Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Sonntag, 3. März 2024
Die wahre Strafe Gottes
Freitag, 20. Oktober 2023
Filmempfehlung
Dienstag, 13. Juni 2023
Bewegend
Mittwoch, 30. November 2022
Welt als Kult - aber wem dargebracht?
In dieser Verfaßtheit, in der sich die Menschheit seit der Ursünde findet, vererbt von den ersten Eltern an und somit auf die gesamte Mensfchheit übergegangen, als Bruch im Erkennen, das vom Schauen auf das stückweise, zerlegungsweise aglutinierte Denken führte, können wir froh sein, daß unsere Entscheidungsfähigkeit von der Brüchigkeit dieses Denkens abängig ist, und somit gleichermaßen nur halb und halbherzig geschieht.
Wären wir in diesem Belang noch wie die Engel, so würden wir schon in jungen Jahren unser Verderben besiegeln, weil unsere Entschließen in einer Ganzheit geschähe, das uns auch im Irrtum für immer fixieren könnte.
Wir können das nicht, nicht mehr, udn wir können fro sein, auch wenn es uns das Leben mühsam macht. In dem wir all das an uns Vorüberziehende, Getane, Ausgelöste ebenfalls nur in Bruchstücken erfahren, um immer wieder aus dem Fluß des Zeitlosen herauszutreten, und es in unserer kleinen, hinteren Kammer zu zerlegen und zu analysieren, um das Abstrakte als das Ewige, Bleibende herauszufiltern. Denn dort liegt dan uc die Wahrheit, im ewig Gültigen, im nicht Veränderten und Veränderbaren, das als Grundgrammatik der gesmten Schöpfung zugrunde liegt.
Dienstag, 1. November 2022
Wenn der Zustand der Blindheit immer schlimmer wird (2)
Montag, 31. Oktober 2022
Wenn der Zustand der Blindheit immer schlimmer wird (1)
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| Harari in Davos |
Montag, 24. Oktober 2022
Das chthonische Geschehen (2)
Sonntag, 23. Oktober 2022
Das chthonische Geschehen (1)
Donnerstag, 6. Oktober 2022
Engel als verbindendes Glied (2)
Mittwoch, 5. Oktober 2022
Engel als verbindendes Glied (1)
Engel sind also jeweils die "Aktivierungs-Komponente" im "Modell" der Schöpfung. Sie sind es so sehr, daß man durchaus sagen kann, daß HINTER ALLEM Engel steht. Engel - oder deren Widerpart, die Dämonen. Gott also - oder dessen Widersache, der Teufel.
Es liegt also in der Hand des Menschen (über den dann die gesamte übrige Schöpfung am von ihm festgelegten Schicksl teilnimmt), welche Welt er anruft, die der Engel oder die der Dämonen. Weil es in seiner Hand liegt, wem er letztendlich anhangt: Gott, oder dem Satan. Dem ewigen Gut, oder dem ewigen Übel. Dem Himmel - oder der Hölle.
Und wir tun auch sehr gut daran, in unsere Urteile über irdisches Geschehen diese Kräfte, die der Realisierung des Welthaften dienen sollen und wollen, weil alles nach seiner Art will, diese Wesen mit zu berücksichtigen. Nicht manisch, aber als reale Wirkkräfte, denen wir Zugang zur Welt verschaffen oder solchen verhindern können.
Dienstag, 25. Januar 2022
Welche Stunde es geschlagen hat
Aber plötzlich brechen die weg. Plötzlich blicken sie sich wieder einmal um, und mit einem mal steht der andere auf jener Seite, die der ihren exakt gegenüber liegt, ja, die daran arbeitet, sie auszuhebeln und ins Nichts des Unvereinbaren, ganz sicher Inakzeptablen zu stürzen. Wie wir es jetzt in der Impfpflicht erleben. Wie wir es jetzt im "großen Reset" erleben, wie manche es bezeichnen, und wie die UNO es in ihrer Agenda 21 UND in ihrer Folge-Agenda 30 bezeichnet, zu denen uns unsere Politiker verpflichten und verpflichtet haben. (Man fühlt sich mit einem mal auch so ausgeliefert, verkauft, verraten.)
