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Donnerstag, 9. September 2021

Das ewige Rätsel Mensch

Rätsel Mensch. Aus einem winzig kleinen Mißgeschick - die Frau hatte beim Aufstehen vom Stuhl für den Gang aufs Klo meinen Stock umgeworfen - hatte sich binnen weniger Minuten ein wunderbares Gespräch entwickelt. Und während wir die erste halbe Stunde über die Tische hinweg über Gott und die Welt geredet hatten, hatte ich denn doch noch einen Stuhl genommen und mich in die Nähe des Ehepaares aus Bochum gesetzt. 

Selbstverständlich war er Vertriebenennachkomme, der eine Westfälin geheiratet hatte. Ostpreuße wie er im Buche steht, man hört das sofort an der Aussprache, samt auf -ow auslautenden (das ist nicht nur slawischer Art, sondern heißt eigentlich sogar "von". Und erinnert darin an früher, ganz früher, denn da war eben der Mensch noch Adeliger, jeder, vom Paradies her, denn der Mensch ist König, wie + Hl. Johannes Paul II. es in zahlreichen Büchern schrieb, und das Neue Testament ständig sagt). Familiennamen, und eine gute Stunde lang fanden wir uns in einem Einmut, der mich weniger, sie aber ordentlich überraschte, ja verblüffte.

Wir hatten einfach nur übers Leben gesprochen.

Dienstag, 29. September 2020

Um Gottes willen! (2)

Teil 2) Sichern wir selbst das Wichtige. 
Denn die heutige Bibliothek von Alexandria brennt bereits.


Hören wir aber ebenso auf, jene Medien zu konsumieren, zu denen wir uns in völligem Widerspruch sehen. Auch das kann zur Sucht werden, und ist vor allem Teil desselben Selbstbestätigungsprozesses, der eigenen Echokammer. Wo wir wie in einer geheimen Aufgeilungsinszenierung immer wieder darin bestätigt werden, was wir garantiert NICHT hören wollen, und was wir GARANTIERT ablehnen. 

Was immer auch in der Welt passiert, was immer auch an Information und Medienpräsenz auf uns eindringt, tun wir um Gottes willen alles, was uns das Wesentlichste erhält. Und das ist der Sinn für die Wirklichkeit, der in seinem Wesen bipolar und auf eine Weise kontradiktisch ist: Denn er ist einerseits stets subjektiv, jawohl, und zwar in unserer Rezeption, er ist aber seiner wahren Herkunft nach objektiv, nämlich als Datum der Welt. Und diesen gegenüber müssen wir offen bleiben, damit wir hören, was zu hören ist, damit wir sehen, was es zu sehen gilt. 

Denn auch dann gehen wir den Oligarchen auf den Leim. Wenn wir uns sogar in unserer Opposition von ihnen anleiten lassen, und uns in eine Themenlandschaft führen lassen, die wunderbar logisch und blutvoll klingt und aussieht, die aber in Wahrheit auf eine völlig falsche Spur führt. Indem sie uns eine Wirklichkeit vormacht, die gar nicht DIE WIRKLICHKEIT ist. 

Die oft genug, ja die vielleicht sogar in ihrem wesentlichsten Grundton so ganz anders lautet als jener Ton hinausposaunt, der uns als Grundton der Welt erscheint weil erscheinen soll, auf dem dann sämtliche Mehrtönigkeiten aufbauen, die angeblich Welt und Wirklichkeit sind. Und dabei nicht als Müll und Tand bedeuten, der uns von morgens bis abends beschmutzt und uns vor lauter "Aktivität" taub und blind macht. Auch wenn sich scheinbar ALLE danach richten und so tun, als ginge es darum. Und dabei nur in einem lächerlichen Scheintheater mitspielen, das eine Zweitwirklichkeit ist, die mit der wirklichen Wirklichkeit nichts, aber wirklich gar nichts mehr zu tun hat. 



Nachbemerkung: Auch darin kann der VdZ Corbett nur zustimmen, zumalen es Praxis des VdZ seit vielen Jahren (!) ist, dessen Archiv (und Bibliothek) trotz aller Brüche und Verwehungen seiner persönlichen Vergangenheit nicht unbeträchtlich ist, was mit dem Stellenwert zu tun hat, den der VdZ der Erinnerung (und deren fatal leichter Täuschbarkeit) beimißt. 

Und zwar dem Aufruf von James Corbett, den er an jeden (!) richtet, auf einer realen Basis alles das aufzubewahren, was ihm im Internet auffällt, und das er als wichtig oder wesentlich sieht. Videos, Filme, Textdokumente, Medienprodukte aller Art. Es müßte, meint Corbett, zur täglichen Routine, zu einem Akt der Selbsthygiene werden, diese Dinge zu speichern. 

Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zum nächsten "Brand der Bibliothek von Alexandria" kommt (auch wenn der nicht so stattgefunden hat, wie es die Geschichtslegende erzählt; vielmehr ist diese Bibliothek durch eine zunehmende Nachlässigkeit verkommen, die man dem "alten, also vorhandenen Wissen", das ein Wissen der Väter ist, entgegengebracht hat, und genau das erleben wir doch auch heute!?!). In dem das "gesamte relevante Wissen der Zeit" vernichtet, zumindest aber unzugänglich gemacht wird. 

Schaffe man sich deshalb eine Festplatte an, auf der alles das gespeichert wird, was wichtig scheint. Drucke man aus, was wesentlich ist und man - das ist ganz wichtig! - ganz persönlich für wesentlich hält, gerade angesichts des Geschehens, das vor unseren Augen Tag für Tag in den Medien abrollt. Halte man auf eigene Verantwortung und in eigener Macht fest, was diese Zeit eines eigenen Meinung nach bestimmt. Denn die nächste Bücherverbrennung ist bereits in vollem Gang!



*270920*

Montag, 28. September 2020

Um Gottes willen! (1)

In gewisser Weise ist der Aufruf von James Corbett dramatisch, zumindest hängt dieses Adjektiv davon ab, wie schwer man die Bedrohung sieht. Und hängt insofern auch von der Philosophie ab, die jemand in seiner Grammatik immanent (immanent! das heißt oft gar nicht, was sie explizit ist!) trägt, und die ihn formt, oft genug ohne daß er darum weiß, ja oft genug ohne zu bemerken, daß sie seiner expliziten, ausgedrückten, "diskursiven", in Disputen etc. ausgedrückten "Meinung" total widerspricht.

Der VdZ würde diese nächste Stellungnahme von James Corbett aber nicht bringen, würde sie nicht genau darauf Bezug nehmen, was auch der VdZ selbst als so wesentlich sieht. Denn inmitten eines täglich auf einen einprasselnden Sturzregens - die "Informationen" der Medien, denen man so gut wie nicht entgehen kann, bleibt man so irgendwie wenigstens mit der Zeit verbunden - ist es von immenser Bedeutung nicht jene innere Stimme zu überhören, die einem aus dem realen, aus dem wirklichen Erfahren der Welt aufsteigt. 

Und DIESE Stimme ist es die einem sagt, was wirklich wichtig ist! Diese Stimme ist es, die einem sagt, wo jener Strom der Wirklichkeit liegt - und der ist immer unsichtbar, ist seinem Wesen nach unsichtbar, denn er ist geistig, er ist eine abstrahierende Linie und Sprachkomposition - der die Welt WIRKLICH, also ihrem Wesen nach, trägt und treibt und bewegt. 

