![]() |
| Aufnahme Blut |
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Dieses Blog durchsuchen
Sonntag, 6. November 2022
Seinsintegraton durch Adaption an den eigenen Sinn
Sonntag, 25. September 2022
Selbst-Denken muß man lernen (2)
Samstag, 24. September 2022
Selbst-Denken muß man lernen (1)
Freitag, 22. Juli 2022
Ist die ungelöste Verwirrung lösbar? (2)
Donnerstag, 21. Juli 2022
Ist die ungelöste Verwirrung lösbar? (1)
Mittwoch, 30. März 2022
Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (2)
Dienstag, 29. März 2022
Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (1)
Mittwoch, 17. März 2021
Politiker als Kriegshäuptlinge (3)
Teil 3) Zusammenfassend läßt sich somit sagen: Es zeigt einen strukturellen Fehler, daß der Stimme des Normalen die Macht fehlt. Dabei gäbe es sie. Dabei suchen die Kriegshäuptlinge sie selbst. Aber sie suchen sie am falschen Ort. Aber mehr noch: Sie können sie gar nicht finden.
Normale Regierung darf nur eines wollen, und sie muß es unbedingt: Normalität. Die Un-Normalität muß deshalb das Geschäft eines Kriegshäuptlings sein, sonst kann das Vertrauen nie bestehen und bestehen bleiben. Erledigt die normale Regierung auch dieses Geschäft gibt es keine Begrenzung - sie vollzieht immer alles, auch den Krieg, und tut es zeitlich undefiniert.
Weil es somit kein Maß mehr gibt, auf das wir, das Volk, vertrauen kann, gehen wir davon aus, daß diese Notbeschränkung, die uns unser Leben raubt, auch wieder einmal endet, bleibt nur eine Konsequenz. (Und darin täuschen sich die Politiker fundamental. Gleichzeitig läßt sich darin die zumindest unbewußte Neigung der gegenwärtigen Herrschaft erkennen, diese Corona-Pandemie so lange wie möglich, am besten auf immer auszudehnen.)
Jede Normalisierung, die wirklich eine solche ist wird mit der völligen Auswechselung der Politikerkaste begleitet sein müssen. Sonst wird sie nicht mehr normal sein können. Aber das muß sie sein, sonst werden wir unser blaues Wunder erleben. Weil die chronischen, also gewissermaßen unbewußten Kräfte in den Bevölkerungen auf Umsturz ausgerichtet sein werden. Diese Kräfte drängen, und werden sich, wenn sie nicht zur Bindung in eine normale, natürliche Kultur finden, sich sonst irgendwie äußern. Und das würde katastrophisch, unmenschlich und barabarisch sein.
Das Normale braucht jene Macht, das Ab-Normale zu beginnen ebenso wie es zu beenden. Es braucht also auch jetzt eine Stimme von außen, die mächtige Stimme des Normalen, die den Kriegshäuptlingen ihr Schwert aus der Hand nimmt. Notfalls mit Gewalt.****
*Thomas von Aquin sagt richtig "Agere sequitur esse." Aber er meint damit gar nicht so sehr (oder: nur), daß "das Handeln dem Sein folgt" und deshalb das Sein sich aus dem Handeln erschließt, sondern aus seinem Wissen um das Weltgefüge als Erkenntnisdynamik folgt, daß nur im Handeln der Mensch ISSET, weil er nur im Aktiven am Sein teilhaben kann. Und das Seiende ist nur Sein, weil es am absoluten Sein teilhat - im Akt. Was sich nicht bewegt, könnte man vereinfacht sagen, ist nicht. Es ist eben tot, und damit ist es nicht.
**Der Staatsrechtler und -philosoph Carl Schmitt hat es herausgearbeitet: Die wirkliche Macht in einem Staat zeigt sich im Notstand, nicht im normalen Leben.
