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Sonntag, 18. Dezember 2022

Gedankensplitter (1343) - Anbetung, Kuß, Existenz, Inkarnation, Archetyp

Beziehen sihc die ersten drei der Zehn Gebote Gottes an die Menschen auf das Verhälntnis zu Gott, so zeigt sich in dieser Stufe zum vierten Gebot, ab wo das Vergehen den Mitmenschen betrifft, die Analogie des Menschen - der NACH SEINEM ABBILD geschaffen wurde. Sodaßuns im Nächsten Tott selbst schattenhaft, ähnlich vorgestellt ist. 

Sind es in den Eltern noch unsere irdischen Urbilder als Ursprung, von dem wir genommen sind (sodaß wir wir selbst umso mehr sind, als wir uns dem Urbild mit Ehrfurcht und Achtung nährern, um es zu sehen, um ihm staunend eine ähnliche Ehre wie Gott zu erweisen) und ist uns im fünften Gebot die Schwere des Vernichtens eines Menschen vorgestellt.

Denn in diesem Menschen begegnet uns das Bild Gottes, und deshalb Gottes Odem selbst, der diesen Menschen in sein innertrinitarisches Leben hineinzunehmen beschlossenhat. Denn er hat uns erwählt, als er uns schuf, nicht wir ihn.

Freitag, 2. Dezember 2022

Es geht um Adam

Wenn die Medien immer häufiger herausstreichen, daß die Zahl der Morde an Frauen zugenommen hätte (in absoluten Zahlen ist es nach wie vor erstaunlich gering, und ich werde gliech erklären, was daran erstaunlich ist) dann ist die Absicht darhinte rnatürlich strunzdumm. 

Kein Medium mehr, das nicht in Dummheit versunken ist, was seinen Grund in der Veränderung der Eigentümerstrutkuren hat, aber dazu ein andermal vielleicht mehr.

Aber die Tatsache des damit beklagten "Femicides" (in der diese Morde in eine Reihe mit Begriffen wie "Genozid" gestellt werden soll) hat in dieser Verallgemeinerung (in der die Einzeltat in einen größeren Begründungs-Zusammenhang gestellt wird) hat einen kräftigen Funken Wahrheit.

Denn wer den Mann beämpfen will, tut es nicht direkt, sondern indirekt. Und es geht um den Mann! Als Satan Eva verführte, sie dazu brachte, jemandem anderen anzuhangen als Adam, ging es ihm um Adam. Erst mit ihm fiel die Welt, denn bei ihm beginnt sie. 

Montag, 1. August 2022

Ist es heute, ist es gestern?

"Der algerische Nationalismus ist im Milieu der französischen Fabrikarbeiter entstanden, innerhalb der kommunistischen Zellen in den Betrieben." Man ist verblüfft, wenn man diese (gewiß recht anders gemeinte) Dokumenation (deren erster Teil unten angeschlossen ist, es gibt deren sechs) und noch alle die weiteren Aussagen vor Augen bekommt, die die Legitimität der französischen Freiheitsbewegungen belegen soll. 
Zumalen das Verblüffendste daran ist, daß sich alle diese Forderungen anhören, als würde man eines der vielen vielen "Erweckungsvideos" sehen, die sich aus den Corona-Befreiungsbewegungen (ich möchte sie nun so nennen) heraus erheben und zu Bewegungen formieren, die allesamt an "sachlichen Problemen" ausgerichtet sind, der Lügen um Corona. 
Die dermaßen dicht und widersprüchlich sind, daß sich auch in den Contra-Bewegungen ein ähnliches Bild der Zerspilitterung und Widersprüchlichkeit zeigt. Auch die Algerien-Befreiungsbeegung war keineswegs ein homogenes Ausatmen eines Volkes, sondern ein von vielenn, meist von außen kommenden Richtugen aus angestoßenes Chaos, das bis heute kaum zu einem ruhenen Gewässer geworden ist, in dem alles zusammenfließt. 

Mittwoch, 16. Februar 2022

Die Archetypen des Wollens

Es gibt (also) auch im Menschen vorgebildete Archetypen, Handlungsschemate die in Wahrheit Gestaltwille sind, und von einer Gestalt, nicht von einer technischen Funktion oder einem Beitrag dazu, ausgehen. Man muß es als Bestandteil des Eins eines Menschen sehen, als ontologische Grammatik, die das, was fehlt - und im Begegnen mit einer Sache "die mich angeht" wachgerufen wird - ergänzen, also zur Darstellung bringen will. Menschsein heißt eben Fleischwerden, und in diesem Fleischwerden ist die Welt dann enthalten.

***

Welt ohne Mensch ist undenkbar, ist "nicht", ist unvollständig, und wäre ohne Mensch zum Verfall bestimmt. Was einen Gutteil der als "Ökologie" vorgestellten Gedanken und Konzepte, vor allem aber deren Begründungen, in sichzusammenfallen läßt. Die von einer Welt ausgehen, die prinzipiell ohne Mensch vorhanden, ja besser gestellt wäre, und der Menschen sich allerhöchstens "einordnen" kann, um möglichst nicht zu stören. Kultur als die einzige mögliche Existenzform des Menschen ist aber kein draufgesetzter Zuckerguß, sondern eben - die Krone, das, worauf alles ausgerichtet war, und auf das alles hoffte und wartet.

Weshalb der Teufel die gesamte Schöpfung trifft, wenn er den Menschen trifft. Weil die Schöpfung erst dann zu sich selbst kommt, also zu ihrer Vollgestalt kommt, wenn der Mensch eingreift bzw. sich die Natur an den Menschen anschmiegen kann (gewissermaßen) Nicht umgekehrt. 

Montag, 13. Dezember 2021

Kopfschüttelnd gesagt

Als Unternehmer war eine der schwersten Lasten die Pflicht, als Führungsperson immer eine Antwort haben zu müssen. Keiner der 30 Mitarbeiter, die ich zuletzt hatte, durfte mit der Frage, wie es weitergehen solle, die MICH bewegte, belastet werden, keiner durfte auch in sachlichen Fragen egal welcher Art vor einem Rätsel stehen und - weil die Frage seinen eigenen Bereich überstieg, und das passiert laufend - wissen wollen, was er nun tun solle, und weggehen müssen mit der Antwort, da ich es selbst nicht wüßte.

Der Führende MUSZ IMMER EINE ANTWORT HABEN, was zu tun ist, und wie es weitergehen wird. Er muß immer diese Ungewißheit, die Leben IMMER bedeutet, auf sich nehmen und in sie hinein, in einen Treibsand der Welt hinein, ein festes Fundament bauen. Denn die Welt ist auf eine Weise tatsächlich ein Konstrukt: Ein Konstrukt der Phantasie. Und der Mensch muß den Mut haben, in sie Gestalten zu errichten, und aus dem nie Sicheren der Form IN DER ZEIT eine FORM in der Zeit machen. 