Muß man nicht immer wieder staunen, in welchem Ausmaß sich "Meinungen" und Sichtweisen im Laufe der Zeit ändern können? Möge doch jeder Leser seine eigene Vergangenheit ansehen! Ist es nicht aus diesem Grunde zumindest höchst unverantwortlich, sich diesen Wandel zu verbauen bzw. einen Wandel der Anschauungen zu verbauen, auch durch zu monistische Festlegung von Identitäten? Braucht es nicht für jeden eine gewisse Distanz zu sich selbst? 
Und ist aus dieser Notwendigkeit, die erst eine Gesellschaft egal welcher Gestalt übrigens menschlich und erträglich macht, nicht jener Geist geboren, den man gemeiniglich mit ... Sinn für Humor! ... bezeichnet? 
Ist es (in einer Gegenprobe) nicht dieser Sinn für Humor, der jene Nagelprobe jeder Gesellschaft bedeutet, in der sie sich als Un-Kultur weil als Haltungs- und damit (!) Gestalt wie weil Tugendlosigkeit einerseits, in Totalitarismus anderseits scheidet, auf daß erst eine menschliche, wahrhaft humane Gesellschaft entstehen, atmen, leben und ... verwehen kann, denn (siehe das AT-Buch Kohelet) alles Windhauch ist, was dem Menschen eignet, weil alles Spiel in den Augen dessen ist, dem alles eignet ... Gott?

Corbett warnt also völlig zu Recht davor, sich von den Medien überhaupt vorgeben zu lassen, was denn "Thema des Tages" ist, egal von welcher Seite sie präformiert sind. Denn das ist das, worum es doch eigentlich geht. 

Es geht NICHT (so sehr) darum, ob jene oder diese "Information" stimmt oder nicht stimmt, richtig ist oder falsch, Lüge oder Wahrheit ist (und vor diesem Wort sei an dieser Stelle einmal richtiggehend gewarnt, vor allem wenn man damit nur "richtig" meint, nicht "wahr") Seien wir doch endlich, endlich vorsichtiger in dem, was uns vorgeworfen wird als das, was die Welt - angeblich! - bewegt. 

Gerade die sogenannten alternativen Medien verfallen fast ausnahmslos in diesen Fehler. Sie übersehen dabei aber - und die Zusammenhänge sind tief und wesentlich - daß sie in Wahrheit genau jenen Kräften auf den Leim gehen, ja genau von jenen Kräften und Mächten gesteuert werden, denen sie angeblich entgegenstehen. 
Den einen Krieg - und die Menschheit befindet sich von Anbeginn der Zeiten an in einem Krieg, im Krieg gegen den Nichter, den Satan, gegen das Böse - gewinnt nicht der, der die stärkeren Heere (oder "Argumente") hat. Auch nicht der, der "Massen mobilisieren", die "Leute auf die Straße bringen" kann. (Was für ein lächerlicher, in seinen Wirkungen aber fataler und dem Guten völlig kontraproduktiver Unsinn, übrigens!) 
Sondern einen Krieg gewinnt der, der auch die Bewegungen des Feindes beherrscht. Der also BEIDE SEITEN eines Krieges bewegen kann. Der in der Lage ist, die wunderbarsten Schlachten zu inszenieren, ohne daß die Beteiligten bemerken, daß sie sich in einem Schaukasten befinden, der in den Wohnzimmern der Mächtigen zu deren Belustigung steht. 
Und die sich, während die "Guten" auf den Straßen demonstrieren, und eine Wahrheit nach der anderen in den Medien verkünden (und dafür alles Blut vergießen, weil es ja angeblich um "Meinungsfreiheit" geht, etc. etc.), mit einem Glas besten Cognacs in der einen, die dezent qualmende Zigarre aus den herrlichsten Lagen Kubas in der anderen, zuprosten. 
Und dann ihren Kindern liebevoll lässig auf den Po klapsen, damit diese zu Bett gehen, und dem Sonnenuntergang zusehen, in milder toskanischer Luft. Ha, sagen sie dann, was für ein herrlicher Tag, ha, sagen sie, was für ein herrliches und ungefährdetes Leben, in dem man alle Fäden in der Hand hat.

Werter Leser, halte er um Gottes willen seine inneren Ohren offen. Sei er um Gottes willen vorsichtig und behutsam. Sei er um Gottes willen jeden Morgen mit Zittern und Bangen bereit, die wahre Stimme der Wirklichkeit - die Stimme Gottes, der durch diese Welt, der durch die Geschichte spricht! - zu hören. Um sie (buchstäblich) UM GOTTES WILLEN nicht durch das Getöse der Medien und der Menschen, die sich von diesen Medien formen und aufpeitschen haben lassen, zuschütten und stumm machen zu lassen. 

Deshalb warnt Corbett mit ebensolchem Recht auch davor, sich nur jene Medien zu suchen, die eines eigene Meinung bestätigen. Sodaß im Laufe der Zeit eines Umgebung zu einer bloßen Echokammer wird, die wiederholt (und durch Bestätigung quasi in der Welt hält um DIE Welt zu sein) und laut tönend die Ohren zustopft mit dem, was man "selbst meint", "selbst glaubt". Was doch nur noch ist, was man gerne hören würde, was man gerne als DIE WELT bestätigt bekommen möchte. 

Wenn es, so Corbett, in konsumierten Medien nichts mehr gibt, was eines Widerstand erregt, so ist höchster Alarm auszulösen! Hören wir deshalb um Gottes Willen auf, nur Medien zu konsultieren, die wiedergeben, was man gerne hört, und was "bestätigt". Und seien wir zu jeder Form von Wirklichkeit bereit! Suchen wir deshalb vor allem Medien, gerade in dieser Blase der "Truther", derjenigen also, die "die Wahrheit" verkünden, die WIDERSPRECHEN. Die originell sind. Die Widerhaken haben. Mit denen wir uns schwertun. 

Morgen Teil 2) Sichern wir selbst das Wichtige.
Denn die heutige Bibliothek von Alexandria brennt bereits.


*270920*

Donnerstag, 18. Juni 2020

Wer Bücher verbrennt (2)

Teil 2) In der Geschichte der Menschheit gar es noch nie so viele Bücherverbrennungen wie heute - Aber nicht immer sind sie schlecht


Oder nehmen wir die "Neuschreibung" weiter Teile der europäischen Literatur, und hier vor allem der Kinderbücher! Legionen von Lektoren sind seit zehn, fünfzehn Jahren dabei, ganze Bibliotheken nach "unerwünschten Inhalten" zu durchsuchen, und diese zu eliminieren.

Ein dringender Rat an die werten Leser: Wer nach Kinder- und Jugendbüchern sucht, die ihn selbst noch geprägt haben, die er aus seiner eigenen Kindheit und Jugendzeit zu kennen meint, sollte STRENGSTENS darauf achten, daß er diese Bücher - vielleicht für seine eigenen Kinder? - nur ANTIQUARISCH anschafft. Sonst reißt er wie weiland die Trojaner die Mauern der Verteidigung nieder, um jenes Pferd ins eigene Haus zu holen, aus dem nächtens die Kräfte der Vernichtung entsteigen. Glaube der Leser nur nicht, daß es sich bei diesen Änderungen (=Bücherverbrennungen) um vernachlässigenswerte und unwesentliche Haarspaltereien handele!

