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Dienstag, 13. Juni 2023

Bewegend

Diese Geschichte hat mich so bewegt, daß ich sie heute - am Sterbetag meiner Großmutter Agnes Fischer (geboren in Glatz, Niederschlesien), in die Annalen eintragen möchte. In Kolumbien haben vor ein paar Tagen Regierungssoldaten vier Kinder gefunden, die seit einem Flugzeugabsturz, bei dem am 1. Mai sämtliche Insaßen (bis auf diuese vier) umgekomen sind, alleine durch den dort besonders dichten, kolumbianischen Dschungel geirrt sind. 

40 Tage haben die Kinder im Alter von 13, 9 und 4 Jahren aber vor allem aus eigener Kraft überlebt. Sie haben sich von Früchten ernährt, und aus Ästen und Blättern Unterkünfte gebaut (es regne6t dort täglich.) Sie wurden von keinen giftigen Schlangen gebissen, und von keinen Raubtieren angegriffen. Gefunden hat man sie letztlich, weil Soldaten immer wieder Essensreste, Windeln und Reste von Unterständen entdeckt haben. So hat sich der Raum eingeengt, in dem sie dann auch entdeckt wurden. 

Das erinnert an die Prophetien der Bibel das Paradies betreffend. Das wir verloren haben, aber einst - nach dem Jüngsten Tag - wieder erhalten werden. Wo wir Gift essen und trinken können, ohne daß es uns schadet, wo Kinder mit giftigen Schlangen spieolen, wo Bär neben Lamm lagert, und Wolf neben Schaf. Wo also die Kirche ihre volle Gestalt der Welt haben und zeigen wird, in der Gott wieder unter uns wandelt. 

Samstag, 7. Mai 2022

Nur der Glaubende hat diese Evidenz

Immer wieder begegne ich Menschen, die (manchmal sogar tatsächlich mit einem gewissen Bedauern, so sieht es zumindest aus) die mir erzählen, daß sie zwar irgendwie schon glauben wollten, daß sie aber warteten, bis sie etwas erlebten, das sie dann so überzeugte, daß sie aus eigenem Entschluß auch Ja zu Gott sagen könnten. (Und schon gar: Zur Kirche, wobei diese Unterscheidung alleine schon den Kern des Problems anzeigt.) Aber das ist ein großer Irrtum. Man "erfährt" nicht Gott zuerst, und schließt sich ihm dann an!

Vielmehr ist die Begegnung mit Gott ein Äquivalent mit der eigenen Entscheidung für ihn. Das heißt, daß sich in dem Maß, als der Glaube begehrt und ergriffen wird, auch die Wirklichkeit erschließt, die dann als Reich Gottes erkannt und geliebt wird. Nie, behaupte ich, ist jemand DURCH ein Wunder oder ein außergewöhnliches Erlebnis zum Glauben gekommen, wenn er nicht im Grund ebereits die Entscheidung getroffen hatte. Und es ist ganz sicher ein Merkmal aller, die tatsächlich etwa außergewöhnliche Gnadenerlebnisse hatten, daß ihne das nie "Grund zu glauben" war, sondern je nur "Anlaß", ihrem Glauben (wieder) Raum zu geben. Die deshalb auch diesem Erfahren gar nicht den Raum einräumen, den er für andere hat, wie sie behaupten.
Diese alle könnten ersaufen in Gnadenerlebnissen - sie würden es dennoch nicht sehen.

Dienstag, 26. April 2022

Wunder sind das Realste (2)

DENN IN DER NACHT VOM 13. AUF 14. MAI 1940 ist in Waldenburg im Landkreis Basel ein wahrlich geschichtsmächtiges Wunder geschehen. Und dann vergleichen wir auch Österreich 1955 einmal mit Deutschland 1990. (Plust: Zwei Videos.) - Ein Wunder, das die Schweiz bis heute als "Das Wunder von Waldenburg" bezeichnet. Nur ein Wunder dieser Art und Dimension ist - auf den Tag genau 23 Jahre nach den Erscheinungen von Fatima - vergleichbar, das Sonnenwunder von Fatima 1917.

Kaum ein Wunder überhaupt ist von so vielen objektiv unwiderlegbaren Stellen, Personen und Menschengruppen bezeugt. Alles wurde streng geprüft, wie es jedes Wunder verdient und verlangt, soll es ein Wunder sein, und keine "eigentlich auch anders erklärbare Tatsache," bei der man es aber halt aus Pietäts- oder sonstigen Gründen mal "nicht so genau nimmt." 

Am selben Abend sind aber noch an zahlreichen weiteren Orten in der Schweiz diese oder ähnliche Erscheinugnen am Himmel gesehen worden. Nicht nur das, war auch von etlichen jener deutschen Soldaten diese Hand am Himmel erlebt und das militärische Geschehen bezeugt worden, die für diesen Angriff versammelt worden waren.
Dieser Film behandelt dieses Wunder von Waldenburg,

Montag, 25. April 2022

Wunder sind das Realste (1)

So viel und so gern wird über alles das gesprochen, was Geschichte gemacht habe, was diese oder jene vergangenen Ereignisse ausgelöst, bewirkt habe, was die Motive zu diesem und jenem gewesen seien, und doch bleibt praktisch immer mehr Offenes übrig, als von Historikern geklärt werden kann. Gerade bei so komplexen Geschehen wie den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts mache ich die Erfahrung, daß ich mich schon so viel mit diesen Kriegen, der Geschichte davor, danach, mitten drin befaßt habe, und in meiner Bibliothek findet sich eine ganze Unterabteilung der Geschichtsschränke, die nur diesem Thema gewidmet ist. 

Aber zu DEM wirklich grünen Faden in allem habe ich bis heute nicht gefunden, bleibt man innerhalb der "weltlichen" Kriterien, die ja angeblich alleine Geschichte regelrecht sein sollen. Ja mir scheint gar, daß mit der Zunahme von Aspekten und Details durch neu Dazugekommenes, Gehörtes, Gelesenes, Durchgedachtes die Sichtweise nur unsicherer wurde.

Die Freizügigkeit der Debatte, wie ich sie zumindest in den letzten zwanzig Jahren (v. a. durch die Archiveröffnungen in Moskau nach 1990) erlebt habe, die Zunahme des Gewichts der sogenannten "Wissenschaften" dazu, hat der Sache einen sogar gefährlichen Dienst erwiesen. Denn die Geschichtsforschung tritt beim Thema "Drittes Reich" in jene Phase ein, in der ganz neu auftauchendes, aber nun reines Akten- und Lektürewissen in die Debatte eintritt. Und so entstehen Thesen, die so gar nicht stimmen, aber aus den Dokumenten scheinbar - scheinbar! - völlig neue Bewertungen ergeben.

