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Montag, 12. August 2024

Vom Irrtum des Lobes, und von der Seltenheit des Genies

Korrespondenz über den Irrtum des Lobes, und über das Genie - G hat sich m. e. und bedauerlicherweise dann verstiegen, heute halte ich ihn für unerträglich. Er erzählt heute auch enorm viel Blödsinn, hat aber - wie ein Guru - eine große Fangemeinde. Aber die XY aufgedeckt zu haben ist zweifellos sein Verdienst, der am Anfang stand, aber dann durch seinen Narzißmus elendig abgesoffen ist. Lob und Erfolg zerstören rasend schnell, schon gar am Anfang eines Lebens oder eines Werkes.

Überhaupt ist Lob die gefährlichste Waffe, die es nur geben kann. Wenn man jemanden zerstören will, dann lobt man ihn über den grünen Klee. Kaum jemand verkraftet das, kaum ein Selbst, das nicht abhebt, und den Sinn für Wirklichkeit zerstört. Wenn ich mir die heutigen Jungen anschaue, schon gleich die Generation nach mir, da fängt das bereits an, dann ist das die Folge: Hochmut, totaler Zerstörung des Wirklichkeitssinns. 

Und warum? Weil man sie als Kinder und Jugendliche viel zu viel gelobt hat. Das gilt ja in der heutigen Pädagogik als die große Wunderwaffe, um das Selbst eines Menschen zu stärken. Was für ein Quatsch! Ganz selten, punktuell, kann man einen Menschen, der vielleicht am Boden liegt, an sein Gutes erinnern - loben. Ihm helfen, das Gute wieder oder überhaupt einmal zu sehen - in der Anerkennung. Aber selbst damit muß man bis zu Momenten geizen, wo es vielleicht um Alles geht, und jemandes Lebensdecke zu zerreißen droht. 

Ansonsten muß und kann jeder Mensch nur am Wirklichen satt und stark werden. und nicht selten, ja allermeist muß jeder gerade solche Phasen durchmachen, daß er den Glauben an sich verliert - und sich dann wieder auf das Wirkliche besinnen muß. So wächst sogar der Glaube, der Krisen und Niederlagen durchstehen läßt. 

Sonntag, 27. November 2022

Den Blick aufs Gute gerichtet

Wenn es mir nicht gut geht und ich nciht schlafen kann, dann zähle ich das, womit ich gesegnet bin - anstelle von Schafen.
When I'm worried and I can't sleep, I count my blessings instead of sheep. And I fall asleep counting my blessings. 
When my bankroll is getting small, I think when I had none at all. And I fall asleep counting my blessings
Man kann tatsächlich nicht genug davor warnen, sich an die Betrachtungen des Schlechten, Negativen zu binden. Es erkennen, es anschauen, ja es genau anschauenn- ja, das ist notwendig. Aber darüber hinaus zählt doch die (sehr thomistisch zu stellende) Frage, wie es dann aber sein kann, daß es die Welt überhaupt NOCH GIBT. 

Es muß also für Gott etwas geben, das es ihm wert erscheine läßt, sein Sein weiterhin an die Menschen mitzuteilen. Und das tut er tatsächlich - und er tut es in seinem realen Erscheinen unter uns Menschen. In jeder Heiligen Messe, in den Schönheiten er Kunst, in den Getragenheiten durch reales, fleischliches, blutvolles Leben. 

Freitag, 7. Oktober 2022

Abglanz und Spiegel Gottes

Wovon der Herz voll, davon kündet der in der Freude tanzende Mund. Denn wo das Herz voll des Lichtes, trunken vom absoluten Lichte ist, ist seine Tätigkeit unendliches Steigen und Fallen, wie der von den Lüften getragene Tanz der Schmetterlinge in der Frühjahrssonne.
A. d. Caraffa, De experientes

Zwar stimmt nicht, daß in der Vernunft (vorwiegend as Verstand aufgefaßt) Gott"zu sich" käme, wie Hegel es verstehen wollte. Aber es ist wahr, daß in der menschlichen Vernunft (als Ganzheit aus sittlicher haltung und rationalem wie klugem Begreifen) ein Spiegelbild Gottes in die Schöpfung getragen wird. In den Sinnen nimmt der Mensch an der Gestalt der Welt teil, indem er sie aufnimmt. Leidend, weil die Sinne leidend sind, also immer passiv, und im Prinzip immer unverfälscht.

