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Mittwoch, 16. November 2022

Es gibt keinen privaten König

                    Maria Theresia von Spanien                 
Zwar hatte die spanische Prinzessin Maria Theresia von Spanien, die Tochter on Köing Philip IV. und spätere Frau des französischen Königs Ludwig XIV., beträchtliche Erbrechte. 

Was sie zur hervorragenden Partie machte. Denn sie brachte dem franösischen Königshaus Anrechte auf den spanischen Thron. Was nach dem Ableben des kinderlos gebliebenen Karl II. (ihres bereits schwer wegen der lange schon und v. a. in der spanischen Linie vorherrschenden Verwandtenheiraten der Habsburger geschädigten Neffen, dein die Spanier wegen seines Aussehens und seiner Gebrechen "Der Verhexte" nannten) zum ersten Weltkrieg der Geschichte führen sollte. Der sowohl Frankreich als auch Österreich, die um Spanien (damals ein Weltreich) kämpften, nahezu in den Staatsbankrott führen sollte. 

Aber vielleicht tat man ihr auch Unrecht. Sie war eben schlicht, dabei sehr gutmütig und duldsam, weilauch äußerst fromme. Maria e Therese d' Autriche, wie sie in Frankreich genannt wurde, soll halt verglichen mit dem Standard der Damenwelt des Absolutismus reizlos, langweilig und von wenig Esprit gewesen sein. Und dabei also auch von einer entwaffnenden Offenheit und einfachen Logik gezeichnet. 

Als man sie etwa einmal fragte, ob sie vor ihrer Heirat mit ihrem Cousin (denn das war Ludwig) auch einmal in Spanien verliebt gewesen sei habe sie ohne lang enachzudenken geantwortet: Nein
Aber warum, das sei doch für ein Mädchen durchaus ziemlich? 
Diese Reaktion verwunderte die Königin doch sehr.

Montag, 1. August 2022

Ist es heute, ist es gestern?

"Der algerische Nationalismus ist im Milieu der französischen Fabrikarbeiter entstanden, innerhalb der kommunistischen Zellen in den Betrieben." Man ist verblüfft, wenn man diese (gewiß recht anders gemeinte) Dokumenation (deren erster Teil unten angeschlossen ist, es gibt deren sechs) und noch alle die weiteren Aussagen vor Augen bekommt, die die Legitimität der französischen Freiheitsbewegungen belegen soll. 
Zumalen das Verblüffendste daran ist, daß sich alle diese Forderungen anhören, als würde man eines der vielen vielen "Erweckungsvideos" sehen, die sich aus den Corona-Befreiungsbewegungen (ich möchte sie nun so nennen) heraus erheben und zu Bewegungen formieren, die allesamt an "sachlichen Problemen" ausgerichtet sind, der Lügen um Corona. 
Die dermaßen dicht und widersprüchlich sind, daß sich auch in den Contra-Bewegungen ein ähnliches Bild der Zerspilitterung und Widersprüchlichkeit zeigt. Auch die Algerien-Befreiungsbeegung war keineswegs ein homogenes Ausatmen eines Volkes, sondern ein von vielenn, meist von außen kommenden Richtugen aus angestoßenes Chaos, das bis heute kaum zu einem ruhenen Gewässer geworden ist, in dem alles zusammenfließt. 

Samstag, 16. Juli 2022

Nicht vergessen

Als Libyen 2011 in Grund und Boden bombardiert wurde - vorgeblich, weil der angebliche und jedes Maß überschrietende, also jedes militärische Eingriffen zugunsten der leidenden Bevölkerung rechtfertigende Massemörder Muamar al Gadhaffi (die Anklageschriften sind übrigens bis heute nicht vorhanden bzw. zwar angeblich einmal vorhanden und 77 Seiten lang, die sich auf ungeklärte Weise nach kurzer Zeit in leere weil vermultich gar nie gefüllte Seiten verwandelten) hatte die NATO keine Hemmungen, die gesamte zivile Infrastruktur des Landes in 'Grund und Boden zu bombardieren. Und sie hätte noch mehr bombardiert, wären der glorreichen Luftwaffe Frankreichs nicht nach vier Wochen die Bomben ausgegangen. Aber es gab auch so genug zivile Tote. Zehntausende. Kinder, Frauen, Alte, Kranke. Denn kämpfende Männer hat man eh nicht gefunden.
 
