Wirklich? Wenn Sie das Werk lesen, werter Leser, werden Sie das nicht mehr so sehen. Die Etiketten an den Dingen haben sich vielleicht geändert,, man nennt dasselbe anders. Auch die Farbe dfer Schuhe oder die Qualität der Stoffe der Kostüme ist nicht mehr dieselbe. Aber was hat sich sonst geändert?
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Donnerstag, 17. November 2022
Revolution als Dauermodus der Neuzeit
Montag, 17. Oktober 2022
Heilung von Gift durch Erhöhen der Dosis
Donnerstag, 30. Juni 2022
Die Herrschaft der Grundlage der Freiheit
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| Diskussion bei Tichy |
Samstag, 4. Juni 2022
Wieder ziehen die plündernden Horden über die Steppe (3)
Freitag, 3. Juni 2022
Wieder ziehen die plündernden Horden über die Steppe (2)
Nicht nur, daß Habsburg wirkt, als hätte ihn ein D-Zug vergewaltigt, macht er nun auf wichtiger Unternehmer. Denn er hat irgendwas mit einer Telephonfirma in Kiew zu tun. Wie schön, Habsburgs haben ja immer schon gerne viel geplaudert. Und ein Geschäft ist das allemal, weltweit, in einer Welt, die nach Narrativen lechzt, die ihren geistig verwirrten Zustand des Herumlügens um den logos in ein allherrlich fabuliertes Kostümchen mit Liebesgeschmack zum Aufspeicheln faßt.
Auch dieser Karl scheint in dem Punkt Erfahrung zu haben. Wie wenig sein Persönlichkeitskostüm aber mit Wirklichkeit zu tun hat erkennt man aber an seiner Bereitschaft, eine passende Geschichte gleich mal zu erfinden. Wer schon mit dem Wirklichen geshcmust hat, der kann darauf aber gerne verzichten, denn die Ohrfeige kommt garantiert.
Und noch einer Versuchung ist er erlegen, auch hier hat sich ja schon so mancher Habsburger zu Tode gewichtigt - auch dieser Habsburg hat die Nützlichkeit als Legitimationsquelle entdeckt. Und damit ist er auch endlich wer im Konzert der Zeitgeistquaker, und kann endlich aufhören, die Balladen aus längst vergangenen Tagen - also die Lieder dom Ewigen - zu singen.
Das will heute doch kein Mensch hören, wie soll man da noch ein bissel mehr Telephonminuten verkaufen? In Kiew! Wo doch niemand Ewiges (also Vergangenes) hören will, sondern nur Zukünftiges, nein: Nützliches.
Donnerstag, 2. Juni 2022
Wieder ziehen die plündernden Horden über die Steppe (1)
Mittwoch, 29. Dezember 2021
Merkwürden, wollten Sie das wirklich?
Mittwoch, 24. November 2021
Die Art und Weise, in den Krieg zu ziehen
Aber Gewaltverhältnissen ist auch der Umbau der alltäglichen Zustände in Kriege. Und tatsächlich zeigt der Sprachgebrauch, daß wir uns in lauter Kriegen befinden. Krieg gegen den Terror, Krieg gegen das Klima, Krieg gegen Corona, Krieg Krieg Krieg. Krieg bedeutet, daß die selbstverständliche Ganzheit des Lebens aufgegeben wird, und zugunsten des Teilzieles - des Bestehen des Ganzen - der Strategie des Staates alles unterworfen wird. Um von diesem Kriegs- und Kampfgeschehen her das Leben bis ins Kleinste hinein besitzen zu lassen.
Karl Eugen Gass* schreibt einmal in seinem wunderschönen und wie die goldgelbe Abendsonne reifen "Pisaner Tagebuch", daß man die Herrschaftsform eines Staates an der Art erkennen kann, wie der Einzelne in den Krieg geht.
Samstag, 20. November 2021
Liberté pour l'Autriche
Mittwoch, 21. August 2019
Bückware Monarchie
Um es noch weiter zu überspitzen: Es GIBT überhaupt keine Demokratie, die so wäre, wie wir sie glauben, uns denken oder wie sie uns vorgemacht wird. Wir leben vielmehr in einer Spukwelt, die von Text-Kulissen gebildet werden - die wir nie verlassen dürfen, noch das auch wagen - die mit dem, was sich wirklich abspielt, was sich gewissermaßen leiblich, fleischlich abspielt, so gut wie nichts zu tun haben. Denn diese Vorgänge, also die wahren Vorgänge, in denen wir stehen und leben, und nach denen wir sogar (unbewußt) handeln, sind Versuche, der einzig menschengemäßen Form einer Gesellschaft (als Gemeinschaft) zu genügen. Und darin ist alles hierarchisch und monarchisch.
