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Mittwoch, 23. Dezember 2009

Geheimnis der Entwicklung

Das Geheimnis der Entwicklung eines großen Künstlers, so Julius Meier-Graefe in seinem Buch über Delacroix, besteht vielleicht nur darin, seine Erregung über immer engere Kanäle fließen zu lassen. Dazu gehört die brutale Kraft der Erstlingswerke.

Die hatten viele [...]  Aber es gehört notwendig ein anderes dazu, der Geist, der die Kanäle erfindet, das Göttliche jenseits der Kraft, das die angeborenen Gaben der Natur unablässig zu höherem Nutzen treibt, die weise Ökonomie der Verteilung, die Fähigkeit, die Kunst jung zu halten, auch wenn des Körpers Kräfte versagen.




*231209*

Sonntag, 20. Dezember 2009

Das Maß der Ideen

Julius Meier-Graefe über Eugène Delacroix, beginnend mit einem Zitat aus dessen Tagebüchern:

"Denke an Dante! Denke immer an Dante! lies ihn fortwährend, um auf große Ideen zu kommen!" - Es ist nicht der Schatz von Stoffen, was ihn lockt und treibt, sondern die Reinigung der Inspiration, die er von dem großen Beispiel erhofft. 

Dante und Homer geben ihm ein Maß. Homer ist ihm der Inbegriff künstlerischer Wahrheit. Was er darunter versteht, sagt der Titel den er Rubens gibt, dem Homer des Nordens. 

Homerisch muß man schaffen, mit dieser Einfachheit, mit dieser Natur. Er nennt Rubens homerischer als Vergil.




*191209*