   James Corbett - Libyen 2011
Als die Kampfhandlungen vorüber, Gadhafi - nach alter Berber-Art des Umgangs mit einem besiegten König - gepfählt war, funktionierte nichts mehr im Land. Außer die Feuerwaffen, mit denen sich nun die nach dem Staatszerfall verbliebeen Clans und Stämme die Schädel einschlugen, die der tote Diktator vorher viele Jahrzehnte lang in gewisser Ordnugn gehalten hatte. 

Dienstag, 31. Mai 2022

... und steigen im 21. Jahrhundert heraus (2)

An den Kronen, an den Reichsideen also zweifelte niemand, die WAREN, die gab es, die boten die Strukturen, unter die sich alle Völker und Stämme, die davon umfaßt waren, sofort und selbstverständlich unterordneten. 

Aber nun ging es um die Personen, die diese Kronen und Reiche an ihre Häupter steckten. Sie hatten alle dasselbe Problem: Wie sollte man dem Volk und den einzelnen Stammesfürten beweisen, daß der Wechsel an der Spitze von Gott (zw. den Göttern) gewollt war?

Und zwar für die Franken jetzt unter Chlodwig, und wie später noch einmal unter Pippin bzw. dessen Sohn Karl, Dabei hatte auch der Papst ein ähnliches Problem! Denn der Anspruch Ostroms auf die erste Geige in Politk wie Kirche (die als Institution dem Herrscherhaus eingegliedert, also dem Herrscher untergeordnet waren; die Frage ist nur wie weit das zu gehen hat) war auch außer Frage. Selbst die heidnischen Germanenstämme hatten anstandslos das alle Stämme und Königreiche übergreifende Kaiseramt in Konstantinopel anerkannt, und sehr rasch nicht nur der römischen Rechtsordnung, sondern auch einem römischen Kaiser als Weltenherrscher anerkannt. Die Faszination und Überlegenheit der römischen Kultur, die sie empfunden haben, hat auch die Bewunderung enthalten, die man einem Herrn der Welt entgegenbringt.

Montag, 30. Mai 2022

Wir tauchen im 5. Jahrhundert in den See ... (1)

Um Ihren Gatten, den Frankenherzog Chlodwig (*466/+511), die Wahrheit des Christentums erfahren zu lassen, dem sie innig anhing, ließ seine Frau Chlodechild die Kirche mit allem schmücken, das ihre Schatzkammer hergab,, um ihn durch die Schönheit zu überzeugen. Die Wände waren mit kostbaren Teppichen verhangen, und zeigten fromme Szenen, die litirgischen Gefäße teils extra angefertigt worden, und die Liturgie des taufenden Bischofs war von der größten Üppigkeit.deren die Kirche damals aufzubieten hatte.

Aber es ging etwas schief. Als alle das Taufbecken umstanden, und der Bischof den Säugling ins kalte Wasser tauchte, erlitt der offenbar einen Schock, und seine Atmung hörte auf. Ob er definitiv ertrunken ist, oder nur am Schock aus dem Eintauchen in gewiß recht kaltes Wasser verstarb, ist nicht überliefert, Fakt ist aber, daß das Kind tot aus dem Becken gehoben wurde, dem auf nicht ganz geplante Weise also sein Versprechen eingelöst hatte: Irdisches Leben durch das Ewige Leben zu überlagern weil in eine neue und transzendente Dimension zu erheben.