So daß das größte Problem ist, daß wir aufgrund nicht zutreffender Begrifflichkeiten, die unsere Sprach- und damit Denkwelt ausmachen, nicht in der Lage sind, unser reales Leben zu denken. Und damit schöpferisch zu gestalten. Das ist deshalb gefährlich, weil es dem Räubertum Tür und Tor öffnet. Jenem Räubertum, das jene entwickeln, die sich graduell weniger als die Allgemeinheit um die Texturen des öffentlichen Raumes und Disputes scheren, oder die gar wissen, daß er Scheintheater ist.
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Sonntag, 18. August 2019
Dank den Vätern Österreichs! (3)
Die Parteien müssen aber zumindest mit der Möglichkeit rechnen, daß - wie im Fall Kirchschläger (SPÖ) und Klestil (ÖVP) tatsächlich geschehen - der Bundespräsident sich doch der eigentlichen Macht dieser Position in Österreich zu besinnen beginnt und überparteilich wird. Das Amt ist es, das den Minister macht. Der Ort gibt das Wesen der Menschen vor, die auf ihm stehen. Das gibt immer Anlaß zu Hoffnung.
²Daß diese Statthalter-Regierung (per se weiblich) nichts Besseres zu tun hatte, als einige - und gerade die schönsten - Beschlüsse der ÖVP-FPÖ-Regierung zurücknahm oder zurückzunehmen angekündigt hat, zeigt, was für Verbrecher in der österreichischen Politik wirklich am Werk sind. Und welche Charakterlosigkeit die ÖVP prägt.
Schon der Vater des VdZ - christlich-soziales Urgestein seit je, schon vor dem Krieg, nach dem Krieg persönlich sehr eng mit dem ersten Kanzler nach 1945, Leopold Figl (aber gut, das waren vermutlich viele) - hatte damit seine unübersteigbaren Probleme. (Immerhin hatte der Vater des VdZ die Mitglieder der österreichischen ÖVP-Zentrale in Wien regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt, was zu "Tänzen auf den Tischen" geführt hatte ... ;-)
Im Gegensatz zu deklarierten Linken (wie die in der alten SPÖ), die halt einfach dumm sind, aber es oft subjektiv sehr gut meinen, und menschlich ziemlich "in Ordnung", ja "konservativ" sind, sind in der ersten Linie stehende ÖVP-Politiker grundsätzlich Charakterdesaster. Die wenigen Ausnahmen, die es geben könnte, zählen nicht, und werden auch innerhalb der Partei "nichts".
Der VdZ kann sich an zahlreiche Gespräche mit solchen, oft ehedem sehr engagierten Leuten, erinnern. Sie sagen alle dasselbe, haben sich alle aus denselben Gründen aus der ÖVP zurückgezogen. Die internen Prozesse machen es guten Leuten unmöglich, nach oben zu kommen. Sie sagen das, was schon der Vater des VdZ gesagt hat, diesem ersten Bürgermeister Neuhofens a. d. Ybbs nach 1945 und Gründer einer bis heute bestehenden Zeitung.
**Die oft zitierte angebliche "Erbschaftsfolge" im Adel bezieht sich ausschließlich auf das Haus! Nur hierin spielt die Zeugung eine Rolle, die aber bloß zufällig und akzidentiell ist. Wo sie biologisch-genetisch verstanden wird, ist sie aber schon degeneriert und delegitimiert (!)
³Es scheint niemandem aufgefallen zu sein, aber es hat in Wahrheit enorme Relevanz. Nur bereits entgeistete Leichen können darin eine "Nebensächlichkeit" erkennen. Überall war die Rede, daß Österreich eine "Bundeskanzlerin" habe. Herrschaften, damit hat Österreich KEINEN BUNDESKANZLER. Bitte, werter Leser, überdenke er diesen Satz einmal wirklich genau. Vergesse er, was die Gendertrottelei ihm bereits ins Hirn gesetzt haben könnte.
Wir haben es hier mit einem VERFASSUNGSBRUCH zu tun. In der österreichischen Verfassung kommt nur das Amt des BUNDESKANZLERS vor. Eine Frau Bundeskanzler, meinetwegen. Aber KEINE BUNDESKANZLERIN. Nicht nur dem persönlichen Eindruck nach, sondern ontologisch, ist diese Regierung also eine pure, amüsante Farce. Halt typisch österreichisch: Man macht Nichts, und erwartet, daß die Welt verändert wird.
