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Sonntag, 30. Januar 2022

Wo Rauch, da Feuer

Immer wieder kommt man an einen Punkt an dem man sich sagt: Das muß jemand gewesen sein. Das muß sich jemand ausgedacht haben. Denn es paßt mit einem Plan zusammen, und wie. Und wäre es keiner, er müßte erfunden werden, so perfekt paßt das reale Geschehen. Also fügt die Phantasie Bilder des Antinomischen zusammen, Bilder von Zuständen und Zukünften, die das Negative auf die Spitze treiben.

Aber damit schießt sie übers Ziel hinaus. Denn der Weg dorthin ist einfach zu komplex. Niemals wird so ein Plan gelinge, wie ihn George Orwell oder Aldous Huxley vorgeworfen haben. In der Phantasie - ja, da läßt sich das alles ausdenken. Aber die menschliche Realität ist zu verwickelt und verworren, zu sehr eine Mischung aus Gutem udn Schlechtem, auch beim Schlechten ist das Gute, auch beim Guten ist das Schlechte. Und Satan hat in Wahrheit keinen Gegenentwurf. Deshalb muß er letztlich doch dem Guten dienen.

Damit ist auch der Verursacher falsch gefunden. Wir brauchen auch kein Volk, das von einer Idee lebt, die aus einem "Dagegen", einem "Zuwider" existiert. Und fällt das Sein ins Nichts, fällt auch diese Anti-Idee ins Nichts.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Alles, was etwas ist, braucht Energie

Jeder weiß aus eigener Erfahrung, daß eine Bewegung dort ihre größten Energieaufwendungen benötigt, wo sie sich verändert. Vom Stehen zum Gehen zum Laufen sind die Momente mit der höchsten notwendigen aufzubringenden Kraft jene der Änderung des Zustands. Das läßt sich auch in der gesamten Natur beobachten. Nur der Verfall, der ein Rückfall von einer (im Rahmen der Welt als Gefüge von Gestalten) höheren Daseinsstufe zu einer niedrigeren ist, verbraucht keine Energie. Wird zu wenig Energie dargestellt, verfällt, stirbt etwas eben. Die Energie aber verschwindet nicht, sondern die Energie, die ein Etwas hielt, zieht sich in eine jeweils niedrigere Daseinsstufe - auf Teile, die jeweils wieder ein Etwas sind - zurück. Diese Energie wird umgekehrt frei, wenn ein höheres Etwas diese niedrigeren Teile in sein höheres Etwassein umwandelt. Jeder Verdauungsvorgang illustriert das. 

In Analogie hat auch Anorganisches solche "Verdauungsvorgänge", nur sind sie nicht lebendig, sondern "Daseins-Vektoren", Wirkausrichtungen, in denen niedrigeres Dasein in seinen Grundwirklichkeiten auch Ähnlichkeit (aber nicht Gleichheit) zu höherem aufweist. Nur kann das Anorganische nicht aus eigenem Antrieb seine Energieversorgung herstellen. Es ist völlig von Ort, Lage, "Zufall" (Zugefallenheit) abhängig. Lebewesen zeichnen sich ja dadurch aus, daß sie diese Energieversorgung mehr oder weniger selbständig herstellen können.

Grundsätzlich aber verbraucht jedes Einzeldasein zu seiner Entstehung wie zu seinem Betrieb Energie. Die Frage der Dauer reduziert sich also zur Frage der Fähigkeit, Energie auch aufzunehmen. Das läßt sich auf die simple Formel bringen, daß je mehr Dinge sich auf der Erde befinden, je spezifischer sich die Erde also ausfaltet, desto mehr Energie benötigt sie. Wobei man eigentlich sagen müßte: bindet sie in ihre Ordnung. Ausfaltung ist also nicht prinzipiell "schlecht" weil energieverbrauchend, sondern alles ist eine Frage der Harmonie dieser Energiekreisläufte.

Denn der für eine gewisse Eigentätigkeit notwendige Energieverbrauch hängt von der Tätigkeit ab, die ein Etwas unternimmt.

Das Gesagte gilt natürlich auch für Maschinen.

Nun könnte man natürlich sagen: Jaaaa, aber es ist doch so, daß es einen Unterschied macht, ob ein 50 Kilo-Sack an einem Seil direkt und gerade hochgehoben wird, oder ob ich dieses Seil über eine, zwei oder gar vier Rollen laufen lasse. Plötzlich wird dieses Gewicht mit dem kleinen Finger zu bewältigen! Also benötige ich doch weniger Energie, für dieselbe Arbeit. 

Natürlich stimmt das nicht. Denn diese Arbeit wird nur anders verteilt. Insgesamt benötigt dieser Flaschenzug (im Beispiel) dieselbe Arbeit, dieselbe Energie. Nur geht er mit ihrer Zuführung anders um. Das merkt man spätestens dann, wenn an eine solche Hubmaschine, die mit 50 Kilo Höchstlast gebaut wurde, plötzlich 5000 hängen. Dann bricht er wahrscheinlich, wobei: er wird wahrscheinlich in seiner Aufhängung brechen, wo die Gesamtarbeit einen Ruhepunkt findet, weil finden muß. 

Wobei -  halt: ein Flaschenzug ist ja ein zusätzliches Ding? Eben. Die Herstellung, Wartung, der Erhalt des Flaschenzugs benötigt gleichfalls Energie. Zieht man nun eine Bilanz, so ergibt sich sogar etwas Erstaunliches: Die INSGESAMT nunmehr, durch Erweiterung der Maschine (auch ein Seil ist ja eine solche) vorhandenen Dinge benötigen auch insgesamt mehr Energie. Nur hat sich diese anders verteilt! Es sind mehr Komponenten schon zur Herstellung einbegriffen, und alle diese Komponenten verbrauchen ja gleichfalls Energie. weil sie

Eine Maschine - der Flaschenzug illustriert es schön - kann also niemals eine Gesamtenergiebilanz reduzieren, sondern sie wird sie immer belasten, den Gesamtverbrauch eines durch die Maschine lediglich erweiterten Systems erhöhen. Sie verteilt aber jeweilige punktuelle Energien anders, auch auf andere Ebenen. (Sogar das Nachdenken braucht ja Energie, das zur Konstruktion eines Hebezeugs nötig war.)

Man kann diesen Gedanken vereinfacht auf einen Nenner bringen: Was immer ein Etwas ist, benötigt Energie. Je spezifischer, je ausgefalteter also eine Welt wird, desto mehr Energie muß sie in diese jeweiligen Ebenen transferieren, in die hinein sie sich entfaltet hat. Da läßt sich auch keine Stufe überspringen. 

Und noch weiter geführt: Je mehr Maschinen die Menschen schaffen und benützen, desto mehr lagern sie Energieaufwand von sich auf andere Dinge um.

Nun hat aber jede Maschine eine Eigenart: Sie benötigt nicht nur Energie, um eine Arbeit zu erledigen. Sie benötigt vielmehr auch Energie, um überhaupt zu bestehen. Wer einen Flaschenzug nicht ölt (die Komponenten werden also auch immer vielfacher, die im Spiel sind), wer die Räder nicht pflegt, die Seile und Metallteile etc. vor Zerfall bewahrt, wird sich nicht lange an seiner Funktion erfreuen können. Jedes Ding braucht also auch Energie zum Eigendasein. Denn Eigendasein ist eine Tätigkeit, daraus läßt sich dies sogar ableiten, die Energie benötigt. (Das Gesetz der Entropie gründet darauf.) 

