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Sonntag, 22. Mai 2022

Da stürzen Welten/schwanken Berge/brüllen Riesen/gröhlen Zwerge (3)

Weiter in der Assoziationskette, ohne mit Milliarden Menschen herumzuwerfen - (Herrschaften, ich spreche hier von Texten auf Ebene der WHO in Genf! in deren Büros wöchentlich UNSERE Minister und Präsidenten mit unterwürfiger Geste - Hauptsache der Chauffeur und die Hotelkategorie stimmt - antanzen, um mit fließendem Speichel uns, die "Bevölkerungen der Welt", in jedem Einzelnen weil bis ins letzte Lebensgestaltungselement reichend an solche Leute, Ziele und Vorstellungen ZU BINDEN; jeden; jeden Einzelnen; auf nimmer enden sollend; ich sage ja: Ich habe vor diesen "Demokratien" und "Politikern" nicht nur bereits echte Angst, es gruselt mich sogar schon, und zwar wirklich, ohne jede Übertreibung! denn das ist alles bereits real gewordene Hölle, die uns hier bereitet WURDE; Vergangenheit)

Und Frau ist Mann, und Mann ist Frau, und Gelb ist weiß, und weiß ist gelb, 
wo immer sich der Blick auch hebt, er findet nichts, ist all dasselb.
Kein Ding mehr sich zu eigen nennt, kein Wort mehr Boden findet, 
Die Welt versinkt zum Staub der brennt, in Sümpfen zu verschwinden.  
(Gorolaukus Goroláyos Hegedüsböl, Ezek az Isten igeyel? Übers. vom VdZ) 

Weil das Denken aufgehört hat, weil es immer weniger Rolle gespielt hat, hat auch das Argumentieren, die Logik ihren Wert verloren. Das Ende ist Chaos. Das Ende ist verzweifeltes Vergehen, ohne noch ins Nichts gehen zu dürfen. Also Hölle.

Samstag, 21. Mai 2022

Da stürzen Welten/schwanken Berge/brüllen Riesen/gröhlen Zwerge (2)

Zu einem Sprachraum der Analphabeten geworden - Doch es ist eine Tatsache: Da meinen zwei Korrespondierende, sie "beherrschten" jeweils die Sprache des anderen so halbwegs und leidlich, um dann festzustellen, daß das, was einem da der andere sagt, im Grunde ... totaler, ja manchal sogar lächerlicher Müll ist. Für eine ernsthafte Auseinandersetzung um geistige Verhältnisse jedenfalls total ungeeignet Sodaß der Grund, warum man an diese Möglichkeit überhaupt dachte, in ganz anderen Umständen begründet liegen muß als ... in der Sprache, die man "kann". Daß also der Träger der Sympathie als "Zusammen-fühlen", somit die Mutung einer Einheit, etwas ganz anderes sein muß als das, was wir gemeiniglich als Sprache bezeichnen.

Ob es sich also hier um dasselbe handelt, was mich schon vor zwanzig Jahren zu der auf den ersten Blick absurd wirkenden Einschätzung gebracht hatte, daß in meinen Augen NEUNUNDNEUNZIG PROZENT DER DEUTSCHSPRACHIGEN MENSCHEN FUNKTIONALE ANALPHABETEN SIND, die des Gebrauchs ihrer angeblichen Muttersprache - noch dazu IN SCHRIFT UND TEXT - völlig unfähig sind. Sodaß man fast - fast! - auf verlorenem Posten steht, wenn man versucht, sich anderren Menschen durch Schrift und Text "verständlich" zu machen, was ijmmer heißt: Einheit zu suchen. Was Ansprüche an social media und Internet, die in Richtung "Verbesserung der Kommunikation" etc. etc. gehen, endgültig in die totale Lächerlichkeit abstellt.

Freitag, 20. Mai 2022

Da stürzen Welten/schwanken Berge/brüllen Riesen/gröhlen Zwerge (1)

Die erste Phase des Verschwimmens hat an die zweihundert Jahre gedauert. Aus der Evolutionslehre heraus, aus der Vorannahme einer materialistischen Welt - eine Vorstellung, die tausende Jahre alt ist, aber immer wieder vom Tisch gefegt worden ist, weil sie rational einfach nicht haltbar ist - ist allmählich und in parabolischer Linie (also nicht linear, sondern progressiv sich steigernd, sich also zu einer Potenz der Zeit in der Ausgestaltung der Höhe verhaltend) die Sicht ausgewachsen, daß es zwischen Mensch und Tier keinen Unterschied gäbe.