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Samstag, 17. August 2019
Dank den Vätern Österreichs! (2)
Die Bestellung einer Frau zur Frau Bundeskanzler (denn so war es ja wohl gemeint?! oder wird hier stillschweigend eine neue Republik, an der Verfassung vorbei, auf der Grundlage der üblichen links-grünen Begriffsvergewaltigung durchgeführt?*) gibt der Sache dennoch einen fast versöhnlich stimmenden Charme, den man fast mit der Hegelschen "List der Vernunft" begründen könnte: Da wollte jemand etwas Revolutionäres schaffen und hat das älteste, in allen deutschen Völkern (siehe Grimms "Germanisches Recht" etc.) verwurzelte Recht angerufen, das es gibt. Würde Van der Bellen nach persönlicher Leistung beurteilt, müßte er sein Amt gar damit bestreiten, würde Österreich kurz vor der Hölle stehen und an den Sünden eines Menschen als Haupt durch Sühne und Stellvertretungsverbundenheit leiden, der sich die Hölle redlich verdient hat.
Wobei man nervös werden kann. Eine der ersten Stellungahmen der neuen Bundeskanzler-Sitzhalterin lautete, daß sie das Ziel der Österreicher in einem "toleranten" Staat sehe. Angeblich eine uns sogar "Toleranz". Man meint schon, eine Folge der Serie verpaßt zu haben: Was? Ein tolerantes Österreich sei des VdZ Ziel?
Nein, werte Dame, das ist Pruntzgequatsche von pseudointellektuellen Liberalismus-Schmarotzern wie Alexander Kissler, die ihre rückgratlose Kriecherei in schwülstigen Sträußen von Zeitgeistprimeln verstecken und nachmittags um drei herumlaufen und allen grinsend erklären, wie der Witz gemeint war, den jemand um acht Uhr zum Frühstück gemacht hat. Wobei eh schon wissen: "Toleranz'" klingt natürlich immer klug. Ist aber das Geschwafel von Rumpflaufsimpeln. Nein, werte Dame, sinnloses Gequatsche - "Toleranz" - kann KEIN Volk einen, tun Sie nun nicht auf "Politikerin" machen. Auch nicht diese Zusammenwürfelung von Siedlern, die ihre Stämme und Wurzeln verlassen haben, um sich einem Territorialrecht (statt Personalrecht) zu unterstellen.
Aber genau das, genau das spricht für die Verfassung Österreichs: Die Struktur ist so stark, daß es auf die Personen gar nicht ankommt. Und DAS ist das Wesen der Monarchie, der einzigen (sic!) Grundverfaßtheit eines Volkes. Wehe einem Volk, das auf die Qualität oder "Kompetenz" von Menschen aufgebaut ist. Das gibt es nur bei Gott selbst, der das Sein - also die Struktur - selbst IST. Die Berufung auf persönliche Abstammung etwa wird immer dort heidnisch und damit unbeholfen und größenwahnsinnig, wo sie sich auf weltimmanente Belange (körperliche Abstammung, genetische Vererbung und ähnliches) beruft.**
Bleibt noch ehrlich zuzugeben, daß dieser Grüne am Präsidentenstuhl Österreichs³ doch Anzeichen zeigt, vom Amt geprägt worden zu sein. So ganz kann ihm auch der VdZ nicht gewisse Austriazität absprechen, die er angenommen zu haben scheint. Und sein seniles Gehabe hat auch mancher andere mit dem alten Kaiser Franz Josef I. verglichen. Nicht zuletzt sei der hier sogar positiv zitiert, denn was er über "den Österreicher" sagt, zeigt zumindest, daß er sich vorstellen kann, wie das ist. Wir zitieren hier die Zeitung "Österreich":
Darüber hinaus betonte Van der Bellen, man könne in derartigen Situationen auch auf "das typisch Österreichische" aufbauen: Der erste Punkt dabei sei die Zuversicht - "auf gut Österreichisch: 'Na, das mach' ma schon, das krieg' ma schon hin', diese grundsätzliche Einstellung", so der Präsident. Es gelte, die positive Chance zu sehen. Zweitens verstehe er darunter den Mut, wie er mit Verweis auf die Bundeshymne sagte ("mutig in die neuen Zeiten"). Und das dritte Wesentliche sei es, im Gespräch zu bleiben. "Auf gut Österreichisch: 'Beim Reden kommen die Leut zsamm. Man setzt sich zusammen und diskutiert das aus. Gerade in den letzten Tagen und Stunden wurde das wieder sehr schön unter Beweis gestellt", sagte der Präsident.
Die Menschen, die sich hier nach dem Rückzug der Römer im 5. Jahrhundert angesiedelt haben, in erster Linie Bayern, Rheinländer (Adel!), Franken, Schwaben, zusammen mit einem Grundstock an Kelten, zurückgebliebenen Römern ("Walchen") und einigen Resten von Bergslawenstämmen, haben gelernt, sich mit vielen Einflüssen und Spannungen zu arrangieren. Das gibt dem Österreicher etwas Elastisches, das den übrigen deutschen Völkern, vor allem aber den Preußen, leider oft fehlt.
