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Samstag, 13. Oktober 2018

Das Wichtige fliegt unter dem Radar

Man hört wenig über den Ukraine-Konflikt in diesen Tagen. Das heißt aber nicht, daß er nicht weiter voranschreitet. Er tut es. Er tut es nur an einer anderen Front, schreibt Ianto Watts, der die Situation der Orthodoxen Kirche analysiert und zu interessanten Schlüssen kommt. Denn wenn es bislang eher um Ortschaften, Gebiete, Panzer und Divisionen ging, so geht es nun um die Herzen der Menschen - als Vorzeichen wie Begleiterscheinung für ein handfestes Schisma in der Orthodoxie. Am 12. September d. J. hat die russische Orthodoxie beschlossen, den Patriarchen von Konstantinopel, Patriarch Bartholomäus I., nicht mehr im Hochgebet zu nennen. Damit bindet sie sich nicht mehr ihm an.

Anders als in der römischen Kirche, hat die Orthodoxie ja keinen Papst. Lediglich einen Vorsitzenden. Und dieser Vorsitzende der Kirche, der darin Garant der Einheit, ist dort einer der fünf Patriarchen (alle fassen gewissermaßen Teilbereiche zusammen, die wiederum in Diözesen aufgeteilt sind, was sich im übrigen mit der Struktur der römischen Kirche prinzipiell und bis heute deckt), der aber als Gleicher unter Gleichen nur einen Ehrenvorsitz hat.

Machen wir es kürzer, als es die schon bisher so gar nicht ruhig-eine orthodoxe Kirche verdiente. Seit dem 16. Jahrhundert hat Moskau als geistliches Zentrum Kiew den Rang abgelaufen. Das war allgemeiner Beschluß sämtlicher Patriarchen und gilt bis heute. Und bis heute hat Moskau auch den Ehrenvorsitzenden der gesamten Orthodoxie, den Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus I. finanziert und in seinem Titel ohne Mittel (viele Orthodoxe gibt es in Istanbul ja nicht mehr) gewissermaßen am Leben erhalten. 

Schon bisher haben aber die Patriarchen von Moskau, Patriarch Kyrill, Antiochien (auch diese Diözese gibt es nur noch auf dem Papier, sie lebt aber insofern, als sie im Nahen Osten und in den USA eine beträchtliche Gefolgschaft hat), Alexandria (dito), und Jerusalem (das viel orthodoxer bestimmt ist als wir uns gewöhnlich bewußt machen) Widerstand angekündigt. Und nun umgesetzt.

Es rumort in der Orthodoxie, meint Watts. 

Weil Bartholomäus I., Patriarch von Konstantinopel alias Istanbul, alle Anzeichen zeigte, sich "wie ein Papst" aufzuführen. Also einfach selbstherrlich zu bestimmen, wie der Kurs der Orthodoxie auszusehen habe. Und zwar vor allem politisch, disziplinär! Man wirft ihm ohnehin schon lange vor, sich dem römischen Papst allzu sehr anzunähern, ja diesem schon regelrecht zu "folgen". 

Nun hat eben dieser Patriarch von Konstantinopel angekündigt, die ukrainische orthodoxe Kirche, die bislang und unbestritten dem Patriarchat von Moskau zugeordnet war, "autokephal" zu stellen. Das heißt, sie insoweit auf sich zu stellen, als sie in Fragen der Bischofsernennungen und Aufgabenbestellungen aus Moskau herausgelöst wäre. Und das hätte ganz sicher gewaltige Auswirkungen auf die Gläubigen in der Ukraine. Die fortan geistig-geistlich also nach dem Westen orientiert wären, statt wie seit je nach Moskau.

Denn gleichzeitig hat sich Bartholomäus I. selbst als Oberhaupt dieser neuen Teilkirche der Orthodoxie angekündigt. Und der hängt immer mehr mit den orthodoxen Teilkirchen in den USA zusammen, das steht ziemlich außer Zweifel. Ihm würden dann auch die dortigen Teilkirchen weitgehend zufallen (auch dort ist die Orthodoxie ziemlich aufgespalten und zerstritten, ihre kleinste Teilkirche hat gar nur 50 Mitglieder.)

Aber das ist noch nicht alles an Indizien dafür, daß man hinter diesen Vorgängen das Handwerk des CIA klappern hören könnte. Oder sollte. Denn über die sittlichen Zustände der Kirche wird zwar in den amerikanischen Medien mit Donner und Pauken berichtet, wenn sie die römische Kirche betreffen. Doch auf ganz seltsame Weise wird über Gerüchte innerhalb der Orthodoxie, die recht ähnlich gelagert sind, von keinem der sonst so eifrigen Sittenwächter-Medien berichtet!

Und nun also der Coup mit der Ukraine? Hört sich das nicht nach einem ganz anderen Kampf an, nach einem Krieg um die Herzen und Seelen der Menschen, der den Krieg mit Kalaschnikows und MIGs vorerst einmal etwas verdrängt hat? Wo, nachdem die NATO bereits an den Grenzen Rußlands steht, gegen jede Zusage und Abmachung, nun auch die orthodoxe Kirche nachzieht? Westliche Werte - in russischem Gewand (denn Kiew ist ja die "Urmutter" aller Russen)? 

Bekommt die "Annäherung der Orthodoxie an die römischen Katholiken", von der bis vor kurzem so viele sprachen als stünde eine Reunion kurz bevor, und die Bartholomäus I. voranzutreiben wie zu repräsentieren schien, also einen ganz neuen Sinn? Denn mit seinen Schritten, und wie erst mit dem einer Erklärung der ukrainischen Orthodoxie zu einer eigenen Teilkirche, hat er sich (und das ist am erstaunlichsten) gegen das Konsilium der übrigen maßgeblichen orthodoxen Patriarchen gestellt. Also seinen Ehrenvorsitz in eine Art "Papalismus" umgewandelt. Aber er hätte dazu nie das Recht gehabt. Bartholomäus I. hat sich also - fast könnte man sagen - schismatisch verhalten. Anders gesagt zeigt sich hier (auch das spricht für die Handschrift des CIA) dieselbe Taktik, die die USA seit Jahrzehnten außenpolitisch anwendet: Die mit einer Spaltung der Feinde beginnt. Und nun die Axt an die geistlichen Wurzeln der orthodoxen Völker gelegt hat. 

Doch noch eine Frage könnte hier aufstehen. Nämlich die, ob die deutlich gezeigte Zuwendung Vladimir Putins zur Orthodoxie selbst nicht einen weit politischeren Hintergrund beweist, als manche wahrnehmen wollen. Denn bisher - und nur wir völlig ent-religiosierten Westler haben das nicht bemerkt, der VdZ jedenfalls kennt kein einziges westliches, europäisches Medium, das diese Zusammenhänge auch nur erwähnt hat - hatte er über das Patriarchat Moskau weit mehr Zugriff auf das ukrainische Volk, als man wahrhaben möchte.

***

Aber auf noch etwas weist Watts hin, und das macht die Suppe noch würziger, das verstärkt noch mehr die Geschmacksnoten USA-CIA-NATO und Rußland-Putin-Orthodoxie. Es ist die Situation der Türkei und vor allem Erdogans. Der sich politisch 2016 endgültig verhoben hatte, als er die russische Kampfmaschine über Nordsyrien abschießen ließ. Während nämlich der Türke mit seinen politischen Phantasien den US-Israel-Interessen im Nahen Osten immer mehr in die Quere kommt (der Putsch gegen ihn dürfte hier deutlich seine Quellen haben), geriet er in Gefahr, sich völlig zwischen alle Stühle zu schieben. Also hat er schleunigst umgelenkt.

Und pflegt seither engste Verbindungen mit Rußland. Die türkischen Exporte nach Moskau haben sich in den letzten beiden Jahren verdoppelt. Während die Armee zunehmend durch den Kauf russischer Militärtechnik ihre Einbindung in die NATO fast schon aufgegeben zu haben scheint. Da bereitet sich also einiges an explosivem Stoff vor. Ohne Rußland wäre Erdogan ohnehin bereits heute politisch tot, manche meinen das sogar buchstäblich (beim Putsch, bei dem er von Putin telephonisch gewarnt worden sei), weil Erdogan sich seit vielen Jahren (nicht nur) außenpolitisch lächerlich dilettantisch, ja kindisch (insofern wieder fast liebenswert) verhalten hat.

Der gelernte Imam (mit seinem wahrlich bewundernswerten Sinn für die Rolle von Gestalt und Form in der Politik, die man sich bei uns nur wünschen kann, und eine Echtheit seiner Religiosität anzeigen, vor der man seinen Hut ziehen muß) hat sich sogar so weit überhoben, daß sich im Osten (Kurdenstaat, beginnend in ... Kasachstan, mit amerikanischer Unterstützung, die Puffer, Einflußbereich und Machtraum zugleich damit schaffen) - auch das völlig unter dem Radar unserer Wahrnehmung! - ein Desaster für die Türkei vorbereitet. Erdogan war dem allen (bis in die höchsteigene Wirtschaftspolitik) nicht gewachsen, man muß es ganz nüchtern sehen. Ganz ehrlich: Macht nicht aber genau das die Orientalen so liebenswert? Der VdZ meint es jedenfalls. Sie sind und bleiben ... Poeten. Die freilich in der falschen Welt leben, weil mit allem Recht der Moderne den Rücken zuwenden und unausweichlich unter die Räder kommen. Ihr Denken vermag das, was heute vorgeht, gar nicht zu fassen.

Aber wo, um zu brutalen, ja, ja und noch einmal ja: verabscheuenswerten Realitäten zurückzukommen, sitzt Bartholomäus I.? Eben. In Istanbul. Wird er es dort leichter oder schwerer als bisher haben? Der Leser möge es sich selbst beantworten. Daß der ökumenische Patriarch der Orthodoxie so starke Anbindung an Rom und die USA sucht, sich daneben (fast möchte man sagen) sein "zukünftiges Land" vorbereitet, auf das er dann seinen Fuß setzen wird, könnte also recht handfeste Gründe haben. Denn schneller als ihm lieb sein könnte, könnte er am Bosporus vor die Tür gesetzt werden. Spätestens dann, wenn allen wieder klarer vor Augen steht, welch enorme strategische Bedeutung das Nadelöhr Istanbul für die NATO und Rußland wirklich hat.

Was Bartholomäus I. schon lange macht, steht in einer gewissen Tradition. Schon im 13. Jahrhundert und vor allem wenige Jahre vor dem finalen Angriff der Türken auf Konstantinopel im Jahre 1452, im Konzil von Florenz, haben die Patriarchen von Konstantinopel um Hilfe im Westen angesucht. Beide Male wurde diese verwehrt, weil man die Unterstellung unters römisch-päpstliche Primat als Forderungen der übrigen Patriarchate verweigerte.

Es ist schon erstaunlich, wie exakt sich die Geschichte manchmal wiederholt. Als ginge es doch wirklich nur um "Archetypen", um immer gleichbleibende Grundkonstellationen als ontologische Spannungen, die bei anderen Lösungen nicht nur nicht gelöst werden, sondern immer wieder neu an die Türe klopfen, als warteten sie nur auf eine nächste Gelegenheit, bis sie realisiert werden. Auch heute sucht Bartholomäus Hilfe im Westen. Aber diesmal spaltet er tatsächlich die Orthodoxie, macht sich gar zum "zweiten Papst", wie die russische Orthodoxie meinte.

Worum es heute geht, scheint aber schon lange nicht nur Putin* zu wissen. Sondern von beiden Kontrahenten in diesem neuen Kalten Krieg scheint es recht konzentriert das Ziel von Kämpfen um geopolitische (und das sind vor allem religiöse) Grundlagen zu sein. Denn wie man Ziele erringt, das wissen diese beiden Seiten wohl recht gut. 

Wie gesagt: Von der Trennung von Politik und Religion reden ja nur die völlig gehirnerweichten Westeuropäer. Die damit die diesen nützlichen Kommandos ihrer Herren immanentisiert, die sich in Wirklichkeit aber damit selbst als Gestalter ihrer Zukunft elegant ausgeschaltet und zum Abtransport auf die Müllhalde der Geschichte zugerüstet haben. Die schon lange sogar kategorial ganz woanders geschrieben wird.






*Noch einmal, und zum Mitschreiben: Der VdZ hat vor Vladimir Putin den allergrößten Respekt. Und immer gehabt. Aber deshalb, weil er PRÄSIDENT RUSSLANDS ist. Und zwar "so richtig". Es wäre aber lächerlich und dumm, von ihm zu erhoffen, er würde auch die Probleme Österreichs und Deutschlands lösen. Mehr helfen kann er uns nicht als uns - UNS - als klar zu erkennender Gegner gegenüberzustehen. Dafür muß man ihm sogar danken. Wobei sich der VdZ (und sicher nicht nur er) wünschte, wir hätten Politiker ähnlichen Kalibers, um adäquat und ohne Kriegsambitionen im Dienste einer friedlichen Zukunft gegenzuhalten. Wer lieben will, muß eben nicht nur Feinde haben, er muß sie vor allem KENNEN und BENENNEN. Das ist die großartige Lektion, die uns Putin lehrt. Wer ihn aber - weil wir lauter Schwachschädel in der Politik haben - zum Präsidenten wünschte, der würde damit sagen, er wünschte sich russische bzw. fremde Herrschaft. Bitte, geht's noch perverser?





