Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Donnerstag, 9. September 2021
Das ewige Rätsel Mensch
Dienstag, 29. September 2020
Um Gottes willen! (2)
Hören wir aber ebenso auf, jene Medien zu konsumieren, zu denen wir uns in völligem Widerspruch sehen. Auch das kann zur Sucht werden, und ist vor allem Teil desselben Selbstbestätigungsprozesses, der eigenen Echokammer. Wo wir wie in einer geheimen Aufgeilungsinszenierung immer wieder darin bestätigt werden, was wir garantiert NICHT hören wollen, und was wir GARANTIERT ablehnen.
Was immer auch in der Welt passiert, was immer auch an Information und Medienpräsenz auf uns eindringt, tun wir um Gottes willen alles, was uns das Wesentlichste erhält. Und das ist der Sinn für die Wirklichkeit, der in seinem Wesen bipolar und auf eine Weise kontradiktisch ist: Denn er ist einerseits stets subjektiv, jawohl, und zwar in unserer Rezeption, er ist aber seiner wahren Herkunft nach objektiv, nämlich als Datum der Welt. Und diesen gegenüber müssen wir offen bleiben, damit wir hören, was zu hören ist, damit wir sehen, was es zu sehen gilt.
Denn auch dann gehen wir den Oligarchen auf den Leim. Wenn wir uns sogar in unserer Opposition von ihnen anleiten lassen, und uns in eine Themenlandschaft führen lassen, die wunderbar logisch und blutvoll klingt und aussieht, die aber in Wahrheit auf eine völlig falsche Spur führt. Indem sie uns eine Wirklichkeit vormacht, die gar nicht DIE WIRKLICHKEIT ist.
Die oft genug, ja die vielleicht sogar in ihrem wesentlichsten Grundton so ganz anders lautet als jener Ton hinausposaunt, der uns als Grundton der Welt erscheint weil erscheinen soll, auf dem dann sämtliche Mehrtönigkeiten aufbauen, die angeblich Welt und Wirklichkeit sind. Und dabei nicht als Müll und Tand bedeuten, der uns von morgens bis abends beschmutzt und uns vor lauter "Aktivität" taub und blind macht. Auch wenn sich scheinbar ALLE danach richten und so tun, als ginge es darum. Und dabei nur in einem lächerlichen Scheintheater mitspielen, das eine Zweitwirklichkeit ist, die mit der wirklichen Wirklichkeit nichts, aber wirklich gar nichts mehr zu tun hat.
Montag, 28. September 2020
Um Gottes willen! (1)
Der VdZ würde diese nächste Stellungnahme von James Corbett aber nicht bringen, würde sie nicht genau darauf Bezug nehmen, was auch der VdZ selbst als so wesentlich sieht. Denn inmitten eines täglich auf einen einprasselnden Sturzregens - die "Informationen" der Medien, denen man so gut wie nicht entgehen kann, bleibt man so irgendwie wenigstens mit der Zeit verbunden - ist es von immenser Bedeutung nicht jene innere Stimme zu überhören, die einem aus dem realen, aus dem wirklichen Erfahren der Welt aufsteigt.
Und DIESE Stimme ist es die einem sagt, was wirklich wichtig ist! Diese Stimme ist es, die einem sagt, wo jener Strom der Wirklichkeit liegt - und der ist immer unsichtbar, ist seinem Wesen nach unsichtbar, denn er ist geistig, er ist eine abstrahierende Linie und Sprachkomposition - der die Welt WIRKLICH, also ihrem Wesen nach, trägt und treibt und bewegt.
Muß man nicht immer wieder staunen, in welchem Ausmaß sich "Meinungen" und Sichtweisen im Laufe der Zeit ändern können? Möge doch jeder Leser seine eigene Vergangenheit ansehen! Ist es nicht aus diesem Grunde zumindest höchst unverantwortlich, sich diesen Wandel zu verbauen bzw. einen Wandel der Anschauungen zu verbauen, auch durch zu monistische Festlegung von Identitäten? Braucht es nicht für jeden eine gewisse Distanz zu sich selbst?
Und ist aus dieser Notwendigkeit, die erst eine Gesellschaft egal welcher Gestalt übrigens menschlich und erträglich macht, nicht jener Geist geboren, den man gemeiniglich mit ... Sinn für Humor! ... bezeichnet?