Montag, 2. Mai 2022

Wer die Welt zerstört, zerstört sich selbst

Bis 1918 (bzw. natürlich 1914) war Wien die natürliche Mittelstation des Orient-Express, der sich seit zwei, drei Jahrzehnten als so großartige Art, von Paris über Strassburg, München, Wien, Budapest, Bukarest und Sofia nach Konstantinopel zu reisen, etabliert hatte. Und dabei eine große Zahl nationaler und privater Eisenbahngesellschaftten in einem Abkommen zu einer Einigung brachte, die bis dahin unvorstellbar gewesen war. 
Bie der Weltausstellung 1873 in Wien - dem damaligen Hauptkreuz der europäischen Eisenbahnen, mit Anbindung nach ganz Europa, und einer der fünf größten Städte der Welt - wurde er entpsrechend als "Wunder" vorgestellt. Weil es damals immer noch eine Kulturstimmung war, Fortschritt als Zugewinn an Lebensqualität zu sehen, nicht als simple Ablaufoptimierung oder Menscheneliminierung durch Technik.
Nunmehr konnte der Reisende - und  es gab immer noch Zweifler, ob das überhaupt möglich sein würde - in größtem, schönstem Luxus fast eine Woche unterwegs sein konnte, ohne sich zudem noch vor Schikanen oder gar Banditenüberfällen (in Rumänien oder Bulgarien) fürchten zu müssen. Dabei wurde schon die Lebensmittelzulieferung an jeder Station zum Garanten für Lokalcolorit in der unübertrefflichen Küche der Speisewagen. Und es konnte schon vorkommen, daß in Rumänien der Zug auf offener Strecke hielt, um König Ferdinand an Bord zu nehmen, der persönlich die Locomotive bis Bukarest zu steuern begehrte.

Nur dahingehend also wurde das Eisenbahnwesen standardisiert, als ein Kulturereignis wie das Reisen in Europa immer probmeloser möglich war. Selbst die Speisefolgen waren zwischen den Bahngesellschaften geregelt, ebenso die Waggonausstattung, die Zahl des mitreisenden Personals, alles sollte für dne Reisenden Sicherheit und vor allem: Ein kultiviertes Leben bieten. Also wählte man auch die Sprache der Diplomatie als Sprache der Bahn - das Französische. Der Wagen wurde zum Waggon, der Triebwagen zur Locomotive, der Zug zum Train. oder zum Expréss, der Zugbegleiter zum Conducteur oder Schaffner, die Fahrkarte wurde zum Billet, das WC war ohnehin noch die Toilette. (Noch in den 1960er Jahren waren viele Begriffe beim Bahnfahren französischen Ursprungs.) 1900 beschäftigte die Orient-Express-Bahngesellschaft 6.250 Beschäftigte.

Nach 1918 aber änderte der Zug seine Route. Das Zeichen, daß sich nun alles geändert hatte. 

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Keine Warnung, sondern Indiz (2)

Die Fäden laufen wieder zusammen. Die aber nicht die Ideen gesponnen haben, sondern der Plan göttlicher Vorsehung an der Hand der Engel auswarf, auf daß sie sich im Streit mit der schon vorhandenen Erde realisierten. Denn wo Gott gelassen bleibt, müssen die Engel immer streiten. -  Genauso wenig kann man "die Geburtenrate erhöhen", "den Wohlstand fördern" oder "das Klima retten." Aber eine konkrete Tat charmanter Umgarnung beim Treffen mit der leuchtend schönen Frau Brzesina am Hofeingang, beim anschließenden Schweigen vor den Nachbarn, beim Ignorieren bestimmter Menschen vollzogen, wirkt sich auf "die Geburtenrate", auf "die Steuerquote", auf "die Bevölkerungsdichte im 10. Bezirk" und auf die Zahl der Dieselfahrzeuge im SUV-Format aus. Und so weiter.

Daran gedacht hat der Herr Kössitz (eigentlich "Herr von Kössitz und zu Schönau") aber nicht, Gottseidank in den Minuten nicht, in denen er Frau Brzesina (nun "Gerti'chen") ans Mieder ging (die er nun heiraten wird, was nächste Auswirkungen hat). Und warum bzw. was hat das "gefördert" oder "bewirkt"? Weil die Stimmung in der Bevölkerung ziemlich lebensfroh und optimistisch war.

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Keine Warnung, sondern Indiz (1)

Das Auftreten des Wolfes, wie wir es in Europa nun erleben - jüngst sind sogar im Raum Paris wieder Wölfe gesichtet worden - ist ein ganz sicheres Datum des Verfalls unserer bzw. jeder Kultur. Denn der Wolf stößt in Kulturlücken vor, und nährt sich aus dem, was in ihnen entstehen kann. Kultur wiederum heißt, ein Land - ein Land! Kultur ist immer auf Land bezogen, das sogar den Kulturstil gewissermaßen vorgibt, eine Kultur bettet wie heraustreibt, wie der Boden eine Pflanze - mit einem immer sichtbarer werdenden Netz zu überziehen. Das alles in den Logos stellt, in die Grammatik des Göttlichen einbindet bzw. DIESER ZUFORMT (ohne sie ganz zu erreichen, was zu wissen nicht unwichtig ist).