*180918*

Samstag, 3. März 2018

Da wird es ziemlich amüsant

Manches läßt sich sowieso nur mit gewissem Humor kommentieren. So wie die Politik des türkischen Fuzziwuzzi Erdogan. Dem zum Staatsmann etwas Entscheidendes fehlt: Zu begreifen, daß "Wünschen und Wollen" mit "Ziel" nicht identisch ist. Dazu bräuchte es freilich - Kultur. Die wurde den Türken aber seit Jahrhunderten, spätestens seit dem Säkularisten per excellence, Atatürk genannt, ausgetrieben. Etwas, das per se nomadischen Türken - das Bild der Türkei täuscht ja enorm, denn die türkischen, im 12. Jahrhundert eingewanderten Stämme haben die lokalen, uralten kulturellen Traditionen verpflichtete Bevölkerung schlicht niedergewalzt - aber ohnehin nur spärlich, die sie im Rausch ihrer Wohlstandserfolge bald gar nicht mehr hatten.

Seit Jahrhunderten. Der "kranke Mann am Bosporus" ist lange zuvor schon zu einer stinkenden Pestleiche geworden, die seit Atatürk ihren tiefen inneren Verfall durch iPods und westliche Investoren kaschieren konnte.

Oh ja, mein Gott, es gibt noch Kultur in der Türkei. Da und dort. Vermutlich. Wir wollen es nicht ausschließen, nur weil wir es noch nicht gefunden haben. Wo vielleicht lokale Gemeinschaften aus irgendwelchen Gründen das große Ganze ignoriert oder verschlafen haben könnten. (Der VdZ kennt solche Lokalitäten aber nicht, gut, er war ja nicht oft in der Türkei, von der ihn ohnehin nur der Osten interessiert, wo es nach Armenien zugeht, dem ältesten christlichen Teil des Abendlandes. Nomaden wie die Türken sind höchstens als "wissenschaftliche Fallbeispiele" interessant.) 

Aber der Zustand des "großen Führers" Recep Erdogan erzählt viel über die Türkei und noch mehr über den Islam.  Der nämlich nicht in der Lage ist, und der VdZ hat es schon vor etlichen Jahren diagnostiziert, Kultur aufzubauen, das alte Islam-Problem also, wie sie Europa voraussetzt. Denn Kultur heißt, über allem Faktischen hinaus das Ewige präsent zu machen. Das verlangt Abstraktionsvermögen.

Das der Islam mit "Bereitschaft zur Lüge", wenn es den Interessen dient, mit Wahrheit verwechselt hat und bis heute verwechselt, ist systemimmanent. Darum - die Hadithen drücken es nur noch explizit aus, man braucht sie aber nicht, um das zu sehen - lügen die Muslime, wo immer es paßt. Wo Ungläubige ihren Interessen entgegenstehen. Dort ist es sogar - wie im Judentum, auf die Nähe zu welchem sich der Islam ja immer wieder beruft, umso vielsagender der Haß auf die Juden, es ist nämlich der schamgeborene Haß auf die eigene Naturwidrigkeit, in Form von Verlogenheit - erlaubt. 

Nun hat Erdogan (sprich nicht zufällig mit "Erdowan") das nächste Meisterstück geliefert. Denn die Türkei sieht er als große große Macht. Die die arabische Welt zu ordnen hat und vermag. Seine Interessen an Syrien (Damaskus!) hat er dabei nie aufgegeben. Nur kurzfristig schien ihm eine Nähe zum syrischen Raum (weil durch Konsistenz, dem Prinzip jeder Ordnung, so eine solche nur Simulation durch Gewalt sein soll) ordnenden Macht - nur die Russen waren dazu in der Lage - Ertrag zu bringen. 

Kulturlose irrationale Wuzzlinge hält aber nur ihre Phantasie. So die bei Erdogan herrschende, in nichts begründbare, umso vehementer beherrschende Phantasie einer "Herrenmacht Türkei". Um das herbei zu imaginieren ist den Türken seit je alles recht. Den neutürkischen Atatürken ist sowieso alles egal, Hauptsache sie haben ihr iPhone, das sie an den Totenschwatz der Welt - das ist Säkularismus, eine seltenblöde menschliche Regung, die umso prustend-größer daherkommt - anbindet, und umso mehr auf Brutalität angewiesen ist.

Und diese Phantasie hat Erdogan nun erinnert, daß er eigentlich Syrien für seine Zwecke und Träume bräuchte - einer Großmacht Türkei.  Also muß er (der VdZ hat es vor zig Jahren hier bereits ausgedrückt) den Norden von Syrien beherrschen. Selbst der Zweck "Kurdenbekämpfung" ist da nur Vorwand. Es geht um absurde Träume eines Geisteskranken. Der freilich gewissen Unterhaltungswert nicht verweigert. Drum war er ja dieser Tage beim römischen Papst. Da reden zwei, die gar nicht wissen, wovon. Das muß lustig werden.

Also legt es der Wuzzipascha vom Bosporus mit seinen kurzzeitig gefundenen Freunden - schon das ist witzig, denn die Türken waren immer Todfeinde der Russen, wie soll das auch anders gehen! Ja der Konflikt zwischen den beiden Ländern und Völkern hat Europa im 19. Jahrhundert entscheidend mitgestaltet, weil sich in der furchtbaren Verwundung (samt den Folgen wie der russischen Überspannung in Ostasien - Tsushima, Port Arthus etc. etc.) im Krimkrieg ein Machtvakuum in Europa bildete, das der nächste Fuzzi, Bismarck, primitiv ausgenützt hat, um genau jene Primitiven um sich zu sammeln, die seither wie Erdogan von Macht und Größe träumen (drum die "taktische" Nähe der beiden Länder im letzten Jahrhundert) - also (mein Gott, wo waren wir? ach ja, bei den Freunden) hat er sich neue Freunde gesucht. Vladimir Putin. Immerhin haben die Russen (weil Kulturvolk) die Macht, ein Atomkraftwerk zu errichten. Das Erdogan dringend bräuchte, um die Stromversorgung im Land der Plutzerlichter, weil Touristenblitzer (zwei Wochen Antalya für 350 Euro, fullservice, wo kriegt man das schon?) aufrechtzuhalten.

Schießt also das nächste russische Flugzeug ab und massakriert den Piloten. Erdogan? Na natürlich Erdogan, pars pro toto! Noch die Renaissance wußte davon, daß der Auftraggeber der Täter ist.

Und legt sich neuerlich mit den Russen an, mit denen er doch gerade "Freundschaft" geschlossen hat. Nachdem sie ihm den Arsch beim Putschversuch gerettet hatten. Sagt zumindest Putin.  

Aber gut, das ist drei Jahre her. Genug um Kultur wieder zu vergessen. Heute wittert Erdogan seine nächste Chance. Die Amerikaner, genauso sittenlose Irrlichter wie er (beide hängen deshalb am iPhone), scheißen sich auch um nichts, und bleiben einfach mit ein paar hundert Soldaten in Syrien. Gegen alles Völkerrecht. Aber was kümmert das Erdogan. Was kümmert das eine EU? Sie sind doch alle so moralisch. Und so ökumenisch. Und so freundschaftlich. Und so nützlich. Oder nicht. Ach, was hat hier Denken zu suchen? Luftig lustig, heidarjödulliöh, so passiert heute eben Politik, jubilate, schreit da der charismatische Chor im Petersdom dazu!

Und jede Wette, die Amerikaner werden dem Schnurrbartträger vom Bosporus wieder den Arsch küssen. Mit lustvoller Zunge. Endlich wieder eine feste Luft- und Raketenbasis gegen die pöhsen Russen. Die waren ja zuletzt sogar - angeblich, wortmaulig, wie Erdogan eben ist - gefährdet. Mein Gott, was für ein Desaster für die NATO. Washington hat es wieder hingekriegt. Erdogan wieder ein paar iPhone- und Rüstungsmilliarden zugesprochen, jede Wette. Und das mit Arabien ist ja auch nicht so gemeint, hieß es im Telephonat am letzten Sonnpurzeltag. 

Wie wunderbar ist doch der christliche Gott. Hallelujah. Handelt auch ohne daß man sich um Vernunft bemühen muß.

Vorbei. Erdogan war es, er hat es wieder gerichtet. Die Türkei wird wieder in die rußlandfeindliche Allianz der US-NATO einscheren, versprochen. Dafür darf sie im Norden Syriens ihre fetten Großmachts- und Kalifats-Träume vom türkischen Großreich austoben und etwas weiter östlich, dem Irak zu, die super staatsfeindlichen Kurden abschlachten. Feinde einer nationalistischen Türkei zu Millionen abzustechen und auszuhungern hat ja seit Atatürk Tradition. Auch mit deutscher Unterstützung, das bleibt in einer Linie. Gruß an Armenien! Damals war es die türkische Blockhaltung gegenüber den Alliierten, heute ist es die Verhaltung von syrischen Flüchtlingsmillionen. Das paßt alles zusammen.

Mein Gott, wie lustig ist doch Politik mit Muslimen. Und deren Geistesbrüdern, Amerikanisten. Deutschisten. Endlich kann man die so beschwerlichen Gedanken ablegen, es kommt auf keinerlei Konsistenz mehr an! Wort ist doch Schall und Rauch. Und vor allem: Wer war je dumm genug zu glauben, daß das im Islam jemals anders war? Vernunft ist da doch nicht gefragt. Juppeidi. Das wußte Wilhelm II., das wußte Merkel.

Der römische Papst schickt sein Glückwunschtelegramm. Endlich Einheit.

Das kommt davon, wenn man iPhones und Twitter für Kultur hält. Weil man überhaupt keine Ahnung, weil keine sittliche Haltung dazu mehr hat, was Kultur überhaupt ist.






*120218*

Montag, 16. Oktober 2017

Einmal hat er Recht, einmal Unrecht

Wenn der türkische Ministerpräsident Reczip Erdogan unlängst meinte, daß die Türkei nicht mehr an einer EU-Mitgliedschaft interessiert sei, es allerdings für Europa eine kulturelle Weiterentwicklung bedeuten würde, die Türken darin aufzunehmen, so hat er einmal Unrecht, und einmal Recht.

Unrecht hat er, wenn er meint, daß eine muslimisch geprägte Gesellschaft gleichbedeutend mit Kultur wäre. Das ist naturrechtlich gesehen falsch, und man kann von Kultur dabei nur im abstrakten, zuständlichen Sinn sprechen: als Kultur in diesem und jenem Zustand. Das ist auch historisch eindeutig zu erkennen. Nirgendwo hat der Islam eine regionale, individualistische Kultur hervorgebracht. Er hat stattdessen vorhandene Regionalkulturen zentralistisch normiert, und regionales Gepräge gab und gibt es nur dort, wo er noch zu wenig stark ist. Von Marokko bis Pakistan. Der Islam ist sogar anti-kulturistisch. 

Es gibt also keine islamische Kultur, es gibt nur Kulturen, die überleben, obwohl sie islamisch geprägt sind. Auch in Cordoba, dieser einzigen wirklichen Blütezeit eines sogenannten islamischen Staates, war es nicht anders. Sie war von nordwestafrikanischen Kulturen geprägt, die prinzipiell arianisch, aber formell "islamisch" waren. Die Spanier hatten sie selbst geholt, als Einigungsmittel in ihrer Uneinigkeit. (Wie man heute wieder einmal sieht: Ohne jeden Erfolg, aber das ist ein anderes Kapitel.) In dem Moment, wo dieses Staatsgebilde wirklich "islamisch" wurde (12. und 13. Jahrhundert), und das war unausbleiblich, denn der dortige Islam galt der großen Koran-Gelehrtengemeinde (samt dem Sultan) in Kairo, Damaskus und Bagdad als Häresie und ungehorsame Gemeinde, war es schon zu Ende mit dieser Kultur.

Die die Kalifen und Sultane der Jahrhunderte zuvor noch "leben" hattten lassen. Sie waren tief hellenistisch geprägt, und deshalb von griechischer Philosophie durchdrungen. Was den Völkern im Orient eine bedeutende kulturelle Dynamik verlieh, weil im Grunde schon die Allianz aus Plato und Aristoteles die Grundlage unserer heute (wie damals) bekannten Wissenschaft bedeutet. Aus einer Haltung heraus, in der eben die Welt vom logos und seiner notwendigen Widerspruchsfreiheit getragen ist. Doch es gab nicht nur gute Politiker, und vor allem die schwächeren griffen zur Religion als politischer Waffe, ihre Reiche zusammenzuhalten. Wofür sich der Islam prächtigst eignete. Das führte aber unweigerlich dazu, daß man sich das Prinzip der Widerspruchslosigkeit vom Halse schaffen mußte. Und heute steht das Abendland vor dieser selben Schwelle. Es hat aber nicht die zentralistischen Strukturen der (historisch mittleren) islamischen Welt, und deshalb würde es zerfallen, setzt sich dieses Widerspruchsprinzip (eines kann ebenso wahr sein wie das andere) durch.*

Erdogan hat deshalb zweifellos Recht, wenn er auf die Schwäche der abendländischen Kultur hinweist. Ihr gegenüber zeigen sich sogar Stärken beim türkischen Volk die tauglich sind - und wir erleben das auch wieder und wieder - Europa zu überschwemmen und umzuformen. Insbesonders die Stärke der Familie und der Großfamilie, des Clans, der solidarische Zusammenhalt deshalb ist als Voraussetzung für Staat und sogar Volk von enormer Bedeutung. Gerade in diesem Punkten ist Europa kurz vor der völligen Auflösung, oder eigentlich schon mitten im unaufhaltsamen Absturz.