Führen heißt, eine Form von Substanz ins Nichts zu werfen, und da herum die Materia zu führen. Um somit eine Welt zu schaffen. "Damit sie ihnen Namen gäben." Führen heißt, Namen zu geben. Und die Menschen an den Ort mitzunehmen.

Freitag, 29. Oktober 2021

Auch ein begrüntes Straflager ist keine Sommerwiese (2)

Warum heute allgemein geglaubt wird, daß es alles für alle und überall gibt. Und warum das alles nichts ist. Aus einem Kohlenkeller wird aber niemals ein Barockschlössel - so gut Sie ihn auch gießen. Und: Zum Archetyp China, et al. - Damit ist jedem Gedanken die Grundlage entzogen, der da "fließende Grenzen" rationalisieren soll. In der ein Ding nahtlos in ein anderes übergeht, alles Dasein, alle Dinge also nur GRADUELL sind. Als Zwischenphase auf einer langen Skala, die vom Kieselstein am Grund des Marianengrabens über die Fenchelknolle im Glashaus von Puerto Romadur, den Audi Quattro Bj. 1998 vor der Garage eines Geheimdienstlers in Kuala Lumpur, den Suppenlöffel des Eskimo, aus einem Stück geschnitzt aus dem Zahn eines Narwals, dem Bono Bono in den Palmenölplantagen Sumatras, und dem Würstelstandbesitzer im Wiener Prater (Prado=Wiese; ein Rest von Spanien weht immer noch über der Karlskirche, diesem Präzisionsausdruck des WAHREN DRITTEN ROM).

Damit GIBT es gar kein Ding, kein Etwas, alles könnte alles sein, und daß das nicht so ist, ist Zufall. Aber das Zeug dazu, das hätte es. So und nicht anders ist das Weltbild des Evolutionisten, er weiß es nur nicht.

Damit ist ein Ding auf immer und ewig das, was ihm als Idee vorausgegangen ist. Und das dann - normalerweise müßte man sagen: Aus Liebe, was zu begreifen bei Australien wirklich schwerfällt, obwohl man es irgendwie und irgendwo auch dort so sagen muß: Irgendeiner, der mit seiner Ausformung zum Land mit Begriff und Namen (in das dann die Aborigines eingegliedert wurden, denn die HATTEN kein Land) maßgeblich zu tun hatte, muß diesen Subkontinent geliebt haben - seine Existenzsäulen bedeutet. Seine Grundgrammatik, die alles formt, was auf den Fundamenten aufgerichtet wird. 

Da kann man nicht einfach so wechseln, sodaß ab morgen und per Deklaration die Strafkolonie ein freier Staat wäre. (Solch ein Übergang wäre nie ein Übergang, sondern die mehr oder weniger kleine Kluft ZWISCHEN ZWEI DINGEN, zwischen Tod und Beginn, sozusagen, und zwar TOTALER Beginn, nicht "Neu-Beginn", oder "Reform", wie man es sich nach einer Beichte vornimmt. 

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Auch ein begrüntes Straflager ist keine Sommerwiese (1)

Weil Leser T schrieb und eine Frage stellte, die vielleicht auch anderen in einem Kämmerchen ihres Herzens herumspukt, noch einmal eine Replik auf Australien und das Thema, das dort eigentlich berührt war. Berührt, weil ich hier Australien als "Strafkolonie" bezeichnet hatte. Ob das nicht ein bißchen übertrieben, blutleer sei. Australien sei doch ein hochmoderner Staat, demokratisch, und nur, weil es jetzt in der Covid-Geschichte "ein wenig überzieht", könne man doch nicht so tun, als hätte sich der Charakter des Landes nicht geändert. T verwies auf einige Australier, die er persönlich kenne, und sogar im Gegenteil "sehr freidenkerische Menschen" seien, die sich kein Blatt vor den Mund nähmen.

Mich hat das nachdenklich, und dann fast ein wenig besorgt gemacht. Nicht nur, weil es in diesem scheinbar modernen, kapitalistischen, reichen, freiheitlich lebenden Australien einige weitere Merkmale gibt, die auf einen Staat deuten, der in seinem Gestus dazu neigt, zu diktieren. Und seine Bürger so zu behandeln, wie man eben nur Häftlinge behandelt. Man denke an die "Energiewende", wo Australien seine aus Rohstoffen geschöpften Gelder mit einer kaum zu glaubenden "Großzügigkeit" in Speicherlösungen verpulvert hat, die nur Kopfschütteln hinterlassen. 

In einem Land, das in diesem Bereich noch zahlreiche weitere Absurditäten geliefert hat, sodaß regelmäßige und großflächige Stromausfälle keine Seltenheit mehr sind. "Aber der Mann von Welt genießt - und schweigt." Wozu es nicht unbequem ist, auch die Medien zu besitzen. 

Sonntag, 24. Oktober 2021

Die Anbetung des Götzen (2)

Die Illusion, die zerstört. Die Anbetung des EINEN Bildes, dessen Gestalt Form und Sein der Schöpfung ist. - Wir sprachen von Zersetzung? Ja, damit haben wir es zu tun. Und es gibt nur eine Kultur, die im besten Sinne Menschheit aufbauen kann, und das ist eine Kultur der Kirche (vulgo Abendland, so wie jede Kultur auf und aus der Religion aufgebaut ist). Nicht als Organisation. Nicht als bloße und für sich stehende Institution. Ein aus solchem Mißverständnis heraus wuchernder Klerikalismus wird sogar von Papst Franziskus manchmal recht zutreffend kritisiert. Kirche ist kein Selbstzweck, sondern der Nährstoff, die Färbung, die Poesie, der Duft, der die konkrete Lebensweise der Menschen durchzieht, wie das Rum-Aroma die im Likörtöpfchen eingelegten Weichseln.

Nichts ist weniger dramatisch, damit wir uns da nicht täuschen. Nichts harmloser. Und immer geht es um Seelen, um Ebenbilder Gottes, von denen Gott alles erhoffte, weshalb er sie schuf. Aber es geht um die einzige Haltung, die für uns zulässig sein darf, und die sich in der Frage entscheidet, die unserem Denken und Tun zugrunde liegen muß: LIEBEN WIR? Tun und denken wir, WEIL WIR LIEBEN, WEIL WIR DAS HEHIL ALLER WOLLEN?

Ich habe mich in letzter Zeit und an diesem Ort von so manchem ausdrücklich distanziert. Ich habe das aber nicht gemacht, weil ich zu den Zerstörern übergelaufen bin! Nichts an meinen Analysen und Urteilen hat sich geändert, nichts an meinem Heiligen Zorn, nichts an meinem Kampfesmut, nichts an meinem kulturellen Pessimismus.