***Umgekehrt "gibt" es diese Stimme des Normalen als Bedürfen der Kriegshäuptlinge. Weil diesen aber jede Entscheidung obliegt (wann das Normale aufhört, wann es wieder zu beginnen hat) sucht sie dieses begrenzende Maß in "Experten", in "Wissenschaft". Was eine völlige Verkennung dessen bedeutet, was Wissenschaft ist und leisten kann.
****Wie sehr strukturell eine ausreichend machtvolle Stimme des Normalen fehlt, zeigen die Proteste und Aufmärsche. Die an sich sinnlos sind, und diese Stimme nie sein können. Aber damit sind die Proteste als Verzweiflungsakte erkennbar. Auch auf die Gefahr hin, daß der Leser sich gelangweilt fühlt, aber diese Stimme war in früheren Zeiten die der Priester, die der Kirche (mit ihrer anderen Seite, prinzipiell gemeint: Dem König.) Sie zu entmächtigen war also der schwerste strukturelle Fehler, weil es keine Hand mehr gibt, die den Kriegern die Schwerter aus der Hand nimmt.
Konkret zeigt sich in dieser Notzeit, daß die zwei machtbegrenzenden Einrichtungen unserer Verfaßtheit nicht funktionieren: Die zweite Kammer, und die Einrichtung des Bundespräsidenten. Unsere Verfassungen sind ja so konstruiert, daß sie die Ausgewogenheit der Monarchie (wir sprechen hier nicht vom Absolutismus, der - grotesk und vielsagend genug! - zu allererst einem Wunsch der Völker (nach machtvoller Zentralmacht der Ordnung) entsprungen ist bzw. entgegenkam.
Sie versuchen, diese monarchische, im Absoluten (Gott, Religion, Kirche) verankerten Strukturen (in der also die Normalität, die Moral der politischen Macht übergeordnet ist) durch "demokratische" Einrichtungen zu ersetzen. Und sie tun es, indem sie die innere, kulturelle (und immer in der Religion verankerte wie dort quellende) Kraft der Völker durch technische Einrichtungen ersetzen wollen.
Aber wie wenig das funktioniert, hat sich nun zum nächsten Mal gezeigt, hat sich (die Linie der unbegrenzten Macht der Kriegshäuptlinge könnte man noch viel weiter ausziehen) nach 1870/71 (diesem Rausch der Kriegshäuptlinge stand keine begrenzende Macht entgegen) und nach 1933 im nächsten Notfall erwiesen, der ein Regieren nach Notverordnungen und dem daraus folgenden Umbau des Normalen "erfordert": In der Corona-Krise.
Dienstag, 16. März 2021
Politiker als Kriegshäuptlinge (2)
Teil 2) Man erwürgt Kriegshäuptlinge, wenn man Frieden will.
Damit würden wir nicht mehr und nicht weniger tun als das nachvollziehen, was in früheren Zeiten tatsächlich anders war (weil der Monarch vom Kriegsherren unterschieden war), und in ethnologischen Gegebenheiten bei allen Völkern und zu allen Zeiten anders war. Wir brauchen eine strukturelle Teilung in Kriegs- und Friedensregentschaft.
Denn der Charakter einer Regierung im Krieg ist nicht graduell, er ist substantiell von der im Frieden unterschieden. Und darf deshalb nicht in einer Hand liegen. Ein Kriegshäuptling ist deshalb bei den Ngungdu in Zaire wie bei den Cheyenne in Ohio nicht auch ein Friedenshäuptling. Man kann Identitäten nicht wechseln wie Schuhe, je nach Wetter.
Und von der Situation des Staates her befinden wir uns in einer Kriegssituation. Das bedeutet, daß sich die Regierungen in ihrem Vorgehen nach Notstandsverordnung als Führer im Krieg deklariert haben. Bei welchem das Gebot des nackten Überlebens über alles gestellt wird und jedes normale Leben sistiert. Auch hier ist ja das Leben eines Volkes nicht graduell anders, sondern es ist substantiell anders. Und darf deshalb nur eine gewisse Zeit dauern, sonst stirbt das Volk!
Das ist nicht nur vielen Menschen bereits bewußt, sondern führt bereits zu aktiver Rebellion.
