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Sonntag, 25. September 2022

Selbst-Denken muß man lernen (2)

Denken muß man lernen. Das Lernen braucht einen Lehrer - Diesen Umgang mit dem Denken aber "hat" man nicht einfach. Das hieße ja, daß man selbst bereits "vollkommen heilig" wäre - und das ist außer bei Maria, der Mutter Jesu, und Jesus selbst garantiert nicht der Fall. Es muß vielmehr gelernt werden! 

Die ersten Lehrer sind gewiß die nach Wahrheit strebenden Eltern, aber darüber hiansu gibt es dann mehr und mehr Personen, die dem Heranwachsenden über '"Sympathie" (die u. a. eine gewisse Wesensverwandtschaft, eine wechselseitiges Wohlwollen als Wollen des Gutes des anderen zeigt) die aber keineswegs einfach "gefühlig" sein muß; auch der geachtete andere wird zum Lehrer, auch wenn ich den nciht unbedingt mit liebenen Gefühlen überschütte)  

Aber man muß dieses Denken lernen, darum geht es. Und diese Erkenntnis findet sich heute auf das Allermerkwürdigste vergessen oder sogar verweigert. Nachgerade zum Gegenteil gilt es als Wert und Errungenschaft, "unabhängig" denken gelernt zu haben, und unabhängig, also autonom zu denken. Das Ergebnis ist ein Desaster der Haltlosigkeiten.

Samstag, 24. September 2022

Selbst-Denken muß man lernen (1)

Seit Jahren widmet Wiliam M. Briggs die sonntägliche Kolumne der "Summa contra gentiles" von Thomas von Aquin. Dabei bringt er einfach jedesmal ein Kapitel, und geht so an der hand von Thomas die Denklandschaft unserer Zeit durch. Denn wer da glaubt, wir lebten in originellen Zeiten, der irrt gewaltig. Zeiten wie die unsere, die sich nicht mehr denken können, die die Welt nicht mehr dneken klnnen, sind vielmehr zum Epigonentum gezwungen. Das heißt, daß sie einfach alte, teils uralte Irrtümer wieder aufgreifen, und an deren Irrwegen selbst in dei Irre gehen. 

Was Thomas vor 750 Jahren geleistet hat is tnichts anders, als sich mit den Denklandschaften seiner Zeit auseianerzusetzen. So hat er die gesamte öffentliche Meinung und das, was auch in den Wissenschaften (soweit sie sich bereits artikuliert haben) und Philosophien gedacht worden ist, nach strenger Denksystematik analysiert - und richtiggestellt.

Sonntag, 17. Mai 2020

Alle Maßstäbe verrückt (2)

Teil 2) Die Zeit ist lange schon angebrochen, 
in der natürliche Ordnung zerfiel, 
und jedes Zueinander zu einem Gewaltverhältnis wurde


Abgenommen, abgepreßt, entlockt und durch zahllose Verführung erschlichen und damit "freiwillig" übernommen. Wegen des legitimieren sollenden Versprechens, individuelle Gerechtigkeits- und Verantwortungsstreben für den Bürger zu vertreten und deren Durchsetzung zu übernehmen. Damit wurden aber die privatimsten Lebensbereiche einer neuen, ideologisch gewollten Interpretation und Neuordnung - also einer Neugestaltung! - geöffnet. So rückhaltlos geöffnet, daß diese Einfallstore fremden Willens nun nicht mehr zu schließen sind, weil man es mit der Staatsgewalt zu tun bekommt. 
Die in der Hand derjenigen sind, die diesen Fehler nie gemacht haben und auch nicht zu machen bereit sind. Diese mit "Clans" und "Unwesen" diskreditieren zu wollen ist nicht nur als Mittel untauglich, sondern in Wahrheit nicht gerecht. 
Mancher mag über diese Aussage staunen, aber sie ist wahr: Diese haben es lediglich besser gemacht als wir. Sie wahren jene Integrität, die wir abgegeben haben. 
Nun wundern wir uns aber über die Folgen daraus. Und schreien wie die heulenden Weicheier, die wir in unserer Kindheit so verachtet haben, weil sie unter Heulen und mit wehklagender Stimme zum Lehrer gingen, daß der andere mehr habe als sie. 
So wie wir es als Sozialstaatskrüppel eben gewöhnt sind. Die wir das, was die anderen nun zeigen, längst hergeschenkt haben. Was nie (!) gerecht und legitim war, im Gegenteil: Was eine schwere Sünde war.
Nur deshalb haben wir es mittlerweile mit einem völligen Verrücken der Maßstäbe zu tun. Daß das längst weil immer schon zu weit ging, merken manche jetzt erst, und immer noch erst in Teilbereichen "wo es halt gerade wehtut". Aber die Schere klafft überall schon so weit auseinander, daß die Verhältnismäßigkeit so gut wie nirgendwo mehr gegeben ist.
Der ursprüngliche Fehler liegt also auch hier gar nicht so sehr in Staat und Politik und deren Fehldynamiken und bösen Absichten. Der Fehler liegt weit mehr in der oft genug nur aus Gründen von Schwäche, Feigheit und Bequemlichkeit erfolgten Zulassung der Gewissenskorrumpierung durch die Bürger. Und hier vor allem der Männer und Väter. 
Mit dem Haupttäter, dem Sozialstaat heutiger Prägung, diesem großen Instrument zum Niedergang der Persönlichkeit und damit der Abtötung der Lebensfülle eines Volkes, das sich in der Form eines Staates historisch gewachsen organisiert hat. 

