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Sonntag, 3. März 2024

Die wahre Strafe Gottes

Man kann es nicht anders sehen - ja, wir erleben eine Strafe gottes. Aber diese Strafe ist nicht ein Krieg, eine Krankheit, oder was auch immer an konkreten Unbill auch daherkommen mag. Die Strafe Gottes entspricth unserer Art, in der wir gegen Gott vorgegangen sind: Es ist eine Art "Rückzug", den wir durchgeführt haben, in dem wir nun tatsächlich auf uns zurückgeworfen bleiben. Damit fehlt dem Denken das, was es zum eigentlichen Denken macht - die Gnade. Die schöpferische Kraft, die alleien aus Gott stammt udn in Gott besteht.
So erleben wir nun, daß wir uns immer mehr in Irrgärten der Wirklichkeitsentfernung verstrickt haben. In denen wir weder sehen, was die wahren Problmene sind, noch, wie sie zu lösen wären. Und das ist die Strafe: Gott läßt das zu.
Er läßt es auch zu, weil die als letzthinnige Folge erleben werde, daß das Insgesamt der Welt gar nicht in unserer Hand, in unserer Reichweite sogar liegt, sondern immer noch in Goittes Hand. Die Lösung der Rätsel wird deshalb auf wunderbare Weise geschehen. Udn darauf können wir sogar vertrauen.

Freitag, 20. Oktober 2023

Filmempfehlung

Man bezeichnet den vielfach prämierten Film "Dead Man Walking" (1995) mit hervorragenden Darstellungsleistungen durch Susan Sarandon und Sean Penn - stets und wie sich zeigt fälschlich als "Plädoyer gegen die Todesstrafe". Als ich ihn gestern sah habe ich ihn nachgerade als das Gegenteil gesehen. "Dead Man Walking" ist eine in jeder Hinsicht überzeugende Argumentation FÜR die Todesstrafe. Während sich die Haltugn dagegen als das identifiziert, was sie auch ist: Als rein sentimentaler, aber sachwidriger, zeitgeistiger, aber irrationaler Impuls.

Natürlich wird einem das erst klar, wenn man enige Grundfragen des Rechts und der Strafe durchdenkt. Und - wenn wir das seriös  bedenken, was der Sinn des Lebens zu nennen wäre. Den wir in den ersten Sätzen des älteren Lesern unter uns noch bekannten "Pichler-"-Katehchimsus und Schullehrbuches in den schlichten, trockenen Sätzen so definiert sehen: Der Sinn unseres Lebens ist, Gott zu erkennen, ihn zu lieben, und seinen Willen zu erfüllen. Von einem möglichst langen Leben, von einem möglichst "guten" Leben, von einer Welt, die möglichst ideal und wunderbar ist, steht "erstaunlicherweise" in dem ganzen Buch nicht ein Wort. 

Worum geht es in dem Film, der sich auf wahre Begegenheiten beruft? 

Dienstag, 13. Juni 2023

Bewegend

Diese Geschichte hat mich so bewegt, daß ich sie heute - am Sterbetag meiner Großmutter Agnes Fischer (geboren in Glatz, Niederschlesien), in die Annalen eintragen möchte. In Kolumbien haben vor ein paar Tagen Regierungssoldaten vier Kinder gefunden, die seit einem Flugzeugabsturz, bei dem am 1. Mai sämtliche Insaßen (bis auf diuese vier) umgekomen sind, alleine durch den dort besonders dichten, kolumbianischen Dschungel geirrt sind. 

40 Tage haben die Kinder im Alter von 13, 9 und 4 Jahren aber vor allem aus eigener Kraft überlebt. Sie haben sich von Früchten ernährt, und aus Ästen und Blättern Unterkünfte gebaut (es regne6t dort täglich.) Sie wurden von keinen giftigen Schlangen gebissen, und von keinen Raubtieren angegriffen. Gefunden hat man sie letztlich, weil Soldaten immer wieder Essensreste, Windeln und Reste von Unterständen entdeckt haben. So hat sich der Raum eingeengt, in dem sie dann auch entdeckt wurden. 

Das erinnert an die Prophetien der Bibel das Paradies betreffend. Das wir verloren haben, aber einst - nach dem Jüngsten Tag - wieder erhalten werden. Wo wir Gift essen und trinken können, ohne daß es uns schadet, wo Kinder mit giftigen Schlangen spieolen, wo Bär neben Lamm lagert, und Wolf neben Schaf. Wo also die Kirche ihre volle Gestalt der Welt haben und zeigen wird, in der Gott wieder unter uns wandelt. 

Mittwoch, 30. November 2022

Welt als Kult - aber wem dargebracht?

In dieser Verfaßtheit, in der sich die Menschheit seit der Ursünde findet, vererbt von den ersten Eltern an und somit auf die gesamte Mensfchheit übergegangen, als Bruch im Erkennen, das vom Schauen auf das stückweise, zerlegungsweise aglutinierte Denken führte, können wir froh sein, daß unsere Entscheidungsfähigkeit von der Brüchigkeit dieses Denkens abängig ist, und somit gleichermaßen nur halb und halbherzig geschieht. 

Wären wir in diesem Belang noch wie die Engel, so würden wir schon in jungen Jahren unser Verderben besiegeln, weil unsere Entschließen in einer Ganzheit geschähe, das uns auch im Irrtum für immer fixieren könnte. 

Wir können das nicht, nicht mehr, udn wir können fro sein, auch wenn es uns das Leben mühsam macht. In dem wir all das an uns Vorüberziehende, Getane, Ausgelöste ebenfalls nur in Bruchstücken erfahren, um immer wieder aus dem Fluß des Zeitlosen herauszutreten, und es in unserer kleinen, hinteren Kammer zu zerlegen und zu analysieren, um das Abstrakte als das Ewige, Bleibende herauszufiltern. Denn dort liegt dan uc die Wahrheit, im ewig Gültigen, im nicht Veränderten und Veränderbaren, das als Grundgrammatik der gesmten Schöpfung zugrunde liegt. 

Dienstag, 1. November 2022

Wenn der Zustand der Blindheit immer schlimmer wird (2)

Sie werden uns quälen, und wir können nichts dagegen tun. Was aber haben wir erwartet? Und was sollten wir befürchten? - Ihre Adlaten - wie Harari - können und werden viel Leid über die Menschheit bringen, das steht leider fest. Dazu ist genug Motivation des wirklich Bösen vorhanden, auch wenn diese seltener ist, als wir oft glauben. Sie ist beim Einzelnen meist schlicht gar nicht notwendig, das ist das Geheimins. Die Menschen sind durch ihre eigenen Schuldigkeiten genug kompromittiert und geneigt, im Sinn des Bösen zu handeln, um dem Urteil des Seins zu entfliehen. Da brucht es keinen Anstachler dazu.

Zu einem organischen Ganzen werden sie ihren Dreck aber nie umsetzen können, und das wird sie sehr sehr wütend und brutal machen. Weil er ganz einfach nicht der Natur des Menschen entspricht. Aber sie werden - wie Kain - ihn mit aller ihrer Macht zu implementieren suchen, und jedes Gegenopfer ernichten wollen. Das scheint auch kaum noch verhinderbar. Wir sind viel zu weit bereits fortgeschritten. Denn wie immer stand die Schwäche der Menschen Guten Willens, am Anfang des Bösen, und hat ihm des Nachts, als es schlief, sogar direkt den Weg bereitet. 

Denn das Böse IST Schwäche, also immer da, wo die Stärke auch nur eine Handbreit Terrain aufmacht. (Kaum etwas ist deshalb so wichtig wie der Schutz des Schlafes der Guten, das durch die Erbsünde nur in Augenblicken Welt in der Zeit sein kann, die je nur in Intervallen der Absenz zu einem - scheinbaren - Kontinuum verbunden sind. Das Weltgebiß des Seins in der erbsünlichen Welt ist voller Zahnlücken.

Montag, 31. Oktober 2022

Wenn der Zustand der Blindheit immer schlimmer wird (1)

Harari in Davos
Wer da meint, ich sei zuzletzt doch etwas zu sehr in Verschwörungsmilieu eingetaucht, dem sei dieser Beitrag gewidmet. Er soll belegen, er soll zusammenfassen, was tatsächlich geschieht und in welche Richtung Eliten arbeiten. Denn was Yuram Harari hier auf dem World Economic Forum - WEF in Davor vorträgt, entspricht dem, was als "Wissenschaft" ausgegeben wird und als Sitez menschlicher Erkenntnis gehandelt wird. 