Ist es (in einer Gegenprobe) nicht dieser Sinn für Humor, der jene Nagelprobe jeder Gesellschaft bedeutet, in der sie sich als Un-Kultur weil als Haltungs- und damit (!) Gestalt wie weil Tugendlosigkeit einerseits, in Totalitarismus anderseits scheidet, auf daß erst eine menschliche, wahrhaft humane Gesellschaft entstehen, atmen, leben und ... verwehen kann, denn (siehe das AT-Buch Kohelet) alles Windhauch ist, was dem Menschen eignet, weil alles Spiel in den Augen dessen ist, dem alles eignet ... Gott?
Corbett warnt also völlig zu Recht davor, sich von den Medien überhaupt vorgeben zu lassen, was denn "Thema des Tages" ist, egal von welcher Seite sie präformiert sind. Denn das ist das, worum es doch eigentlich geht.
Es geht NICHT (so sehr) darum, ob jene oder diese "Information" stimmt oder nicht stimmt, richtig ist oder falsch, Lüge oder Wahrheit ist (und vor diesem Wort sei an dieser Stelle einmal richtiggehend gewarnt, vor allem wenn man damit nur "richtig" meint, nicht "wahr") Seien wir doch endlich, endlich vorsichtiger in dem, was uns vorgeworfen wird als das, was die Welt - angeblich! - bewegt.
Gerade die sogenannten alternativen Medien verfallen fast ausnahmslos in diesen Fehler. Sie übersehen dabei aber - und die Zusammenhänge sind tief und wesentlich - daß sie in Wahrheit genau jenen Kräften auf den Leim gehen, ja genau von jenen Kräften und Mächten gesteuert werden, denen sie angeblich entgegenstehen.
Den einen Krieg - und die Menschheit befindet sich von Anbeginn der Zeiten an in einem Krieg, im Krieg gegen den Nichter, den Satan, gegen das Böse - gewinnt nicht der, der die stärkeren Heere (oder "Argumente") hat. Auch nicht der, der "Massen mobilisieren", die "Leute auf die Straße bringen" kann. (Was für ein lächerlicher, in seinen Wirkungen aber fataler und dem Guten völlig kontraproduktiver Unsinn, übrigens!)
Sondern einen Krieg gewinnt der, der auch die Bewegungen des Feindes beherrscht. Der also BEIDE SEITEN eines Krieges bewegen kann. Der in der Lage ist, die wunderbarsten Schlachten zu inszenieren, ohne daß die Beteiligten bemerken, daß sie sich in einem Schaukasten befinden, der in den Wohnzimmern der Mächtigen zu deren Belustigung steht.
Und die sich, während die "Guten" auf den Straßen demonstrieren, und eine Wahrheit nach der anderen in den Medien verkünden (und dafür alles Blut vergießen, weil es ja angeblich um "Meinungsfreiheit" geht, etc. etc.), mit einem Glas besten Cognacs in der einen, die dezent qualmende Zigarre aus den herrlichsten Lagen Kubas in der anderen, zuprosten.
Und dann ihren Kindern liebevoll lässig auf den Po klapsen, damit diese zu Bett gehen, und dem Sonnenuntergang zusehen, in milder toskanischer Luft. Ha, sagen sie dann, was für ein herrlicher Tag, ha, sagen sie, was für ein herrliches und ungefährdetes Leben, in dem man alle Fäden in der Hand hat.
Werter Leser, halte er um Gottes willen seine inneren Ohren offen. Sei er um Gottes willen vorsichtig und behutsam. Sei er um Gottes willen jeden Morgen mit Zittern und Bangen bereit, die wahre Stimme der Wirklichkeit - die Stimme Gottes, der durch diese Welt, der durch die Geschichte spricht! - zu hören. Um sie (buchstäblich) UM GOTTES WILLEN nicht durch das Getöse der Medien und der Menschen, die sich von diesen Medien formen und aufpeitschen haben lassen, zuschütten und stumm machen zu lassen.
Deshalb warnt Corbett mit ebensolchem Recht auch davor, sich nur jene Medien zu suchen, die eines eigene Meinung bestätigen. Sodaß im Laufe der Zeit eines Umgebung zu einer bloßen Echokammer wird, die wiederholt (und durch Bestätigung quasi in der Welt hält um DIE Welt zu sein) und laut tönend die Ohren zustopft mit dem, was man "selbst meint", "selbst glaubt". Was doch nur noch ist, was man gerne hören würde, was man gerne als DIE WELT bestätigt bekommen möchte.