Schon deshalb ist ein System - sagen wir: das Dorf, in dem die Mühle steht, in dem der Seilzug angebracht ist - in seinem Gesamtenergiebedarf nicht konstant, sondern sein Gesamtbedarf, die Notwendigkeit und Menge der Energiezufuhr steigt, je mehr Ausfaltungen es vornimmt, in diesem Fall: Je mehr Maschinen tätig sind. Lediglich die jeweiligen Formen ändern sich, je nachdem, auf welchen Daseinsebenen diese Dinge anzusiedeln sind. Das hängt auch mit dem Zielpunkt der Form der Energie zusammen: Die Menschen, die sich einen Seilzug ausdenken, tun dies durch Inspiration, und um dieser den Weg zu erleichtern, benötigen sie Wein, wenigstens ab und an. Geist braucht geistige Nahrung, er braucht deshalb Kult, er braucht deshalb Spiel, und so weiter, und so fort. Und alles braucht zu seiner Herstellung viele weitere Arbeitsschritte, und jeder dieser Schritte braucht wiederum - Energie, die in vielen Schritten jeweils umgewandelt wieder verfügbar sein muß.

Lange Rede, kurzer und versimpelter Sinn: Je höher eine Kultur steigt, desto höher wird ihr Energieverbrauch, wobei er je nach Stufe immer differenzierter wird. Aber er wird es nicht "ersatzweise", sondern er wird es aufbauend. Denn wie wir beim Seilzug gesehen haben, wird zwar der Energieaufwand zum Heben des 50-Kilo-Sackes geringer, aber auch auf der Stufe bloßer materieller Dinge wird er im Insgesamt ausgedehnter, ja sogar, durch den Eigenverbrauch jedes dieser Dinge, absolut gesehen höher. Hat eine Kultur diese Grundenergie der "ersten Stufen" deshalb nicht zur Verfügung, kann sie sie in den jeweiligen Stufen nicht verfügbar machen, ist sie nicht in der Lage, ein bestimmtes Kulturniveau zu überschreiten. Aus regionaler Eigenaufbringung wird sich die Sahara - Beispiel für geringe Grundenergie (Wasser, etc. etc.) - nicht in eine blühende Kulturlandschaft verwandeln, bestenfalls, wenn sie die wenigen Ressourcen konzentriert, um punktuell Kultur aufzubauen. So ist es ja auch historisch nachvollziehbar, so komplex natürlich die Thematik ist.

Aber noch etwas läßt sich sagen: Jede Stufe der Inbetriebnahme (auch des Seilzugs) braucht eine Anfangsenergie, mit der etwas (das folgt aus dem Eigensein aller beteiligten Dinge) zuerst überwunden werden muß. In diesem "Zurückrufen eines Etwas zu sich selbst" (der Seilzug wird zum Seilzugsein in actu zurückgerufen, sobald ich ihn bediene) liegt deshalb eine höhere Beanspruchung als im bloß laufenden Betrieb des Etwas, und damit auch höherer Energieaufwand. Auch diese Erfahrung kennt jeder: Eine Maschine ist im Grunde darauf ausgerichtet, immer und ohne Unterbrechung tätig zu sein. Dort liegt ihr niedrigster Energiebedarf, weil sich auch die Energien des Eigenseins, seines Sinns gewissermaßen, bemerkbar machen. (Ein Rad dreht sich auch aus Eigendynamik, für dieselbe Drehung im Betrieb benötige ich also weniger Energie, als dafür, sie in Betrieb zu setzen.) Jedes Abschalten, jede Neuinbetriebnahme, beansprucht die Maschine weit mehr.

Es gibt aber noch ein Gesetz, das sich aus allem Angedeuteten zwangsläufig ergibt: Ein Etwas ist immer darauf ausgelegt, sich in einer gewissen Vollauslastung zu vollziehen. Am deutlichsten wird das, wenn man die Energiebilanz in Geld umlegt: Jede Maschine ist dann am kosteneffizientesten, wenn sie "dauernd" läuft. Nicht überzogen, aber auch nicht unterfordert. Es gibt für jede Einrichtung, für jedes Etwas also so etwas wie eine Normallast. Jedes Überschreiten dieser Normgrenzen kostet auch überproportional viel Geld. Wenn nicht gleich, dann später, etwas durch erhöhten Wartungsaufwand. Ein Prinzip, auf dem mittlerweile unsere gesamte Wirtschaft aufgebaut ist, wie sich nicht zuletzt in der Umlegung von menschlicher Arbeit in Stunden ausdrückt. Was ja direkt mit den Maschinen zu tun hat, nicht mit den Menschen, die arbeiten,. und auch nicht mit dem Prinzip der Löhne. Aber die heutige Kostenrechnung geht von Kapazitäten aus, von möglichen Normleistungen. Nur so ist eine Erzeugungseinheit kalkulierbar, und unser gesamtes Wirtschaften und Arbeiten baut auf einer Kalkulation auf. Das im Detail weiter zu begründen und auszuführen würde hier aber endgültig den Platz sprengen.

Gehen wir zu einem ganz handfesten Punkt zurück. Die EU hat nun angekündigt, durch Verordnungen simple Wasserkocher zu eliminieren. Bald sollen nur noch technisch schon recht komplexe Geräte zu Verkauf und/oder Betrieb zugelassen werden. Das hat mit dem Spitzenstrom zu tun, denn etwa in England, wo man um fünf Uhr Nachmittag "Teatime" ausruft, werden Millionen Wasserkocher in Betrieb gesetzt. Kurzfristig also wird das Stromnetz ganz beträchtlich belastet. Daß solche Belastungen im Insgesamt beherrschbarer und reduziert werden müssen, liegt wiederum in - der sogenannten Energiewende. Denn diese hat die Energieproduktion sehr labil gemacht: Wind und Sonne sind eben nicht berechenbar, und können auch kurzfristig ein- oder ausfallen. Ein Stromnetz lebt aber von seiner Konstanz. Denn Strom kann nur verbraucht werden, wenn er gleichzeitig (!) erzeugt wird, während umgekehrt die Transportnetze überlastet werden, und zu viel produzierter Strom irgendwie wieder vernichtet (und sei es durch Verbrauch) werden muß. 

Auch das kennen wir aus alltäglicher Erfahrung: Wenn etwa bei helllichtem Tag plötzlich die Straßenlaternen angehen, was selten aber doch geschieht, hat das darin seinen Grund: Im Netz ist zu viel Strom vorhanden, der verbraucht werden muß, also vernichtet man ihn auf diese Art. Daß das heute kaum noch vorkommt, hat mit der Internationalisierung der Stromnetze zu tun, denn dieser Strom wird heute schlicht und ergreifend "weitergereicht", möge jemand anderes ihn vernichten. Was zuweilen sogar dem Produzenten sogar Geld kostet, wie wir alle wissen: sich über Stromexporte (in KWh) zu freuen, hat manchmal die Groteske, daß das kein Grund zum Freuen ist, weil es sogar hier noch Geld kostet.

