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Sonntag, 26. Juni 2022

Der kommende König ist nur noch nicht sichbar

Der Magnetstab der Geschichte, um den herum sich das Karussel des (vermeintlichen, weil so lauten) Geschehens abspielt und dreht, ist der eine und einzige Herr und Herrscher, der Regent des Alls - Jesus Christus, Rex Indelebilis und Rex Infinitum, ab primae et ad finitum. Und nur um diesen einen König, die Form allen Inhalts, kann sich deshalb auch ein irdisches Imperium bewegen. Geht es ganz von ihm weg, oder startet es von woanders, um sich als Kostüm und irdische Gestalt ins Spiel zu schmuggeln, geht es schief.

Viel Verwirrung ist entstanden, als Kaiser Franz II. sich zum österreichischen Kaiser Franz I. (1804) ausrief, um zwei Jahre später als Franz II., letzter Kaiser des Römischen Imperiums, abzudanken. Nie wurde seine Krone seither aus der Vitrine der Schatzkammern geholt, und was sich seither in besonders brutalen und blutigen Kriegen, die sich im 20. Jhd. ins Infernalische stiegerten, abspielte, waren nichts als Versuche, diese scheinbar "verschwundene" Krone des Imperiums auf das Haupt der jeweiligen Mächte zu täuschen und zu zaubern. 

Viele trugen dieses Hologramm, alle um zu täuschen, und noch heute wird das natürliche Empfinden der Menschen, nicht wissend, daß es letztlich untrüglich ist, durch ein und dasselbe Hologramm getäuscht, geht es in "Wahl" um die Stühle der Staatsmacht. Wo ein Instrumentarium der Bedienung harrt, das von Jahr zu Jahr weniger beherrscht und gekannt wird. Die Macht der unsichtbaren Krone ist so unermeßlich größer, weiter, als unserem vertrockneten Verstand noch erreichbar ist.

Dienstag, 31. Mai 2022

... und steigen im 21. Jahrhundert heraus (2)

An den Kronen, an den Reichsideen also zweifelte niemand, die WAREN, die gab es, die boten die Strukturen, unter die sich alle Völker und Stämme, die davon umfaßt waren, sofort und selbstverständlich unterordneten. 

Aber nun ging es um die Personen, die diese Kronen und Reiche an ihre Häupter steckten. Sie hatten alle dasselbe Problem: Wie sollte man dem Volk und den einzelnen Stammesfürten beweisen, daß der Wechsel an der Spitze von Gott (zw. den Göttern) gewollt war?

Und zwar für die Franken jetzt unter Chlodwig, und wie später noch einmal unter Pippin bzw. dessen Sohn Karl, Dabei hatte auch der Papst ein ähnliches Problem! Denn der Anspruch Ostroms auf die erste Geige in Politk wie Kirche (die als Institution dem Herrscherhaus eingegliedert, also dem Herrscher untergeordnet waren; die Frage ist nur wie weit das zu gehen hat) war auch außer Frage. Selbst die heidnischen Germanenstämme hatten anstandslos das alle Stämme und Königreiche übergreifende Kaiseramt in Konstantinopel anerkannt, und sehr rasch nicht nur der römischen Rechtsordnung, sondern auch einem römischen Kaiser als Weltenherrscher anerkannt. Die Faszination und Überlegenheit der römischen Kultur, die sie empfunden haben, hat auch die Bewunderung enthalten, die man einem Herrn der Welt entgegenbringt.

Montag, 30. Mai 2022

Wir tauchen im 5. Jahrhundert in den See ... (1)

Um Ihren Gatten, den Frankenherzog Chlodwig (*466/+511), die Wahrheit des Christentums erfahren zu lassen, dem sie innig anhing, ließ seine Frau Chlodechild die Kirche mit allem schmücken, das ihre Schatzkammer hergab,, um ihn durch die Schönheit zu überzeugen. Die Wände waren mit kostbaren Teppichen verhangen, und zeigten fromme Szenen, die litirgischen Gefäße teils extra angefertigt worden, und die Liturgie des taufenden Bischofs war von der größten Üppigkeit.deren die Kirche damals aufzubieten hatte.

Aber es ging etwas schief. Als alle das Taufbecken umstanden, und der Bischof den Säugling ins kalte Wasser tauchte, erlitt der offenbar einen Schock, und seine Atmung hörte auf. Ob er definitiv ertrunken ist, oder nur am Schock aus dem Eintauchen in gewiß recht kaltes Wasser verstarb, ist nicht überliefert, Fakt ist aber, daß das Kind tot aus dem Becken gehoben wurde, dem auf nicht ganz geplante Weise also sein Versprechen eingelöst hatte: Irdisches Leben durch das Ewige Leben zu überlagern weil in eine neue und transzendente Dimension zu erheben.

Mittwoch, 30. März 2022

Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (2)

Versuch, mit Legobausteinen den Stephansdom zu beschreiben. Person heißt Individualität, aber Individualität wird erst mit der Zeugung, als erster Schritt zum Weltsein. Oh glücklicher Orgasmus du  - Einer Seele, einer Personsform also (und Person heißt schon an sich, daß es sich um Individuen handelt, und nur Individuen können auch Gott ebenbildlich sein, weil Gott die Individualität SELBST ist) die in dem Moment zur Welt gerufen wird, wo ein Mann und eine Frau sich im Akt der hingebenden Liebe begegnen. 

Wobei dieser Beseelungsmoment als KURZ VOR dessen leiblicher Erfüllung stehend gesehen werden muß. Wo sich also Adam einen unendlich kleinen Augenblick vor dem Samenerguß befindet. Der ja von der Hingabe abhängt. (Wir verweisen hier nur andeutend auf die Probleme, die fehlende Hingabe für die Erektionsfähigkeit des Mannes haben.) 

Einer Hingabe, die sich der Leib gewissermaßen durch die immense Bindekraft des leiblichen Aktes holt, weil der sich den GANZEN MANN, die GANZE FRAU - auf dem Weg zum Höhepunkt, dem Orgasmus, in seiner sich progressiv steigernden Ganzhingabe, dem berühmten "kleinen Tod", weil die Welt verschwindet, alles sich immer ausschließlicher auf die leibliche Begegnung fokussiert - fast herbeizwingt, und Eva sich in hingebender Aufnahmebereitschaft befindet. (Wo Untersuchungen der letzten Jahre gezeigt haben, daß die Gebärmutter keineswegs ein passives Ogan ist, wie man immer dachte, sondern sich in der weiblichen Hingabe dem eingedrungenen Penis entgegenreckt.) 

Dienstag, 29. März 2022

Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (1)

Es ist eine sehr hilfreiche Passage, die Thomas von Aquin in seiner "Summa contra gentiles" zur Frage des Verständnises der Erbsünde bringt. Und in der sich Thomas dieser Frage, die für viele ein so großes Problem ist, von einer weiteren Seite nähert. Wie einem Schüler der Grundlagen allen Erkennens - darf ich hier sagen, daß es meiner Ansicht nach jedem Menschen zur Ehre gereicht an den Punkt zu gelangen (oder die Gnade zu haben, gleich dort zu verharren), sich sein Leben lang in der Rolle eines Grund- und Volksschülers zu erkennen? - bringt der Philosoph diese alles entscheidende Problem so einfach wie nur möglich nahe. 

Schon daran ersieht man, daß Thomas kurz nach dem Höhepunkt des Mittelalters stand. Daß er schmerzlich erkannte, daß es fortan nur noch bergab gehen kann, und sich die Ebene der Kultur bereits beträchlich zu neigen begonnen hat. (Siehe Anmerkung*)

Das sind in der Geschichte eben stets jene Kulturphasen, in der die Philosophoie aufblüht. Die immer dasselbe ist: Ein Versuch eines Verzweifelten, das Entschwindende und bereits Entschwundene (denn ins Bewußtsein steigt das Bild dessen, das fortging) zu rekonstruieren, festzuhalten, wieder aufzubauen.

Samstag, 1. Januar 2022

Ad Maiorem Gloria Dei

Es ist natürlich nicht so leicht zu fassen, weil es an jene Verstehensgrenzen stößt, in denen wir unserer Bildlichkeit nicht entkommen können. Die durch die erbsündlichen Erkenntnisbrüche nicht mehr dem Schauen, sondern in das Nacheinander und damit Zusammenklistern des Zeitlichen zurückgesunken ist. Im Alltag müssen wir also wie mit einer Schere Bildfolge um Bildfolge ausschneiden und zusammenkleben, um so zu einem zeitlos Gültigen und zu Gesetzen zu kommen. 

Das ist im Schauen, das uns erst in der Neuen Schöpfung wiedergeben werden wird, und an dem unsere Seele ab dem Zeitpunkt, wo sie sich vom Leib getrennt hat - also im Tode - bereits teilhat, ohne aber noch die Leiblichkeit zu besitzen, um daraus dann Welt zu schaffen. Das wird erst nach dem Jüngsten Tage wieder der Fall sein.

Aber wir müssen es insofern zu verstehen suchen, als wir DIE KIRCHE erst begreifen können, wenn wir sie unter diesen Auspizien zu sehen versuchen. Als SOCIETAS PERFECTA ist sie nämlich KEINES dieser zeitlichen Abfolge-Reiche, sondern eine Dynamik des Heiligen Geistes, die ihr Material AUS dem Irdischen umfaßt, durchdringt und zur Gestalt bringt, die wir dann WELT heißen dürfen.

Materia - Mater. Der 1. Jänner ist deshalb der Gottesmutter Maria geweiht, die dieses bedingungslose JA der Erbsündelosen in die Welt ERSTMALS seit Eva WIEDER gebracht hat. 
Analog der Ersten Schöpfung einige tausend Jahre zuvor, nur noch weiter gehoben: Durch die geschichtlich gewordene göttliche Erlösungstat. 

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Gedankensplitter (1317d)

Ein mittelalterliches Relikt - Welche Rolle es in den Gedanken Cristóbal Colóns wirklich spielte kann man nicht genau sagen. Ein Mensch ist immer ein Geheimnis. Aber es spielte eine Rolle, auch bei seiner Reise ins Unbekannte, nach "Indien", wie er meinte. Colón war tief religiös. Und in seinen Schriften, Briefen und aus Zeitzeugenberichten ist nicht zu leugnen, daß der Gedanke, daß alles was er tat dem Ziel diente, die Mittel für die Befreiung Jerusalems bzw. der Heiligen Stätten aus der Hand der Muslime aufzutreiben.

Er nahm Königin Isabella vor seiner ersten Abreise sogar den Schwur ab, daß alles, was er in "Indien" entdecken würde, alles das Gold und die Edelsteine, die man sich (auch aus den Berichten Marco Polos) erhoffte, eine riesige Armee finanzieren sollte, die den seit langem eingeschlafenem Gedanken eines Kreuzzuges in die Tat umsetzen sollte. 

Das ist einer der Gründe, warum sein Logbuch, das als Reisetagebuch für die Auftraggeber und Finanziers so ausführlich geführt wurde, so viele Hinweise auf mögliche Goldfunde enthält. Sodaß man daraus schließen könnte, es wäre ihm nur darum gegangen - wüßte man nicht sonst so viel über ihn. 

Zum einen mußten aber die Seeleute bei Laune gehalten werden, die ein ungeheures Wagnis auf sich genommen hatten - in eine völlig unbekannte Ferne zu reisen, von der man nicht sicher sagen konnte, ob man nicht eines Tages "von der Erde fallen" würde, oder (auch das eine häufige Angst) auf der anderen Seite der Erdkugel "hinunterrutschen" würde, sodaß man nicht mehr herauf- und nach Hause kam. Also mußte man ihnen die Aussicht auf riesige Gewinne ständig warmhalten, sonst hätten sie gemeutert. 

Warmgehalten werden mußten aber zum anderen auch die Finanziers daheim. Sie hatten NUR die Motivation von Gewinn, und hier vor allem durch die Funde von Gold und Edelsteinen. Also notierte Columbus jede Äußerung der Indianer auf den Inseln, die entdeckt wurden, in denen diese von solchen Reichtümern AUF ANDERN Inseln und Landen berichteten. Wo zu vermuten steht, daß diese Erzählungen dazu eingesetzt wurden, um die Spanier, vor denen man sich durchweg bald fürchtete, wieder los zu werden.