Aber noch etwas, und zwar genau deshalb: Die österreichische Verfaßtheit ist eine Struktur, die - das ist das vielleicht Interessanteste an der gegenwärtigen österreichischen Verfassung - eine Reinstallierung eines (konstitutionellen) Monarchen im Rahmen der bestehenden Rechtsordnung MÖGLICH machen würde. Und das vermittelt doch ein gerüttelt Maß an Hoffnung?
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Freitag, 16. August 2019
Dank den Vätern Österreichs! (1)
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Freitag, 28. Dezember 2018
Warum eine Monarchie vernünftig ist (2)
Zur Kritik an der monarchischen Regierungsform läßt sich sagen, daß einerseits 90 Prozent der angeblichen Schwächen des Systems auf persönliche Fehler zurückgehen. Einer dieser Fehler ist, daß demokratische Prozesse von Monarchen oft zu gering bewertet werden. Monarchen haben aus persönlichen Gründen gerne eine Neigung zu absolutistischen Regungen (wie die Geschichte zeigt). Das spielt dem Umstand in die Hand, daß das Wesen der Monarchie den meisten Menschen kaum bewußt ist, und deshalb in der Wahrnehmung verschwimmt, wo die Nachteile einer bloßen Republik liegen. Stattdessen stehen in der Kritik an Monarchen etwa persönliches Fehlverhalten oder persönliche Skandale im Vordergrund. Dazu kommen oft überzogene Erwartungen der Öffentlichkeit gegenüber einer königlichen Familie. In Monarchien entsteht deshalb gerne einmal das Gefühl im Volk, daß das, was der Herrscher könne, auch jeder andere könne.
Donnerstag, 27. Dezember 2018
Warum eine Monarchie vernünftig ist (1)
Sonntag, 2. Juli 2017
Ein Augenblicksbericht aus Ungarn (2)
Diese Ungarn also, die mitten in die drei europäischen Völker - Slawen, Germanen, Romanen - im frühen 9. Jahrhundert aus Asien vorgestoßen sind, und denen man dann diese Bleibe, die Pannonische Ebene, umsäumt von Gebirgen, als ihr Haus- und Eigenrecht zugewiesen hat, um sie zu befrieden, wollen ein starkes Selbstsein, aber zugleich sehen sie sich mit den Augen der "Anderen", der Fremden, der anderen Kulturen. Denn diese sind kulturell, geistig deutlich überlegen (gewesen).
Gleichzeitig sind sie genau an der Mission, die sie so bereitwillig erfüllt haben - der Schutz des Abendlandes gegen nichtchristliche Kulturen, namentlich den Islam der Türken - auch kraftmäßig verblutet. Man schätzt, daß heute kaum noch zehn Prozent der in Ungarn lebenden Menschen "magyarischer Herkunft" sind. Doch hatten die Ungarn eines, das kaum sonst noch ein europäisches Volk hat: Sie sind von einer "heiligen", in Mythen unvordenklicher Zeit verankerten Krone des gottgestifteten Königtums ALS VOLK, als Kultur sogar, verankert. Ein Segen hier, gewiß, ein Auftrag, ganz gewiß, aber auch ein Fluch in diesem realpolitischen europäischen Spiel.
Wenn man aber als Europäer lernen will, WAS ein Volk ist, dann muß man auf Ungarn blicken. Nein, es ist nicht ethnisch-rassisch ausdefinierbar. Nein. Es ist eine - Idee! Es ist damit eine Wurzel der Religion. Es ist eine Kulturwurzel! Eine Identität! Und die ist immer - immer! - ein sublim entstandenes und entstehendes Konstrukt, das in Ungarn die Idee der Krone als einendes weil stiftendes Moment hatte. Selbst die vielen zehn- und hunderttausend zugewanderten Deutschen im Wechsel der Jahrhunderte "wurden Ungarn", der VdZ hat das immer wieder von ihren heutigen Nachkommen gehört. Sie wollten nicht "Deutsche in Ungarn" sein, sie wollten Ungarn sein. 1945/46, die Ausweisung der Deutschen, war also ein tragischer, von den vertriebenen Deutschsprachigen nie verstandener Irrtum. Was im übrigen die von den Ungarn selbst so abgelehnte, aber innert so logische Verbindung mit den Habsburgern - die nur diese Idee als Halteband hatte - als sehr, sehr natürlich erscheinen läßt.
Die Wirkzusammenhänge in die Gegenwart und aus ihr heraus sind sicher komplex, der VdZ will die momentanen Eindrücke noch wenig bewerten. Aber - sie sind da. Und deshalb meint er, dem Leser davon Kenntnis bringen zu sollen. Weil er dieses Land, diese Menschen hier liebgewonnen hat, auch wenn sie so viele Schwächen haben. Aber wer hätte das nicht? Lieber Menschen, die den Sinnen unterliegen, als Weltverächter. Er könnte aber derzeit fast zum Eindruck kommen, daß etwas in Ungarn bröckelt - etwas, das man als die Seele des Volkes bezeichnen könnte. Nein, er glaubt nicht, daß "Orban schuld ist". So einfach ist es sicher nicht.** Aber er bringt es auch nicht zum Stillstand.