Freitag, 13. August 2021

Die Dinge als Segel ... und andere Anregungen (3)

Und Gott schuf das Radio - Wenn wir ein Radio zerlegen, sagen wir mal, dann sehen wir Ingredienzien, die eine Geschichte haben und darstellen. Das Radio ist eigentlich und "als Radio" sagen wir zwei Wochen alt. In dieser Zeit wurde es in der Fabrik in Kuangchou gefertigt, über Maiersk in Shanghai, Makao und Hamburg in den Laden in Bad Rümpelstetten an der Wuller geschafftt, und an uns in der Klotzgasse 24 b (bei Herlitz sen. läuten!) verkauft. 

Eine Menge Geschichte für so ein Ding, nicht wahr? 

Schon gar, wenn wir das gesamte Mit- und Umfeld anschauen. Schon gar, wenn wir auch berücksichtigen, wie lange es gebraucht hat, die Transistoren und Leiterplatten und Drähte und Röhren und elektronische Teile und Glühbirnen etc. etc. zu entwickeln und herzustellen. Da stehen wir ständig Jahrzehnten und Jahrhunderten von Zeit - Geschichte - gegenüber. Die dennoch, hier vor unseren Augen, mit gerade mal zwei Wochen veranschlagt wird. Sie sehen, Zeit und Geschichts-, vor allem aber Entstehungsdatierungen aus einem Ding abzuleiten, das vor uns liegt, ist ein sehr kompliziertes Ding.

Oder nehmen wir das Beispiel eines Hauses.

Mittwoch, 7. Juli 2021

Daran sehen wir, was uns fehlt (2)

Vor allem fehlen die Wunder als Erscheinungen der Großmächtigkeit und Barmherzigkeit im Alltag - Es ist ein lebhaftes Beispiel für den Niedergang einer Kultur, den wir da seit 150 Jahren beobachten und immer besser analysieren können. Während Aufstieg ein Zugewinn an Energieeffizienz ist, wenn auch nicht als vordergründiges Ziel (ja, das darf er gar nicht sein! Sondern es muß auch dies ein immanentes, beiläufiges, wie mit leichter Hand hingezaubertes Nebenergebnis zunehmender allgemeiner Klugheit und Weisheit sein) das heißt mit jedem Handgriff immer mehr - weil das fleischliche Leben vom Geist immer mehr durchdrungen wird, und Geist heißt nicht nur Lernen, er heißt auch Universalität, also das Immer-mehr-Fassen durch ein Wort, auf anderer Ebene: Durch einen Handgriff - die immer ein Mangel an Energieeffizienz ist.* 

Lassen wir der Trauer dann ausreichend Zeit, sie ist notwendig, um anderes ansetzen zu können, als Abschied ans Falsche, ans Vergangene als Irrtumsweg. Trauer über die Zeitvergeudung durch falsche Erziehung, durch fehlende Verantwortung weil fehlende Universalität der Eltern und Lehrer, die uns keine Einordnung in ein Allgemeines (Familie, Haus) VOR der individualisierten Herausprägung im Erwachsenenzustand**, als Senex, noch durch kluge Ausrichtung unserer Eigeninteressen und -ziele zugeführt haben. 

Dienstag, 6. Juli 2021

Daran sehen wir, was uns fehlt (1)

Man kann es bei alten Gebeten erfahren, am deutlichsten und eindeutigsten aber (weil frei von aller Zeitkomponente) ist es bei den Psalmen festzustellen, deren häufiges Beten, in dem sie (wie in der Liturgie) die Basis unseres Betens bilden sollten, man nur einmal mehr dringend anempfehlen kann. 

Die, wenn man sie betet, Haltungen ausdrücken (und damit in den Geist holen), die uns (also auch dem VdZ) bereits fehlen. Haltungen, Gefühle (als Anzeige wie als Motivationsenergie) und persönliche Neigungen, die uns schon so fremd scheinen, als wären sie gar nicht mehr vorhanden. 

Aber sie sind die wahre Natur des Menschen, und sie sind (weil ontisch nie auszulöschen, also in der Idee von uns immer auch Anspruch, Anruf und Forderung des Willens der Idee, reale, fleischliche Welt zu werden) damit auch der Boden unseres eigenen Menschseins, auch im Juli des Jahres 2021. 

Und es muß deshalb zu den vornehmsten Zielen gehören unser Leben in solche Bahnen zu lenken, daß sie uns in Klugheit und Weisheit zu diesen essentiellen Haltungen (ohne die wir zu gar keinem erfüllten Menschsein kommen KÖNNEN, deshalb auch das Ewige Heil mit hoher Wahrscheinlichkeit verfehlen) hinführt. Soll heißen: Wieder hinführt. 

Donnerstag, 21. Mai 2020

Die Gnade kennt kein Corona, aber die Orthodoxie

Auch in diesem Jahr vollzog sich am Karsamstag in Jerusalem das unerklärliche Phänomen oder Wunder des "Heiligen Feuers". Seit dem 4. Jahrhundert verläßlich dokumentiert, entzündet sich in der Grabeskirche unter Umständen, bei denen Betrug ausgeschlossen werden kann, in den Händen von Mönchen der orthodoxen Kirche die Entzündung eines Feuers, das "Osterfeuer", das dann rund um die Welt weitergereicht wird.

Viele Daten dazu finden sich im Wikipedia Eintrag dazu, auch wenn vor dieser Internetseide eindringlich gewarnt werden muß, die selbst simpelste Daten in falsche, praktisch immer unverstandene Fakten überwälzt.

Das Heilige Feuer wird von der Orthodoxie und ihr nahestehenden christlichen Kirchen als Gnadengabe und Glaubenshilfe von Gott her verstanden, also als Sakramentalie. Die an dieser Stätte, an der die Auferstehung Christi real und historisch stattgefunden hat, jährlich zu Ostern gegeben wird, und die Auferstehung des Fleisches als im Festkreis der Kirche immer gegenwärtig symbolisiert. Niemand mit vollem Glauben "muß" aber dieses Geschehen in seinem Glaubensbestand haben.