Wenn, dann könnte es sich nur erholen, wenn es sich re-katholisierte. Nicht einmal "re-christianisierte" wenn man damit meint, daß der Protestantismus ebenfalls ausreichen würde oder gar in seiner Kulturwirkung "dasselbe" sei. Davon, und nur davon wird die Zukunft Europas abhängen. Alles andere ist wertloses, substanzloses Geschwätz. Denn im Positivismus, Subjektivismus und Moralismus des Protestantismus läßt sich niemals eine Kultur aufrichten, ja nicht einmal langfristig halten. Der Islam, der in dieser Art genau dasselbe Rezept verfolgt, zeigt es vor. (Von "Bewahrung der christlichen Kultur" zu sprechen ist ohnehin ein bemerkenswert inhaltsleeres Gerede, das sich wohl nur auf die Gebäude beziehen kann.) Q. e. d.

Möglicherweise ist also Erdogan knochenharter Realist und viel intelligenter, als mancher meinen könnte. Und dafür spricht ohnehin viel, wofür sich der VdZ sogar ehrliche Bewunderung für den ehemaligen Iman abringen kann: Er ist ein Staatsmann, wenn auch typisch orientalisch und einem Attila ähnlicher als einem Putin. Wo gibt es aber sogar das im christlichen Europa?

Stell Dir nämlich vor, die Türken liegen mit einem Millionenheer wieder vor Wien, versprechen in Flugblättern Freibier und Würstel, die sie verteilen, während sie ihre Tschinellen malträitieren, und die Wiener öffnen daraufhin die Tore und gehen Blumenpflücken oder holen sich einen Gutschein für ihre Eitrige siaß mit Buckel und Pfefferoni (Käsekrainer mit süßem Senf, Brotanschnitt und mildem Pepperone - für unsere deutschen Fremdsprachigen; es sind blöderweise aber grad keine Würstel da, sie kommen aber morgen, ganz sicher), und gehen anschließend nach Grinzing zum Heurigen ...




*Man kann also die Totalisierungsbestrebungen der Gegenwart, die versuchen, ein neues religiöses (resp. moralisches) Zwangs-Einigungsprinzip ("Klimakatastrophe", usw. usf.) zu etablieren, und die eigentlich sämtliche kulturellen Einrichtungen erfaßt hat, bis hinein in die Familien, die Pädagogik, die Schulen, als durchaus begreifbare (aber um nichts weniger falsche) Gegenbewegung ansehen, die aus pragmatischen Gründen ebenfalls (wie die islamische Welt) zum Totalitären greift, um nicht zu zerfallen. Aufgrund der Schwäche der Katholischen Kirche aber hat die westliche Welt nicht die Kraft, eine Kulturquelle wieder auszugraben oder gar zu etablieren. Wer sich die linken wie die rechten Bewegungen ansieht wird feststellen, daß es sich in deren scheinbarer Unvereinbarkeit im Grunde um einen "Quellenstreit" handelt. Der nie zu jener substantiellen Einigung führen wird, nie, den nur die Wahrheit, die Kirche, darstellen könnte, weil er sonst immer auf der ideologischen Ebene bleiben wird.




*041017*

Dienstag, 25. April 2017

Es darf gelacht werden

Herzliches Lachen könnte einen ergreifen angesichts der Reaktionen, die Europa den Türken mit Erdogan derzeit entgegenbringt. Da sind einmal jene, die immer die Türkei als Europa sehen wollten, und deshalb viele Jahre vergeudeten um zu beweisen, daß dieses orientalisch-nomadische Volk in seiner Kultur Europa nicht nur ebenbürtig, sondern sogar überlegen sei. Sie rudern nun verzweifelt mit den Armen, denn in dem Maß, als diese Türken zu sich finden, werden sie so "ganz anders" als man es von diesem verweicheierten Europageschwümmel der Superweichspülchristen kennt. 

Und da sind jene, die die Türkei sowieso immer als europafeindlich sahen, denen nun Erdogan die Begründung nachliefert, indem diese Türkeifeinde in der nun nur offen, ja ehrlich und damit endlich ehrbar gewordenen Entwicklung zur Despotie die Beweise für ihre Aversion sehen, weil die Türkei den westeuropäischen Weichfäulnisschlatzen nicht zu folgen gewillt ist. Tiumphierend stehen sie nun vor den Linken. Und triumphieren groteskerweise, weil ihre Beweise der Unvereinbarkeiten Europas Christentumswehen als links definieren. Oh Gott, Todesstrafe!* Niemals! Niemals! Oh wie gräßlich! Katholisch ja, aber doch bitte nicht wirklich! Denn dann wäre es in vielem (nämlmich in den Phänomenen) doch so diesem Islam ähnlich! Als läge es an den Phänomenen ... hier, jetzt, damals, früher, morgen ... Was für ein geistig zerrüteter, geisteskrank gewordener Kontinent.

Und dann sagt der Despot am Bosporus auch noch solche Dinge! Europa werde türkisch, und so. Mein Gott! Igitt! TUT MAN DAS?

Die ganz wenigen, die es ohnehin sahen, die um die Wirklichkeiten der Unvereinbarkeit wußten, die die Verschiedenheit sahen, und gerade diese Unterschiedenheit - die immer Unvereinbarkeit heißt! - sogar liebten, also die wenigen die auch tatsächlich ihre Feinde (!) liebten, indem sie sie als solche begriffen, sind zu wenige, um hier erwähnt zu werden. Sie werden in den Kommentaren dieser lächerlichen Geräuschkulisse, die sich immer noch als öffentlicher Disput bezeichnet, nicht berücksichtigt. Wer wahr kommentiert ist ja nicht gerade konsumgeeignet.




*Die EU kennt nicht die Todesstrafe? Darf man lachen? Kennen diese Herrschaften, die sich da mit dem von den immer wenigeren arbeitenden, wertschöpfenden Menschen erpreßten Geldern fettgemästeten Politiker- und Elitenmüllhalden ihre von ihnen selbst erlassenen Gesetze nicht? Es gibt sie, wie der Völkerrechtsjurist Schachtschneider (und andere) bewies. Nur dient sie nicht der Gerechtigkeit und damit dem Gemeinwohl, sondern nur dem Fall, wo das perverse System in seinem Bestand gefährdet wird. Wobei - Systemerhalt hat eben in Politik wie Kirche längst das Gemeinwohl ersetzt.




*180417*

Donnerstag, 30. März 2017

Die Sache hat eine andere Seite

Die Blüten werden immer seltsamer, die Europa in ihrer Spannung zur Türkei unter Erdogan treibt. Daß der Unsinn von Doppelstaatsbürgerschaften (Deutschland-Türkei) sogar ein ganz gefährlicher Schuß ins eigene Knie sein könnte, hat sich ja nun offenbar herumgesprochen. Denn Erdogan macht allen Erstes das, was ein Staatsmann zu machen hat - er sieht alle Staatsbürger als Schutz und Interessen ihres Landes, der Türkei, eingegliedert. Lassen wir es aber dabei. Vorerst zumindest. 

Zum medial hochgekochten Sonderfall aber wurde der Fall des "Auslandskorrespondenten der Welt", Deniz Yücel. Der ja nur als Nebenbeschäftigugn auch für diese deutsche Gazette schreibt, im hauptberuf ist er ganz einfach Journalist in der Türkei. Und bumm, sitzt er nun im Gefängnis. Was in Deutschland als Racheakt wegen des Auftrittsverbots türkischer Politiker gewertet wurde. 

Aber reicht das? War es das? Denn da tauchen ganz andere Dinge auf, wenn man der Sache einmal tiefer nachgeht. Da tauchen Texte auf, die so manche Zweifel in den Raum stellen, ob es bei "Rettet Deniz!" (komisch, alles muß heute gerettet werden) wirklich nur um eine deutsch-türkische Sache geht. Texte wie diese, sie sind dem Blog "Eulenfurz" entnommen. Wo Zweifel aufkommen könnten, ob es dem Besagten gar so ernst mit seiner Türkeiliebe ist. Texte, die - so nebenbei - wie eine Schablone wirken, wo man nur die Bezeichnung des einen Landes durch die eines anderen ersetzen müßte. Gab es nicht 1945 so ähnliche Texte, nur auf Deutschland gemünzt? Naja, so ein Text kann einem der sein Land liebt schon mal in die falsche Kehle kommen. 

Ob man ihn einsperren muß ist ein ganz anderes Problem. Wobei - ist es ein Problem der Türkei und Erdogans? Da lesen wir also zuerst einmal:

Der baldige Abgang der Türken aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite. … Nun, da das Ende der Türkei ausgemachte Sache ist, stellt sich die Frage, was mit dem Raum ohne Volk anzufangen ist, der bald zwischen Europa und Asien entstehen wird: Zwischen Bulgarien und Iran aufteilen? Parzellieren und auf eBay versteigern? Palästinensern, Tuvaluern, Kabylen und anderen Bedürftigen schenken? Zu einem Naherholungsgebiet verwildern lassen? Oder lieber in einen Rübenacker verwandeln? Egal. Etwas Besseres als die Türkei findet sich allemal.

Und im Urteil über eine ihm nicht zu Gesicht stehende Politikerin wurde er sogar noch einen Hieb schärfer:

So etwa die oberkruden Ansichten der leider zu erfolgreichen politischen Aktivistin Meltem Oral, die man … eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur nennen darf … und der man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge ihr Werk gründlicher verrichten.

Also gustiös ist anders. So nebenbei: Auch Freiheit schaut anders aus. Nicht alles was willlkürlich ist, iste nämlich "frei". Vor allem aber hat Eulenfurz  nicht Unrecht wenn man dort meint, daß man bei uns für solche Texte ebenfalls ins Gefängnis wanderte. Wegen Volksverhetzung und Haßrede. Und ein Psychologe könnte schließen, daß jemand, der sich so und das so öffentlich äußert, eigentlich auf eine Frontalkonfrontation und damit einen Bruch mit dieser Öffentlichkeit, also dem Volk, dem Staat abzielt. Könnte es also sein, daß die offiziöse Empörung zumindest in diesem Rettungsfall eine Form plumper Doppelmoral Europas ist?





*170317*

Freitag, 24. März 2017

Nur Deppen haben je einem Türken getraut

Bitte, Leser R, mäßigen Sie sich! Es lohnt doch nicht, auf die neurlichen und jüngsten Kalamitäten mit Erdogan einzugehen, schon gar nicht, wenn der Gegner EU heißt!? Wer einem Türken etwas glaubt, hat entweder einen an der Waffel, um es mit Goethe zu sagen, oder lebt in einer steuergeldabgetäuften Glaskugel, wo Wirklicheit nur als Hollywood-Film vorkommt. Einem Türken zu glauben ist einfach in sich ein Unfähigkeitsausweis, da kann man den Türken selber gar keinen Vorwurf machen. 

Die rechnen ja selber nicht damit, daß man ihnen glaubt, und jeder der das tut muß von ihnen, das geht gar nicht anders, zum einen verachtet, zum anderen ständig provoziert werden. Wer mit einem Türken drei  Kilometer Weg vereinbart, muß alle hundert Meter einen Wächter aufstellen,n der mit dem 80pfündigen Kupiusschwert droht, und muß bei Marke 2 Kilometer damit rechnen, daß es einen "schwerwiegenden Grund" gibt, jeden weiteren Schritt zu verweigern, weshalb jede Vereinbarung nichtig sei. 

Ja, hört man zuweilen, das ist nur weil ... und man hätte doch nicht ... und man hätte ... und man hätte nicht dürfen ... und man sollte ... dann wäre alles anders gekommen, weil .... Blablabla. Wirsing, drauf geschissen.Der VdZ hat noch nie einen reifen, erwachsenen Türken kennengelernt, und er hat viel kennengelernt, das lätß sich doch heute gar nicht mehr vermeiden. Die sidn lieb, die sind nett, die sind amüsant, alles. Aber sie leben in einem Zustand, meinetwegen in einem kultivierten Zustand, aber nicht in einer Kultur. Dazu braucht es Persönlichkeit. Und das schaut anders aus als irgendwelches Pfauengepluster ansonsten rotzfrecher Lümmel, die erst im Rudel das Maul aufmachen, und wie. Wobei - jawohl, die Türken haben völlig recht, auf den Europäte3r zu scheißen. Denn dessen Berufung auf das christliche Menschenbild, auf die christliche Pädagogik, ist dort selbst schon verachtet und als Prägung nicht mehr vorhanden. Vor dem europäischen Mann als Kulturträger hat ja nicht einmal mehr Tante Guschi Respekt. Stellen Sie sich, geneigter Leser, einfach mal vor, wie eine Tunte aus Marzahn einem eingewanderten muslimischen Türken erklären will, wie sehr Europa auf christlichen Werten beruht.