Der Effekt war tödlich. Diese hohen Geldsummen, die plötzlich auf den Immobilienmarkt drängten, bewirkten eine endgültige Verschiebung jedes natürlichen Preisgefüges. Die Preise für Häuser, die Mieten stiegen und stiegen. Das hat nicht nur alle Förderungen aufgesaugt, sondern dazu geführt, daß sich normale, nicht geförderte Ungarn diese Preise nicht mehr leisten können. Das entspricht auch den Beobachtungen des VdZ, der nicht wenige Ungarn kennt, die in Bedingungen wohnen, die man nur als "ziemlich unter Standard" bezeichnen könnte. Die Abwanderungsrate ist nach wie vor enorm hoch, und zwar vor allem unter den gut Ausgebildeten, aber nicht nur dort.
Und die Geburtenrate in Ungarn, vorgebliches Ziel dieser Maßnahme? Sie blieb auf dem europaweit vertrauten, desaströsen Niveau. Kinder in die Welt zu setzen hat ja offenbar einen anderen Grund als "Geld", auch wenn das die Politik bis heute nicht begreift. Nur eines steigerte sich, wie in Österreich, wie in anderen Ländern zu beobachten: Eltern fühlen sich als "bessere Menschen", und benehmen sich auch entsprechend. - Sie haben nun "rechtliche Ansprüche".
Ja, gewiß, man hat viel saniert, gerade in den letzten Jahren, hat manche Autobahnkilometer gebaut, manche Innenstadt renoviert, um einen Wirtschaftszweig (Tourismus) aufzubauen, und Ungarn ist ein wirklich schönes Land. Aber der Effekt? Er ist zögerlich. Er bleibt fast aus. Und diese Gelder, die da ins Land flossen? Sämtlich EU-Gelder, die aber noch zumindest keinen nachhaltigen Effekt haben. Irgendwie ist auch aus dem Westen, auf den man ja gehofft hat, worauf sonst, die Luft draußen.
Westungarn kann sich nur deshalb "halbwegs gut" halten, weil es die nach Österreich auswandernden Arbeitskräfte durch billige Ostungarn ersetzen, damit das hier stark divergierende Lohnniveau (niedrig - hoch) halten, damit jonglieren konnte, und viel Kauftourismus, immer noch, aus Österreich hat. Entsprechend sind die Preisunterschiede für ein und dieselbe Leistung bei unterschiedlichen Anbietern enorm, je nachdem, auf welche Käuferschichte der Anbieter spekuliert. Das führt sogar zu eigenen sozialen Sonderschichten, wie denen der Zahnärzte, in Sopron mit 65.000 Einwohnern gut 300, die praktisch rein auf westliches Publikum ausgerichtet sind.
Korruption ist alltäglich, glaubt der VdZ Berichten, auch wenn er das nicht aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Angeblich aber sogar in öffentlichen Einrichtungen wie dem Krankenhaus, wo sich die Art der medizinischen Betreuung, ein Operationstermin, eine Medikamentenauswahl, von persönlicher Zuwendung nicht zu sprechen, mit ein paar tausend Forint erheblich verändern läßt. Angeblich. Aber - glaubwürdig erzählt. Entsprechend divergieren dem VdZ zu Gehör gebrachte Berichte, von "sehr zufrieden" bis "katastrophal und lebensgefährlich". (Der VdZ kennt freilich eine Ärztin des Soproner Krankenhauses, er würde sich für deren Seriosität glatt verbürgen.)
Der Weihnachtsmarkt in Györ gilt in den Augen des VdZ sogar als Extrembeispiel. Hier fand er gar höhere Preise als beim Markt am Wiener Rathausplatz. Ach ja - hier haben wir einen der Gründe, für die absurden Mietpreise für Geschäftslokale. Die Vermieter wollen an dieser Konstellation "mitschneiden". Gier. Ganz einfach: Gier. Und der Gier immer innewohnende Dummheit, die Klugheit durch "Cleverness" glaubt ersetzen zu können. Oh ja, viele in Ungarn, die, die mit tollen (geleasten) Schlitten durch die Straßen auch von Sopron kurven, halten sich für unheimlich "clever". Auch diese Klagen hat der VdZ zunehmend gehört: Daß es eine zunehmende Schichte in Ungarn gibt, die sich "als etwas Besseres" fühlen, auf alle herabsehen, aber hier leben bleiben.