Suche der Leser in seiner Lektüre möglichst nach Büchern und Ausgaben mit Erscheinungsjahren VOR 1980. Wobei ohnehin generell gilt, daß nur wenig an der heute erscheinenden Bücherflut es wert ist, gelesen oder gar angeschafft zu werden.

Stillschweigend hat man nämlich seither (Schweden war hier Vorreiter, und viele der bekanntesten, beliebtesten Jugendbücher stammen von schwedischen Autoren: Astrid Lindgren, Mira Lobe, und und und). ALLE älteren Kinder- und Jugendbücher neuen ideologischen Anforderungen angepaßt.

Und aktuelle Autoren schreiben ohnehin bereits unter neuen ideologischen Prämissen. Sind also nie Kunst, sondern wertlos, und sollten niemals gekauft werden. Es sei denn, man braucht sie zum Ausgleichen eines gebrochenen Standbeines beim Kellerregal für Winterobst.

Sogar bei der Heiligen Schrift sollte der Leser gut achtgeben. Auch die Bibel wurde und wird heute verbrannt. Millionenfach! Aktuelle Übersetzungen, die an die Stelle der Heiligen Schrift getreten sind, sollte der Leser meiden wie der Teufel das Weihwasser. Sie sind häretisch und damit heils- wie aktuell seelenvernichtend.

Das gilt auch für die neue Einheitsübersetzung. Deren "Verbesserungen", soferne es solche (aber es gibt sie) und nicht nur ideologische Anpassungen sind, sind meist ohne großen Schaden verzichtbar, in den wenigen "guten" Fällen aber auch durch andere Quellen zugängig.

Wie die bislang stets falsch übersetzte, also gar nicht oder nur häretisch verstehbare Stelle "Viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt." Die über lange Jahre den legendären dunklen Stellen im Koran glich. Die dort sogar ein Viertel aller Texte ausmachen, weil nicht verständlich sind (und auch dort lediglich Übersetzungs- und Überlieferungsfehlern zuzuschreiben sind, wie linguistische Forschungen ergeben.)

Eine Stelle, die sogar viel Verwirrung angerichtet haben, weil sie eine (meist im heutigen Sinn "jüdische") Vorstellung von Fatalismus und "Messianismus-Wahn" genährt hat, zu dem das führt. Es muß in richtiger Übersetzung heißen: "Viele sind gerufen, aber nur wenige antworten [diesem Anruf Gottes]".

Apropos Koran. Daß es heute nicht 80.000 Koranversionen, und 1,5 Millionen Hadithen (Episoden aus dem Leben Mohameds, die eigentliche Moralschrift des Islam) gibt, sondern nur ein paar Dutzend bzw. ein paar tausend, sodaß sich die Widersprüche halbwegs in Grenzen halten, verdankt der Islam den umfangreichen Bücherverbrennungen energischer Kalifen im 9. Jahrhundert.

Aber Purifikationen wird man in jeder "Religion" finden. Auch im Katholizismus. Denn so ungefähr ein Pendant zu den Vorgängen im Islam sind die Indexlisten des Vatikan, die auch eine Art Bücherverbrennung waren. Einerseits, um die Lehrgebäude sauber, verläßlich und widerspruchsfrei zu halten, anderseits um das Volk nicht zu verblöden und zu verwirren.

Die sogenannten "apokryphen Bücher", also sicher nicht in der wahren Tradition verfaßte Schriften, haben sogar ganze nächste Religionen gegründet. Der "Gnostizismus", der in der Geschichte schon so viel Schaden angerichtet hat und noch immer anrichtet, lebt davon. So wie die Esoterik heute. Sie bezeiht sich wesentlich auf "Bibelteile", die der Wahrheit widersprechen und eine andere, "bisher geheimgehaltene" Lehre verkünden. (Was natürlich Unsinn ist, die Irrtümer der Gnostik wie der Esoterik sind nicht "geheimgehaltene Wahrheit", sondern schlicht Denkfehler, die halt vielen nicht so einfach erkennbar sind.)

Mit einer Pikanterie am Rande, die vom Islam unterscheidet: Innerhalb der vatikanischen Bibliotheken gibt es von den verb(r)annten Büchern und Schriften ausreichend Studienexemplare, sodaß wir heute in den Lesesälen am Petersplatz rechts zugleich die Häretiker wie deren Korrektur studieren können.

Denn Häretiker und Verderber sind "Auswähler", die einen Teil zu ungunsten eines dadurch zerstörten Ganzen überbewerten. Einen gewissen Funken Wahrheit, und sei er noch so klein, hat aber jeder Häretiker (denn ohne Sein, also Gut, gibt es nichts). Nur braucht es zu dessen Erwägung Rezipienten, die fest im Ganzen verankert sind, sich also eher nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Deshalb sind für manche Menschen gewisse Schriften schädlicher als für andere. Anderseits ist so mancher "Feste" durch schlechte Schriften auch schon gefallen.

Es braucht also in jedem Fall Vorsicht im Umgang mit Schriften. Das scheint niemand so gut zu wissen wie die heutige Zeit!

Denn ganze Bibliotheken, die Generationen von Menschen geformt und deren Gedankenwelt geprägt haben, werden heute und mehr denn je umgeschrieben oder überhaupt aus dem Gedächtnis der Menschheit getilgt. Und nicht nur das, sondern durch ideologische Machwerke ersetzt. Durch nie gesehene technische Möglichkeiten in einer Totalität, die historisch nur noch mit der Sintflut vergleichbar ist.

Es ist nicht mehr drin, was auf (alten, bekannten) Büchern draufsteht! Es sind somit neue Bücher, die die Erinnerung nicht nur auslöschen, sondern - wie perfide! - in einem gigantischen "gaslighting"* in die Irre führen. Denn die alten Schriften sind zunehmend und oft genug sogar per Strafe verbannt! Hier ist auch das Wort von der Bücherverbrennung buchstäblich gemeint.
Was ist das, was heute mit Texten und Büchern geschieht, anderes als eine gigantische Bücherverbrennung?! Die aktuell läuft, die gegenwärtig geschieht, die die Geschichte der Bücherverbrennungen neu schreiben wird! Und die wir so gleichgültig akzeptieren? 
Wir akzeptieren sie, nein, mehr: Wir sind daran beteiligt. Und wir heißen sie zum mindesten gut. Durch unser Schweigen. Das ein Schweigen der Angst ist. Der VdZ hat selbst und permanent wahrgenommen, wie die gesamte Kunstszene - also jene Szene, die Bücher als Stein gewordene Wegmarken der Wahrheit herstellt - bis zur Katatonie von Angst geprägt ist.
Die Charakteristik ist überall gleich. Sie ist gewissermaßen "ewig", steht zur Zeit quer, ist der Zeit enthoben, ist ein "ewiges" Argument weil der Dimension der Wahrheit zugehörig, wie immer man es dreht und wendet. Aus einer dem Guten dienen sollenden Absicht werden Schriften weil bleibende, manifeste Aussagen bekämpft und vernichtet, die in den Augen hehrer, aber neuer Priester der Wahrheit der Entstehung eines Paradieses - als Kultur - im Wege stehen.