Die sich einbildet, so weit zus ehen, alles o genau zu wissen, daß sie in der Lage ist, die Zukunft völlig in die Hand zu nehmen. Weil die Folgen davon zu hart klinge, und sich für viele danna uch zu hart anfühlen werden, wird natürlich eingeschränkt. Da seien "Gefahren", die müsse man begegnen, die Extreme dürfe man nicht zulassen, und so weiter.

Bullshit, alles Bullshit. In jeder Hinsicht.

Montag, 24. Oktober 2022

Das chthonische Geschehen (2)

Dann holen wir uns eine Frau aus den Entwicklungsländern. Die sind noch gefügiger. Die Babyboomerr als träge Eltern - Also konnte man von ihr auch die selben Dinge fordern, die man selber nicht tun wollte. "Teilung" der Arbeits- und Berufslast, volle Mitverantwortung für das Auftreten der Familie nach außen (das sie ja nun sogar "mitbestimmen" konnte), und scham- und rückhaltloses Ausgießen der eigenen Persönlichkeit, sodaß die Frau nun nicht mehr die Entscheidungen des Mannes zur Hilfe und Ausrichtugn bekam, sondern die unverdauten Denkflüsse selbst sortieren mußte, die der Mann herantrug und zuhause vor ihr auskotzte. Die Scheidungsrate ist explodiert. Sehr zum Gaudium der Machos, und unabwendbares Schicksal der Softies, die ja die "neue Gesellschaft" mit ihre "neuen Moral" proklamiert hatten.

Die Energie, mit der sich diese frustrierte Generation - beide Geschlechter frustriert aus ganz unterschiedlichen, ja entgegengesetzten Gründen - den Weltrettungsprogrammen zuwandten, Auch die Globalisierung der Ansprüche schuf nur vorübergehend Erleichterung. Die Frau aus dem unterentwickelten Land, dessen Gesellschaft im begehrlichen Blick auf den idealisierten Westen verharrt hatte, war nur kurze Zeit Ersatz. Kaum hier, hat auch sie diesen Köder der Emanzipation geschluckt, und vor allem aber die Hohlheit dieser westlichen neuen Werte durchschaut. 

Sonntag, 23. Oktober 2022

Das chthonische Geschehen (1)

Es hat keinen Sinn, ein Konzept, das nicht wirkt, weiter zu verfolgen. Oft steckt sogar seitens der Bekämpfer eine Angst hinter ihrem Kampf gegen immer wieder aufstehende neue und noch stärkere Heere, die wie eine Lust an genau der Misere wirkt, die herbeibeschworen werden soll, und gegen die man anzukmpfen vorgibt - um am selben, aber Pro wie Contra umgreifenden Wonnegefühl, teilhat.

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel, das Anlaß war, diese Gedanken endlich nachzugehen, die schon längere Zeit im Meer der Zeit rumoren. Nehmen wir die Klimalegende. Sie eignet sich besonders gut, weil sie ein wudnerbares Beispiel für eine in sich völlig unlogische, inkonsistente Gemengelage von Theoriefloskeln und Thesenbausteinen ist, die verschleiern, daß die wahre Motivation hitner der gesamten (!) Agenda die Darbietung eines dramatischen Faches ist - "Klimapaniker", oder "der Schwarzseher" - das einen Charakter beschreibt, der das bestehende Gesellschaftsgefüge angreift, um es aufzubrechen, seine Leitfiguren abzumontieren, und sich dann selbst an die Spitze zu setzen. 

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Engel als verbindendes Glied (2)

Das Wirken der Dämonen als gefallene Engel - Ach bei den Dämonen gibt es für jeden einen betimmten Ansatzpunkt, der aber einer Perversion, Umkehrung der ursprünglichen, dem Guten, Gott dienenden Aufgabe entspricht. Der die Aufgabe vielleicht also sogar "bewältigt", aber ohne Ausnahme dem höchsten bzw. tiefsten Bösen zuführt. Ein Dämon kann deshalb NIE direkt heilswirksam sein. Selbst wenn er scheibar "positive Wirkungen" evozieren kann, wie "Heilungen von Krankheit", wird das eigentliche Ziel dieses "guten Phänomens" immer ein darüberstehendes Gut sein. Das er dafür in den Abgrund mitreißt, dem er selber nie mehr entkommen wird.

Wie viele sind deshalb Opfer der Dämonen geworden, die ein scheinbares Gut - Gesundheit - erlangt haben, dafür aber ein weit höheres Gut, das Seelenheit. die Freiheit die dazu nötig ist, meist aber die Anhangung an Gott, die beschädigt oder abgelegt wird. Weil ein Dämon wie JEDER Geist, auch die guten Engel, nur über Anhangung wirken kann, diese letztlich also über die Hierarchie in Gott gründen muß, nicht im Widergott, dem Satan.

Mittwoch, 5. Oktober 2022

Engel als verbindendes Glied (1)

Wem nun das eine noch fehlt, das die Ideen aus dem Geist Gottes in die Realität der Schöpfung ALS Erde, Welt, Fleisch, Dinghaftigkeit überführt, der sei auf Wesen und Bedeutung der Engel hingewiesen. Was immer Idee Gottes ist, hat seinen ersten Schritt zur Schöpfung auf den Flügeln der Engel getan (die ebenfalls eine Schöpfung sind.)

Im Grunde kann man sich ihr Reich, ihre Hierarchien, die durch verschiedentliche Offenbarungen und Einsichten bekannt sind (am bedeutendsten ist wohl die Schrift über die "Hierarchieen der Enge" des Dionysius Areopagita, die schon früh entstanden ist, und bis heute eine, ja die tragende Rolle im Wissen über die Engel spielt) als geistige Realitäten vorstellen, die auf jeder Stufe, auf jeder Allgemeinheitsebene, bis hin dann zur spezifischen So-seins-Stufe der Dinge (sofern sie Individuen sind) reicht und existiert. 
Engel sind also jeweils die "Aktivierungs-Komponente" im "Modell" der Schöpfung. Sie sind es so sehr, daß man durchaus sagen kann, daß HINTER ALLEM Engel steht. Engel - oder deren Widerpart, die Dämonen. Gott also - oder dessen Widersache, der Teufel. 
Es liegt also in der Hand des Menschen (über den dann die gesamte übrige Schöpfung am von ihm festgelegten Schicksl teilnimmt), welche Welt er anruft, die der Engel oder die der Dämonen. Weil es in seiner Hand liegt, wem er letztendlich anhangt: Gott, oder dem Satan. Dem ewigen Gut, oder dem ewigen Übel. Dem Himmel - oder der Hölle. 
Und wir tun auch sehr gut daran, in unsere Urteile über irdisches Geschehen diese Kräfte, die der Realisierung des Welthaften dienen sollen und wollen, weil alles nach seiner Art will, diese Wesen mit zu berücksichtigen. Nicht manisch, aber als reale Wirkkräfte, denen wir Zugang zur Welt verschaffen oder solchen verhindern können. 

Dienstag, 25. Januar 2022

Welche Stunde es geschlagen hat

Geht es ihnen auch so, werte Leser? Daß Ihnen die Leute "wegbrechen", mit denen Sie zwar immer ziemlich unterschiedliche Auffassungen vereinten, weil sie meinten, man könne ja nachsichtig sein, könne ja trotz der so unterschiedlichen Auffassungen in einen Topf spucken. Und sei es, weil gewisse Teilstrecken auch für sie gemeinsam begehbar schienen, weil einem ihrer Ziele zuarbeiteten. Und es nie zu dem Punkt kam, wo es tatsächlcih auf etwas angekommen ist.