Zurück zum Wasserkocherproblem der EU: Das Ziel der Energiewende ist untrennbar an ein weiteres Ziel gekoppelt. An die Notwendigkeit, sowohl den Verbrauch wie die Produktion in ein Gleichgewicht zu bringen. Dazu muß man beide Seiten berechenbar machen, vor allem aber in ihren Spitzen abflachen. Das hat mit den Ausgleichskapazitäten zu tun. Bislang war die Versorgungssicherheit der nationalen und europäischen Stromnetze auf einer recht konstant betriebenen Grundlastversorgung aufgebaut. Durch Atom-, Kohle-, Gaskraftwerke. Für kurzfristige Spitzen standen dann etwa Speicherkraftwerke zur Verfügung, die ja binnen Sekunden Strom zu erzeugen in der Lage sind. 

Wind- und Solarenergie aber sind unberechenbar. Will man mit ihnen also eine Grundlastversorgung aufbauen, braucht man permanent die Fähigkeit, kurzfristig auszugleichen. Und dazu eignen sich fast nur Speicherkraftwerke (und Flußkraftwerke, die ja auch zu guten Teilen Speicherkraftwerke sind.) Je höher der Einspeisungsgrad an diesen labilen Energien ist, desto dringender - und zwar progressiv, nicht linear - wird die Notwendigkeit, durch kurzfristiges Einschreiten diese Grundspannung im Netz aufrechtzuhalten. Das Auffahren von Kohle-, Gas-, Öl- oder Atomkraftwerken benötigt deutlich mehr Zeit, und kostet auch viel. (Kohlemeiler etwa werden sogar durch Ölbrenner aufgeheizt, oder Gaskraftwerke - die generell immer weniger wirtschaftlich zu betreiben sind, die ersten Opfer der Energiewende quasi - laufen sinnlos auf standby, um möglichst kurzfristig zur Verfügung zu stehen.)

Insgesamt gesehen, sind solche Stromnetze also nur durch immer weitergehende zentrale Steuerung funktionsfähig weil beherrschbar. Ist die Stromerzeugung nicht beherrschbar, so muß es umgekehrt der Verbrauch sein. Oder werden. Und zwar immer mehr, je weiter die "Erneuerbaren Energien" ausgebaut werden, die alle das selbe Problem haben (sofern sie nicht unglaublich energie-ineffizient sind, wie die Um- und Rückwandlungen zur Speicherung in Gasform.)

Daß nun die EU sich (und nicht zum ersten mal) der Verbrauchergeräte annimmt, steht also in einer großen Gesamtbewegung. Sie kann gar kein anderes Ziel haben als die schlußendlich völlige Zentralisierung und Steuerung des Stromverbrauchs. Um die Akzeptanz der Bevölkerungen aber nicht überzustrapazieren, geschieht es schleichend, Schritt für Schritt. So gewöhnt man sich an diese Bevormundung, die bald mit jedem Einschalten eines Geräts stattfindet.

Aber - und das ist der Punkt, auf den es hier ankommen soll - dahinter steht vor allem ein fundamentaler Irrtum. Denn alle diese Steuerungssysteme, und sei es eine zusätzliche Steuerung im Wasserkocher, sind, weil sie ein zusätzliches Etwas sind, auch zusätzliche Energieverbraucher. Weil jede zusätzliche Maschine auch zusätzliche Energie verbraucht. Zwar mag es dann sein, daß der Vorgang des Erhitzens von 1 Liter Wasser auf 100 Grad in diesem Moment weniger Strom verbraucht, aber die Gesamtenergiebilanz wird lediglich verschleiert. Denn diese muß zwangsläufig negativ ausfallen, die Teilenergien verteilen sich nur anders. Der Vorgang des "Energiesparens" wird nämlich zum nächsten "Etwas", zum nächsten Arbeitsschritt. Wasser braucht ja immer dieselbe Energie, um sich zu erhitzen. Das Zentrieren dieser Energie gewissermaßen - Effizienzsteierung des einen Arbeitsschrittes also - ist ein Arbeitsschritt für sich. Der entsprechend Energie braucht. Wenn nicht am Teetisch, dann in der Fabrik, und so weiter. Mit dem nächsten Problem: der Vielfalt an zusammenwirkenden Komponenten, die nämlich die Anfälligkeit einer Maschine im Insgesamt progressiv steigert. 

Die alte Bosch-Kaffeemühle, die der VdZ von seiner Mutter übernommen hatte, wo sie bereits 20 Jahre in Betrieb gestanden war, hielt noch weitere fünf Jahre, ehe sie durch ungeschickte Behandlung erst unbrauchbar wurde. Die schwere Maschine konzentrierte sich in ihrer Robustheit nur auf eines: Mahlen. Die nächste Maschine, die in der Anschaffung fast dasselbe kostete wie die alte Maschine seinerzeit, war zweifellos energieeffizienter. Der Motor lief hörbar schneller, aber auch filigraner, war dafür gesteuert. Doch die jeweiligen Einzelteile waren gleichermaßen filigraner. Die Maschine war nach sechs Monaten bei normalem Betrieb gebrauchsunfähig, eine Reparatur lohnte nicht. Und solche Beispiele ließen sich endlos fortsetzen. Fragen Sie noch nach der Energiebilanz?

Was zum nächsten Grundsatz führt. Nämlich dem, daß jede, aber auch wirklich jede Arbeit, die einer Maschine, einem Etwas übergewälzt wird, das der Mensch von sich heraus auf ein Etwas überwälzt, auch Energie braucht. Und zwar immer mehr, als es zu liefern vermag, weil jedes Etwas selbst Energie verbraucht, d. h. zum Gebrauch umwandelt. So, wie eine zivilisatorische, kulturelle Höhe eben auch nur dann möglich ist, wenn entsprechende Energie zur Verfügung steht, so kann der Vorgang des Energiesparens nur dann möglich sein, wenn auch die Arbeitsvorgänge reduziert werden.

Mit anderen Worten: Wenn Europa Energie sparen will, und das gilt übrigens nicht weniger für Geld, für Kosten, für Aufwand jeder Art, dann ist das nur möglich, wenn es gleichzeitig die Vielfalt der zivilisatorischen bzw. kulturellen Vorgänge, die Ausdifferenzierungen abbaut. Denn jedes Etwas braucht Energie, und komprimierte Etwasse brauchen nicht weniger Energie, sie verschleiern nur ihre Zusammenhänge, weil sie sie auf andere Ebenen und Felder verteilen. Damit Vorgänge auf den Menschen zurückführt, der sie alleine - durch Veränderung seiner Bereitschaft zur Auslagerung, der sich Vorgänge also quais zurückholt - kompensieren kann. 

Es hat deshalb eine innere Logik, eine Ontologik, daß das "Ziel Energie" in Europa anderseits ein Abwandern der Produktion mit sich bringt. In Länder, wo diese Energie nicht einfach "billiger" zur Verfügung steht, das ist nur eine Metapher, sondern die Ausweitung der Energieversorgung die Ausweitung und Höherstaffelung der Arbeitsvorgänge ermöglicht.

