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Samstag, 23. Mai 2020

Leben als Prozeß eines Weges nach Hause (3)

Teil 3) 
Unsere Wurzeln liegen nicht in "Deutschland". 
Sie liegen in unserer Verwobenheit in unser jeweiliges Volk



Auch das sollten wir also endlich von anderer Warte zu sehen versuchen. Als Antwort auf die Frage, was es sein könnte, das in diesen und jetzigen Generationen die Ablehnung des Eigenen so massiv gemacht hat. Die meisten Erklärungsversuche, bis hin zur "Gehirnwäsche" nach 1945, reichen viel zu kurz, und sind unzulänglich, um das Phänomen wirklich zu verstehen. Ja, sie sind meist nichts anderes als ein sturköpfiges Festhalten an einem Irrtum. Als der falsche Versuch zu prolongieren, was versagt hat, fundamentales Versagen somit zu rechtfertigen, weil auf andere, aber irrtümlich als solche identifizierte Ursachen zurückzuführen.

Vielleicht kommt also dieser so lange Irrweg unserer Gesellschaften, exemplarisch in dieser Frau sichtbar, eben genau daraus. Aus dem Verleugnen und Ignorieren einer Wurzelkultur, die bei Menschen dieser Generation zumindest noch im Fleisch, sonst nur noch in den Ruinen und Museumslandschaften, die unsere Orte bestenfalls geworden sind, in Erinnerungen und Erzählungen somit noch vorhanden ist.

In jenen Generationen, die bald gehen weil sterben werden. Die aber noch ein Hessisch- oder Fränkisch- oder Rheinländisch- öder Kölnisch- oder Düsseldorfer-sein erfahren haben, das heute schon so verblaßt ist, daß man meinen könnte, es gäbe das gar nicht mehr.

Als wäre alles Wurzelhafte bereits der globalen Amerikanismus-Konsum-Unkultur zum Opfer gefallen, die nach 1945 so endgültig alles überlagert hat. Die damit aber ein Zerstörungswerk vollendet hat, das 1870/71 mit dem Ausrufen eines neuen "Deutsch-seins" begonnen hat. Das in Wahrheit die Verdinglichung eines bloßen Begriffs, keiner ontologischen Wirklichkeit war, die für sich selbst Realität werden könnte. (Wir sind umso mehr deutsch, aber auch erst dann deutsch, wenn wir Kölner, Wiener, Münchner oder Dingelfurther sind. Ja, erst dann sind wir sogar ... Menschen.)

Dieser neue Deutschland-Begriff (übrigens: Das hier Gesagte gilt, bitte, sinngemäß genauso für das, was wir heute Österreich nennen!) hat die realen Verwurzelungen bereits im 19. Jahrhundert aufzulösen begonnen. Hellsichtige Personen wie König Ludwig II. von Bayern, nicht zuletzt, haben das sofort erkannt, und sich deshalb so gut sie es vermochten (und das war nicht viel) dagegen gewehrt.

Ohne Erfolg. Der Wunsch nach liberalistischem Leben und kapitalistisch-gierigen Wohlstand war zu verführerisch, zu phantastisch und vielversprechend, zu mächtig. Es mußte ein Deutschland werden, um diese Gier so vieler in einer Zeit des sich überschlagenden Liberalismus (et) Kapitalismus, zu befriedigen.

Identität "Deutsch" - Bildquelle
So wurde eine künstliche, daherphantasierte, irrationale (als rationalistische) Identität als Wunsch und Ziel in die Welt gesetzt, die sich, wie die Geschichte zeigte, nicht und nicht erfüllt hat. (Man könnte auch sagen: Das war der Endsieg des Lutherismus über den Katholizismus.)

Sodaß die Bereitschaft der jungen Generationen der Gegenwart, sich widerstandslos und sogar bereitwillig Massen an Menschen anderer, fremder Kulturkreise ins Land zu wünschen, auf diese Enttäuschung und Leere, die das Unerfüllbare, diese Karotte vor der Nase, hinterlassen hat, zurückzuführen ist. Daß sich dieses Deutsch-sein als "Kultur", das heißt als reale, gestalthafte Identität der Lebensführung, gar nicht erfüllen läßt. Daß es sogar ein und dasselbe wie der amerikanistische, liberalistische Konsumkult ist.