Interessanterweise findet es auch immer zum Ostertermin der Orthodoxie statt. Die die gregorianische Kalenderreform im 16. Jahrhundert nicht mitmachte, und deshalb mit den Kirchenfesten immer ein wenig (mittlerweile mehr oder weniger neun Tage) den katholischen Terminen hinterher hinkt, weil der Schalttag im Kalender fehlt.
Dahinter steht natürlich mehr als bloße, in Identitätsfragen verankerte Intention einer Abgrenzung von Rom. Dazu muß man wissen, daß diese Kalenderreform maßgeblich auf Kopernikus und Galilei zurückgeht. Hier hat sich die Kirche also einem mathematischen Weltbild ergeben, und das sieht die Orthodoxie auch so. Das aber ist ein Weltbild, das nicht vom auf den Menschen ausgerichteten Weltkreis basiert, sondern auf ein abstraktes mathematisches Faktum. Das auch gegen jede sinnliche Wahrnehmungswirklichkeit ausfallen kann. Das lehnt die Orthodoxie ab. Denn dann wäre die Welt in einem "Format", das dem Sinn der Schöpfung - die auf den Menschen, und in ihm auf Christus Rex ausgerichtet ist - widersprechen würde. Weil das Gesicht der Wahrheit aber immer menschliches Format haben muß, weil die Schöpfung sonst der Vernunft nicht zugängig wäre, muß auch die Welt als sinnliches Datum der Subjektivität des Menschen entsprechen. 
Es ergibt keinen Sinn von einer Welt und Wirklichkeit zu sprechen, die der Mensch mit seinen Sinnen gar nicht erfassen und damit mit "Evidenz" prüfen könnte.* Denn dann würde wissenschaftliche Wahrheit ein reines, dogmatisches Glauben sein, und kein Wissen. Das wiederum auf den Glauben aufbaut, weil es sonst gar kein Wissen ist, sondern eben ein Glauben. Was soll es für einen Sinn haben, das Leben nach abstrakten Schemata einzurichten, die sich in der sinnlich erfaßbaren Natur gar nicht wiederfinden? 
Es hat also nicht nur der Glaube immer das Primat im "Wissen" (als Interpretationshorizont von Daten, als Ordnungskraft hin zu Fakten) sondern es hätte (und, übrigens: hatte tatsächlich!) fatale Symbolkraft, "der Wissenschaft" in der Ordnung des jedes menschliche Leben grundlegend Bestimmenden, des Jahreskreises und der Feste darin, der Sterne im Leben also, den Primat einzuräumen. Der Glaube "weiß" unendlich mehr als jede Wissenschaft, die eigentlich ja gar nichts weiß, hätte sie den Glauben nicht.** 
Auch heuer, im April 2020, fand dieses Ereignis des "heiligen Feuers" statt. Wo allerdings die Stätte des Wunders wegen der Corona-Furcht nicht wie sonst von Menschenmassen umlagert wurde, so daß die Vorgänge problemlos gefilmt werden konnten.





*"Evidenz", also der sinnlich faßbare Beleg, liefert auch nicht der Kopernikanisch-Galileiische Heliozentrismus als Modell des Sonnensystems, der zur damaligen Zeit den Geozentrismus abzulösen begann. Niemand geringerer als Einstein, aber sogar in neuerer Zeit noch Stephen Hawking, haben das bestätigt: Es gibt keine Evidenz, es gibt keinen Beweis, daß die Erde sich um die Sonne dreht etc. Galilei irrte also doch! Und was sagt die Physik? Eben! Die gesamte derzeitige Physik würde auch funktionieren, wenn die Erde das Zentrum des Universums wäre.

**Einmal mehr sei auf die Arbeiten von Kurt Gödel hingewiesen, der vor einhundert Jahren mit mathematischem Beweis bewies, daß sich die menschliche Rationalität nie aus sich selbst begründen kann, sondern immer ein Transzendentes, also ein Geglaubtes, Angenommenes zur Prämisse hat weil braucht.



*200420*

Sonntag, 15. März 2020

Wenn man schon an die Wirklichkeit einer Pandemie glaubt ...

... dann sollte man auch an die wirkliche Wirklichkeit glauben. In jedem Fall ist die Corona-Fabel eine Prüfung, wenn auch in ihrer Hauptsache aus ganz anderen Gründen. Ja, es geht um die Verwurzelung im Glauben, aber es geht in der Hauptsache um die Kraft, die daraus erwächst, und uns in die Lage versetzt, den Fata Morganas der Zeit nicht auf den Leim zu gehen. Die Spannung zu ertragen, die es bedeutet, mehr und mehr gegen das aufgebaute Narrativ der Allgemeinheit zu stehen, wie ein Leuchtturm in der Brandung.

Dennoch ist dieses Wort eines Bischofs von einer gewissen Schönheit. Und insofern empfehlenswert weil Balsam auf unsere gehetzten Seelen. Wie wünschte sich der VdZ Priester, die mutig die Lächerlichkeit auf sich nehmen, mit der sie rechnen und die sie in ihren Kammern festhält. Die aber das große Kreuz aufnehmen und vor sich her tragen, die die Treuen ihrer Gemeinden bei der Bittprozession rund um die Kirche anführen, die zum Abschluß der Stadt mit weit ausholender Geste der Weihwasserausteilung den Segen spenden, und so das Heilsversprechen Gottes verkünden.



Donnerstag, 24. Oktober 2019

Ein kleines Wunderwerk

Eines der für Evolutionisten nicht lösbaren Probleme ist das der irreduziblen Komplexität. Das heißt, daß ein Organ (das Auge ist ein gutes Beispiel dafür) - sogar die Zelle selber ist so ein System - nur als Ganzes möglich, weil im Sinne einer zufälligen Entwicklung sinnvoll ist. Die Systemteile setzen jeweils einander voraus, um Sinn zu ergeben. Das gilt interessanterweise für kleine Systeme noch mehr als für große. Gerade bei Zellen zeigt sich eine Komplexität der Ganzheitlichkeit, die überwältigend ist.

Die jeweiligen Teile als Zwischenschritte zu denken, wo einer nach dem anderen kommt, jeweils aber auf den Nachkommenden angewiesen und ausgerichtet ist, ist nicht möglich. Es wären allesamt gravierende Entwicklungsnachteile auf unbestimmte Zeit (weil von Zufallsmutation abhängig). Es ist darüber hinaus kein Organ oder System bei Lebewesen bekannt, das sinnlos weil noch unentwickelt und Zwischenschritt wäre. In den meisten Fällen wäre eine posthoc Entwicklung, also eine Entwicklung als Reaktion auf Umweltbedingungen, tödlich, sodaß jeweils die Lebewesen mit ersten Anpassungsschritten sterben würden, ehe sie sich "weiter entwickeln" können. 

Es sind also die Organe, die einen Lebensraum als behausbar anzeigen, nicht umgekehrt. Ist es einmal umgekehrt (das berühmte Beispiel des Grottenmolchs ist bekannt, dessen Augen zwar vorhanden, aber verschlossen bleiben, weil er in ständig lichtloser Umgebung lebt) so bilden sich - und das ist der einzige Anpassungsvorgang - Organe, die in einem Lebensraum nicht gebraucht werden, allerbestenfalls zurück. Aber es bilden sich keine neuen. Die einzige beobachtbare, diesbezüglich positive Entwicklung (z. B. die Dichte des Fells bei Eisbären) ist eine Verstärkung vorhandener Anlagen, aber keine Neubildung, die dem Sommer- und Winterfell von Katze oder Hund vergleichbar ist.