Was wir damit sagen wollen ist also, daß es von ziemlicher Unbildung und sogar Dummheit zeugt, wenn jemand die Rede von der "Bücherverbrennung" als unleugbaren Ausweis einer Absicht in der Kulturprägung mit nationalsozialistischer Gesinnung in eins setzt. Der steht zum mindesten in der Gefahr, die aktuell laufenden und im historischen Maßstab nie gesehenen Bücherverbrennungen zu ignorieren.
ACH SO, PARDON, DER VDZ HAT ETWAS ÜBERSEHEN - DANK AN LESER D, DER SOFORT UND MIT STAHLSCHARFEM BLICK DARAUF HINGEWIESEN HAT.  
DIESMAL IST - WIE IMMER - DIE VERNICHTUNG VON BÜCHERN RICHTIG UND NOTWENDIG. WEIL ES DEM GUTEN DIENT. 
UND ES IST RICHTIG, WEIL DIE SITUATION IN DER GESCHICHTE EINMALIG IST: 
IM GEGENSATZ ZU FRÜHER WISSEN WIR HEUTE NICHT NUR VIEL BESSER, SONDERN ERSTMALS, WAS GUT IST.
Es geht also gar nie um die Frage, ob Bücherverbrennungen an sich schlecht sind. Es gibt Bücherverbrennungen, die tatsächlich Sinn haben. Wer seinen Kindern Bücher vorenthält (und verbrennt), die schlecht sind, handelt tatsächlich gut.
Alles ist damit eine Frage nach dem Guten. Nicht nach Bücherverbrennungen. Die gerade die Gegenwart in historisch nie gesehenem Ausmaß vornimmt. Wer Bücherverbrennungen mit dem Wesen des Nationalsozialismus gleichsetzt, verharmlost und vernebelt die wirkliche Problematik maßlos, und will vermutlich nur vertuschen, was er selbst vorhat. 
Alles ist nämlich eine Frage nach Gott.



*Gaslighting ist eine Methode, jemanden geistig zu verwirren, indem man seine Erinnerung insofern täuscht, als man ihn davon überzeugen trachtet, daß er etwas wahrgenommen hat, das es "nicht gibt." Beginnt jemand seiner eigenen Wahrnehmung zu mißtrauen, erreicht man daß sich jemand für "verrückt" hält, macht man ihn restlos von äußeren Diktaten abhängig und beraubt ihn seiner Anbindung an die Welt - die Wahrhaftigkeit der Sinne.


*200520*

Mittwoch, 17. Juni 2020

Wer Bücher verbrennt (1)

Beim Anhören eines Streitgesprächs auf Österreich-TV. Ach, wenn es doch ein Kraut gegen die so grauenhafte Ignoranz selbst der simpelsten historischen Tatsachen. Aus völligem Unsinn zusammengekitteten Argumentekeulen aber bestehen oft ganze Gespräche!

Nehmen wir nur das so oft mißbrauchte Beispiel dafür, daß der andere auf jeden Fall zu den Bösen gehört, die "Bücherverbrennung". Wie oft wird getan, als wären es die Nazis, die das erfunden hätten. Also die "Rechten". 

Lassen wir das einmal, ob und wieweit die Nationalsozialisten (beziehungsweise eigentlich Hitleristen, dieser Begriff wäre viel zutreffender) überhaupt Rechte waren, wieweit sie überhaupt Faschisten waren. Die Geschichte ist voll von Situationen, in denen irgendein Regime egal welcher Façon der Meinung war, daß schriftliche Aufzeichnungen verbrannt gehörten. Und man könnte nicht einmal sagen, daß sie immer unrecht gehabt hätten! 

Na bummsti, gell, werter Leser? Wer sich traut, so etwas zu sagen, der muß ja wirklich vom schlimmsten Zuschnitt sein ... welchen? Egal. Schlimmsten reicht zum Beweis.

Bücherverbrennungen gab es weltweit. Und nicht wenige!" Und seit Jahrtausenden. Tatsächlich. Aber die größte Bücherverbrennung des Abendlandes fand nicht unter den Hitleristen statt, sie fand auch nicht in den Zeiten des Lutherischen Aufräumens mit dem katholischen Aberglauben statt. Sondern ... sie fand in der letzten Dekade des 18. Jahrhunderts statt. Wo unter der Fahne der aufgeklärtesten Aufklärung, unter dem Kult der Göttin Vernunft, in Frankreich statt. Heutigen Schätzungen nach wurden damals vier Millionen Bücher öffentlich und als Opfer vor der Göttin Vernunft verbrannt. Darunter waren mindestens zwanzigtausend unschätzbar wertvolle Handschriften aus dem Mittelalter. 

Vermutlich auch das verschollene, nie gefundene Buch des Aristoteles über den Humor, von dem Umberto Eco in "Der Name der Rose" behauptet, daß es das in einzelnen Exemplaren in Klosterbibliotheken des Mittelalters noch gegeben hat. Auch in diesem Roman wurden Bücher ein Raub der Flammen, auch dort aus Gründen der Weltanschauung und Überzeugung.

Wenn man sich aber schon auf die Suche nach buchstäblichen Bücherverbrennungen machen will, und dann Rangordnungen aufstellen möchte, würde man sofort im China der "Kulturrevolution" 1966 bis 1976 fündig. Wo eine Vernichtung traditioneller Kulturgüter (und damit auch von Büchern) stattfand, wo man auch gleich jene 20 Millionen Menschen totschlug, die diese Bücher besaßen, lasen, gelesen hatten, oder deren Inhalte als Lehrer verbreiteten. Ein Verbrechen, das in der quantifizierbaren wie in der qualitativen Dimension jedes sonstige Verbrechen durch Diktaturen in der Weltgeschichte bei weitem übertrifft. Wenn auch die Sowjetunion unter Stalin nur wenig nachhinkt.

Neben diesen beiden Bücherverbrennungen wirkt die unter Hitler fast kindisch. Vor dem Bösen, das laut seine böse Tat ankündigt, sollten wir uns eben nicht so fürchten. Fürchten sollten wir das Böse, das im Verborgenen und so selbstverständlich wirkt, daß Täter (und oft auch noch die Opfer!) es nicht einmal bemerken, weil es schon habituell geworden ist.

Im (westlichen) Abendland werden Gottseidank nur kleinere Brötchen gebacken, so schrecklich die auch im Einzelnen sein mögen. "Masse" (in jeder Hinsicht) hat mit Osten zu tun, und dies ist die wichtigste Unterscheidung, deren Scheidelinie (seit den ollen Griechen bewußt) am Bosporus, und deren läuterndes Herz im Kaukasus liegt.