Mittwoch, 10. März 2021

Auf der Rechnung der tumben Preußenkönige

Allfälligen Feierlichkeiten rund um das 150-Jahr-Jubiläum der "Gründung des Deutschen Reiches" etwas abzugewinnen braucht schon ein eigen Gemüt. Das in den Augen des VdZ mit darauf aufbauen sollendem "Patriotismus" nicht sehr viel anfangen kann. Doch während wir darauf nicht weiter eingehen wollen, sollen zwei der zahlreichen fragwürdigen Meilensteine auf dem Weg zu diesem (nie legitim gewordenen) "Deutschen Reich", auf dem immerhin das heutige "Deutschland" beruht, mag man es drehen und wenden wie man will, aufgegriffen werden. Deren Auswirkungen auf das europäische Gefüge katastrophal waren. Und nicht nur darauf, sondern auch auf das Schicksal der deutschen Völker, vor allem derer in heute nicht mehr zu diesem Staat gehörenden ehemaligen "Ostgebieten". Allen voran ... Schlesien.

Schlesien war zu einer Zeit, in der nicht mit der Blechmünze von Nationalstaaten gehandelt wurde, stets Teil der böhmischen oder der mit dieser (wie mit der ungarischen) stets eng verbundenen polnischen Krone verbunden. Mal gehörte es dieser an, mal jener. Was insofern unbedeutend war, als der geographisch viel größere mitteleuropäische Raum kulturell einheitlich war. Über Sprache als Kriterium hatte da niemand nachgedacht. Und das Schlesisch verschmolz an den Rändern mit seinen Nachbarvölkern. Wie den Polen, wie den Tschechen, wie den Sudetendeutschen, wie den Westpreußen, wie den Sachsen.

Eine "nationelle Zugehörigkeit", wie sie im 19., vor allem aber im 20. Jahrhundert als angebliche politische Angelegenheit aufkam, wurde, wie sollte es anders sein, aus verlogenen Gründen des Machtpragmatismus von Kardinal Richelieu eingeführt, als es darum ging, die Okkupation von Lothringen mit der Tatsache zu rechtfertigen, daß das dortige Volk mehrheitlich "französisch spreche". In einem 17. Jahrhundert gesagt, wo sich nirgendwo jemand Gedanken darüber gemacht hatte, daß angeblich Sprache, nicht Geist und Lebensweise, daß "leibliche Abstammung", nicht das Prinzip geistiger Vaterschaft über Volk und Kulturraum bestimmt hatten.

Das gilt auch für Schlesien. Denn dieses "deutsche Volk" war seit je entweder unter polnischer, oder unter böhmischer Krone oder (wie später und in gewisser Hinsicht) "Staatszugehörigkeit" gestanden. Nach nationalem Begriff war Schlesien wunderbarerweise also gar nie "deutsch" gewesen! Und das sagt ein Halbschlesier ... ausgerechnet.

Naja, ab 1526 war es ja "österreichisch". Oder? Nein, eben nicht, sondern "habsburgisch". Der Herrscher war der Vater, das Volk seine Kinder. Vor allem in Oberschlesien war deshalb die "ethnische" Struktur des Schlesiervolkes recht gemischt. 

Wobei: Gemischt war eher die Sprachigkeit, die sich in Oberschlesien zum (leider) von den Niederschlesiern oft recht verachteten "wasserpolackisch" verschmolzen hatte. 

Einer Sprache, die im wesentlichen einer deutschen Grammatik folgte, aber von polnischen Begriffen und Eigenheiten durchzogen war. (Wäre alles so geblieben, wer weiß, ob wir es heute nicht mit einer eigenen Sprache zu tun hätten, wie beim Niederländischen, oder wie es beim Hoanzischen, dem "Deutsch" der ost-mitteleuropäischen Deutschen, die ehedem im Bereich der Habsburgermonarchie gelebt hatten, wohl gekommen wäre.) Dies eingefügt, um die Fragwürdigkeit und Komplexität eines "Spracharguments" beim Bestimmen eines "Volkes" ein wenig anzuleuchten.

Ein Jahrhundert nach Richelieu hatte sich freilich der Preußenkönig, der aus dem Hause der Hohenzollern stammende Friedrich II., den Kreisen wie die oben genannten Reichsbewunderer, gerne als "Der Große" bezeichnen, ebenfalls über all das noch keine Gedanken gemacht. Auch hier wurden solche Sichtweisen erst einiges später eingeführt um zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen war. Daß es sich hier (wie zuvor schon bei der Besetzung Sachsens) um reine Beutezüge handelte. Denn wie Sachsen, war auch Schlesien ein reiches Land, mit Bodenschätzen, und einer zahlreichen, sehr arbeitsamen und wachen Bevölkerung. 

In insgesamt drei Kriegen hatte Kaiserin Maria Theresia (und bei ihr war der Titel legitim, weil er sich auf den Kaiser, ihren Ehegatten, bezog, dessen Geschäft sie gewissermaßen stellvertretend, "von seinem Stuhle aus" erledigte) versucht, diese ihre "Perle in der Krone" zurückzuerobern. Und fast wäre es gelungen, hätte nicht buchstäblich in der letzten Sekunde eine neue Zarin den Regentenstuhl in St. Petersburg besetzt. Die Friedrich und seinen aufgeklärten (das heißt: prinzipienlosen, technischen) Sinn bewunderte, und ihm den Rücken stärkte. Sodaß Schlesien 1763, nach dem dritten Schlesischen Krieg, wirklich und definitiv an Preußen fiel. An dieses Königreich ohne Volk, denn "Preußen" (als gewissermaßen ethnisches Volk) gab es damals schon gar nicht mehr in "Deutschland", sondern nur noch "preußische Könige." Aber das ist ein anderes Thema.

Aber wer da meint, es wäre dem Wiener Kaiserhaus nur um Reichtum und Einfluß gegangen, oder um ein paar schöne Städtchen, der irrt gewaltig. Denn anders als die Preußen, die es nie lernten, war das Haus Habsburg gewohnt in gesamteuropäischen Dimensionen zu denken. Und so gesehen, hatte das Herausreißen Schlesiens aus der böhmischen Krone (und nur darum ging es, denn die Habsburger waren auch seit 1526, nach dem Schlachtentode des Ungarnkönigs bei Mohacs gegen die Türken, die Könige Böhmens) verheerende Auswirkungen auf das Gleichgewicht in Mitteleuropa. Unter dessen Verlust Europa - GESAMT-Europa - bis zum heutigen Tage schwer leidet.

Gleichgewicht heißt, daß eine gewisse Stabilität gewahrt bleibt, die darauf aufbaut, daß die Interessen einzelner Völker nicht unter die Räder geraten. Das geschah aber nun mit dem sogenannten Frieden von Hubertusburg. Denn mit dem Verlust von Schlesien als Teil der böhmischen Königskrone begann ein nächster Stein zu wackeln. Und er tat dies im nächsten Jahrhundert, bis es zur nächsten Katastrophe kam. Die Rede ist hier vom Sudetenland. 

Die Rede ist davon, daß mit dem Wegfall von Schlesien im Prager Hradschin, der "Reichs- und Ständeversammlung", die Deutschen plötzlich in die Minderheit gerieten. Zum ersten Mal wurden die slawischen Tschechen die bestimmende Mehrheit! Damit wurde nicht nur der ethnische Nationalismus sogar initiiert - denn sein Aufkommen hat mit dem Zerfallen des Volksbegriffs als Familie zu tun, die mit leiblicher Abstammung nicht primär zu tun hat - sondern er wurde den nunmehr (auch territorial ausgedrückt) zu Randexistenzen zurückgedrängten Sudetendeutschen zum tragischen Schicksal. 

Nicht nur, daß er sich selbst wiederum auf Schlesiens Situation ausgewirkt hat - auch dort war im 20. Jahrhundert die historische und angestammte Rolle der deutschsprachigen Menschen in ihrem größeren geographischen Raum (Böhmen) geschwächt (sodaß sie heute in der Tschechei wie in Polen wie historische Fremdkörper, wie "fremde Okkupanten" dargestellt werden) - hat es diesen ganzen Raum in ein labiles Ungleichgewicht gestürzt, das sich bis heute durch besondere Empfindlichkeiten auszeichnet.

Ein weiteres Mal hat Preußen eine ähnliche Katastrophe über die deutschen Völker gebracht. Und das geschah 1866 mit Königgrätz, das geschah 1871 mit der "kleindeutschen" Lösung, also einer Reichslösung ohne die Habsburgervölker. Nicht nur hat damit dem "Kleindeutschland" die Legitimation des Kaiserhauses gefehlt, sondern ein gutes Drittel der Menschen in deutschen Volkschaften kam im Habsburgerreich unter die Räder, und wurde nicht nur (außen-)politisch geschwächt, sondern führte zum letzthinnigen Zerfall der Ordnung im gesamten Mittel- und Osteuropäischen Raum, mit zahllosen Tragödien der Vertreibung speziell nach 1945 und 1946. Dem nicht nur seit 1918 ein Prinzip der Ordnung fehlt, sondern in dem Millionen Menschen getötet, drangsaliert und vertrieben wurden. 

Auch das, werte Herrschaften, wird der Herr und Gott einmal auf der Rechnung der Preußenherrscher finden. Ob die da noch als "groß" gelten werden bleibt freilich zu bezweifeln.


*070321*

Montag, 29. Juni 2020

Nein, die Ideologiesuppe eß ich nicht (4)

Teil 4) Nur Begriffsklarheit kann Frieden bringen.
Begriffe können nur durch Rückbeziehung (re-ligio) 
auf logos (in der Wahrheit als Sprachgestalt) geklärt werden.



Wie marginal erscheinen da, das was wir ethnologisch (!) als Volkseigenheiten festhalten können. Die aber erst in diesem Licht gereinigt und schützens- wie liebenswert und einheitsstiftend werden (was nur in der Wahrheit, also auch im Maß der Nähe und Offenheit zu ihr, möglich ist.) Tänze, Lieder, Sitten, Gebräuche, Traditionen, Geschichtsbezüge, usw.

Wo sind aber nun Volksprägungen auch streng zu scheiden von charakterlichen Mißprägungen, diesem wahren Konflikt- und Kulturkampfgrund, die schlicht und ergreifend Laster und Schwächen und deshalb die wirklichen a- und anti-kulturellen Momente sind? Da taucht auch er plötzlich auf, der Protestantismus.

Aber wie will Herr Sellner mit seinem Begriffsinventar in diesem ganzen vielfältigen Feld noch unterscheiden. Oder will er das eh gar nicht ... weil es viel einfacher ist, im Begriffssumpf zu stecken und einander mit Schlammbatzen zu bewerfen?
In Wahrheit ist also einer der subtilsten Wege der Selbstentfremdung der, sich (uns) als "Weißer" zu identifizieren. Denn auch das ist ein universalistischer, damit in die Zweitwirklichkeit (Pseudologie) schiebender, und damit jedes Volk entwurzelnder, jede wahre Identität auflösender und in eine neue voluntaristische, positivistische Scheinidentität drückender Begriff.
Aber Friede beginnt mit der Begriffsklarheit. Krieg ist ein Krieg der in den Begriffen liegt. Immer. Deshalb ist es auch keineswegs verfehlt, wenn ihm und seiner Gruppierung "Gewaltaffinität" vorgeworfen wird. Und umso typischer, daß Sellner keine Gelegenheit ausläßt zu beteuern, daß er und seine Bewegung "Gewalt ablehnen". Sie ist unerkannt weil implizit. Sie ist diesen Ideen immanent.

