag.
Wieviel Geschmeidiges, Geschicktes, "gut formuliertes", das von vorne bis hinten eine Lüge ist. Das ein einziges Täuschungsmanöver sein soll, um die Abgründe der eigenen Seele zu verbergen. Und eine Figur in die Welt stellen soll, die nur in jenen Scheinwerfern zu glänzen beginnt, an deren Positionierung und Funktion das einzige ist, woran der Schreibende wirklich gearbeitet hat.