Aus diesen Daten trägt der Mensch ein erst ungeordnetes, in der Vernunfttätigkeit aber dann geordnetes Wiederbild der Welt, die er sinnlich aufgenommen hat, in sich, und stellt es dann in der Sprache (das heißt in allen Formen von Sprache, die Künste sind hier nicht weniger eingeschlossen) aus sich heraus. Somit schafft der Mensch in seinem sittlichen Wiedergeben der Schöpfung eine "neue" Schöpfung. Damit sind wir am Höhepunkt der menschlichen Möglichkeit angelangt, bei der Kunst.

Freitag, 2. September 2022

Am Anfang steht die Werterfahrung

Der Sinn der Arbeit liegt in ihr selbst. In der Selbstüberschreitung, wird durch den Arbeiteden ein Stück Welt ("seine" Welt) aus dem Fluch der Erbsünde heraugeholt, und ins Licht des Schöpferischen gehoben. Damit ist ein ontologisch begürndetes, also im ganz tiefen, "prae-psychischen" Bereich des Menschen liegendes Erfahren von Wert verbunden, das im eigentlichen Sinn keine Bezeichnung hat. Obwohl es "Geld" bedeutet.

Darin gründet dann das Ding "Geld", die Münze, im Symbol für diese Wertschöpfung, und gründet damit im Opfer, durch den Priester quasi "vor Gott vernichtet".
Arbeit ist die Verwandlung von Natur in Wert. (Jean Baudreillard)

Samstag, 7. Mai 2022

Nur der Glaubende hat diese Evidenz

Immer wieder begegne ich Menschen, die (manchmal sogar tatsächlich mit einem gewissen Bedauern, so sieht es zumindest aus) die mir erzählen, daß sie zwar irgendwie schon glauben wollten, daß sie aber warteten, bis sie etwas erlebten, das sie dann so überzeugte, daß sie aus eigenem Entschluß auch Ja zu Gott sagen könnten. (Und schon gar: Zur Kirche, wobei diese Unterscheidung alleine schon den Kern des Problems anzeigt.) Aber das ist ein großer Irrtum. Man "erfährt" nicht Gott zuerst, und schließt sich ihm dann an!

Vielmehr ist die Begegnung mit Gott ein Äquivalent mit der eigenen Entscheidung für ihn. Das heißt, daß sich in dem Maß, als der Glaube begehrt und ergriffen wird, auch die Wirklichkeit erschließt, die dann als Reich Gottes erkannt und geliebt wird. Nie, behaupte ich, ist jemand DURCH ein Wunder oder ein außergewöhnliches Erlebnis zum Glauben gekommen, wenn er nicht im Grund ebereits die Entscheidung getroffen hatte. Und es ist ganz sicher ein Merkmal aller, die tatsächlich etwa außergewöhnliche Gnadenerlebnisse hatten, daß ihne das nie "Grund zu glauben" war, sondern je nur "Anlaß", ihrem Glauben (wieder) Raum zu geben. Die deshalb auch diesem Erfahren gar nicht den Raum einräumen, den er für andere hat, wie sie behaupten.
Diese alle könnten ersaufen in Gnadenerlebnissen - sie würden es dennoch nicht sehen.

Sonntag, 1. Mai 2022

Nur der Himmlische sieht den Himmel von innen (2)

Womit wir bei der ersten Sünde angelangt wären: Dem Neid - Wir sind hier unvermittelt auf ein real sehr wirksames historisches Wirmoment gestoßen. Denn in dem, was hier ausgeführt wird, hben wir auch den NEID vor Augen bekommen. Diese erste Sünde des Menschen ist ein Aufbegehren gegen diese Zuordnung der Sphären, die ein ontologisches Grundverfaßtsein der Welt bedeutet. Die aus der göttlichen Ordnung hervorgegangen ist (Trinität), die diese Ordnung also widerspriegelt, weil alles von sienem Schöpfer kündet: Das Geschaffene trägt die Grammatik des Hervorbringers, SOWEIT es als Geschaffenes eben seine Grenzen hat. 