Nachtrag vom 22. Juni 2017: Vier Wochen nach Erstellen dieses Blogeintrags wurde der subjektive Eindruck des VdZ (aus Gesprächen und persönlichen Erfahrungen) durch eine bekanntgewordene offizielle Erhebung bestätigt: Das GDP (GrossDomesticProdukt - Bruttoinlandsprodukt, also der Gesamtwert an produzierten Werten) der Ungarn ist in den letzten zwei Jahren um ein Prozent gesunken, obwohl der Privatkonsum unverändert blieb (was heißt: man lebt auf Schulden), und befindet sich im untersten Viertel der EU. Ungarn ist eines der ärmsten Länder Europas. Zum Vergleich: Das GDP in Deutschland (123 Prozent) und Österreich (sogar 126 Prozent) liegt (auf den Durchschnitt der EU) deutlich höher als Ungarn (67 Prozent), und kann sich entsprechend im Privatkonsum (D: 122, Ö: 118 Prozent) fast das Doppelte leisten als die Ungarn (63 Prozent), das am Niveau Rumäniens liegt und nur noch von wenigen Ländern (Kroatien: 59 Prozent, Bulgarien: 53 Prozent) unterboten wird.
Wer weiterspekulieren möchte, der soll. Denn das sieht (auch Polen liegt ganz ähnlich wie Ungarn, obwohl man dort nach wie vor von blühender Wirtschaft spricht) nach einem kapitalen Bauchfleck der "EU-Osterweiterung" aus, der sich da abzeichnet. Und nur die alte Weisheit bestätigt, daß man eine Volkswirtschaft NIE durch Gelder von außen (die das BIP dieser Länder kurzfristig hochgedrückt haben) nach oben befördern. Macht, Mittel, damit Geld, müssen immer in einem Verhältnis zur Eigenkraft, Werte zu schaffen, stehen. Und das sind wie man hier sieht, lange, sehr lange Prozesse, die nur auf einer sittlich-kulturellen Höherentwicklung eines Volkes beruhen können. Nicht auf Geld.
Die Osteuropäischen Länder in die EU einzubeziehen, diese Länder in einen schrankenlosen Freihandel einzugliedern, war nicht eine Aktion, den dortigen Menschen zu helfen, sondern eine Ausbeutungsaktion der West-EU, um die dortigen niedrigen Löhne speziell bei standardisierten Primitivtätigkeiten auszunützen. Das ist alles. Damit aber hat man die Selbst-Kräfte für ein Aufstehen aus eigener Kraft auf unabsehbare Zukunft ruiniert.
Samstag, 1. Juli 2017
Ein Augenblicksbericht aus Ungarn (1)
Zugleich sinkt die Qualität der inländischen Produkte weiter, auch wenn man mit Maßnahmen wie dem Siegel "Magyqar Termek" ("Ungarische Qualitätsware") dagegen ankämpft, und sei es als Appell an den Nationalgeist: Leute, kauft ungarisch! Gutes, klagen manche Ungarn, werde aber nach wie vor exportiert. Die Ungarn selbst bekämen den Ausschuß, auch von ihren eigenen Firmen. Gleichzeitig ist das private Verschuldungsniveau in Ungarn nicht merklich zurückgegangen, trotz so plakativer Maßnahmen wie die den Banken aufgedrückte Auslösung von Krediten in Schweizer Franken, dessen Steigen immerhin theoretisch dreihunderttausend Ungarn sowieso unrettbar verschuldet hatte. Es wäre interessant, wieviel Ungarn es sich überhaupt hatten leisten können, unter anderen Bewertungskriterien nämlich, diese Kredite (selbst zu günstigeren Währungskursen) umzutauschen.
Die Ungarn sind nämlich europaweit gesehen Spitzenreiter in Privatkrediten, mit einer Schulden-/Rückzahlungsrate, die je nach Rechnung bis zu siebzig Prozent der Haushaltseinkommen ausmacht. Naja, der Ungar war eben immer "Lebenskünstler", schon in der Habsburger-Monarchie, Fakten haben ihn immer nur marginal gestört.
Denn es wäre höchst verwunderlich, wenn das Argument der niedrigen Löhne gerade für solche Konzerne wie Mercedes, die heute wie Heuschreckenschwärme auf der Wanderung die Arbeitsmärkte der Welt abfressen, also dort jeweils gerade produzieren, wo es im Moment eben die niedrigsten Löhne gibt, nicht auch für ihre Niederlassungen in Ungarn das Hauptargument gewesen wäre und die FIDESZ, die ja Wechsel, Wandel zum Besseren versprochen hatte, das nicht auch ins Treffen führte, um Erfolge aufzuweisen.
Die heutige Arbeitsorganisation in der Industrie (man denke nur an ISO 9000) hat ja bewirkt, daß gerade in Industrieunternehmen Arbeit durch oft sehr intelligente Zerlegung in wiederholbare Happen zur bloßen Funktion, der Arbeiter zum bloßen, jederzeit ersetzbaren Ablauferhalter wurde. Arbeiter sind heute bloße Funktionsträger, nur ein Teil - der nicht gerade den eigentlichen Menschen ausmachende Teil! - wird verlangt.