Plötzlich (und ich kenne so einen Fall, deshalb greife ich das Thema ja auf, denn es scheint durchaus tauglich das zu beschreiben, was in den letzten beiden Jahren mit praktisch sämtlichen Grünen und Linken passiert ist) ergibt sich sogar ein ganz erstaunlicher Moment. Wo dieser eine und jene jenen, die noch vor drei Jahren vor dem "großen Reste" warnten, die panisch von Surveillance und Kontrolle warnten, und sogar noch strenger als Sie selbst, ja fast hysterisch sogar, hinter jeder Ecke eine "1984" zu warten schien, in seiner Übertriebenheit gar nicht übertrieben war. Sondern seine Paranoia realitätsgerechte Reaktion war.
Donnerstag, 4. Februar 2021
Irgendwann ist einfach Schluß (2)
Wir bringen hier nun noch einmal den zweiten Teil. Für die, denen der Lesestoff gestern doch zu umfangreich war, die aber - und das tun so manche Leser, wie der VdZ weiß, ihnen sei einmal mehr für ihre Treue und ihren Durchbeißwillen gedankt - im Gleichschritt mitgehen wollen.
Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!
Nehmen wir es deshalb etwas lockerer. Machen wir uns bewußt, daß wir nicht auf Erden sind, weil wir hier eine sooo wichtige Aufgabe haben, daß wir am besten ewig leben sollten. Und jeder Tod ein Fehler im System ist, ein Leck im Apparat, der zu vermeiden wäre, WENN wir denn dies und wenn wir denn dort und wenn wir denn das.
Wir werden sterben. Ob mit oder ohne Corona. Deshalb reicht es, wenn wir ein bissel aufpassen, wie wir es ja immer gemacht haben, wenn jemand krank war, und mehr noch wenn dessen Krankheit zum Tode ansteckend war. Angeblich oder wirklich. Und wenn nicht ... kein Malheur. Allen Ernstes. Es ist kein Malheur, den Löffel abzugeben. Es ist normal, und es ist das Schicksal JEDES Menschen. Auch unser unentrinnbares Schicksal damit. Also sollten wir doch ein bissel darüber lachen, sarkastisch, ironisch, denn klar, freuen kann man sich nicht darüber, aber wie sagte doch ein Weiser einmal? Tausend Rosen. Und frisch ans Werk, kräftig in die Hände gespuckt, und wenn es denn sein soll, dann eben ... kräftig gestorben. Denn wir wissen, daß es nicht um dieses begrenzte irdische Leben geht, dieses vallis lacrimosa, dieses Tal der Tränen, sondern darum, daß wir nach dem Tod, wenn wir denn zu Lebgezeiten, wo wir noch den Leib haben, also ganze Menschen sind, bei Christus sein wollten, durch Jesus Christus zu einem neuen Leben auferweckt werden. Und dann, dann geht es so richtig los, dann wackelt die Bude sozusagen. Dann haben wir jene Freude, die wir verloren haben, wieder. Ist das nicht ein Grund, sich zu freuen?
Oder wäre das nicht ein Grund, sich vom Tod weg Christus zuzuwenden? Das ist es doch! Das ist es, warum wir Corona nicht so richtig wollen, daß wir uns lieber zu Tode fürchten, als daran zu sterben. Und das ist ein Grund, warum wir von der Politik etwas verlangen, das sie nicht leisten kann.
Weshalb wir diesen Herrschaften "da oben" sagen sollten: Schon gut. Während wir sie vom Podium führen, unseren Arm um ihre Schultern legen und aus dem Saal begleiten, während sie noch immer reden und reden und reden, was der Tag lang ist, und nach links und rechts wie Irre bellen "Wir schaffen das!", und "Ich kann Euch retten" oder "Ich kann uns bewahren!" "Jaja, schon gut," sagen wir dann, und "Ist eh gut, ja, eh, wir glauben Dir das ja auch" ... während wir mit ihnen rausgehen.