Der Tisch erzählt vom Tischler, aber IST weder der Tischler, noch erzählt es ALLES über den Tischler. Von seiner Vorliebe für Flötenspiel ist nichts enthalten, höchstens in Spuren, als Aroma gewisermaßen, und für den, der einen gebildeten Geschmack hat, der also noch mehr Nuancen ausdem Tiosch erkennen kann. Wie also Gott in seiner ganzen Fülle ist, ist uns nie nachzuvollziehen, und zwr aus Prinzip nicht. Nur wo Gott Vater es dem Sohn bzw. durch diesen uns (imHeiligen Giest mit ihm geeint) mitteilt, ist es auch uns erkannt und erkennbar: Als Geoffenbartes.

Samstag, 30. April 2022

Nur der Himmlische sieht den Himmel von innen (1)

Dem Heiligen das Heilige - nur der Heilige begegnet Heiligem. "Und er tat nur wenige Wunder". Und der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Glaubt ihr denn immer noch nicht? Und würde ich noch so viele Wunder tun- ihr würdet doch nicht glauben.

Der Heilige zieht seine Welt an, und sie ordnet sich ihm unter, fügt sich somit dem Willen Gottes, der sich im Heiligen repräsentiert, anwesend, welthaft geworden ist. Aber das Nahe erstickt im Detailhaften, und hängt nicht dem Übergeordneten an. 

Es lebt somit nicht in der Welt des Geistigen. Ihm stinkt die Wundenbinde des Märtyrers, er sieht keinen Zorn des Heiligen sondern den des Griffs nach dem Ird'schen, weil ihm jemand widerspricht, und er riecht die Toilettabfälle nach dem Besuch des Gottes am Abortus. Er idealisiert dafür den (in seinen Augen) Heiligen in ein Bild, das nicht dem Unsichtbaren, also dem wirklich Wirklichen entspricht, das der Heilige wie alles Dingliche eignet, ja das seine eigentliche Wirklichkeit ist.

Sonntag, 24. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (5)

Sie haben es uns gelehrt, sie haben uns die Arbeitsteiliung beigebracht, und darin eingeschlossen das, was sich dann (bis hin) zu Handwerkstechniken, zu Pflanzenkulturen, zu Viehzuchtwissen, zur Verarbeitungskunde (Wein!) und damit Wissenschaft vom Leben selbst ausgebildet hat. In unseren Landschaften noch ganz direkt vor Augen und nachzuvollziehen, waren es also die Klöster, die ZUERST die wilden Landschaften unserer Länder urbar gemacht weil zu Kulturlandschaften umzugestalten begonnen haben. In deren Gefolge dann die einfachen Bauern standen, die sich den Plänen der Mönche nach und allmählich zu jenem Blumenstrauß des Bürgerlichen ausgefächert haben, wie wir Ältere ihn in der Erinnerung noch erlebt haben.

(Denn nach uns folgte bereits jenes Ineinanderfließen von allem zu jedem. Sodaß diese sintemalene Vielfalt - groteskerweise gerade in einer Zeit, wo VIELFALT an die Fahnen geheftet wird! - zu einer amorphen, ununterscheidbaren Masse wird, der es als Zerfallsprodukt in immer einfachere Ebenen des Geschöpflichen - wie ein Rückstieg vom Samstag aud den Freitag auf den Donnerstag auf den ... usw. - an spezifischen Eigenschaften natürlich bereits fehlt:

Kein Atom ist ein etwas "aus sich", sondern nur DURCH ÜBER-, es selbst EINBEGREIFENDES ANDERES, also durch den Ort, an dem es steht. Was erst wir dann RAUM nennen können. Der es dann ist, der es in Beziehung gestellt sieht. Und die ist es dann, die ihm die Distinktheit eines "etwas sein" gibt. 

Mittwoch, 20. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (4)

Noch einmal aber müssen wir hinter uns greifen, noch einmal die Basis jedes Weiterschreitens auf dem Wege der Beschaulichkeit (wir betonen hier das Wort, weil es das Kriterium selbst ist; wer es genau bedächte, hätte eine weitere Durchdringung gar nicht mehr nötig, er hätte den Gegenstand bereits durchdrungen) klären weil befestigend vor Augen stellen. 