Die Linken haben da durchaus ein richtiges Gespür, als Fünkchen Wahrheit in ihrer Gesamtidiotie. Sellners permanente Aufrufe, "auf die Straße" zu gehen (weil sonst eines Meinung "nichts bringt"! man beachte alleine diese Utilitarisierung, diesen Technizismus der Sichtweise!) sind, was sie auch bei Linken sind: Sie sind Aufrufe zur Revolution! Und Revolution heißt IMMER Gewalt, und heißt immer Widerspruch zur Verwurzelung, also zum Volk.
Obwohl Sellner in diesem Video in manchen Halbsätzen das Gegenteilige behauptet, um sich im nächsten Satz schon wieder zu widersprechen. Was nicht weniger zeigt, als daß er sich längst in eine Widersprüchlichkeit verloren hat, die sehenswert ist.*** 
Es ist diese jene unbewußte Taktik, die wir hier schon oft kritisiert haben, als die Klitterung von Schlagworten, denen aber ein innerer, logischer (logos-bezogener) Zusammenhalt in Wirklichkeit fehlt. Insofern kann man von Lüge sprechen, denn es ist eine Intention, die hinter dieser (gar nicht bewußten) Klitterung steht.
Von der man nur hoffen kann, daß sie ihm mehr und mehr aufsteigt, also "bewußt" wird. Als Aufsteigen der Ebene des Wortes, der Sprache, aus dem Konflikt mit dem Sein. 
Wozu der private Weg, den er gegangen ist - die Heirat samt kommender Vaterschaft - sicher hilfreich sein wird, weil die Familie eines zumindest immer heißt: Sie preßt an die Wurzeln des Menschseins. Die Entwicklung seines Sprechens (man beachte das "ch", die Verbindungen von Konsonanten mit vor- oder nachgestelltem "a", das "r", usw.) erzählt leider jedoch etwas anderes.
Seine Identitätsvorstellungen bleiben trotz aller Gegenbeteuerungen aber nur noch als künstliches Konstrukt übrig. Das sich der Mensch willkürlich gibt, oder das er aus einer Ideologie, einem positivistischen Weltwillen, und damit immer aus einer konstruktivistischen Gruppenidentität bezieht.
Es geht um Kulturkampf, jawohl. Aber der ist nicht ein Kampf zwischen "Weißen" und Zuwanderern aus anderen Kulturen. Das ist er nur auf einer zweiten oder dritten Ebene. Die wahren Feinde unserer Kultur kommen aus dem Innersten des Westens, also der Abendländischen Kultur. Und dort müssen sie identifiziert, gestellt, und bekämpft werden. 
Um aber gegen die Aufklärung (und den Liberalismus als einer deren Töchter) zu kämpfen, gegen die Ideologien, die genau daraus (und nur daraus, und zwar sämtlich!) erwachsen, dazu, Herr Sellner, braucht man dann wirklich Eier. Und kein Theater des Scheinposierens, das über den juvenilen Aktionismus deshalb nicht hinauskommt - als "meta"-politische Bewegung! - weil es die Widersprüche nicht anzutasten wagt, in denen sie steckt. 
Die aber nur dem wirklich Religiösen, und letztlich überhaupt nur dem Katholiken aufzulösen sind. Weil nur der alle Elemente der Zeit (die er in sich birgt, als Quelle, als Wurzel) zusammenzufassen und in Christus zu einen vermag. 
Wie der Katholik aber bekämpft wird, Herr Sellner, davon machen Sie sich noch nicht den Funken einer Vorstellung. Den finden Sie auch nicht auf gloria.tv oder kath.net. Dieser Kampf "gegen Sie" ist ein Täuschungsmanöver, das durch Markierung des "Feindes" die Wahrheit selbst verdunkeln soll. Denn der wahre Kampf scheut das Theater, und daß Sie das nicht wissen, erzählt viel. 
Dieser Kampf findet heimlich, still und leise, aber umso effektiver statt (höre man dazu Fr. Rippergers Elogen zum Thema, wie wirklich der Feind des Menschen = der Kultur auftritt.) Nur der so Kämpfende ist der wahre Ritter im Kampf der Kulturen. Keine unserer Rittersagen kommt ohne diese Dimension aus. Seine Rüstung wird freilich erst am Jüngsten Tag im Glanz der Sonne des Hofes Artus' erstrahlen.
Wie will man aber mit einer im Narzißmus dermaßen offenen Flanke bewerkstelligen, überhaupt einmal die Rüstung anzuziehen und das Schwert zu ziehen? Eben. Ein LANGER Weg der Armkräftigung und des Knappentums, kein Weg des kurzfristigen und Stroh als Heldenkranz erntenden Aktionismus, diese heuchelnde, ach so lockende, aber gerade in ihrer Pseudologie so perfide täuschende Scheinabkürzung zur Heiligkeit des Rittertums.  
Die Welt braucht keine Aktionisten, hat sie noch nie gebraucht. Sie waren bestenfalls Clowns, die im Dunstgrau der Nicht-Geschichte verwehen wie nichts. Sie braucht Heilige, Heilige Ritter. Nur die machen Geschichte.
Deshalb ist dieses Video wichtiges weil so klares Symptom. Das vielleicht auch dem Letzten Guten Willens zeigt, womit wir es hier zu tun haben. Mit einer ideologischen, universalistischen Bewegung, die mit dem, der Verwurzelung begriffen hat, inkompatibel ist.






*Es ist wichtig darauf hinzuweisen, daß dies exakt die Ursache dessen ist, was wir heute mit "burn out" bezeichnen. Also dieses ständige Bemühen, einer Idee nachzujagen, die dem bloßen menschlichen Denken - als Organisieren, Ordnen der Worte der Welt, ohne deren inneres Drängen zu beachten, nur von eigenem Wollen und Vorstellen ausgehend - entspringt. Von der Erkenntisfülle der Welt aber, die Nahrung ist, nicht genährt wird. Der Brennstoff dazu kann nur durch Emotion (Pathos, Begeisterung, Manipulation, Medien/Presse, Propaganda, etc.) geliefert werden. Die Kraft dazu geht aber mit der Zeit aus. Und das ist, einfach erklärt, das "Burn out".

**Wer Sellner kennt weiß, daß er seine Vorbilder in der französischen Identitären-Bewegung sieht. Offenbar ist er von einer gewissen "Galliko-philie" geprägt, was unsereinem, der so viel an Frankreich liebt, ja leicht einmal passiert. Und er sieht nicht, daß der französische Nationalismus sich praktisch immer (nur einige Adels-, aber auch manche regionale Bewegungen sind hier auszunehmen) auf einen (ideologischen) Zentralismus bezieht, der selbst eine Gewaltidee (weil voluntaristisch) war und ist. Die definitiv schließlich von Richelieu im 17. Jahrhundert realisiert wurde. 

In der den zahlreichen Völkern und Regionen, die am Boden Frankreichs leben, ihre Identität genommen, und jede Eigenständigkeit (die in der patriarchalen Verfaßtheit einer Einheit von Volk und lokalem, originären Adel) in einer Zentralidentität aufgelöst hat. Mit dem König als einzige, alles durchwirkende Quelle, was sich im absolutistischen Ludwig XIV. mit seinem "L'etat c'est moi!" am vollkommensten verwirklicht hat.

Auch wenn das von Sellner sicher bestritten werden wird, auch wenn in diesen Kreisen so getan wird, als ginge es um "regionale Identitäten" (wobei die Sehnsucht danach als Sehnsucht nach "Volkseinheit" durchaus glaubwürdig und echt sein mag) - es stimmt schlicht und ergreifend nicht. Auch der ohnehin schwer "kopflastige" (was nicht heißt: gebildete, sondern was heißt: Mit einer pseudologischen Persönlichkeit ausgestattete) Sellner selbst betreibt das Handwerk einer zentralistischen, universalistischen Ideologie. Aber wie so viele: Ohne es zu wissen.

²Sodaß das Sprechen des Menschen immer nur ein näherungsweises Erfassen dieses Innersten Wortes der Schöpfung ist. Und insofern auf dem Willen beruht, natürlich: Als dem stets sich öffnenden Wollen der Wahrheit.

***Wo er zwar Amerika, Australien, Kanada etc. in deren Universalismus (als Einwanderungsländer und "Melting pot") unseren Ländern gegenüberstellt (was so auch wieder nicht stimmt, weil deren Verfaßtheit als "Ensemble von Völkern" zum einen nicht sieht, und zum anderen nur die "Indigenen", also die Indianer, als "Originale" sieht, "auf deren Rücken" dieser Universalismus stattfinde), bei diesen aber ihre universalistische Verfaßtheit zum genuinen "Volk" erklärt.



*300520*

Sonntag, 28. Juni 2020

Nein, die Ideologiesuppe eß ich nicht (3)

Teil 3) Das Handwerk der Selbstentfremdung



Daß diese Analyse zutreffend ist, belegt auch das eigentliche Wirkungskonzept Sellners in all seinen Aktionismus-Plattformen. Wo er zum
Engagement (=Hinausverlagern) des Urteilsinstrumentariums des Einzelnen IN UNIVERSALISTISCHE IDEEN, ja nachgerade zur Entwurzelung (also dem Überschreiten des Handlungs- als Sinnhorizonts, einer Neudefinition des Ortes sohin, an dem jeder steht)
aufruft und dazu mobilisieren will. Was nichts anderes heißt, als daß er zu einer Selbst-Politisierung und Selbst-Ideologisierung als Überschreiten der wirklich genuinen persönlichen Lebenskreise und -ebenen (vulgo: Die, die einen in Wirklichkeit angehen) aufruft. Und die zu finden so schwierig heute ist, aber die zu erfüllen der einzige Weg zum "Glück" ist. Sellner folgt dem Konzept des Jakobinismus, der französischen Revolution, der Aufklärung, mit allen ihren Proponenten und Vätern und Geistesgrößen.
Das zeigt sich auch in der Verworrenheit, in der Sellner immer wieder landet, sobald er von Volk, Kultur, Ethnien und Europa spricht. Ihm fehlt das Verständnis dafür, was Kultur überhaupt aufbaut und ausmacht - es ist nämlich die Religion. Die gerade für die "Neue Rechte" nur "ein Merkmal" ist, aber keineswegs die Quelle. 
In Wahrheit hat also der Universalismus, der sich heute als "Multikulti" sein Röslein gesucht hat, schon mit Luther begonnen. Und er ist nur über Religion - nicht über ethnische "Homogenität", welche Behauptung man nur mit Verwunderung registrieren kann - zu lösen. 
Ansonsten bleibt nur eine andere Form der gesellschaftlichen Organisation, und so weit sind wir längst: Eine "Reichsform", in der viele unterschiedliche religiös begründete Kulturen, weil nur auf einer religiös-einheitlichen Basis ein einheitliches Rechtsempfinden entstehen kann. Und das ist dann die Basis einer Organisation einer Gesellschaft. 
Die Ethnie spielt hier keine Rolle. Daß wir es heute und hier mit neuen Gegebenheiten ethnischer Vielfalt zu tun haben, ist im übrigen nicht mehr rückgängig zu machen, aber auch nicht das Problem. Wenn die daraus folgende Unterschiedlichkeit der Menschen endlich aus dem "Rassismus-Theorem" herausgelöst werden kann.
Das beweisen gerade die europäischen "Völker", das zeigt die Geschichte der Staaten. Der VdZ spricht dies aus seinem langjährigen Wohnsitz in Ungarn. Diesem "Musterland" dessen, was hier gemeint ist. Mit seiner Restschichte von 15 Prozent "Magyaren". 
Und dennoch ist das Land auf dem "Ungartum" aufgebaut, das sich hier noch dazu in seiner schönsten Seite, als eng mit der Landschaft (und das ist die vielleicht fundamentalste physisch-leibliche Prägungskomponente, als Selbst-Gefühl im Raum) verbunden.
Wir stoßen hier an die Bedeutung des "Hauses" als auf einen "Vater" ausgerichtetes Formen einer "Familia" und eigentlich völkerbildendes bzw. konstituierendes Element.  
Als Königreich, das als Reichsform die zahllosen Bezirke vereint und reguliert, die durch enge persönliche Verbindung mit dem Pater Patriae, dem König des Hauses, zusammengehalten wurden und immer noch werden. Ethnische, also leiblich-materiell-vererben sollende Elemente sind nicht das wirklich Verwandtschaftsbildende von Menschen! Damit fällt jedes Argumentieren weg, das an Ethnie in Form einer "genetischen Abstammung" als völker- und kulturenbildendes Element festhalten will.
Denn in dieser Hinsicht würden sich (in Adam) alle Menschen in einer Familie befinden, deren Grenzen zu ziehen überhaupt nicht mehr begründbar und historisch zu zeichnen rein willkürlich würde. 
Sellner betreibt (wie jeder, der mit unklaren Begriffen arbeitet) in Wahrheit das, wogegen er antritt - er betreibt das Handwerk der Selbstentfremdung. Unter der Fahne einer (undefinierbaren) Identität. Weil das so ist, wird auch in einem wahren Begriffsfeuerwerk (das sich in seiner Sprechweise zeigt, in der sich seine Sprache oft selbst überholt) nach Halt gegriffen, wo er sich verspricht, aber schon beim ersten Hinsehen verschwindet.