Aber ich habe mich distanziert, weil sich sehe, daß das viele in die Irre führt. Weil diesem Denken überall (entsetzlich "überall" sogar) eine banausische Grammatik zugrunde liegt, die als trojanisches Pferd eine furchtbare Abwendung von der Wahrheit der Welt, von der Wahrheit überhaupt, die Gott ist, und deren innerstes Wesen GESTALT und PERSONAL ist, die also PERSON ist.**

Wir müssen uns darüber klar werden, daß wir - selbst Gestalt - im Rahmen einer weit größeren Gestalt stehen. Daß die Übergänge ebenso wie die Seinszustände somit "Bilder" sind, Formationen und Formiertheiten, Gerichtetheiten, die im Rahmen des unendlichen göttlichen Wissens und Ordnungssystems zu sehen sind, in dem alles miteinander korrespondiert, weil einen Teil eines Ganzen darstellt. In dem aber wir weder uns selbst so gut kennen, daß wir immer wissen, welche Gesamtheiten als in Gott präformierte Reaktionsbilder (hier also Erkennen als Überraschtheit von uns selbst und den tiefen Bildern in uns selbst. (Siehe Anmerkung**)



Samstag, 23. Oktober 2021

Die Anbetung des Götzen (1)

QR Plattform apolut
Es ist einer der Schatten, die Ken Jebsen im Netz hinterläßt, und in deren Kleinklima er über kurz oder lang auch wieder als Weißer Hirsch auftauchen wird, darauf kann der Leser Gift nehmen. Auch die von ihm gegründete Plattform apolut ist Teil des in meinen Augen merkwürdigen Phänomens, das sich überall zeigt. Indem in diesem überall auf Seiten der "Kritik am System" neue Plattformen und (im weiten Sinn) Sender und Kanäle auftauchen.
 
Die sich in einem Punkt einig sind: Sie haben die Verurscher für "die Mißstände" eruiert. Es sind die Oligarchen und Plutokraten (Herrschaft von vielen), es sind Verschwörerkreise, die mehr oder weniger im Dunstkreis der Vereinigung liegen, die Cecil Rhodes, Natty Rothschild und Alfred Milner (sowie einiger derer engster Vertrauter) gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf der Grundlage südafrikanischer Rohstoffe (Gold und Diamanten) gründeten. Diese "Milner-"Gruppe, wie sie sich in etwa nannte und wie wir sie bezeichnen, um die Sache begrifflich dingfest zu machen, die ursprünglich völlig offen agierte, bald aber entdeckte, daß eine effiziente Arbeit an ihren (politischen Zielen (allmähliche Unterwanderung der - imperialen, also anglo-amerikanischen, damit globalen (siehe Anmerkung*) - Strukturen, um sie in die Hand zu bekommen) sah sich im Namen eines nietzscheanisch-schopenhauerischen "Willen zur Macht" beauftragt, die Menschheit "zum Guten hin" zu lenken. Sie hatte das Geld, also das Blut der Macht, sie hatte über ihre "Kreis im Kreis im Kreis ..."-Struktur bald auch die Menschen in den dienlichen Positionen und Bereichen.

Sonntag, 26. September 2021

Die drei Phasen der Weltgeschichte (3)

Die Dynamik der Welt zeigt sich in unseren nicht bewußten Antrieben. Weshalb eine Suche nach Ereignissen, die den archetypischen Topoi gleicht, sinnvoller ist als jede Alternative. Die Mythen der Welt sind (trotz der Notwendigkeit, sie von Überlagerungen zu reinigen) wahrer als unsere Geschichtswissenschaft. - Drei Phasen haben wir im Wesentlichen vor uns. Die alle unter einer einzigen Grundthematik stehen, die der tiefste Treibsatz der Menschheit und ihrer Geschichte sind. Und diese Geschichte ist das Verhältnis des Menschen zu Gott. Aber nicht nur das: Zwei dieser Phasen, wie ich sie oben in ganz ganz grobem Überflug aufreiße, haben ein Spezifikum. Es sind Menschheitsepochen, die "Satan" gehören. Er ist der Herr der Welt, er ist die Schlange, die die Menschheit (als ecclesia, als Braut Gottes) in die Ferse beißt. Was heißt, daß sie dort zubeißt, wo der Mensch es nicht bemerkt, daß er in seiner Standfestigkeit elementar getroffen wird. 

Die Tatsache, daß einem Menschen die für ihn schwersten, beeinträchtigendsten Sünden am schwersten erkennbar sind, weil sie zugleich sein rationales Erkenntnisvermögen BILDEN, wird hier bald aufgegriffen. Denn das ist mit dem Biß in die Ferse gemeint. Ohne Eingriff von außen - Gnade bzw. der Topos "der rettende Ritter", während die Menschheit (die ecclesia) und die ihr gehörende (=unter ihren Namen gestellte) Welt die jungfräuliche Prinzessin, die Braut des Retters ist - ist das Aufbrechen dieses Gefängnisses deshalb fast unmöglich. 

Ohne Gott ist der Mensch zu dem verdammt, was man nüchtern konstatieren muß: Der NORMALZUSTAND des Menschen - ALLER MENSCHEN und seit dem Sündenfall - IST DIE LÜGE. Noch im mildesten Format ausgedrückt ist es DER MANGEL AN WAHRHEIT. Das tägliche Bett, in das wir uns morgens beim Aufwachen legen, ist die Ruhestatt des verlogenen, eingebildeten Kranken, in der die Welt an uns vorbeidefiliert. Es würde mich nicht wundern, wenn Molière das auch erkannt hatte. Die Luft, die wir alltäglich atmen und zu der wir WELT sagen, ist vergiftet.

Samstag, 25. September 2021

Die drei Phasen der Weltgeschichte (2)

Die Epoche nach der Sintflut als finales Drama von Menschheit und Erde. Die Phase nach der Pause hat im vierten Akt die Peripetie der Schöpfung in der Geburt Gottes. Was wir seither erleben sind nur noch die verzweifelten Rückzugsgefechte des Herren der Welt. - Als nach der Sintflut die Wasser abliefen, und damit noch einmal enorme, aber - zur Erinnerung - der "Zeit" unterliegende Veränderungen in der Erdoberfläche - man denke an den Grand Canyon in den USA - sowie in den Meeren bzw. durch sie hervorriefen, fanden sich unter allmählicher Beruhigung der Erdoberfläche und des Lebenden, das auf ihr wieder Fuß faßte, im Gebiet der östlichen Türkei die letzten Überlebenden an Mensch und Tier. Noah und seine Familie, das heißt die drei Söhne Sem, Cham (der "Heilige"), und Japhet, die alle jeweils einen der drei großen Menschheitsströme begründet haben. Was? Drei? Auch wenn es aufs erste kaum glaublich scheint: Es ist eine statistische einfache Übung die zeigt, daß diese 4.000 Jahre reichen, um bis heute 7 Milliarden zu zählen. Beim berühmten Josefs-Groschen, der heute fünf Sonnen voller Gold wären, glauben Sie es ja auch, werter Leser.