Aber plötzlich brechen die weg. Plötzlich blicken sie sich wieder einmal um, und mit einem mal steht der andere auf jener Seite, die der ihren exakt gegenüber liegt, ja, die daran arbeitet, sie auszuhebeln und ins Nichts des Unvereinbaren, ganz sicher Inakzeptablen zu stürzen. Wie wir es jetzt in der Impfpflicht erleben. Wie wir es jetzt im "großen Reset" erleben, wie manche es bezeichnen, und wie die UNO es in ihrer Agenda 21 UND in ihrer Folge-Agenda 30 bezeichnet, zu denen uns unsere Politiker verpflichten und verpflichtet haben. (Man fühlt sich mit einem mal auch so ausgeliefert, verkauft, verraten.) 

Plötzlich (und ich kenne so einen Fall, deshalb greife ich das Thema ja auf, denn es scheint durchaus tauglich das zu beschreiben, was in den letzten beiden Jahren mit praktisch sämtlichen Grünen und Linken passiert ist) ergibt sich sogar ein ganz erstaunlicher Moment. Wo dieser eine und jene jenen, die noch vor drei Jahren vor dem "großen Reste" warnten, die panisch von Surveillance und Kontrolle warnten, und sogar noch strenger als Sie selbst, ja fast hysterisch sogar, hinter jeder Ecke eine "1984" zu warten schien, in seiner Übertriebenheit gar nicht übertrieben war. Sondern seine Paranoia realitätsgerechte Reaktion war. 

Donnerstag, 4. Februar 2021

Irgendwann ist einfach Schluß (2)

Wir bringen hier nun noch einmal den zweiten Teil. Für die, denen der Lesestoff gestern doch zu umfangreich war, die aber - und das tun so manche Leser, wie der VdZ weiß, ihnen sei einmal mehr für ihre Treue und ihren Durchbeißwillen gedankt - im Gleichschritt mitgehen wollen. 

Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!

Nehmen wir es deshalb etwas lockerer. Machen wir uns bewußt, daß wir nicht auf Erden sind, weil wir hier eine sooo wichtige Aufgabe haben, daß wir am besten ewig leben sollten. Und jeder Tod ein Fehler im System ist, ein Leck im Apparat, der zu vermeiden wäre, WENN wir denn dies und wenn wir denn dort und wenn wir denn das.

Wir werden sterben. Ob mit oder ohne Corona. Deshalb reicht es, wenn wir ein bissel aufpassen, wie wir es ja immer gemacht haben, wenn jemand krank war, und mehr noch wenn dessen Krankheit zum Tode ansteckend war. Angeblich oder wirklich. Und wenn nicht ... kein Malheur. Allen Ernstes. Es ist kein Malheur, den Löffel abzugeben. Es ist normal, und es ist das Schicksal JEDES Menschen. Auch unser unentrinnbares Schicksal damit. Also sollten wir doch ein bissel darüber lachen, sarkastisch, ironisch, denn klar, freuen kann man sich nicht darüber, aber wie sagte doch ein Weiser einmal? Tausend Rosen. Und frisch ans Werk, kräftig in die Hände gespuckt, und wenn es denn sein soll, dann eben ... kräftig gestorben. Denn wir wissen, daß es nicht um dieses begrenzte irdische Leben geht, dieses vallis lacrimosa, dieses Tal der Tränen, sondern darum, daß wir nach dem Tod, wenn wir denn zu Lebgezeiten, wo wir noch den Leib haben, also ganze Menschen sind, bei Christus sein wollten, durch Jesus Christus zu einem neuen Leben auferweckt werden. Und dann, dann geht es so richtig los, dann wackelt die Bude sozusagen. Dann haben wir jene Freude, die wir verloren haben, wieder. Ist das nicht ein Grund, sich zu freuen?

Oder wäre das nicht ein Grund, sich vom Tod weg Christus zuzuwenden? Das ist es doch! Das ist es, warum wir Corona nicht so richtig wollen, daß wir uns lieber zu Tode fürchten, als daran zu sterben. Und das ist ein Grund, warum wir von der Politik etwas verlangen, das sie nicht leisten kann.

Weshalb wir diesen Herrschaften "da oben" sagen sollten: Schon gut. Während wir sie vom Podium führen, unseren Arm um ihre Schultern legen und aus dem Saal begleiten, während sie noch immer reden und reden und reden, was der Tag lang ist, und nach links und rechts wie Irre bellen "Wir schaffen das!", und "Ich kann Euch retten" oder "Ich kann uns bewahren!" "Jaja, schon gut," sagen wir dann, und "Ist eh gut, ja, eh, wir glauben Dir das ja auch" ... während wir mit ihnen rausgehen.

Nichts können sie. Deshalb sollten wir dann, wenn wir sie draußen der Schwester übergeben haben, sie ihnen weiter gut zuredet und sie nach draußen zum Krankenauto geleitet, in den Saal zurück und aufs Podium gehen. Dann mal aufs Mikro klopfen, drauf pusten, ja, es ist eingeschaltet, und dann sollten wir folgende Rede halten. Wir sollten sagen: "Werte Herrschaften, ich möchte was sagen. Ich möchte Euch sagen, daß hinten ein Buffet ist, das wir später konsumieren können, daß im Saal B ein Bingo läuft, wer also möchte ... und daß wir sonst hier abstimmen, wie es mit der Treppe im Foyer weitergehen soll, mit dem Schuppen der Feuerwehr, und wer nun diese Straße saniert, die zum Gemeindezentrum führt, denn das ist ja wirklich kein Zustand ..." Und langsam fassen sich alle wieder, und allmählich fokussieren sie sich wieder auf das, was sie hier tun sollen und müssen - arbeiten, feiern, trauern, Musik hören oder Punzen schlagen, einfach LEBEN. Es gibt eine Menge zu tun.

Und, so nebenbei, schon vergessen? Leutel, es ist noch zwei Wochen - aber NUR noch zwei Wochen - Fasching!


*270121*

Mittwoch, 3. Februar 2021

Irgendwann ist einfach Schluß (1)

Krankheit, und zwar jede Krankheit, zielt auf Tod ab, das sollten wir nicht vergessen, auch wenn wir es meist schon vergessen haben. Das hat uns die Medizin eingeredet, das hat uns ein Apparat eingeredet, der glatt so tut, als wäre die Krankheit letztlich vermeidbar und der Tod ein Betriebsunfall.

Leben ist ein actu, also ein Tätiges. Wir sagen ja "wir leben", und zwar in allen Sprachen der Welt, wir sagen nicht "wir werden gelebt." Aber darin verfehlen wir uns. Zwangsläufig, und zwar durch die Erbsünde. Wir haben durch sie so viele Neigungen zu Fehlern, daß wir in keinem Fall den Fehlern davonlaufen können. Sie sind immer schneller als wir, sie sind immer zahlreicher, als wir übersehen können. Denn sie sind eine Gesamtneigung, während wir immer nur Einzeldinge bekämpfen können. Und in der Erbsünde ist unser Insgesamt, unsere Gesamtrichtung abweichend und in Richtung Tod eingestellt geworden. Die Erbsünde Adams und Evas war eine Grundsatzentscheidung, in der die Ausrichtung unseres Daseins auf Tod zuging.

Unsere Stammeltern, diese ersten Menschen, von denen alle weiteren abstammen, haben sich in ihrem Entschluß, Gott nicht zu gehorchen, dazu entschlossen, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie haben sich dazu entschlossen, selbst jene Herren zu sein, denen sie alles verdanken. Das war ein Fehler. Ein sachlicher Fehler, zu dem sie der Teufel überredet hatte. Es war ein schwerer Fehler, ein Irrtum, und sie sind augenblicklich darauf gekommen. Als Gott sie rief, waren sie sich dessen unbewußt bewußt, sie verbargen sich vor der Wahrheit, dem Sein selbst, von dem alles Sein abstammt. Sie schämten sich.

Weil wir innerweltlich, irdisch, leiblich von Menschen abstammen, also zweitursächlich (nach Gott, dem alles sein Sein verdankt) haben wir das von diesen Eltern auch übertragen bekommen. Neben unserem Sein, das seinen Sinn darin hat, in größter geschenkhafter Freude zu leben weil an Gottes Freude, die er am Spiel der Schöpfung hat, teilzuhaben. Und in dieser Freude, zu der wir berufen weil in die Welt gerufen sind, haben wir aber gewahr zu sein, daß wir diese wirkliche Freude erst NACH diesem Leben erfahren werden. Warum? Weil durch Adam und Eva der Tod in die Welt gekommen ist.