Ja der VdZ hat sogar immer mehr Stimmen gehört, daß die Ungarn froh sind, wenn sie ihr Land verlassen können. Stimmen, die gar sagen: Sie wären froh, woanders, in Österreich, in Deutschland etwa, geboren worden zu sein. Die sich in Ungarn einfach nicht mehr wohlfühlen, weil es sich dort, wie sie sagen, nicht mehr leben läßt. Was ihm immer wieder - von Ungarn selbst! - zu Ohren kam: Überall herrsche nur noch Geldgier, Falschheit (vor allem Zahlungskräftigen wie westlichen Ausländern gegenüber), und schreckliche Verlogenheit.
Der VdZ hat schon mehrfach hier darüber geschrieben. Es fehlt allerorten an "natürlichem Wertgefühl", am Wissen um Zusammenhänge von Preis, Geld und Wert, also Arbeit. Mittlerweile scheinen sich "gefühlt" alle Ungarn unterbezahlt zu sehen. Weil ihnen nicht klar ist, daß das mit so vielem sonst noch zusammenhängt, sie oft gar nicht "unterbezahlt" sind, auch wenn sie nominell viel weniger kriegen als gleichlautende Berufe wie etwa in Österreich. Preise, Löhne sind ganz sicher immer nur in einem regionalen, lokalen Rahmen, als Teil eines Gesamtgeflechts zu sehen.
Auf die Idee, daß Preis oder Lohn mit einer tatsächlich qualifizierbaren Leistung im Rahmen eines gewissermaßen "allgemeinen, universalen Menschseins", demgemäß irgendwie alle Preise der Welt irgendwie Adäquanz zur Volksleistung haben, mit einem gewissermaßen und erstaunlich objektiven Rahmen also zu tun haben, scheinen viele Ungarn gar nicht zu kommen. Da wollen Konvertiten - Kommunisten, aber eigentlich nur ... "lebenslustige Ungarn" - also nun ihren habituellen Kommunismus bzw. Schlamperismus als "Was kümmert es mich? Hauptsache der Gulyaskessel mit dem zusammenimprovisierten Inhalt brummt!" im Kapitalismus ausprobieren, einer völlig anderen Baustelle. Man will schon anders leben, ja, aber gemäß der Kriterien anderer, unvereinbarer Prinzipien anerkannt und vor allem hochgestellt werden.
Wie soll das gutgehen? Es kann nicht gutgehen. Und die Ungarn sollten endlich aufhören, das zu versuchen, und endlich zu sich selbst finden. Als das, was sie sind: Ein phantastisches, liebenswertes, poetisches, halt oft auch zügelloses Volk einer phantastischen, grenzenlosen Landschaft. Aber diese Fragen wagt in Ungarn keiner zu stellen, diese Fragen WILL sich in Ungarn keiner stellen. Denn der Maßstab ist schon das Problem - ein universalistisches Menschentum. Darüber ein anderes Mal mehr, es handelt sich um ein ganz sublimes Problem der Geistesverwirrung, die seit Jahrhunderten betrieben wird.
Die Ungarn sind unglücklich, weil sie, die völkisch so eigen sind, sich mit den Augen eines ihnen immer fremden Westens beurteilen. Und da schmieren sie nun völlig ab.
Samstag, 29. Oktober 2016
Demokratie führt zu Zentralismus
Weil es unausweichlich ist, daß mit der Zeit in der Demokratie das Gefühl der individuellen Ohmacht anwächst. Denn der Bürger sieht sich ständig übergroßen und in der Verallgemeinerung der Gleichheit immer weniger aufs Einzelne zutreffenden Agenden gegenüber, auf die er keinen direkten - höchstens abstrakt irgendwie (z. B. über die "Wahlen") vorgestellten - und geordneten Einfluß hat. Entsprechend gewinnen simplifizierte, abstrakte Ideen an Gewalt und Bedeutung, einersetis, udn entsprechend formieren sich Einflußfaktoren, die sich nicht mehr an demokratische Prozesse selbst halten, sondern über andere Faktoren versuchen, die Mittel und die Gewalt über Einfluß auf die Zentralgewalt zu lenken (wie im Lobbying, in NGOs und Vereinen, über Medien, Parteien etc., oder schließlich über Korruption.)