Ein gutes Demonstrationsbeispiel für so eine irreduzible Komplexität sind die Augen der Mantis Krabbe. Sie sind vermutlich die komplexesten Augen im gesamten Tierreich, wo man mindestens siebzehn voneinander völlig verschiedene, immer sehr komplexe Sehsysteme kennt. Diese Augen sind auf Stielen angebracht und unabhängig voneinander bewegbar. Sie weisen fünfzehn unterschiedliche Lichtrezeptorenzellen auf. (Beim Menschen sind es nur drei.) Damit kann die Mantis Krabbe die Wellenlänge, auf die ihr Sehen anspricht, verändern und so ihrer Umgebung anpassen. Das korrespondiert mit der Fähigkeit, sich mit der Geschwindigkeit einer Pistolenkugel abzuschnellen, womit sich binnen Sekunden die Sehverhältnisse verändern können. Auch hier sind also sämtliche Fähigkeiten aufeinander und auf einen Lebensraum abgestimmt.






Sonntag, 28. Juli 2019

Erschütternde Dokumentation über einen Hinweis

Als man im Jahre 2008 das Grab von Padre Pio in San Giovanni Rotondo vierzig Jahre nach seinem Tod und sechs Jahre nach seiner Heiligsprechung 2002 öffnete und den Deckel des Sarges abhob, alles unter den wachsamen Augen von Kameras, staunte man nicht schlecht, wenn manche es auch erwarteten (deshalb hat man ihn wohl auch exhumiert): Der Leichnam des 1968  verstorbenen Padre Pio war weitestgehend unverwest.* Und liegt bis heute in einem gläsernen Sarkophag. Hier ein französischer Bericht über die Exhumierung.

Ein starker Hinweis auf das Übernatürliche, auf Heiligkeit, die wie eine Bestätigung des Urteils der Kirche wirkt und den Glauben zu stärken vermag. Der Film geht zum Vergleich deshalb auf den Versuch der Kommunisten ein, die jede Religion ablehnen und als Schwindel darstellen, mit dem Leichnam von Lenin ähnliche "Wunder" zu beweisen. Ein ganzes Ärzteteam war damit beschäftigt, die am Roten Platz aufgebahrte Leiche des "Heiligen des Kommunismus" in einem Zustand zu erhalten, der dem eines unverwesten Leichnams eines Heiligen gleichkommen sollte, um zu belegen, daß einerseits alles am Glauben Schwindel, andererseits der Kommunismus auch solche "Wunder" zu vollbringen in der Lage wäre. 

Aber schon bei oberflächlicher Betrachtung werden die Unterschiede klar. An der Leiche Padre Pios ist alles "völlig natürlich", wenn auch der Zustand der Unverwestheit unterschiedlich ist: Der Hinterkopf ist leicht skelettiert, dafür ist das Kinn völlig erhalten. Und die Hände haben schon bei der Exhumierung wie "frisch manikürt" gewirkt. Auch der Rest des Körpers ist in gutem, unverwesten Zustand, obwohl nie auch nur irgendeine Chemikalie zur Konservierung eingesetzt wurde. Sogar das Herz ist unverwest.

Noch etwas fiel bei der Exhumierung auf: Dem Sarg entstieg bei seiner Öffnung ein wunderbarer Duft, der auch immer noch anhält. Ein Phänomen, das in Zusammenhang mit Padre Pio ohnehin aus vielen Zeugenaussagen bekannt ist. Selbst die Mullbinden, die angelegt wurden, wenn die Stigmatisations-Male bluteten, haben nach vielen Berichten nicht wie jeder andere Blutrest zersetzt gestunken, sondern himmlisch geduftet.

Der Film bringt noch weitere Vergleiche. So solche mit tibetischen Mönchspraktiken, wo große Mönche in der Vergangenheit konserviert wurden, ehe man sie bestattete. Aber sie mußten dazu Salz verwenden, und brauchten hochgelegene, abgeschlossene Begräbnisstätten, um ähnliche Effekte zu erzielen. Aber dennoch merkt man das Unnatürliche an diesen "unverwesten" Leichen.






*Wir werden darüber noch eingehender schreiben, belassen es vorerst nur mit dem Hinweis, daß - ähnlich dem eucharistischen Wunder, ähnlich, analog, nicht identisch - kann das Übernatürliche (Himmlische) im Geiste die Substanz eines Dinges selbst ins Himmlische heben und damit die Materie als diese Substanz, die nun "zwei Welten verbindet - Himmel und Erde", durchdringen. Dies ist bei Heiligen nicht zufällig oft bei jenen Körperteilen zu sehen (es gibt zum Beispiel unverweste Zungen, Hände etc., während der Rest des Leibes verwest und skelettiert ist) die mit dem besonderen Lebenswerk des Heiligen zu tun haben. Daß sie nur bei Christus (und der Gottesmutter) zur Gänze, also mit dem ganzen Leib (Himmelfahrt) möglich sind, liegt auf der Hand. Jeder "normale" Heilige muß die Seligkeit durch Überwindung der Erbsünde erreichen. Die weder Jesus noch Maria je hatten.



Mittwoch, 20. Februar 2019

Wunder Mensch

Der VdZ gesteht es. Er ist ein absoluter Bewunderer des Menschen. Der Mensch ist ohne jeden Zweifel und um Dimensionen das größte, überlegenste Lebewesen dieser Erde. Kein Tier kommt an ihn heran, nicht einmal annähernd. Was immer wir an Bewundernswertem, Staunenswertem bei unter-menschlichen Lebewesen beobachten, es hat immer den Beiton: Ganz gut, für einen Nicht-Menschen immerhin beachtlich.

Aber was der Mensch zu leisten vermag, der keinen Instinkt hat wie das Tier, keine feste Physiologie wie die Pflanze, der also keine sichere Anleite für sein Handeln hat, wenn er sie nicht freiwillig annimmt, bei dem also alles über Vernunft laufen muß, der sich somit über alles erst einen Plan machen, über alle Physik erheben muß, der erst geistig erkennen muß was zu tun ist, um dann seine Instrumente - den Leib, die Physik als Grammatik der Welt - einzusetzen, sich somit die Welt als Werkzeug und zu Nutzen zu formen, was ihn von Ort wie Zeit umso unabhängiger und universaler macht, ist einfach überwältigend.

Die Bewunderung für die Maschine, die künstliche Intelligenz gar, ist absolut lächerlich, wenn sie sich davon löst, sich als Bewunderung für die menschliche Leistung zu begeistern. Die Angst vor der Künstlichen Intelligenz ist somit völlig unberechtigt. Niemals - niemals! - kann Maschinenwerk den Menschen übertreffen oder ersetzen, und auch Computer und Programme sind nur Menschenwerk. Es sei denn, man will eine untermenschliche, unermeßlich primitive, aber ihrer wirklichen Komplexität niemals gewachsene Welt. Jede Welt der Maschinen wird deshalb immer eine Welt sein, in der mehr umgebracht werden muß als jemals funktioniert.