Vom Fuße des Kaukasus aus begannen sie und die Tier- und Pflanzenwelt, diese teils durch menschliche Kultur, teils "wild", sich fortzupflanzen und über die Welt auszubreiten. Für Europa glaubt der VdZ immer mehr, daß sich ein exemplarischer Ablauf anzeigt. Ging Cham vom türkischen Hochland aus nach Westen, ging Sem nach Süden, und Japhet nach Osten. Diesen besonders merkwürdigen Ort, an dem schon Kain seine Stadt-Zivilisation der Hoffart und wurzellosen Unrast, der Schmiede, Waffen, Kriege und Macht begründete. Die in ihrer Kain-itischen Unrast dann sogar Amerika erobert hat. Und ... bis heute beherrscht.

Dienstag, 21. September 2021

Die Maske verdeckt nur Zweitrangiges

Was ich mit "Küchenpsychologie" meine ist dem Leser klar? Ich habe diesen Begriff im Zusammenhang mit nicht immer sehr nachsichtigen Kommentaren zu so manchen "Institutsleitern" und hochgelahrten Seelendeutern verwendet. Weil jene sich in allen möglichen "Kritischen Medien" in die Debatte mit dem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit einmischen. Wo sie unter anderem den Kampf gegen die verpflichtend vorgeschriebenen Gesichtsmasken unter Hinweis auf schwerste psychische Schäden aufzunehmen vorgaben. 

Die damit verbunden seien, daß doch der arme Mensch, ja noch mehr das arme Kindelein das Lachen des Menschleins gegenüber, der tiefen Bedeutung des oft kleinsten Mundverziehens, ja der Teilhaftigwerdung an dem gesamten Mienenspiel der hehren Menschengemeinde entbehren müsse. Solcherart würde es einer emotionsarmen Umwelt gegenübergestellt, die sein Seelenleben bei minus 90 Grad einfrieren lasse, Langzeitschäden garantiert.

Zwar bin ich auch gegen Gesichtsmasken, aber aus anderen Gründen. Allen voran der kleinbürgerlich-bösartige Zwang gegenüber dem Nächsten, der umso mehr seine fröhlichen Urstände feiert als - wie sich seit eineinhalb Jahren, seit Beginn dieses ganzen Zirkus, den als "Pandemie" zu bezeichnen sich immer noch so viele "Führungspersönlichkeiten und Meinungsführer" entblöden, pausenlos gezeigt hat - eine halbwegs vernünftige Regelung gar nicht möglich ist. 

Montag, 30. August 2021

Extra ecclesiam (3)

Als alles zerfiel, schlug die Stunde der Autonomen, der Besserwisser und der Türsteher: Als alles zu verschwinden drohte, kam der Ruf nach Rettung auf. Und als Retter traten die Eigentlichen mit ihren Nebengebäuden hervor; und dort war der Schmerz verschwunden, war alles gar nicht so schlimm - Wir wissen somit auch, daß Narzißmus sich in einer Form von Türsteher-Mentalität äußert. Dieser auf einer anderen Ebene - ein Archetyp, eine Konstruktionsgrammatik, jeweils mit Kostümen, die auf anderen Welt- und Seins-Ebenen ganz andere Figuren zu erzeugen scheinen - völlig gleichkommt. In der der Türsteher den Einlaßbegehrenden auf eine Art begegnet, in der er tatsächlich zum Unternehmen WIRD, dessen Tore er bewacht. Wo er es "besser weiß", als die offiziellen Richtlinien sagen, und nicht nur das: Genau in diesem Abweichen von den offiziellen Richtlinien äußert sich seine Macht erst so richtig. Hier wird sie erlebbar, hier wird sie zum Gewinn, der sich aus der Dankbarkeit jener ergibt, die, obwohl sie den Richtlinien nicht entsprechen, eingelassen werden. Es liegt alles in seiner Hand.

Sonntag, 29. August 2021

Extra ecclesiam (2)

Sein wie Gott, oder: Wenn der Türsteher es besser weiß als der Chef - Das gesagt, weil Wallner noch eine Tür als Türsteher bewacht. Eine, die NICHT die der Katholischen Kirche ist. Denn genauso, wie er sagt, daß jeder, der Jesus Christus als Gott anerkennt, zur Kirche als Heilsgemeinschaft (das sind Synonyme) gehört, völlig unabhängig, ob er explizit "zur Kirche" gehört (also bereits auf die Dreifaltigkeit getauft ist), genau so muß dann stimmen, daß NICHT zur Kirche gehört, der NICHT die Dreifaltigkeit bzw. Jesus Christus bejaht, völlig unabhängig davon, ob er getauft ist oder nicht.

Wir lassen das hier so stehen, der Leser möge sich selbst sein Bild machen. Aber nicht ohne zuvor auch gehört zu haben, daß das oben Gesagte nicht stimmt, nimmt man es einfach so, wie es da steht. Denn die Taufe prägt als Standessakrament dem Täufling ein unauslöschliches Merkmal ein. Das als Pflicht und Form einer Forderung gleichkommt, der er mit seinem Leben zu genügen hat. Umso schwerer wiegt, wenn er diese innere Zugehörigkeit durch sein Leben nicht erfüllt. Da hat es der Nicht-Getaufte sogar leichter.

Worauf aber wollen wir hinaus? Daß Wallner ein massives Narzißmus-Problem hat, darauf wollen wir hinaus. Denn wer Gott nicht ähnlich wird, versucht ihn zu imitieren.

Samstag, 28. August 2021

Extra ecclesiam (1)

QR Wallner auf k-tv
So werden eben Zusammenhänge erkennbar - warum ein P. Dr. Karl Wallner, der sich selbst bei so mancher Gelegenheit als besonderer Verehrer von Hans Urs von Balthasar darstellt, hier auf k-TV, welcher "katholische Sender" dem VdZ quasi zufällig in die Tastatur sprang, eine glatte Häresie verbreitet. Diese ist nicht neu, und gehört im weiteren Sinn der sogenannten "Nouvelle Théologie", die sich in den 1930er-1950er Jahren entwickelt hat, und der neben Figuren wie Teilhard de Chardin (auf den viel zurückgeht), Karl Rahner oder Henry de Lubac auch der Schweizer, noch kurz vor seinem Tode sogar zum Kardinal erhobene Hans Urs von Balthasar zuzurechnen ist. 

Es macht das hier angesprochene Problem noch leichter verstehbar, wenn man diese Theologie in dem noch umfassenderen Rahmen sieht, in dem die Kirche seit den 1930er Jahren (gipfelnd im Zweiten Vatikanischen Konzil) hier über versuchte Liturgie-Innovationen (in denen Stift Klosterneuburg mit Pius Parsch, aber auch ein Münchner Theologe vom Rang eines Romano Guardini eine gewichtige Rolle spielen) und dort über Versuche, die Theologie an ihren Rändern so aufzuweichen - merken wir uns: Grenzen, Tore, Torwächter ... es spielt unten seine Rolle - daß sie auch für der Kirche Fernstehende leichter annehmbar ("verständlich") wird.

Und in gewissem Sinn ist das fast jeder der sogenannten "Katholiken". So wie jede, wirklich jede Religion in ihrer faktischen Gelebtheit ein ungeheuer weiter Raum rund um einen Kern ist, den lauter "Häresien" umflirren.