Kein Wunder, daß er deshalb auch zuzeiten mit dem Begriff "Weiße" auftritt. Denn auch das ist ein universalistischer Begriff ohne Sinn. Es gibt keine "Weißen". Es gibt Europäer dieser oder jener Volksherkunft. Wenn, dann ist "Weißheit" bestenfalls mit einer Kulturherkunft in eines zu setzen. Was in Amerika im übrigen am meisten verdrängt wurde, wo dieser Begriff im 19. Jahrhundert entstanden ist, als Hilfsbegriff in einer vom Norden aufgezwungenen kulturellen, zugespitzten Auseinandersetzung (im Süden der USA nun wie im Norden) bereits amorph gewordener Kulturenvielfalt.
Nur aus der (katholischen) Religion, dieser wahren (und einzigen) Kulturkraft des Abendlandes, erwächst auch die Liebe zum Eigenen. Als Ehrfurcht vor dem Sein und dessen Geheimnis, in der Selbsttranszendierung auf den Ort, an dem man steht und wohin man geboren ist, als einziger Weg (!) zum Heil, also zum Himmel. 
Was das Leben sonst noch liefert, mag ihm überlassen sein. In einem starren Götzendienst als Verabsolutierung eines faktischen Soseins ("weiß", "helle Haut", "blonde Haare" etc. etc.) kann deshalb in keiner Hinsicht Friede und Heil gefunden werden. Der Weg des Abendlandes liegt letztlich also auch in Gottes Wille und Hand geborgen - seiner Vorsehung. Wie immer sich die entwickeln mag.
Apart: Was hat Herrn Sellner mit seiner aus Amerika stammenden Ehefrau denn so verbunden, daß es so eine Verbindung möglich und wünschenswert gemacht hat? Nicht die gemeinsame (katholische) Religion und der darauf beruhenden Wertelandschaft (bzw. der ebenso darauf beruhenden ... Irrtümer, also Häresien, wie sie sich in Sellners Kampf um "Identität" ausgedrückt finden)? Was bleibt von seiner "amerikanischen" Freundin an "Kultur" denn noch übrig, zieht man das (bzw. das Abendland bzw. Europa) ab? Das Weißsein, was immer das ist? 
Oder wird das, was übrigbleibt, also die "Kulturhäubchen" als konkrete Gestalt in Bräuchen, Liedern, Tänzen, Märchen usw., angesichts des alles Einenden, der Religion, nicht marginal, und kann problemlos sogar neben- und miteinander (sic!) z. B. in der Kindererziehung bestehen bleiben? Oder werden die gemeinsamen Kinder nicht auch den Truthahn zu Thanksgiving kennenlernen? Es sei ihnen vergönnt, zumal Thanksgiving ein wunderbares Beispiel für oben Gesagtes ist, und völlig problemlos auch bei uns bestehen kann. Hätte Gott gegeben, daß das mit "Halloween" auch möglich gewesen wäre, diesem praktizierten Satanismus und damit Speer ins Herz unserer Kultur. Und warum ist das so? Was scheidet hier? Eben.
Die ganze Diskussion um Migration (Sellners Hauptthema) müßte deshalb auf eine völlig neue Ebene gestellt werden. Von allen Seiten. Hier wird mit Begriffen gekämpft, die niemals Lösungen bringen können, weil sie erst gereinigt werden müssen, um die Realität und die Geister zu scheiden. 
Sind die hellhäutigen Araber Weiße? Oder Juden? Oder muslimische Tschetschenen? Oder die mestizischen Hispanolas Mexikos und Südamerikas? Oder die (oft tief katholisch geprägten) Vietnamesen? Muslimische Perser? Muslimische Montenegriner? Russisch-orthodoxe Kasachen? Ist damit also überhaupt ein Kulturbegriff zu festigen, wenn man von "Multikulti" oder "Kulturkampf" spricht? Wird ein solcher nicht viel vehementer zwischen protestantischen und katholischen Völkern geführt?

Wieviele Menschen aus Nigeria bzw. mit "schwarzer Hautfarbe" soll der VdZ nennen, die in Europa als Abendländer vollkommen "integriert" leben"? Das dürfte ja dann gar nicht möglich sein. Was verteidigt etwa der aus Nigeria stammende Kardinal Sarah anderes als die abendländische Kultur - INDEM er den Katholizismus verteidigt? Oder was hat ein Kardinal Lefebvre an Bemerkenswertem in Westafrika geleistet?
Und ist es nicht eine Tatsache, daß sich der gläubige Europäer mit einem (im besten Sinn) gläubigen, also religiösen (sich in Gott zu verantworten wissenden) Muslim und dessen Rechts- und Morallandschaften bei weitem näher, "einiger" fühlt, leichter im Zusammenleben harmonisierbar, als mit jedem elitistischen, "aufgeklärten", grundverlogenen Atheisten mit doppeltem Harvard-Diplom, die man wie kaltstarrende Kulturfeinde und Monster erfährt, selbst wenn man leiblich mit ihnen "verwandt" ist? Bei weitem!

Morgen Teil 4) Nur Begriffsklarheit kann Frieden bringen.
Begriffe können nur durch Rückbeziehung (re-ligio) 
auf logos (in der Wahrheit als Sprachgestalt) geklärt werden.



*300520*

Samstag, 27. Juni 2020

Nein, die Ideologiesuppe eß ich nicht (2)

Teil 2) Das Handwerk der Selbstentfremdung 
als lügenhaftes Konzept der Identität


Und diese inneren Gesetze und Voraussetzungen solchen Denkens ist in der obigen Zwischenausführung angestrebt worden: Als Anriß einer Anthropologie, die den Menschen dazu berufen und in der Lage sieht, ein Staatskonzept zu erfinden, dem dann ein Volk per Willensentschluß einzuwohnen beginnt. Noch bis 1945 nämlich hat sich dieses "deutsche Volk" als föderales Konglomerat an sich eigenständiger, nur in Subsidiarität und auf bestimmte Bereiche bezogen - wie es eben einem Reich ansteht, vor allem in der Außenpolitik eines "Deutschen Reiches" als Gemeinschaft aller deutschen Völker; oder in der Rechtsprechung in zwischenstaatlichen (sic!) Agenden, in Streitfällen zwischen Völkern - zusammenfaßbarer und zusammengefaßter Völker.
Die "deutsch" genannt werden können, aber kein "deutsches Volk" sind. Und sich selbst nie so verstanden haben! Das zeigt die nach wie vor bestehende föderalistische Konstitution "Deutschlands". Bei welchem von "deutschem Volk" zu sprechen nur in einem übertragenen Sinn möglich ist, als "Staatsvolk". Deren wahre Befindlichkeit aber wirklich die einer "Bevölkerung" ist.
Solche idealistischen Konzepte greifen im Wesentlichen auf die (immer in einer Verzweiflung und in einem Nihilismus gegründeten) Konzept von Nietzsche und Schopenhauer zurück: Welt als Wille, als voluntaristisch in die Welt gesetzte, menschliche Idee und Vorstellung. Hier wäre ein "Deutschland" also das, was man im Bewußtseinstablett ständig vor sich her tragen müßte. Weil es im normalen Alltag der Menschen nicht "vorkommt".  

Solche letztlich zweitwirklichen (also einer Wirklichkeit der menschlichen Gedankengebäude und -logik, die der wirklichen Wirklichkeit, der logos-durchtränkten und -geprägten Welt der Dinge, der Schöpfung als führende, bestimmende Hand überlagert ist) Vorstellungen bedürfen dann auch ständige Energiezuführung. Sonst lösen sie sich schlicht und ergreifend auf. Sie brauchen die ständige Präsenz einer "Erinnerung" in Worten, Erklärungen, vor allem aber in Etiketten!*

Darauf erklärt sich die Empfindlichkeit jener, die einem solchen Konzept eines idealistischen, voluntaristisch möglichen, also nur vom menschlichen Willen machbaren, ja von diesem (als menschliche Aufgabe, diesem Entschluß zum Willen, zur künstlichen Schöpfung in der Welt) zu machenden Staates folgen. Dessen Wirkungen und Bedingungen sie aber der logos-basierten Grammatik entnehmen (weil müssen; Wirklichkeiten, Eigenschaften lassen sich nur aus geschaffenen, logosdurchwirkten Dingen erkennen, nur sie sind  im eigentlichen Sinn Objekte der Erkenntnis), also wirklich Wirkliches auf vorgestelltes Zweitwirkliches, das eine gewisse Logik hat (Pseudologie) und deshalb sehr leicht als "wirklich Wirkliches", angewendet, und damit Wirklichkeit vorgetäuscht werden kann, auch und vor allem vor sich selbst. Man nennt das dann Ideologie.
Einer Ideologie des "Deutschseins", die eine deckungsgleiche Parallele zum Amerikanismus ist. Das war dann auch der eigentliche Kampf, der sich 1914 entladen hat: Der zwischen zwei konkurrierenden Ideologien, in zwei "aufstrebenden", um Welteinfluß kämpfenden Ländern. Jenem des Amerikanismus hier, und des Deutschismus als still und heimlich und zum Falschen, nie so Gemeinten umgedeutete Idee vom Deutschen Reich. 
In BEIDEN Fällen war es eine künstliche, ideologische, idealistische "Kultur" (als kapitalistische, also dem wirtschaftlichen Nutzen untergeordnete Lebensweise), die über genuine Völker, über verwurzelte soziale Einheiten, drübergelegt werden soll. Weil das auf natürlichem Weg nicht möglich ist, kann es sohin nur mit Gewalt, Lüge und Täuschung geschehen. 
Und hier spricht man erst richtig von "Universalismus", also von einem geistigen, willkürlichen, im autonomistisch verstandenen Menschen gründenden Konstrukt, das über alles Regionale, Verwurzelte gestülpt wird, und dieses Originäre auslöscht.
Waren im Anfang hier viele einzelne deutsche Völker, waren es dort soziale Einheiten, die sich auf ihre Wurzeln in zahllosen europäischen Völkern bezogen und in Amerika Volksgruppen-Einheiten bildeten, die ihre letzthinnige Einheit aus der Religion bezogen. Beide Male kamen aber diese verwurzelten sozialen Einheiten unter die Räder, und wurden von einem ideologischen Konzept überfahren und mißbraucht.
Es steht leider zu befürchten, daß die sogenannte "Neue Rechte" (per Eigendefinition, auch in der von Martin Sellner)** auf dieser beziehungsweise einer ideologischen Grundlage steht. Und damit einer Weltkonzeption folgt, die nicht im natürlichen Fluß der Dinge steht, also nicht in jenem Telos geborgen ist, zu dem alles Sein (im seienden) von sich aus hinstrebt. Und deshalb nur über ständiges Aufwärmen des künstlich gestrickten Wortgerüstes dieser Dinge (wie Volk, Staat) "lebendig" - weil im Bewußtsein! also präsent! - gehalten werden kann. 

Aber das ist nicht das Konzept derjenigen, die in der Verwurzelung des Menschen den einzigen Weg der Erfüllung des Willens Gottes und damit ein Leben in Sinnerfülltheit (logos heißt auch Sinn, als "auf zu") sehen. Der in den Dingen, als deren natürliches Streben (natus = ist geboren).

Und hier ist es wesentlich, also dem menschlichen Wesen zugehörig, also nicht "amputierbar", sondern immer notwendig, ja ein natürliches Bedürfnis, in diesem Fall sogar Existenzbedingung: In der Zugehörigkeit zu einem Volk, das ihm sogar vorausgeht weil ihm den Platz, den Ort zuweist, an dem er steht, sodaß sein Lebenssinn, die Erfüllung seines Lebens darin liegt, sich auf diesen Ort, dieses Beziehungsgeflecht das im Ort zusammenläuft, transzendiert, also sich selbst "gering achtet", "stirbt", um nur noch in diesen Aufgaben zu leben.
Der Voluntarismus, der hinter dieser Identitätsschöpfung aus eigenem Willen steht (und damit hinter dem Staatskonzept des Positivismus des 19. Jahrhunderts, auf dem auch dieser Begriff vom Deutschen Volk der Neuen Rechten beruht), beruht auf einem Mißverstehen der Wahrheit um die menschliche Person. Die Gregor von Nyssa so umschreibt: "Wir sind auf gewisse Weise unsere eigenen Väter, weil wir uns selbst zeugen nach unserem Willen. Aus eigenem Entschluß bilden wir uns nach dem Bild unseres Wollens.‘ 
Dieser Satz ist nur verstehbar, wenn das Konzept von Wahrheit auf dem Ergreifen des logos als innere Grammatik der Schöpfung als deren "nährende Melodie" beruht, als "Sprache hinter der Sprache"², und wo die Freiheit aus der Ähnlichkeit mit Gott (in Jesus) stammt. Die man wollen muß, die also eine Frage der Sittlichkeit ist. Sie kann nicht mit Willkür gleichgesetzt werden, die ohne logos auszukommen meint, und somit eine Perversion dieser Wahrheit um den Menschen ist.