Während Europa mit der Energiewende denselben Energieausstoß, der den menschlichen Lebensvorgängen zugrundeliegt, mit einem fast verdoppelten Aufwand erzeugt,  einfach denselben Wirkeffekt fast doppelte Maschinenetwasse einsetzt, gleichzeitig immer weniger verdienen kann, weil dieser Aufwand von irgendwoher genommen werden muß, auch in Geld, in Arbeit. Weil das dafür eingeführte, hochkomplexe und damit letztlich hoch kritische System als Etwas für sich diese zusätzliche Energie verbraucht, sogar diesen Aufwand (man denke nur daran was in 20, 30 Jahren mit Wind- und Solarparks sein wird) in die Zukunft verlegt, so wie es das Geldproblem tut. Was alles aber irgendwann auf die Menschen zurückfällt, die die Arbeit dafür zu leisten haben werden um zu bezahlen, was wir uns imi wahrsten Sinn gar nicht leisten können. Denn auch elektronisch gesteuerte Wasserkocher sind keine "Ersparnis der Grundenergie", sondern eine Verfeinerung, ein weiteres zusätzliches Etwas, das weitere Energie VERbraucht. Die bei einer Maschine irgendwo und irgendwann von irgendjemandem geliefert werden muß.




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Mittwoch, 10. September 2014

Gegenwart ist immer chaotisch

Die Frage um Ordnung in weltlichen Dingen und Abläufen ist immer nur eine Frage von "mehr oder weniger" Ordnung. Jedes zwischenmenschliche System, jedes Kultursystem aber ist immer eine letztlich chaotische Situation. Und am besten tatsächlich mit hochkomplexen Systemen, wie sie die Kinetik beschreibt, vergleichbar. 

Denn die "reinen Wirkfaktoren" sind eine Illusion, die aus einer - nicht zuletzt der Verbildung entstammenden - Mißdeutung physikalischer Idealität entstammen. In der die Menschen weithin glauben, die Situationen, in denen sie sich täglich finden, 

in den Partnerschaften, in den Familien, in den Nachbarschaften, im Beruf, in der Gemeinde, in den ändern, in den Staaten, in der Weltgemeinschaft,

wären gleichfalls in solche idealen Ursache-Wirkungs-Verhältnisse auflösbar. Aber das sind sie nicht. Und das werden sie niemals sein. Sie haben nur eine Ebene, innerhalb deren jede

Wenn der Mensch sich aber nicht im Sein selbst, in Gott verankern kann, wenn er dieser Ordnung und Sinnhaftigkeit des Seins nicht mehr vertraut, deren genaue Lage er aber nie erkennen wird können, kann er gar nicht anders als am Ganzen zu verzweifeln. Und er wird sich im Einzelnen Hilfskonstrukte zu schaffen, bzw. ihnen anzuhängen. Einfachen Theorien, einfachen Welterklärungen, "klaren" Urteilen über gut und böse, richtig und falsch. Um sich so ein Absolutes, ohne das der Mensch gar nicht zu leben vermag, wenigstens vorzugaukeln.

Nun darf man freilich nicht übersehen, daß es gut und böse, wahr und falsch tatsächlich und absolut GIBT. Aber man darf auch nicht übersehen, daß der Mensch dazu berufen ist, seine Freiheitsmöglichkeit zu aktualisieren. Als Ebenbild Gottes ist er dazu berufen, sich aus sich selbst - als Person - zu halten. In diesem Selbststand, in diesem unendlichen Abstand, erfolgt die größte Einheit mit dem Sein selbst, die größte Anähnlichung mit Gott. Dazu muß er den Abgrund der Einsamkeit überschreiten, weil aushalten. Nichts und niemand wird ihm je diese Pflicht, diesen Ruf zum Selbstsein abnehmen können. 

Das heißt also auch, daß der Mensch sich Urteile bilden MUSZ. Und aus diesen Urteilen sich auch einen Entscheidungshorizont errichten muß, auf den hin er das Gute finden und lieben muß. Dazu braucht es Läuterung, dazu braucht es sittliche Wahrhaftigkeit und Reinheit. (Welche Begriffe nur am Rande mit Moral und schon gar Moralismus zu tun haben.)

Das heißt aber auch, daß er der Versuchung widerstehen muß, zu einfachen Systemen, die sich mit innerweltlicher Logik ergeben, die die Welt in diese einfachen Wirkverhältnisse auflösen, und zwar so, als würde man eine Wolke auf die chemische Formel H2O auflösen, Zuflucht zu nehmen. Erwachsenwerden heißt damit genau das: Es heißt, die Insecuritas nicht nur ertragen zu lernen (das könnte der nihlistische Existentialismus gleichermaßen), sondern dennoch die Welt als in einer Ordnung gehalten zu begreifen (nicht, sie idealistisch dazu zu "machen"), weil in diesem Begreifen sich die Welt erst tatsächlich als Ordnung herausstellt.

Aber als eine Ordnung, die unser Begreifen übersteigt.

Weil aber alles, was uns begegnet, in unserer menschlichen Betrachtungsmöglichkeit als (fast Leibniz'sche "Monade" zu begreifen) Konglomerat unterschiedlichsten, vor allem aber mannigfaltigsten, ja unendlichen Wirkens sich darstellt, im Rahmen einer Welt, die als unendliches, dabei sich ohnendlich veränderndes Mosaik eines Ganzen (des Seins) am besten noch vorstellbar ist, ist die einzige Art, ihr adäquat zu begegnen, die Offenheit für dieses Unendliche, uns als Menschen sui generis NIE begreifbare Insgesamt der Schöpfung zu finden und durchzutragen. 

Die Welt ist also im Eigentlichsten - Poesie. Und der Zugang zu ihr, der adäquate Zugang zu ihr, auch im Begreifen als Einswerden, als eigentliches Aneignen, in Prozessen der Wechselseitigkeit (wenn auch nicht Gleichheit von allem mit allem), ist ein schöpferisches Tun. Es ist NICHT die erstarrte Festnagelung des Begegnenden in quasi für sich bestehende Mechanismen, deren Bestandteile zu suchen jene Erkenntnis wäre.  Es ist das mutige Ertragen einer Insecuritas, weil die eigentliche Dimension der Welt, ihre wirkliche Wirklichkeit, ein personaler Prozeß des Gegenüber mit Gott ist.*

Die praktische Relevanz dieser Andeutungen, dieser Hinweisungen ergibt sich gerade in diesen Tagen von selbst. Wo sich nach einigen Jahrzehnten, in denen dieses Chaos zwangsläufig durch Teillähmungen von Weltvorgängen (durch unvollkommene, "linearistische", dimensionsreduktive Denkweisen) zu immer komplexeren, letztlich aber längst unsteuerbaren** Situationen führt.