Denn so viel Mißverstehen ist aus einem kulturellen Grundhabitus erwachsen, der alles technisch machbar sieht, was doch nur mit Zeit und Grundsatzentscheiungen ganz anderer Art erreichbar wäre. Im Speziellen soll hier das aufgegriffen werde, was wir als "esoterischen Griff" bezeichnen wollen. Den die Esoterik ist immer aus der Tatsache entstanden, daß der eigentliche Blick "hinter den Vorhang" eine so hohe Frucht ist, daß sie letztlich mit dem Gang zur Heiligkeit unlösbar vernüpft ist - diese Heiligkeit aber so hohe Opfer erfordert, die der Esoteriker nicht zu gehen bereit ist. 

Also versucht der den Weg "abzukürzen".

Freitag, 25. Februar 2022

Warum alle Menschen GUT sein wollen (2)

Das Gut-Sprechen, das Schlecht-Sprechen, und der Therapeut, mein Freund und Lehrer - Die Frage kann nur sein, ob der Weg, den er eingeschlagen hat, auch dorthin führt. Und hier setzt jede Auseinandersetzung mit der Wahrheit an. Und hier ist nicht nur der Bereich der Logik und der Selbsterkenntnis, sondern auch jener, der klar ausscheiden weil unterscheiden kann. In dem sich auch Irrtum und Lüge erkenne und ausscheiden läßt. 
Auch um zu sehen, wieviel von den Menschen in den Himmel einzuschmuggeln, und damit Gott (wenigstens ein bißchen) zu bescheißen versucht wird. Indem man nicht sein Leben um ein Sein und eine Wahrheit, sondern eine Wahrheit um sein faktisches Leben formt. Sodaß jeder Beitrag zu einem Disput zum "bene dicere", zum "Gut-sprechen", zum "heilig machen" wird, dem als Pendant das "Schlechtsprechen" des anderen gegenübersteht.

Donnerstag, 24. Februar 2022

Warum alle Menschen GUT sein wollen (1)

Eigentlich habe ich nicht damit gerechnet, aber die Welt ist groß. Denn während ich immer mehr gesehen habe, welche fundamentale Rolle das "Gut sein" bei allen Menschen spielt, hat die Psychologie so getan, als wäre das nur eine der vielen vielen Dinge, die man mit ein wenig Gequatsche und natürlich schön versteckt verursachtem schlechtem Gewissen (denn es wäre ja doch höchst fraglich, etwas zu tun, WEIL man gut sein wolle, und das heißt: Von einer objektiven Instanz als Guter Mensch gesehen werde) wegzuquatschende Nebenerscheinung der "Psyche". Die von solcher Psychologie (des Westens) ja ohne jede Substanz als bloßes Geplätscher im physischen Gehirn gesehen wird, das halt entsteht, wenn dieser physische Mensch mit der Welt zusammenstößt. Eine Seele selbst aber kennt diese Psychologie nicht.

Aber da ist dieses Faktum. Da ist diese Tatsache, daß es so vielen Menschen im realen Alltag darum geht, "gut dazustehen", als "gut" zu gelten. Fast niemand, der davon frei wäre.

In der Psychologie von Mary Nicholas aber habe ich erstmals eine "Richtung" gefunden, die sich genau dieser "Gutheit" widmet. Und sie einfach ernstnimmt. Ja die ihren immensen Wert für die Seelenstruktur er- und anerkennt. Also muß doch etwas sehr Fundamentales dahinterstehen?

Allen geht es um die Demokratie (2)

Gibt es einen Ausweg? Oder muß dazu gar jedes Eichkätzchen das Jesuskindlein sein. Gibt es also einen Ausweg der Vernunft? - Gibt es also den Griff nach unserem eigenen Haarschopf, an dem wir uns dann doch noch aus dme Sumpf ziehen können, wie Baron Münchhausen es vorexerziert hat? Gibt es eine Lösung?