Aber auch da gibt es eine klare Nummer eins: Die Bücherverbrennung im Rahmen der französischen Revolution von 1789ff. Sie rangiert allerdings recht knapp vor den Büchervernichtungen, die wir weiteren aufgeklärten Regimen wie dem in Österreich unter dem Sohn Maria Theresias, Josef II., zu verdanken haben. Der ein Kulturgutvernichter war, der auch neben der Kultur- und Büchervernichtung unter Luther bestehen kann.
Der oberste Bücherverbrenner der europäischen Geschichte ist in jedem Fall die Aufklärung. Exakt jene Aufklärung, auf die sich die heutige Zeit als eigenes Paradigma beruft, und umso heuchlerischer auf andere Täter zeigt, um weiter im Verborgenen wirken zu können. Die Gegenwart ist deshalb die Zeit der schlimmsten weil globalen Bücherverbrennung in der Menschheitsgeschichte. Sie agiert deshalb so effizient und heimtückisch, weil die wahren Bücherverbrenner nicht angeprangert werden dürfen.
Gut, in der Methode hat sich manches geändert, und da wollen wir nicht kleinlich sein. Bleibt die Tatsache, daß in unserer jüngeren Geschichte und als Fundament der heutigen Geistesverfaßtheit die schlimmsten Bücherverbrennungen stehen.
Ob per Flamme, oder durch Verschüttung von Büchern in Schlaglöcher auf Straßen, wie in Österreich in Massen geschehen, wo die wertvollsten Klosterbibliotheken (der VdZ hat sich über die damaligen Vorkommnisse im niederösterreichischen Zisterzienserstift Zwettl eingehend vor Ort kundig machen können) "gesäubert" und vernichtet wurden, unterscheiden wir einmal nicht, weil der Intention und Wirkung nach keine Unterscheidung gegeben ist.
Oder in einer anderen Methode, die unserer Zeit eben angemessen ist. Wir meinen die Vernichtung von Geschriebenem durch Google, Facebook und Twitter, die alles bisher Geschehene noch übertreffen dürfte. Die erst jetzt so richtig Fahrt aufgenommen hat, und deren Ende gar nicht absehbar ist. 
Deren Geschichte der Bücherverbrennung steht erst am Anfang, obwohl sie im historischen Maßstab schon so gewaltige Dimensionen angenommen hat, daß die paar zehntausend Bücher, die die Nazis verbrannt und verbannt haben, und die eher Signalwirkung hatten, wie ein Fliegenschiß dagegen wirken.

Zumal es alle diese verbotenen, verbrannten Bücher im Geheimen noch gab, und noch heute gibt. Denn JEDES Buch, das damals unerwünscht war, ist nicht nur der Überlieferung erhalten geblieben, sondern kann heute per Knopfdruck ins Haus geholt werden. Sieht man von jenen Büchern ab, die zur Zeit der Nazis tatsächlich oder in den Augen einiger Heutiger "gefährliches Gedankengut" enthielten. Die werden noch heute verbrannt. Buchstäblich.

Man denke an das Theater rund um Hitlers "Mein Kampf". Ein freier Zugang dazu hätte übrigens viel Unsinn verhindert. Denn die Lektüre dieses "gefährlichen Buches" vermag mehr vom Hitlerismus, der hauptsächlich von erfundenen Mythen lebt, zu heilen, als zu überzeugen.

Bücher, die nicht nur nicht erhältlich sind, sondern deren Besitz sogar strafbar ist. Oder muß "nachweislich rein wissenschaftlichen Zwecken" dienen darf. Also nicht ihrer ursprünglicheren, ganzheitlichen Bestimmung "als Buch" entzogen werden sollen. Nicht wenige Bücher jener Zeit und Geistesrichtung sind aber auch einfach "verschollen". Verbrannt, auch physisch, nach dem Zweiten Weltkrieg, oder auf andere Weise aus dem Gedächtnis der Menschheit zu löschen versucht.

Morgen Teil 2) In der Geschichte der Menschheit gab es noch nie so viele Bücherverbrennungen wie heute - Aber nicht immer sind sie schlecht



*200520*

Dienstag, 9. Juni 2020

Der Beginn des Weges zum Ende (2)

Teil 2) als Fortführung der Anmerkung - 

Warum der Beginn der wissenschaftlichen Weltanschauung 

das Ende allen Wissens ist


Das alles ist prinzipiell aber noch ein völlig normales, natürliches Geschehen! Weil Wissen, das ein geglaubtes Wahrsein ist, immer an Hierarchie und Autorität, weil an persönliche Übermittlung, an Offenbarung und Glaubwürdigkeit gebunden ist. 

Die Theorien über "Massenpsychologie" usw. usf. versagen in diesem Punkt sämtlich, weil sie einem falschen, nicht erhellten Menschenbild folgen. Zum Gegenteil, wird der Ausweis, "nicht vermasst" zu sein, sogar noch zu einem irrationalen, rein emotional verankerten (erkennbar daran, daß er benutzt wird) Wirkfaktor der Selbstabschließung, als der selbst verhängten Ausschließung der Wahrheitsfindung als Teilhabe an ihr in interpersonalen Prozessen.
Wahrheit beziehungsweise deren Findung ist immer ein Prozeß des Zeugens und Empfangens, weil jedes Begegnen von Menschen der Grammatik der Begegnung von Mann und Frau folgt. Wobei die Verteilung der Rollen in einem Gespräch in gewisser Weise auch wechseln kann, ja praktisch immer wechselt. Die Ebenen innerhalb einer allerdings die Begegnung im Ganzen umgreifenden und bestimmenden Hierarchie sind komplex und abgestuft.
Immer aber ist Wahrheit ein "Ort", den beide Dialogpartner betreten, und der die Teilnehmenden charakterisiert, sofern sie das zulassen wollen zum Guten, sofern sie es verweigern auf komplexe, aber andere, in jedem Fall reaktive Weise. Jeder Mensch steht prinzipiell der Wahrheit selbst in der Charakteristik eines Empfangendes gegenüber einem Spendenden.
Und hier wird vielleicht verstehbarer, wenn es denn heißt, daß die Wahrheit Person, und welthaft (als "in" der Welt wie "Welt schaffend") in der Person der inkarnierten Person im dreipersönlich-dreifaltigen Gott - Jesus Christus - ist. 
Aber daß die Menschen so nach Gallionsfiguren hecheln, wie wir es heute beobachten, ist nicht prinzipiell "falsch" oder "schwach". Sondern folgt prinzipiell, also dem menschlichen Wesen entsprechend, einer wahren, richtigen, natürlichen, also gottgewollten und -geschaffenen Wesensgrammatik. 

Eine Suche, die freilich unter diesen Voraussetzungen der Spaltung von offiziellem Narrativ und absoluter Wahrheit (noch dazu unter der Bedingung, daß eine "gewählte" Regierung niemals im Absoluten verankert ist, und deshalb niemals legitim ist) immer unbefriedigend endet, also rastlos wird weil werden muß.
Das ist der Beginn des Fanatismus als Generalzustand einer Gesellschaft. Denn nur noch die subjektive Anschauung, das "Gewußte", vermag im Sein zu verankern. Jeder wird zu dem, was er "weiß", das wiederum das ist, was er JEMANDEM glaubt.
Jeder bezieht sich somit zwar auf Personen als autoritative Quellen, aber es gibt keinen offiziellen (weil im absoluten verankerten) Legitimitätsausweis, es gibt keine offizielle Hierarchie der Wahrheiten hin zur einen, alles umfassenden und einenden Wahrheit. Mehr. Denn das ist immer die Aufgabe der Religion, diese Hierarchie zu schaffen.