Dienstag, 8. Juni 2021

Gedankensplitter 1164a

uch das ist ein Archetyp - das Schöne, Begabte, Gute, Hehre verringert sich, weil das Untere, Häßliche, Unbegabte sonst in Neid ihre Nachberangtheit nicht erträgt. Es hat Mitleid, jeder Begabte kennt das, und jeder Begabte weiß darum wie es ist, in einer Gesellschaft zu leben, die Tag für Tag unter der Tatsache zu leiden hat, nicht dieselbe Höhe der Weltbewältigung zu haben.

us Mitleid, aus höchster Höflichkeit und Benehmenskraft verringert sich also das Hohe. Um dem weniger Hohen ein leichteres Existieren zu ermöglichen. Geschrieben während ich eine Diskussion über Covid19 höre, in der einer der Diskutanten etwas in seiner Klarheit fast Schneidendes spricht: Wir stehen bei Covid vor der Tatsache, daß ausgerechnet der, der gesund ist, der kräftig ist, der sein Leben in aller Weite leben möchte und kann, der auch keiner Gefährdung unterliegt.

Samstag, 19. Dezember 2020

Zu hohes Wissensniveau ohne Bildung

Es ist Zeit, wieder einige - fast zufällig herausgegriffene - Artikel der Vergangenheit neu ins Schaufenster zu stellen. Sie sollen zeigen, daß die Konzentration auf die aktuellen Geschehnisse leicht zur Täuschung führt, wir stünden in einer Zeit des "Nie Dagewesenen" oder "historischer Einmaligkeit." 

Wahr ist vielmehr, daß sich das Leben, die Geschichte, das menschliche Existieren immer nur rund um immer gleichbleibende Archetypen bewegt. Und diese sind es, mit denen wir zu tun haben.
 
Das ist der Grund, warum manchmal neue Artikel gar nicht lohnen. Weil alles ohnehin schon gesagt ist. Es ist nur vergessen. Sie sollen somit lediglich anhand einiger alter Artikel wieder in die Erinnerung gebracht werden. Weil scheinbar Aktuelles und nur aktuell zu Verstehendes auch auf diesem Blog schon VOR ZEHN JAHREN zu lesen stand. 

Artikel wie diesen hier. Er stammt vom 15. Oktober 2010.


Zu hohe Bildung

Bildung ist eben nicht die Sache angelernter Information, sondern der Umgang damit. Sie ist deshalb eine Angelegenheit der Persönlichkeit, und damit des persönlichen, und das heißt: familiären Umfelds. Nur wenn sich diese Gesamtheit nach oben orientiert, und das heißt: nach sittlicher Erhebung, wird sich auch langfristig (man sagte früher immer: drei Generationen dauert jedes Heben, eine der Verfall) das "Bildungsniveau" der Menschen eines Staates heben.

Es ist also schon von dieser Warte aus völlig widersinnig, zu meinen, man könnte kurz- oder mittelfristig soziale Probleme beheben, indem man die Menschen mit mehr Information vollstopft. Bildung ist nicht "erlernbar" - sie wird deshalb ja heute meist nur imitiert. Was sich in den Charakterbildern - Charakterbilder der Selbstbehauptung und Systemfunktionalität - der allermeisten mit akademischen Titeln geschmückten Mitbürger zeigt.

Schon gar weil man übersieht, daß jede Standesveränderung, zumal eine nach oben, als Identitätsveränderung in einem subtilen Zwischenspiel von Umwelt und Person stattfindet, und deshalb über eben diese drei Generationen enorm viel Spannungspotential bietet.

Darin liegt eines der Hauptprobleme heutigen Universitätswesens, wie überhaupt der Menschen, die fast durchweg eine inadäquate, zu hohe Ausbildung durchlaufen sollen, die ihrem Stand nicht entspricht, und an der sie so regelmäßig scheitern, daß dies nur zu verbergen war, indem das Anspruchsniveau (aber natürlich auch das Ansehen) nach und nach auf beschämende Tiefen gesenkt wurde.

(Dies noch gesagt ohne Bezug zum heute so unseligen "so viel als möglich" anstelle des "angemessenen".)



Donnerstag, 15. Oktober 2020

Filmempfehlung (2)

Teil 2) 


Alles im Film "Angel Heart" ist logisch, wenn man auch - wie für Logik überhaupt - Geduld braucht. Denn die wahre Frucht der Kunst ist immer eine Frage des richtigen Endes. Erst dann, wenn das bislang Unsichtbare, das Geheimnis, seine Masken ablegt. Das alles trug, und im Handlungsgeschehen eingebettet war bzw. umgekehrt alles einbettete. 

Die Handlung selbst ist dann nur Seziermesser, das das Skelett freilegt, das dem Auge nicht sichtbar ist. An dem alles hängt, das vor allem aber alle Einzelteile an ihren Platz, ihren Ort weist und dort hält. Kunst ist also Offenbarung, Freilegung. Weil alles letztlich Geheimnis ist, das erst im Letzten offenbar wird - und das nennt man ja "apokalyptisch": Die Offenbarung. Sie kommt am Schluß. 

Das Geschehen ist die Geschichte des Vorher, der Weg zum Ende. Wo man wie in Nebel und Nacht mehr tastend als wissend wandeln mußte. Und nur den Glauben an das von Gott selbst Geoffenbarte hat, das angeblich am Ende als Belohnung wartet. 

Alles andere als dieser treue Glaube sind Wege der Ausflüchte, Abschneider, vermeintlich kürzere, direktere Wege, und sie alle sind Ergebnis mangelnder Geduld. Und das wiederum ist eine Folge mangelnder Fähigkeit zur Spannung, was man gemeiniglich sogar deutlich benennt: "Laster".

Somit wird in "Angel Heart" die wahre Gestalt der Welt, die Symbolik, denn letztlich ist alles Dinghafte Symbol, erkennbar. Über das die Welt des Geistes aber zu uns spricht bzw. in der diese spricht. Das Geheimnis, der Geist kommt als Bild, als Gestalt zur bzw. in diese Welt, und das ist als solches dann Welt

Hier in einer filmischen Sprache. Wo sich Gemälde an Gemälde reiht, die in dieser Reihe, die man "Handlung" nennt, großartig kräftig bleiben, ohne je plump zu werden. 

Geheimnis um Geheimnis türmt sich also während der knapp zwei Stunden beim Zuseher auf. Er darf aber nicht säumen, die Bilder, die Spannungen wie einen Dottersack von Minute zu Minute mitzunehmen. Er darf nie ungeduldig werden. Dafür wird er zum Schluß belohnt, denn dann darf er die Nahrung aufzehren. Wenn alles klar wird! Und das ist letztlich wieder ein Geheimnis, so wie die Quelle der Welt eines ist, aber man sieht, daß alles logisch war. 