Ich fürchte - nicht. Ich fürchte: Nein. Und zwar nicht nur, weil eine Begriffsklärung, die für ALLE wieder klar machen könnte, wohin wir sollten, wollten, und was wir deshalb korrigieren müßten, um wieder EIN VOLK, EINE MENSCHHEIT werden, wenigstens so halbwegs glücklich und zufrieden mit dem Leben, weil also so eine Begriffsklärung für unmöglich halte. Aus dem einzigen Grund, daß alle fürchten, daß eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu ganz anderen Lösungen kommen könnte, daß am Ausgang einer solchen Begriffsklärung (und eine solche ist ja das, was wir mit Philosophie bezeichnen) also nicht die hellen Lettern DEMOKRATIE am Horizont aufscheinen. Vielmehr ist DEMOKRATIE in genau dieser Verschwommenheit eine Prämisse, der Ziel- und Ausgangspunkt. 

Sonntag, 30. Januar 2022

Wo Rauch, da Feuer

Immer wieder kommt man an einen Punkt an dem man sich sagt: Das muß jemand gewesen sein. Das muß sich jemand ausgedacht haben. Denn es paßt mit einem Plan zusammen, und wie. Und wäre es keiner, er müßte erfunden werden, so perfekt paßt das reale Geschehen. Also fügt die Phantasie Bilder des Antinomischen zusammen, Bilder von Zuständen und Zukünften, die das Negative auf die Spitze treiben.

Aber damit schießt sie übers Ziel hinaus. Denn der Weg dorthin ist einfach zu komplex. Niemals wird so ein Plan gelinge, wie ihn George Orwell oder Aldous Huxley vorgeworfen haben. In der Phantasie - ja, da läßt sich das alles ausdenken. Aber die menschliche Realität ist zu verwickelt und verworren, zu sehr eine Mischung aus Gutem udn Schlechtem, auch beim Schlechten ist das Gute, auch beim Guten ist das Schlechte. Und Satan hat in Wahrheit keinen Gegenentwurf. Deshalb muß er letztlich doch dem Guten dienen.

Damit ist auch der Verursacher falsch gefunden. Wir brauchen auch kein Volk, das von einer Idee lebt, die aus einem "Dagegen", einem "Zuwider" existiert. Und fällt das Sein ins Nichts, fällt auch diese Anti-Idee ins Nichts.

Donnerstag, 6. Januar 2022

Epiphanie

 "Erschienen ist die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes."

Altar zur Epiphanie, Kirche am Kinzerplatz, Wien - Photo by M

Aber sie ist als Teil seines Wesens erschienen, nicht wie es bei uns Menschen ist, als Akzidens, also als hinzugekommene Eigenschaft.

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Merkwürden, wollten Sie das wirklich?

Wenn in der Monarchie eines - zumindest weitgehendst - geklärt ist dann das, wer in einem Land die Macht hat. Es ist der König, der Fürst, und alle weitere Macht im Land geht von ihm aus. Es mag Kräfte geben, die diese Macht usurpieren wollen, und wir haben es oft genug durch das Finanzwesen erlebt, oder durch Figuren wie Wallenstein (dem verleumderische Zungen sogar Ambitionen auf den Kaiserthron nachgesagt haben), aber das nur solange der Fürst seine Macht nicht wirklich ausspielt. 

Weil aber das Legitimierende selbst hinter der Macht steht und sie nur der König repräsentieren, das heißt: ausüben kann, hat der Machtinhaber in der Monarchie auch die Macht zu handeln. Immer. Selbst wenn er die Macht scheinbar bzw. faktisch einmal abgibt. Ein Federstrich, und die Banken sind enteignet. Eine Anweisung, und der Ehrgeizling ist ausgeschaltet. Der Elephant schüttelt sich, und die Ameisen fliegen davon. Die Macht in der Monarchie steht dem Herrschenden also immer zur Verfügung, und sie ist mehr oder weniger auch definiert. Der Herrscher muß sie nur nützen. 

Und tut es meist gar nicht, weil es nicht notwendig ist, zumindest nicht als direkter Akt, hat er es nicht mit einer Revolution zu tun. 

Montag, 15. November 2021

Gedankensplitter (1535b)

Insofern war der Investiturstreit die frühe Entscheidung zur geistigen Katastrophe der Kirche. Als die Kirche den entscheidenden Ruck hin zur Selbst-Institutionalisierung ALS Behörde und weltliche Organisation bekam. Ich kann in diesem Punkt Martin Luther absolut verstehen. Denn das Reich Gottes IST NICHT von dieser Welt, und kann es nie sein.