Morgen Teil 3) Das Handwerk der Selbstentfremdung



*300520*

Freitag, 26. Juni 2020

Nein, die Ideologiesuppe eß ich nicht (1)

Dieses kurze Video von Martin Sellner (das vor Widersprüchen strotzt, aber dennoch, ja genau deshalb - um die Wahrheit nämlich zu verschleiern - von einer klaren Linie getragen wird) soll hier deshalb positioniert werden, weil es ganz deutlich zeigt, wie sich die "Neue Rechte" verfranzt hat. Und in einem positivistischen, idealistischen und voluntaristischen Staats- und Volksbegriff landet, der nur auf eine Weise aufrecht zu halten ist, in der das menschliche Denken und Anschauen grundsätzlich zur Ideologie erklärt bzw. als solche gesehen wird. 

Dieser Grundsatz ist nicht neu, und er ist weit verbreitet, denn er ist Teil eines Menschenbildes, also einer Anthropologie, die bei Descartes begann - Cogito ergo sum - Ich denke, also bin ich - in der Aufklärung seine Blüte fand, und heute Teil des allgemeinen Narrativs geworden ist. Der Mensch sei nur, was er bewußt denke. 

Somit gibt es keine Substanz, die das Menschsein ausmacht, in der das Denken, das Bewußtsein (von dem überhaupt zu sagen, was es sei, einmal jemandem wirklich gelingen möge!) und die permanente Aktualisierung gewisser Gedankenstränge und -inhalte das Menschsein ausmacht. Etwas, das darüber hinaus geht oder dem Menschsein so vorausgeht, daß es unabhängig von seinen Gedanken und Sprachaktualisierungen Mensch sei, einfach durch sein Da- und Sosein, gibt es da nicht mehr. 

Diese Haltung führt direkt in die Eugenik, mit ihren Hörnern der Euthanasie und Abtreibung. Denn ab hier gibt es ein Menschsein, das von seiner Leistung abhängt. Vom Maß der Bewußtseins-Aktualisierung. 

Die aus anderer, umfassenderer Sicht eine Neurotisierung ist. Letztlich ist die Forderung dieser Gruppen also der Ruf nach einer Neurotisierung der Menschen. Nach einem Leben in einer Zweitwirklichkeit, die ständig am Tablett zu tragen, ständig auf Zunge und im Gehirn zu wälzen Notwendigkeit zu vollem Menschsein ist. Wo das nicht der Fall ist, jemand "nicht diese Gedanken denkt", ist er auch nicht mehr Mensch. 

Natürlich ist das diesen Leuten nicht bewußt, was hier in einem Sinn gemeint ist, daß sie diesen Gedanken nicht denken, nicht gedacht haben, oder gar nicht denken können. Denn Denken ist eine Emanation eines menschlichen Daseins, das von vielerlei Umständen abhängt, in keinem Fall aber das ausmacht, was Menschsein überhaupt ist.

Es hat vielmehr mit den Bedingungen seiner Existenz zu tun (wo also Marx durchaus und in gewissem Rahmen Recht hat, wenn er sagt, daß das Bewußtsein das Sein schafft), und ist wie ein Instrument vorstellbar, das je nach Aufgabe in einer Beziehung, in der der Mensch steht (denn menschliches So- und Dasein ist immer ein Stehen an einem Ort, der wiederum in zahllosen Beziehungen auf unterschiedlichsten Ebenen steht) aktiviert und präsent ("bewußt") wird oder nicht. 

Die wahre Denkaufgabe leistet, wenn man es besser begreifen will, der Mensch als Ganzes. In seiner Leiblichkeit, und in seinem Kontakt zum logos der Welt selbst. Also jener grammatikalischen Struktur, die alles Weltsein trägt und durchgeprägt hat, von der es mehr aber noch: stammt. Denn diese Struktur fußt in den Ideen des absoluten Geistes, und das heißt in Gott. Somit kann man sich den Menschen, der über seine Sinne mit diesem fleischlichen Logos (in allen Dingen, in allem Seienden) in permanenter Verbindung steht, der ihm gewissermaßen ständig logos "zuflüstert".

Mosebach umschreibt diesen Aspekt des Menschseins in seinem herrlichen Theaterstück "Rotkäppchen und der Wolf" mit einem Gleichnis: Wie ein Fisch, der im Wasser ist, den dieses Wasser lückenlos und permanent umschließt, und ohne das er nicht leben kann. Das heißt, daß der Mensch in seinem ganzheitlichen Sosein, Mensch als untrennbare, nicht auseinander denkbare Leib-Geist-Verbindung, mit der Welt auf all ihren Ebenen in Verbindung steht. 

Die auf eine Weise aufeinander wirkt, daß das Sein aller Dinge, das auf je unterschiedlichen Ebenen spricht, und zwar permanent spricht, sich dem je anderen mitteilt. Dieser nimmt es auf, und auf eine Weise auf (das ist das Wesen des Erkenntnisvorgangs), daß er von ihm durchformt wird. Was sich in der Konsumation Gottes in der Heiligsten Eucharistie, im durch ein Wunder in seiner Substanz umgewandelten Brotes, am großartigsten und vollkommensten ausdrückt. 

Die sinnliche Teilhabe an der Welt ist es also, die über Prägungsvorgänge jenen Boden, jenes Reservoir des Sprechens bildet, dessen sich im Wort, in der Sprache frei zu bedienen der Mensch als einziges Lebewesen fähig ist. Aus diesem Reservoir, das als fleischliche Formung Welt und präsent ist, schöpft der Mensch den Geist, der auf eine Weise in, immer aber hinter oder unter allen Dingen steht oder liegt. Somit ist das fleischliche Existieren dem geistigen Existieren auf eine Weise voraus. Es ist vom Menschsein nicht zu trennen. Auch wer nie gesprochen hätte, dem also nie etwas bewußt geworden wäre (wie in gewisser Weise bei manchen geistig Behinderten der Fall), der wäre und ist dennoch ganzer Mensch.

Zurück aber zu Sellner und seiner Klage, es wäre ein Skandal, wenn nun von einem "deutschen Volk" nur unter Anführungszeichen gesprochen würde. Diesem Herrn ist offenbar nicht klar, woher dieser Begriff überhaupt kommt. Er ist eine künstliche Schöpfung, die von Personen angestiftet (sozusagen) wurde, die selbst gar kein Volk mehr hatten. Deren Volksein also nur noch eine Idee gewesen war - und das sind die Preußen. Diese waren es auch, die sämtliche - und jetzt kommt's - DEUTSCHEN VÖLKER unter die Ägide EINES STAATES gestellt haben.

Weil diese Gründung in einer Idee aber nur denselben Personentypen zugängig (weil nützlich) war, den Entwurzelten, Volklosen, also den modernen Kapitalisten, um es simpel zu machen, weil es aber den eigentlichen deutschen Völkern (und deren gibt es viele, viele; von "deutsch" kann man sohin nur sprechen, weil diese Völker gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen, unter anderem den Kern der Sprache, die man als "germanisch" bezeichnen könnte) gar nicht verständlich war, was diese idealistischen Preußen (als jene, die diesen Gedanken einer alle Völker einbegreifenden Ordnungsidee hatten) da wollten, mußte auch dieses Deutschland, wie wir es grosso modo heute sehen, als REICH organisiert werden. 

Warum? Weil nicht die Staats-, sondern nur die Reichsidee in der Lage ist, die Organizität Volk-Staat zu integrieren. So, wie es im Jahre 800 durch Karl den Großen geschah, der wiederum das Römische Reich (das auf demselben Gedanken beruhte) wiederbelebte. Als alle Völker einende und befrieden sollende Idee. 
Was ein "deutsches Volk" also sein soll, das müßte Herr Sellner einmal erklären. Es einfach auf einen "Staat Deutschland" zu beziehen ist nicht nur zu einfach gemacht, sondern bräuchte die Aufklärung über den Hintergrund, der einer solchen Ideen-Grundlage innewohnt.

Morgen Teil 2) Das Handwerk der Selbstentfremdung 
als lügenhaftes Konzept der Identität



*300520*

Freitag, 17. April 2020

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus (4)

Sie finden hier eine Übertragung eines weiteren Artikels von Ianto Watt, der sich auf den Seiten von William M. Briggs ab 14. November 2019 findet (Teil 1 und Teil 2) und mit dessen freundlicher Genehmigung hier nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung steht. Auf vier Happen aufgeteilt, es wird täglich einen weiteren geben. Sein Inhalt scheint nur auf den ersten Blick sehr "amerikanisch". Das Schema, die historischen Bezüge und Muster, die man erkennt, die Archetypen, die Watt zeigt, finden sich aber in Europa und bei uns nicht weniger. Sie werfen ein weiteres erhellendes Schlaglicht auf das, was passiert. Und vor allem - wohin es gehen wird.

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus –
Gastbeitrag von Ianto Watt 


Erstmals veröffentlicht im Blog von 

William M. Briggs am 14. November 2019


4. und letzter Teil) Die große Partei
Wer sind diese Generäle? Es sind die verschiedenen militärischen, polizeilichen Elemente in diesem Vierfach-Szenario. Sie sind sämtlich in die verschiedensten religiösen Bürokratien verwoben, die oben beschrieben wurden, und zwar sowohl im Osten wie auch im Westen. Es gehört nicht viel dazu zu erkennen, wer die Generäle im Osten sind. Sie haben sich an Moskau geklammert, und sind ganz eng mit ihrem Bischof, also mit Kyrill, dem Kopf der Russischen (und Ukrainischen) Orthodoxen Kirchen. Sie haben alle dasselbe Ziel: Die Slawische Hegemonie. Und sie haben dieselbe Taktik. Sie denken wie Vlad. Sie denken also wie der KGB.

Am anderen Ende dieser politischen Achse sitzen die Jungs vom State Departement und deren Generäle. Sie sind alle tief verheiratet mit der Idee eines unendlichen Kriegs des Imperiums. Jenes Konzept also, das sie in totale Opposition zu Donald gebracht hat, der doch glatt versucht hat, uns (sic!) aus all solchen Verwicklungen herauszuschälen, und somit Amerika wieder in den Stand einer Nation zu bringen, anstatt in den eines weltbeherrschenden Imperium. 

Nun richten Sie einmal ihren Blick auf die verbotene religiöse Achse. Sehen sie diesen Burschen, den man Franziskus nennt? Betrachten Sie einmal, mit welchem Eifer er sich im Amazonasgebiet austobt, mit diesem Pachamama Idol, mit seinem Versuch, naturalistische Elemente in den übernatürlichen Korpus der Kirche einzugliedern. 

Schauen Sie einmal genau auf das Priestertum. Er hat längst begonnen, es zu verändern. Zeit, Frauen zuzulassen, oder? Und alle diese Hexenmeister auch gleich. Warum? Weil die Göttin Gaia es so verlangt. Na klar, Gaia ist dasselbe wie die Heilige Mutter Kirche. Wie können wir ihr nur den nötigen Respekt erweisen? Indem wir - going green! - "grün" werden, natürlich! Wir haben ja nur noch ein paar Jahre, nicht wahr? Nehmen Sie mich freilich nicht so ganz wörtlich. Aber immerhin sagen das auch sämtliche Medien, und der Deep State (der Tiefe Staat) sowieso. Also muß es auch so sein.

Franziskus hat die gleichen Generäle und Tief-Staatler, die ihn unterstützen, wie die politische Achse des Westens. Und ihre Vorgehensweisen ähneln sich auffallend. Haltet nur das Volk gespalten! Haltet es verwirrt! Vergewissert euch, daß alles übrige, das ihr jetzt sagt, dem widerspricht, was ihr gestern gesagt habt. Und sorgt peinlich genau dafür, daß das einzige klar erkennbare Thema, das übrig bleibt jenes ist, daß die Welt nur eine physisch-physikalische, innerweltliche Bedeutung und Sinn hat. Wir können das in zwei Worten zusammenfassen: Die Umwelt.