Aber Gott selbst hat uns durch seinen eigenen Sohn Jesus Christus davon erlöst, und uns - nach dem Tod - wieder in ein neues Leben hinein auferstehen lassen. DANN werden wir diese Freude erfahren, und sie ist wirklich gewaltig, der Leser möge es glauben, dem VdZ war als Gnade beschieden, davon ein bißchen kosten zu dürfen. Sie war so groß, daß er seither niemals etwas anderes hätte wollen wollen, als diese Freude wieder zu erfahren, in der sein ganzer Körper verwandelt, völlig verändert war. Wenn wir in der Taufe Mitglieder der Kirche geworden sind, werden wir daran teilnehmen können. Anders nicht. Zumindest wäre es vermessen das zu erhoffen, weil sonst ja das Leiden und Sterben Gottes selbst unnötig gewesen wäre, der Leser möge sich das einmal vorstellen!

Was er sich aber vielleicht nicht mehr so vorstellen kann ist, daß wir sterben müssen. Alle. Und daß wir immer eine Krankheit haben werden, an der wir sterben. Und sei es, daß wir "an Altersschwäche" sterben, also einfach so müde werden, sterbensmüde, buchstäblich, daß wir "hinübergehen", also unsere Seele den Leib losläßt, der daraufhin zu Staub wird. Während die Seele auf den Jüngsten Tag wartet, wo sie, ihrer Form, ihrer Forma nach, wieder zu einem ganzen Menschen geschaffen wird. In der Auferstehung am Jüngsten Tag, wie so viele Propheten verkündet haben. Und woran wir glauben dürfen, weil Gott selbst es uns erzählt hat. Und der muß es ja wissen.

Wir können es uns deshalb nicht so gut vorstellen, weil der Tod - ganz anders als etwa im Barock oder im Mittelalter - durch die Technik, vor allem aber durch die Art wie wir leben so weitgehend und scheinbar aus dem Blick geraten ist, verdrängt wurde, daß wir über lange Strecken unseres Leben, als Grundhaltung sogar, den Tod vergessen haben. In Corona (und das ist das Neue an dieser "Pandemie") hat der Tod sich aber wieder ins Sichtbare gemeldet. Nicht daß er nun plötzlich da ist! So tun wir aber! Sondern er war ohnehin immer da, nun sehen wir ihn aber wieder mehr. Und das ist uns peinlich. Es erinnert an unsere Grundschuld, und es erinnert daran, daß wir immer etwas und genug falsch machen, sodaß wir sterben werden. Mit dreißig, mit fünfzig, mit achtzig oder neunzig Jahren, irgendwann. Irgendwann ist einfach Schluß. Auch für uns. Auch für unsere Kinder, die so prächtig und vor Kraft strotzend leben. Auch für uns, die wir mit dem Alter ein Wehwehchen nach dem anderen, eine Schwäche nach der anderen, schließlich ein Konzert von Schwächen erleben müssen, das uns irgendwann das Leben kosten wird.

Keine Diät, keine noch so "gesunde Lebensweise" wird das verhindern können. Irgendwann ist Schluß. Auch für uns. Uns alle. Und daran erinnert uns Corona wieder. Aber wir sind das nicht gewöhnt. Wir wollen das nicht. Also glauben die Politiker allen Ernstes, sie tun uns einen Gefallen, wenn sie so tun, als wäre das etwas Unnötiges, Überflüssiges, von dem SIE uns bewahren können. Deshalb sehen sie sich ermächtigt, uns dermaßen zu karniefeln, daß uns jede Lebensfreude erstirbt. Nicht nur das, daß wir in so Dingen wie Lockdowns zwar irgendwie vegetieren dürfen, aber NICHT leben. Denn das ist tödlich.

Aber, werter Leser, sei er sich so wie der VdZ bewußt: Wir werden sterben. Auch unser Leben wird enden. IN jedem Fall. Ob morgen. Ob in fünf Jahren. Ob in zwanzig oder fünfzig Jahren. Irgendwann ist Schluß. Legen wir deshalb unsere Zitronenmine wieder ab, legen wir deshalb dieses Betroffenheitsgetue ab, das uns besonders von dieser Regierung angeboten wird, die so tut, als sei sie dann "verantwortungsbewußt", wenn ihr Gesicht auf "tragisch" gepolt wirkt. Ach was sind das doch für Heuchler. Oder, noch schlimmer, wie dumm sind die doch, weil sie das vielleicht wirklich gar nicht wissen. Sondern auch noch glauben, daß ihre Aufgabe es sei, den Tod aus dem Leben zu werfen.

(Wir bringen nun auch die zweite Hälfte des Artikels, für die, denen es nun "reicht", und die sich das Lesevergnügen auf morgen aufheben wollen.)

Morgen Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!

Sonntag, 15. Mai 2016

Gesellschaft der Usurpatoren

Das jede Kultur kennzeichnende, ja ausmachende, tragende Element einer institutionalisierten gesellschaftlichen Hierarchie führt durch die gezielte Beförderung des anthropologisch irrigen Mythos "Jeder kann alles werden" zu einer Aushöhlung auch von innen heraus. Denn nunmehr gelangen tatsächlich Unberufene unter Umgehung wahrer Legitimität in hohe Positionen, die den notwendigen Glauben an die prinzipielle Richtigkeit und Notwendigkeit eines solchen In- wie Zueinander in einem gesellschaftlichen Ganzen unterspült.

Damit zeigt sich tatsächlich, daß hohe und höchste Positionen von Menschen ausgefüllt werden, die ihren Aufgaben nicht gewachsen sind. Aber NICHT, weil sie dazu die nicht ausreichenden Fähigkeiten hätten, sondern weil ihre Amts- und Führungsinnehabe einer Usurpation zu verdanken ist. Damit leben wir in einer immer lückenloseren Situation der Revolutionsgarden, die die gesellschaftlichen Institutionen usurpiert haben. Wir leben mittlerweile in einer immer umfassenderen, lückenloseren post-revolutionären Phase. 

Der einzige Unterschied war die Taktik. In der nämlich der Umsturz, die Revolte nicht als einmaliges historisches Ereignis stattfand, sondern über die Zeit verteilt als nachhaltige Dauerwirkung installiert wurde. Es hat sich also nur das Revolutionskonzept verändert, nicht aber die Tatsache einer Revolution selbst. Unterstützt von einem grundsätzlichen Legitimationsproblem der Demokratie.

Das hat aber noch eine weitere folgenschwere Auswirkung, in der sich die Zerfallsprozesse aus sich heraus dynamisiert haben und spiralenförmig verstärken. Was bereits die Frage aufwirft, ob eine Reform überhaupt noch möglich ist, weil damit auch die Institutionen selbst, in ihren Beschickungs- und Erhaltungswegen, zur Stärkung des revolutionären Impulses selbst wurden.

Kennzeichen dieser Situation ist damit, daß wir es mit einer immer totaleren Laisisierung der Gesellschaften zu tun bekommen haben. Lasse sich der Leser den Gedanken an einem Beispiel aus dem Theaterbereich erklären: Der Unterschied zwischen einem Berufsschauspieler und dem Publikum liegt NICHT in einer Fähigkeit zum Schauspiel. Prinzipiell kann jeder Mensch schauspielen. 

Der Unterschied liegt darin, daß die Bühne von Laien okkupiert wurde, und zum einen nunmehr jedem Zuschauer über die Erfahrung der "Gleichheit" demonstrieren, daß auch wirlich JEDER auf die Bühne könnte, wenn er denn wollte, also jeder Unterschied ausgelöscht ist (weil er ja nicht in der Fähigkeit liegt). Zum anderen wird das Bühnengeschehen zur Laienveranstaltung.

Was unterscheidet Professionalität aber von Laientum? wie gesagt - es ist nicht eine irgendwie attestierbare "Fähigkeit". Der Wahn nach Zeugnissen möglichst hoher und möglichst vielfältiger Art ist ja nur ein Versuch der Legitimation der Usurpaton der Bühne, die jeder nur noch mit solchen Zertifikaten betreten darf, auch diese Restriktion wird ja immer lückenloser (Stichwort "objektive Postenbesetzung").