QR Wölfe vor Paris
Dieses Netz ist, wenn es eine Kultur ist und kein (ja, so könnte man es sogar sagen: faschistisches) Pseudogetue und starres Imitat von Kulturfrüchten, dieses Netz ist immer gleich ausgebreitet, nur ist es anfänglich noch dünn, kaum sichtbar, und wird mit der Zeit immer stärker und sichtbarer, bis es für alles, was da auch auftritt einbindende, Platz zuweisende, ordnende Kraft hat und alle Belastungen aushält. 

Samstag, 20. November 2021

Liberté pour l'Autriche

Aus gegebenem Anlaß - Spontan kam es schon gestern zu einer Kundgebung vor der Österreichischen Botschaft in Paris. In einer angesichts der heimlichen, aber umso heftigeren, ja bösartigeren historischen Feindschaft dieser beiden Völker (die Rolle der Franzosen bei der Auflösung der Monarchie, der Haß, mit dem Österreich zertrümmert wurde, war beschämend; vergleiche man dazu die fast unverständliche Fairness, Verzeihungsgüte und genau darin wohlwollende Weitsicht mit der Metternich nur 100 Jahre davor Frankreich beim Wiener Kongress behandelt hatte), erklärten sich einige Hundertschaften Franzosen lautstark solidarisch mit den Österreichern, in deren persönliche Integrität mit dem jüngst verkündeten Anti-Coronamaßnahmen eingegriffen wurde. 

"Liberté pour l'Autriche" skandierten die Menschen. Freiheit für das Österreich**, Befreiung von der Corona-Diktatur!

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Gedankensplitter (1317d)

Ein mittelalterliches Relikt - Welche Rolle es in den Gedanken Cristóbal Colóns wirklich spielte kann man nicht genau sagen. Ein Mensch ist immer ein Geheimnis. Aber es spielte eine Rolle, auch bei seiner Reise ins Unbekannte, nach "Indien", wie er meinte. Colón war tief religiös. Und in seinen Schriften, Briefen und aus Zeitzeugenberichten ist nicht zu leugnen, daß der Gedanke, daß alles was er tat dem Ziel diente, die Mittel für die Befreiung Jerusalems bzw. der Heiligen Stätten aus der Hand der Muslime aufzutreiben.

Er nahm Königin Isabella vor seiner ersten Abreise sogar den Schwur ab, daß alles, was er in "Indien" entdecken würde, alles das Gold und die Edelsteine, die man sich (auch aus den Berichten Marco Polos) erhoffte, eine riesige Armee finanzieren sollte, die den seit langem eingeschlafenem Gedanken eines Kreuzzuges in die Tat umsetzen sollte. 

Das ist einer der Gründe, warum sein Logbuch, das als Reisetagebuch für die Auftraggeber und Finanziers so ausführlich geführt wurde, so viele Hinweise auf mögliche Goldfunde enthält. Sodaß man daraus schließen könnte, es wäre ihm nur darum gegangen - wüßte man nicht sonst so viel über ihn. 

Zum einen mußten aber die Seeleute bei Laune gehalten werden, die ein ungeheures Wagnis auf sich genommen hatten - in eine völlig unbekannte Ferne zu reisen, von der man nicht sicher sagen konnte, ob man nicht eines Tages "von der Erde fallen" würde, oder (auch das eine häufige Angst) auf der anderen Seite der Erdkugel "hinunterrutschen" würde, sodaß man nicht mehr herauf- und nach Hause kam. Also mußte man ihnen die Aussicht auf riesige Gewinne ständig warmhalten, sonst hätten sie gemeutert. 