Das ist alles, was es gibt. Vergeßt also Himmel und Hölle. Außer für den Fall, daß ihr nicht Going Green unterstützt, denn dann werdet ihr auch in die Hölle geworfen, mit Sicherheit. Kein Wunder, daß der Westen in Unordnung und Verwirrung ist, religiös gesprochen. Das spiegelt nur unser politisches Durcheinander wider. Dieselben Generäle, dieselbe Agenda, dieselbe Taktik, dasselbe Ziel. Verbreitet man Verwirrung, erhält man eine erschöpfte Herde. Die entweder aufgibt, oder der Kirche davonläuft. Und das ist exakt das Ziel von Franziskus. Ein selbst herbeigeführtes Schisma. Das die, die noch am Glauben festhalten, dazu bringt, zu gehen.

Das ist die Umkehrung von Luthers Strategie. Er stimmte mit der Lehre nicht überein, und verließ die Kirche. Heute verlassen die die Kirche, die mit der Lehre der Kirche übereinstimmen. Das ist nahezu genial von Franziskus. Zwinge jeden, der mit Dir nicht übereinstimmt dazu, den Bus zu verlassen. Mache sie damit zu Schismatikern. 

Dasselbe also, was Bartholomäus im Osten macht. Große Geister denken ebenso. Sie könnten meinen, ich mache es mir zu einfach, aber Sie könnten damit falsch liegen. Es gibt generell nur zwei Seiten in einem Konflikt. Unabhängig von den verschiedenen lokalen Schattierungen in einem Streit, sind alle Beteiligten einer der beiden Seiten zugeneigt. Oft aber sieht man nicht alle Beteiligten. Und das ist der Fall, wenn man an die Generäle denkt, die Barti beraten. Ab diesem Zeitpunkt wird die Angelegenheit kompliziert.

Was meinen Sie, wer in den letzten Jahren zahlreiche Besuche in Konstantinopel absolviert hat? Schauen Sie mal. Hier, hier, hier, und hier. Nur um Ihnen einen kleinen, winzig kleinen Geschmack von dem zu geben, worüber die orthodoxe Welt immer berichtet hat. Wer hat die Griechisch-Orthodoxe Kirche in Athen besucht? Wer war am Berg Athos, dem geistigen Zentrum der Orthodoxie? Wer bei den Schismatikern in Mazedonien? Und wer Bartholomäus, viele viele Male während der vergangenen paar Jahre? 

Da wäre etwa Mike Pompeo zu nennen. Und zahlreiche andere hochrangige Funktionäre des State Department. Hier und hier, hier, und zur Bestätigung noch hier.

Betrachten wir den Zustand der politischen Angelegenheiten in der Welt - warum sollten diese Leute sich die Zeit nehmen, religiöse Würdenträger zu besuchen? Was ist da so bedeutend an ihnen, daß sie Höflichkeitstelephonate machen müssen, während sie mitten in einer der vielen Krisen stecken, die uns umgeben? Was kann es sein, daß sie Religion in der Außenpolitik so hoch einschätzen lassen könnte, was sehen sie darin? Ich finde das höchst seltsam. Wie viele Leute in den verschiedensten Abteilungen des Deep State (des Tiefen Staates) würden Sie schätzen, sind auch nur irgendwie religiös eingestellt? Natürlich auf andere Weise als in Wicca (Hexenmagie), natürlich. 

Das ergibt erst Sinn, wenn man begreift, da sie Religion als Vehikel dafür sehen, beim Kleinen Mann auf der ganzen Welt Anerkennung und Respekt zu ernten. In solch einem Fall hat es auch Sinn, dieses Vehikel mal zu versuchen und es für eigene Zwecke etwas zu entführen. Und das ist es genau, was diese Leute auch versuchen. Ja, für mich ist Pompeo Mitglied des Deep State, des Tiefen Staates.  Genauso wie Bolton. Und all die anderen Funktionäre der Bürokratie, die von diesen endlosen Kriegen abhängen, die ihre Positionen im Imperium gewährleisten und aufrecht halten. Es gibt keine politischen Differenzen zwischen Pompeo und Hillary. Beide gehören zur Kriegspartei.

Diese Kriegspartei und ihre Generäle möchten den Fußabdruck des imperialen Militärs aufrecht erhalten. Ihr Ziel ist sogar, diesen Fußabdruck weiter auszudehnen, nicht, ihn zusammen zu ziehen. Das ist der Grund, warum sie bei jeder diplomatischen Gelegenheit gegen Donald sind. Und die Bischöfe wollen dasselbe. Zumindest zwei von ihnen. Diese beiden zählen aber, es sind Franziskus und Bartholomäus. Sie versuchen ihr "spirituelles" Imperium zu erweitern, indem sie ihre Kräfte bündeln. 

Sie versuchen, die Kirche wieder zu vereinen, aber sie können das nicht, wenn sie das in ihren dogmatischen Positionen tun wollen. Das ist schon längst in Stein gemeißelt. Frag nach bei Kyrill. Also müssen Franziskus und Barti ihre Aufmerksamkeit auf anderes richten, um jeden Widerstand gegen eine Wiedervereinigung, die auf Falschheit beruht, zu überwinden. Also geht es hier um eine Wiedervereinigung, die auf Politik beruht, nicht auf Dogma.

Und hier ist sie, die Gretchenfrage, um die es aber geht. Wie bringt man den kleinen Mann dazu, sich bereitwillig in den Dienst am Imperium zu stellen? Man muß es so wie der Arianer Caesar und seine Arianischen Bischöfe (auf beiden Seiten) machen. Man muß auf der Trommel des Imperiums einen satten, nationalen Ton anschlagen. Die patriotischen Bürger, denen freilich der Kopf vom Trommeln etwas schwirrt, geben dann leichten Herzens in der Gewißheit ihr Leben, daß dieses ihr Opfer die Nation (und die Familie) in Sicherheit hält. 

Sicher wovor? Vor den Feinden Caesars, natürlich. Aber sind dessen Feinde wirklich unsere Feinde? Oder ist nicht Caesar der wirkliche Feind?

Untersuchen wir einmal das Herz des Glaubens ans Imperium näher. Gehen wir dazu nach Syrien, in jenes Land also, das den einzigen und sogar ziemlich wirkungsvollen Widerstand, und zwar aller Seiten (!), gegen Donald geliefert hat, als dieser (wie schon zahlreiche andere vor ihm) versuchte, diesen Vorhof zur Hölle zu verlassen. Plötzlich stießen beide Seiten der vorgeblichen politischen Streitparteien in ein und dasselbe Horn des Entsetzens, und maßregelten mit empörter Miene Donald dafür, wie er allen Ernstes glauben könne, daß es in unserem Interesse läge, diesen Mohammedanischen Saustall zu verlassen.

Beide politischen Seiten sind hier nun völlig einer Meinung. Mitch McConnel und Charles Schumer. Nancy Pelosi and Lindsey Graham. Max Boot and Karl Rove. Ich könnte das fortführen, aber warum sollte ich? Zeigt mir stattdessen, daß ich Unrecht habe! Zeigt mir, nachvollziehbar, warum unsere Nation auch nur irgendetwas von dem zu fürchten hätte, das sich in Syrien abspielt. Oder irgendwo anders in diesem gottverdammten Sand der mohammedanischen Wüsten. 

Was also sollen wir tun? Wie kommen wir aus diesem Saustall mit heiler Seele heraus? Wie können wir Donald so helfen, wie er versucht, uns zu helfen? Die Zeit läuft uns zwar davon, aber es gibt immer noch eine Chance das zu tun, was letztendlich alle Männer tun, um etwas zu beenden, und das ist, daß sie etwas demgegenüber änderten, das sie taten, als alles anfing. Weshalb sich immer Männer zu allen gefährlichen Zeiten der Geschichte in derselben Situation finden: Sie verändern etwas im letzten Akt, weil das Vorherige, das Bisherige nicht ausgereicht hat, das Übel zu besiegen.

Ich habe diesen Aufsatz mit dem Hinweis auf das begonnen, was Chlodwig getan hat, um den Sieg zu erringen. Ich werde ihn nun ebenso schließen, wieder mit einem Hinweis auf das, was er getan hat. Werte Bürger, hört mir also zu! Wenn Ihr eine wirkliche Nation wollt, für Euch und Eure Familie, dann solltet ihr Euch endlich in bessere Form bringen. Ihr werdet das brauchen, wenn ihr in die Schlachtreihen eintreten wollt, damit ihr allem, was die Imperatoren (und ihre Arianischen Bischöfe) auf Euch hetzen können, widerstehen könnt. 

Tut dann, was David und Joshua getan haben. Tut dann, was Konstantin und Patton getan haben. Bereitet Euch also auf eine Schlacht vor, denn es wird eine geben. Diesem Umstand werden wir nicht auskommen. Das Wichtigste dabei ist aber: Betet zu demselben Gott! Vereint Eure Gebete, und Ihr werdet von Ihm Kraft erhalten. Versammelt Euch, alle Ränge, vor diesem einen, einzigen Gott. Und laßt Euch von einem einzigen, treuen Bischof führen. Folgt Petrus, indem ihr die arianische Vorstellung von Gott und Mensch zurückweist. 

Steht alle zusammen auf den Schultern von Chlodwig. Doch steht auf Euren Knien! Dazu habt Ihr sie. Und das ist es, was Chlodwigs Männer taten. Beginnt also diese Eure Knie für das zu nutzen, wofür Gott sie geschaffen hat. Das ist die ultimative Kampfhaltung. Es gürtet Euch allem gegenüber, das kommen mag. Und es kann wahrhaftig Eure Feinde entwaffnen. Jeder echte Heide weiß das. Fragt nur Maximus, wie er überlebt hat.




Donnerstag, 16. April 2020

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus (3)

Sie finden hier eine Übertragung eines weiteren Artikels von Ianto Watt, der sich auf den Seiten von William M. Briggs ab 14. November 2019 findet (Teil 1 und Teil 2) und mit dessen freundlicher Genehmigung hier nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung steht. Auf vier Happen aufgeteilt, es wird täglich einem weiteren geben. Sein Inhalt scheint nur auf den ersten Blick sehr "amerikanisch". Das Schema, die historischen Bezüge und Muster, die man erkennt, die Archetypen, die Watt zeigt, finden sich aber in Europa und bei uns nicht weniger. Sie werfen ein weiteres erhellendes Schlaglicht auf das, was passiert. Und vor allem - wohin es gehen wird.


Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus –
Gastbeitrag von Ianto Watt
Erstmals veröffentlicht im Blog von 
William M. Briggs am 14. November 2019
Teil 3)


Wer sind diese unnennbaren Vehikel, die letztens erwähnt wurden? Wer sonst könnte noch denselben GPS Koordinaten folgen wie der Humvee und der Falkatus? Und warum scheint deren Potential für Zerstörung niemandem aufzufallen? Zuerst einmal: Weil niemand davon spricht. Weil sie eben nicht genannt werden dürfen. Es ist verboten, wie so viel eben im Leben in einem Imperium. Brechen wir aber dieses Tabu. Sprechen wir über das geistige Territorium, das Chlodwigs Männer angetrieben hat. Sprechen wir über Religion. Und sprechen wir dann über diese anderen Autos, und wer hinter deren Lenkrädern sitzt.

Das erste Auto auf dieser zweiten (und üblicherweise nicht gesehenen) Achse ist das ... Papa-mobil. Es wandert von West nach Ost, was eine völlig unnatürliche Richtung für das Heilige Rom ist. So wie der imperiale Humvee schlingert es auf der Fahrbahn hin und her. Nur findet dort kein Kampf um den Fahrersitz statt. Denn Franz (oder Franziskus) der Erste sitzt ganz alleine am Lenkrad. Und es sieht so aus, als würde er die Fahrt ziemlich genießen, selbst wenn sämtlichen Passagiere im rückwärtigen Teil des Wagens schon übel ist. Und zwar allen, egal ob Modernisten oder Traditionalisten. Jeder versucht die Bewegungen auszugleichen, ob das Auto nach links oder nach rechts schleudert. Je nachdem, und hin und zurück. Und wieder. Mittlerweile sprudelt der Fahrer ja sogar - wie er selbst zugibt - nur noch wirres, widersprüchliches und idiotisches Zeug aus sich heraus, und zwar eines nach dem anderen.