Das war noch nie anders. Noch nie! Das zu sagen braucht man keine achtzehn Wochen in All-inclusive-Antalya mit vollbetreutem Tagesausflug nach Pamukkale. Man lese doch ein wenig in Erinnerungen von Wert. Man werte doch nur die alltäglichen Erfahrungen mit Türken aus, und daran mangelt es doch niemandem mehr, der in teutschen Landen lebt. (Ach, wie humorvolle darunter! Sie sind doch wirklich liebenswert, ehrlich, aber eben als das, was sie sind! Muslimische Asiaten.) 

Wer Türken und ihre Kultur (und ihre Atatürk-Deformation, das nebenbei) kennenlernen will, der muß schon seit Jahrzehnten nicht mehr nach Ankara oder Nikosia fliegen. Wer es dennoch tat sah: Gleich. Absolut gleich. Ob in Wien Favoriten., ob in Markt Gresten im niederösterreichischen Voralpenland mit seinen 20 % bestbetreuten "Flüchtlingen" aus Anatolien, oder am Marktplatz von Trabszonspor. Über all dieselben Männer mit Plastiktüten (-sackerl, es gibt ja auch österreichische Leser hier) und Perlenschnüren und (oft gar nicht so - na wie bei uns halt, wie anders? Der Mann will ja auch dort ab und zu ein nettes Ziepfelspielchen?!) demütigen Frauen.

Und wissen Sie was, Leser R? Das ist das, was sie liebenswert macht. Die Idioten sind die, die das nicht begreifen. Die sitzen bei uns. Ersparen Sie dem VdZ, darauf näher einzugehen, es würde ihn in Gefahr für Leib und Leben bringen.

Was erwarten Sie von einer "Kultur", die den Logos ablehnt? Was erwarten Sie allen Ernstes von dieser Form von Islam? Na sein's ma ned bös, wie der Wiener da sagt. Geneigter R: Wo kein logos herrscht, wo die Vernunft (quasi-offiziell seit dem 9. Jhd., als in der islamischen Welt die Philosophie, die ehedem immer noch antik-griechisch-logisch gestaltete Welt, defacto und per Staatsmacht abgeschafft wurde) keinen Rang mehr hat, weil Gott rein auf Willen reduziert wird, dort gibt es keine Möglichkeit zum Disput. Däort wird das Wort - der logos - eben nicht mehr geschätzt. Dort ist die Sprache wertlos. Wer einem Muslimen beim Wort nimmt, wer einem Türken traut, ist einfach dumm, das ist auch schon alles. Deshalb dreht sich ja im muslimischen Raum alles seit dem 9. Jhd. endgültig im Kreis. Es gibt seither keine kulturelle, zivilisatorische Weiterentwicklung! Wer mit einem Türken Geschäfte macht, wird es direkt erleben. Alles ist, wie es gerade ist, so ungefähr, und so ungefähr unbestimmbar, zufällig. Weil Gott eben auch zufällig ist. Unberechenbar. Je nach Laune. 

Woran kann man das sehen? Weil die Sprache des islamischen Raumes nie zu einem Punnkt kam, wo sie fähig war, Frieden zu schaffen, Einingung zu erzielen. Dafür traf eine hochentwickelte persische Kultur auf einen arabisch-levantinischen Raum, wo noch bis vor 30 Jahren 80 % der Bevölkerung Nomaden waren. Was die Saudis mit grotesk-perverser,. abstoßend-dummer Geldverschwendung bis heute zu vertuschen suchen weil sie meinen - eben: kulturlos - daß man alles kaufen kann. Nach dem Motto: Entwickelt ist, wer ein Handy und einen Rolls Royce hat. Geht es noch primitiver? Kennt der Leser keinen Türken der meint, mit einem tiefgelegten BMW sei er König in Berlin-Kreuzberg oder Wien-Favoriten? Will jemand allen ERnstes behaupten, das hätte mit Kultur zu tun? Genauso wie umgekehrt die Antalya-All-inclusive-Primitiven aus Bochum oder Kürzelstadt an der Pummel, die genau den gleichen Kulturstand haben. Aber das ist eine andere Baustelle.  

Und nichts andres spielt sich bei uns ab - das Ende des logos, das Ende der Philosophie. Der Sieg des Willens über die Vernunft. Das ist es doch, was heute allgemein - und vor allem von den Jungen - als groteskterweise "Lebensphilosphie" genannte Haltung zu beobachten ist. Eine völlige Vertrottelung der Menschen. Wer wird also zukünftig einem Europäer noch trauen? Niemand. Nur noch Deppen. Die so tun werden. Weil ihnen nicht übrig bleibt. Weil Zwischenmenschlichkeit/Selbstsein seltsamerweise nur auf der Basis der Vernunft funktioniert.

Wie erwähnt. Der VdZ hat die Türken lieb. Aber sie sind eben, was sie sind. Die Deppen sitzen in Brüssel und Berlin. Der Verweis auf Logik und Vertragstreue, der Verweis auf die Notwendigkeit, dem anderen zu trauen, das heißt: sein Wort ernst zu nehmen, kann auch ein ganz primitiver, dreckiger, abstoßender Grund zur Entlastung von eigener Verantwortung und Sittlichkeit sein. 

Und nichts anderes war jedes Abkommen mit der Türkei. Ob mit oder ohne Flüchtlinge. Schickt also diese gesamte Europa-Pseudoelite, die da auf Politik macht, aufs Arbeitsamt, und zwar heute, nicht morgen. Es sind wie man hört gerade Stellen als Schulwart in schönen Städtchen wie in Kugel an der Filz und Bürstel an der Aller freigeworden. Auch die - mit Pensionsberechtigung. Wir sind ja sozial. Nur ein Vorschlag.



PS: Ach, Leser A(hmed; ausnahmsweise in Vollaut), das sei Verleumdung? Na - dann beweisen Sie das Gegenteil. Wir warten nur darauf. Dann haben Sie alle Türen offen. Aber dann können Sie gleich eine neue Kultur gründen. Der Islam von dem Sie als "eigentlichem Islam" reden, war nie -nie! - mehr als eine Utopie.





*160317*

Dienstag, 16. August 2016

Er sagt es auch

Willy Wimmer, dem man ganz sicher nicht Mangel an Einblicken vorwerfen kann, sieht die Dinge in der Türkei nicht unähnlich zu den hier vor einer Woche aufgeworfenen These über Zusammenhänge zwischen globalen US-Interessen und den jüngsten Vorfällen in der Türkei.

Nach Wimmer war es ein "Signal" an Erdogan. Denn es ist in der Türkei selbstverständliche Annahme, daß auch dieser jüngste Putsch(versuch) von Amerika gedeckt oder gar ausgelöst war. Wie jene drei Putsche, die schon in den letzten Jahrzehnten jedesmal eine nicht US-konforme Politik "korrigiert" hat. Interessant und allmählich zu einem Gesamtbild erweiternd, was Wimmer, der ehemalige CDU-Staatssekretär im deutschen Außenministerium, über so manche Hintergründe zu sagen hat. Denn dazu muß man die Situation der USA, die vor Wahlen steht, beachten. Wimmer meint sogar, daß der Abschuß der russischen Maschine vom Vorjahr nur mit amerikanischer militärisch-technischer Hilfe möglich war, um die türkische Verbindung mit Putin zu zerstören. Nach Wimmer aber haben sogar die Russen Erdogan in seinem Urlaubsort vor den Putschereignissen in Istanbul gewarnt, und damit gerettet!

Den Grundfehler habe Erdogan begangen, so Wimmer, als er vor ein paar Jahren (gegen Israel) den Gaza-Streifen mit Versorgungsschiffen ansteuerte. Erdogan habe sich dann außenpolitisch mit seiner Syrien-politik der Destabilsierung schlichtweg "verzockt". Auch das wurde hier bereits als Vermutung bzw. Deutungsversuch geäußert. Und tatsächlich, auch Wimmer weist (wie der VdZ) auf die orientalische "Basar-"Mentalität hin, will man die Türkei, ja den gesamten Vorderen Orient verstehen. Europa ist dabei, sich in ein Karussel hineinziehen zu lasse, das "uns umbringen wird". Vor allem das tragisch bereits instrumentalisierte Deutschland ist dabei, sich in einen wahren Strudel hineinreißen zu lassen. Damit ist Europa in Widersprüche verwickelt, die die Bevölkerungen der Länder längst spüren, und damit das Vertrauen in die Politik zurecht verloren haben.

Hörenswerte 24 Minuten!








*120816*

Montag, 15. August 2016

Vorsicht vor dem Kind im Bade

Der Hauptfehler Erdogans? Daß er ... kein Christ ist. Denn in aller gebotenen Feindschaft, die dem Islam gebührt - Erdogan zeigt deutliche Zeichen eines Kampfes gegen den Modernismus. Er holt es dabei auf eine Weise nach, die zumindst in Teilen Anklänge an den Faschismus des Europa der Zwischenkriegszeit bietet. Nur - wie sollte man den wirklichen Kampf gegen den Zerfall Europas führen? Wo wären die politischen Kräfte in Europa, die diesen Kampf aufnehmen, führen, und isch weiter wagen als brave, "zivilisierte" Kolumnen in liberalen Zeitschriften zu verfassen, und dabei Hottentottensprünge vollführen, um nur ja über keine Sprenglinie zu treten?

Lassen wir uns deshalb nicht in eine falsche Solidarität hineinziehen, in der wir namens eines Europa, das es überhaupt nicht mehr gibt, das in seinen letzten Zügen liegt, übersehen, daß die europäische - und heftig geschürte (warum wohl?) - Ablehnung der Türkei in der Gegenwart ein perfides Spiel jener Modernität ist, die dabei ist Europa zu zerstören. Aber die Ansätze der Türkei unter Erdogan sind keineswegs in Bausch und Bogen falsch. Gerade der Kampf gegen das Establishment verdiente doch alle Aufmerksamkeit, gerade jener Kreise und Kräfte, die derzeit Europa in seinen christlichen Wurzeln zu verteidigen vorgeben. 

Das kann nur in der Religion ansetzen, das kann nur in einem Kampf gegen eine absurde, irrelevante rationalistische Wissenschaft ansetzen ... Hat einmal ein Rechter überlegt, wie man hierzulande eine Wende herbeiführen bzw. vor allem durchführen wollte, als durch radikale Auswechselung großer Teile des Estabilshments? Anders als durch direkt Eingriffe ins Schulwesen, das auch Lehrinhalte betrifft, die im letzten ... ja, tatsächlich ... religiös zumindest auch argumentierbar sind? Und da ließe sich so manches anführen.

Es mischt sich viel in der Türkei ins Spiel. Viel Internes, das aus seinem Geburtsfehler stammt, das die Türkei in der heutigen Form in eine Widersprüchlichkeit stellt, die sie nicht bewältigen wird. Denn die Moderne eines Atatürk ist nicht staatstragend. Sie kann nur eine Diktatur tragen,. ihr Ablaufdatum ist damit im Geburtsdatum eingeprägt. Das geht also gar nicht. Es sei denn, die Türkei würde zu Verbrechen aufstehen, die wir uns noch gar nicht vorstellen können, und gerade dann wäre sie ein Todeskandidat. Die Widersprüche der Türkei kann sie nicht lösen, es sei denn, sie würde ... christlich. Tatsächlich. Nur im Christentum hätte sie jene persönlichen Reserven, die sie zum Notwendigen bereit machte und ihre Probleme (die - was wunder?! - innenpolitisch zuerst sind) lösbar machte. Aber darüber brauchen wir gar nicht reden.

Man muß dem Feind lieben. Den FEIND. Also wie gut und klärend ist es, den Feind auch so zu benennen. Dann kann man ihn lieben. Die Verwaschenheit Europas, die doch nur eine einzige Lüge ist, in der nichts mehr Feind heißen darf, damit man den Kampf umso heimtückischer führen kann, ist nicht christlich, und schon gar nicht Liebe.

Daß ein muslimisches Land niemals europäisch sein kann ist eben ein ganz anderes Thema. Denn Europa ist eine Kulturdimension, und damit eine religiöse Dimension. Daß wir in Europa strikt und endlich gegen den seit je enorm expansiven Islam vorzugehen haben, ein weiteres. Nur - lassen wir uns nicht benutzen! Lassen wir uns nicht von einem impotenten Establishment, das nicht einmal im Ansatz Argumente und Gegenwehr gegen seine Auslöschung aufbrächte, dazu mißbrauche, ihren Kampf zu führen. Nein. Der VdZ kämpft nicht für die Wurzeln Europas, um diese verroteten Eliten an der Macht zu halten, die genau dieses Europa, dieses Abendland in den Abgrund führen und bereits geführt haben und pausenlos nur eines betreiben: Mißbrauch der Begriffe. Alles, was man Erdogan und der Türkei aktuell vorwirft vollzieht die Linke in Europa seit Jahrzehnten! Und zwar: ausnahmslos. Sie vertuscht es nur perfide.