Der Unterschied zwischen Laientum und Professionalität liegt darin, daß der Profi NICHT so spielt, als gehöre er der Menge der Zuschauer an. Er geht ganz hinter der Maske auf, und nur die Maske ist es, die er zeigen will. Während der Laie nicht aufhört, sich mit seinem Spiel als Person des Publikums einen Platz zu erspielen. Er spielt um im oder unter dem Publikum etwas zu gelten. Nicht, weil er das Stück mit seinen Masken vervollkommnen will. Das wird vielmehr durch "Techniken'", "Fähigkeiten" zur Imitation eines vollwertigen, wirklich seienden Geschehens barbarisiert. Der Laie will in einem Leben NACH der Vorstellung etwas gelten. 

Der Profi will nur IN der Vorstellung das Stück vollkommen machen, und es ist ihm gleichgültig, wie er, nachdem er die Maske abgelegt hat, unter den Menschen zählt und wirkt. Er hat kein Wirken, sein Wirken IST die Maske, das Stuck, das Spiel auf der Bühne. Der Laie benützt die Bühne und das Stück und die Maske, um sich AUSZERHALB der Bühne, als Teil des Publikums, eine Rolle zu erspielen. Deshalb betrachtet er sich auch unter diesen Kriterien, und damit wird sein Spiel zur Bedienung von Konvention (die man natürlich - auch das Teil der Konvention - durch Überraschendes, "Aufbrechendes" und wie immer die Vokabel dafür aussehen.) Er sieht sich mit den Augen des Publikums, nicht mit denen der Gesetze und Werte des Stücks selbst.

Das ist es, was mit "Laisierung unserer Gesellschaften" gemeint ist. Und es zieht sich längst über alle Bereiche. Von der Politik über das Berufsleben bis hin zur Wissenschaft und Kunst. Mit allen Merkmalen, die Laienveranstaltungen auszeichnen. Allen voran die Bereitschaft, jederzeit aus dem Stück auszusteigen, es zu unterbrechen (weil die Anlässe das zu tun nicht mehr zwei Sphären kennen: die der Sachgerechtheit "im Stück", und die des Alltags), seine "Nicht-Wirklichkeit" (als Teil einer alle umfassenden normalen Realität) zu betonen, es durch Gesten und Verhaltensweisen des normalen Lebens und Publikums in diesem normalen Leben verankert zu halten, allen diese Normalität und Ununterschiedenheit zu versichern.

Das Publikum vergißt also gleichermaßen, daß es Publikum und nicht Bühnenakteur ist. Es kann Bühne und Auditorium nicht mehr unterscheiden. Also fordert es (aus seiner Sicht fast gerechtfertigt, zumindest verstehbar) Mitspracherecht an der Aufführung, an der ganzen Institution Theater, und vor allem am Stückverlauf. Ganz Kluge sprechen dann von "Mitbestimmung". Damit verliert sich auch - und das ist die schlimmste Folge - die Ernsthaftigkeit des Stückes selbst, das seine Früchte nicht mehr hervorbringt. 

Alle aber vergessen, daß Menschsein erst möglich und entfaltet wird, wenn es ein Theater als Institution gibt, das ein Leben das mehr ist als Vegetieren erst möglich macht, in dem Bühne und Zuschauerraum nicht nur getrennt, sondern als je eigene und einander zugeordnete Sphären bestehen. Man muß dazu überhaupt nicht auf Politik oder Kirche - deren Selbstsein überhaupt Liturgie, also Stückaufführung, Wandertheater sozusagen ist - zurückgreifen, sondern es ist die Grundsituation, in der jeder Mensch in jeder, buchstäblich jeder Situation steht. Die Welt IST ein Theater, in der jeder Mensch in zahllosen, ja unendlichen Stücken und Aufführungen seine Maske trägt und zu tragen. hat. 

Damit geht ein Verlust der Ernsthaftigkeit aller aufgeführten Stücke - also aller gesellschaftlichen Vorgänge - einher. Denn diese Revolution die wir da erlebten und in deren Folge wir nun stecken, ist nicht mehr auf einzelne Aufführungen beschränkt, sondern sie ist eine Revolution des Wesens des Lebendigen auf der Erde überhaupt. Darüber dürfen auch die immer panischeren Versuche, Ernsthaftigkeit auch im Banalen zu verankern (durch apokalyptische Drohungen, wie wir sie seit Jahrzehnten immer konzentrierter erleben), nicht hinwegtäuschen, die ihre Institutionalisierung eben nicht durch kulturelle Institutionalisierung zu erreichen suchen, sondern durch ein allen überzuwerfendes Fangnetz aus Drohungen und per Todesstrafe (das ist ja Apokalypse: an ihrem Ende steht das Ende von allem) verankerten Zwängen, die längst bis hin zur Sexualität und dem alleralltäglichsten - der Nahrungsaufnahme - reichen. Und die den Ernst, den nur ein Bühnenstück hat, ja der es überhaupt erst ausmacht, zu implementieren versuchen.

Wo aber der Mensch keine Vorstellungen mehr kennt, die einen Anfang und ein Ende haben - das ist etwa der berühmte "Tag" - und deshalb nicht mehr zwischen Welt (Tätigkeit, Rolle, Anspannung als Tragen von Form) und Nicht-Welt (Muße, Schlaf, Entspannung als Zurücksinken ins Formlose) scheiden kann, steht er in einer Situation der Ausweglosigkeit. Es gibt aus diesen Forderungen nach Ernsthaftigkeit kein Entkommen mehr, es ist bestenfalls über Rauschzustände und Drogen noch künstlich herbeizuführen, ist aber ein Einbruch in diese Ernsthaftigkeit, die mit Schuldgefühlen entläßt. Solch eine Menschheit kann sich deshalb nie mehr von Schuld befreien, es kennt keine schuldfreien Zonen mehr, wo die Möglichkeit schuldig zu werden eben kraft des Endes der Vorstellung verheißen und gegeben ist. Es ist eine Gesellschaft ohne Schlaf. 

Wenn es stimmt, was man vom Tod von Prince sagt, daß er zum einen schwer drogensüchtig, zum anderen 7 Tage vor seinem Tod nicht mehr geschlafen hat, wäre es eine gar nicht besser zu erfindende Symbolisierung der Gegenwart, in der Prince sein Künstlerleben (und er war gewiß ein Künstler) nicht mehr begrenzen konnte und in gewisser Weise zum tragischen Höhepunkt einer gigantischen Zeitaussage trieb, die in sich selbst diese Nicht-Unterscheidung, diese Dauerrevolution auf den Gipfelpunkt führte. 

Denn ein Künstler weiß um diese Tragik der Welt, er muß sie ausleiden, er wird erst zu sich selbst wenn er diese Zurückweisung als Teil des Publikums akzeptieren lernt. Sein Leiden ist die Unmöglichkeit, zum Publikum zu werden. Ihm fehlt die Möglichkeit, außerhalb der Bühne (und nur auf ihr und in ihr IST er) ETWAS zu sein, Teil des Publikums zu sein. Außerhalb der Bühne ist er buchstäblich NICHTS. Ihm bleibt nur das Stück.

Aber sieh da - alles menschliche Wirken ist nicht nur Bühne. Es ist im letzten und in seinen vollkommensten Zuständen tatsächlich eine Kunst. Sie kennt nur nicht ausschließlich ein "Theater" aus Mauern, Brettern und Vorhängen, das an der Wiener Ringstraße steht, sondern ihm ist alle Welt ein Theater.

Aber Leben gibt es freilich auch für die Mehrheit der Menschen - Publikum wie Akteur, aber in ständigem Wechsel - nur im Begreifen dieser Dichotomie zwischen Nichts und Bühne. Beide zusammen, freilich, sind das Insgesamt der Schöpfung, aber die Nacht ist nur die Höhle, aus der der Mensch wieder an den Tag des Lebens hervortritt und somit Welt konstituiert wie trägt und zu immer neuer, immer vollkommener Blüte bringt, die im Sterben zur Frucht wird, die die Welt im anderen nährt.