Wenn es, so Corbett, in konsumierten Medien nichts mehr gibt, was eines Widerstand erregt, so ist höchster Alarm auszulösen! Hören wir deshalb um Gottes Willen auf, nur Medien zu konsultieren, die wiedergeben, was man gerne hört, und was "bestätigt". Und seien wir zu jeder Form von Wirklichkeit bereit! Suchen wir deshalb vor allem Medien, gerade in dieser Blase der "Truther", derjenigen also, die "die Wahrheit" verkünden, die WIDERSPRECHEN. Die originell sind. Die Widerhaken haben. Mit denen wir uns schwertun.
Donnerstag, 18. Juni 2020
Wer Bücher verbrennt (2)
Ein dringender Rat an die werten Leser: Wer nach Kinder- und Jugendbüchern sucht, die ihn selbst noch geprägt haben, die er aus seiner eigenen Kindheit und Jugendzeit zu kennen meint, sollte STRENGSTENS darauf achten, daß er diese Bücher - vielleicht für seine eigenen Kinder? - nur ANTIQUARISCH anschafft. Sonst reißt er wie weiland die Trojaner die Mauern der Verteidigung nieder, um jenes Pferd ins eigene Haus zu holen, aus dem nächtens die Kräfte der Vernichtung entsteigen. Glaube der Leser nur nicht, daß es sich bei diesen Änderungen (=Bücherverbrennungen) um vernachlässigenswerte und unwesentliche Haarspaltereien handele!
Suche der Leser in seiner Lektüre möglichst nach Büchern und Ausgaben mit Erscheinungsjahren VOR 1980. Wobei ohnehin generell gilt, daß nur wenig an der heute erscheinenden Bücherflut es wert ist, gelesen oder gar angeschafft zu werden.
Stillschweigend hat man nämlich seither (Schweden war hier Vorreiter, und viele der bekanntesten, beliebtesten Jugendbücher stammen von schwedischen Autoren: Astrid Lindgren, Mira Lobe, und und und). ALLE älteren Kinder- und Jugendbücher neuen ideologischen Anforderungen angepaßt.
Und aktuelle Autoren schreiben ohnehin bereits unter neuen ideologischen Prämissen. Sind also nie Kunst, sondern wertlos, und sollten niemals gekauft werden. Es sei denn, man braucht sie zum Ausgleichen eines gebrochenen Standbeines beim Kellerregal für Winterobst.
Sogar bei der Heiligen Schrift sollte der Leser gut achtgeben. Auch die Bibel wurde und wird heute verbrannt. Millionenfach! Aktuelle Übersetzungen, die an die Stelle der Heiligen Schrift getreten sind, sollte der Leser meiden wie der Teufel das Weihwasser. Sie sind häretisch und damit heils- wie aktuell seelenvernichtend.
Das gilt auch für die neue Einheitsübersetzung. Deren "Verbesserungen", soferne es solche (aber es gibt sie) und nicht nur ideologische Anpassungen sind, sind meist ohne großen Schaden verzichtbar, in den wenigen "guten" Fällen aber auch durch andere Quellen zugängig.
Wie die bislang stets falsch übersetzte, also gar nicht oder nur häretisch verstehbare Stelle "Viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt." Die über lange Jahre den legendären dunklen Stellen im Koran glich. Die dort sogar ein Viertel aller Texte ausmachen, weil nicht verständlich sind (und auch dort lediglich Übersetzungs- und Überlieferungsfehlern zuzuschreiben sind, wie linguistische Forschungen ergeben.)
Eine Stelle, die sogar viel Verwirrung angerichtet haben, weil sie eine (meist im heutigen Sinn "jüdische") Vorstellung von Fatalismus und "Messianismus-Wahn" genährt hat, zu dem das führt. Es muß in richtiger Übersetzung heißen: "Viele sind gerufen, aber nur wenige antworten [diesem Anruf Gottes]".
Apropos Koran. Daß es heute nicht 80.000 Koranversionen, und 1,5 Millionen Hadithen (Episoden aus dem Leben Mohameds, die eigentliche Moralschrift des Islam) gibt, sondern nur ein paar Dutzend bzw. ein paar tausend, sodaß sich die Widersprüche halbwegs in Grenzen halten, verdankt der Islam den umfangreichen Bücherverbrennungen energischer Kalifen im 9. Jahrhundert.
Aber Purifikationen wird man in jeder "Religion" finden. Auch im Katholizismus. Denn so ungefähr ein Pendant zu den Vorgängen im Islam sind die Indexlisten des Vatikan, die auch eine Art Bücherverbrennung waren. Einerseits, um die Lehrgebäude sauber, verläßlich und widerspruchsfrei zu halten, anderseits um das Volk nicht zu verblöden und zu verwirren.