Warmgehalten werden mußten aber zum anderen auch die Finanziers daheim. Sie hatten NUR die Motivation von Gewinn, und hier vor allem durch die Funde von Gold und Edelsteinen. Also notierte Columbus jede Äußerung der Indianer auf den Inseln, die entdeckt wurden, in denen diese von solchen Reichtümern AUF ANDERN Inseln und Landen berichteten. Wo zu vermuten steht, daß diese Erzählungen dazu eingesetzt wurden, um die Spanier, vor denen man sich durchweg bald fürchtete, wieder los zu werden.

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Ein nächstes Pferd vor Troja (4)

Der Pogrom an den Tutsi war zwar nicht rechtfertigbar. Aber er ist verstehbar. Und das ist die Voraussetzung für ein Verzeihen. - Ja, es gab schon Spannungen, ja, es gab schon einmal gefährliche Verfolgungen durch Hutu, und die Älteren hatten das auch nicht vergessen, ja es gab Spannungen, aber NICHT bei ihr, nicht bei den Eltern, die unterschiedslos auch Hutus halfen (beide waren Lehrer, offenbar gut bestallt und bezahlt und in leitenden Stellungen, mit scheinbar nicht unerheblichem Grundbesitz, einem großen Haus, und vier Kindern, drei Söhnen und dieser einen Tochter.

Die Massaker überlebte nur ein Bruder, der (sic!) in Westafrika, fünftausend Kilometer entfernt, studierte. Wo erwähnen wir gar nicht, weil alle solche Realia in den Schilderungen der Tutsi kaum Erwähnung finden und unbedeutend sind. Alles schwebt eineinhalb Meter über dem Erdboden, und einer ihrer geschilderten festen Träume ist ja sogar, in einem fliegenden Teppich durch die Welt zu fliegen. Das erzählt doch alles? Wie überhaupt das, was man aus diesem Buch gewinnen kann, wenn man konzentriert sucht, in den Leerräumen zu finden ist, nicht in den Zeilen. 
 

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Ein nächstes Pferd vor Troja (3)

Der Haß auf die Schöneren ist uns bekannt. Dafür kann ein Hutu schon morden. Denn die Tutsi sind bei den Europäern beliebt, weil sie wie sie sind: Wurzellos, leistungs- und geldorientiert. Und schöner als die Breitnasenaffen, die sowieso ihr Recht - auf alles - im Blut der Opfer ertränkt haben. - Die Tutsi, dieses kainitische Volk der Jagd und der Stadt, konnten mit den europäischen Normen und Vorgaben einfach besser umgehen. So wie jedes entwurzelte Volk, jeder entwurzelte (universalistische) Mensch das eben "kann". Als Arrangement mit dem Zerfall, so muß man es bezeichnen, das jedem verwurzelten Menschen, der sich auch in seinem Volk verwurzelt sieht, in seiner Sprache, seiner Geschichte, seine Art und seinem Aussehen.
 
Ihnen stehen die Hutu gegenüber. Und die Tutsi und die Hutu unterscheiden sich deutlich im Aussehen, Immaculée schildert es immer wieder: Die Hutu erkannten die Tutsi deshalb sofort, und letztere konnten sich nicht "in der Masse" verbergen. Sie waren durch ihre Größe, ihre athletische Gestalt, ihre nach europäischem Begriff schöneren Gesichter weil nicht breiten Nasen von Hutu zu unterscheiden. Und sie waren (aus alle den schon genannten Gründen) im Durchschnitt gebildeter. Sie hatten damit im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil in Ruanda einen weit überproportionalen Anteil an Bildungsberufen und generell an Autoritätsstellungen. Ich gebe hier nur wieder, was Immaculée schreibt. 

Dienstag, 5. Oktober 2021

Ein nächstes Pferd vor Troja (2)

Die Frage nach dem WARUMDie Tutsi sind bei den Europäern beliebt, weil sie wie sie sind: Wurzellos, leistungs- und geldorientiert. Protestantisch, nicht christlich. Protestantisch wie das Katholische an Immaculée. - Aber ich finde das nicht, was ich finden soll, und was auch angeblich Immaculée "weitergibt". Denn es geht nicht um das, was ein Katholik mit "Glaubensinhalten" bezeichnen könnte. Es geht lediglich um eine Art von "Gotteserfahrung", in der sich Gott in seiner unendlichen Vorsehung als zuständig für das Erlernen der Fremdsprache, für das Auftauchen von Kosmetik und Ohrringen (tatsächlich! aber gut, warum nicht?), für Liebesbeziehungen, Partnerwahl, Ehestiftungen, Karriere und Wohlstand in den USA zuständig zeigt. 