Die letzten Sequenzen des Films zeigen deshalb etwas, das bedeutend ist. Die Frau ist ruhig geworden. Mit einem deutschen Partner (was im Film aber nicht ausgesprochen wird), der in diesem Alter mehr Freund ist als jener "Partner", wie er heute meist verstanden wird, sitzt sie bei einer Art Volksfest, mit bodenständiger Musik im Hintergrund (die man noch als "hiesig" erkennen kann, warum kann man gar nicht wirklich sagen), und spricht über ihre Vergangenheit aus einer inneren Distanz, als wäre sie endlich endlich zur Ruhe gekommen, die sie so lange gesucht hat.

Und dieser Friede lag vor ihrer Haustür. Sie ist aber jetzt erst, in so hohem Alter, nach langer Suche, draufgekommen. Jetzt erst ist sie heimgekommen. Aber sie ist heimgekommen. Nicht nur sie. Auch nämlich ihr afrikanischer Partner. Was hieß ... sie trennten sich.

O ja, wir können viel aus dem Film lernen. Denn wir sollten nüchtern werden, und endlich aufhören, uns dumme Illusionen zu machen, wie und ob eine "Integration" fremder Kulturen möglich wäre. Das ist nicht der Fall! Worein sollte es integriert werden? In etwas, das es gar nicht gibt?
Die Welt ist stattdessen voll von Wurzellosen, die auf der Suche nach einer Heimat sind, die sie vor Jahrhunderten und Jahrtausenden verlasen haben. 
Wir sollten aber auch keine Illusionen haben, was und wie noch "zu retten" wäre. Dafür - und auch das vermittelt der Film! - dürfen wir vertrauen weil hoffen, daß da tief in uns allen etwas liegt, das wie Dornröschen darauf wartet, wieder wachgeküßt zu werden. Wir sollten aber aufhören zu glauben, der Prinz wäre ein wie auch immer geartetes "Deutschland", das selbst bereits eine finalisierte Entwurzelung war, die uns unserer Identität beraubt hat. Nein. Der Prinz kommt aus dem Unbekannten, wir kennen ihn noch nicht. Aber er kann das Dickicht, das uns umgibt, durchbrechen und uns wachküssen, wenn wir dazu bereit sind, es zuzulassen. Zuzulassen, daß es so ganz anders aussieht, als wir meinten.

Das wird nicht "Deutschland" sein. Jenes magische Bild der Versuchung von Macht, Geld und Geltung, geschaffen von selbst Entwurzelten, die aus ihrer existentiellen Verzweiflung, ohne Aussicht auf Boden und Ort, ein willkürliches, phantastisches Ziel aufgerichtet haben, das im Wahn einer Weltschöpfung unverwirklichbar und unerreichbar so viel Schaden angerichtet hat. (Es ist somit kein Wunder, daß der kategorische Imperativ als angeblicher Weltethik in ... Preußen geboren wurde.) Weil es eine Pseudo-Geschichte schuf, die angeblich "unsere" wäre. Das ist sie nicht.

Die Geschichte Deutschlands seit 1871, die angeblich seither unsere Identitätsgeschichte ist, hat in Wahrheit zwar mit uns und unserer Identität zu tun, aber sie IST es nicht. Sie ist vielmehr die Geschichte eines Irrtums, der unsere Gehirne hundertfünfzig Jahre vernebelt hat, und der sich nun auflöst. Gegen welches Auflösen aber sich die einen so, die anderen so wehren.