Nichts können sie. Deshalb sollten wir dann, wenn wir sie draußen der Schwester übergeben haben, sie ihnen weiter gut zuredet und sie nach draußen zum Krankenauto geleitet, in den Saal zurück und aufs Podium gehen. Dann mal aufs Mikro klopfen, drauf pusten, ja, es ist eingeschaltet, und dann sollten wir folgende Rede halten. Wir sollten sagen: "Werte Herrschaften, ich möchte was sagen. Ich möchte Euch sagen, daß hinten ein Buffet ist, das wir später konsumieren können, daß im Saal B ein Bingo läuft, wer also möchte ... und daß wir sonst hier abstimmen, wie es mit der Treppe im Foyer weitergehen soll, mit dem Schuppen der Feuerwehr, und wer nun diese Straße saniert, die zum Gemeindezentrum führt, denn das ist ja wirklich kein Zustand ..." Und langsam fassen sich alle wieder, und allmählich fokussieren sie sich wieder auf das, was sie hier tun sollen und müssen - arbeiten, feiern, trauern, Musik hören oder Punzen schlagen, einfach LEBEN. Es gibt eine Menge zu tun.
Und, so nebenbei, schon vergessen? Leutel, es ist noch zwei Wochen - aber NUR noch zwei Wochen - Fasching!
Mittwoch, 3. Februar 2021
Irgendwann ist einfach Schluß (1)
Krankheit, und zwar jede Krankheit, zielt auf Tod ab, das sollten wir nicht vergessen, auch wenn wir es meist schon vergessen haben. Das hat uns die Medizin eingeredet, das hat uns ein Apparat eingeredet, der glatt so tut, als wäre die Krankheit letztlich vermeidbar und der Tod ein Betriebsunfall.
Leben ist ein actu, also ein Tätiges. Wir sagen ja "wir leben", und zwar in allen Sprachen der Welt, wir sagen nicht "wir werden gelebt." Aber darin verfehlen wir uns. Zwangsläufig, und zwar durch die Erbsünde. Wir haben durch sie so viele Neigungen zu Fehlern, daß wir in keinem Fall den Fehlern davonlaufen können. Sie sind immer schneller als wir, sie sind immer zahlreicher, als wir übersehen können. Denn sie sind eine Gesamtneigung, während wir immer nur Einzeldinge bekämpfen können. Und in der Erbsünde ist unser Insgesamt, unsere Gesamtrichtung abweichend und in Richtung Tod eingestellt geworden. Die Erbsünde Adams und Evas war eine Grundsatzentscheidung, in der die Ausrichtung unseres Daseins auf Tod zuging.
Unsere Stammeltern, diese ersten Menschen, von denen alle weiteren abstammen, haben sich in ihrem Entschluß, Gott nicht zu gehorchen, dazu entschlossen, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie haben sich dazu entschlossen, selbst jene Herren zu sein, denen sie alles verdanken. Das war ein Fehler. Ein sachlicher Fehler, zu dem sie der Teufel überredet hatte. Es war ein schwerer Fehler, ein Irrtum, und sie sind augenblicklich darauf gekommen. Als Gott sie rief, waren sie sich dessen unbewußt bewußt, sie verbargen sich vor der Wahrheit, dem Sein selbst, von dem alles Sein abstammt. Sie schämten sich.
Weil wir innerweltlich, irdisch, leiblich von Menschen abstammen, also zweitursächlich (nach Gott, dem alles sein Sein verdankt) haben wir das von diesen Eltern auch übertragen bekommen. Neben unserem Sein, das seinen Sinn darin hat, in größter geschenkhafter Freude zu leben weil an Gottes Freude, die er am Spiel der Schöpfung hat, teilzuhaben. Und in dieser Freude, zu der wir berufen weil in die Welt gerufen sind, haben wir aber gewahr zu sein, daß wir diese wirkliche Freude erst NACH diesem Leben erfahren werden. Warum? Weil durch Adam und Eva der Tod in die Welt gekommen ist.
Aber Gott selbst hat uns durch seinen eigenen Sohn Jesus Christus davon erlöst, und uns - nach dem Tod - wieder in ein neues Leben hinein auferstehen lassen. DANN werden wir diese Freude erfahren, und sie ist wirklich gewaltig, der Leser möge es glauben, dem VdZ war als Gnade beschieden, davon ein bißchen kosten zu dürfen. Sie war so groß, daß er seither niemals etwas anderes hätte wollen wollen, als diese Freude wieder zu erfahren, in der sein ganzer Körper verwandelt, völlig verändert war. Wenn wir in der Taufe Mitglieder der Kirche geworden sind, werden wir daran teilnehmen können. Anders nicht. Zumindest wäre es vermessen das zu erhoffen, weil sonst ja das Leiden und Sterben Gottes selbst unnötig gewesen wäre, der Leser möge sich das einmal vorstellen!