Was ist nun das andere Auto, das auf dieselbe Breitspurautobahn abzielt, nur aus der gegenteiligen Richtung? Das könnte der Cheka Sedan sein. Und er wird gelenkt von der Nemesis des Franziskus, dem Patriarchen Kyrill. Der Mann also, den Franz in Havanna vor ein paar Jahren zu bestechen versuchte. Ausgerechnet jenen Mann also, der keinerlei Anstalten macht, sich bestechen zu lassen, egal von wem. Franz bot ihm die Autokephalie an, aber Kyrill lehnte ab.

Und noch ein Auto fährt dieselbe Straße, wieder: Von Ost nach West. Dieser Fahrer ist der Cheka bereits voraus, aber er fährt einen Yugo, und es ist der

Patriarch of Constantinople. Nicht nur der Patriarch. Er ist sogar der Ökumenische Patriarch. Und dieses Wort Ökumenisch ist jenes machtvolle Wort, das Bartholomäus ermächtige, das Auto zu entführen, in dem er sitzt, das in der östlichen Orthodoxie aber außerhalb von Rußland (und der Ukraine) unterwegs ist.

Ehe Barti daherkam, gab es so etwas wie einen Östlichen Papst nicht. Es gab dieses Amt nicht. Denn nicht zuletzt ist der definierte Glaube der Östlichen Orthodoxie, daß es da kein Ding wie einen legitimen "Der Papst" nicht gibt, egal ob im Osten oder im Westen. Das, was ich hier Östlichen Papst nannte, wäre deshalb in den Ohren östlicher Orthodoxie weit aggressiver als das römische Konzept eines globalen Papstamtes. Bis in jüngste Zeit wären aber auch Gedanken wie ein Papstamt, das NICHT global orientiert ist, auf wenig Gegenliebe gestoßen. Jetzt aber ist alles, Ost- wie West-Papstamt, völlig aus dem Blick verschwunden. Nichts aus der Vergangenheit hat heute noch Gültigkeit. Und hier ist der Grund dafür.

Wir kennen die aktuelle Lateinische Situation. Der Blüte der lange sich bemühenden modernistischen Rose folgte ihr unmittelbares Verwelken. Im Westen ist die Zeit des Raskolnikow angebrochen. (Daß Sie, werter Leser, nun möglicherweise nicht wissen, was diese letzte Bemerkung bedeutet, sagt alles über den heutigen Zustand des (Un-)Glaubens in dem früheren Lateinischen Westen.

Die Welt des Ostens wurde erschüttert vom Anspruch des Bartholomäus, dem Patriarchen von Konstantinopel, daß er und nur er alleine die authentische Rolle eines Führers der Orthodoxen Welt inne habe. Eben "Ökumenische" Führerschaft. Er meint, daß ihm die anderen orthodoxen Kirchen rundum zu gehorchen hätten. Was nichts anderes bedeutet als "Papst des Ostens", was sonst, auch wenn es dafür keinen offiziellen Titel gibt.

Dabei gibt Bartholomäus vor, und zwar in jeder Hinsicht, daß sein Ziel eine Wiedervereinigung der Kirchen, und zwar Ost und West, ist. Um das zu erreichen, muß er zuerst einmal mit dem Papst im Westen übereinstimmen. Nur ist das Problem, daß diese Wiedervereinigung nur politischer, nicht spiritueller Natur wäre.

Diese Situation wirkt leicht betäubend auf die Vernunft, und zwar in mehrerlei Hinsicht. Zuerst einmal weil die Bedeutung des Papstamtes auf der Idee beruht, daß es nur ein Haupt der Kirche geben könne. Wenn Franz dem Konzept zustimmt, daß es so etwas wie einen östlichen Papst gibt, würde er im Endeffekt zugeben, daß seine eigene Rolle sich auch auf etwas Geringeres reduziert, nämlich auf die eines West-Papstes.

Umgekehrt hat Bartholomäus, wenn er nun sagt, daß es so etwas wie einen Ost-Papst gibt, den Glauben der östlichen Orthodoxie ins Herz getroffen und in Frage gestellt. Er würde die autonome (und autokephale) Natur der vierzehn "lokalen" Kirchen der orthodoxen Welt verleugnen. Bartholomäus gleicht damit Lincoln bei seinem Versuch, die Union zu bewahren. Außer, daß es da nie eine Einheit im Osten gegeben hat.

Die Idee einer sämtliche lokale Kirchen übergreifenden Einheit ist Anathema. Jede lokale Kirche ist niemandem außerhalb ihrem eigenen kanonischen Territorium verantwortlich. Und damit auch nicht gegenüber dem Papst, wie es ihn gibt. Diese Unabhängigkeit war die wahre Basis der Östlichen Orthodoxie, wie sie sich seit der Zeit des Photius gebildet und von der normalen Orthodoxie unterschieden hat. Und die das ist, was im Osten als Katholizismus bekannt war, ehe das große Schisma im Jahre 1054 formell stattfand.

Mit einem Mal aber versucht Konstantinopel, über Bartholomäus, der erste und nachdrücklichste Vertreter dieses schismatischen Ideals einer kirchlichen Autonomie/Autokephalie, eine romaneske Version des Papstamtes den übrigen dreizehn lokalen Kirchen des Ostens aufzudrücken. Das ist, um das Mindeste zu sagen, die empörendste und ungewöhnlichste Sache, die einem östlichen Ohr jemals zu Gehör gekommen ist.

Und es wird deshalb auch nicht besonders gut aufgenommen. Was einige Dinge in diesem ganzen Szenario erklärt. Wie erklärt man das Konzept eines östlichen Papstes den "ökumenischen Brüdern" in der östlichen Welt? Ganz einfach. Man stehle sein Auto und erzähle ihm dann, daß es ja ohnehin Dir gehört hat. Deshalb bist Du ja sowieso sein Papa, sein Papst. Er hätte nichts, gar nichts, wenn es nicht ohnehin für Dich gewesen wäre, nicht wahr? Also schluckt den Braten, Kinder.

Wir sind doch keine Geschwister ohne einen wirklichen Vater, oder? Wir sind immerhin eine Familie, das wird doch niemand bestreiten, und Barti ist ihre lange abwesende Vaterfigur, die sich jetzt aber geoffenbart hat. Wenn ihr dreizehn kleine Kinder das nicht mögt, dann wird Barti eben einige andere Waisen adoptieren und ihnen den Rest Eurer Sachen geben.

Im Wesentlichen ist es das, was im Osten durchgesickert war, als Barti begonnen hatte, alle die uralten "Bestätigungen" der Autonomie und Autokephalie neu zu interpretieren. Vergessen wir einmal, daß die meisten dieser dreizehn anderen, seit der Zeit des Photius bestehenden Lokalkirchen, Konstantinopel gegenüber nun genau das gemacht haben, was Photius Rom angetan hatte. Was auf nichts anderes hinauskommt als daß man das Auto des Alten Mannes gekapert hat (man hat die Besitztümer des Patriarchen, die sich in den Lokalkirchen befanden, an sich gerissen) und lauf weg von Zuhause.

Wie auch immer, es bleibt die Frage, wer nun noch im Yugo von Bartholomäus sitzt? Der eine ist Epiphany Dumenko, der Metropolitan der falschen Orthodoxen Ukrainischen Kirche (OUK). Der andere ist Hieronimus II., der Erzbischof von Athen und Primas der Griechisch-Orthodoxen Kirche.

Im Kurzen die Geschichte. Bartholomäus, der Erste unter Gleichen (Primus inter Pares) in der Orthodoxie, erweiterte seine Macht indem er den Titel des Ersten ohne Gleiche für sich in Anspruch nahm. Er vollzog das, indem er einseitig die Gründung einer neuen Kirche in der Ukraine anerkannte, die aus zwei schismatischen Kirchen bestand, die sich schon vor Jahren von der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche abgespalten hatten. Diese Ukrainisch-Orthodoxe Kirche ist es aber, die von den übrigen dreizehn lokalen Kirchen der östlichen Orthodoxie anerkannt wurde. Und zwar auch von Bartholomäus in Konstantinopel.

Das ist, als würde McDonalds neben dem bestehenden Franchise-Vertrag nun noch einen neuen Franchise-Vertrag einführen. Die neue Kirche (die Orthodoxe Kirche der Ukraine, OCU/OKU) erhebt nun Anspruch auf sämtliches Eigentum und Mitarbeiter (Gemeindemitglieder) der originalen Franchisenehmer, der Ukrainisch Orthodoxen Kirche (UOC/UOK).

Sehen Sie nun ein, werter Leser, warum alle die übrigen lokalen Kirchen über einen Papst Bartholomäus etwas nervös werden? Was geschieht, wenn sie ihm widersprechen? Er könnte einigen anderen Willigen einen neuen Franchise-Vertrag direkt neben dem eigenen gewähren, und dann heilige Eide schwören, daß den Neuen sämtliches Eigentum zustünde. Nun, was meinen Sie, werter Leser, wer diesen unglaublichen Betrug gekündigt hat? Die Unierten!

Das Eigentum, das Bartholomäus zu stehlen versucht hat (die UOC/UOK) ist zur Gänze der Russisch-Orthodoxen-Kirche (ROC/ROK) unterstellt. Die die größte der Einzelkirchen der östlichen Orthodoxie ist. Dieser 800-Pfund-Gorilla im selben Zimmer mit dreizehn lokalen Schimpansen der östlichen Orthodoxie. Jener Gorilla, der über vierhundert und mehr Jahre alle lokalen Kirchen finanziell unterstützt hatte, als sie unter Joch und Daumen des Sultans gekommen waren.

Barti und seine Quatschpuppe Dumenko versuchten sogar, eine von Kyrills Sommerresidenzen in der Ukraine zu rauben. Das hat Kyrill so richtig wütend gemacht. Und auch Vlad, wen sonst. Besonders seit Vlads Pläne sämtlich aufgegangen sind, und er auch alles sonst noch tut, um die Ukraine wieder in den russischen Orbit einzugliedern.

Beginnt nun die Sache endlich begreifbarer zu werden?

Wobei jetzt erst der wichtigste Punkt kommt: Die ROC/ROK ist fundamentalstes Element in der Unterstützung der Legitimitätsfrage von Vladimir Putin in Rußland. Was glauben Sie wem Vlad, der Fürst von Moskau, glaubt, wenn Kyrill seine Beschwerden vorbringt, und beklagt, daß hier ein versuchter Raub von Kircheneigentum im Schwange ist? Denn wenn Kyrills Ukrainische Kirchenprovinz in Richtung Westen umfällt könnte es glatt sein, daß Vlad niemals bekommt, was er so gerne möchte.

Verstehen Sie jetzt aber auch, was die Kriegs-Partei der Westlichen plant - das mit der Aufteilung des Heiligen durch das Profane beginnt? Wenn gelingt, was sie vorhaben, wird alles profan. Denn jeder von denen, die involviert sind und die ich bei diesem heraufziehenden Terroristen-Geschehen erwähnt habe, ist böse. Außer Donald. Er ist nur ein Heide der hofft, diese Aufteilung abwickeln zu können, ehe alle die übrigen Wagen eintreffen.

Machen wir aber vorerst einmal für eine Sekunde Zwischenstop, und erinnern wir uns, worüber ich im Ersten Teil gesprochen habe. Wer waren also die Bösen in diesem Spiel? Richtig, die Arianer. Und zwar sowohl die arianischen Bischöfe wie auch deren Generäle. Wissen Sie aber was? Die sind zurückgekehrt. Zombies sterben nämlich nie.


Morgen Teil 4)


 

Mittwoch, 15. April 2020

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus (2)

Sie finden hier eine Übertragung eines weiteren Artikels von Ianto Watt, der sich auf den Seiten von William M. Briggs ab 14. November 2019 findet (Teil 1 und Teil 2) und mit dessen freundlicher Genehmigung hier nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung steht. Auf vier Happen aufgeteilt, es wird täglich einen weiteren geben. Sein Inhalt scheint nur auf den ersten Blick sehr "amerikanisch". Das Schema, die historischen Bezüge und Muster, die man erkennt, die Archetypen, die Watt zeigt, finden sich aber in Europa und bei uns nicht weniger. Sie werfen ein weiteres erhellendes Schlaglicht auf das, was passiert. Und vor allem - wohin es gehen wird.