Umgekehrt ist das nicht als Aufforderung zum Irrationalismus zu verstehen, der solchen Phasen gerne folgt, und zum Chaos einer zerfallenden Hilfsordnung auch noch die Hölle - als unentfliehbarer Zustand der Unordnung - hinzufügt. Die Welt IST in einer Ordnung. Aber diese Ordnugn kennt nur Gott. Aus logischen Gründen, nicht aus Gründen eines simplen Dogmatizismus, nachvollziehbar bis zu einem Punkt, den man als höchstvernünftig bezeichnen muß, der nie aber irrational ist. Zu einem Punkt, an dem die Vorsehung Gottes, dem Sein selbst, in diese Vernunftfähigkeit des Menschen eingreift wie ein Zahnrad ins andere. Und so Welt begreifen läßt, im Licht des Unendlichen (hier ist das Wort tief angebracht), ohne sie in angstvoll verabsolutierte Teilsysteme einfrieren zu müssen.

Erst diese Position bietet auch Schutz vor der Verfallenheit an Thesen, die allesamt, selbst dort wo sie als "vernünftig-rational" deklariert werden, zu Verschwörungstheorien werden. In der Physik nicht anders, als in der Politik oder im Familienleben. Ja, sie verlieren selbst das, was heute eine so strahlende Krone für viele ist, dabei aber so oft nur noch billiges Plastik mit Kunststoffsteinen ist: die Wissenschaftlichkeit. Für sich, auf bestimmten Ebenen, haben so gut wie alle dieser Thesen irgendwo einen Funken Wahrheit. Denn die wirkliche Lüge lügt nicht mit falschen Daten und Tatsachen. Danach, nach einer gewissermaßen simplen Empirik, lassen sich Aussagen so gut wie nie beurteilen. Sie lügt mit deren Ordnung zu Fakten und Theorien, zu Aussagen über die Welt selbst.

Mehr als Symbole haben wir nicht, in dieser unserer Welt.




*In der Selbstüberschreitung, der Hingabe an das Sein, einem Ausstrecken danach vergleichbar, schwingt das Seiende (das sich dem Sein selbst verdankt) modal, akthaft ins Sein zurück. Nicht durch Festhalten quasi, sondern durch Hinaustreten zum Sein hin, von wo es sich selbst wiederum empfängt. Ein Akt, der jedem Lebenden aufgegeben ist, erst im Menschen aber auch im Geist selbst gründet und gegründet werden muß, worin sich die ursprungshafte Ewigkeitsanlage des Menschen, als Analogie zu Gott, aber von diesem (reinen Geist) abhängig, zeigt. (Man vergleiche dazu die hervorragend nachvollziehbaren, klaren, diesen Gedankengang wesentlich weiter ausschöpfenden Gedanken von Heinrich Beck in "Der Aktcharakter des Seins", oder etwa Hans André in "Annäherung durch Abstand", welch letzterer die so handgreifliche Realität dieser geistigen Strukturen etwa in botanischen Vorgängen aufzeigt, deren Sinn sich erst so zu erschließen beginnt.)

**Man beachte etwas eine Ausage wie die des deutschen Finanzministers Schäuble, die er in diesen Tagen machte, als er davon sprach, daß die Volkswirtschaftsprozesse durch politische Maßnahmen nicht mehr steuerbar seien. Wie es längst in Japan passiert ist. Die vitale Unermeßlichkeit von Wirklichkeiten bricht eben irgendwann durch, während jede menschliche Regelung aus der natürlichen, nie zu beseitigenden Neigung des Menschen zum Fehlverhalten, zum Irrtum, zur - im obigen Sinn - Unsittlichkeit, immer ihre Geburtsfehler in sich trägt. Die irgendwann, wie in erwähnten komplexen Systemen, einen kritischen und schließlich hochkritischen Zustand annehmen, in dem sie "unberechenbar" reagieren. Die sich dann als Crash oder als Krieg, jedenfalls als Umbruchszeit offenbaren. Solche Zusammenbrüche mit aller Kraft und um jeden Preis vermeiden zu wollen ist übrigens aus demselben pseudo-wissenschaftlichen Ungeist geboren, der unser Denken schon so geschädigt hat.





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Montag, 24. März 2014

Unbeherrschbare Größe

Es ist eine "Weisheit" der Kybernetik, mathematisch sicher, aber man ignoriert sie weiterhin, gefangen im Kurzdenken der versammelten Strohköpfe der Welt, die meinen, Welt sei summarisch aufgebaut. Oder: die bewußt lügen. Die Probleme von komplexen Systemen (Systemen aus Faktoren, die jeder für sich auf Einflüsse zurückwirken) steigen mit der Größe der Systeme aber nicht linear, sondern progressiv, ja sprungprogressiv, damit unplanbar, und sind ab einer gewissen Komplexität überhaupt nicht mehr beherrschbar.

Das heißt,  daß solche Großsysteme nur noch nach Wahrscheinlichkeitstermini agieren, damit nachträglich "vorhersagbar" (weil ableitbar) sind, aber in keinem Fall mehr vorhersehbar sind. Auch besagt dieses Gesetz, das als Naturgesetz betrachtet werden muß, daß Ursache und Wirkung in keinem Zusammenhang der Größenordnung mehr stehen. Kleinste Ursachen können für das Gesamtsystem katastrophische Auswirkungen haben.

Eines der Gebiete, wo sich dies bewahrheitet, nur hat man es nie zur Kenntnis nehmen wollen, ist die Errichtung von Großkraftwerken, von Fluß-, Staukraftwerken. Eine Untersuchung der Said Business School hat ergeben, daß - bis auf wenige Ausnahmen - sämtliche der in 65 Ländern untersuchten 345 Großkraftwerke (von Itaipu bis zum Hoover-Damm, eine der Ausnahmen) gesamtvolkswirtschartlich betrachtet völlig unwirtschaftlich laufen. Grund: Die Errichtungskosten, und damit die Folgekosten in Wartung wie Finanzierung, wurden um 90 bis zu 300 % zu niedrig projektiert. Und das so regelmäßig, daß man von Gesetzmäßigkeit sprechen muß.

Damit stimmen die volkswirtschaftlichen Rechnungen sämtlicher dieser Energieprojekte nicht. Trotzdem wird weiter an solchen Großprojekten gebaut, obwohl man heute schon oft weiß, daß sie sich nie rechnen, immer Sparkassen bleiben werden. Weil es immer noch, was heißt: immer mehr Narren der gesamten Fraktionen gibt, die ohne jede Ahnung von Wirklichkeit bei Geld vor allem die Menge bewundern.

Aber noch etwas fällt auf: Es handelt sich hier um Wasserkraftwerke, Stau-/Fließwerke. Und die sind das andere Ende der "Engergiewende", der "nachhaltigen Energieproduktion" aus Wind uns Sonne. Die die gleiche volkswirtschaftliche Katastrophe bedeuten.

Vielleicht rechnet sich also Elektrizität in ihrem direkten Zusammenhang mit Massengesellschaft und Zentralismus ÜBERHAUPT nicht?




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Samstag, 22. März 2014

Aus kleinen Fehlern aufbauend

Das Faszinierende an dieser Dokumentation über den Untergang der Titanic liegt an der hohen Plausibilität der Thesen, warum sie untergegangen ist. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach sind die Erzählweisen falsch, die kursieren: Weder ist die Titanic vom Eisberg, mit dem sie kollidiert war, aufgeschlitzt worden, noch ist sie als Ganzes gesunken, sondern zerbrochen.