Hier ist die Welt - dort ist die Kirche, die zu ihr "quer" steht. Also die Natur durchdringt und überhöht. Aber dazu muß es erst einmal die Natur "geben", und die findet sich nur in der menschlichen Gesellschaft ALS reale Hierarchie.

Die Entscheidung im 11. Jahrhundert aber hat wie ein langsames Ausrinnen die Dringlichkeit der Welt ALS ORT DES KREUZES verschwinden lassen. Und eine "Kirchlichkeit" bewirkt, die wie ein Rückzug von Golgotha zu sehen ist und wie in einem separaten Raum abläuft. Genauso hat sich heute auch die sogenannte Spiritualität ausgebildet. 

Sonntag, 14. November 2021

Gedankensplitter (1535a)

Ich stelle fest, daß ich die offiziellen Medien, den sogenannten Mainstream, seit langer Zeit nur noch deshalb beobachte (und ich beginne meine Arbeit am Schreibtisch täglich mit einer Übersicht über die Medien, um mich gewissermaßen "in die Welt einzufädeln, jeweils freilich auf unterschiedlicher Ebene) weil ich darüber informiert sein möchte, was DIESE Medien berichten. Über das, was "in der Welt geschieht" informiere ich mich längst auf ganz anderen Kanälen. 

Es könnte sein, daß es früher einmal anders war. Als das ganze Land an den Nachrichten um halb acht hing, die auch die Themen vorgaben, über die man beim Kaffee, im Smalltalk, bei Herrenrunden oder in Geschäftspausen sprach. Wenn es sich verändert hat, dann auf eine schleichende Weise. Als Reaktion auf permanente Unglaubwürdigkeit, die sich als Urteil ergibt, sobald ich diese Kanäle nur kontaktiere. Ihre Kriterien sind nicht verhandelbar, nicht argumentierbar, denn sie stammen aus dem inneren, aber unbedingten Wissen, das durch die Grammatik geformt ist, zu der das Leben selbst mich geformt hat.  

Montag, 6. September 2021

Si tacuisses (2)

Was ist also nun das Fazit aus der Sache? Das Führen von Stellvertreterkriegen. - Daß die Formulierung, daß es außerhalb der Kirche Heil gebe, nicht gemacht werden kann. Denn dann ist sie falsch und unsinnig, weil die Kirche ohnehin die allumfassende (also kat-holische) Versammlung der Geheiligten ist. Das wäre also so als behauptete man, daß man außerhalb des Weltalls Planeten gefunden habe.

Somit streifen wir am Problem der gesamten Dogmengeschichte. Die vor allem seit dem 19. Jahrhundert, als Gegenbewegung gegen den sich abzeichnenden Kultur-, Geistes- und Glaubensverfall, das Grundbesteck der Kirche befestigen wollte, damit es nicht verloren gehe. Damit aber hat man Aussagen in positive Formulierungen gepackt, die eine Eigenwirkung entwickelt haben. Wie die von der Unfehlbarkeit des Papstes, die zu einer "Verheiligung" (als Vergötzung) des Faktischen sämtlicher Päpste geführt hat, und zwar schon zu deren Lebzeiten, und niemand im Volk mehr weiß, was an päpstlichen Aussagen "total verbindlich" ist und was nicht. 

Sogar ein Schisma ist diesem Umstand zu verdanken, denn damals haben viele die römisch-katholische Kirche verlassen (wie die Altkatholiken). Und Schisma ist eine ganz andere und wirklich schlimmere Sache, als die Häresie. Aber nun wurde kein Ausweg mehr gelassen, und viele haben auch heute mit dieser Aussage ein Problem, in dem sie sich vor die Entscheidung gestellt sehen.

Sonntag, 5. September 2021

Si tacuisses (1)

C meinte, es sei falsch, einfach falsch, zu sagen, daß es nur in der Kirche das Heil gebe. Warum er überhaupt auf diese Aussage kommt? Ich weiß es nicht. Und genau darin liegt das Problem: Hätte ich nicht den Eindruck, daß er diese "Weite" nur benützt, um seine eigene und mir überlegene Gutheit darzustellen, wäre alles so einfach. 