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus –
Gastbeitrag von Ianto Watt 

Erstmals veröffentlicht im Blog von 


Teil 2)


Chlodwig ist das Vorbild? Wir wollen es hoffen. Denn der hat gewonnen. Und wie hat er das geschafft? Zuerst einmal hat er sich mit dem geeinigt, was die allgemeinen Überzeugungen seiner Truppen waren, und die hat er gegen die Überzeugungen seiner Feinde gestellt. In diesem Fall gegen den Tiefen Staat des römischen Imperiums. Und dann hat er seine Truppen nach jedem Sieg vergrößert, indem er die Soldaten von seinen Feinden eingeladen hat, auf seiner Seite zu kämpfen.

Aber nur die Soldaten. NICHT IHRE ANFÜHRER.


Chlodwig war ein Auxiliar General (Hilfsgeneral für Legionäre; Anm.) in den römischen Legionen im späten 5. Jahrhundert. Das war ungefähr zu der Zeit, als die zentrale Macht Roms unter den Attacken meiner Cousins, der Barbaren, bereits ziemlich erschüttert war. Dabei war Chlodwig ja auch selbst ein Barbar, so wie die meisten seiner Männer. Das ist auch die grundsätzliche Definition von Auxiliartruppen, Hilfstruppen: Barbaren im Sold von Rom. Sie waren alles was in den Provinzen noch übrigblieb, als die italienischen Legionen bereits mehr und mehr gegen ihre Hauptstädte Rom und Konstantinopel zurückgedrängt waren. Aber die Soldzahlungen erfolgten bereits schleppend. Und das ließ manchen die Nerven durchgehen.

Das bedeutete, daß Chlodwig das war, was man heute "warlord" nennt, Bandenchef sozusagen, und es lag rein bei ihm, ob er es vermochte - oder nicht - mit seinem französischen Durcheinander zurechtzukommen, der zurückblieb, nachdem die patrizische Oberschichte die Szene bereits fluchtartig verlassen hatte. (Auf diesem Bild sieht man, wie so etwas bei einem gegenwärtigen Imperium aussieht.) Das war auch bei den angrenzenden Gebieten dasselbe, sie waren alle in derselben Situation, hatten alle dieselben Hilfstruppen, und waren alle von einem Barbaren-General angeführt, der vor demselben Problem stand wir Chlodwig.

Der bedeutende Unterschied war, daß alle diese Generäle der umgebenden Gebiete sich selbst als zivilisierte Römer sahen. Waren sie nicht alle zu der offiziellen römischen Staatsreligion konvertiert, dem Katholizismus? Hm, ja und nein. Wobei eher nein als ja. Klar, sie waren konvertiert. Aber nicht zum wahren Katholizismus. Stattdessen hatten sie sich für eine der ersten Aufblühungen des Protestantismus entschieden, die man damals Arianismus nannte.
Das ist jene Häresie, die da sagt, daß Jesus nicht seit aller Ewigkeit bestand. Seinen gottgleichen Status hatte er dann eher während seines vorbildlichen und außergewöhnlichen menschlichen Lebens erhalten. Und wenn ER das konnte, warum sollten sie das nicht auch können? War es nicht eine Tatsache, daß sie diesen Punkt sogar ebenfalls schon erreicht hatten? Waren diese Generale nicht schon genau so außergewöhnlich? Sie dachten mit Sicherheit so von sich.

So nebenbei ließ das die Lage so aussehen, daß sie mit dem erst kürzlich christianisierten Imperator - es hatte ja erst mit Konstantin begonnen - ebenbürtig waren. Das war politisch doch auch äußerst passend. Was für ein schönes Possenspiel!

Alle Generäle waren also Arianer. Außer einem: Clovis, der Heide, war der einzige, der kein Arianer war. Wobei die meisten seiner Soldaten keine Heiden mehr waren. Aber auch keine Arianer. Sie waren vielmehr Katholiken. Männer von der Straße, kleine Leute. Kleine Katholiken. Männer, die sich rund um einen einzigen spirituellen Führer auf Erden versammelt hatten. Und obwohl die Kirche mit dieser Arianischen Häresie fast gänzlich schon ruiniert worden war, sogar noch nach dem Konzil von Nicäa im Jahre 325, hatte diese Infektion den überwiegenden Teil der Bevölkerung NICHT angestellt. Nein: Es war der Großteil der Bischöfe, die vom rechten Glauben abgefallen waren, weil die arianischen Generäle ihren Willen durchgesetzt, die Bischöfe also nachgegeben hatten. In den Augen der Generäle war das das Ticket zur Legitimität. Denn wenn die Bischöfe sagten, sie waren von Gott gesegnet, warum sollte man daran zweifeln? Kein Bischof verweigerte den häretischen Generälen in jenen Tagen die Kommunion. Oder tat das einem seiner abgefallenen Brüder im Amt gegenüber.

Klingt das alles nicht irgendwie bekannt?

Als Chlodwig gegen diese benachbarten Generäle in den Krieg zog, waren seine Truppen nicht nur durch patriotische Gefühle (für ihre unmittelbare Heimat) mit Energie aufgeladen, sondern, was noch wichtiger war, durch eine gemeinsame Überzeugung. Eine Überzeugung, die ihnen als Menschen eine Würde gab, wie sie all den Heiden oder Arianern fehlte. Wen kümmerte es da, daß Chlodwig ein Heide war, solange er höchst wirkungsvoll gegen den römischen Tiefen Staat (solchen wie ihn Bischöfe oder Generäle darstellten) kämpfte?

Die Mehrheit der heutigen Kirchenhierarchie ist Teil des imperialen Tiefen Staates. Man schaue sich nur ihre Einkommenssteuererklärung an. Raten Sie mal, wer dafür bezahlt wird, staatliche "Nächstenliebe" zu betreiben.
 
Noch weitere Ähnlichkeiten gefällig? Dann erinnere man sich doch einmal an die Vorwahlsaison der Republikaner im Jahre 2016, als Donald mit siebzehn arianischen RINOs aufkreuzte. Romans In Name Only. Römer dem Namen nach. Sie alle waren vorgeblich Christen, aber alle waren von den originären (und immer noch gültigen) Dogmen der Kirche meilenweit entfernt. Dabei kritisiere ich Protestantismus hier natürlich nur wegen des mangelnden Zusammenhalts. Denn mit anderen Worten heißt das: Man kann nicht geeint zusammenarbeiten, wenn man nicht geeint IST.

Und das ist die Achillesferse unserer Nation. Dieser leuchtenden Stadt auf dem Berg. Wir können dem Imperium nicht widerstehen, weil wir ständig untereinander über Glaubenssätze streiten. Das bedeutet nicht weniger als daß wir unfähig sind, in einer geeinten Strategie vorzugehen, da brauchen wir von Taktik noch gar nicht reden. Schauen wir den Tatsachen doch in die Augen. War in diesem Aufgebot der siebzehn RINOs auch nur ein aktiver, praktizierender Katholik? Irgendeiner, der aktuell und aggressiv die katholische Orthodoxie verteidigte? Nein, mein Freund, der einzige, der uns unter diesen verwirrenden Umständen einen könnte wäre ein heidnischer Barbar. Mit flammendem Haar. Und einem katholischen Eheweib. Das ihn dann (und vielleicht tut sie es jetzt schon) wenn sich die Gelegenheit bietet zum Glauben bekehrt. So wie es Clothilde bei ihrem Chlodwig machte.

Bürger, stelle Dir einmal diese Frage: Wer, außer Donald, ist ernsthafter gegen den arianischen Irrsinn unserer Zeit aufgestanden? Wer ist in der Verteidigung Amerikas als Nation, der Amerikaner als Volk, aggressiver vorgegangen? Und dasselbe bei der Christenheit, in der Front der Abtreibungsgegner?

Nein, das nicht, vergleiche, werter Leser, ihn nicht mit einem Heiligen (und weise ihn dann wegen seiner offensichtlichen Schwächen zurück). Vergleiche ihn besser mit dem, was Du ohne ihn bekommen würdest. Denn was wäre das? Ein arianischer Herrscher. Im Arianismus geht es um "Weiterentwicklung", und wir wissen, wohin das führt. Schaue einer nur auf unseren letzten (neuen) Transgender-Kongressabgeordneten. Und mit jedem aus der Schar der Demokraten. Und - man muß die Wahrheit beim Namen nennen - bei dieser ganzen Höllenbrut von RINOs.

Chlodwig mag gegen seine römischen Generalskollegen gekämpft haben, aber nicht, weil sie Römer waren. Er hat gegen sie gekämpft, weil sie Arianer waren. Arrogante, imperiale Arianer. Männer, die von sich behaupteten, sie wären römisch, die aber nicht den Funken von Verpflichtung dem ursprünglichen Konzept der römischen Republik gegenüber fühlten, ehe sie das Geschlecht wechselte und sich zum Imperium wandelte. Wirkliche Männer fallen nie in diese "Entwicklungs- und Veränderungs"-Falle. Sie wissen, wer sie sind. Sie wissen, wer Gott ist. Und sie verwechseln diese beiden nicht.

Bedeutet das irgendetwas für Sie? Wissen Sie, worum es da wirklich geht? Glauben Sie, daß Gott und Caesar Freunde sind?

Nein, mein Freund. Chlodwigs Kampf drehte sich in allem darum, sich von einem Imperium zu befreien, das den Menschen auf die gleiche Stufe stellte wie Gott. Drehte sich darum, wieder einen Staat zu etablieren, in dem die Menschen ihre Treue zum wahren Gott über den König stellten. Drehte sich darum einen Anführer zu haben, der mit diesem Ideal übereinstimmte. Und das war das original römische Ideal.

Das ist der Grund, warum so viele der Armeen, die Chlodwig schlug, freiwillig in seine Armee eintraten, um sich dort dann für die nächste Schlacht gegen den nächsten arianischen General vorzubereiten. Letztendlich könnte man sogar sagen, daß Karl der Große auf den Schultern von Chlodwig stand. Jedenfalls wäre es klug von uns, diese Tatsache zu verstehen und so richtig einmal durchzuventilieren.

Fast niemand im Herzland Amerikas versteht, daß vor uns eine Kreuzung liegt. Alle glauben, daß es nur um ein Kopf-an-Kopf-Spiel im Politzirkus geht. Sie können sich nicht einmal vorstellen, daß da noch zwei (oder mehr) andere Fahrzeuge mit exakt denselben Absichten auf dieselbe Kreuzung zurasen, die aber im 90-Grad-Winkel darauf zufahren.

Amerikanische Nationalisten haben die letzten hundert Jahre (und länger) damit verbracht, das Imperiale Soma (siehe: Aldous Huxley, "Brave New World"; Anm.) zu sich zu nehmen, das da behauptet, daß Arianismus unsere wahre Religion ist. Man buchstabiert ihn nur wie "Amerikanismus". Und es steht auch direkt vor Ihnen: Arianismus. Genauso wie in Amerikanischer Exzeptionalismus. Oder, wie wir es heute sowieso schon nennen: Demokratie. Unsere wahre Religion des Neo-Konservativismus.

Dieses selbe politische System besteht sogar darauf, daß unsere originale Religion (die protestantische Christenheit) dieser alles übertrumpfenden Wahrheit untergeordnet ist, daß alles Heil von der Politik kommt. Und zwar von der Partei. Und von welcher Partei? Suchen Sie sich eine aus, sie sind alle gleich. Sie müssen nur hier unterschreiben, und das dann allen erzählen.

Unser Glaube ist schlicht und ergreifend von der Erastianistischen Richtung eines falschen Patriotismus in die Irre geführt. In dieser Version des "Patriotismus" wird die Nation über Gott gestellt. Während wir nach außen hin stolz erzählen, daß wir "eine Nation unter Gott" sind. Ist Ihnen jemals aufgefallen, daß der einzige Ort, wo es Gott gestattet ist, im Imperium aufzutreten, die Dollar-Note ist? Was uns so nebenbei einiges darüber erzählt, wen oder was wir wirklich anbeten, ob wir das begreifen oder nicht.
Und während wir klammheimlich darauf vergessen, daß unsere Nation als Republik verfaßt ist, und NICHT als Demokratie. Demokratie (also diese Form des Arianismus, wo alle Menschen Gott sind, oder dieser werden können) ist nämlich die Straße in den Ruin, wie schon der olle Aristoteles gesagt hat. Sie führt direkt zur Tyrannei.

Wenn wir auf dieser abschüssigen Straße bleiben, ist Tyrannei also unser letzter Zwischenstop. Denn es könnte sein, daß wir sobald wir dort ankommen, einen Zwischenstop erfahren. Ein kluger Mann würde das sogar in seine Berechnungen einplanen.


Morgen Teil 3)