Das zu umgehen war aber aller Sinn des Strebens, das im Wesen immer auf dem Boden der Rebellion von Menschen aufgerichtet ist, die Kirche aus dem öffentlichen Leben und hierarchischen Gefüge mehr und mehr auszuschalten. Wie es erstmals in Luther so konkrete Gestalt annahm und in der Aufklärung zum säkularisierten, zivilen Ziel wurde.
Bis zum grotesken Leitspruch einer angeblich der Wahrheit dienlichen "Trennung von Kirche und Staat." Damit hat man die Logik der Welt aber völlig aus dem göttlichen Plan herausgeschält. Und damit ist die Welt sogar aus der Erkennbarkeit herausgefallen. Der angebliche Beginn der Wissenschaft als neuer Autorität ist also in Wahrheit das Ende allen Wissens. 
Wie in einem Kartenspiel gleichen heute somit Gespräche, die an und für sich dem Herausschälen der Wahrheit in der Rhetorik und Dramatik der Begegnung von Menschen (als jeweiliges "Du") dienen sollten, oft nur noch dem Ausspielen von subjektiv hochgehaltenen Trumpfen, in der Hoffnung, daß das eigene sticht. Trumpfe, denen aber das Entscheidende fehlt: Die Legitimität, die Legitimisierung durch das Absolute, dem als Repräsentanz eine Regierung noch am nächsten kommt. Die aber nur von Gott kommen kann.

Die Menschheit ist ab dem Punkt rettungslos verloren, an dem die Präsenz Gottes im Fleisch (und das ist die Kirche) verloren geht. Ab da ist sie sich selbst und damit der völligen Ungewißheit überlassen. Mit allen Dynamiken, die oben angedeutet wurden.



*200520*

Mittwoch, 12. Februar 2020

Schwindler und fanatische Gläubige bedingen sich

Schwindler gegen fanatische Gläubige im Klima Report der Lancet Kommission

Es ist wissenschaftlich unmöglich (wobei ich höhere, wunderbare Intervention offenlasse) das Weltklima dazu zu bringen, aufzuhören, sich zu wandeln. Es hat sich immer verändert. Es wird sich immer ändern. Jedes Kind, egal wo es geboren wird und egal wann, wird unter den Schlingen und Tücken eines sich wandelnden Klimas leiden.

Das wird immer so sein. Zu behaupten, daß das auch anders sein könnte, heißt zu lügen (wie die Schwindler) oder es zu wünschen (wie die fanatischen, wahren Gläubigen). Solche Behauptungen lassen sogar Zweifel aufsteigen, ob diese Wissenschaftler jemals auch nur ein Geschichtswerk gelesen haben. Denn dann wüßten sie um die unzählbaren und endlosen Geschichten von Menschen, die vom Wetter betroffen oder beeinträchtigt worden sind. So daß man sich die Frage stellt wie diese falsch- oder unbelesenen Leute auf die Idee kommen konnten, daß "Klimawandel" etwas sei, das erst vor fünfzig Jahren angefangen habe, und daß er irgendwie auch gestoppt werden könne. So etwas zu denken, kann man nur als Ergebnis bösartiger Ignoranz bezeichnen.

Denn kümmern sich Schwindler gar nicht darum, was das gegenwärtige Klima tut. Sie werden auch dann noch sagen, daß es schlecht steht, wenn alles bestens ist. Wahrhafte, fanatische Gläubige werden (als jene leicht erregbaren Naturen, die sie nun einmal sind) ohnehin immer und dankbar jede Lüge nachbeten, die ihnen Schwindler erzählen. Lügen wie "Hurricane nehmen an Zahl und Größe zu!"

Sie können einem Schwindler Statistiken zeigen, die seine Lüge entlarven. (Deutsche Übersetzung hier.) Aber was wird er tun? Er wird lächeln. Und dann sagen: "Hurricane nehmen an Zahl und Größe zu!"

Zeigen Sie anschließend dieselbe Statistik einem wahren Gläubigen. Er wird sie glauben, und das ist im übrigen gar nicht anders als beim Schwindler.  Aber er wird anders reagieren. Wie? Zuerst einmal wird er Sie überraschen, denn was wird er sagen? "Hurricane nehmen an Zahl und Größe zu!" Er sagt das aber nicht, weil es jetzt wahr ist - wahre Gläubige sind keine Lügner - sondern weil er WILL, daß es wahr ist. Es MUSZ wahr sein. Sein wahrer Glaube garantiert das. 

Was erklärt, warum mit Fakten zu argumentieren, "Evidenzen" und alles das vorzulegen, in dieser ganzen Debatte so wenig Positives bewirkt. Schon gar nicht sollten Sie also glauben, daß Sie mit Argumenten Ansichten verändern können. Etwa indem Sie mit handfesten Daten die herbeiphantasierten Behauptungen einer rotznäsigen "Wie könnt ihr es wagen!"-Schwedengöre widerlegen.

Aber was ist dann sonst die beste Strategie, oder gar die besten Strategien, wenn sich nichts ändern läßt? Soll man nicht etwa die Schwindler herausfordern? Oder versuchen, die Gefühle der wahren Gläubigen anzusprechen?

Auch das bringt alles nichts. Einen wahren Gläubigen kümmert es herzlich wenig, wenn man ihn ignorant nennt. Er legt wenig Wert auf Sternchen im Klassenbuch und tolle Ehrentitel, selbst wenn er manchmal tatsächlich solche haben sollte. Er KENNT die Wahrheit. Wirf ihm egal welchen Namen an den Kopf, es nützt nichts. Es wird in jedem Fall seinen Glauben nur bestärken. Vor allem wird es ihm bestätigen, daß Sie ihn nicht so "hassen" würden, wenn seine Wahrheit nicht so wahr wäre!

Schwindler schätzen es freilich nicht, wenn man sie widerlegt, ihre Ignoranz aufdeckt, oder sie Lügner nennt. Das bringt allerhöchstens ein bißchen, wenn diese Beschuldigungen von ganz kompetenten Autoritäten stammen. Also nicht von Leuten wie Ihnen oder mich, werter Leser: Es würde nicht einmal etwas bringen, wenn das von Tom Steyer käme, von diesem sonderbaren demokratischen Fondsmanager mit seinem einträglichen Klima-Bachelor und riesigen Appetit auf den Präsidentensessel. Wir alle werden (derzeit) den Schwindler nicht erschüttern. Dazu müßte schon - einmal angenommen - ein Mann der Kategorie eines Donald Trump diese Knöpfe drücken. Dann wird sich etwas bewegen. Wenn auch nicht viel.

Das grundsätzliche Problem ist, daß Schwindler nicht offen auftreten. Sie denken hoch effektiv, und zielen vielmehr von Haus aus auf wahre Gläubige ab. Denn das ist auch wirklich eine riesige, lohnende Zielgruppe. Ein Schwindler, den irgendein Politiker bloßstellt, wird dieser Gruppe gegenüber sofort für sich beanspruchen, Opfer einer hinterhältigen Attacke geworden zu sein, und jeder wahre Gläubige wird es ihm abkaufen. Wenn ein angesehener Wissenschaftler dasselbe tut, ihn bloßstellt, sitzt der Stachel zwar ein wenig tiefer. Selbst wenn es sich um einen ehrlichen, bestens beleumundeten Mann der Forschung handelt, wird der Schwindler, unterstützt von einer unbesiegbaren Armee von wahren Gläubigen, ganz sicher einen Weg finden, den Wissenschaftler ins schiefe Licht zu rücken. Indem er ihm nicht zuletzt vorwirft, Geld zu nehmen. Eine Anschuldigung von der man sicher sein kann, daß sie jeden Schwindler bis in die Haarwurzeln so intensiv erröten lassen würde, daß seine Venen platzen. Denn kein Gedanke ist ihm ferner.