Wenn wir heimkommen wollen, dann müssen wir deshalb jeden Freimut aufbringen zu jener Ehrlichkeit durchzustoßen, in der wir all unseren Gefühlen und Ahnungen Raum geben, und die uns deshalb erst wahrlich befreit. Dann erst erhalten wir die Antwort, wo das liegt und läge, was uns jenen Frieden des Daheimseins zu geben vermöchte, den wir so verzweifelt suchen. Dieser Ort liegt nicht in einer inneren oder geographischen Ferne. Er liegt in jeder Hinsicht vor unseren Füßen. Dort liegt unser Zuhause.






*060520*

Freitag, 22. Mai 2020

Leben als Prozeß eines Weges nach Hause (2)

Teil 2) Was man aber wirklich sehen kann


Das Erzählte spricht hier mehr als aller theoretischer Disput, der freilich die wirkliche Wirklichkeit hinter allem längst schon erkannt hat. Wer nun auf diese Weise sehen will, der sehe nun auf diese Weise, was wirklich ist. Auch wenn es die meisten nicht glauben wollen: Wir sehen hier unsere Zukunft. Mit dieser neuen Kulturstufe werden aber auch jene Elemente mit zu uns kommen, die die afrikanische Welt bereits heute kennt, und die sie historisch geprägt haben.

Was sich geistig bereits vorbereitet hat, hat dabei auch längst die kulturellen Einrichtungen geschaffen, die diese geistigen Bedingungen mit realem Leben erfüllt. Man denke dabei an den Sozialstaat in jeder Form, der auf die afrikanischen Verhältnisse (als deren praktische Nahrung) paßt wie der Schlüssel ins Schloß, man denke ans Eherecht und die Entwicklung der Stellung der Ehe in unseren Ländern (wo die Gesetze allerdings das Rechtsempfinden der Menschen umsetzen einerseits, natürlich auch anderseits prägen), man denke an das "Recht auf Familiennachzug" für Migranten, das alles vor dem im Film gezeigten Hintergrund eine ganz neue Deutung zuläßt. Auf diesen Umbau ganz direkt und konkret hinarbeitet, ihn nicht einmal  nur ermöglicht, sondern sogar fördert. Unsere Gesetze haben diesen kulturellen Umbau konkret geschaffen.

Das heißt aber noch mehr. Es heißt, daß in Europa nicht einfach eine neue Kultur entsteht (die bereits enorm weit gediehen ist), sondern es wird ein Nebeneinander zahlreicher Kulturen werden. Denn wenn es hier Nigerianer sind, sind es dort Marokkaner (mit einer völlig anderen Kultur), dort Pakistani oder Türken, und dort Afghanen. Die aber natürlich alle ihre heutigen wie historischen Einbettungen und Beziehungen mitnehmen. Konkret auf den Film bezogen heißt das, daß zum Beispiel das Verhältnis der Nigerianer zur islamischen Kultur (wie zu allen übrigen Kulturen) auch in Europa etabliert wird. Oder das der Türken zu Pakistani.

Wir haben also unseren Raum entleert, indem wir seine historischen Beziehungen eliminiert, aufgelöst haben (DAS bedeutet ja letztlich Identitätsauflösung: Sie ist das Auflösen der Verbindlichkeit von Beziehungen; man sieht auch das ganz konkret im Film). Wir lösen aber nicht nur den Raum auf (von dem nur noch der Boden bleibt), sondern wir stellen den neu ankommenden Kulturen auch noch die Einrichtung (je nach Wunsch) und die Maschinen zur Verfügung.

Und bezahlen das mit jenem Geld, das wir hier am Markt für unser Erbe erhalten, dort aber in alle Zukunft abarbeiten werden: Unsere Kinder, und deren (allerdings ohnehin noch wenigere) Kinder, werden diese Schuld begleichen. Noch dazu, wo wir unsere Möbel und Maschinen oft selbst noch nicht einmal bezahlt haben.

Diese Erkenntnis über den Zustand unserer Kultur war der Frau im Film auf eine Weise Mittelpunkt ihrer Erfahrung. Denn sie hat diese Leere mit neuen Eindrücken und neuen Kulturelementen zu füllen versucht. Sie hat es lange mit großer Anstrengung unternommen.