Die sogenannten "apokryphen Bücher", also sicher nicht in der wahren Tradition verfaßte Schriften, haben sogar ganze nächste Religionen gegründet. Der "Gnostizismus", der in der Geschichte schon so viel Schaden angerichtet hat und noch immer anrichtet, lebt davon. So wie die Esoterik heute. Sie bezeiht sich wesentlich auf "Bibelteile", die der Wahrheit widersprechen und eine andere, "bisher geheimgehaltene" Lehre verkünden. (Was natürlich Unsinn ist, die Irrtümer der Gnostik wie der Esoterik sind nicht "geheimgehaltene Wahrheit", sondern schlicht Denkfehler, die halt vielen nicht so einfach erkennbar sind.)
Mit einer Pikanterie am Rande, die vom Islam unterscheidet: Innerhalb der vatikanischen Bibliotheken gibt es von den verb(r)annten Büchern und Schriften ausreichend Studienexemplare, sodaß wir heute in den Lesesälen am Petersplatz rechts zugleich die Häretiker wie deren Korrektur studieren können.
Denn Häretiker und Verderber sind "Auswähler", die einen Teil zu ungunsten eines dadurch zerstörten Ganzen überbewerten. Einen gewissen Funken Wahrheit, und sei er noch so klein, hat aber jeder Häretiker (denn ohne Sein, also Gut, gibt es nichts). Nur braucht es zu dessen Erwägung Rezipienten, die fest im Ganzen verankert sind, sich also eher nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Deshalb sind für manche Menschen gewisse Schriften schädlicher als für andere. Anderseits ist so mancher "Feste" durch schlechte Schriften auch schon gefallen.
Es braucht also in jedem Fall Vorsicht im Umgang mit Schriften. Das scheint niemand so gut zu wissen wie die heutige Zeit!
Denn ganze Bibliotheken, die Generationen von Menschen geformt und deren Gedankenwelt geprägt haben, werden heute und mehr denn je umgeschrieben oder überhaupt aus dem Gedächtnis der Menschheit getilgt. Und nicht nur das, sondern durch ideologische Machwerke ersetzt. Durch nie gesehene technische Möglichkeiten in einer Totalität, die historisch nur noch mit der Sintflut vergleichbar ist.
Es ist nicht mehr drin, was auf (alten, bekannten) Büchern draufsteht! Es sind somit neue Bücher, die die Erinnerung nicht nur auslöschen, sondern - wie perfide! - in einem gigantischen "gaslighting"* in die Irre führen. Denn die alten Schriften sind zunehmend und oft genug sogar per Strafe verbannt! Hier ist auch das Wort von der Bücherverbrennung buchstäblich gemeint.
Was ist das, was heute mit Texten und Büchern geschieht, anderes als eine gigantische Bücherverbrennung?! Die aktuell läuft, die gegenwärtig geschieht, die die Geschichte der Bücherverbrennungen neu schreiben wird! Und die wir so gleichgültig akzeptieren?
Wir akzeptieren sie, nein, mehr: Wir sind daran beteiligt. Und wir heißen sie zum mindesten gut. Durch unser Schweigen. Das ein Schweigen der Angst ist. Der VdZ hat selbst und permanent wahrgenommen, wie die gesamte Kunstszene - also jene Szene, die Bücher als Stein gewordene Wegmarken der Wahrheit herstellt - bis zur Katatonie von Angst geprägt ist.
ACH SO, PARDON, DER VDZ HAT ETWAS ÜBERSEHEN - DANK AN LESER D, DER SOFORT UND MIT STAHLSCHARFEM BLICK DARAUF HINGEWIESEN HAT.
DIESMAL IST - WIE IMMER - DIE VERNICHTUNG VON BÜCHERN RICHTIG UND NOTWENDIG. WEIL ES DEM GUTEN DIENT.
UND ES IST RICHTIG, WEIL DIE SITUATION IN DER GESCHICHTE EINMALIG IST:
IM GEGENSATZ ZU FRÜHER WISSEN WIR HEUTE NICHT NUR VIEL BESSER, SONDERN ERSTMALS, WAS GUT IST.Es geht also gar nie um die Frage, ob Bücherverbrennungen an sich schlecht sind. Es gibt Bücherverbrennungen, die tatsächlich Sinn haben. Wer seinen Kindern Bücher vorenthält (und verbrennt), die schlecht sind, handelt tatsächlich gut.