Geht man den Gründen nach, wie auf diesem Video dokumentiert, kommen erstaunliche Tatsachen ans Tageslicht. Denn die Schiffsplanken des Rumpfs sind nicht geplazt, sondern geplatzt sind Nietenreihen. Man hatte vermutlich aus Beschaffungsschwierigkeiten Nieten niederer Eisenqualität (die vom Meeresboden geborgen und untersucht wurden) verwendet. Das heißt, daß winzige Schlackeinschlüsse solches Metall brüchiger machen. Außerdem wurde nur jede zweite Reihe der Nieten dreifach (wie eigentlich notwendig), sondern nur in Doppelreihen genietet.

Als die Titanic kollidierte, wurden die Rumpfplatten eingedrückt (nicht: aufgeschlitzt), und genau diese nur doppelten Nietenreihen sind geborsten, die Plattenreihen aufgeplatzt. Das Wasser drang von den bereits beim Zusammenstoß betroffenen sechs Segmenten (mit einer so hohen Anzahl hatte niemand er Konstrukteure gerechnet) vom Bug her aber dann weiter, Segment um Segment vor. Denn noch einen Fehler hatte die Konstruktion: Zwar hatte man das Schiff in Abschnitte geteilt, die voneinander durch automatische Schotte isoliert werden konnten, aber diese Schotte gingen nicht bis ans Deck. Ging also wie bei der Titanic der Bug rasch unter Wasser (durch die hohe Anzahl der geplatzten Segmente), wirkte sich das tödlich aus. Denn nun ist Sektor um Sektor das Wasser übergeschwappt, und die Sinkgeschwindigkeit der Titanic nahm progressiv zu.

Daß das Schiff dann auseinandergeplatzt ist, ergibt sich schon aus der Tatsache, daß es in zwei Teilen, 600 m voneinander entfernt, am Meeresboden liegt. Außerdem gibt es Aussagen von Augenzeugen, die das bestätigen, die aber unerklärlicherweise kaum Beachtung fanden. Der Film zeigt sehr plausible technische Überlegungen - die Titanic zerbrach vom Kiel her, nicht von oben her. Und ausgerechnet von der Stelle ausgehend, die als die überhaupt unzerstörbarste des Schiffes angesehen wurde.

Was diese These aber vor allem so plausibel macht: Wie bei allen großen Dingen der menschlichen Geschichte haben auch hier vermutlich winzige, kleine, alltägliche Entscheidungen - nicht die "großen" Gedanken und Konzepte! -  das Scheitern des Gesamtkonzepts, die katastrophische Wende bewirkt. Vielleicht hat irgendein Materialeinkäufer, ein leitender Arbeiter, ganz nebenbei diese Entscheidung getroffen, ohne die Tragweite auch nur annähernd sehen zu können. Ein Logistikmitarbeiter kam und meldete den drohenden Engpaß, sein Gegenüber meinte, er werde sich darum kümmern. Ein zweiminütiger Telephonanruf, ein kurzes Gespräch mit einem leitenden Ingenieur, ein geistesabwesendes Nicken in den Verhandlungen mit den Lieferanten, eine kurze Oberflächlichkeit im Nachdenken, ein winziger ablenkender Gedanke an die zerbrochene Tasse beim Frühstück, ein Verkäufer des Eisenlieferanten, der fachlich zwar gut war, aber nicht im Entferntesten an das Unwahrscheinlichste dachte, was keine Belastungsprüfung je zum Inhalt gehabt hatte: daß nämlich auch so hohe Scher-, nicht alleine Stoßkräfte auf die Nieten (deren Köpfe nämlich absprangen) einwirken könnten, vielleicht hätte aber auch ein leitender Ingenieur der Werft die Folgen nicht erkannt ... - es reichte, und andere Nieten wurden geliefert und verwendet. Die Titanic wäre sonst möglicherweise gar nicht untergegangen, oder hätte sich länger über Wasser gehalten, sodaß mehr Passagiere gerettet hätten werden können. Erst auf der Grundlage dieses "kleinen" Fehlers haben sich dann die weiteren Fehler (zu wenige Rettungsboote, zu ehrgeizige Navigationsroute, zu hohe, nicht an die Sichtweite angepaßte Geschwindigkeit, die Unwahrscheinlichkeit eines so weit südlich treibenden Eisbergs, etc.) so verheerend ausgewirkt. Fehler, die aber prinzipiell nicht zu vermeiden sind! Die zwar theoretisch nicht vorkommen, aber in der Praxis sehr wohl, und zwar mit Gewißheit.**

Das alles macht die Titanic zu einer so großartigen Metapher der Moderne.






*Als der Verfasser dieser Zeilen noch ein Bauunternehmen hatte, betraf eine der schwersten Reklamationen ebenfalls eine solche "Kleinigkeit": Als für Lieferungen nach Deutschland Dampfsperren (weil dampfdichte Wandaufbauten) eingebaut werden mußten (während seine übrigen Häuser diffusionsoffene Aufbausysteme waren), entschied ein Vorarbeiter (aus der Erfahrung mit dem üblichen Wandaufbau), weil die Dampfsperrfolie ausgegangen war,  für nur 1 m² Fläche, Dachpappe einzubauen, um keine Verzögerung im Produktionsablauf zu riskieren. Jeweiliger Warenwert: wenige Cent. Aber diese hatte geringeren Diffusionswiderstand. Das Haus wurde in Deutschland auftragsgerecht montiert, bezogen, und der erste Winter kam. Aber genau an dieser Stelle ... platzten die Wasserrohre, weil sie natürlich nun durch die Durchfeuchtung der Isolierung abkühlten und auffroren.

**Als der Verfasser dieser Zeilen während des Studiums in den Ferien (Ende 1970er, Anfang 1980er Jahre) bei Mercedes in Sindelfingen am Fließband arbeitete, stellte er dort fest, daß ein Drittel (!) der Mitarbeiter ausschließlich kontrollierende Aufgaben hatten. Und DENNOCH waren 1 1/2 Autos von 100 ausgelieferten Wagen "Montagsautos", bei denen einfach nichts paßte, wie ihm ein leitender Angestellter gestand.


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Mittwoch, 19. März 2014

Schon aus Denknotwendigkeit unmöglich

In einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen hat Norbert Bolz den Begriff der "Nachhaltigkeit" für glatten Unsinn erklärt. Es sei schon aus systemtheoretischen Überlegungen eine zum Mythos verbrämte Dummheit zu meinen, es gäbe zwischen Mensch und Umwelt so etwas wie ein durch Maßnahmen oder gezieltes, geplantes Verhalten herbeiführbares "harmonisches Gleichgewicht". 

Stattdessen haben wir es hier mit jeweils hochkomplexen und hochkritischen Systemen zu tun, deren Aufeinanderwirken absolut unvorhersehbar ist. Schon aus diesem (kybernetischen) Blickwinkel heraus also ist der Glaube, man könnte Klima "ändern" (bzw. Klimawandel verändern, bremsen oder beschleunigen), oder gar gezielt steuern ("Na dann peilen wir mal nur 2,3 Grad Erderwärmung und 0,3 cm Meeresanstieg jährlich an ..."), blanker Unsinn. Und im übrigen unwissenschaftlich. Damit gar noch die Politik zu beauftragen muß zwangsläufig im Chaos enden.