Das ist das vielleicht Erkenntnisreichste an diesem Film. Denn trotz allen Bemühens ist dieser Versuch, das zu füllen, was unsere Kultur nicht mehr besitzt, gescheitert. Man muß sagen: Auf rätselhafte Weise! Denn was nach fast zwei Jahrzehnten des Versuchs, eine "neue Kultur des Integralismus" zu gründen, passiert ist, bleibt zwar unausgesprochen, wird aber umso deutlicher sichtbar. Die Proponentin im Film ist an etwas gescheitert, das es ihrer ursprünglichen Ansicht nach gar nicht geben konnte - sie ist an einem Kulturkonflikt gescheitert, der Prägungen in der Person hinterlassen hat, die noch nie ein Thema waren. Die sogar verleugnet worden waren.

Nun, nach dem rätselhaften Scheitern an einem nie bewußten und hartnäckig geleugneten Kulturkonflikt fällt sie - gegen Schluß des Videos - auf eine Kultur zurück, die zwar reichlich diffus und verwaschen, aber nichts desto weniger DA ist. Erfahrbarer "letzter" Halt geworden als eine Wurzel, die vielleicht erst DURCH dieses aberwitzige Lebensexperiment, das auf viel Hochmut weil viel Besserwissen und Leugnen beruhte, zum ersten Mal ans Licht gekommen ist.

Wir wollen hier ganz klar aber nicht von "deutsch" sprechen. Diese Verwaschenheit alleine, die die vielen Einzelkulturen in diesem geographischen Raum, der sich Deutschland-Österreich-Schweiz nennt, in eine "deutsche Kultur" auflösen sollen, die es aber gar nicht gibt, die eine reine Behauptung, ein politischer Begriff, ein Sammelsurium von konkret gar nicht in diesem Scheinort enthaltener Eigenschaften und Merkmale ist, sorgt für so viel Verwirrung und verhindert, daß das wirkliche Problem des laufend versuchten Kulturaustauschs verborgen bleibt.

Die Frau ist deshalb zu guter Letzt und am Ende ihres Lebens nicht auf ihr "Deutschsein" zurückgestiegen. Wie im Alter, wenn bei jedem die Kraft nachläßt, sich und die anderen zu belügen, fast unmerklich, wie selbstverständlich. Sodaß alle Illusionen, alle geistigen Konstrukte zerfallen, weil an den Realitäten, an der Empirie, an den Erfahrungen, sohin am Wesen der Welt selbst zerschellten.

Sie ist auf ihr "Hessisch-sein" gekommen. Auf die ursprüngliche und in jedem Fall ihr angemessene Kultur. Der nur eines mittlerweile fehlt, als das, was Kultur überhaupt erst zu einer solchen macht: Die Institutionalisierung des Eigenen. In welchem - fehlenden! - Rahmen sie deshalb auf eine Weise aufgewachsen ist, die aus dem faktischen Zustand der eigenen Kultur eine Sehnsucht nach "anderer Kultur" geweckt hat.


Morgen Teil 3) 
Unsere Wurzeln liegen nicht in "Deutschland". 
Sie liegen in der Verwobenheit in unser jeweiliges Volk



*060520*

Donnerstag, 21. Mai 2020

Leben als Prozeß eines Weges nach Hause (1)

Leser M - Dank dafür! - sandte dem VdZ das Link zu dem unten angefügten Video. Und fügte nur wenige Worte bei. "Eine bemerkenswert offene und ehrliche Dokumentation, die auf anderthalb Stunden so ziemlich alles zusammenfasst, was Beobachter des kulturellen Niedergangs bewegt."

Der VdZ gesteht ebenso offen, daß er nach diesen eineinhalb Stunden geweint hat. Auch er war zuerst sprachlos. Und er hat auch lange gerungen, ob und was überhaupt sich dazu noch sagen ließe.

Zuerst aber soll gesagt werden, daß der VdZ den Leser insofern vorbereiten möchte, als er, was nun folgt ohne jedes Ressentiment, sondern einfach mit ungeheurer, fast unmenschlicher Nüchternheit sagt. In Aspekten, die er sah, und auf die er hinweisen möchte, um das Gesehene zu ordnen.