Er tut das auf Rezept, gewissermaßen, und Immaculée teilt das auch mit dem Leser. Man muß sich nur das Erbetene, schreibt sie (und ich bin mir nicht nur diesmal nicht sicher, eine Schrift von Prentice Mulford et al. in Händen zu halten) VISUALISIEREN. Und findet in ihrem Buch umso mehr Platz für Stimmen, die einer universalistischen, ja esoterischen "Gotteserfahrung" das Wort sprechen, als sie expliziten Katholizismusbezug verschweigt. An einer einzigen Stelle (als sie es als Kriterium für die Gattenwahl nennt) kommt das Wort katholisch überhaupt vor. 

So universalistisch wie überhaupt die Wertewelt der Ruandi ist. Die Karriereträume hat, die ihr Gott BEI DER UNO erfüllt,

Montag, 4. Oktober 2021

Ein nächstes Pferd vor Troja (1)

Mit einiger Irritation habe ich das Buch "Aschenblüte" von Immaculée Ilibagiza zugeklappt, und seit Wochen, die schon zu Monaten wurden, überlege ich, was ich dem Dominikanerpater sage, der es mir lieh weil dringlich zu lesen empfahl. Zwar hoffe ich immer noch, daß er es selber nie gelesen, sondern einfach von irgendwem erhalten und (weil ich ihm als einziger Deutscher unter der im Kern immer gleichbleibenden Meßgemeinde eine halbe Stunde vor Mittag eingefallen bin) ohne weiteren Hintergedanken weitergab. Aber das Bedeutungsschwangere, die leuchtenden Augen, die seine Geste begleitete, in der er es mir in die Hand drückte, spricht dagegen: "Sie sollten das lesen," meinte er. Also habe ich es gelesen.

Und es danach in einer Mischung aus echter Sorge und nicht geringem Ärger zugeklappt. Denn was die mittlerweile wohl bald vierzigjährige Immaculée Ilibagiza geschrieben hat macht einen Konflikt sichtbar: Den zwischen einem GESOLLTEN Empfinden, und dem TATSÄCHLICH Gesehenen. Und die Fragen, die aufstehen, sind ganz anderes als die, die im Buch angeblich beantwortet werden. Schon gar die Frage nach Gott.

Die Handlung ist rasch geschildert: Immaculée (das Buch ist autobiographisch), geboren 1972, wird 1994 aus allen Lebensplänen gerissen, in denen sie von Karriere und Wohlstand in Ruanda träumt. Quasi über Nacht fallen die Hutu im ganzen Land über die Volksgruppe der Tutsi her und ermorden, wen immer sie zu fassen kriegen. Das "Ungeziefer" soll ausgelöscht werden. 

Mittwoch, 15. September 2021

Es ist bereits geschehen (2)

Geschätzter Leser, sie finden hier also die angekündigte nächste kleine Geschichte. An ihr wird erklärt werden, warum wir es in der Migration (als einer dauerhaften Verflechtung von Lebenswelten von in unterschiedlichen Religionen geprägten Kulturen) anders als die Politik behauptet NICHT mit Aufgaben zu tun haben, die dem Einzelnen gestellt sind. Dort stellt sich nämlich eine ganz andere Problematik. Das Gemeinwohl als direktes Objekt des Urteils, das zur Handlung führen muß, ist eine Aufgabe der obersten Ebenen eines Staates, NICHT des Einzelnen. Es paßt zum am heutigen 15. September von der Kirche begangenen Festtag "Maria Dolores - Die Sieben Schmerzen Mariens". Das als Reaktion auf die Überwindung des Antichristen Napoleon eingeführt wurde, dem größten Kulturvernichter der Neuzeit. Der VdZ hat vor einigen Wochen einen Kopfhörer gekauft. Dabei stand er einige Minuten vor dem Schaufenster eines türkisch-levantinisch geführten Elektrogeschäfts. Plötzlich kam der Besitzer (oder Geschäftsführer; es gehorchten ihm jedenfalls alle Mitarbeiter) heraus, und erkundigte sich, was er denn wolle. Kopfhörer? Wieviel er denn ausgeben wolle? Der VdZ hatte keine Ahnung, er hatte sich noch nie erkundigt, was so ein Ding kosten könnte. Er wußte nur, daß es kabellos sein sollte. Da musterte der Mann, der in Statur und Physiognomie dem VdZ nicht unähnlich war, ihn, faßte ihn sanft am Arm, und zog ihn nach innen.