Auch wenn sich viele noch mit Händen und Füßen gegen dieses Fazit sträuben, das doch schon mit dem Beginn der Verkündigung dieser Theorien (die in Wahrheit Ideologien sind, also Weltbilder, keine "wissenschaftlich objektiv gewachsenen Erkenntnisse") festgelegt worden ist (weil es ja immer nur darum ging, weil das ja das Ziel gewesen ist: Die Erniedrigung, die Entwertung des Menschseins, indem man ihn von der Superposition in der Schöpfung entfernen wollte) mit pikierter Geste abzuwehren.

Aber neeiiin, aber gääähhh, das ist schon ein bissel übertrieben, weil natürlich ist der Mensch schon noch mehr als ein Viech, also ... ich zumindest, hühü ... aber man muß halt schon die Wissenschaft auch ein bissel, höhö ... - als vergäbe man höfliche Komplimente in ehrenwerter Salonrunde, bei Tee und Plunderkekschen nach dem Rezept der Uroma aus Czesko Vlahovice, damals noch Klein Färsendorf.

Mittwoch, 13. August 2014

Geschichtsbetrachtung aus Selbstverachtung

Was sich in der Naturwissenschaft mit Wechselwirkung mit der Philosophie (und sogar: der Theologie, nicht zuletzt im Protestantismus) ausdrückte war das allmähliche Selbsterleben des entgeisteten Menschen in der Gefangenheit (weil Gefallenheit) in die physische Natur. Zunehmend erfuhr sich der Mensch ausgeliefert, der Hoffnung auf Geistigkeit durch die Philosophie zunehmend beraubt. Also kam es in der Philosophie des 18./19. Jhds. zur Ausprägung ganzer Systeme, die diesen Immanentismus (in Kant und Hegel) zu großen Systemen zur Welt selbst erklärten. Gott und das Weltganze "retten" konnten beide Systeme nicht, sie führten ihn quasi als unerkennbares Außen (Kant) hier, als Teil der Welt dort (Hegel) ein.

Gleichzeitig entstanden aus derselben Welt- und vor allem Selbsterfahrung (die nur noch den den Resten der Sittlichkeit der vorgängigen Jahrhunderte gehalten wurde, als quasi zweiter Pol, der manche Radikalität noch verhinderte - auch Darwin konnte sich nicht entschließen, "Gott" ganz aus seinem System zu werfen) weltimmanente materialistische Systeme, die mehr und mehr die Welt zu einem Solipsismus erklärten. Es dauerte nicht lange, daß diese Gedankensysteme sich in der Lebensführung wirklichten, und von dorther nach und nach die Humanwissenschaften durchdrangen. Bis zu einem der Höhepunkte, in der Entstehung der neuen Psychologie, die auch das geistig-seelische Leben des Menschen zur weltimmanenten Mechanik erklärten. Und zwar - weil es das tatsächlich mehr und mehr geworden war!

Was aber alle diese Systeme real übersahen und nach wie vor übersehen ist, daß sich das Objekt ihres Forschens VERÄNDERT. Es sinkt in dem Maß, als diese mechanistischen Ansichten die Menschen und ihre Sichtweisen durchdringen, tatsächlich auf dieses Niveau herab. Und zwar nach wie vor und ungebremst. Was diese Wissenschaften also erforschen und an Erkenntnissen zu Tage bringen ist kein "Wachstum" des Wissens über den Menschen, sondern es ist ein Mitgehen, eine Art "historisches Bestimmen", das mit seinem tatsächlichen Niedergang und Verfall parallel geht. Der eigentlich ein Auseinanderfallen mit Gott IST und dessen Endpunkt nicht ein rein innerweltlicher Mensch ist, sondern das Nichts, der Tod - im Falle des Menschen: die Hölle, die bereits in diese Welt herübergeholt wird.

Wenn also heute historische, vergangene Epochen "untersucht" werden, so trifft das Erkennen darüber immer weniger das, was damals wirklich passiert ist, was damals wirklich gewirkt hat. Sondern geht von einem bereits weit untergeistigen Zustand (wir vereinfachen, um das Auszusagende deutlicher zu machen) aus, um eine noch weit geistigere Epoche zu analysieren. Das muß zwangsläufig zu einem Fehlurteil führen. Und je niedriger wir fallen, desto mehr wird uns die Vergangenheit "schlecht" - was nichts als ein an fremdem Objekt formuliertes Selbsturteil ist!