Denn wenn die Bilder - jedes für sich - wahr sind, treibt sich ein Geschehen als Geschichte dennoch zu einem logischen Ende. Als Fabel, die immer erst am Schluß wirklich vor Augen steht Die im Erlebten, Durchlebten in einem selbst Gestalt annimmt, was man dann Erkenntnis nennt. 
Und die hier heißt: Wer mit dem Teufel einen Handel abschließt und dann doch meint, ihm zu entkommen, weil er glaubt, diesen übers Ohr hauen zu können, hat sich geschnitten. Er entkommt ihm nicht, wenn er nicht die Hilfe der Gnade in Anspruch nimmt. 

Aber das verweigert unser Proponent konsequent. Warum? Wohl aus demselben Grund, warum jeder die Gnade verweigert, wenn er es denn tut: Er läßt sich von der Welthaftigkeit binden. 

Die in jenem Akt ihre Daseinsqualität erlangt, worauf der Blick in der Haltung gerichtet wird: Nach oben oder nach unten. Das erst kann man dann "irdisch" nennen statt "himmlisch", denn so einfach läßt sich Welt und Himmel ja gar nicht trennen. 

Was etwas ist, ist es aber nur aus dem, woraufhin es sich transzendiert! Alles Seiende ist ein Akt des Hinstreckens, der Gerichtetheit, ist eine Bewegung auf ein Ziel - den logos - zu. Nichts, das ist, ist starr und unbeweglich, außer es ist bereits tot und im Zerfall.

Letztendlich hängt deshalb sogar der Teufel am Sein, also an Gott, er blickt nur von diesem weg, ins Nichts sohin. Dieser Blick ist dann auch die Kraft, die ein Daseiendes bestimmt, und alles an ihm und alles, was er tut, hierhin oder dorthin ausrichtet und zieht. Ein Dazwischen der Blickrichtung gibt es nicht.

Die Welthaftigkeit als Orientierung ist aber auch die Unterordnung unter jene Kraft, die nicht zuletzt in der Sexualität das Seelenheil entscheidet. Wo sie, entfesselt und als Kraft für sich genommen, sich letztlich sogar jeder Persönlichkeit entschlägt (Amnesie! Dementia!).

Und dann selbst strengste Tabus brechen kann, ohne es zu "wissen", weil ohne Fähigkeit zum Urteil. Der Wille wird inhaltslos und zufällig. Auch Angel Heart findet den scheinbaren und gesuchten Gipfelpunkt der weltlichen Ekstase zwar in einer jungen Frau ... aber er weiß (in der Erinnerungslosigkeit, also in der Gestaltlosigkeit, zu der die Welt degeneriert) nicht, daß es seine eigene Tochter ist.

Was immer Angel Heart also tut und tat, um sich die Erinnerung zu verwehren, um damit dem Teufel zu entkommen - mit jeder weiteren Verstrickung (Achtung, Spoiler: Verstrickung, weil er alles zu töten und auszulöschen versucht, das diese Erinnerung auslösen könnte) kommt er dem Punkt näher, an dem er sich schließlich doch erinnert. Dann kann (weil muß) er dem Teufel gegenüber seinen Vertrag erfüllen.

Hier aber nun der Trailer.




Mittwoch, 14. Oktober 2020

Filmempfehlung (1)

Daß der Film unter dem Genre "Horror" eingeordnet war hat der VdZ erst ganz am Schluß bemerkt. Denn dann hätte er ihn gar nicht angesehen. So ließ er sich lediglich von der Handlungsbeschreibung, dem "Teaser", verlocken, und er hat die zufällige Entscheidung nicht bereut. Denn nur, weil es um eine weitere (und immer interessante) Adaptierung der Faustlegende geht, in der natürlich der Teufel vorkommt, ist ein Drama noch kein "Horrorfilm." 

Daß es um den Faust geht hat auch Wikipedia nicht bemerkt. Das sich stattdessen in eine endlos lange Handlungsbeschreibung verliert, die aber kaum mehr als eine Aneinanderreihung dessen ist, "was passiert". Weil der Verfasser offenbar keinen Faden durch die vielschichtige Handlung fand. Der VdZ hat jedoch auch sonst keine brauchbare Rezension dieses Films gefunden, und das ist anderseits auch nicht überraschend. Denn die Kunstszene hat vielfach von dem, womit sie sich eigentlich befaßt, keine Ahnung mehr. 

Es geht hier um den Film "Angel Heart" (1987), der dem Leser nahegelegt werden soll. Mit Mickey Rourke, Charlotte Rampling und Robert DeNiro als Stars. (DeNiro wurde für seine Leistung sogar für den Oskar für die beste Nebenrolle vorgeschlagen.) Samt einer Reihe weiterer Darsteller, die in dem Film von Alan Parker, der geheimnisvoll und durchaus beängstigend, aber alles andere als ein Horrorfilm ist, glänzen. 

Glänzen, weil glänzen können. Das großartig "okkulte" (okkult=verborgen) Drama bietet in Bild und vor allem Drehbuch so schlüssige Rollenbilder und Charaktere, daß der Schauspieler wirklich seiner Kunst gewahr werden kann - und einfach jener Brillant sein darf, der vom Licht (nicht durch ein "Machen", das von ihm ausgeht) in die jeweilige Farbe versetzt wird. 

Leistung kann deshalb bei einem Schauspieler nur in der Arbeit ABSEITS der Bühne (bzw. des Films) gesehen werden. Im Leben, das seine Facetten prägt und schleift und schlägt und glättet. Max Reinhardt hat deshalb in seinen Gedanken zum Schauspieler immer gefordert, daß dieser je ein halbes Jahr "leben" solle, um dann ein halbes Jahr auf der Bühne zu stehen und "sich in einer Rolle sehen zu lassen".

Insgesamt bleibt der Akteur immer eingebettet in einen Archetyp, als Landschaft und Handlung, als Figur. Das alles ist in "Angel Heart" echt weil analog zu einem der sieben Archetypen, die in einem dramaturgischen Werk bzw. in jedem Kunstwerk nur möglich sind. Dann aber baut sich eine ganze Weltbühne auf, die fesselt und beängstigt, weil man tatsächlich das Nichts, vor dem jeder Mensch steht - und das sich als Hölle weltlicht, sozusagen - ahnt.  Das Wahre ist ja immer auch furchtbar, das vergißt man leider und gerade heute schon habituell. Man fordert heute sogar das Gegenteil: Die geglättete "Wahrheit", also die "Information", die man bereits besitzt, in der Gestalt der Richtigkeit.

Aber hier? Bilder, meine Herren, Bilder! Die gibt es jede Menge! Sie überwältigen sogar immer wieder, erinnern an die hohe Kunst der Holländer, an Caravaggio, an den safttriefenden, trankvollen amerikanischen Süden. Der seine Wurzeln im tiefsten katholischen Frankreich, in einer nirgendwo auf der Welt so dichten Verwobenheit von Afrika und Europa hat. 