Es ist eine aufs Primitivste reduzierte Welt. Die Ehrfurcht vor der Macht der Maschine (wie in der Künstlichen Intelligenz/Artificial Intelligence) wird nur von jenen verbreitet, die selbst kastrierte, impotente Selbst- und Weltverfehler sind. Kein schöpferischer, weltumfassender Mensch hat jemals (existentielle) Angst vor der Maschine gehabt. Er weiß, warum.

Und das macht auch die Begeisterung für den Sport völlig legitim.  Denn gerade im Wettkampf läßt sich die wesenhaft angelegte Gottesnähe am besten erahnen. Schon das zeigt, welcher niedrigen, untermenschlichen, ja satanische, also schöpfungsvernichtender Herkunft jeder Ökologismus ist. Der den Menschen zum "Feind der Natur" erklärt. Die er doch beherrschen kann und soll und muß! Die er in Umfassendheit in sich trägt! Sonst ist die Welt leer, sinnlos. Jeder Mensch, jeder, trägt sämtliche Naturgesetze in sich, jede Beziehungsform, die unter ihm liegt, jedes materielle Ding in seinem innersten Wesen ist in ihm vorhanden! Wer über "die Natur" staunt, staunt über den Menschen und darin über Gott, denn der Mensch ist Abbild Gottes.

Die Ausbeutung des Menschen beginnt dort, wo man diese seine unglaubliche Fähigkeit ohne Rückgriff auf die Vernunft als bloßes mechanisches, materialistisches Instrument, als bloßen Nutzen - für andere! - einsetzt. Also einen verfälschten Vernunftmechanismus im Tätigen, im Arbeiter evoziert. Der Evolutionismus als Auswurf des Materialismus - in seiner perversesten Form, dem Kapitalismus, der die Welt bloßer Mathematik unterwirft - ist genau das. Die rationale Rechtfertigung des Übels, die aber keinen Moment ohne die Größe des Menschen auskäme. Nur er kennt Sinn. Nur er vermag ihn zu universalisieren, das heißt aus dem Abstrakten ins Konkrete zu überführen.

Keine Maschine wird jemals - jemals! - die Komplexität der Welt und damit der menschlichen Problemlösungskraft erreichen. Nie. Wer immer das behauptet, sollte ausgelacht und für dumm gehalten werden, denn das ist er. Keine Maschine (und damit auch kein Computerprogramm) wird jemals den Menschen ersetzen können. Sie wird nur die Menge der Fehler potenzieren, und umso problematischere Prozeduren verlangen, die diese Fehler ausgleichen. Immer sind das aber Prozeduren, die auf Kosten der Menschen gehen.  Nur der Mensch vermag in vollem Sinn wirklichkeitsgerecht zu handeln.

So nebenbei - diese Größe begründet die Überlegenheit wie Hierarchie der menschlichen Gesellschaft als deren Ordnungsmatrix. Der Freie, der "Mittelständler" sohin, ist der eigentliche Tragegrund jeder Gesellschaftsform, also auch des Staates. Denn aus seiner Organisations- und Ordnungs- und Schaffenskraft entsteht jene Stabilität, die erst einen Staat möglich macht. Denn dessen organisatorischen Kräfte können nur von dieser, genau dieser (mit Recht, und nur so mit Recht bezeichneten) weltorganisierenden, weltbesitzenden Mittelschicht leben. Wehe dem Staat, wo der Schwanz mit dem Hund wedelt.

Kein Beamter, kein Verwaltender, kein demokratischer Politiker (mit Parteienhintergrund) hat jemals die Welt beherrscht. Er ist zum Gegenteil - heute - Beamter, Verwaltender, "Establishment", weil er niemals mit der Welt zurande kam und deshalb andere Mechanismen suchte, um sie dennoch zu bewegen. Umso absurder, umso fanatischer die Beherrschungsstrategien der Ochlokratie, mit der wir es heute zu tun haben.

Mensch, Du aber ... glaube an Dich! Du Abbild der unfaßlichen Größe Gottes, des Wesens und Ursprung allen Seins: Forme die Welt zur Welt! Das ist Deine Aufgabe!








*100119*

Freitag, 11. Mai 2018

Die unwiderstehliche Erotik des Möglichen (1)

Technik hat wie jede Möglichkeit einen Eros, hat innerhalb des Weltgefüges deshalb die Tendenz, auch real zu werden. Deshalb ist es nie ausreichend, Möglichkeiten zu schaffen, die man dann begrenzt, weil man sie so vermeintlich im Zaum halten kann. Es kommt vielmehr in diesem komplexen menschlichen Gefüge, das aufgrund seiner Schwäche zu Fehlern (das heißt: Sünden) neigt, die auch Realität werden, der Moment, wo jede Technik entgrenzt benützt und eingesetzt wird. Die gewaltige Menge an Daten, die heute über die Menschen gesammelt wird, hat deshalb ihre wahre Bedrohungsnatur nie darin gezeigt, was sie bereits tut, und wo man sie beschränken kann und meint zu müssen. Sie hat sie in den Möglichkeiten gezeigt, auch wenn diese noch nicht Realität wurden.

Es gäbe nur einen Meister aller dieser Fehlentwicklungen, und das ist Gott. Nur Menschen, die fest in Gott verankert sind, der das Maß und den Takt der Wirklichkeit bestimmt, sodaß also das Gute, Schöne, Wahre in den Dingen und deren Gebrauch selbst liegt, wären in der Lage, Technik so gemach einzusetzen, daß sie nicht durch Auswucherung jenen den Menschen in reines Nutzdenken verformenden Charakter annimmt, den sie tatsächlich in der Geschichte dann doch stets annahm. Und erst recht heute. 

Denn gleichzeitig bräuchte so eine Haltung vor Gott eine starke kulturelle Institutionalisierung, muß in der individuellen Haltung der Menschen verankert und getragen sein. So, wie die Griechen etwa mit der Technik umgingen. Die keine Technik auf Dauer einsetzten, sondern sie stets nur sehr begrenzt verwendeten, und sofort wieder von ihr abließen. Weil sie dem wahren Menschsein widersprach, ja es zerstörte. Die Größe und Lebensgeglücktheit in ganz anderen, geistigen Werten erfüllt sahen: Ehre, Geistigkeit generell, subsummiert unter dem Begriff der Freiheit, die weniger eine Freiheit von als eine Freiheit zu ist, die erst dann real und aktuell ist - deshalb in gewisser Weise flüchtig - wenn sie sich in einer Situation erheben kann. Der Mensch also dem Gesollten frei folgt. Das ist die Haltung des Spiels. In der es nicht auf den technischen Effekt, den Nutzen einer Tat ankommt, sondern auf die innere Haltung, das Wachstum der Seele zur Persönlichkeit.