Das Ablehnen der Väter, das Abschneiden der Tradition, ist also aus dem Ekel über unseren gegenwärtigen Zustand geborgen. Denn jede Wissenschaft ist nach dem Bilde der Zeit geformt, in der sie stattfindet. Sie fördert also auch nur jene Bilder, die sie in sich selbst trägt, und kann schon gar nicht mit berücksichtigen, daß das "Objekt" ihrer Betrachtung sich mit ihnen mit gewandelt hat. Die "relecture" des Wissens der Vergangenheit bringt also in Zeiten des Verfalls - der ein sittlicher Verfall bzw. ein Verfall der Sittlichkeit ist, und insoweit er es ist - nicht die ehrfürchtige Hochschätzung der Väter mit sich, sondern deren ... Verachtung. 

Was deshalb heute die Psychologie - als Paradebeispiel - über den Menschen aussagt, ist keine Wahrheit über den Menschen, sondern wird selbst immer tiefer in den mechanistischen Materialismus absinken. Aus dem bloßen Faktenbild (wir vereinfachen noch weiter, um besser zu zeigen) kann sich die heutige Psychologie deshalb gar kein begründbares "Normalbild" vom Menschen mehr machen. (In der Psychotherapie als wirkende Hand ihrer Theorie hat sie diesen Anspruch ja schon längst aufgegeben, klar, dort merkt man das Unzutreffende ja am ehesten)

Was die (von einer klaren Philosophie und Anthropologie nahezu bereits unbeleckte) Psychologie heute über den (an sich physisch-geistig polar konstituierten) Menschen sagt ist nicht, "wie er ist", sondern wie sich ein gar nicht mehr gekanntes Menschsein zufällig äußert. Aber es ist kein Wesensbild mehr, sondern zufällige historische Beschreibung unter denselben Schatten, unter denen die Forschungsobjekte stehen, oder die sie auf diese übertragen. (Nicht selten funktioniert die Psychologie ja nur deshalb, weil es ihr gelingt, den Patienten ein gewisses starres Welt- und Interpretationsbild einzuflößen, das diese wie entgeistete Zombies weiterleben, aber scheinbar wieder "funktionieren" läßt.)

So, wie die Humanwissenschaft heute den Menschen sieht und durch "Forschung belegt", ist er nicht, und ist er nie gewesen, so ist er nur aus den Fakten selbst erkannte zufällige faktische, historische Lage, aus der es kein Entrinnen gibt. Noch verainfachter gesagt: Wenn tatsächlich zunehmend "Mechanismen" aufgefunden werden, so nicht, weil es diese immer gab oder substantiell "gibt", sondern weil der unfreie Mensch der Gegenwart auf die Stufe dieses Mechanismus abgesunken ist. Und dieses Bild der Unfreiheit wird auf alle bzw. aufs Prinzip übertragen. Ohne zu wissen, daß geistlose Zeiten und Kulturzustände auch den Menschen mehr in die Leiblichkeit drücken bzw. ihn über ihre wesentlichen Wirkweisen nicht in seine Freiheit anzuleiten vermögen.

Oder, als virtuelle dialektische (Hegel!) Gegenwende, um die Freiheit noch zu retten: sie fällt in den Idealismus, das rein Virtuelle also, das meint, alles im Menschen sei ohne Physis rein gedanklich, Wirklichkeit selbst wäre bloßer Gedanke, Flucht in den reinen Schein, begleitet von völligem Relativismus.

Zusammengehalten meist in reinem Manichäismus, der Aufspaltung von Leib und Geist/Seele, die bestenfalls notdürftig (durch Anwendung falscher Methoden auf richtige Fakten) wieder geflickt wird. Sicherstes Zeichen der Unvereinbarkeit von realer, immer noch begegnender Weltwirklichkeit, und der Fähigkeit, diese zu sehen. Weshalb angesichts gewisser unübersehbarer Fakten die Psychologie sich ja vielfach in auffallende Weise schon mit der Esoterik vermischt, um "Wirkung" (und damit die Illusion von Wirklichkeit) wiederzugewinnen.





***

Mittwoch, 20. Oktober 2010

In Freiheit - Sein

Die Anerkennung von "Sein" (und das ist ja Metaphysik) ist eine Angelegenheit des freien Willens, schreibt Robert Spaemann einmal. Ich kann mich weigern, den Schmerzensbekundungen eines anderen zu folgen, ihm zu glauben, daß er Schmerz leidet. Ich kann mich weigern, Lebendiges als Lebendiges anzuerkennen. Ich kann mich weigern, B zu sagen, wenn man A gesagt hat. Ich kann mich weigern, einfach weigern, evidente Konklusionen zu ziehen, wo wenn - dann gilt. 
 