Was er sich aber vielleicht nicht mehr so vorstellen kann ist, daß wir sterben müssen. Alle. Und daß wir immer eine Krankheit haben werden, an der wir sterben. Und sei es, daß wir "an Altersschwäche" sterben, also einfach so müde werden, sterbensmüde, buchstäblich, daß wir "hinübergehen", also unsere Seele den Leib losläßt, der daraufhin zu Staub wird. Während die Seele auf den Jüngsten Tag wartet, wo sie, ihrer Form, ihrer Forma nach, wieder zu einem ganzen Menschen geschaffen wird. In der Auferstehung am Jüngsten Tag, wie so viele Propheten verkündet haben. Und woran wir glauben dürfen, weil Gott selbst es uns erzählt hat. Und der muß es ja wissen.
Wir können es uns deshalb nicht so gut vorstellen, weil der Tod - ganz anders als etwa im Barock oder im Mittelalter - durch die Technik, vor allem aber durch die Art wie wir leben so weitgehend und scheinbar aus dem Blick geraten ist, verdrängt wurde, daß wir über lange Strecken unseres Leben, als Grundhaltung sogar, den Tod vergessen haben. In Corona (und das ist das Neue an dieser "Pandemie") hat der Tod sich aber wieder ins Sichtbare gemeldet. Nicht daß er nun plötzlich da ist! So tun wir aber! Sondern er war ohnehin immer da, nun sehen wir ihn aber wieder mehr. Und das ist uns peinlich. Es erinnert an unsere Grundschuld, und es erinnert daran, daß wir immer etwas und genug falsch machen, sodaß wir sterben werden. Mit dreißig, mit fünfzig, mit achtzig oder neunzig Jahren, irgendwann. Irgendwann ist einfach Schluß. Auch für uns. Auch für unsere Kinder, die so prächtig und vor Kraft strotzend leben. Auch für uns, die wir mit dem Alter ein Wehwehchen nach dem anderen, eine Schwäche nach der anderen, schließlich ein Konzert von Schwächen erleben müssen, das uns irgendwann das Leben kosten wird.
Keine Diät, keine noch so "gesunde Lebensweise" wird das verhindern können. Irgendwann ist Schluß. Auch für uns. Uns alle. Und daran erinnert uns Corona wieder. Aber wir sind das nicht gewöhnt. Wir wollen das nicht. Also glauben die Politiker allen Ernstes, sie tun uns einen Gefallen, wenn sie so tun, als wäre das etwas Unnötiges, Überflüssiges, von dem SIE uns bewahren können. Deshalb sehen sie sich ermächtigt, uns dermaßen zu karniefeln, daß uns jede Lebensfreude erstirbt. Nicht nur das, daß wir in so Dingen wie Lockdowns zwar irgendwie vegetieren dürfen, aber NICHT leben. Denn das ist tödlich.
Aber, werter Leser, sei er sich so wie der VdZ bewußt: Wir werden sterben. Auch unser Leben wird enden. IN jedem Fall. Ob morgen. Ob in fünf Jahren. Ob in zwanzig oder fünfzig Jahren. Irgendwann ist Schluß. Legen wir deshalb unsere Zitronenmine wieder ab, legen wir deshalb dieses Betroffenheitsgetue ab, das uns besonders von dieser Regierung angeboten wird, die so tut, als sei sie dann "verantwortungsbewußt", wenn ihr Gesicht auf "tragisch" gepolt wirkt. Ach was sind das doch für Heuchler. Oder, noch schlimmer, wie dumm sind die doch, weil sie das vielleicht wirklich gar nicht wissen. Sondern auch noch glauben, daß ihre Aufgabe es sei, den Tod aus dem Leben zu werfen.
(Wir bringen nun auch die zweite Hälfte des Artikels, für die, denen es nun "reicht", und die sich das Lesevergnügen auf morgen aufheben wollen.)
Morgen Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!