Wobei wir uns nicht täuschen sollen: Diese Hochzeiten dauerten auch dort nur kurze Zeit, und bald begann auch dort die Technik vielfach das Leben umzuformen. Diese Hemmung, diese großartige menschliche Prägung besaßen bereits die Römer nicht mehr, speziell in der Zeit der Republik, endgültig nicht mehr in der Zeit der Kaiser.

Von alle dem sind wir nicht nur weit entfernt, sondern wir entfernen uns sogar in Riesenschritten weiter davon.

Und damit bekommen wir es so sicher wie das Amen im Gebet mit den schlimmsten Auswirkungen des heutigen Technikgebrauchs zu tun. Sämtliche unserer Lebensabläufe werden mehr und mehr zu Prozessen einer Maschine. Die der Welt überzustülpen und zu perfektionieren wiederum in der Natur der Technik bzw. des Menschen, der mit ihr zu tun hat, der sie kennt, der sie betreut, der sie schafft, liegt. 

Für den heutigen Weltbegriff wird damit das, was die Welt eigentlich ist - und zwar buchstäblich, nicht im übertragenen, verfrömmelten Sinn, nein, handfest, real! - völlig ausgeblendet. Was die Welt in Wirklichkeit ausmacht, trägt, vorantreibt, Herrschaften, ist (Trommelwirbel) .. das Wunder. Die Welt ist überhaupt nur, weil sie ein unausgesetztes Geschehen von Wundern ist! Was also krank daran ist, sich solche Systeme der Beherrschung auszudenken, ist, daß wir nicht mehr wissen, was Realität ist, weil wir nicht mehr wissen, was Wirklichkeit ist.

Bereits hier haben wir es mit einer Auswirkung der Technik zu tun, vor der sich die alten Griechen gehütet haben wie der Teufel das Weihwasser scheut: genau das wollten sie nicht. Wir aber haben durch unsere exzessive Nutzung von Technik in allen Bereichen - auch und gerade im Sozialen (durch den Sozialstaat heutiger Prägung, eine Technik) - eine Haltung verinnerlicht, in der uns die Welt ohne Wunder, als reines Ablaufschema erscheinen will. Dies wird gestützt von einer (aufklärerischen) Weltsicht des Materialismus, in der die Welt ohne Wunder auskommt. Eine solche Welt fällt (scheinbar, es ist ein Schein! es entspricht nicht der Wirklichkeit!) immer mehr auf uns zurück. In ihr bewegt sich nur noch, was wir in ihr als technischen Ablauf bewegen, und was immer uns begegnete wird ebenso gedeutet. Wunderlos. Als rein mechanischer, materieller Ablauf einer Welt, die nur Technik ist.

In diese sohin "falsche" Realität fällt auch die Rundumerfassung des Menschen, die Verquickung von Daten. Alles weil es vermeintlich positiven Zwecken dient - Sicherheit, Gesundheitsvorsorge, grob gesagt: Steigerung des Lebensglücks. Vor allem letzteres ein Begriff, der unter völliger Neudeutung verwendet wird. Das Wesentliche an der menschlichen Geglücktheit, die Freiheit, wird zum bloßen Schein.

Wohin das alles führt, exerziert uns nun China vor. Was 2017 als Experiment in einigen Großstädten begann, wird ab 2020 das gesamte Land erfaßt haben. Und erregt kaum Widerstand, denn immerhin ist China durch die Nutzenphilosophie des Konfuzianismus seit je dafür aufgeschlossen. Die Rede ist von einem "Anständigen-Index", unter dem jeder Bewohner erfaßt wird. Ausgehend von einer gewissen Punktezahl, werden die bereits jetzt bestehenden zahllosen Überwachungsinstrumente (von einem gewaltigen Netz von Kameras angefangen, bis über Gesundheitsdaten, Profilen von Internetaktivitäten, einfach alles, was sich in ein die Ja-Nein-Technologie des Computers umlegen läßt) laufend ausgewertet. Daraus ergeben sich Bewertungspunkte, die bei erwünschtem Verhalten zu einer Vermehrung, bei unerwünschtem Verhalten zu einer Reduktion der Punkte dieses Index führt.

Sich auszudenken, was das für Möglichkeiten der Disziplinierung mit sich bringt, können wir getrost dem Leser überlassen. Wer immer den Vorstellungen eines "guten=erwünschten Menschen" nicht entspricht, ist unzähligen Drangsalierungs=Erziehungs=Umformungsmöglichkeiten ausgesetzt, in denen er nach und nach von Leben und Gesellschaft ausgeschlossen werden kann und wird. Während umgekehrt das Leben und die Öffentlichkeit immer mehr in die Hände jener übergehen werden, die den Idealvorstellungen entsprechen. 


Morgen Teil 2) Eine verheerende Umdeutung von Freiheit zerstört sie





*040518*

Montag, 19. März 2018

Der Staat als Ersatz göttlicher Ordnung

Alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre sind säkularisierte theologische Begriffe. [Wo zum Beispiel] der allmächtige Gott zum omnipotenten Gesetzgeber wurde. [Das zeigt sich auch] in ihrer systematischen Struktur, deren Erkenntnis notwendig ist für eine soziologische Betrachtung dieser Begriffe. Der Ausnahmezustand [der für Carl Schmitt das Kriterium ist, das den wahren Souverän zeigt; Anm.] hat für die Jurisprudenz eine analoge Bedeutung wie das Wunder für die Theologie.

Erst in dem Bewußtsein solcher analogen Stellung läßt sich die Entwicklung erkennen, welche die staatsphilosophischen Ideen in den letzten Jahrhunderten genommen haben. Denn die Idee des modernen Rechtsstaates setzt sich mit dem Deismus durch, mit einer Theologie und Metaphysik, die das Wunder aus der Welt verweist und die im Begriff des Wunders enthaltene, durch einen unmittelbaren Eingriff eine Ausnahme statuierende Durchbrechung der Naturgesetze ebenso ablehnt wie den unmittelbaren Eingriff des Souveräns in die geltende Rechtsordnung. Der Rationalismus der Aufklärung verwarf den Ausnahmefall in jeder Form.


Carl Schmitt in "Politische Theologie" 




*100318*

Mittwoch, 17. Mai 2017

Wunderwerke des Alltäglichsten

Sie ist ein so alltäglich Ding, daß man sie kaum der Beachtung wert findet. Und doch ist sie ein einziges Wunderwerk der Komplexität auf vielen Ebenen.  