Montag, 13. September 2021

Es ist bereits geschehen (1)

Nachdem man also nicht den Mut hatte, die Dinge beim Namen zu nennen, werden sie uns von den ungeordnet dahinlaufenden Entwicklungen aus der Hand genommen (werden.) 

QR Der Haß der Schwachen
Dazu gestatten wir uns aber gleich zu Beginn dieser Ausführungen einen wichtigen Hinweis: Es geht NICHT um eine vorgebliche Auseinandersetzung zwischen WEISZ und (schwarz, oder was auch immer), es geht NICHT um ein vorgebliches "rassisches" Problem. Wo immer WEISZ (andernorts; hier wird der Begriff nicht verwendet, weil er keine sachliche Relevanz hat und die wahren Fragen nur vernebelt) verwendet ist, wäre eine Begriffsklärung notwendig. Die ist jüngst und einmal mehr weil mit jedem mal präziser auf den Seiten "Der Haß der Schwachen auf die Weißen" auf diesem Blog geschehen, auf die der VdZ den geschätzten Leser dringend hinweist. 

Fahren wir aber nun im Text fort. Und wir tun dies mit folgender Meldung, die einem Magazin entnommen ist: In Paris sind per 2015 bereits 75 % aller Bewohner der Altersgruppe 0-18 Jahre nicht-europäischer Herkunft. 

Sonntag, 11. Juli 2021

Vermeidung der Selbstrettung - Zwischen Aufklärung und Dogmatistik

Man könnte sich schon die Frage stellen, ob - und warum - es in Frankreich, wo man in unseren Ländern gerne die Aufklärung* im 18. Jahrhundert beginnen läßt, nicht zu Gegenbewegungen gegen die Aufklärung gekommen ist. Denn wenn man an einem keinen Zweifel haben kann, dann daran, daß es speziell in der Kirche Stimmen und Denker gegeben hat, die so auf die Wahrheit geeicht waren und sind, daß sie buchstäblich das Gras wachsen hören. Also aus kleinsten Abweichungen im Anfang von Entwicklungen die Konsequenzen bei ausgewachsenem Phänomen vorhersehen können. 

In diesem Fall hätte man die Einflüsse aus England herüberkommen sehen müssen. Denn von dort ging der Umsturz der abendländischen Denkwelt aus, das heißt- auch gar nicht von dort, sondern von Amsterdam, wo - die Niederländer hatten die Rebellion gepachtet, und alles, was rebellieren wollte, floh dorthin, einschließlich der Juden Spaniens - alles gedruckt werden konnte, wurde dort gedruckt. Und von dort aus vor allem nach England geschifft. Wo man im stürmischen 17. Jahrhundert, wo es immer wieder Spitz auf Knopf stand, ob sich nicht doch der Katholizismus wieder reetablieren würde können, die Wirksamkeit in Massen gedruckter Schriften endgültig entdeckt und etabliert hatte. 

Das heißt, auch nicht von Amsterdam, sondern in seiner geographischen Eigenschaft, der Rheinmündung eingeschrieben zu sein. Und von dort kamen die Ideen, rheinabwärts, weil aus der Schweiz, dem Land der Calviner. Womit wir, gehen wir gegen den Strom, in Zürich und, nach einigen Kilometern durch die Täler der Westalpen, im französischen Geneve sind. Und womit wir erneut... in Frankreich wären. Wo man im 17. Jahrhundert die Calviner (Hugenotten) schwer verfolgt hat. Diese gottlose Geisteshaltung wollte nur der Preußenkönig, dem nützten sie, seine wurzellosen Ideen umzusetzen.