Sonntag, 15. Mai 2016
Gesellschaft der Usurpatoren
Darin wurzelt der Wohlstands- und Konsumwahn der Gegenwart - Fruchtgenießung ist nämlich das Merkmal der Blüte, und das Sein von etwas "anderem" ist erst an ihrer Wirkung erkennbar. Also können künstliche Früchte auch ein Sein dahinter vortäuschen. Eine solche Welt MUSZ zum Totalitarismus werden, und deshalb sind die heute so zahlreichen Weltrettungsphantasien immer Phantasien der totalen Weltbeherrschung, die bis in den letzten Winkel reichen muß.
Mittwoch, 10. Februar 2016
Eine wahre Fastenpredigt
Baut sich selbst ausgedachte Bilder und Ziele und Religionen, an denen er sich nun - in Abwendung vom Licht - ausrichtet, schafft sich irdische Götzen, baut sich Ersatzwege der Vergebung, um der unerträglichen Scham zu entfliehen, die mit dem Erblicken des ganz Reinen, dem Sein selbst aufsteht. Verdunkelt sein Denken, baut Fehlschlüsse ein, vermischt die Ebenen, um das Sein im Faktischen und unentwegt Begegnenden (das Sein umgibt den Menschen wie den Fisch das Wasser) nicht durchglänzen zu sehen. Schafft Theorien, in denen er sich und nichts jemandem verdankt, schafft sich Begründungen, warum dem Sein doch nicht zu folgen ist, um so jede auffordernde Verbindung und damit Gewissenslast zu ersticken. Baut sich psychologistisch-mechanistische Theorien, um der Gestalt des Begegnenden seine Gestalt zu nehmen und sie in seinen Horizont der Abwendung zu ziehen, indem er sie in Funktionalismen "nach seinem Bilde" (Verstehen) auflöst.
Die Zweitwirklichkeit (Pseudologie) der Gegenwart ist nicht eine zufällige oder schicksalshaft auf uns herabgekommene Last der Kultur. Sie ist Ausfluß eines zur kulturellen Gesamtbewegung gewordenen Kollektivbedürfnisses der Absicherung eines selbst (des "Ich") in rationale Scheinwelten, und sei es durch Selbstauflösung - und ist damit direkte Folge einer durchs Kollektiv (und Denken ist immer Bezug auf ein Kollektiv, auf ein Außen, denn es ist immer Bezug auf die außen, auf die einem immer voraus gewußte Wahrheit) legitimieren sollenden Abwendung von Gott. Wozu im übrigen auch, ja vor allem die Fälschung (auch durch "erfundene Vergangenheiten"), Verdrängung, Vernebelung und Entwertung der Erinnerung gehört. Wozu aber sogar das Herausreißen von Vergangenheiten aus ihrem historischen Zusammenhang, eine somit a-historische und so gut wie immer damit falsche Aktualisierung gehört. Denn die Erinnerung - ein je neu schöpferischer und damit sittlicher Akt! - ist er eigentliche Ort der Wahrheit, also der Erfahrung des Seins, ja sie ist das Fleisch, in dem das Ich steckt.
Um aber keine Täuschung aufkommen zu lassen: Die Haltung, die hinter dem Beschriebenen steht, ist keineswegs einseitig oder gar leicht festmachbar, identifizierbar mit dem verbal-expliziten "ich bin gut". Es gibt auch eine Kollektivbewegung, die die hochherzige Bewegung, sich dem Sein zu stellen, generell ablehnt und für niedrig erklärt. Es gibt eine Individualbewegung, die auch das Eigenurteil - "ich bin schlecht" - zur Bewegung des Hochmuts macht, dem Sein nur auf andere Weise ausweicht. Es geht generell um die Selbstqualifizierung im Urteil - ob gut, ob schlecht. Reue ist kein Selbsturteil, sondern realistische (und Realismus gibt es nur vor dem Sein), erfahrene posthoc-Erkenntnis.
Sonntag, 2. Februar 2014
Apokalypsen der Geschichte
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Barmherzigkeit, nicht Rache
Und sie widerruft zum Befremden aller tatsächlich ihre Aussage: der Busfahrer HAT Schuld, also soll er auch darunter leiden. (Ihre Mitschuld, durch Ablenkung, meint sie mit dem Eingeständnis bereits bewältigt zu haben, aber das nur nebenbei.)