Die Rede ist von der Vogelfeder.

Genesis.net widmet ihr eine Kolumne, und stellt darin die Ergebnisse jüngster Untersuchungen vor. Die das Ergebnis bringen, daß kein Mensch in der Lage wäre, dieses simple Ding Vogelfeder zu konstruieren. Denn kein Mensch kann auf so vielen Ebenen zugleich denken und einzelne Vorgänge abstimmen. Dies mit linearer Abstimmung eines jeweils nur partiell denkbaren Anpassungsvorganges ist völlig unvorstellbar. 

Wir erlauben uns, den Text weitgehend von den Seiten von Genesis.net zu übernehmen.

Nimmt man eine Vogelfeder in die Hand, überrascht immer wieder, wie leicht dieses Gebilde ist. Es heißt nicht umsonst „federleicht“. Gleichzeitig sind Vogelfedern ausgesprochen robust und dennoch biegsam und kombinieren damit sehr unterschiedliche Eigenschaften. Diese Kombination stellt besondere Anforderungen an den Feinbau der Federn. Es wird geeignetes Baumaterial benötigt– lange Proteinfasern aus beta-Keratin –, außerdem gibt es anspruchsvolle Anforderungen an die Art und Weise, wie das Material in Federschaft, -ästen und -strahlen „verbaut“ wird, und schließlich sind auch die Anforderungen an die Struktur der reißverschlussartig ineinandergreifenden Federstrahlen (Bogen- und Hakenstrahlen) alles andere als trivial. 

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Denn bei aller Robustheit müssen die Federn auch kontrolliert nachgeben können, wenn starke Kräfte auf sie wirken, damit irreparable Risse vermieden werden; dafür ist der „Reißverschluss“ sehr praktisch. Materialeigenschaften, Feinbau und Federstrukturen sind also genau aufeinander abgestimmt. Es ist leicht einzusehen, dass diese besonderen Eigenschaften der Federn zum einen komplett vorhanden sein müssen, damit Federn flugtauglich sind, und dass sie zum anderen nicht oder nur in sehr viel einfacherer Ausprägung benötigt würden, wenn Federn nur irgendwelche anderen Funktionen wie Wärme- und Kälteschutz, Signalgebung oder Schutz vor Verletzungen erfüllen müssten, nicht aber zum Fliegen gebraucht würden.

Tatsächlich ist der Feinbau von Schaft und Federästen so kompliziert, dass bis vor kurzem viele Details nicht bekannt waren. Die Fasern sind nämlich mit einer Matrix zementartig verbunden, was die Aufklärung ihrer Anordnung erschwert, aber zugleich zu ihrer Stabilität beiträgt (vgl. Lingham-Soliar 2017, 1). Erst in jüngerer Zeit wurden durch neue Untersuchungstechniken hier größere Fortschritte erzielt. Durch Computertomographie (Laurent et al. 2014) und mithilfe federzersetzender Pilze (Lingham-Soliar et al. 2010), durch die die Keratinfasern und Faserbündel freigelegt werden können, wurden ganz neue Einblicke in die Anordnung der Fasern und damit in den Feinbau gewonnen (Lingham-Soliar 2014; 2017).

Dabei hat sich Folgendes gezeigt: Die beta-Keratin-Fasern bestehen aus feineren Fäserchen und sind selbst in Bündeln angeordnet. Diese können verschiedene Schichten bilden, in denen die Fasern unterschiedlich orientiert sein können. Dietrich-Bischoff (2014) fasst die weiteren Befunde wie folgt zusammen: „Nun sind zwei verschiedene Fasersysteme mit unterschiedlicher Orientierung nachgewiesen worden, die unterschiedliche mechanische Eigenschaften verleihen. Im größten Teil des Federschafts laufen die Keratinfasern in Längsrichtung, wodurch die Feder verdreht werden kann, ohne zu brechen. In den Seitenwänden des Schafts hingegen liegen die Fasern über Kreuz, was der Feder größere Steifheit verleiht. … 

Die Keratinfasern weisen zudem in gewissen Abständen Knötchen auf, die zu denen benachbarter Fasern versetzt angeordnet sind. Diese Anordnung trägt dazu bei, dass sich ein Riss im Federschaft schlecht ausbreiten kann. Zudem konnte gezeigt werden, dass Federschaft und -äste keineswegs hohl sind, sondern ein ‚schaumähnliches‘ Inneres aufweisen – ein poröses Netzwerk von Fasern, die mit einem Polymer beschichtet sind, das Gase bindet. So steht die Feder unter schwachem Druck, was dazu beiträgt, dass sie weniger leicht einknickt. Der Schaum wirkt wie ein Energieabsorber und sorgt vermutlich dafür, dass die Feder nach Verbiegen oder Verdrehen wieder in ihre ursprüngliche Position zurückspringt.“

In einer neueren Arbeit legt Lingham-Soliar (2017) weitere interessante Befunde zur Anordnung der Keratinfasern in den sich verjüngenden Federschäften vor. Er konnte zeigen, wie die Verjüngung erfolgt, ohne dass die Faserverläufe in den Wänden (Cortex) des Schafts auslaufen. Die Keratinfasern biegen vielmehr links und rechts in die Wände der Federäste ab, wodurch die Äste tief im Schaft gleichsam „verwurzelt“ sind. Das ermöglicht Reißfestigkeit und verringert gleichzeitig die Gefahr von Brüchen oder Knicken im Schaft; die Kräfte, die beim Flug auf die Federn wirken, werden so auf die Federn gleichmäßig verteilt. 

Ein Auslaufen (bzw. ein Abbruch) der Fasern im Cortex würde – so Lingham-Soliar – aus mechanischen Gründen die Gefahr von Beschädigungen erhöhen.[1] Diese Grundstruktur des Abzweigens in die Federäste erwies sich bei den verschiedenen untersuchten Arten als sehr ähnlich (S. 4). Lingham-Soliar (2017, 7f.) lobt diese Lösung als „biomechanisch genial“ („ingenious“); durch diese neu entdeckte Architektur des Cortex der Schaftes und der Äste, wo Hunderte von Fasern in die Äste abzweigen statt beendet zu werden, würden auf einen Schlag viele Sollbruchstellen vermieden.