Aber dazu müßte man den Unterschied zwischen einer positiven Formulierung und einer Wahrheit erkennen, die darin liegen kann, daß man etwas "nicht sicher sagen" kann. Wie es bei jedem Geheimnis der Fall ist. 

Worauf jemand außer der Kirche hoffen will, ist mir bis heute nicht klar geworden. Weil er gut lebt? Was ist dieses "gut"? Ich habe es noch nie anders gesehen denn als platte irgendwie zeitgeistige "Wohltat", bei der mir einfach nicht klar wird, woran sie sich bemessen könnte. Außer - eben! außer! - bei seiner eigenen Gutheit.

Und hier beginnt auch das Problem. Denn das Handeln ist das Selbstvollziehen des Seins. Das heißt, daß jemand nur behaupten kann "gut" zu handeln, wenn er gleichzeitig damit sagt "Ich BIN gut." 

Um diesen Zusammenhang von Heiligkeit und Gutheit weiß der Mensch. Deshalb ist die Aussage, "gut zu handeln", auch immer eine Aussage über die Heiligkeit. 
Der "Gutmensch" ist also nicht einfach der, der gut handelt, der der meint sein "gutes Handeln" würde legitimieren. Er ist der, der sich klandestin für heilig hält. Wir haben deshalb nicht das Problem der "political correctness". Diese ist vielmehr vorgeschoben, weil das Handeln legitimieren und damit beweisen soll, weil der Zusammenhang gewußt wird. 
Wir haben deshalb ein viel tieferes Problem, als ein moralisches. Wir haben das Problem, daß sich so viele Menschen als Heilige sehen.

Freitag, 9. April 2021

Beim Lesen von Gerhart Hauptmann

Kein Millimeter, der nicht voll der Welt und Wirklichkeit wäre, keine Betrachtung, in der sich nicht die ganze Welt öffnete, keine Wendung, die nicht im Spiel des Wirklichen die Freude der Wahrheit atmet, die sich im Text auftut, als stünden alle Fenster offen. Ach, könnte man es doch auch ...

Wie dumm dagegen jene erscheinen, die meinen, es gäbe einen methodischen Weg, "gut schreiben" zu lernen. Das Handwerkzeug der Beherrschung der Sprache steht jedem zur Aneignung offen. Und mir graut sogar gerade vor jenen, die so "gut schreiben", die so geschickt mit Worten und Wendungen umzugehen wissen. Die aber nicht einen Augenblick lang die Sprache hinter der Sprache mit sich führen, um die es aber ausschließlich geht. Selbst das Ungelenke, gar nicht so Geschmeidige vermag da noch mehr an Bedeutung zu haben, also alle diese Texte. Die einen heute in Massen umgeben. 

Die Arbeit des Schriftstellers ist aber nicht die "am Text". Dort wird sie zu einer solchen nur - da muß sie aber auch stattfinden - als es beim Schleifen des Textes darum geht, ihn "gehorsamer" zu machen. Ihn dem wirklich Wirklichen, das er mit sich führen und ans Licht bringen soll, anzuschmiegen wie der Hand den Handschuh, dem Bein den Nylonstrumpf, dem Fisch das Wasser. 

Nur insofern hat das Material (die buchstäbliche, werkzeugliche Sprache) seine Bedeutung, weil jeder Bildhauer weiß, daß die Gestalt einer Figur durch Weglassen, nicht durch Hinzufügen entsteht. Und daß sie im Material enthalten ist, sodaß das Schöpferische zur aufmerksamen Suche wird, wo die Wesenslinien des Materials liegen.

Die Arbeit des Schriftstellers ist die an seiner Haltung. An seiner Moral. An seiner Sittlichkeit. An seinem Selbstbesitz. Damit alles, was er in der Sprache an Material in Händen hat, dem von der innersten Seele ausgehenden Strahl des Wirklichen ins Wahre zu leiten vermag. 

Wieviel Geschmeidiges, Geschicktes, "gut formuliertes", das von vorne bis hinten eine Lüge ist. Das ein einziges Täuschungsmanöver sein soll, um die Abgründe der eigenen Seele zu verbergen. Und eine Figur in die Welt stellen soll, die nur in jenen Scheinwerfern zu glänzen beginnt, an deren Positionierung und Funktion das einzige ist, woran der Schreibende wirklich gearbeitet hat.


*260321*