Man wird dabei an die Herkunft des Filmes aus dem Theater ebenso wie von der bildenden Kunst, der Malerei erinnert. An eine Welt der Gestalt. Der VdZ, der den Film auf einer Streamingplattform gesehen hat, mußte sogar immer wieder die Pausetaste betätigen, um ein nächstes großartiges Gemälde in Ruhe auf sich wirken zu lassen, weil es ihn überwältigt hatte.

Die Handlung ist zwar komplex weil lange nicht recht durchschaubar, aber sie ist wie bei einem guten Drehbuch (Drama) doch so einfach. Denn sie ist eine Variante des Faust-Mythos, der so oft und oft in der Literatur gebraucht wird. Man findet die Fabel hier somit als nächste Emanation. Diesmal im Süden der USA situiert, namentlich in dem phantastischen, pittoresken New Orleans. Das dem VdZ wie so viele Orte der Welt wohl lieber in den Bildern ist, die er in der Realität gar nicht besuchen will. 

Denn bei diesem Universalismus der Gegenwart, der alles auf der Welt wie eine Dampfwalze niedergewalzt hat, was soll man aus Reisen noch lernen, was hilft es heute noch? Die wahren Fluchtpunkte heute liegen ganz woanders als in solchen Reisen, die früher noch so ein probates Mittel zur Bildung (im wahrsten Sinne) waren. Aber heute? Die x-te Variante universalistischen Konsumismus? Nein, danke. Als Geschichte ist ihm New Orleans aber sehr lieb und teuer.

Kurz und bündig nun die Tektonik des Dramas: Ein Mann verkauft Mitte der 1950er Jahre seine Seele an den Teufel, um Ruhm zu erlangen. Der nimmt den Pakt an, der Ruhm folgt auf den Fuß. Aber als eines Tages der Herr der Finsternis kommt, um die Bezahlung zu verlangen, will der arme Tropf, der nun in die Hölle fahren soll, den Meister der Lüge selbst belügen, und ihm eine fremde Seele unterjubeln. 

Das funktioniert aber nicht. Um aber trotzdem abzutauchen und sich dem Satan entziehen zu können, taucht der Sünder (der sich nun Angel Heart nennt) in Amnesie ab. 

Was eine kluge und intelligente Route der Dramaturgie ist! Denn tatsächlich ist das Menschsein vom Erinnern abhängig, von der Präsenz des Geschichtlichen. Wer sich nicht erinnert, verliert sein Persönlichkeitssein, seine Zurechnungsfähigkeit, und löst (oder versucht, das zu tun) die Verbindlichkeit seines Handelns auf. Man nimmt den Erinnerungslosen ja auch im Alltag nicht ernst, stellt ihn sogar in die Reihe der Kinder.

Der Drehbuchschreiber beweist damit erstaunliche Tiefe des Denkens. Und der Regisseur Alan Parker mindestens ebenso. (Bitte, wo hat man schon einen Drehbuchschreiber oder ein Filmset, das überhaupt eine Ahnung vom Katholischen hat, das weiß, wie man ein Kreuzzeichen macht, oder sogar Liturgie kennt, das Tantum Ergo kennt, usw. usf.! Man wird da schon so bescheiden ... Hier aber darf man im Symbolischen wühlen, richtig wühlen.)

Alan Parker wollen wir hier aber aus einem bestimmten Grund noch weiter herausheben. Denn es hängt von so vielen weiteren Dingen ab, ob die Idee des Drehbuchs (und ein Drehbuch kann wie jedes Kunstwerk nur EINE Idee haben) durch die Dramaturgie des endlichen Films auch herausgearbeitet wird. Sodaß der Film - als Ganzes, als Eines, und das ist eines der essentiellen Merkmale der Kunst - sie noch darstellt. 

Ob das aber so geschieht liegt dann tatsächlich und in erster Linie (so viele sonst noch bei einem Film mitreden wollen) in der Verantwortung des Regisseurs. Er entscheidet die Bilder, die dann aussagen (und den späteren Schnitt hilflos machen, wenn er der Linie der Regie nicht folgen will) - oder nicht. Er entscheidet die Farben, die Aspekte, die in den agierenden Schauspielern aufblitzen oder nicht, und muß während der oft extrem hektischen (und "praktischen", oft genug furchtbar banalen) Arbeit am Filmset doch immer und in allen den vielen Entscheidungen, die minütlich zu treffen sind, an dieser Idee haften bleiben, die als jenen Magnet bewahren, der letztlich alles ausrichtet, auch wenn man gar nicht "daran denkt".

Aber zurück zur Handlung von "Angel Heart": Als es ans Zahlen geht, will sich unser Angel Heart drücken. Natürlich findet der Teufel ihn. Der ihn aber nicht mehr kennt. Weil er sich eine andere Identität zugelegt hat, die er durch Amnesie "sichert". Doch in einer klugen Handlungsvariante  - er tritt als Kunde mit dem Namen Louis Cyphre (ausgesprochen wird es klarer: Lu-cifer!) - schickt der Teufel ihn, der sich als Detektiv mehr schlecht als recht in New York über Wasser hält, auf die Suche nach einem Verschwundenen. Aber nicht nur wo, sondern auch wer ist das überhaupt?

Die Suche führt ihn recht bald nach New Orleans. Dort taucht er dann tief in die Seelenlandschaft des Menschlichen ab, die teils wie Traum, teils wie ein Einblick in die Landschaften des Geistigen selbst wirken, die Ebenen verschwimmen. Verschwimmen, wie es doch auch im Leben ist! Was sich im Süden der USA offenbar besonders zeigt. Dessen Oberfläche lediglich wie eine Kruste über einer brodelnden Landschaft des Geistigen und Religiösen wirkt. 

Großartig etwa die Szene in einer Kirche (und unser Proponent fühlt sich seltsamerweise in Kirchen stets unwohl, na warum wohl? herrlich die Reaktion des Teufels alias Robert deNiro darauf!), als eine Choralsschola das Tantum Ergo (des Aquinaten) intoniert, während sich der Detektiv mit seinem rätselhaften Auftraggeber, der sich bis zum Schluß nicht identifiziert, in einer der hinteren Bänke bespricht. 

Ein Süden, in dem sich alles zeigt, was unter der Oberfläche des Menschseins wuchert und brodelt. Von Voodoo und allen Formen von Magie und Aberglauben bis zur wirklichen katholischen weil liturgischen Gestalt. Die sich hier - denn sie ist und wäre die einzige Gegenkraft, bitte schön! - so natürlich einfügt, wie es ihrer Natur entspricht. In der Welt, und doch nicht von ihr, doch als Brücke zwischen beidem, im Kampf mit dem Herren der Unterwelt, der ihr alles entreißen will.
Man ist aber noch aus einem Grund fast dankbar für diesen Film, der, wie man liest, 1987 entstanden, gerade einmal seine Herstellungskosten in den Kinos einspielte. Der zwar bestaunt und bewundert, aber nie so richtig einen Durchbruch erfuhr. Dabei bildet er sogar eine Analogie, zum Leben des damals noch recht jungen Mickey Rourke. Als hätte auch der seinen Pakt geschlossen. Und den Preis dafür bezahlt ...
"Angel Heart" läßt den Zuseher aber endlich wieder einmal richtig ins Wirkliche ein- und abtauchen. Und der Leser (als erst künftiger Seher dieses Films sei er jetzt noch so angesprochen) sei deshalb gewarnt, wie vor jeder richtigen Liturgie als Teilnahme an einem Kunstwerk: Er erlebt etwas ... Echtes. 
So, wie es Kunst eben tut, die Kunst ist und nicht so tut als ob. "Angel Heart" ist auch aus diesem Kriterium heraus tatsächlich ein Kunstwerk, und das ist beim Film die buchstäbliche Nadel im Heuhaufen.