Als Kommentar ist dem noch hinzugefügt:

Diese Details machen deutlich, wie fein abgestimmt verschiedene Aspekte der Federfeinstruktur sein müssen, damit die Feder die für ihre Funktion erforderlichen Eigenschaften besitzt. Angesichts dieser Tatsache überrascht es, wenn Verena Dietrich-Bischoff (2014) abschließend zu den damals bereits bekannten Details schreibt, dass die vorgestellten Befunde zur Feinstruktur von Federn möglicherweise dazu beitragen würden, ein evolutionäres Rätsel, die Entstehung des Vogelflugs, zu lösen. Oder dass Lingham-Soliar (2017, 6) meint, es sei klar, dass die außergewöhnliche Mikrostruktur des Wand des Schafts und der Äste über die Millionen Jahre der Vogelevolution perfektioniert worden sei.[2] Jedenfalls zeigen die neuen Befunde, dass das Rätsel größer ist als je zuvor, denn die Federn erweisen sich als komplizierter gebaut als bisher bekannt. Und man kann durchaus nachvollziehen, dass die Details auch allesamt in der verwirklichten Form ausgeprägt sein müssen, damit die Federn ihren Teil zur Ermöglichung des Fluges leisten können. Die dafür erforderlichen höchst anspruchsvollen Materialeigenschaften sind notwendige Voraussetzungen. Es handelt sich auch um weit mehr als um „Perfektionierung“, sondern vielmehr um eine ausgeklügelte, anspruchsvolle Konstruktion.

Zudem ermöglichen auch die allerbesten Federn noch keinen Flug. Es wird auch eine zweckmäßige Verankerung im Körper benötigt, ein Muskelgeflecht an den Federspulen zur Bewegung der Federn, Blutgefäße, Nervenbahnen und Sinnesorgane, die die Positionen der einzelnen Federn registrieren und ans Gehirn melden, und die passenden Reaktionen darauf, die Einbettung der Federn in ein hydraulisches System von Fett- und Bindegewebe und weitere anatomische Details. Die Anforderungen an die Federn und ihre Steuerung sind wiederum nur ein Teil der Voraussetzungen für die Flugfähigkeit, denn es muss auch ein passendes Federkleid ausgebildet sein, weiterhin dessen koordinierte Steuerung; zahlreiche Muskelpartien sind beim Flug beteiligt; es gibt Anforderungen an den Skelettbau; die Federn bedürfen ständiger Pflege usw.

Es ist daher alles andere als klar, dass und wie die Federstrukturen evolutiv entwickelt und „perfektioniert“ wurden. Das Problem besteht neben zahlreichen Details vor allem auch in der Notwendigkeit vielfacher Abstimmung verschiedenster Aspekte. Dietrich-Bischoff (2014) kommentiert einen kurzen Überblick zum groben Aufbau einer Feder wie folgt: „All diese einzelnen Elemente sind hervorragend an ihre jeweilige Funktion angepasst und wirken zusammen, um der Feder die notwendigen Gesamteigenschaften zu verleihen.“ Zukunftsblinde Prozesse wie Mutation und Selektion sind nach allem, was wir wissen, völlig überfordert, solche Abstimmungen über mehrere Ebenen der Organisation zu ermöglichen.

Natur und Technik. Lingham-Soliar (2017, 10) zieht einen Vergleich mit technischen Materialien; diese seien vergleichsweise einfach strukturiert und die technischen Strukturen seien monofunktional. Ganz anders dagegen die biologischen Strukturen, die viele Funktionen zugleich erfüllen und so kompliziert aufgebaut sind, dass es schwierig ist, sie in die einzelnen Komponenten aufzuspalten, um daraus etwas für die technische Anwendung zu lernen. Von einer Nachahmung in der Technik ist man daher weit entfernt. Auch dieser Sachverhalt spricht zusätzlich mehr dafür, dass die Entstehung von Vogelfedern eines enormen geistigen Inputs bedurfte, während Komplexität und Multifunktionalität sicher nicht für eine natürlich-evolutive Entstehung sprechen.

Vergleich mit anderen Strukturen. Interessant ist auch der Befund, dass es Ähnlichkeiten im Aufbau der Federn mit anderen biologischen Strukturen gibt. Dietrich-Bischoff (2014) weist darauf hin, dass auch der Chitinpanzer von Insekten aus mehreren Schichten besteht, in denen die Chitinfasern auf verschiedene Weise orientiert sein können, wodurch der Panzer an manchen Stellen hart, an anderen biegsam wird. Was das schaumartige Innere des Federschafts betrifft, so sind ähnliche Strukturen auch von Pflanzenstängeln und Stacheln von Tieren bekannt. Lingham-Soliar (2017, 8f.) sieht weiterhin Ähnlichkeiten in der Anordnung von Fasern in der Rücken- und Schwanzflosse des Weißen Hais (Carcharodon carcharias) und im Verlauf von Leitungssystem und Fasern bei der Verbindung von Ästen mit Stämmen von Pflanzen, die ähnlichen Kräften ausgesetzt seien wie die Federäste. Auch hier stellt sich die Frage: Sind zukunftsblinde Prozesse in der Lage, unabhängig voneinander in ganz verschiedenen Systemen dieselbe anspruchsvolle Lösung für schwierige Aufgaben zu finden?







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Sonntag, 15. Februar 2015

Welt ist Wunder

Nicht simple mechanistische Prinzipien sind die Grundlage der Welt. Die Grundlage der Welt ist das Wunder. Und Wunder sind die normale Art der Realisierung von Seiendem, von "etwas". Der Mensch hat gar nicht die Möglichkeit, eine zu dieser Wunderwelt parallele Welt zu bauen. Das ist ein tragischer Irrtum zum einen, völlige, auch willentliche Selbstverkennung in den menschlichen Möglichkeiten zum anderen. Wo immer der Mensch dem Wesen der Welt, ihrer Ordnung im Geist, in den unendlichen Ideen Gottes, zuwiderhandelt, kann er nur die Pracht der Welt vermindern und zerstören, das heißt: ins Nichts zurückstoßen. Sie zu vermehren vermag er nur, wenn er dem Wunder Raum einzuräumen vermag.

Denn nur aus dem Wunder heraus wird das Mögliche (als im Seienden präsenter Seins-Wille zur Weltwerdung) material, als Gabe, als Wunder, und nur daraus und nur so weit läßt sich Welt bauen. Der Rest ist Illusion, Täuschung, Scheinbild, Scheinrealität, die freilich in gewisser Weise zurückwirkt, aber dem darin enthaltenen Sein nach. Deshalb dem in dieser Scheinrealität Lebenden immer so ganz "anders als geplant". Denn Irrationalität ist nicht Geheimnis, Überraschung nicht einfach Wunder, Willkür nicht einfach Freiheit.

Das Mögliche ist nämlich nicht menschlicher Willkür unterworfen, sondern liegt in dem, was allem Sein gibt. Und nur darauf kann sich sinnvoller Wille werfen. Ohne annahmebereite Offenheit diesem Sein gegenüber, ohne Freiheit deshalb kein Wissen (sondern: Irrtum), und ohne Willen diesem Sein gemäß (das sich in der Erkenntnis, in der Vernunft erschlossen hat) zu handeln - nur Zerstörung.




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