Der Zentralismus als Lauf der Demokratie führt zu einer ungeheuren Gleichheit des Fühlens, die von dieser Zentralmacht, die immer weiter anwächst, ausgeht weil sich an ihr orientiert. Was die Zentralmacht immer ausschließlicher zum Objekt der Begierde macht, und zwar auch der ausländischer Mächte. Sogar im Falle eines Krieges, denn ist es in einer aristokratischen Monarchie fast nicht möglich, ein "Volk" zu unterwerfen, weil auch der Verteidigungswille ungleich ausgeprägter und vor allem dezentralisierter ist, besiegt man die Regierung, fällt in einer Demokratie mit der Regierung sofort das Volk (was heißen kann: schon am Verhandlungstisch), das in seinem individuellen Verteidigungswillen ohnehin schwach ist. Mit der Regierung, mit der Hauptstadt eines Landes "hat" man in einer Demokratie das Volk.*
Dieses Anwachsen des Zentralismus liegt in der Demokratie schon rein in der Dauer begründet, weil die Bürger entsprechend herangezogen werden, sich immer mehr daran gewöhnen, und dieses Daseinsgefühl in dem Maß selber und progressiv steigend stärken und weitergeben, als die Gleichheit vorangeschritten ist. Die Ungleichheit selbst wird zum Störfaktor und Problem. Je länger die Demokratie als Staatsform in einem Volk dauert, desto feiger - ja, man müßte sogar sagen: desto hinterhältiger - werden ihre Bürger.
Tocqueville schreibt schon 1840, daß er überzeugt ist, daß sich die Entwicklung Europas hin zu Demokratien und Gleichheit nicht aufhalten lassen wird. Und zwar eigentlich, weil die absolutistischen Monarchien selbst diesen Wünschen der Menschen die Wege bereitet haben. Damit aber werden dieselben Menschen in ihrer natürlichen Neigung auch zum Zentralismus neigen. Der instinktiv angestrebt werden wird, wenn auch auf unterschiedliche Art, jedoch unausbleiblich. Lokale Freiheit und individuelle Unabhängigkeit, schreibt er, wird über kurz oder lang nur noch eine künstliche Bestrebung sein.
Denn es gibt sie nicht zugleich: Die Freiheit und die Gleichheit.**
**Wahrheit, Sittlichkeit und Freiheit sind eine untrennbare Trias des menschlichen Heils, also auch das eigentliche Ziel des Gemeinwohls (nicht: Wohlstand ...) Die Kirche hat nie aufgehört, die Demokratie als "geringeres Übel" (mangels realistischer Alternativen) zu sehen. Als Form an sich aber ist sie prinzipiell ungenügend (denn das Idealbild einer menschlichen Gesellschaft muß die Kirche sein, die als "societas perfecta", als Urbild jeder Gesellschaft eine aristokratische Monarchie ist) und extrem gefährdet, das Gemeinwohl als Ziel der Politik nicht nur nicht zu erreichen, sondern einem solchen entgegen zu wirken. Grundhaltung kann deshalb nie mehr sein als ein "Versuch, das beste daraus zu machen".
Mittwoch, 26. Oktober 2016
Wenn ein Staat seine Bürger verdirbt
²Welche groteske Verzerrung und Verfehlung der Wirklichkeit (und damit Wertlosigkeit der "guten Tat", das so nebenbei) aber diese Generierung "sozialer Ideen" aus dem Willen hervorrufen kann hat die "Refugees Welcome"-Bewegung des Herbstes 2015 gezeigt. Unvergeßlich - und in Wahrheit von jener Komik, die der Tragik entsteigt - die Situation etwa am Wiener Westbahnhof, als zahlreiche "sozial Bewegte" mit Teddybären und Wasserflaschen die Bahnsteige säumten, in die aber Züge mit Menschen einrollten, die in eine völlig andere Kategorie gehörten, als die Vorstellung von "Hilfe in der Not" den Helfern imaginiert hatte. Und wie deren weiteres Verhalten dann ja ausreichend belegt hat. Es weist auf ein erlittenes Trauma hin (aus der Uneinordenbarkeit der Realität mit den dogmatisiert-unverrückbaren Vorstellungsbildern dessen, was "gutes Handeln" ist), daß viele dieser "Hilfsbereiten" bis heute Schwierigkeiten haben, die Realitäten dieser Zuwanderungswellen zur Kenntnis zu nehmen. Die "Frauenbewegungen" etwa, die exakt in die beschriebene Kategorie positivistischer Rekonstruktion "sozial guten Handelns" fallen, sind bis heute in unlösbaren Widersprüchen erstarrt. Denn im Rahmen ihrer "guten Taten" haben sie genau das verstärkt, wogegen anzutreten ihr Gründungsimpuls war. Es gibt Fälle, wo weibliche Helfer, die zuvor jeden Busengrapscher als sexuelle Belästigung in alle Zeitungen getragen haben, von ihren "armen Flüchtlingen" im Rudel vergewaltigt wurden, aber diese Taten nicht einmal zur Anzeige gebracht hätten, wären sie nicht aus andern Gründen ans Tageslicht gekommen.