 

Morgen Teil 2)


*290920*

Montag, 24. August 2020

Rationalität und Archetyp

Bei der US-Firma Betty Crocker Foods stand man in den frühen 1950er Jahren vor einem Rätsel. Sämtliche Markterhebungen und -umfragen hatten ergeben, daß Instant-Lebensmittel, die viel Arbeit der Zubereitung ersparten, genau im Trend der Zeit lagen. Die amerikanische Hausfrau, an der Schwelle zur Beschafferin des Zusatzeinkommens, das die Konsumbereitschaft durch höheres Familieneinkommen entscheidend erhöhte, wollte solche Produkte, die Zeit sparten. 

Aber die Produkte hatten Absatzschwierigkeiten. Am schlimmsten war es beim Betty Crocker Fertigkuchen. Dabei wurde laut Umfragen die Idee eines Fertigkuchens, den man nur noch ins Rohr zu schieben hatte, am begeistertsten begrüßt. Warum aber kauften die Hausfrauen (die die Einkäufe in den Supermärkten erledigten, also DAS Zielpublikum für Werbung war) ihn dann nicht?

Die Lösung entdeckte ein Marketing-Psychologe. Sie hieß ... Schuldgefühle. Und zwar unbewußte Schuldgefühle. Die Hausfrauen fühlten sich unbewußt schuldig, wenn sie sich durch Produkte von ihren Pflichten entlastet wußten. Niemals aber hätten sie das zugegeben!

Deshalb wiesen das die Umfragen nicht aus. Aber es waren sehr wahrscheinlich die geheimen Schuldgefühle, den Kuchen nicht selbst gemacht zu haben, also die Pflichten als Hausfrau verletzt zu haben. Das war die entscheidende Barriere, das Produkt zu kaufen, wie sich bald herausstellte. 

Denn man schrieb hinkünftig groß auf die Packung, daß man zum Fertigmachen des Kuchens noch ein Ei dazufügen müsse. Das wurde sogar groß beworben. Dabei wurde sogar so getan, als käme es auf dieses eine Ei und die Art, es beizufügen, an.

Mit einem Schlag wurde der Betty Crocker-Kuchen zum Verkaufsrenner. Nun hatte die amerikanische Frau keine Schuldgefühle mehr, weil sie den Kuchen "doch noch selbst gemacht" hatte.  

Das Produkt wurde zum Lehrbeispiel für die Konsumindustrie. Kaum ein Betrieb wollte noch ohne einen Psychologen auskommen, der feststellte, wo bei den Konsumenten allfällige Barrieren bestanden, und was ihre heimlichsten Wünsche waren, die es dann zu erfüllen galt. Plötzlich gab es nicht mehr Produkte, die einen Bedarf durch ihre Funktion erfüllten, sondern nun gab es den Tiger im Tank. Oder die in der Werbung fast unanständig sichtbar befriedigte Frau, nachdem ihr der Mann die Schlüssel zum neuen Wagen übergeben hatte. Rauchen wurde zum Sein eines Cowboys (Marlboro), oder zum Ausdruck der emanzipierten Befreiung. Usw.

Den Schritt zur eigentlichen Erklärung fand die Freudsche Psychologie freilich nie. Daß sich der Mensch nämlich immer an archetypischen Orten und damit Bezügen und damit Kräftediagrammen befindet, deren Ausdruck jenen Komplexitätsgrad annimmt, den die Zivilisation hat, verschließt der relativistische Evolutionismus des freudschen Menschenbildes. Der immer im Faktischen hängenbleibt, ohne eine definitive Begründung zu finden.

Das ist der Grund dafür, daß Freud in der "Sexualität" hängenblieb, als dem scheinbar stärksten Antrieb des Menschen. Nur - das stimmt gar nicht. Nicht in der expliziten Form, in der Freud es ansetzte.

Das wirkliche Geschehen in der Welt ist immer gleich, denn es folgt defacto immer gleichen geistigen Konstellationen, also der Grammatik der Worte "hinter allen Worten". Es ist lediglich historisch relativ, und muß damit immer neu kommunikativ entschlüsselt werden. So werden Produkte zu einem Schlüssel, einem gewollten Beziehungsort - also einem vollkommenen, "runden" Sein, das aber in seinem Wesensgrund immer gleich ist - beizutreten. Dort befindet man sich jeweils so lange, als dieser Besitzzustand (als Teil der Fülle der Existenz) aktualisiert wird.

Für den Freudianismus aber, der die heutigen Köpfe so fatal beherrscht, sind diese tiefsten Antriebe des Wirklichen irrational. Dabei sind sie das genaue Gegenteil: Höchste Form der Rationalität, nämlich ... die Wahrheit. Für die Psychoanalyse sind hingegen Schuld und Leiden Elemente der Psyche, die in jedem Fall falsch und ungerechtfertigt sind, weil es keinen absoluten, objektiven Bezug des Menschen gibt. Damit wird menschliches (seelisches) Leiden auf jeden Fall unberechtigt, und das Leiden selbst ist das Ziel, das es vom Antlitz der Erde auszulöschen gilt. Es geht um die Herstellung von Wohlbefinden, egal wie, egal wodurch.

Das aber ist Ideologie, das ist Weltanschauung, keine Wissenschaft.

Somit sind auch Empfindungen von Schuld keine relativen Empfindungen ohne absoluten Wert, sondern die Spitzen der tiefsten Grundverfassung der Welt, die gewissermaßen "in den Menschen hineinragt" und trägt. Schuldgefühle sind damit Anzeige eines echten Verstoßes gegen die Wahrheit. Die Psychologie arbeitet somit bestenfalls mit Tricks, diese echte Verfaßtheit zu umgehen, und auf Ersatzziele - auf Sündenböcke, also Stellvertreter - zu lenken.

Es muß aber darum gehen, das historische Kleid der Schuld zu dechiffrieren, um so die wirkliche Sünde - als Seins- und damit Selbstverfehlung - zu entdecken. Denn es geht um echte Schuld, immer. Diese ontologische Tatsache zu verneinen und auf lediglich relative, in sich also substanzlose Schuldkonstrukte umzulenken ("zu schieben"), stattdessen das Sein (und seine Vertreter) selbst als "schuldig" zu identifizieren (den Bezug auf das Sein also als "Machtmittel" zu verleumden), ist das Wesen von Manipulation.



*020820*