M hat schon einmal in einem Punkt recht - so umfassend wird alles gezeigt, worüber hier seit Jahr und Tag geredet wird, daß man die Gedanken als reife Früchte ernten kann. Wer zu sehen vermag, sieht es.

Der Film geht chronologisch vor. Über fast zwanzig Jahre begleitet und erzählt er so den Weg einer Deutschen, die versucht hat, die Leere in ihrem Leben zu füllen.
Diese Leere ist aber eine Leere der Kultur. Erst einmal wird also ein Kulturzusammenbruch wie mit Händen zu fassen, der seit Jahrzehnten in einer sich selbst steigernden, also progressiven Dynamik Realität geworden ist.
Es gibt aber eben kein Vakuum. Menschsein ist Vollzug - also Existenz - und heißt immer und wesensbestimmt ein Dasein in Kultur. Wo keine Kultur, kein Mensch. Die Haltungen, Anschauungen, Reaktionen der Frau sind also völlig verständlich.

Denn der Mensch verschwindet nicht einfach, wenn eine Kultur sich auflöst weil aufgelöst wird (und eine Kultur wird immer aufgelöst, sie löst nicht "sich" wie von Geisterhand getrieben auf), nein. Denn wo keine Kultur ist, schreit die umgebende, ungesättigte Welt, die nun im Potens bleibt, nach einem Füllen dieses Lochs, in das hinein der Raum kollabieren möchte, um ins Nichts zu gehen.

Sofort füllt sich deshalb das Ungesättigte mit neuen Beziehungsorten, um im Sein zu bleiben, und das Zusammengebrochene lockt mit ungeheurem Eros, der in seiner Prostitution keine Scham mehr kennt weil verzweifelt ist, um dieses Begehren, das ein Hoffen auf Sein ist, erfüllt zu bekommen. Dieses Locken wird beantwortet. Ab nun entsteht eine neue Welt. Den Gekommenen steht alles, wirklich alles offen, denn die Hiesigen hoffen mit zitternden Herzen, daß etwas entstehe. Etwas, was auch immer, das Sein hat. Denn sie selbst kennen das Nichts, und es ist schrecklich.

Es kommen Menschen, die die herumstehenden Artefakte des Verwehten - denn die Dinge bleiben, sie sind die Ruinen einer verlassenen Welt - zu benutzen lernen, in ihre neue Kultur integrieren (oder eliminieren). Berührend die Szenen, wo der Vater die gerade aus Afrika eingelangten Kinder das Benützen einer Toilette lehrt. Bewegend, wie sie dann beim Essen am Boden sitzen, ein Tisch wird dieser Kultur wohl zukünftig fehlen.

Dabei sieht man auch, wie die geistigen Entwicklungen in Europa auf einen Zustand hingearbeitet haben, in dem eine wesentlich niedrigere und ärmere Kultur mit einem Male auf Augenhöhe mit der faktischen Kultur in Europa steht. Nichts, das in Afrika scheinbar "anders" ist, widerspricht mehr dem Wirklichkeitsempfinden der Europäer.
Aber dann meldete sich etwas, mit dem beide nicht gerechnet hatten. Eine Prägung, die sie niemals als existent anerkannt hätten. Sie entdeckten, daß sie von einer Kultur geprägt sind, die sie in ihrer Lebensumwelt gar nicht mehr finden. Die Frau beginnt, ihre Wurzeln in ihrem deutschen Geburtsland zu sehen, der Mann möchte nur eines: zurück nach Hause.
Nur die Kinder sind entwurzelt und verwirrt. Gefangen in einer Lebensweise, die im Technizismus, der auf den Vater faszinierend und nützlich gewirkt hatte, zu einer Scheinlebensweise wird. Die sich in Konsum und Oberflächengefühl äußert und praktisch über eine Verhaftung auf eine mediale Existenz abläuft.

Morgen Teil 2) 
Was man aber wirklich sehen kann