Wir jedoch befinden uns in der Situation von Revolutionären, die verzweifelt beratschlagen, wie das, was sie grundsätzlich zerstört haben - die Ordnung, die Institutionalisierungen - nun neu zu erfinden, neu aufzurichten haben. Um wieder Leben aus den Trümmern zu evozieren. In dem das Nichts nicht mehr abschütteln könnende Halbleichen herumgeistern und verzweifelt nach Leben und Welt suchen indem sie nach Gesetzen und Moralia schreien, die als geistige-psychische (weil nur noch im Einzelnen und aktiv bestehen könnende) Konstrukte wenigstens notdürftig eine Welt simulieren können. Viele meinen damit, die Revolution rückgängig machen zu können, indem man eine nächste Revolution draufsetzt.

Weil diese Konstrukte, diese Totalitarismen den Menschen zur Verhaltensmaschine machen, welche Welt künstlich herstellt und funktional tragen soll, und damit die Folgen der revolutionären Zerstörung wenigstens verdeckt. Nicht anders dachten die ersten Revolutionäre, die eine Welt vorfanden, die nicht mehr wachsam, die ihrer selbst nicht mehr gewiß war.

Darin wurzelt der Wohlstands- und Konsumwahn der Gegenwart - Fruchtgenießung ist nämlich das Merkmal der Blüte, und das Sein von etwas "anderem" ist erst an ihrer Wirkung erkennbar. Also können künstliche Früchte auch ein Sein dahinter vortäuschen. Eine solche Welt MUSZ zum Totalitarismus werden, und deshalb sind die heute so zahlreichen Weltrettungsphantasien immer Phantasien der totalen Weltbeherrschung, die bis in den letzten Winkel reichen muß.

Was alles verdecken soll, daß aus Laien keine Profis mehr werden, nur weil sie deren Merkmale imitieren, und die nach Gestalt besetzt werden, nicht nach Fähigkeit, und die in einem Stück spielen, das ein nach ästhetischen Gesetzen geschaffenes Ganzes ist. 

Gibt es aber etwas Professionelleres als das Jüngste Gericht?





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Mittwoch, 10. Februar 2016

Eine wahre Fastenpredigt

Leider nur über Link auf eine Fremdseite verfügbar ist die Sylvesterpredigt des seinerzeitigen Dompredigers zu St. Stephan, Dr. Karl Raphael Dorr, aus dem Jahre 1964. Denn sie ist eine wahre Fasten- weil Umkehrpredigt. Was aber manchem wie ein vor Theologie und Frommheit triefendes, leidenschaftliches Himmel- und Höllentraktat erscheinen mag, ist in seiner Erschütterung deshalb so wirksam, weil es auf einer glasklaren Philosophie aufbaut und genau damit zutiefst realistisch wird. Was hier scheinbar in reiner Glaubensgestalt daherkommt, ist die bildhafte Umsetzung in menschliche Realität, wie sie stahlstrenge Logik und philosophisch präzise Anthropologie zum einen, wie sie aber die Erfahrung zum anderen bestätigt und erhellt.


Ein interessanter Gedanke daraus übrigens: Für den, der Gott ablehnt, ist die Hölle - ein Zustand mehr denn ein Ort - sogar noch ein letzter Gnadenerweis Gottes. Denn für ihn würde die Nähe Gottes selbst, die Notwendigkeit seinen Anblick ertragen zu müssen, die größte aller nur denkbaren und nicht mehr tragbaren Qualen bedeuten. Was sich im alltäglichen Erleben nachvollziehen läßt: Der nicht reuige Sünder flieht das Reine, flieht das wogegen er gesündigt hat. Und versucht es ersatzweise zu verdunkeln, zu beflecken, um sich dem Leuchten des Lichts zu entziehen.

Baut sich selbst ausgedachte Bilder und Ziele und Religionen, an denen er sich nun - in Abwendung vom Licht - ausrichtet, schafft sich irdische Götzen, baut sich Ersatzwege der Vergebung, um der unerträglichen Scham zu entfliehen, die mit dem Erblicken des ganz Reinen, dem Sein selbst aufsteht. Verdunkelt sein Denken, baut Fehlschlüsse ein, vermischt die Ebenen, um das Sein im Faktischen und unentwegt Begegnenden (das Sein umgibt den Menschen wie den Fisch das Wasser) nicht durchglänzen zu sehen. Schafft Theorien, in denen er sich und nichts jemandem verdankt, schafft sich Begründungen, warum dem Sein doch nicht zu folgen ist, um so jede auffordernde Verbindung und damit Gewissenslast zu ersticken. Baut sich psychologistisch-mechanistische Theorien, um der Gestalt des Begegnenden seine Gestalt zu nehmen und sie in seinen Horizont der Abwendung zu ziehen, indem er sie in Funktionalismen "nach seinem Bilde" (Verstehen) auflöst.

Die Zweitwirklichkeit (Pseudologie) der Gegenwart ist nicht eine zufällige oder schicksalshaft auf uns herabgekommene Last der Kultur. Sie ist Ausfluß eines zur kulturellen Gesamtbewegung gewordenen Kollektivbedürfnisses der Absicherung eines selbst (des "Ich") in rationale Scheinwelten, und sei es durch Selbstauflösung - und ist damit direkte Folge einer durchs Kollektiv (und Denken ist immer Bezug auf ein Kollektiv, auf ein Außen, denn es ist immer Bezug auf die außen, auf die einem immer voraus gewußte Wahrheit) legitimieren sollenden Abwendung von Gott. Wozu im übrigen auch, ja vor allem die Fälschung (auch durch "erfundene Vergangenheiten"), Verdrängung, Vernebelung und Entwertung der Erinnerung gehört. Wozu aber sogar das Herausreißen von Vergangenheiten aus ihrem historischen Zusammenhang, eine somit a-historische und so gut wie immer damit falsche Aktualisierung gehört. Denn die Erinnerung - ein je neu schöpferischer und damit sittlicher Akt! - ist er eigentliche Ort der Wahrheit, also der Erfahrung des Seins, ja sie ist das Fleisch, in dem das Ich steckt.

Um aber keine Täuschung aufkommen zu lassen: Die Haltung, die hinter dem Beschriebenen steht, ist keineswegs einseitig oder gar leicht festmachbar, identifizierbar mit dem verbal-expliziten "ich bin gut". Es gibt auch eine Kollektivbewegung, die die hochherzige Bewegung, sich dem Sein zu stellen, generell ablehnt und für niedrig erklärt. Es gibt eine Individualbewegung, die auch das Eigenurteil - "ich bin schlecht" - zur Bewegung des Hochmuts macht, dem Sein nur auf andere Weise ausweicht. Es geht generell um die Selbstqualifizierung im Urteil - ob gut, ob schlecht. Reue ist kein Selbsturteil, sondern realistische (und Realismus gibt es nur vor dem Sein), erfahrene posthoc-Erkenntnis.




*100216*

Sonntag, 2. Februar 2014

Apokalypsen der Geschichte

Das Gefühl des Apokalyptischen wächst in einer Kultur dann und dort, wo die Gewißheit, daß wir uns ontologisch nicht selbst fundieren können, wächst. Es ist deshalb ständiger Begleiter jedes Zustands der Menschen, und als Aussage relativ neutral. Denn es ergibt sich immer aus der Grunderfahrung der Diskrepanz aus zivilisatorischem Zustand und ontologischer Grunderfahrung - daß wir unser Sein jemandem verdanken, und daß wir in unserem Dasein dieses Sein nur in zerbrechlichem Gefäß tragen. Immer. Und niemand ist sich dieser Brüchigkeit mehr bewußt als Heilige. Und niemand mehr als Unheilige.

Vielleicht kann man sogar daraus schließen, daß Zeiten, in denen die apokalyptische Grundahnung (die es nämlich ist) als Grundverfaßtheit der Welt besonders ans Tageslicht kommt, besonders "zelebriert" wird, Zeiten zweier Extreme sein können: Die besonderer Heiligkeit wie die eines drohenden Gesamtzusammenbruchs der kulturellen Situation.

Mit einer Unterscheidung: Der Heilige weiß darum, und wirft sich umso mehr auf Gott. Der Unheilige weiß darum, und schreit - vor Angst, in der er sich seine Rettung selbst zu schaffen sucht.