Eines Staates, der sich aber längst vom Grundgedanken des Gemeinwohls entfernt hat. In dem auch dem aus egal welchen Gründen Schwachen ein gedeihliches Überleben möglich gemacht werden muß, der deshalb sogar verhindern muß, wenn die Entfaltung des Einen (die natürlich prinzipiell immer frei sein muß) das Wohl der anderen verunmöglicht. 
Der Staat wurde vom in streng zu beachtender Subsidiarität möglichen "letzten Mittel" zu einem ersten und direkten Mittel der Politik. Das Gemeinwohl wurde immer einseitiger zu Geldversorgung umgedeutet, bis der Begriff überhaupt verschwunden ist, es sei denn, er ist noch als Sand in die Augen nützlich. 
Die Wohltaten dieser Art, die nie aus der Verknüpfung im Dreieck "Liebe - Wahrheit - Gerechtigkeit" entbunden werden dürften, wurden so "mit großer Zustimmung der Allgemeinheit" (=Zulassungsbereitschaft) zu einem Verführungs- und Lenkungsinstrument, oft genug im Dienste des Neides. 
Er wurde so aber auch zum Hauptinstrument, die Wertmaßstäbe der Bevölkerung teils offen, häufiger aber heimtückisch und klammheimlich zu verschieben. Denn die meisten der "Wohltaten" des Staates wurden zu trojanischen Pferden der Vernichtung, zu Schienen auf dem Weg weg von der Tugend, hin zum Laster. 
Das war es, das dazu geführt hat, daß sich Schritt um Schritt das Rechtsgebilde des Staates dem natürlichen Rechtsempfinden der Menschen und deren natürlicher, also gottgewollter Ordnung entfremdet hat. Sodaß sich Bürger und Staat immer mehr in einem Zustand der Gegner-, ja Feindschaft gegenüberstehen. 
Was manche in diesen Tagen besonders schmerzhaft und erstmals deutlich vor Augen bekommen, ist deshalb eine Konsequenz aus jahrzehntelanger Zulassung und Verführungsbereitschaft. Keine Diktatur ist einfach verhängt, einfach irgendwie entstanden, einfach irgendwie möglich und real geworden. Sie ist immer Endpunkt eines mehr oder weniger langen Weges der Zulassung und Zustimmung, und versuchter Ausweg aus den Konsequenzen der Tugendlosigkeit. Diesem "leichteren" Weg, der nur einen Preis hat: Die Augen des Gewissens zu schließen.

Wir, die wir das Geschehen heute mit Schrecken, Entsetzen und Befremdung betrachten, können deshalb nicht einstimmen in den Chor derjenigen, die für alles einen "anderen" und "Schuldigen" suchen, sondern müssen uns - mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa! - an die eigene Brust schlagen. Wir haben zugelassen, daß es so weit kommen konnte. 

Nicht durch das Kreuzerl am Wahlzettel, sondern durch das Versagen im Alltäglichsten, wo wir jeder Last und jeder Unbequemlichkeit ausgewichen sind, und uns vom Staat immer mehr erwartet haben, daß er uns die Konsequenzen aus unserer Lebensverweigerung erspart und den Lohn, den nur die Tugend verdient, dennoch auszahlt. 

Die Stunde heute ist weiter, als selbst direkt Betroffene heute meist auch nur ahnen.