Doch muß sie in ihrer letztlich kalten Ernsthaftigkeit feststellen, daß die Welt viel komplexer ist. Und keineswegs einfach Maßstäbe solcher von ihr gefühlter moralischer Gerechtigkeit anzulegen erlaubt. Und während sie umso vehementer das Leben auf Prinzipien reduziert, trampelt sie durch alle persönlichen Beziehungen (auch die zu ihrem in einer neuen Beziehung lebenden leiblichen Vater) und belastet sie, bis zur Zerstörung.
Nirgendwo mehr findet sich persönliche Betroffenheit, Menschen treten nur noch als abstrahierte Abwickler von Ablauflogizismen auf. Die Bezahlung von Schadensersatzgeld an die reine Telephonstimme bleibende Cousine, der "Erfolg", ist gleichfalls nicht ethische Reaktion des Unternehmens, sondern schlicht Kalkül, weil angedrohte (und nachweislich mögliche) negative Publicity angesichts ausstehender Arbeitskämpfe vermieden werden soll, dem Unternehmen somit durch Meinungsdruck in den Verhandlungen noch höhere Kosten drohen.
Die von dem Mädchen intendierte Bestrafung des Busfahrers, der nicht nur keine Reue zeigt, sondern die Tote als bestenfalls unangenehme Folge eines im Rahmen seines Jobs (den er ausübt, um Geld zu verdienen, seine Frau und sein Kind zu erhalten) zu kalkulierenden, üblichen Risikos sieht, bleibt nämlich aus. Und deshalb reicht ihr dieser Sieg nicht.
Bestrafung kann - wie bei Margarete in Richard III. - nur darin bestehen, das Leiden des "Schuldigen" zu wissen. Und wie Margaret unternimmt sie alles, um auch das Unrecht "zu fühlen", indem sie den Busfahrer aufsucht, und als Motiv uns ständig vor Augen führt, wie wenig der Schuldige unter seiner Schuld leidet. Denn DAS will und verlangt sie: sein Leid. Und das will und verlangt sie von ihrer Umwelt: sie soll gleichfalls am abstrakten Unrecht leiden, beitragen den Jüngsten Tag zu bereiten, in endgültiger Abrechnung und Gerechtigkeit.
Aber selbst das ganze Unterfangen - Rache für den Tod der fremden Frau - zeigt dieselbe Beziehungslosigkeit: denn das Mädchen hat zur Toten gleichfalls keine Beziehung, sieht man von der indirekten "Schuld" durch Ablenkung des Busfahrers ab, dem sie immerhin schöne Augen gemacht hat. Das einzige, was sie also mit dem Unfallopfer verbindet ist ... die abstrakte Forderung nach Gerechtigkeit, wie sie sie sich vorstellt.
Tragisch dabei der - leicht zu übersehende - Aspekt, daß die Tote selbst keine nahen Angehörigen mehr hat, und es im Grunde auch niemanden gibt, der durch ihren Tod rein technisch gesehen "geschädigt" wurde. Ihre einzige Verwandte, eine Cousine, interessiert sich erst für den Fall, als sie von der Möglichkeit hört, 350.000 Dollar an Schadenersatz zugesprochen zu erhalten. Und hält es nicht einmal der Mühe wert, vor Ort zu erscheinen.
Nur als scheinbare Nebenhandlung (mit einem wie immer wunderbaren Jean Reno) wird die Beziehung ihrer Mutter (einer Schauspielerin und Autorin) zu einem griechischen Witwer abgehandelt. Und diese Beziehung zerbricht im Grunde am gleichen, das auch die Tochter scheitern läßt: an höheren Prinzipien, die sich in der realen Welt nicht wiederfinden, der Ambivalenz des Lebens nicht gerecht werden. Denn auf einfach freie Art spricht der feinsinnige, gebildete Mann bei einem Abendessen von "typisch jüdischen" Merkmalen, wird damit aber empört von ihr als "rassistisch" zurückgewiesen, ja sie bricht die Beziehung zu ihm ab. Was ihn so betrifft, daß ihm sein Herz bricht. Er, der wirklich liebte, der selbst die beträchtlichen charakterlichen Unterschiede zwischen beiden umfangen konnte, stirbt an einem Infarkt.
Und das zeigt dieser Film ganz bemerkenswert - weil er es in einer einfachen Geschichte, die keine scharfen Plots und Aktionen braucht, zeigt.
