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Mittwoch, 23. August 2023

Und zu nächztlicher Stund wardf ich erhoben und sahe alls in einem groißen Kreiße gehen. All die Schöpfung, all die Erd, die Himmel, die Stern, den Kosmos weit hinaus ins letzte Winkelei des Alls. Und in aller Mitte war nue eins, war der hellste Sterin aller, der je unendlicher kleine5r er wurde desto heller erstrahlte, udn alls ward ihm nach gemachd, und dreht sich um sich, wie ums nächste und das ums nächste und übernächte, und alls ums EINE, sich dreht udn wired gedreht. Und wird gedreht, wei olsichs dreht.
All Menschen schritten im Kreiß, jede Wahlfahrt war so eingestellt ins Gantz, und jede Bewegung, und jedes Gehn und Stehn und Kreisen. 
Ein großes Rad lag da vor  mir, als ich derwacht und da war mein Herz full des Lophs. Haleluja, der Kreis alles Kreise, den der Ezechiel geshen, und der sich wie ich in der Nacht gefreut und gejubelt hat,  denn in der Mitte war der Stein, auf dem alles laget. Und war der Op0ferstein, er selbst.

(A. d Caraffa; Visiones) 

Ezechiel saw the wheel
... in the middle of the air.


Freitag, 26. November 2021

Beharren auf dem Geheimnis unserer selbst

Daß das ein Grundsatzfehler ist, ist allgemein gar niemandem mehr bewußt. Aber dahinter steht nicht nur ein materialistisch-technizistisches Menschenbild, dahinter steht nicht nur eine Auflösung von Geist in "Sprechratio" (Verstand nennt man es meist, aber der Begriff ist m. E. nicht angebracht, schon gar nicht, wenn man es "Vernunft" nennt), viel eher ist es "eine Art Sprachgebrauch"), sondern vor allem ein gravierender Mangel an Nächstenliebe, die die Liebe zur Ganzheit einer Person ist, oder sie ist nicht.

Die davon ausgeht, daß jeder Mensch aus seinem direkten Gegenüber - Gott, das Sein, das personale Sein, das Sein das Person bzw. die Beziehungsdynamik von drei Personen mit unterschiedlicher Charakteristik ist - ein Geheimnis ist, und daß deshalb dieses Geheimnis auch eine Ansprache von Gott selbst (in Jesus Christus, den Gott-Menschen, der sich IM MENSCHSEIN als Ähnlichkeit widerspiegelt, was bis zur personalen Dynamik geht) an mich und an die Welt ist. Weshalb jeder dem Gegenüber mit Respekt und Wohlwollen begegnen sollte (wobei es eigentlich ein Müssen wäre, aber es verlangt unbedingt Freiheit), um ihn in Apperzeption aufzunehmen. ("Wer einen von diesen Kleinen in meinem Namen aufnimmt ...") Um ihn dann (nach-leidend, passum, im Erleiden) zu erkennen, das heißt sein Sein zu erfahren (und sich dazu dann zu stellen).

Deshalb reicht es bei weitem nicht, Menschenrechte zu fixieren, die sich aufs nackte Überleben beziehen, sondern es braucht den unbedingten Respekt vor der Ganzheit des Anderen als Begegnenden. Und als Kulturgut schon gar nicht. Denn hier braucht es diese Verankerung des "ertragenden Seinlassens" (soweit es nicht meine sachlichen Verantwortungsbereiche anbelangt, die aber eben einen Sachbezug, ein gemeinsam zu Tuendes brauchen) in dem ich dem anderen sein Geheimnis belasse. 

Ex factis, non ex dictis amici pensandi - Achte auf das, was jemand tut, nicht auf seine Worte. Danach suche dann Deine Freunde, aus Ihrer Gestalt! 
Wer trägt sich schon auf der Zunge? (Antonio della Caraffa, "Sentencas")

Freitag, 5. November 2021

Nicht um Corona, aber auch nicht um Weltordnung (3)

Jede Seite wußte und weiß, in welchem Graben sie liegt. Um die Identität aufrecht zu halten muß sie aber von Zeit zu Zeit konkretisiert werden, und das geschieht dann mit allen diesen Themen und (noch einmal angeblichen) "Problemen der Gesellschaft". Wie ein Magnet, der in eine Lösung gelegt wird, kristallisieren sich dann die Aussagen, also die "Daten", und werden zur angeblichen Hauptsache stilisiert.

