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Sonntag, 11. September 2016

Leib und Seele

Immer wieder inspirierend - das Gespräch mit Matthias Beck über Zusammenhänge von Leib und Seele. "Sünde ist nicht nur, nicht man selbst sein zu wollen, sondern auch, ohne Gott man selbst werden zu wollen."






*130716*

Sonntag, 15. September 2013

Dialogische Struktur der Welt

Hinter den ethischen Fragen der Gegenwart (in der Medizin) steckt eine anthropologische Problematik. Aus sich heraus kann die Medizin sie nicht beantworten. So wie die gesamte Wissenschaft, die ohne Transzendenz in sich kreist und jede Orientierung verliert.

Die Struktur der Welt ist "logos", Vernunft. Alles befindet sich in einer ausgewogenen Ordnung, anders wäre jede Wissenschaft ohnehin sinnlos. Und hinter allem Werden und Entstehen steht ein dialogisches Geschehen - so, wie Gott selbst in der Dreifaltigkeit ein dialogisches Geschehen ist.

Zwar wird man Beck zustimmen können, wenn er meint, daß die Welt sich aus sich selbst entwickelt NACHDEM sie geschaffen wurde, doch ist ist die Diskussion um Evolution damit ungenügend gestreift, weil der herkömmliche Evolutionsbegriff die Schöpfung ausschließt, ja genau die Schöpfungslosigkeit belegen soll.  Beck's Aussage, daß Evolution und Schöpfung sich nicht widersprechen, ist also vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Naturwissenschaft etwas voreilig.

Damit schließt der Evolutionsbegriff ja genau jenes dialogische Geschehen aus, aus dem heraus biologisches Geschehen verständlich wäre, und Beck es sehr gut nachvollziehbar darstellt. Alles was konkret ist ist aber ein Zusammengewachsenes - aus Form und Materie. Damit wird aus Chaos - Kosmos. Die Welt an sich, alleinegelassen, neigt zum Chaos, zur Entrophie, im diabolischen (zerstreuenden) Sinn. Der der Geist, das Symbol (Sakrament, lt. Beck; s. Fußnote*) als Zusammenführendes existentiell notwendig entgegenwirkt.

Ein sehenswertes Video, das sehr viele Fragen sehr gut verstehbar anspricht, und viele Tatsachen anführt, die in den täglichen Diskussionen völlig unter den Tisch fallen. Wie die Tatsache, daß Stammzellentherapien (aus Embryonen) nicht nur aus der Frage des Embryos (als Mensch) heraus ethisch verwerflich sind, sondern daß sie im Behandelten selbst gar nicht bewirken, wessentwegen sie eingesetzt wurden, sondern (als Beispiel) in hohem Maß Krebs auslösen. Weil Zellen eben keine mechanischen Bausteine sind, sondern immer in ein Insgesamt des jeweiligen Organismus eingebettet und darauf abgestimmt sind, aus dem Gesamten ihren unersetzbaren und sie formenden Platz haben.

Gesundheit ist kein fertiger Zustand, der erhalten werden könnte, sondern ein "Zwischenbegriff", um den sich jeder Mensch ständig mühen muß. Krankheit ist ein Stadium im prinzipiell graduellen Kampf um dieses Bleiben im Bestand. Es ist eine empirisch belegte Tatsache, daß geistiges Geschehen, geistige Zustände direkte Auswirkungen auf das Gesamtverhalten des menschlichen neuronalen Netzes und auf das Immunsystem hat.

Die Welt ist vorstrukturiert - Schöpfer und Geschöpf. Der Mensch steht nun dazwischen, begabt mit Freiheit und Verantwortung für sich. Moralische Konflikte, Wahrheit oder Lüge (die Spannung bewirkt), verändern Gehirnstrukturen, das ist meßbar. Wenn jemand nunmehr über längerem Zeitraum in solchem Zwiespalt lebt, kann es passieren, daß auch Zellen "entarten" (bei aller Vorsicht, mit der man solche Aussagen behandlen muß).

Sünde ist, vor Gott nicht man selbst sein zu wollen, oder ohne Gott man selbst sein zu wollen, zitiert Beck Kierkegard. Der Mensch aber neigt von sich aus zum Nein, zur Absage an diesen Auftrag.








*Die Wirkweise der Sakramente auf die Symbolebene zu beziehen ist für einen katholischen Theologen höchst seltsam. Sakramente sind KEINE Symbole! Sie sind reale Wirkungen aus dem, was sie bezeichnen. Zeichen und Symbol sind nicht dasselbe.

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Freitag, 13. September 2013

Anima forma corporis (4)

Die Medizin kann nicht von einer Definition von Gesundheit ausgehen. Genau das treibt die Medizin in den Exzeß reiner Materiemedizin. Die Medizin müßte sich vielmehr der Anthropologie (neu) öffnen. Das gesamte Gesundheitswesen wird derzeit aber nicht vom Patienten her gedacht, wird zu einer Abwehrmedizin. Gestützt durch die Judikatur, die genau an diesem Begriff ansetzt.







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Donnerstag, 12. September 2013

Anima forma corporis (3)

Der Spiritualitätsboom in der Medizin muß relativiert werden. Denn Spiritualität ist nicht das, was zur medizinischen Behandlung dazukommt, um diese zu verbessern! Es ist umgekehrt. Medizin muß aus spirituellen Gründen motiviert sein. Es muß deshalb von der statistischen Signifikanz zur persönlichen Fragestellung gegangen werden. Die Meinung des Patienten muß am Anfang stehen.







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Mittwoch, 11. September 2013

Anima forma corporis (2)

Was ist die Seele? Das, was im Innersten zusammenhält. DDr. M. Beck zum Thema "Gesundheit - Krankheit". Aber das Ganzsein des Menschen ragt aus dem Geistsein in die Welt.

Was wir im Vater-unser beten - Dein Wille geschehe - wäre eine Freiheitsbeschränkung, wie wir sie in der Welt erfahren. Bei Gott aber ist es umgekehrt, weil alles nur aus Gott ist, und deshalb nur aus ihm zu seiner Erfüllung gelangt. Dieser Wille ist in der Beziehung mit Gott erfahrbar, nicht (primär) aus Geboten. Diese menschlichen Aufgaben hören nie auf, auch nicht in der Pension.

Die WHO-Definition hat die Schwäche, daß es ein umfassendes Wohlsein des Menschen nicht gibt. Wirkliche Ganzheit des Menschen kann es nicht innerweltlich geben, sondern nur transzendental.

Im Widerspruch zu Beck aber gälte es noch zu sagen, daß die Geistigkeit des Menschen, sein Zustand, aus dieser Geschuldetheit (die Beck ja anführt) sehr wohl etwas mit Schuld zu tun hat. Ja man kann die Frage stellen, ob nicht überhaupt der Versuch, den Menschen nur aus der Welt heraus (mechanistisch) zu erklären, lediglich aus dem Versuch stammt, genau dieser Schuldfrage auszuweichen. Becks Optimismus hinsichtlich der Psychiatrie kann der Verfasser dieser Zeilen also keineswegs teilen.







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Dienstag, 10. September 2013

Anima forma corporis (1)

"Der Mensch ist von innen nach außen gebaut." Univ. Prof. DDr. Matthias Beck - "Gesundheit als Sinnersatz? Kritische Anmerkungen zur WHO-Definition von Gesundheit" - Aristotelisch-thomitische Sicht des Menschen kommt heute mit der modernen Biologie zur Deckung. Krankheit, Gesundheit ist ein Geschehen der Wechselwirkung.








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