Die heute den "Kampf gegen den Islam(ismus)" auf eine Art zum Schicksalskampf Europas stilisiert, der nur einem Ziel dient: Ihrem ganz genuinen Machterhalt, dem Erhalt der Diskurshoheit. Wer meint, eine Queerparade zuzulassen wäre Ausdruck von Freiheit, der gehört psychiatriert, und nicht in die Riege der Verteidiger Europas gestellt. Die gegenwärtigen Reaktionen des "Entsetzens" über die Türkei sind selbst schon Ausweis der Dekadenz einer im wehleidig-reflexiven Liberalismus abgesoffenen Gesellschaft, der schon die Kategorien der Wirklichkeit abhanden gekommen sind und sich in einer sentimentalen, aber unerträglichen Verlogenheit so etwas wie Heiligkeit zu simulieren zu berufen fühlt, die umgewendeter Hand millionenfachen Mord begeht, ohne mit der Wimper zu zucken, Hauptsache man sieht ihn nicht. Sie sind nicht weniger Feinde Europas wie Erdogan, aber sie sind es auf eine unerträglich verlogene, perfide Weise.

Houillebecq hat mit "Unterwerfung" weit mehr Recht, als vielen lieb ist. Europa braucht eine religiöse Renaissance. Sonst hat es keine Zukunft, sondern verfällt endgültig in Lächerlichkeit. Das momentane Geschehen um Erdogan könnte die Aufforderung sein, die wir in der Türkei zu begreifen hätten. Denn das scheint der (milde formuliert) pschische Ausnahmefall eines Orientalen - zumindest so irgendwie, und auf unvollkommene Weise - begriffen zu haben.




*120816*

Donnerstag, 11. August 2016

Erdogan und Krenn, oder: Die Saga vom großen Meister

(Erste Bestandsaufnahme) Je intensiver sich der VdZ mit Recep Tayyip Erdogan befaßt, desto mehr kommt er zum Schluß, daß ihm da Grundzüge entgegentreten, die ihm von ganz erstaunlichem anderne Ort her bekannt sind: Die Parallelen zwischen Erdogan und Bischof Krenn - Gott hab ihn selig -, den der VdZ aus nächster Nähe kannte, sind auffällig.

Es hat mit dem System, der Art zu tun, wie sie herrschen - und das ist nämlich irrational, rein subjektiv, momentbezogen, und bedient sich der Rationalität nur, folgt aber nicht der Vernunft, bedient sich aber geschickt einer Scheinvernunft. Denn Vernunft, gemessenes, strategisch abgestimmtes Handeln würde charakterliche, ja tugendbezogene Konstitution verlangen. Diese fehtl diesen Leuten aber, wenn auch in unterschiedlichen Tönen.

Sie widmen sich deshalb umso mehr ihrem Ruf, ihrem Bild im Außen. Das müssen sie, denn aus innerer Gesetzlichkeit heraus würden sie nicht bestehen können, zumindest fürchten sie das. Beide haben nämlich unter starkem eigenen Wollen ihre Position erreicht.

Sie umgeben sich deshalb mit Entourage (oder: ziehen solche Anhänger an), die wenig bis keine Angepreßtheiten an die Wirklichkeit, noch weniger schöpferische Erfahrung und Verantwortung kennen und die vor allem eines eint: Die Geschmeicheltheit, der Macht so nahe zu sein, ja hinter ihre Kulissen blicken zu dürfen, auf daß endlich ihre Leben aufgewertet werde. Um allen anderen, ihrer ganzen bisherigen Umgebung, endlos überlegen zu sein, also: selbst aufgewertet zu sein. Endlich. Eine Entourage, die sehr leicht zu täuschen ist.

Die deshalb dem großen Meister bewundernd zugetan sind, der diese ferne Macht inne hat - und an dieser sie durch Liebdienerei Teil zu haben meinen, weil sie eben in die Nähe dieses großen Mannes gelangt sind, ja, die ihnen dieser so überraschend gewährt. Denn der Meister holt sich solche Leute sogar.

(Man spricht ja auch bei Erdogan längst davon, daß er sich nur noch mit Leuten umgibt, die ihm unkritisch huldigen. Die größte Gefahr einer Führung, denn darin liegt die Gewähr auf völligen Realitätsverlust, was ihre Nervosität, ihre Impulsivität im Umgang mit Kritik noch stärker macht, sodaß sie gerne überreagieren. Ebenso entstammt daraus die Neigung, die Welt durch ständiges "großes" Handeln zu überrennen, auf daß sich diese kaum zu sammeln vermag.)

Diese Entourage sieht sich durch die Nähe zur Macht aufgewertet, und damit wird sie zu eifrigen Verteidigern, vor allem aber Erklärern ihres Meister, egal was da kommt. Daß diese gar keine Strategie haben, daß diese irrational nach Tagesaktualität vorgehen, sich häufig widersprechen, eigentlich nur so irgendwie ihre Macht zelebrieren, taucht in den Nimbus der großen Führungskunst ein, mit dem sich diese Männer gerne umgeben (und davon umgeben lassen) und natürlich, weil ja klar ist: sie wissen Dinge, die die anderen nicht wissen, haben Überblick, den der einfache Mensch nicht hat, in welchen Nimbus sie alles tauchen. Denn alles können sie natürlich nicht sagen.

Männer? Auch Frauen sind darunter, auch Merkel ist für den VdZ immer klarer als dieses Typus erkennbar, der sich natürlich in manchen Spielarten darstellt. Aber diese Männer spielen gerne mit diesem Nimbus, machen im internen Kreis gerne Ankündigungen, verkünden Pläne, erklären - ganz im Vertrauen -, wie kompliziert alles ist, und doch durchschauen sie es, lassen jovial aber das eine oder andere interne Detail fallen. Ihre Irrationalität wird immer mehr zum "Über-Wissen", ihre Gefolgschaft zur Gemeinschaft der bedingungslos Gläubigen.

Ihre Jünger nicken nur noch begeistert und mit roten Ohren, ihren Meister, der natürlich immer knapp mit der Zeit ist weil so viel zu tun hat, und dabei doch immer wieder so erstaunlich viel Zeit hat, mit allen Mittel zu verteidigen mehr bereit denn je.

Die alle vor allem eines auszeichnet, ja mit dem Meister verbindet: Sie sind bisher zu-kurz-Gekommene, entstammen NICHT dem Establishment, das ihr Meister sogar zu bekämpfen vorgibt, das dieser bestenfalls (und angeblich) soweit eben berücksichtigt, als es gerade noch aus Klugheit nötig erscheint. Denn immerhin, sind sie ja selbst Emporgekommene.

Und niemand braucht den Beifall des Establishments dabei so sehr, wie Emporkömmlinge! Niemand ist so schlecht geeignet, um zu reformieren! Ja, oft ist es, als wäre bei niemandem der Fokus so sehr darauf gerichtet, dem bisherigen Establishment zu gefallen, so gut man das auch zu verbergen sucht. Sie reagieren deshalb gerne äußerst gereizt, wenn dieses Establishment sie nicht anerkennt. Dann werden sie sogar wirklich da und dort zu jenen Revolutionären, die zu sein sie ursprünglich vorgaben.

Oh ja, denn nun kommen sie, die Jünger, und deuten der Welt an, daß sie in das komplizierte Räderwerk Einblick haben (der andere freilich nicht), und knüpfen fleißig an diesem Netz des Irrationalen weiter, das natürlich für alles eine Erklärung bereit hat. Denn das Amt ist ja so kompliziert, die Lage ist so verflochten, die Führungsaufgabe so komplex - die durchschaut ein einfacher Max von der Straße nicht, zu dem jeder wird, der nicht ihrer Vertrautlichkeitssphäre zugehört. Also wird auch in den größten Unsinn und Widerspruch noch hineingedeutet, daß die Zuckergläser bersten. Es sei nicht verständlich? Na das sei nur, weil eben der andere nicht jenen Einblick habe, dessen man sich selber erfreue. So bauen sie sogar zweite, dritte Kreise um sich, die alle nach demselben Schema funktionieren. Und oft genug befinden sich darin auch Vertreter von Medien.

Erdogan ist gewiß tatkräftiger als Bischof Krenn, das verlangt schon sein Amt, das anders als bei Krenn nicht gewisermaßen dogmatisch abgesichert ist, sodaß jeder Krtiker mit dem Gefühl des drohenden Heilsverlusts zu kämpfen hat. Wenngleich Erdogan auch daran arbeitet, denn auf Dauer ist Opposition, die wirklich etwas bewirken könnte, lästig und gefährlich. Ein Bischof muß das ja nicht - oder: so gut wie nicht - fürchten. Darin aber, in dieser in die Sphäre des Heiligen, Großen eingetunkte Dogmatisierung ihrer Position, kommen sie sich wiederum so nahe wie nie. Erdogan brauht den Islam, und vielleicht ist der Islam überhaupt nur so verstehbar, hat sich nur deshalb so stark ausgebreitet, weil er sich so hervorragend und von Anbeginn an als sehr taugliches Instrument gerade irrationaler, rein machtbezogener Herrschaft eignete.

Daß die Pläne solcher Herrscher, ihre Erklärungsmodelle bestenfalls den Rang von zufälligen, manchmal regelrecht situationsgeborenen, einfach gutklingenden Traumtänzereien haben, ist ihrer Entourage natürlich nicht klar. Woher denn auch, denn sie kennen ja das Thema Führung und Verantwortung nur aus Vorstellungen. 

Und darum haben solche Leute immer dieselbe Art von Entourage. Wobei oft durchaus kluge Köpfe, Fachleute auf gewissen Gebieten oft, nicht selten aber wirklichkeitsfern wie der Meister, dabei sind.

Die sich natürlich in einem Punkt vollkommen täuscht - sie wird nämlich nicht geschätzt, sondern verachtet. Sie sind deshalb auch die ersten Opfer, wenn es um momentane Nützlichkeiten geht, denen sie im Wege stehen, ja sie sind gesuchte Opfer, als Ausweichraum, weil ein Handeln nach Außen nicht möglich oder gescheut wird, die noch dazu meist ihre Treue mit ins Grab nehmen. Solche Männer behandlen ihre engste Entrourage am schlechtesten und treulosesten, und diese nimmt es noch dazu opferbereit entgegen, denn SIE hat ja Einblick und Verständnis für die Komplexheit des Regierens, der der andere zu folgen hat.

Deshalb ist es regelrecht müßig darüber nachzudenken, was Erdogan nun mit seinem Putin-Besuch vorhat. Der ist so augenblicksgeboren wie überhaupt alles, was er macht, und alles kann sich von heute auf morgen ändern, auf der Ebene der Strategie ist er nur insoweit zu denken, als das Verhältnis dieser beiden Ländern strategisch enorme Bedeutung hat, immer hatte, und auch weiter haben wird - Erdogan BERÜHRT also strategische Ephemeriden, rührt in deren Wirkkräften um, aber er gestaltet sie nicht. (Wenn manche Zeitungen schreiben, daß beide eines Wasser seien, so irren sie auch darin. Zwar kennt der VdZ keinen der beiden persönlich, aber er ist völlig sicher, daß ihre Charaktere unterschiedlicher kaum sein könnten.)

Erst war es mal die Opposition gegen Rußland, nun ist es die Kooperation. Weil es sich eben so ergab, weil gerade ein andere "Ziel" (die Ausweitung der Macht im Nahen Osten) vordergründig war. Dieses Ziel muß Erdogan weitgehend aufgeben, es wird ihm icht viel von seinem ursprünglichen Syrien-Engagement bleiben. (Und Erdogan hat schon lange vor den Ereignissenin Syrien von einem Eingreifen dort geträumt, wie Berichte belegen.) EU-Beitritt? Recht sicher ist Erdogan daran gar nicht interessiert. Nicht als Ziel umfassender, kohärenter strategischer Vernunft. Die Idee hat ihm genützt, ja, denn viele Türken wollen am europäischen Lebensstandard teilhaben, wollen die westliche Lebensweise, wollen dazugehören. Also spielt er gelegentlich damit. Noch mehr wollen ja andere Gruppen der Türkei der EU ihre Überlegenheit beweisen, wenn schon nicht auf deren angestammten Gebieten (weil man dort chancenlos ist), dann eben auf anderen Gebieten - wie dem der Moral, der Religiosität. Wenn es also dazu kommt - gut, dann wird eine EU-Mitgliedschaft benützt, so wie alles andere (auch die Jünger) benützt werden.