Worum also geht es? Was ist der wirkliche Konflikt, in dem alle menschlichen Gesellschaften stehen, heute nicht mehr als je? ES IST EIN IDENTITÄTSKONFLIKT. 

Und weil Identität eine Frage der Identifizierung ist, ist es ein Konflikt des Zugehörigkeitswillens zu einer HAUPTPERSON, die an der Spitze jener Welt steht, zu der wir gehören und gehören wollen. So wenig wir das auch oft noch realisiert, umgesetzt haben, so wenig sich das im Einzelnen auch oft zeigt. 

Donnerstag, 4. November 2021

Nicht um Corona, aber auch nicht um Weltordnung (2)

Gestalt, Gestalt, Gestalt. Zwei Personen stehen sich gegenüber, deren eine die eine Hand hinter dem Rücken verbirgt: Niemand soll sehen, was sie trägt. Während sie mit der anderen Corona an die Wand schreibt.  - Deshalb ist folgendes zu beobachten: Einerseits haben diese (beiden) Seiten (und wir gehen einmal davon aus, daß es zwei Hauptseiten sind, denen eine dritte, von außerhalb, alle umfassend, erst und einzig wirklich "gegenübersteht", die aber von beiden Seiten ausgeklammert wird) weitgehend dieselben Positionen. Völlig unabhängig, um welchen gesellschaftlichen Konflikt es geht, ob um die Migrationsfrage, ob um die Frage nach dem richtigen Wirtschaftssystem (Stichwort: Finanzkrise) oder ob um die Weltrettung durch das Klima, ob wie jetzt im Fall Corona-Pandemie, finden sich DIESELBEN Positionen wie in einem Cluster vereint. Mit diesen oder jenen Abweichungen, ja, aber im großen Ganzen.
Es geht auch nicht um eine "Neue Weltordnung" (NWO), auch wenn das beide Seiten behaupten. Mit dem interessanten Detail, daß BEIDE Seiten eine Neue Weltordnung wollen. Die Differenzen bestehen nur in der Vorstellung, wie diese auszusehen hätte.  Wobei es nur noch absurd wird, denkt man diese Tatsache durch. 
Denn dann müßten die "anderen" Neue-Ordnung-Vertreter

Mittwoch, 3. November 2021

Nicht um Corona, aber auch nicht um Weltordnung (1)

QR Corona - Lüge und Daten
Der vorgegebene Wunsch nach "konstruktivem Dialog", der ständig und ständig wiederholte Wunsch, endlich "normal diskutieren" zu können, daß endlich "Fakten anerkannt" werden, ist ... eine Lüge. Wie sehr entlarvt sich das doch endlich jedem, der zu sehen begonnen hat, was er sieht. Sie (alle) BEHAUPTEN zwar, sich nur an Daten und Fakten zu orientieren. Aber das ist bei jenen nicht mehr der Fall, als bei den Gegnern.

Zwar könnte stimmen (und ich bin sogar selber dieser Ansicht), daß rein auf die Daten bezogen die Corona-Leugner die besseren Karten haben, aber das ist eine ihnen zugefallene Frucht. 

Selbst William Briggs hat immer aufgezeigt, daß die Behaupter, es gebe eine Corona-Pandemie, NICHT richtig liegen (und auch ich meine das zu sehen bzw. habe es schon ganz früh gesehen). Er hat aber NIE gesagt, daß streng nach Daten und wissenschaftlichen Fakten beurteilt ER RICHTIG liegt. Er hat nur Gegeninterpretationen vorgeschlagen. Weil er wußte, daß seine Interpretation eine Spekulation ist, die zwar durch die Realität der historischen Fakten bestätigt wird, die aber im strengen Sinn nicht mehr beweisen ist als die der Corona-Hardliner. DASZ er richtig lag war eine posthoc-Feststellung einer Möglichkeit, deren Anzug man sich im Spiel anzog, weil es der dritte Akt endgültig fordert: Man muß die Dinge ins vermeintlich Endgültige, Bleibende treiben, also - sein Gesicht hart machen.