Menschengerechtes Handeln kann eben nicht heißen, die großen Ganzen verändern zu wollen, sondern im Kleinen, Alltäglichen, aus eigener Warte und aus eigenem sittlichen Antrieb dem direkt Begegnenden heraus, das Richtige in der jedem erst damit angemessenen Dimension zu tun.

Im übrigen sagte Bolz etwas anderes ebenfalls sehr Richtiges: Es sei gar nicht die Politik, die political correctness (als Massenpsychose) umsetze oder verlange. Sie selbst sei von dieser zur Macht gewordenen Metaethik getrieben.

Die PC hat sich eben zu einer Dämonie der Gegenwart entwickelt, die alles unfrei und wirklichkeitsblind macht und in einer immer stärkeren Eigendynamik danach strebt, sich über alle und alles zu stülpen.




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Donnerstag, 6. März 2014

Großes entscheidet sich im Kleinen

Es ist zwar menschlich verständlich und verführerisch, große Wirkungen mit großen Ursachen in Zusammenhang zu bringen. Doch die Kybernetik zeigt etwas anderes. Sie zeigt, daß sich Systeme kleiner Teile durch die jeweiligen Rückkoppelungen lange Zeit in stabilem Gesamtzustand befinden, das Große sich also nicht ändert. Und dann, plötzlich, löst eine kleine Änderung, wie sie zuvor bereits viele male passiert ist, ohne etwas zu verändern, eine Gesamtkatastrophe aus - das Gesamtsystem kollabiert.

Alles, was etwas ist, jedes Seiende, hat in sich die Grundeigenschaft, im Sein zu bleiben, das heißt (um die sehr komplexen Überlegungen etwa Heinrich Beck's in "Der Akt-Charakter des Seins" auf einen simplen Leisten zu brechen, der nur illustrieren soll, keineswegs freilich die Gesamtheit der Überlegungen darstellen kann) daß das Wesen der Dinge ein sich selbst Ergreifen ist. Der Leitniz'sche Begriff der Monade hat hier seinen Platz. Denn ihn brachte diese Erkenntnis über die Grundwirklichkeit der Dinge zum Gedanken, daß alles beseelt sei. Das aber wollen wir hier nicht ausführen.

So erklärt sich das Bestreben alles Seienden, im Bestand zu bleiben. Und das heißt: es selbst zu bleiben. Denn im Bestand bleibt nur, was es selbst bleibt (und ist). Nicht Veränderung also ist das Wesen aller Dinge, und alles Lebenden, das diese Grundeigenschaft auf andere, höhere, je vollkommenere Weise (bis zur Vollform des erst im Geistigen voll dargestellten Selbststandes im Menschen) ausfaltet, sondern Bestand. Und in diesem Selbstsein Interaktion mit dem Angrenzenden.

Was hier so theoretisch - und dabei so vereinfacht - ausgesagt wird, zeigt sich in der Kybernetik. Das Zueinander je kleiner Systeme faßt sich in je größeren Systemen zusammen. Und diese werden nicht fließend, sukzessive verändert, sondern auch sie bleiben gleich, so lange es geht. Doch entwickeln sie sich durch die Interaktion der kleinen Teile zu kritischen und schließlich hochkritischen Systemen. Mit einer interessanten Folgewirkung: Eine (nur katastrophisch mögliche) Totalveränderung des Ganzen passiert nicht im Gleichschritt mit einzelnen Veränderungen, sondern sprunghaft.  Und zwar nicht durch große Ereignisse, sondern der Zustand der Spannungen der Einzelteile zueinander entlädt sich in einer Gesamtkatastrophe.

Der Leser möge nachsehen, es sei wiederholt: Es geht hier um eine Illustration, um ein Bild, das erahnbar, nicht in allem begründbar machen soll, was gesagt sein will. Als Verstehensansatz, der erhellt, was sich auf allen Ebenen und Dingbereichen abspielt. Zumal in einer Welt, die ein gigantisches, ja tatsächlich unendliches Zueinander von Teilfaktoren ist, wo alles mit allem zusammenhängt, sich alles aus unendlich kleinen (!) Wirkfaktoren aufbaut, die ihr Sosein aber aus je größeren Einheiten, ja eigentlich Beziehungen, erhalten.

Gesagt sein will Folgendes: Daß wir uns nach wie vor in sehr vielen Bereichen eine völlig falsche Vorstellung davon machen, was große Veränderungen bewirkt. Die ja, sind sie groß, das Endes des einen (die Katastrophe) und den Beginn eines Neuen bedeutet. 

Das betrifft alle Felder, mit denen wir zu tun haben.

Wenn heute in Kalifornien auf den Ausbruch des nächsten Supervulkans gewartet wird, weil er statistisch (!) kommen MUSZ, so stimmt das. Aber es ist nicht vorhersagbar, das hat die Erdbebenforschung mittlerweile erkannt, weitgehend zumindest, wann die gesamte tektonische Einheit der Erdkruste in diesem Bereich kollabiert und sich die Entladung der angesammelten Spannungen in einem Megabeben äußert. Denn eines weiß man mittlerweile mit Sicherheit: Daß es KEINE außergewöhnlichen, großen Anlässe sind, die auslösend wirken, sondern einer der vielen vielen, bislang problemlos absorbierten, aufgespeicherten Kleinspannungen sein werden.

Wenn wir also - wie in diesem Artikel im Standard - feststellen, daß sich an der Grenze der Erdzeitalter Perm und Trias eine katastrophische Artenumwälzung abspielte, in der 70 % aller Meeresbewohner und fast alle Landbewohner ausstarben, so gehen wir fehl, wenn wir dafür eine große Ursache suchen. Genauso wie wir fehlgehen, wenn wir - wie in diesem Artikel in der Kronen Zeitung - meinen, daß Windparks keine großen Veränderungen auslösen können. Weil sich die Wirkungen (Luftverwirbelungen, Vermischungen der Luftschichten, Temperaturerhöhung im direkten Umfeld) "meßbar" nur auf Kleinräume beschränkten, keine "meßbaren" Auswirkungen auf das "Erdklima" hätten.

Oder man nehme den Ausbruch des 1. Weltkriegs, der etwas Analoges darstellt: Über Jahrzehnte haben sich zahlreiche Teilspannungen aufgebaut. Niemand wollte einen Weltkrieg, die Entscheidung zum Krieg war jeweils nur noch ein kleiner Schritt, und jeder dachte sein Wirkung als begrenzt, überschaubar, klein - dem (gefühlten) Entscheidungsschritt gemäß. Aber man hatte nicht mit der Wirkung der davorliegenden 50 Jahre "Frieden" gerechnet. In dem es nie zu Entladungen von Teilsystemen gekommen war. Im Ganzen, im Zusammenwirken aller Faktoren, explodierte nunmehr der Kontinent, explodierten die Gesellschaften aller europäischen Länder, explodierte eine ganze Kultur.