Viel wichtiger ist dabei der Aspekt des Selbstbewußtseins, des Respekts, den Erdogan erwartet. Da schmeichelt der Besuch des Papstes nicht wenger als der eines amerikanischen Präsidenten. Und in großmütiger Geste leistet man sich schon das eine oder andere Entgegenkommen. Und schlimmstenfalls kann man mit dem Austritt aus der NATO oder einer doch wieder christenfeindichen Politik - oder mit Flüchtlingsweiterschiebungen - drohen, und schon spürt man sich durch die Reaktion der anderen wieder. Deshalb muß auch jede westliche, traditionelle Diplomatie scheitern, denn gerade Diplomatie setzt auf langfristige Strategien, die höchste Formen der Vernunft verlangen. Jedem anderen arabischen Staat ist das zuzutrauen, der Türkei nicht, oder: nicht mehr. Sie ist bereits mitten drin im einzigen wirklich despotischen System alten orientalischen Zuschnitts, das es seit hundert Jahren in diesem Raum gibt.

Noch eine Parallele fällt auf: Die der Verschwörungstheorien, die allesamt auch ein mögliches (und dumpf geahntes) Scheitern vorwegnehmen, indem sie die Dolchstoßlegende vorbereiten.

In Wahrheit hat aber diesen Leuten nichts wirkliche Bedeutung, außer - sie selbst, und einige willkürliche persönliche oder gar fixe Ideen. Es zählt als Amtsbild aber nur das narzißtische Bild das sie mit sich tragen, in dem man sich als Machtvollzieher sieht und eigentlich nur den Attributen Aufmerksamkeit schenkt, die damit einhergehen. Da zählt sie Armbanduhr mehr als das Gegenüber, das im Stuhl vor einem sitzt und mit dem es um etwas zu verhandeln ginge. So einfach ist das oft unter Menschen.

Der Mensch handelt aus Stimmungen, aus Gestimmtheiten als Gerichtetheiten seiner Persönlichkeit. Sie sind es, die sein rationales Gebäude, seine Vernunftstruktur bestimmen.

Es fällt auf, wie viele der derzeitigen Männer, die das europäische Geschehen bestimmen, diesen Typus verkörpern. Und das muß Angst machen, denn sie sind der Garant dafür, daß Vernunft keine Chance hat. Daß sie eines ganz sicher nicht tun: Zukunft schöpferisch gestalten, so sehr sie genau das behaupten.





*090816*

Samstag, 6. August 2016

Was aber, wenn Erdogan recht hat? (2)

Teil 2) Erdogan ist aber ein Orientale. 
Und daran ist nicht einfach etwas Schlechtes.
Wäre da nicht ein Kulturgefälle.





Erdogan ist nicht unbedingt ein nach europäischen Mustern gestrickter Mensch. Er ist vermutlich nicht einmal sehr intelligent. Was so aussieht ist vermutlich einfache Schläue eines Straßenjungen, der viel kennt und gelernt hat, daß man lieber zweimal zu früh zuschlägt als einmal einzustecken, in die wir Europäer, weil wir von uns ausgehen, Vernunft und Absicht und exakt überlegte Strategie hineininterpretieren. Aus diesem Milieu stammt er ja. Und daß er nach europäischem Mainstream - nach europäischem! - einen gewissen Charakterdefekt hat steht außer Streit. Der VdZ glaubt nicht, daß Erdogan ein großer Stratege ist. Nicht aus dem Beobachteten, nicht aus so vielen anderen Gründen, für die auch schriftliche Zeugnisse (Biographien) Belege liefern, wenn man sie zu deuten versteht. Gründe, Einzelmotive, denen er treu ist, Teilabsichten denen er strikt folgt, ja. Aber das ist keine Strategie.

Aber verhält er sich nicht einfach wie ein Orientale?  Europäisch ist kein Orientale, und er ist es nie gewesen. Das stellen sich nur die Dorfschwabbler mit Großstadt-Outfit vor, zu welchen so viele Europäer geworden sind, die sich gar nicht vorstellen können, daß es jemanden gibt, der Dinge tut und denkt, die eben ein Europäer nicht tun würde und auch nicht zu denken vermag, und trotzdem kein Problem damit hat weil sich sein Ehrgefühl ganz anders auspolt. 

Der Orientale ist nach allen Zeugnissen und Erfahrungen seit je kein strikt-logischer, philosophischer Mensch, wie der Deutsche, der Europäer. Er kann mit europäischer Distanziertheit und Objektivität nichts anfangen, sie ist ihm schon menschlich unsympathisch, und liebt wesenloses Theater.

Darum gibt es dort auch kein Theater im eigentlichen Sinn. Eine solche Anstalt würde sowieso niemand ernstnehmen - der Orientale sucht nicht die alles tragende Wirklichkeit, wie der Europäer, diese geht im "Kismet" unter, der Beliebigkeit Gottes, der nicht "Vernunft selbst" ist. Das ist nur etwas für europäisierte, entislamisierte Atatürk-Rationalisten. Und, in gewissem Rahmen - für Sufisten, wie letztlich Gülen. Gülens Lehren versuchen diese Verbindung von Vernunft und Offenbarung. Also hat auch das Wort dort eine andere Bedeutung. Gülen vertritt eine Art Synthese von Atatürks europäisch aufgefaßter Modernität samt deren Nationalismus - und dem Islam.

Deshalb hat er ein anderes (wobei: keineswegs völlig unnachvollziehbares, für einen strengen deutschen Menschen sogar tatsächlich als abzulehnen qualifiziertes) Verhältnis zum Wort, zur Sprache, zum Versprechen, zur Logik, und damit zum Denken. Einem vernunftlosen Gott kann Logik niemals entsprechen, sie ist deshalb auch kein Weg zu ihm.

Deshalb steht seine Identität ständig am Prüfwasser; denn Identität braucht Erinnerung, Wirklichkeit, also Urteil, also strenge Begrifflichkeit. Er kann morgen tun, was er heute ablehnt, und übermorgen wieder umgekehrt. Das ist ihm keineswegs "Charakterschwäche" wie dem Europäer, sondern Klugheit. Welt bleibt damit Traum. (Möglicherweise ist das der tiefere Grund des Konflikts mit den Kurden, die soweit der VdZ damit Erfahrung gemacht hat (und die hat er) anders, sogar "europäischer" sind, und den Türken sogar vorwerfen, gar keine Kultur zu haben.) Selbst der Islam als Religion zeigt diese Charakteristik. 

Weshalb auch alle Versuche, ihn als "christentums-kompatibel" darzulegen, ihn europäisieren zu wollen, schlicht und ergreifend Ausflüsse von Intelligenzschwäche sind, sonst gar nichts. Mehr als einen allfälligen momentanen Teilnutzen wird der Orientale nie in Europa und seiner Kultur sehen, und nur so weit wird er ihr auch folgen. Das heißt noch dazu nicht einmal, daß sich beide Kulturen auf Augenhöhe begegnen, das tun sie nämlich nicht. Das tun nicht einmal die Kulturen der Völker in diesem geographischen Raum untereinander. Einige ist anderen weit überlegen, wie das eben ist auf der Welt. Welche welcher möge sich der Leser aber selbst zusammenreimen. Es hat aber in einem Ausmaß mit der Sprache - und damit der Sprache der Heiligen Bücher - zu tun, daß der VdZ es nicht mehr wagt, diesen Gedanken hier weiterzuführen.

Denn darin liegt der Schlüssel zu dem so oft beklagten Umstand, daß islamische Völker praktisch keine eigene Kulturentwicklung kennen, alle Entwicklungen anderen Kulturen entstammenden, lediglich genutzten Umständen verdanken. Atatürk dürfte das immerhin gesehen und deshalb (!) eine Sprachreform - weg vom jede Entwicklung verhindernden, ja man muß fast sagen: absurden (Atatürk nannte es "stinkenden Leichnam") Arabischen, hin zu einem neuen, entarabisierten, latinisierten (und damit latinistisch-logisierten) Türkisch* - als Schlüssel zu einer Entwicklung erkannt haben.

Also haben sich einfach in der Türkei zwei gefunden - ein zentralistisch-totalitärer Erdogan, und ein Volk, das mehrheitlich (und zu dieser Mehrheit gehören auch die meisten rechten, nationalistischen Bewegungen, selbst wenn sie nicht direkt Erdogan-Anhänger sind; die könnte jeder nationalistische Politiker hinter sich sammeln, also auch ein Gülen) genau so einen Herrscher möchte und braucht. Auf das Erdogan paßt wie die Faust aufs Auge.

Mit europäischen Maßstäben sind die Türken nie zu messen gewesen. Denn die Türken bzw. die Völker der Türkei sind eben kein europäisches Volk. Die Türken selbst, die dann die heutige Türkei eroberten und formten, kamen sogar relativ spät - ab dem 11., 12. Jhd. - aus Asien, und füllten unter dem Fürstengeschlecht der Osmanen das Machtvakuum, das die Byzantiner (nach ihren Niederlagen gegen die Seldschuken, wie die bei Manzikert) nach Arabien auch hier hinterließen.

Europäisch sind sie nie gewesen und nie geworden. Daran ist sogar Atatürk gescheitert: auch seine Pläne, die Türken europäisieren zu wollen, sind in Wahrheit nie aufgegangen. Seine Hinterlassenschaft ist ein gewisser Anteil an "modernen" Türken, die regelrecht ihren eigenen Wurzeln entsagt haben (das ging bei Atatürk bis zu Latinisierung und Reform der Sprache), und nun ein tatsächlich gespaltenes Land sichtbar machen, weil sie in die "alte" Türkei, die eine deutliche Mehrheit vor allem im einfachen Volk hat, nicht paßt. Hier existieren tatsächlich zwei Gesellschaften, die Kurden oder Armenier sind dagegen noch ein bewältigbareres Problem.

Das beweist die heutige Türkei endgültig. In der diese Bestrebungen über all die fast 100 Jahre ihres Bestehens in der heutigen Form nie geruht haben, wirklich nie griffen, das Alte aber immer latent blieb, und nur durch starkes Militär und Ordnungsmächte unterdrückt werden konnte. Das ergibt Mentalitäts-Unterschiede, die auch eine christlich-abendländische Politik einfach als "Andersheit" hinnehmen sollte, wo soll das Problem liegen? Europa hat im Gegensatz zu den Amerikanern keineswegs Ziel und Aufgabe, die Welt - oder die Türkei - zu retten. Es hat deshalb die Möglichkeit, sich jene politischen Linien mit außereuropäischen Partner auszusuchen, in denen Interessen zur Deckung kommen.

Aber schon Otto von Habsburg hat völlig richtig festgestellt: Europa liebt die Türkei. Aber diese gehört nicht zu Europa. Die Türkei hat eine andere Sendung ein einem anderen geographischen Raum. Kehren wir hier zum Anfang zurück.

 Nur eine These

Na klar: was und wenn und wenn nicht ... Näheres weiß man nicht vom Putschversuch in der Türkei. Alles bleibt Spekulation. Als Versuch, zu verstehen, Hintergründe hinter Geschehnissen zu verstehen. Denn sie sind es, auf die es letztlich ankommt, will man eigenes Handeln vernünftig gestalten. Und wir Europäer sind ja betroffen, involviert. Man weiß ja auch von der landläufigen Lesart (samt einem Watschenmann vom Dienst - Erdogan) nicht viel Verläßlicheres. Sie ist nicht weniger auf Mutmaßungen angewiesen ist. 

Also muß es auch erlaubt sein zu fragen, ob es nicht klare Interessen gewisser global agierender Mächte geben könnte, die Türkei in der heutigen Form zu destabilisieren. Durch ein Benützen der völlig richtigen, natürlichen Ressentiments der Europäer gegen die vielen Millionen Türken, die Europa bereits als Parallelgesellschaften durchlöchern, durch inszenierte oder geförderte Terroranschläge direkt in der Türkei, oder wie jüngst vielleicht gar durch ganz leicht angestoßene Putschversuche gegen ihre Regierung. Die diesen Interessen vielleicht nicht immer so dienlich ist, wie es jenen Mächten genehm wäre. Und sei es, weil sie orientalisch ist.




*Das Türkische als Sprache gehört den Altaisprachen zu, wie das Mongolische oder das Sibirische, in ganz weitem Sinne (weil historisch-linguistisch bereits enorm entfernt) auch das Ungarische und Lappisch-Finnische als ural-altaische Sprachengruppe, in die das Koreanische und Japanische, aber auch das Eskimoische fallen. Altaisch heißt mit Sprachcharakteristiken, die (wie u. a. P. W. Schmidts linguistische Untersuchungen belegen) den vaterrechtlich organisierten Nomaden-Viehzüchter-Völkern eigen sind. Grammatik einer Sprache ist ja immerhin der direkteste Ausdruck eines  Weltbefindens, sodaß man sehr gut sagen kann, daß gleiche Sprache auch gleiche seelische Stimmung - also Kulturdisposition - bedeutet. Die Türken sind der westlichste Ausläufer dieses breiten, asiatischen Kulturbandes, das im Osten bzw. dessen Süden bis zu den Chinesen reicht.




*020816*

Freitag, 5. August 2016

Was aber, wenn Erdogan recht hat? (1)

So ganz von der Hand zu weisen sind die Argumente freilich auch nicht, die da von den jüngsten Ereignissen in der Türkei ganz andere Schlüsse ziehen. Die da spekulieren, etwa in der Art: Was wäre, wenn der Putschversuch in der Türkei zwar mit völlig untauglichen Mitteln durchgeführt worden, aber sein Hintergrund durchaus ernstzunehmen wäre?