Der Heilige weiß, daß dort, wo die Nacht am tiefsten ist, die Rettung am nächsten kommt, der Moment des Eintritts des Lichtes ist. Eine Rettung, die dem Unheiligen zum Verdammungsurteil wird, weil sein Streben dieses "Hinzukommende", diese Erlösung, dieses Licht ausschließen, ja vermeiden will. 

Darauf beruhen alle Weltrettungsmissionen der Ideologien und sogar der Religionen der Geschichte, und es ist der Schlüssel zum Verständnis der Geschichte überhaupt. Und das macht alle diese Weltrettungsversuche so ... lächerlich, wenn sie etwa von einer Welt ohne Menschen ausgeht. Weil Weltschicksal vom Menschenschicksal nicht zu trennen ist, es aber mit Gewißheit nicht in unsere Hand liegt, die Zeit zu beenden. Oder mit falschen Mitteln das richtige Ziel - Welterhaltung - zu erreichen. Der Bestand der Welt liegt in einer völlig anderen Dimension, im Übernatürlichen gegründet, an der der Heilige bereits teilhat.

Deshalb ist es uns auch nicht möglich (und sie war es nicht einmal dem Sohn Gottes), sie historisch zu verorten. Denn die Apokalypse steht immer quer zur Zeit der Welt, und ihre Erscheinungen, wie sie die Offenbarung des Johannes beschreibt, sind immer gleich da und gegenwärtig. Immer gleich da als geistige Wirklichkeit, die sich ihre teilartige weil auf jeden Menschen bezogene historische Wahrheit immer bildet. Die Apokalypse des Johannes ist also auf zwei Arten gültig und zu lesen: als "Schema" jedes Lebensschicksals, wie als (zeitloses) und ebenso unausweichliches Gesamtschicksal der Welt, in dem sich ihre Geschichte erfüllt.

Diesen Zeitenlauf zu beenden, zu dem dann diese Abläufe absolut und einmalig historisch werden, ist damit ein für sich stehender Akt, der alles, die gesamte Schöpfung (als Welt) umfassen muß, als Reinform zahlloser "Teilapokalypsen" freilich noch einmal gesteigert, weil ja alles in der Welt mit allem, zur großen Gesamtordnung gefügt, zusammenhängt. Als Ende der Geschichte, wie wir sie kennen. 

Das der, der um die apokalyptische Dimension seines eigenen Lebens ohnehin weiß, nicht zu fürchten braucht. Ja, der sogar mit besonderer Verheißung beladen ist. Wenn er denn glaubt.

Denn nur der Glaube ist dieser von jedem zu setzende persönliche Akt, nur er schließt die personale Ebene ab. Keine "Religiosität", keine Philosophie, keine Lehre vermag das je zu leisten, ihr fehlt dieser personale Anschluß an Gott selbst. Deshalb ist der Zentral- und Angelpunkt des Christentums der Glaube an Jesus Christus als Person, als Gott selbst, und er ist durch keine Religion sonst zu ersetzen. 

Wie immer Gott Andersgläubige einmal anschauen mag. Denen diese so überaus reale Dimension aber fehlt.





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Donnerstag, 4. Oktober 2012

Barmherzigkeit, nicht Rache

Eine bemerkenswerte Studie des jungen Menschen an der Schwelle zur Welt der Erwachsenen liefert der Film "Margaret". In ihm wird eine spätjugendliche Schülerin Zeugin eines Verkehrsunfalls, bei dem ein Busfahrer, der mit ihr Augenkontakt hält, eine rote Ampel übersieht und eine Fußgängerin tötet. 

Das Mädchen deckt den Busfahrer in den Untersuchungen des Unfallhergangs, und dieser wird auch von aller Schuld freigesprochen.

Da wird im Literaturunterricht, den sie besucht, Shakespeare besprochen, wo er sagt, daß das Lebensglück der Menschen keinen Gott kümmert, sondern reiner Zufall ist, liegt in der Empörung gegen diesen Satz bereits das Grollen des kommenden Gewitters. Denn ... Shakespeare hat recht. Aber sie ist damit nicht zufrieden und findet Ihre Figur in Richard III., in Margaret. Und fortan schreitet sie wie jene als Rachegöttin durch das Drama, fordert Gerechtigkeit, und Sühne.

Und sie widerruft zum Befremden aller tatsächlich ihre Aussage: der Busfahrer HAT Schuld, also soll er auch darunter leiden. (Ihre Mitschuld, durch Ablenkung, meint sie mit dem Eingeständnis bereits bewältigt zu haben, aber das nur nebenbei.)

Sie drängt auf die höchsten Maßstäbe in dieser Sache, und macht das Shakespeare'sche Anliegen zum Bild vom Erwachsenwerden überhaupt. Das die Jugendliche endlich erproben will. Nach einerseits ihren eigenen "ewigen" Kriterien, anderseits vermischt mit vorhandenen, tätigen, "erwachsenen" Mechanismen, mit denen die Welt die jungen Menschen in sich hineinzieht. Von denen sie deshalb auch meint (weil sie allgemein akzeptiert scheinen), daß sie dazugehören - so die Geringbewertung des "Sex" als bloße solipsistische Körperübung (die prompt in einer Abtreibung endet; berührend die Szene, in der sie ihre Unschuld verliert, wo sich jede persönliche Begegnung auflöst in Anweisungen ihres Partners, wie sie sich zu verhalten, was sie zu erwarten hätte, etc.)

Doch muß sie in ihrer letztlich kalten Ernsthaftigkeit feststellen, daß die Welt viel komplexer ist. Und keineswegs einfach Maßstäbe solcher von ihr gefühlter moralischer Gerechtigkeit anzulegen erlaubt. Und während sie umso vehementer das Leben auf Prinzipien reduziert, trampelt sie durch alle persönlichen Beziehungen (auch die zu ihrem in einer neuen Beziehung lebenden leiblichen Vater) und belastet sie, bis zur Zerstörung.

Zwar "siegt" sie tatsächlich im Rechtsstreit. Aber schon das im Recht angelegte Umbrechen von Sühne auf - von der Versicherung gedeckte - Schadensansprüche an die Busgesellschaft zeigt, daß es ihr gar nicht um "Gerechtigkeit" ging.

Nirgendwo mehr findet sich persönliche Betroffenheit, Menschen treten nur noch als abstrahierte Abwickler von Ablauflogizismen auf. Die Bezahlung von Schadensersatzgeld an die reine Telephonstimme bleibende Cousine, der "Erfolg", ist gleichfalls nicht ethische Reaktion des Unternehmens, sondern schlicht Kalkül, weil angedrohte (und nachweislich mögliche) negative Publicity angesichts ausstehender Arbeitskämpfe vermieden werden soll, dem Unternehmen somit durch Meinungsdruck in den Verhandlungen noch höhere Kosten drohen.
Die Strukturen der heutigen Welt sind auf technische Abläufe und Prinzipien der Rechtsabwicklung sowie politischer Überlegungen umgebrochen, in denen Ethik als persönliche Ethik nicht mehr vorkommt, wo jeder vermeint a-ethisch handelt, weil er sich hinter den Erfordernissen dieser Abläufe versteckt. In fragmentierte Welten wird aber Ethos zur bloßen Ablauflogik.

Die von dem Mädchen intendierte Bestrafung des Busfahrers, der nicht nur keine Reue zeigt, sondern die Tote als bestenfalls unangenehme Folge eines im Rahmen seines Jobs (den er ausübt, um Geld zu verdienen, seine Frau und sein Kind zu erhalten) zu kalkulierenden, üblichen Risikos sieht, bleibt nämlich aus. Und deshalb reicht ihr dieser Sieg nicht.

Bestrafung kann - wie bei Margarete in Richard III. - nur darin bestehen, das Leiden des "Schuldigen" zu wissen. Und wie Margaret unternimmt sie alles, um auch das Unrecht "zu fühlen", indem sie den Busfahrer aufsucht, und als Motiv uns ständig vor Augen führt, wie wenig der Schuldige unter seiner Schuld leidet. Denn DAS will und verlangt sie: sein Leid. Und das will und verlangt sie von ihrer Umwelt: sie soll gleichfalls am abstrakten Unrecht leiden, beitragen den Jüngsten Tag zu bereiten, in endgültiger Abrechnung und Gerechtigkeit.