Sie sehen, das Problem ist tatsächlich kaum zu lösen. Schwindler ebben und fluten, in direkter Proportion zur Evidenz, in der wir feststellen könnten, daß es um das Wetter eigentlich gar nicht so übel bestellt ist. Weil sie nämlich die reichen Erträge und die wachsenden Möglichkeiten für schmutzige Geschäfte sehen, darum geht es in Wahrheit. Wahre Gläubige sind in diesem Spiel sowieso dazu geboren, den Reden der Schwindler aufmerksam zuzuhören. Immerhin gibt es gewisse Überschneidungen bei den beiden Gruppen.*

Naja, lassen wir das. Und fragen uns stattdessen, wie es denn nun mit dem eigentlichen Report aussieht? Bestätigt er das Gesagte? Können wir bei ihm dann folgerichtig unterscheiden, welche seiner Teile von Schwindlern, und welche von wahren Gläubigen geschrieben worden sind? 

Hören wir aber einmal nur dieser schamlosen Kuppelei zu, die sich gleich zu Anfang des Lancet Report darbietet:
Ein heute geborenes Kind wird eine Welt erleben, die im Durchschnitt mehr als vier Grad wärmer ist als die des vorindustriellen Zeitalters. Mit dem Faktor Klimawandel, der die Gesundheit von der Kindheit über die Zeit als Erwachsener bis zum hohen Alter. Weltweit aber sind Kinder unter jenen, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sein werden.
Wer hat das geschrieben: "Von der Kindheit über die Zeit als Erwachsener bis zum hohen Alter" - ein Schwindler oder ein wahrer Gläubiger? Der Versuch, hohe Literatur zu produzieren, würde ja schon einmal einen wahren Gläubigen vermuten lassen, aber sicher kann man noch nicht sein. Solange man nicht die absolute Lächerlichkeit der Aussage hernimmt (denn ja, Sie haben richtig gelesen, sie ist total lächerlich!). Denn nun wird die Sache eindeutig. Die Passage stammt von Anfang bis zum Schluß von wahren Gläubigen. 

Dieses "und was ist mit den Kindern!" im letzten Satz schaut allerdings aus wie eine scharfe Diagnose, darum waren da Zweifel da. Und von diesen stammt sie wohl auch wirklich. Denn das ist der Lernstoff in der Schule der Schwindler, wie er dort immer noch gleich zu Beginn der ersten Klasse unterrichtet wird. 

Führen wir uns nun das nächste Absätzlein zu Gemüte. Gleich folgend lesen wir nämlich die folgenden Sätze:
Folgt man den Trends in den globalen Erntemengen für alle maßgeblichen Erntefrüchte seit 1960, erkennt man die Bedrohung für Nahrungsmittelproduktion und Lebensmittelversorgung durch den Klimawandel. Wobei oft vor allem Kinder am schwersten von den möglichen dauerhaften Auswirkungen von Unterernährung betroffen sind ...
Diese Passage halte ich für gemischter Herkunft. Vor dem Punkt stammt es nämlich von Schwindlern, nach dem Punkt aber von den wahren Gläubigen. Dieses Beispiel eignet sich sogar sehr gut, Art und Weise eines bestimmten Betrugs nachzuweisen. Denn eigentlich liefert die Aussage sogar schon ihr Gegenargument. Denn die Nahrungsmittelernten weltweit sind seit den 1960ern GESTIEGEN, und steigen noch. Dennoch wird hier das Gegenteil behauptet. Wie ist das möglich? 

Tja, Herrschaften, durch einen eleganten Trick. Denn es wird ja gar nicht behauptet, daß sich die Aussage auf momentane Ernten bezieht. Vielmehr bezieht sie sich auf mögliche, präziser: Auf mögliche zukünftige Ernten! Genauso funktioniert Schwindelei, man muß das fast bewundern: Wir wissen also, wer es geschrieben hat ... die Schwindler. Denn wahre Gläubige sprechen eher selten auf diese oder ähnliche Weise. Die sind sowieso sicher, daß Lebensmittelknappheit eintreten wird, oder daß es sie längst gibt.

In dieser Art geht es in dem Report weiter, viele viele viele Seiten lang. Damit wird außerdem gewährleistet, daß das Zeug niemand vollständig liest. Schon deshalb sollte sich der Leser aber ermuntert fühlen, sich den Spaß anzutun, und alles einmal durcharbeiten. Gehen Sie ihn durch, und finden Sie Beispiele, die sicher von Schwindlern stammen. Dann gehen Sie her und suchen Sie Beispiele, von denen Sie mit derselben Sicherheit sagen können zu meinen, daß er aus der Feder von wahren Gläubigen stammt.

Daß das gesamte Ding ein einziger Schwindel ist, ist zwar schon alleine durch die Überschrift hinlänglich belegt. Ich wollte Sie, geneigter Leser, aber dazu ermuntern herauszufinden, WARUM wir davon so überzeugt sein können. Und gebe dazu nur einen Hinweis, wo die Lösung liegen könnte: Begeistertes, hingebungsvolles Engagement ...





*Anmerkung des VdZ: Die einen brauchen existentiell die anderen. Man kann meist nicht einmal sagen, wer wen benützt. Ähnlich, wie Hörige das Gegenteil von Gehorsamen sind, sind wahre, fanatische Gläubige keineswegs das Gegenteil von jenen Schwindlern, denen sie angeblich auf den Leim gehen.



Freitag, 24. Mai 2019

Früher hat es das nicht gegeben

Was Gerhard Polt hier auf die Bühne legt, geht auch dem Zuschauer in die Knochen und macht nicht mehr ganz unterscheidbar, was Bühne und was Realität ist. Der Leser möge also ein bißchen gewarnt sein, es könnte ihm so gehen wie dem Polt. Der ein Bild heraufbeschwört, das die Frage aufwirft, wieweit man sich der Gegenwart überhaupt noch nähern kann, ohne so viel auszublenden, daß man nicht mehr sicher sein kann, ob wir nicht alle in einer Scheinwelt leben, um es noch auszuhalten.

Vielleicht aber liegt es an etwas ganz anderem. Was Polt hier nämlich macht, und wenn er es bewußt macht, kann man endgültig nur den Hut vor ihm ziehen, ist, daß er eine Wirklichkeit provoziert, die zeigt, in welchem Maß wir bereits in einer reinen Medienwirklichkeit leben, einer Zweitwirklichkeit, einer Pseudologie. Die damit arbeitet, bzw. daraus besteht, daß die Teilaussagen wahr sind. 

ABER ihre Relevanz für das reale, gelebte Leben ist anders. Medienwirklichkeiten sind nämlich nur ein Teil, ja meist nicht einmal ein relevanter Teil unseres wirklichen Lebens. Das ursprünglich aus einer Umgebung genährt wird und sich darauf bezieht, die auf Selbstverständlichkeiten und nonverbaler Kommunikation beruht. Aus Riten, aus Kulten, aus Gesten, aus Ritualen. Das läßt sich in Polts Vortrag sehen - er beginnt nämlich mit "früher", mit seiner Zeit als Lausbub.

Was sich seither verändert hat? Aus einer nonverbalen Welt des Hinwaberns auf eine gesunde, gesamte Persönlichkeit inmitten einer mitmenschlichen Welt wurde eine Welt des medialen, pseudologischen Bewußtseins. Das uns von den eigentlichen Lebensgrundlagen wegzieht. Dort ist dann jeder Fanatismus, jede Hysterie überhaupt erst zuhause. 