Wenn es also ein "echter" Putschversuch einiger Militärs gewesen wäre, die dadurch die Türkei zurück zu Atatürk'scher Vision eines säkularen, westlich orientieren Staates bringen sollte? Der also klar gegen Erdogan und seinem Versuch, die Türkei zu einem muslimischen Staat umzubauen, endgültig umzubauen, muß man sagen, gerichtet war? Was wenn es stimmt, daß der Offizier, der für den Abschuß der russischen Militärmaschine (die gerade IS-Rebellen jagte) vor einem halben Jahr verantwortlich war, tatsächlich Verbindungen zu diesen Putschistenkreisen unterhalten hatte, der Abschluß der Suchoj unter dem Kremlstern also in exakt derselben außenpolitischen Linie lag?

Was wäre, wenn sich hier wirklich eine US-amerikanische außenpolitische Linie ziehen ließe, die das Ziel verfolgt, die Türkei - unter eindeutig pro-westlicher Führung von Militärs - wieder enger an die NATO zu binden, und von allen pro-russischen Anflügen zu reinigen? 

Denn immerhin hat sich die Türkei wenig bis gar nichts um die EU-Sanktionen gegen Rußland (auch sie schon ein amerikanisches Instrument, das keinesfals europäischen Interessen dient) geschert und die Handelsbeziehungen mit dem zu Ächtenden intensiviert. Immerhin besteht ja nun dort ziemlicher Bedarf an Waren, die die EU nicht mehr liefert. Was wäre, wenn die türkische Unterstützung für die IS gar keine primär türkische (sondern einfach: amerikanische) Unterstützung (die aber über die Türkei lief; das ist auf jeden Fall beweislich und sicher) war, auch wenn Erdogan (wieder einmal!) und aus sehr orientalische Weise versuchte, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, und ursprünglich meinte, daß das Chaos in Syrien seinen eigenen Großmachtsplänen im arabischen Raum dienlich wäre. Was er mittlerweile als ziemlichen Irrtum einsehen könnte. 

Es gibt ferner deutliche Signale, daß die Türkei die "Turkish-Stream"-Pipeline für Gas vielleicht DOCH bauen wird. Mit russischer Hilfe, mir russischem Kapital. Damit wäre die Ukraine nämlich umgangen, und ihr strategischer Wert auch in der Beeinträchtigung eines der Hauptdevisenbringers für Rußland, das Geld aus dem Gas, recht gesenkt. Sie würde dann nicht mehr taugen, Rußland unter Druck zu setzen. Und so nebenbei Europa könnte über das Schwarze Meer versorgt werden, was große Bedeutung hat: Weg vom Mittelmeer! Dazu weiter unten.

So nebenher hat Rußland bereits begonnen, der Türkei ein Atomkraftwerk zu bauen. Was zwar angesichts der Spannungen wegen des Flugzeugabschusses einmal auf Eis lag, aber wie man liest nun wieder aktuell ist. Das würde die Türkei auch in der Energieversorgung deutlich stärker auf eigenen Füßen stehen lassen. Noch dazu, wo die Russen durch ihre (im Gegensatz zu der der NATO völkerrechtlich legitimen, weil auf Betreiben der syrischen Regierung erfolgten) Intervention in Syrien, die die IS endlich und entscheidend weil nicht in Widersprüchen gefangen in die Defensive gedrängt hat, einen laut anderen Stimmen sehr klar verfolgten Plan der Amerikaner und Europäer nachhaltig blockiert hat.

Der darauf abzielt, eine Öl-Pipeline vom arabischen Golf über den Irak mitten durch Syrien ans Mittelmeer zu bauen und durch Beherrschung Syriens auch "sicher" machen zu können. So nebenbei hätte man über diese Logistik dann auch die arabischen Ölproduzenten besser im Griff, die allesamt und nach wie vor über die bei weitem größten Öllagerstätten weltweit verfügen.

Dann könnte es sein, daß Erdogan eigentlich alles richtig gemacht hat. Daß die Europäer in ihren Reaktionen darauf beweisen, daß sie stinkende Milchsemmeln geworden sind, die von der Welt überhaupt keine Ahnung mehr haben, ist dazu nur ein Nebenkonzert. Dann könnte es sein, daß sein energisches Durchgreifen die einzig richtige und notwendige Reaktion war, den amerikanischen Einfluß, der gegen seine Interessen läuft, tatsächlich zurückzudrängen. Was eine von den USA gestützte Gülen-Bewegung, die massivste eigentliche Konkurrenz für Erdogan, als US-beherrschte Islamisierung gewissermaßen recht anders hätte gestalten wollen. 

Das alles macht keineswegs eine Erdogan-Türkei zu einem EU-Land, oder gar europäisch. Das macht auch die Türkei für Europa nicht wichtiger als sie ist, und schon gar nicht so wichtig, wie manche tun, die sogar dem Teufel seine eigene Großmutter verkaufen würden, nur um ihre eigene Karriere oder gar nut ihr lächerliches Ego zu retten. Eher braucht die Türkei Europa und tut genau deshalb alles, um das pubertär durch Rüpel-Rülpser zu verschleiern. Selbst der Einbruch des Tourismus an türkischen Stränden zeigt, wer da wen braucht. Die Touristenzentren dort, allesamt auf Kredit gebaut, krachen schon nach kurzer Zeit wie resche Kaisersemmeln um fünf, und das kann sich sehr rasch zur Gesamtwirtschaftskrise für Ankara auswachsen. Die Türkei ist nämlich mit Spanien und Irland vergleichbar: relativ geringe Staats-, aber hohe Privatverschuldung, die sich sehr schnell auf den Staat umlegt.

Das aber würde eine Gülen-Türkei anders aussehen lassen, weil die Türkei wenn schon nicht einfach europäisieren, so doch seine Islamisierung (die auch Gülen anzielt; er sitzt mit Erdogan als Konkurrent gewissermaßen am selben Spieltisch) für US-Europa berechenbarer machen, weil die USA Gülen in der Hand hat. Für ein Europa, das an internen unlösbaren Konflikten aufgrund der Zuwanderung aus muslimischen Ländern so geschwächt ist, daß es bald überhaupt nicht mehr daran denken kann, außenpolitisch stark genug zu werden, um eine eigene, eine nicht einfach US-dienliche Politik zu betreiben. Die USA wollen und brauchen so ein Europa, das sie beherrschen, und mit dem sie auch eine Gülen-Türkei als Spielfigur beherrschen.

Damit es sich nicht vielleicht doch noch mit Rußland in ein Gespann wirft, was vermutlich großartig funktionieren würde. Weil es einen fast kann man sagen autonomen, eigenständigen Politik- und Wirtschafts-, ja sogar Kulturblock bilden würde. Das würde auch keinesfalls eine Türkei benötigen, die EU-Mitglied ist. Warum sollte das notwendig sein? Es würde genügen, wenn dieser europäische Block Interessen verfolgen würde, die sich auch mit denen der Türkei in vielem decken könnten. Das alles kann man in vorteilhaften bilateralen Abkommen sichern. Samt einer strategischen Absicherung der Südflanke mit direkten Einfluß auf die Ölregionen am Golf - durch eine befreundete (aber halt völlig andere) Türkei.

Das würde auch den eigenartigerweise gelungenen EU-Austritt der Briten (der dem VdZ suspekt gewesen ist, wie er hier schrieb) in ganz anderem Licht dastehen lassen. Denn dieses Land, das eine Alternative zu einer türkisch-europäischen Alternative ist, ist historisch tief verankert und strategisch in diesem politischen Raum bedeutend engagiert. England beherrscht nach wie vor (über Zypern) den Suez-Weg, es beherrscht damit den Vorderen Orient sogar aus der Luft, es beherrscht strategisch aus dem Empire heraus ungebrochen das Mittelmeer (über Malta und Gibraltar). Deshalb hat die Turkish-Stream strategisch hohe Bedeutung - England/USA hätte auf Europas Gasversorgung deutlich weniger Einfluß.

England könnte also DER künftige strategische Partner einer USA werden, die in ihrem Engagement im Nahen Osten nicht gerade unter Lagerproblemen für vergoldeten Lorbeer leidet, und geopolitisch katastrophalem Glaubwürdigkeitsverlust erlitten hat. Als Alternative, als As im Ärmel, einem unsicheren Partner gegenüber - der Türkei, ja sogar der EU, in deren Völkern sich so deutliches Rumoren gegen die bestehenden Partner-Regierungen zeigt. (Auch darin gründet die Dringlichkeit des CETA/TTIP, der der USA noch einmal entscheidenden Einfluß auf Europa auf lange Zeit sichert.) Mit einer destabilisierten oder gar umgewendeten Türkei hätten die USA also mehrere Fliege mit einer Klappe erschlagen.



Morgen Teil 2) Erdogan ist aber ein Orientale. 
Und daran ist nicht einfach etwas Schlechteres.
Wäre da nicht ein Kulturgefälle.






*020816*

Donnerstag, 28. Juli 2016

Erdogan zieht durch

Das Faszinierende am energischen Durchgreifen Erdogans ist das Faszinierende des Faschismus generelle. Und Erdogan ist Faschist, ohne jede Frage, und zwar im eigentlichsten Wortsinn. Also für die Linke Europas nicht einmal annähernd verstehbar, denn die haben von nicht, von buchstäblich nichts, das irgendwie mit Wirklichkeit zu tun hat, eine Ahnung. Ergodan zieht durch.

Und er tut es auf die exakte Weise, wie es eben der Faschismus tut: Als Äquivokation. Das heißt, daß das, was Erdogan macht, Produkt menschlicher Unsittlichkeit ist - Ungeduld im Gefolge. Der Türke wechselt sämtliche Eliten seines Landes aus. Und genau das müßte auch in Westeuropa passieren. Davor haben sie ja alle Angst. Sie wissen, daß ihre Lebensuhr tickt, denn sie sind sämtlich Usurpatoren, sie sind säümtlich Schmarotzer und Betrüger und Lügner, die die systemische Verlogenheit nützen. Das ist alles. Das ist das Geheimnis der heutigen Eliten.

NUR ... es ist falsch, es ist im wahrsten Sinn unmenschlich, diese Ausheelung der Eliten auf die Art Erdogans, also faschistisch, zu machen. Um so ein Idealbild der Gesellschaft zu erzwingen. Denn genau so läuft eine Gesellschaft nicht, genau so läuft das Leben nicht! Man kann das Leben in seiner "sanften" Gesetzlichkeit (die letztlich in der Hand Gottes liegt) nicht kurzzeit "qaussetzen", um es dann "laufen" zu lassen. Dies war und ist der Irrtum jedes Faschismus, ob dem der 1920er Jahre oder von heute. Man kann das Leben nicht gewinnen, indem man es kurzzeitig mal außer Kraft setzt.

Damit vereht man sich an der einzigen (!) wirklichen Grundhaltung des Lebens: Dem des Opfers, dem der Sühne, dem des Leidens, dem des Kreuzes. NUR in dieser Haltung fließt überhaupt Leben in die Welt, nur in dieser Haltung IST überhaupt Welt.

Man kann nicht einige Tage, Wochen, Monate das Leben prinzipiell aussetzen, DAMIT es dann begönne. Das ist der Grundirrtum des Faschismus, das ist der Grundirrtum Erdogans.  Er wird deshalb UNZWEIFELHAFT SCHEITERN. Er wird Opfer der von ihm selbst entfesselten Kräfte werden. 

Erdogan MACHT ALLES RICHTIG. Alles, was auch Europa "gebührte" macht er vor. Alles, was Auch Europa "retten" könnte, setzt er druch. Dafür muß man ihm einerseits großen Respekt zollen. ABER er lebt in einem grundsätzlichen Irrtum. Dem des Faschismus. Dem, daß man die Welt "schaffen" könne.

Aber ihr Sinn ist anthropozentiert. Menschenzentiert. Und ihr Sinn liegt nicht im Herbeiführen eines Idealzustands, den man sich eben vorstellen könnte. Er liegt in der FREIHEIT des Menschen. /Und die heitß auch: Freiheit zum Irrtu, Freiheit zur Sünde, Freiheit zur Schwäche. Nein, nicht, daß man all das einfach "tolerieren" (also: unbeeinträchtigt geschehen lassen) muß, das ist krankes Gehirnmaterial. Aber es heißt, daß kein Regierender mehr tun kann, als an die Freiheit seiner Bürger zu appellieren. 

Man kann keinen besseren Staat etablieren, als die Bürger in ihrem Seinszustand ermöglichen. Und was stellt sich Erdogan mit vermassten Bürgern vor? Hier endet eben das, was der Islam zu denken ermöglicht. Hier zeigen sich seine wirklichen Grenzen. 