Alles ist damit eine Frage nach dem Guten. Nicht nach Bücherverbrennungen. Die gerade die Gegenwart in historisch nie gesehenem Ausmaß vornimmt. Wer Bücherverbrennungen mit dem Wesen des Nationalsozialismus gleichsetzt, verharmlost und vernebelt die wirkliche Problematik maßlos, und will vermutlich nur vertuschen, was er selbst vorhat.
Alles ist nämlich eine Frage nach Gott.
Mittwoch, 17. Juni 2020
Wer Bücher verbrennt (1)
Neben diesen beiden Bücherverbrennungen wirkt die unter Hitler fast kindisch. Vor dem Bösen, das laut seine böse Tat ankündigt, sollten wir uns eben nicht so fürchten. Fürchten sollten wir das Böse, das im Verborgenen und so selbstverständlich wirkt, daß Täter (und oft auch noch die Opfer!) es nicht einmal bemerken, weil es schon habituell geworden ist.
Im (westlichen) Abendland werden Gottseidank nur kleinere Brötchen gebacken, so schrecklich die auch im Einzelnen sein mögen. "Masse" (in jeder Hinsicht) hat mit Osten zu tun, und dies ist die wichtigste Unterscheidung, deren Scheidelinie (seit den ollen Griechen bewußt) am Bosporus, und deren läuterndes Herz im Kaukasus liegt.
Aber auch da gibt es eine klare Nummer eins: Die Bücherverbrennung im Rahmen der französischen Revolution von 1789ff. Sie rangiert allerdings recht knapp vor den Büchervernichtungen, die wir weiteren aufgeklärten Regimen wie dem in Österreich unter dem Sohn Maria Theresias, Josef II., zu verdanken haben. Der ein Kulturgutvernichter war, der auch neben der Kultur- und Büchervernichtung unter Luther bestehen kann.
Der oberste Bücherverbrenner der europäischen Geschichte ist in jedem Fall die Aufklärung. Exakt jene Aufklärung, auf die sich die heutige Zeit als eigenes Paradigma beruft, und umso heuchlerischer auf andere Täter zeigt, um weiter im Verborgenen wirken zu können. Die Gegenwart ist deshalb die Zeit der schlimmsten weil globalen Bücherverbrennung in der Menschheitsgeschichte. Sie agiert deshalb so effizient und heimtückisch, weil die wahren Bücherverbrenner nicht angeprangert werden dürfen.
Ob per Flamme, oder durch Verschüttung von Büchern in Schlaglöcher auf Straßen, wie in Österreich in Massen geschehen, wo die wertvollsten Klosterbibliotheken (der VdZ hat sich über die damaligen Vorkommnisse im niederösterreichischen Zisterzienserstift Zwettl eingehend vor Ort kundig machen können) "gesäubert" und vernichtet wurden, unterscheiden wir einmal nicht, weil der Intention und Wirkung nach keine Unterscheidung gegeben ist.
Oder in einer anderen Methode, die unserer Zeit eben angemessen ist. Wir meinen die Vernichtung von Geschriebenem durch Google, Facebook und Twitter, die alles bisher Geschehene noch übertreffen dürfte. Die erst jetzt so richtig Fahrt aufgenommen hat, und deren Ende gar nicht absehbar ist.
Dienstag, 9. Juni 2020
Der Beginn des Weges zum Ende (2)
Wahrheit beziehungsweise deren Findung ist immer ein Prozeß des Zeugens und Empfangens, weil jedes Begegnen von Menschen der Grammatik der Begegnung von Mann und Frau folgt. Wobei die Verteilung der Rollen in einem Gespräch in gewisser Weise auch wechseln kann, ja praktisch immer wechselt. Die Ebenen innerhalb einer allerdings die Begegnung im Ganzen umgreifenden und bestimmenden Hierarchie sind komplex und abgestuft.
Immer aber ist Wahrheit ein "Ort", den beide Dialogpartner betreten, und der die Teilnehmenden charakterisiert, sofern sie das zulassen wollen zum Guten, sofern sie es verweigern auf komplexe, aber andere, in jedem Fall reaktive Weise. Jeder Mensch steht prinzipiell der Wahrheit selbst in der Charakteristik eines Empfangendes gegenüber einem Spendenden.
Und hier wird vielleicht verstehbarer, wenn es denn heißt, daß die Wahrheit Person, und welthaft (als "in" der Welt wie "Welt schaffend") in der Person der inkarnierten Person im dreipersönlich-dreifaltigen Gott - Jesus Christus - ist.