Freitag, 4. Juni 2021

Ausgespanntheiten und andere Spannungen (2)

Es ging beiden nur ums Auflösen ontischer Strukturen. Um eine neue Welt zu schaffen, die ihrer Grammatik entsprach.Mit Generaloberst Ludwig Beck haben sich ja auch die meisten deutschen Generale schon aus taktischen Gründen gegen einen Krieg ausgesprochen, weil sie vorhersahen, und darin völlig richtig lagen, daß ein Krieg nur in eine deutsche Katastrophe münden konnte: Das Heer war zu diesem Zeitpunkt noch hoffnungslos unter-rüstet. Sodaß die aus der Geographie folgende, einzig mögliche strategische Ausrichtung, die eine Doppelfront aus Ost und West einkalkulieren mußte. Wenn nicht noch Nord und Süd. Österreich zum Beispiel war als Kaiserreich von Deutschland Gegner und Konkurrent gesehen worden, und war von 1933 bis 1938 erklärter Gegner des Nationalsozialismus. So viel Feind, bei einer relativ gesehen geringen Landtiefe. (Wir haben vor etlichen Jahren bereits einmal ausführlich über die verzwickte strategische Lage eines Gesamt- bzw. Großdeutschland am Kontinent gehandelt, der Leser möge nachschlagen.) 

Über Beck hatte sich die Unzufriedenheit der deutschen Generale schon 1938 ausgedrückt. Und erst recht, als Hitlers "raumgreifende Visionen" einerseits (Pläne waren es ja nicht, vielmehr Phantasien), und seine Bereitschaft zum Hazard anderseits in ihrer gesamten Dimension bekannt wurden.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Ausgespanntheiten und andere Spannungen (1)

QR Doku General Halder

Warum verwundert es nicht sonderlich, wenn man hört, daß von Generaloberst und ab 1938 Chef des Generalstabs des Deutschen Heeres Franz Halder erzählt wird, er habe "nahe am Wasser gebaut", das heißt, er wäre sehr rasch in Tränen ausgebrochen? So berichtet sein Umfeld. Halder habe rasch mal geweint, was für einen Mann seiner Position doch recht ungewöhnlich war. 

Warum verwundert es aber nicht, daß über eben diesen General zu erzählen ist (und von der in der Filmdokumentation, auf die hier verwiesen wird, mit dem Beiton des "Gutseins" berichtet wird) daß er in seinen Putschgelüsten gegenüber Hitler am weitesten (wie am frühesten und langandauerndsten) gediehen war.

Mittwoch, 2. September 2020

Machtwechsel

General De Gaulle
Ob den Demonstrierenden in Berlin klar ist, daß sie im Grunde dieselben Ideen vertraten und vertreten, die DeGaulle vertrat? Ein eigenes, starkes Europa der starken Nationen, allen voran Frankreich und Deutschland als stabile, starke Achse, im Spiel der Weltmächte USA, Rußland, China, Weltmächte unter ihresgleichen. Frankreich dabei sogar als eigenständige Atommacht, frei von Amerika, Freier unter Freien. Vive la France! Vive l'Europe!

Auch 1967 und 1968 brannte Paris. Wegen der Studenten, die auf die Straßen gingen, Autos ansteckten, Pflastersteine aus den Straßen rissen und gegen die Faschisten warfen, deren Schaufenster sie eintraten. Und nach Menschenrechten und Frieden riefen. 

Wie sich die Bilder gleichen.
Mit EINEM Unterschied.
Alles, um die Herrschaft der Väter zu stürzen, die auf den Sesseln saßen, die jene Phalangen aus Polizei und Militär befehligten, die ihnen entgegentraten und die Ordnung herzustellen trachteten. 

Wie die Zeiten gewechselt haben. Wie die Seiten gewechselt haben. 2020 sitzen diese selben linken Studenten auf den Stühlen, von denen aus die Polizei befehligt wird, und ihnen treten auf den Straßen jene entgegen, deren Väter damals auf den Stühlen saßen. Sie rufen nach Menschenrechten und Frieden.

Woran man das am sichersten erkennt? Am einzigen, was sich geändert hat: Heute rufen die, die in den Sesseln der Macht sitzen, jenen, die auf die Straßen gehen und um ihre Rechte besorgt sind, sie seien Faschisten. Damals war es genau umgekehrt.



*010920*