Sonntag, 10. Mai 2020

Aus dem Wahn der Gottgleichheit

Ob ein Neues konstruktiv ist erkennt man daran, ob es das Alte enthält weil ehrt. Ist das nicht der Fall, entstammt es mit Sicherheit dem Wahn des Menschen, Gott gleich zu sein.

Antonio della Caraffa


*090420*

Dienstag, 18. Juni 2013

Alternativlosigkeiten

Es passiert seltener, daß wir Falsches tun, als Richtiges unterlassen. Wobei etwas Falsches zu tun selten schwerer wiegt, als etwas potentiell Richtiges zu unterlassen. Denn in allem ist etwas Gutes. Aber dazu muß es erst ein Etwas sein. 

Aber dazu bedarf es des scharfen Unterscheidens, ob ein Geschehen ein Tun, und ob dieses Tun ein Handeln, oder ein Tragen der Konsequenzen des Nichthandelns ist.

Nichts zu tun heißt, das Nichts als nicht erfüllte Dimension unseres Menschseins zu belassen. Und das Nichts zu belassen heißt, das Vorhandene - andere - Etwas ausfalten zu lassen, sich seinem Zwang zu beugen.

Was aber als falsch erkannt ist, kann nicht richtig werden.

Das meiste Falsche auf der Welt kommt nicht aus dem falschen Tun, sondern aus dem Zulassen des Falschen.

Falsches zu tun wiegt nie so schwer, wie nichts zu tun, obwohl man zu tun hätte.



Aus den Sentenzas des Antionio della Caraffa





***

Freitag, 19. Februar 2010

Vom Übel der Überzeugungslosigkeit

Die schlimmste Bedrohung des Abendlandes, so schreibt einmal G. K. Chesterton, gehe nicht von den Häretikern und Ketzern aus, von jenen, die auf der Grundlage von Überzeugungen selbst ihr Leben riskieren. Vor denen sollte man immer nur den Hut ziehen, ehe man sie, einem absurden Brauch folgend, auf den Scheiterhaufen bringt, auf dem sie dann ihr Leben zur Blüte und ihren Namen in die Geschichtsbücher bringen können.

Unendliche Male schlimmer ist das Auftauchen (und hier trifft er sich mit Ortega Y Gasset) des überzeugungslosen Zynikers, des verantwortungslosen "Twen" (wie ihn Richard Kaufmann in seiner Studie zur Nachkriegsgeneration "Gebrannte Kinder" nennt) der nur noch ein Ziel hat, an sich zu raffen, was an Lust aus dem Leben zu gewinnen ist. Den nicht mehr interessiert, was an Prinzipien zu denken, zu klären, zu berücksichtigen sei.

In dieser Immunschwäche, die eben eine Seinsschwäche ist, muß jedes Volk nämlich wahrhaft zugrunde gehen, weil es nach und nach jede Lebensäußerung erstickt. Eine Schwäche, die sich geschickt mit "Weltklugheit" tarnt, und nichts als Kleinkariertheit ist - und über die Demokratie kleinkarierte Politiker geschaffen hat, vor allem aber kleinkarierte Künstler. "Auf allen Stühlen sitzt nun das Mittelmaß," schreibt Chesterton.

Nur Überzeugungstäter können Kultur schaffen, und nicht eine Leistung auch in der Kunst der Welt, die nicht von leidenschaftlich für die Wahrheit entbrannten Menschen vollbracht wurde, die für ihre Überzeugung alles zu geben bereit waren. Selbst Blasphemie war künstlerisch noch wirkungsvoller als relativistische, weil angeblich nur praxisorientierte Klugheit.