Mehr als Faschismus hat er nicht zu bieten. Das ist nämlich sein Wesen. Immer gewesen. Die Folge? Ein barbarisches Volk, ein ausgelöschte Kultur. Beweis? Die kulturelle Unfruchtbarkeit (seit Jahrtausenden fast!) der gesamten muslimischen Welt. Einer Welt, die historisch weit über jeden Islam hinaus schon seit Jahrtausenden eine Kultur des gottähnlichen Zentralherrschers ist, wo die Menschen seit je alles - buchstäblich alles - vom Zentralherrscher erwarten. Die Situation der Türkei derzeit, so sie in den Medien sichtbar wird, bestätigt dies einmal mehr als Stufe der Türken selbst. DAS ist die eigentliche Unvereinbarkeit mit dem Abendland, das die Welt im Individuum sieht und sucht. Da sind wir noch lange nicht in der Fehlentwicklung zum Autonomismus der Aufklärung!

Schon Mustafa Kemal Atatürk war für Hitler und Mussolini nachweislich leuchtendes Vorbild, wie für so viele Europäer zuvor, als Zentralgott, der alles bestimmen muß, darf, und kann. Sie sind bei ihm buchstäblich in die Schule gegangen. Wer wird sich an Erdogan Maß nehmen? Oder nimmt es längst?*

Oh ja, der VdZ hat regelrecht Sehnsucht, die Eliten der Gegenwart, sämtlich Ausbund des Bösen, in den finstersten Verliesen zu sehen. Aber - er gestattet es nicht, ja, er würde sein Leben geben, um es zu verhindern. Denn er weiß: So würde nichts besser.

Denn Gott ist das Säuseln im Wind. Er ist nicht im Sturm, er ist nicht im Orkan, er ist nicht im Erdbeben. Er ist im gar nicht wahrnehmbaren Säuseln. Und in dieser Kleinheit liegt seine wahre Kraft. 

Diese Kleinheit der allmächtigen Kraft unterscheidet erst wirklcih das Christentum vom Islam, und zwar: entscheidend! Wenn der Papst also davon sprach, daß der missionarische Impetus des Christentums mit dem des Islam ja so ähnlich wäre, so muß man ihm eine aufs Maul schlagen. Er ist genau DAS NICHT. Ja, das ist der entscheidende, völlig konträre Unterschied: Die Kraft Gottes, und die Wege, auf denen sie in die Welt "geschleust" wird. Der Islam kennt nur den Faschismus. Das Christentum lehnt ihn genau deshalb vollständig ab. So verführerisch er sein mag.






*Ja glaubt denn jemand, daß Erdogan "aus dem Himmel geschneit" ist? Er ist Symptom der (Welt-)Zeit! Etwa eine Angela Merkel ist doch wie er das Inbild des Faschisten! Nach dem, was ein Faschist wirklich ist. Samt seiner Schleppe aus Liebdienern. Die Brutalität, mit der die Pastorentochter Merkel das Land, das zu regieren sie simuliert, in ein Desaster geführt (und dabei pausenlos gelogen) hat, ist historisch beispiellos. Das Urteil der Geschichte in 100 Jahren ist ohne Zweifel bereits jetzt gesprochen. Der Unterschied zu Hitler ist nur darin zu sehen, daß Merkel - eine Frau ist. Also gar nicht weiß, was sie tut, weil sie nicht kennt, was sie bestimmt. Entsprechend sind ALLE Faschisten der Geschichte (ja, das ist sein Wesensmerkmal) "weibisch". Muttersöhnchen. Heute wie früher. (Auch das Nicht-Frau-sein der Frau - Lesbentum etc., als Identifikation mit dem Vater, mangels dessen Männlichkeit die Distanz heißt, erst dann ist Geist möglich - ist "weibisch".)






*250716*

Dienstag, 26. Juli 2016

Vereinigung der beiden Zypern ist nicht mehr möglich (2)

Teil 2) Die ausufernden Anmerkungen




*Schon der Gebrauch des Wortes, in Anspielung auf die Wiedervereinigung Deutschlands, ist eine Lüge. Zwar haben die muslimischen Türken und die christlichen Griechen vor 1974 in eher vermischten Siedlungsräumen gelebt, ja. Aber es kam dann zu einer ethnisch-religiösen Trennung und Aussiedlung jeweiliger Teile, eben in das heutige Nord- und Südzypern, wobei die Griechen sich durch ihre politisch unmögliche nationalistische Wiedervereinigungsfahne zu Griechenland als die Hauptschuldigen an der Eskalation darstellen, die Militärintervention der Türkei war am Anfang keineswegs unberechtigt, es gab Pogrome, es gab Massaker, es gab Unterdrückung der Griechen an den Türken. Anders aber als in Deutschland waren hier kaum familiäre, eher einfach jahrhundertealte nachbarliche Gemeinschaften gegeben, wie sie sich seit der Eroberung Zyperns durch die Muslime im 15. Jhd. eben herausgebildet hatten. 

Sodaß aber bis 1974 in manchen Gebieten buchstäblich Grieche neben Türke friedlich-verträglich und quasi miteinander gelebt hatten. Hätte die Griechen unter Makarios nicht der Teufel geritten. Wiewohl ... nicht auch das verständlich? Als Notwehr gegen eine erdrückende türkische Nation im Norden, deren Islam, und dem richtig vorhergesehenem Einfluß? Europa könnte heute noch so viel aus dem Fall Zypern lernen, würde es sich endlich von all seinen widerlichen Sentimentalitäten und Wirklichkeitsvernuschelungen trennen.

Daß der Verlust dieser Einträchtigkeit bedauernswert ist ist ai´ßer Frage. Aber diese Gemeinsamkeiten, die in einer weitgehend gleichen Lebensweise gründeten, gibt es heute überhaupt nicht mehr. Darüber täuscht sich höchstens der Creditcard-Tourist, der von Internet-Cafe zu Strand-Cafe hetzt und hier wie dort mit denselben Methoden ausgenommen werden soll und eigentlich nur Strandboulevards und ein bisserl Geschichtsgrusel möchte, solange er ihm das Eis nicht vom Stiel schmilzt. Wer in Nordzypern aber übers Land fährt, wer die ehemaligen griechischen Siedlungen sieht, die heute anatolische Zuzüglinge bewohnen, wird das SOFORT feststellen. Hier hausen Heuschrecken einer ganz anderen Kultur. Eben ... der ortslosen türkischen Stämme.  Mit Grotesken ganz neuer Art. Der Leser dieser Zeilen möge doch einmal in eine türkische Bank gehen, um Geld zu wechseln. Er wird dort ein Gefühl haben wie seinerzeit an den Grenzen BRD-DDR - rechtlos, an der Grenze zu jederzeitiger Inhaftierung weil völliger Vernunftlosigkeit. Warum? Keine Ahnung. Ah ja, dann ist es "Eigenheit". Alles klar. Wenn der Bankbedienstete nicht ein bisserl verständnisvoll ist, weil man doch nur ein paar Euro einwechseln wollte (und er schon genug Youbube-Videos gesehen hat, wo das ganz simpel ist), ist es ein Horrorerlebnis. EU? Freie Wirtschaft? Kultur? Die kann nur auf Vernunft und damit Freiheit beruhen. Nicht auf einem Totalitarsystem.

Zwischen den alteingesessenen Türken wie Griechen gibt es nur marginale wirkliche Mentalitätsunterschiede. Sie haben dort nebeneinander gelebt, ihre Felder bestellt, Wein gekeltert, die Städte mit Läden besiedelt und dieselben Speisen verzehrt. Sehr wohl aber gibt es dramatische Unterschiede zwischen den hunderttausenden Neuzuwanderern, die heute die Mehrheit im Lande stellen, und den Zyperern vor 1974, ob Türken oder Griechen. Sodaß sich sogar die Alttürken (und Altmuslime) unterdrückt fühlen, denn diese (DIESE) Türkei hat sogar eine neue Sprache mitgebracht. Die Alttürken dürfen heute ihre alte, ihre eigene Sprache gar nicht mehr sprechen. Sie sind unterdrückte Minderheit im eigenen Land geworden, das zu retten die Türkei damals vorgab. Ein- und dasselbe Schema also auch hier. Europa, mach doch endlich die Augen auf!

**Gerade die Reaktionen "der Massen" auf den "Putsch" (oder was immer das war; wie weit selbst NATO-Länder bereits in inszenierten Anschlägen, politischen "motiven" etc. etc. gegangen sind, ist mittlerweile ja erwiesen, also keineswegs Inhalt von Verschwörungstheorien. Daniele Ganser hat hier hervorragendes wissenschaftliches Material geliefert. Nur Naivlinge können glauben, daß ein solcher "Putsch" als reine politisch nützliche Inszenierung außerhalb der Denkmöglichkeit läge) - gerade also die Reaktion der türkischen Massen zeigt, wie sehr die Türkei die Bruchlinie zwischen Abendland und Orient repräsentiert. 

Von der schon die antiken Griechen (Aeschylos, "Die Perser"; lesenswert, weil auf den Punkt gebracht; die Türken sind dieselben Orientalen, wie die Perser damals!) meinten, daß sich dort ein zentralistischer, entindividualisierter Persönlichkeitskult als Herrschaftsform gebildet hat, mit Gottgleichheit des Herrschers, ganz im unvereinbaren Gegensatz zum abendländischen Prinzip. Und die Beispiele aus der Geschichte sind buchstäblich zahllos. Wenn auch zuweilen für abendländische Randcharaktere anziehend, bis heute. Schon Friedrich II. der Staufer hat mit diesem orientalischen Herrscherprinzip geliebäugelt. Ein Urstreit im Abendland, übrigens! Die Türkei ist nicht Europa, und das beweist sich so demonstrativ, daß man fast von einem göttlichen Wink sprechen muß. Wer natürlich meint, daß ein All-inclusive-resort in Antalya oder die Verwendung von iPhones samt Twitter-Account Beweis für hohe Kultur sei, wird sich davon nicht beeindrucken lassen.

***Die hoch theatralisch vorgetragene Jammerei der Türken über die "Belastungen" aus den Flüchtlingen aus Syrien sind doch immer schon unerträglich gewesen. "Humanität". Darf man lachen? Denn einer der Hauptdrahtzieher an den Destabilisierungsversuchen in Syrien WAR DIE TÜRKEI. Syrien ist ja seit Jahrzehnten fast so etwas wie ein Intimfeind der Türken, aus verschiedensten Gründen. Es verhindert die Expansion der Türken in diesen Raum hinein. Deshalb hat Erdogan mit al-Sadat Freundschaft vorgeheuchelt, um ihm dann die "Rebellen" vorzusetzen, damit sie ihn aus dem Amt schießen. Niemand freut sich übger die syrischen Flüchtlinge mehr als Erdogan, denn sie bieten ihm sogar weitere Möglichkeiten - als Optionen gegen seine Kurden nämlich. Neben den europäischen Milliarden, und der üblichen Ahnungslosigkeit von Papstvirtualitatitationen samt willenlos höriger Gefolgeschleppe. Die, wie bei Hörigkeit eben naturgemäß, allesamt auf oberste Macht spekulieren. Das trifft sich also alles bestens mit Erdoganismen. 

****Von der geistig ohnehin bereits angekränkelten Seite sind dann jene, die die "Visafreiheit" innerhalb Zyperns als "großzügigen Akt" der Türkei sehen will. Es war doch schon lange nur noch ein reiner Formalakt, wer das erlebt hat, ohne Bedeutung. Und gänzlich absurd wird es, wenn Stimmen laut werden die da meinen, daß doch auch die Türkei den Europäern Visafreiheit gewähre, also sei das doch nur zu logisch, das auch umgekehrt einzuführen. Klatschen da die Spatzen im Chor? Wenn Europäer nicht bald wieder in Scharen ans türkische Mittelmeer fahren, um dort ihre Urlaubskredite in All-inclusive-Resorts zu verjubeln, bricht ein Zehntel (!) der türkischen Wirtschaft (samt Turkish Airlines) insgesamt, regionenweise 90 % der Wirtschaft zusammen! Während wenn der Zustrom von Anatolen nach Europa versiegen würde, endlich, die Sozialsysteme (es gibt Zahlen dazu!) um 10 % (nur in Deutschland!) entlastet würden? Schon mal was von Assoziationsabkommen (auf dem Rücken Deutschlands, als "Reparationen für ewige Schuld" aus anderen Wegen) mit der Türkei aus den 1950ern gehört? Es sind nach wie vor hunderttausende Kinder in der Türkei, die aus deutschen Sozialtöpfen ihre Kishkebaps finanzieren.

Was kommt als nächstes? Der unglaubliche (und zur EU nahezu unübersehbar anempfehlende) Humanakt, daß Turkish Airlines kostenlos wen auch immer nach Antalya karrt, weshalb es nur zu logisch wäre, auch abertausende Türken nach Europa zu fliegen, die in Wahrheit vor Erdogan fliehen müssen und hier ihre Kämpfe untereinander austragen, denn in der Türkei wären sie längst ohne Gerichtsverfahren auf ewig im Gefängnis, hier können sie aber munter drauflos islamisieren? Seit der VdZ 2004 die Massen von Türken durch die Straßen von Wien Favoriten brausen sah, die den Fußballerfolg "ihrer" Nationalmannschaft bejubelten, hat er dazu sowieso seine eigenen Gedanken.





*240716*