Aber selbst das ganze Unterfangen - Rache für den Tod der fremden  Frau - zeigt dieselbe Beziehungslosigkeit: denn das Mädchen hat zur Toten gleichfalls keine Beziehung, sieht man von der indirekten "Schuld" durch Ablenkung des Busfahrers ab, dem sie immerhin schöne Augen gemacht hat. Das einzige, was sie also mit dem Unfallopfer verbindet ist ... die abstrakte Forderung nach Gerechtigkeit, wie sie sie sich vorstellt.




 Trailer "Margaret"

Tragisch dabei der - leicht zu übersehende - Aspekt, daß die Tote selbst keine nahen Angehörigen mehr hat, und es im Grunde auch niemanden gibt, der durch ihren Tod rein technisch gesehen "geschädigt" wurde. Ihre einzige Verwandte, eine Cousine, interessiert sich erst für den Fall, als sie von der Möglichkeit hört, 350.000 Dollar an Schadenersatz zugesprochen zu erhalten. Und hält es nicht einmal der Mühe wert, vor Ort zu erscheinen.

Nur als scheinbare Nebenhandlung (mit einem wie immer wunderbaren Jean Reno) wird die Beziehung ihrer Mutter (einer Schauspielerin und Autorin) zu einem griechischen Witwer abgehandelt. Und diese Beziehung zerbricht im Grunde am gleichen, das auch die Tochter scheitern läßt: an höheren Prinzipien, die sich in der realen Welt nicht wiederfinden, der Ambivalenz des Lebens nicht gerecht werden. Denn auf einfach freie Art spricht der feinsinnige, gebildete Mann bei einem Abendessen von "typisch jüdischen" Merkmalen, wird damit aber empört von ihr als "rassistisch" zurückgewiesen, ja sie bricht die Beziehung zu ihm ab. Was ihn so betrifft, daß ihm sein Herz bricht. Er, der wirklich liebte, der selbst die beträchtlichen charakterlichen Unterschiede zwischen beiden umfangen konnte, stirbt an einem Infarkt.

Auch der von dem Mädchen verführte Lehrer (Matt Damon) - genauso: der versuchte Beweis, in der Welt der Erwachsenen durch Kaltschnäuzigkeit zu bestehen - leugnet ebenso kaltschnäuzig jede emotionale Beziehung zu ihr ab, ja die war nie vorhanden: ihre Erzählung von der Abtreibung durchbricht nicht sein (natürlich nach besagter Verführung wieder aufgenommenes) Rollenschema, sie bleibt auf sich geworfen, erfährt von niemandem persönliche Anteilnahme.

Denn nur eines bleibt, und das findet sich ganz zum Schluß. Es bleibt das einzige, was ihr Leben hält, ja überhaupt Leben ausmacht - Liebe und Barmherzigkeit, hier: zu ihrer Mutter, deren Trost sie sich unter Verzicht auf alle Rationalität anvertraut. Mit der sie sogar nun von beiden erfahrene Reue und Leid verbindet. 

Denn in dieser Welt, ja überhaupt in der Welt an sich, darauf könnte man die Botschaft des Films eindampfen, gibt es keine persönlichen Beziehungen, wo der Nahe zum Teil eines selbst wird, für den man Verantwortung übernimmt, den man liebt. Ja es gibt keine Moral, aus der heraus Leben gestaltet werden - sondern die Ethik ist reduziert auf Nützlichkeits- und Geschäftsverhältnisse. 

Aber das ist eben nichts Neues, es hat sich vielleicht nur noch verschlimmert. Darin hat sich "die Welt" aber vor und nach Shakespeare nicht geändert. Sie ist und war nie gerecht, sie ist und war nie "prinzipiell", strukturell gewissermaßen herzvoll. Und in dieser reifen Resignation liegt die Erwachsenheit. Denn dieses Wissen darf nicht verhindern, im persönlichen Umfeld und Handeln Mensch zu sein: nur dort, im gestalteten persönlichen und liebevoll-barmherzigen Verhältnis, dort liegt es nämlich, das Herz der Welt.

Und das zeigt dieser Film ganz bemerkenswert - weil er es in einer einfachen Geschichte, die keine scharfen Plots und Aktionen braucht, zeigt.



*041012*

Montag, 14. November 2011

Fortgesetzte Schuld

Ein Gedanke mit enormen Implikationen, den der ehem. Kardinal Ratzinger, jetzige Papst Benedict XVI., in "Eschatologie - Tod und ewiges Leben" anführt, indem er Origines zitiert: Die geschichtliche Verhangenheit des Menschen hört mit seinem Tod nicht auf! Denn er ist über seine Schuld mit der zukünftigen Geschichte verhangen, die wirkliche Abrechnung seiner Lebensfrucht ist bis zum "Ende der Zeit" gar nicht möglich - solange Menschen mit freiem Willen leben, kann die Passion vermehrt werden, das Leiden an den Sünden der Welt.

Darin liegt die Auflösung der "leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel" - die nur durch ihre völlige Freiheit von Schuld (und Erbschuld) denkbar ist: sie ist nicht mehr mit der Geschichte verhangen.

Schuld bedeutet Fesselung an die Zeit, Schuld bedeutet Fesselung an die Welt in ihrem faktischen Sosein. Wer am anderen verbricht, macht ihn zum Gläubiger, zum Kläger. Umgekehrt ist LIebe die Loslösung in der Freiheit, aber auch sie ist ihrer Natur nach "für" (sozial zu denken), wenn auch ihre Wirkung der der Schuld entgegengesetzt ist. Aber auch diese Freiheit zur Liebe ist zukünftig geschichtsmächtig: wer liebt, will auch das Zukünftige nicht ausschließen, will sich nicht vom anderen in diesem "für" zurückziehen, geht nicht ohne ihn und sein sicheres Heil zur Festtafel der Freude.

Und damit wird auch klar, was Fegefeuer meint: es ist die Begleichung noch ausstehender Schuld, deren verursachtes Leiden noch weiterglimmt. So leidet der Mensch im "Fegefeuer" die irdische Hinterlassenschaft zu Ende! Zwar schon in der Gewißheit endgültigen Angenommenseins, aber zugleich in der unendlichen Schwere der sich entziehenden Gegenwart des Geliebten.


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Freitag, 4. November 2011

Ewiges Gedächtnis

Ein faszinierender Gedanke, er wurde angeblich von einem gewissen Ernst Neweklowsky formuliert, Strombaumeister zwischen Puchenau und Mauthausen in den 1950er-Jahren, dessen Lebenswerk ein unglaubliches, dreibändiges, zweieinhalbtausend Seiten starkes Kompendium der "Schiff- und Floßfahrt auf der Donau und ihren Nebenflüssen" der Entdeckung harrt.

Alles was auf der Erde oder irgendwo im Weltall geschieht, ist durch das Sonnenlicht sichtbar, und zwar: durch die reflektierenden Sonnenstrahlen. Theoretisch (weil praktisch - es passiert ja tatsächlich) ist vom Weltall aus somit alles sichtbar, was auf Erden passiert. Was passiert, und was jemals passiert war. Es zu sehen ist also nur eine Frage der Entfernung (und der Fähigkeit, es zu sehen) - irgendwo im Weltall aber reisen weiterhin jene reflektierten Sonnenstrahlen, die ein Bild ergeben, das Bild von allem, was jemals auf der Erde passiert ist, und zu sehen war. Denn Sonnenstrahlen, das Licht, wird im Vakuum nicht langsamer. Alles was jemals war, ist von irgendwo bzw. auf einem Irgendwo (reflektiert) auf ewig weiterhin zu sehen. Sein Buch soll diese Gleichzeitigkeit repräsentieren, das synchrone Wissen vom Ganzen, zu allen (bisherigen) Zeiten.

Eine schönere Vorstellung der göttlichen Fähigkeit, alles gleichzeitig zu sehen, habe ich noch kaum gefunden.



*041111*

Montag, 24. Januar 2011

Links oder rechts?

Hervorragend gespielt, hier blieben wirklich nur innere Prozesse zu spielen, Gedankenvorgänge, die sich exzellent in Mimik und Gestik zeigen, das wenige Rundum ist perfekt eingebaut. Sogar der Himmel hat ein Nachsehen für kurze Perioden, wo alles am Kopf steht.


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