"Mit Sicherheit," schreibt Chesterton, "war nie ein Ideal in der Praxis so närrisch und so falsch wie jenes der Praxisbezogenheit." Und: "Es gibt kein klareres Zeichen für strotzende Gesundheit als die Orientierung an hochgesteckten, phantastischen Idealen." Niemandem in der Geschichte der Menschheit ging es um "Leistung" oder ""Effizienz", sondern UM die Katholische Kirche, den Staat, die Kunst, die Malerei, die Familienehre, ...

"Selbst wenn das Ideal dieser Männer nur darin bestand, den anderen mit einem Fußtritt über die Treppe nach unten zu befördern, so dachten sie nicht einen Moment wie ein Krüppel an ihr Funktionieren, sondern nur an das Ziel."

Die Nachkriegsgeneration, so Kaufmann, zeige in Richtung der Vollendung eines Trends, der sich mit Beginn der Wohlstandsstaaten Ende des 19. Jahrhunderts erstmals abgezeichnet hat. Aus Angst und Verantwortungslosigkeit und daraus folgender Handlungslosigkeit heraus verschiebe sich (er schrieb das 1965!) unweigerlich das Alter des Übertritts ins Erwachsenensein immer weiter nach oben (während es immer weiter unten beginnt), und lasse so eine (gefährlich undefinierte) soziologische Zwischenschichte entstehen.

Deren leitende Ideen - und nur Zeiten großer Ideen waren Zeiten großer Werke - nicht einmal das mehr sind Theorien. Sondern weite Überwurfmäntel des Verschleierns. Und deren verdunkeltes Aggressionspotential schaudern macht, mit dem sie jede nachvollziehbare Grundhaltung und Überzeugung verbieten und für wertlos erklären.

"Der moderne Moralist ist nicht mehr gesund, weil er ein Ideal lebt, sondern weil ihm ungesunderweise vor den Folgen jedes Krankseins graut."  So endet G. K. Chestertons Essay in "Ketzer". Er sitzt dem letzten und schändlichsten Aberglauben auf, der noch blieb, einem vermeintlichen guten Geschmack.




Dienstag, 15. September 2009

Hören, was da

"So ist denn Erkennen ein Wachrufen, ein Zuwortrufen dessen, nein, ein Hören! Was zuvor der Leib, der sich gehorsam gefügt, oder auch nicht: gezwungen ward, in sich abgebildet, und also nun dem inneren Fühlen anzubieten vermochte. Auf daß es sich kräftig melden konnte, rufen: hier bin ich, in der Welt!

Bis daß der Mensch also alles geworden ist, alles. Und aller erkennte, was ihm möglich.
" 

(Antonio della Caraffa, "Bieste")




*150909*

Samstag, 27. Juni 2009

Wodurch der erste Beweger bewegt


Wodurch, fragt Aristoteles, bewegt Gott? Ja, wer ist der persönliche Gott? Er ist "das Denken des Denkens!" antwortet er. Selbst unbewegt, bewegt er das gesamte All.

Wodurch aber bewegt er?

Weil er sich in der Schöpfung selbst erzählt, dem Erkennen preisgibt, macht er sich also zum Objekt des Liebens - Gott bewegt durch die Anziehungskraft des Geistes, durch geistige Anziehung! Er bewegt dadurch, daß er - erkannt in seinen Geschöpfen - geliebt wird!

E. R. Curtius weist übrigens a. a. O. darauf hin, daß dieser christlich-metaphysische Ansatz die Entsprechung zum Orpheus-Mythos ist: der durch den Gesang bewirkte, daß man ihm folgte ... Aber er hält damit eine wichtige Analogie fest: jene von Gott - zum Schöpfertum des Menschen. Das eben nicht in einem bloßen "Selbstausdruck" (siehe den Satz a. a. O. im Blog hier) unfruchtbar sich um sich bewegt, sondern im "Schaffen eines Zieles der Liebe" besteht.

Denn, wie Antonio della Caraffa einmal sagt: "Man kann nur ETWAS lieben." Und: etwas zu lieben bedeutet, es als "etwas" erkannt zu haben, weil man nur lieben kann, was man kennt. Sonst liebt man nämlich ... gar nicht.





*270609*