Es ist das berühmte winzige Korn, das austreibt und zu einem riesigen Strauch wird. Es ist die Kleinheit der Geburt des Erlösers in einem lächerlichen Stall in Bethlehem, der die gesamte Welt durchdrang und grundlegend veränderte. 

Es sind die kleinen Fehler, die alltäglichsten Versagen, die kleinsten Naturwidrigkeiten, die große Katastrophen aufbauen. Nicht einfach summarisch, sondern in einer neuen Qualität.

Um es mit noch einem Beispiel abzurunden: Wenn Österreich heute mit der Hypo-Alpen-Adria-Bank vor einem Gesamtdesaster steht, das die Hälfte, wenn nicht zwei Drittel der gesamten Steuereinnahmen des Staates eines Jahres auffressen werden, so ist das die Summe zahlloser Fehlverhalten aus der Vergangenheit. Die für sich betrachtet nie groß genug schienen, um eine Gefahr für das Ganze darzustellen. Und doch, und plötzlich (noch 2007 war die FPÖ der Meinung, einen Milliardengewinn durch den Verkauf von Anteilen an die Hypo-Bayern einzufahren, die Presseaussendung aus der Zeit liest sich sehr erhellend!) entlud sich die ständige Aufspeicherung von scheinbar kleinen Risken, die man fortlaufend erhöhte, die beim Bankverkauf als Geldbeschaffungsmaßnahme für die Politik Jörg Haiders in Kärnten über sehr sicher völlig falsch geführte Verhandlungen im Rückkauf der Bank durch den Staat bis zum entscheidungsschwachen, furchtsamen laufenden Umgang mit dem Problem, das genau damit von Jahr zu Jahr größer wurde) zu einer wahrlich staatserschütternden Tragödie.

Die, die meinen, auf große Lösungen gehen zu müssen - Weltwirtschaft, Erdklima, Gender, etc. etc. - werden nicht nur nicht bewirken, was sie sich vorgenommen haben. Sondern ihre katastrophische Wirkung, die sich ganz anders entladen wird, als sie je vorhersehen werden, baut sich aus den vielen kleinen Veränderungen auf, die sie durch großen Regelungen bewirken. Und - es werden Katastrophen sein. Denn sie sehen Schimären, Phantome. Sie zerrütten das Kleine.




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Mittwoch, 3. April 2013

Daran hat keiner gedacht

Auf 100 Millionen Megawatt schätzte man bisher die weltweit mögliche Stromproduktion aus Wind. Nun stellt eine Studie amerikanischer Universitäten (Amanda Adams von der University of North Carolina und David Keith von der Harvard University) diese Zahlen gehörig in Frage. Denn was bislang noch niemand berücksichtigt hat, dürfte bei Windparks deutlich leistungsmindernde Realität sein - der Windschatten. 

Denn die Windgeschwindigkeit hinter einem Windrad ist jeweils deutlich verringert. Damit ist die Ausbeute bei Windparks, wo mehrere oder viele Räder auf einen Platz konzentriert sind, auf möglicherweise insgesamt nur einen Bruchteil der kalkulierten Werte reduziert. Besonders bei niedrigen Windgeschwindigkeiten wirkt dieser Effekt besonders stark. 

Diese Annahme wird auch von einer Studie des Max-Planck-Instituts in Jena gestützt, die auf dieselben Ergebnisse kommt. Ging man bisher von einer Ausbeute von 4 MW pro Quadratkilometer aus, dürfte der tatsächliche Wert bei nur 1 MW liegen.

Gegner dieser Argumente meinen zwar, daß dies wohl für große Windparks zutreffen könne, wo die Räder sehr dicht stünden, daß man dies aber dadurch abfangen könne, indem man zum einen große Parks segmentiere, und zum anderen überhaupt kleinere Anlagen baue.

Dem stellen o. a. Autoren entgegen, daß die Zielsetzung - signifikante Senkung des CO2-Ausstoßes durch Ersatz kalorischer Kraftwerke bis Mitte des Jahrtausends - nur dann erreichbar sei, wenn die heutige Menge an Windrädern verzehnfacht würde. Und damit bekomme das Problem der Windparks und -schatten sehr wohl Relevanz. Denn diese Zielsetzungen sind nicht mehr anders zu erreichen als durch größere Windpark-Dimensionen. 

Tatsächlich steigt die Größe der errichteten Windparks weltweit. Derzeit wird z. B. vor Englands Küste einer mit einer Größe von 100 km² gebaut.

Was aber dem Verfasser dieser Zeilen noch bedeutender erscheint, ist die Bestätigung seiner Annahme, daß die Nützung der Windkraft eben zu einer Senkung der Windgeschwindigkeit führen müsse. Das kann aber nicht ohne Auswirkung auf die anschließenden Luftschichten bleiben. Er hat also den Verdacht, daß mit der Windenergie tatsächlich ein menschengemachtes Klimaproblem auf uns zukommt, das uns noch ziemlich überraschen könnte, und vor allem durch pointierte Spiegel-Signifikanz* bemerkbar werden wird. 

Vielleicht sogar in dem grotesken Umstand, daß diese Senkung der Windgeschwindigkeiten eine Erwärmung lokaler Klimaräume nach sich zieht, sodaß diese Windparks exakt den gegenteiligen Effekt auslösen, den zu bekämpfen sie in die Schlacht geworfen wurden. Wundern müßte man sich darüber nicht. Denn es ist sehr menschentypisch, Probleme abstrakter Größen ("Klima") die direkt auf dieser abstrakten Ebene zu beheben versucht werden, in Wirklichkeit auszulösen. Dieses Denken hat nämlich die fatale Eigenschaft, daß sie die Probleme, die zu bekämpfen es auszieht, in der Begriffsdestillation isoliert, das Gesamt fragmentiert, und mit einem male dieses Problem wirklich erst schafft - samt einer schier ohnendlichen Kette weiterer Probleme, in denen das Insgesamt auf dieses Teilgebiet hin einstürzt. Jede rationalistische Politik seit 100 Jahren (und mittlerweile ist nahezu jede politische Richtung, aber auch jede Teilwissenschaft rationalistisch) zeigt genau das.





*Zu diesem Begriff ein andermal mehr. Hier kurz: Die Art, wie wir mit Dinge umgehen, kommt in derselben Art auf uns als Wirkeffekt zurück. Im Falle eines Irrtums ist das am einfachsten zu verdeutlichen: Wir wenden uns einem Vorgang zu, indem wir einen Vorgang setzen, während die wirklichen Prozesse auf ganz anderer, aber unerkannter Ebene laufen, die wir mit unserem Blindflug stören. Das Systemganze aber reagiert. Damit haben wir es mit scheinbar unvorhergesehenen Effekten zu tun, die in Wirklichkeit umgekehrte Spiegelungen unserer prinzipiellen, das Ganze verfehlenden Maßnahmen sind. Simpel in Schlagworten dargestellt: Wir versuchen, die Umwelt zu retten, und zerstören sie dabei; wir versuchen "Armut" zu verhindern, und schaffen sie damit; wir versuchen Solidarität zu retten und schaffen Desolidarisierung; wir retten den Euro und zerstören damit die Währung; wir versuchen das Klima zu retten, und schaffen uns damit erstmals wirkliche Klimaprobleme.






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