"Sein im Sinne von Dasein ist nicht empirisch gegeben und seine Affirmation ist nicht zwingend." (Kant)


*201010*

Dienstag, 27. Juli 2010

Nur negative Verdienste

Ein schöner Satz, den Kant über die Vernunft schreibt - daß sie nämlich "nicht, als Organon, zur Erweiterung, sondern, als Disziplin, zur Grenzbestimmung dient, und, anstatt Wahrheit zu entdecken, nur das stille Verdienst hat, Irrtümer zu verhüten."


*270710*

Mittwoch, 16. Juni 2010

49. Präzisionsversuch

Was die Dinge an sich also sind, erkennen wir durch ihre Nachformung (die als Vorstellung auftritt - ein Vorschlag aus der Phantasie, die auf ein vom ersten Lebensmoment an aufgebauten und immer komplexeren Erfahrungs-/Gefühlsschatz zurückgreift, was wir gemeiniglich als Erinnerung bezeichnen, den wir annehmen oder verwerfen oder umgestalten, bis er zu passen scheint, also: erklärt) und dem im Nacherleiden (also: ein Erinnern) sich ablösenden Eigenschaftlichen, das uns über dieses Erkenntnisobjekt ausgesagt wird.

Wir "erkennen" also am anderen, was wir an unserem eigenen Wollen erkannt haben.

Ich gebe nämlich dem Raum, in mir, das etwas will (dem Ding an sich) - und aus dem Bewegtwerden erfasse ich seine Qualität, wird der fremde Wille qualifizierbar, wird das (fremde) Ding an sich erkennbar, ja wird erst zu einem Ding (das es ohne Eigenschaft nicht gibt.)

Kant schreibt ja einmal, daß alle Dinge, die nicht durch eine solche Anschauung gedeckt sind, "leer" bleiben, also auch keine Erkenntnis sind.

So aber wird die unüberbrückbare Distanz zwischen Erkennendem und Erkenntnisobjekt geschlossen" - durch vollkommene Rekonstruktion. Durch: Wahrheit im Erkennenden.

Demzufolge, so Schopenhauer an einer Stelle, müssen wir die Natur erkennen lernen aus uns selbst - nicht umgekehrt uns selbst aus der Natur.



*160610*

Freitag, 9. April 2010

Die hinzugedachte Welt

Anhand der von jedem zu machenden Beobachtungen am Sehvorgang zeigt Schopenhauer den Anteil von Verstand wie, in der Unterscheidung: der Vernunft, am menschlichen Wahrnehmen (und insofern: begrifflich konstituieren) der Welt. Wie am Beispiel eines Schiffes, das unter einer Brücke, auf der wir stehen, durchfährt. Was, wer bewegt sich? Das Ufer scheint sich zu bewegen, der Verstand "sieht" in seiner Annahme einer Kausalität "immer" richtig, denn er geht von Ursache und Wirkung aus. Erst im Abstrahieren, dem Zusammenführen und Abwägen vieler Eindrücke und Fakten, wird die wirkliche "Wirklichkeit" erfaßt.
Das vom Verstand richtig erkannte, schreibt er in "Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde", ist die REALITÄT. Das von der Vernunft richtig erkannte ist die WAHRHEIT, das ist ein Urteil, welches Grund hat: jener ist der SCHEIN (das fälschlich Angeschaute), dieser der IRRTHUM (das fälschlich Gedachte) entgegengesetzt.

Obgleich, schreibt er weiter, der rein formale Theil der empirischen Anschauung also das Gesetz der Kausalität, nebst Raum und Zeit, a priori im Intellekt liegt, so ist ihm doch nicht die Anwendung desselben auf empirische Data zugleich mitgegeben: sondern diese erlangt er erst durch Übung und Erfahrung. Daher kommt es, daß neugeborene Kinder zwar den Licht- und Farbeneindruck empfangen, allein noch nicht die Objekte apprehendieren und eigentlich sehen; sondern sie sind, die ersten Wochen hindurch, in einem Stupor befangen, der sich alsdann verliert, wenn ihr Verstand anfängt, seine Funktion an den Datis der Sinne, zumal des Getasts und Gesichts, zu üben, wodurch die objektive Welt allmählig in ihr Bewußtsein tritt. Dieser Eintritt ist am Intelligentwerden ihres Blicks und einiger Absichtlichkeit in ihren Bewegungen deutlich zu erkennen, besonders, wenn sie zum ersten Mal durch freundliches Anlächeln an den Tag legen, daß sie ihre Pfleger erkennen.