*140520*

Samstag, 16. Mai 2020

Alle Maßstäbe verrückt (1)

Um das Phantom dieses "Notstands" überhaupt irgendwie am Leben zu halten, mußten die Regierungen zur schärfsten Waffe greifen, die überhaupt der Politik zur Verfügung steht: Sie mußten sämtliche Maßstäbe verrücken. Sodaß jedes frühere Abwägen von Verhältnismäßigkeit nicht mehr gilt. Das heißt, der gewachsene Grund des allgemeinen Rechtsempfindens wird mit einem dunkelen Sack überstülpt, und neues Rechtsempfinden an seinerstatt etabliert.

Wozu das führt zeigt dieses schockierende Video. Man glaubt die Bilder von Polizeieinsätzen gegen (man muß es hier sagen) friedliche und vor allem friedensbereite Bürger kaum. 

Der Artikel auf "Mitteleuropa" geht legitimerweise noch weiter. Er stellt die Frage, ob es nicht vom Staat gewollt weil zugelassen schon zwei Klassen von Bürgern gibt. Die einen haben genug Macht, um den Staat längst vor sich her zu treiben und zu instrumentalisieren, die anderen werden dafür umso mehr karniefelt und niedergeprügelt (denn so muß man das nennen). Hier läßt der Staat nicht nur zu, sondern schützt eine Versammlung, die er dort mit brutalsten Mitteln zerschlägt. 
Wem gehört also der Staat, in dem wir leben? 
Diese Frage muß man stellen, schaut man die obigen Bilder an, betrachtet man die im Alltag längst zu erfahrenen Realitäten. Dazu gehört auch die im Artikel gestellte Frage, ob man es als Zufall sehen muß, daß die Erleichterungen im Shutdown gerade zum Ende des Ramadans erfolgen. Während Ostern, dieser Höhe- und Angelpunkt des christlichen Lebens, in den Erdboden gestampft wurde, ja der christliche Kult sogar nach wie vor nahezu verboten weil strengsten, den Kult zerstörenden Reglementierungen unterworfen ist. Und auch hier: Durch Zulassung! Während der Starke sich behauptete. Denn immerhin könnte man Zusammenhänge vermuten. 
Man muß nämlich zum religiösen Kult die Kunst dazunehmen, dieses Kind des Kultes, sogar bei allen Einschränkungen die die Degeneration heute mit sich bringt. Dann wird das Ausmaß der Kulturvernichtung, die die "Corona-Krise" in Wahrheit war, noch deutlicher. Denn Kult und Kunst sind es, aus denen ein Volk lebt - oder eben nicht. 
Denn jedes Volk wird von der Art des Kultes (auch Kunst ist Kult) weil nach seiner Gestalt und Art geprägt. Welcher Kult aber darf stattfinden? Welcher Kult darf seine Kunst gebären? Diese Frage muß man stellen dürfen, und die Antwort, die offensichtliche Antwort darauf ist erschreckend.
Warum also das alles, warum vor allem diese Unterschiede in der Behandlung von Bevölkerung und ihrer Gruppen? Ist es tatsächlich schon so, wie Josef Pieper in einer seiner soziologischen Analysen bereits vor fünfzig Jahren feststellte, daß wir uns (damals) auf einen Zustand der Gewaltverhältnisse (noch) zubewegten, den wir heute aber bereits erreicht haben? Wo die institutionalisierte Ordnung der natürlichen und als natürlich zu Recht ("Hausverstand" oder "gemeiner Menschenverstand") empfundenen weil dort gründenden Ordnung nicht mehr entspricht. 
Weil in der faktischen Realität nur noch gilt, was gewaltbereit genug ist, sich um jeden Preis, auch den des Ganzen einer GEMEINSCHAFT, dieses immanent einigen Corpus jedes Staates, durchzusetzen.
Wo Recht und Polizeigewalt erhält, der wie im Beispiel genug Gewaltbereitschaft zeigt, um die Staatsgewalt nicht nur einzuschüchtern, sondern sogar zu beherrschen und zu dirigieren. 

Während die anderen schon so sehr an einen Zustand gewöhnt, weil dazu verführt wurden, in dem ihnen seit Jahrzehnten mittlerweile jede Gewalt (auch die legitime, die im innersten Verantwortungsbereich jedes Menschen) abgenommen und vor allem entwendet wurde, sodaß ihr Recht vor dem Staat nicht mehr anerkannt wird. 
Siehe Väterrecht, Familienrecht, Eherecht; siehe aber so viele weitere betroffene Bereiche, wie die Vernunft und Verantwortungsrechte auch in der Meinungsäußerung, was sich in dieser Corona-Krise nun so deutlich zeigt.

Morgen Teil 2) Die Zeit ist lange schon angebrochen, 
in der natürliche Ordnung zerfiel, 
und jedes Zueinander zu einem Gewaltverhältnis wurde



*140520*