Solange wir in unserer unmittelbaren Umgebung verwurzelt sind, bleibt alles ruhig. Alles hat noch seinen Platz, und diese erste, "früher" erlebte Welt ist der Boden, der Rahmen in dem alles spätere seinen Platz erhalten wird. Ist dieser Rahmen fest und gut gefügt, ruhen wir gewissermaßen in einem geordneten Nonverbalen, das auch unsere Umwelt mitträgt wie zurückgibt, hat somit auch das, was uns als Erwachsener passiert, seinen Ort, wird erträglich, weil es im Ganzen gesehen relativ wird. Und zwar, weil es vom Leben, der Gesamtwirklichkeit selbst aufgesogen und an der richtigen Stelle eingeordnet wird.

Machen wir aber alles von der reinen Logik abhängig, soweit sie uns nämlich zur Verfügung steht, geraten wir in einen Sog der Unausweichlichkeiten. In dem wir wissen, daß etwas - mit uns! - nicht stimmt, aber wir nichts mehr haben, um gegenzusteuern. Denn durch die Gedanken, die Wortdynamik selbst ausgelösten Handlungsimpulsen steht kein Werkzeug mehr zur Verfügung. Kurz angedeutet: Die Gedanken (und das muß vor allem auch als Medienkritik verstanden werden) stammen aus Kreisen, die gar nicht unseren Lebenskreisen entsprechen.

Worin sich das zeigt? Darin, daß wir erschreckend oft von Dingen reden, an die wir sogar unsere Identität verhängen, für die wir streiten, kämpfen, ja sterben, von denen wir im Grunde nicht den Funken von Ahnung haben. Die wir deshalb auf einige Aspekte reduzieren, jene Aspekte nämlich, die unserem eigenen Lebenskreis entstammen (ihm aber in Wirklichkeit gar nicht entsprechen, was sich am Mangel an Reziprozität beweist). Daran, als Beispiel, daß wir über "Politik" alltäglich quatschen, ohne daß uns das entscheidende zur Verfügung steht, um politisch reden zu können: Daß wir selbst Politiker sind, und die Politiker wählen, weil wir sie real kennen. Sodaß sich in unserer Medien- und Scheindemokratiewelt immer offensichtlicher unsere Gesellschaftsform als Blindgänger, als Schein und als Katze erweist, die sich in den eigenen Schwanz beißt und meint, die Maus zu haben. Die eine "Meritokratie" geworden zu sein vorgibt, als Katzenlohn, den wir uns gönnerisch vorschmeißen, weil wir meinen, am Schluß doch mehr davon zu haben als der andere.

Diese Zusammenhänge selbst können schon nur noch rationalisiert werden, und zu rationalisieren ist nicht denken! Es ist nur ein Selbst-Rechtfertigen. Denken ist nämlich das Ordnen von Begriffen, deren Beziehung zueinander ... aus dem Nonverbalen, dem "unsichtbaren Dahinter" kommt. Erst dort, in der Wirklichkeit der Beziehungen, in der Grammatik, gibt es keine Irrationalität (was nur scheinbar ein Paradox ist). Die wir also begriffen (nicht "verstanden", denn das ist wieder nur rationalisieren) haben. Somit baut sich eine psychogene Energie auf, die aber nicht abgeführt werden kann, weil sie dem Handlungsrahmen (Stand, Ort, Beziehungspunkt) des Menschen nicht entspricht. Der Mensch beginnt "durchzudrehen". Deshalb muß man sogar sagen: Was Polt hier in seinem zum Anfall gesteigerten Wortschwall sagt, ist nur scheinbar richtig. Es ist im Ganzen gesehen aber falsch.

"Früher. Da hat es keine Politik und keine Umwelt gegeben," sagt Polt. Sagt er es aus besagten Gründen? Dann große Verneigung vor dem Meister. Und möglich wäre es ja. In Polts Lebenswerk zeigt sich (v. a. im Spiel mit dem Absurden) eine Linie, die durchaus dorthin hätte führen können.







*060319*

Freitag, 16. November 2018

Wer nicht spurt ist ein Nazi

Über den hervorragend gemachten Dokumentationsfilm "Der Bauer und sein Klima" haben wir an dieser Stelle bereits vor einem Jahr berichtet. Hier bringen wir ein Interview mit seinem Macher Marijn Poels. Der davon berichtet, mit welchen Reaktionen er zu tun hatte. Zumal es neben viel Zustimmung auch Kritik gab. Damit hätte er kein Problem gehabt. Aber mit der Aggressivität, die ihm fallweise entgegenschlug, damit hatte er zunehmend persönliche Probleme. Sodaß er sich für einige Zeit aus der Öffentlichkeit zurückzog, um sich zu schützen. 

Man kann das Thema in unseren Ländern nicht einfach frei diskutieren. Es ist schwer dogmatisiert. Ihm, der früher immer als Linker galt (und das ja eigentlich ist), wurde natürlich auch unterstellt, Nazi zu sein. Nur, weil er es wagte, ganz offen Fragen zu stellen und zu zeigen, was er sah, was ist. Und das ist auch die für ihn überraschende Feststellung, daß die Klimaforschung extrem politisiert ist. Wofür er früher so gelobt wurde - eine kritische Herangehensweise - wird ihm nun negativ ausgelegt.

Insgesamt fiel ihm auf, daß die Klimakatastrophik ein riesiges Geschäftsfeld geworden ist, wo sich viele bedienen. Und das die Landwirtschaft dramatisch verändert hat. Nicht zum Guten. Die sogenannte "grüne Wende" in der Energiewirtschaft ist gar nicht so grün, wie sie sich ausgibt. Unter anderem hat sie die Folge riesiger Monokulturen und durch die Subventionspolitik wird jede herkömmliche Landwirtschaft regelrecht ausgerottet. Der Bauer ist zum Energielieferanten geworden, er liefert gar keine Lebensmittel mehr. Die Energiewende (die Poel als notwendig ansieht) hat das Ergebnis gebracht, daß man über das Thema nicht einmal mehr reden kann. 

Deshalb hat sich der Themenkreis, mit dem er sich in seinen nächsten Arbeiten - er will den Klimafilm als erste Teil einer Trilogie nehmen - befassen will, verschoben. Es sieht nun als Problem, daß wir in einer Gesellschaft leben, in der "zu habende" Sichtweisen so dogmatisch behandelt werden, daß selbst im alltäglichen Leben jede abweichende Meinung unterdrückt wird.

Selbstverständlich hätte er auch den Fürsprechern für eine Klimakatastrophe mehr Filmzeit eingeräumt. Aber ziemlich überraschend hat ihm das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, das mit seinem (ehemaligen) Chef Schellnhuber über Jahrzehnte wortführend in der Debatte war, jedes Gespräch verweigert.

Rein sachlich machte ihm am meisten zu schaffen, daß sein Film von sämtlichen Medien ignoriert wurde. Damit ist es schwer, mehr Öffentlichkeit zu generieren. In den Medien herrscht in seinen Augen eine seltsame Übereinstimmung, nur einseitig alarmistisch über das Thema zu berichten. Sie wollen Meinung bilden, nicht die Information dafür liefern, daß sich die Menschen ihre Meinung selbst bilden. Ein Zugang wie Poels ihn hier (wie immer) gepflegt hat - offen für alle Seiten zu sein - wird überall als "rechts" gesehen, und damit als gefährlich. Darüber hinaus wurde ihm glatt unterstellt, daß er von der Ölindustrie finanziert werde.








*141018*