Das zeigt sich sogar an Blinden, die durch Operation wieder "sehend" werden: sie "sehen" nämlich erst, trotz wiederhergestellter Sinnesreizungen, "gar nichts". Sondern sie müssen erst lernen, diese Reizungen zu bewerten, in Erfahrung umzusetzen, und schließlich abstrakten Anschauungen zuzuordnen, um so endlich zu "sehen".

Damit wird nicht nur der Anteil des Ich (und damit der Sittlichkeit, im erweiterten Selbst) am Urteil über die Welt klar, klar dessen Aufgabe des Konstituierens selbst - ein Satz, der stimmt, solange man dieses Konstituieren nicht im ontologischen Sinne versteht (wenn auch die Quantenphysik in ihren Aussagen aus Beobachtungen in dieser Richtung zarte Hinweise nahelegt: denn manche Ergebnisse könnte man dahingehend deuten, daß das Bewußtsein den kleinsten Bestandteilen der Materie ihre Eigenschaften mitteilt, Anm.) - sondern auch die Bedeutung übernommener "a priorischer" Urteile sowie der Qualität wie Quantität schon der als Kind gemachten - realen, nicht der "erzieherisch gedachten" - Erfahrungen als abgelöste Eigenschaften der Wirklichkeit.

Das Anschauungsbild geht dem sinnlich Erfaßten voraus - das nun erst zum Gesehenen, zum Etwas wird. Epicharmos, ein griechischer Philosoph, sagt es einmal so: Der Verstand sieht, der Verstand hört, alles andere ist blind. Weil die Empfindung in den Augen und Ohren keine Sinneswahrnehmung bewirkt, wenn nicht das Denken dazukommt. Und Plutarch, der davon berichtet, schreibt weiter: Es ist der Physiker Straton der beweist, daß ein Wahrnehmen ohne Verstand ganz unmöglich ist.

Es gibt sie nicht, die weltanschauungsfreie Wahrnehmungswelt, und insofern - aber nur insofern - weltanschauungsfreie Welt der Objekte. Daher müssen alle wahrnehmenden Wesen Verstand (zumindest in der Erkenntnis der Kausalität als Welteigenschaft, Anm.) haben, denn nur durch den Verstand nehmen sie wahr.

Aber nicht alle haben Vernunft - die bleibt dem Menschen eigen. Und hier tatsächlich: jedem, und prinzipiell in gleichem Ausmaß. Die menschlichen Unterschiede in der Leistungsfähigkeit liegen im Verstand, der über die Sinne je sein "Material" zu bearbeiten, sein Menschsein zu konkretisieren hat.

Die Gliederung, Ordnung aber ist allgemein menschliche Leistung.

Die Kausalität der Welt, aus der heraus erst Verstandestätigkeit (in unterschiedlicher Ausprägung und Veranlagung) aussagbar ist, muß also, so Schopenhauer, eine a priori Erkenntnis sein, die sogar den Tieren eignet. Aus der Wahrnehmung über die Sinne alleine erschließt sie sich nicht: denn sie setzt voraus, was die Sinne erst liefern sollten. (Dies, in Schopenhauer'scher Diktion, gegen den Empirismus von Locke und Hume gesagt.)

Doch geht es ja nicht um die Kausalität, hier, sondern ... um die Kunst, und deren Wirkung. Und deren Aufgabe. Weshalb ein Wort von Leibniz angebracht ist, der in diesem Zusammenhang sagt: "Die Wahrheit der Sinnendinge besteht nur in der Verknüpfung der Erscheinungen, welche ihren Grund haben muß, und das ist es, was sie von den Träumen unterscheidet. [...] Das wahre Kriterium, wo es sich um Sinnendinge handelt, ist die Verknüpfung der Erscheinungen, welche die tatsächlichen Wahrheiten hinsichtlich der Sinnendinge außer uns verbürgt."

Die Aufgabe der Wahrheitsfindung ist also: das Herstellen (bzw. Finden) jener Ordnung (im wiederherstellenden Darstellen), die sich auch in der (vielfach als Ursache-Wirkung-Stränge verflochtenen) Realität ("...") findet, und sich an ihr "erweisen" läßt. Und in diesem Sinn: die Realität zur Wahrheit erhellt.

Wenn es also eine Poesie überhaupt geben kann, so muß sie auch hinter aller Realität - als Wirklichkeit - stecken. Dies vorbeugend gesagt: um Poesie von Traum (Schein), und wie erst von einer völlig mißverstandenen, willkürlich gedachten (also: positivistischen) "Phantasie" abzugrenzen.

Der Dichter, der Mensch, denkt also der Welt sie selbst, in ihrem Wesen, hinzu, und macht sie begreifbar ...

Bildrechte bei Dieter Huemmer


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