Eine Suche, die freilich unter diesen Voraussetzungen der Spaltung von offiziellem Narrativ und absoluter Wahrheit (noch dazu unter der Bedingung, daß eine "gewählte" Regierung niemals im Absoluten verankert ist, und deshalb niemals legitim ist) immer unbefriedigend endet, also rastlos wird weil werden muß.
Das ist der Beginn des Fanatismus als Generalzustand einer Gesellschaft. Denn nur noch die subjektive Anschauung, das "Gewußte", vermag im Sein zu verankern. Jeder wird zu dem, was er "weiß", das wiederum das ist, was er JEMANDEM glaubt.
Bis zum grotesken Leitspruch einer angeblich der Wahrheit dienlichen "Trennung von Kirche und Staat." Damit hat man die Logik der Welt aber völlig aus dem göttlichen Plan herausgeschält. Und damit ist die Welt sogar aus der Erkennbarkeit herausgefallen. Der angebliche Beginn der Wissenschaft als neuer Autorität ist also in Wahrheit das Ende allen Wissens.
Mittwoch, 12. Februar 2020
Schwindler und fanatische Gläubige bedingen sich
Erstveröffentlichung im Blog des Autors am 3.
Was erklärt, warum mit Fakten zu argumentieren, "Evidenzen" und alles das vorzulegen, in dieser ganzen Debatte so wenig Positives bewirkt. Schon gar nicht sollten Sie also glauben, daß Sie mit Argumenten Ansichten verändern können. Etwa indem Sie mit handfesten Daten die herbeiphantasierten Behauptungen einer rotznäsigen "Wie könnt ihr es wagen!"-Schwedengöre widerlegen.
Ein heute geborenes Kind wird eine Welt erleben, die im Durchschnitt mehr als vier Grad wärmer ist als die des vorindustriellen Zeitalters. Mit dem Faktor Klimawandel, der die Gesundheit von der Kindheit über die Zeit als Erwachsener bis zum hohen Alter. Weltweit aber sind Kinder unter jenen, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sein werden.
Führen wir uns nun das nächste Absätzlein zu Gemüte. Gleich folgend lesen wir nämlich die folgenden Sätze:
Folgt man den Trends in den globalen Erntemengen für alle maßgeblichen Erntefrüchte seit 1960, erkennt man die Bedrohung für Nahrungsmittelproduktion und Lebensmittelversorgung durch den Klimawandel. Wobei oft vor allem Kinder am schwersten von den möglichen dauerhaften Auswirkungen von Unterernährung betroffen sind ...
Tja, Herrschaften, durch einen eleganten Trick. Denn es wird ja gar nicht behauptet, daß sich die Aussage auf momentane Ernten bezieht. Vielmehr bezieht sie sich auf mögliche, präziser: Auf mögliche zukünftige Ernten! Genauso funktioniert Schwindelei, man muß das fast bewundern: Wir wissen also, wer es geschrieben hat ... die Schwindler. Denn wahre Gläubige sprechen eher selten auf diese oder ähnliche Weise. Die sind sowieso sicher, daß Lebensmittelknappheit eintreten wird, oder daß es sie längst gibt.
Freitag, 24. Mai 2019
Früher hat es das nicht gegeben
Worin sich das zeigt? Darin, daß wir erschreckend oft von Dingen reden, an die wir sogar unsere Identität verhängen, für die wir streiten, kämpfen, ja sterben, von denen wir im Grunde nicht den Funken von Ahnung haben. Die wir deshalb auf einige Aspekte reduzieren, jene Aspekte nämlich, die unserem eigenen Lebenskreis entstammen (ihm aber in Wirklichkeit gar nicht entsprechen, was sich am Mangel an Reziprozität beweist). Daran, als Beispiel, daß wir über "Politik" alltäglich quatschen, ohne daß uns das entscheidende zur Verfügung steht, um politisch reden zu können: Daß wir selbst Politiker sind, und die Politiker wählen, weil wir sie real kennen. Sodaß sich in unserer Medien- und Scheindemokratiewelt immer offensichtlicher unsere Gesellschaftsform als Blindgänger, als Schein und als Katze erweist, die sich in den eigenen Schwanz beißt und meint, die Maus zu haben. Die eine "Meritokratie" geworden zu sein vorgibt, als Katzenlohn, den wir uns gönnerisch vorschmeißen, weil wir meinen, am Schluß doch mehr davon zu haben als der andere.