Warum aber fehlt den Regierenden offensichtlich die Empathie mit dieser Situation, in die sie das Volk gestürzt haben - indem sie das Volk töten wollen, um es zu retten?
Immer waren deshalb Kriegshäuptlinge personal von den Häuptlingen, den Königen unterschieden. Aber es waren nicht sie, die das Ende dieser Notsituation bestimmt haben. Es war die Diplomatie, die ihnen die Vollmacht wieder entzogen hat. Und gar nicht selten wurden die Kriegshäuptlinge sogar nach Beendigung des Krieges umgebracht weil in Normal- und Friedenszeiten zurecht als Gefahr eingeschätzt.
In deklarierten Notzeiten wie diesen ist nicht nur das Leben des Volkes, sondern auch das normale Handwerk des Regierens sistiert, ausgesetzt. In Zeiten wie diesen, in denen das Handeln der Politik nichts mit dem normalen Leben zu tun hat und bei weitem übersteigt, und zwar nicht einfach graduell, sondern kategorial, wird die blanke Macht der Regierenden so deutlich wie noch nie. Denn sie wird hier zur blanken Gewalt. So nimmt die Identität der Herrschaft den Charakter der für den Kriegsfall ausgerichteten Herrschaft an, und jeder, der an diesem Spezialhandwerk teilhat, wird in dieser Identität so real und gefestigt wie sonst nie. Er kann schließlich nur das.
Nie mehr kann es unter ihm deshalb ein normales Zueinander von Volk und Herrschaft geben, weil die einmal gefühlte Gewalt der Notherrschaft jede Friedensharmonie übertönt und erdrückt. Und ein selbstverständliches Zueinander von Kopf und Leib, wie es in Normalzeiten der Fall sein muß, will sich ein Volk in Freiheit und Lebensfreude entfalten, unmöglich macht.
In der gegenwärtigen Lage wird aber auch der Politiker, der eigentlich für Normalzeiten gewählt und gedacht war, im wahrsten Sinn zur privilegierten und aus der Not der Bevölkerung ausgenommenen Kaste. Und zwar so sehr wie noch nie. Denn ihm bleibt etwas, das er dem einfachen Mann per Federstrich entzieht: Leben.***
Dieses Leben aber entzieht man dem Volk. Und man tut es ohne jene innere Sicherheit der Wahrnehmung, die sich am Leben selbst orientiert. Wenn sich aber Regieren nicht daran ausrichtet und von diesem Rhythmus und Herzschlag ein eigenes Handeln bestimmen läßt, wird die Politik in jedem Fall (!) zur Schreckensherrschaft.
Morgen Teil 3) Zusammenfassend läßt sich somit sagen: Es zeigt einen strukturellen Fehler, daß der Stimme des Normalen die Macht fehlt. Dabei gäbe es sie. Die Kriegshäuptlinge suchen sie selbst. Aber sie suchen sie am falschen Ort. Mehr noch: Sie können sie gar nicht finden.
Montag, 15. März 2021
Politiker als Kriegshäuptlinge (1)
Die Politik tut gerne so als wäre sie im selben Ausmaß von den Not- und Ausnahmeverordnungen betroffen, die sie, die derzeit zu Kriegshäuptlingen werden, über die Bevölkerung verhängen. Aber das ist natürlich nicht im Entferntesten so. Weil sie kategorial (!) von dem, was sie den Menschen zumuten und das aus der Natur der Sache so gegen das Wesen des Menschseins geht, ausgespart bleiben.
Die Rede ist vom kollektiven Berufsverbot, das sich hinter Begriffen wie "Lockdown" oder "Maßnahmen" verbirgt. Die nicht einfach "Berufsverbot" bedeutet (mit dem Wissen, daß praktisch das gesamte Leben der Menschen an der Ausübung eines Berufes als Selbstvollzug hängt), sondern "Identitätsverzicht", also "Seinsverzicht". Und das heißt: Tod.
Was in dieser Weise auch jene sogar betrifft, die doch noch ihr Handwerk ausüben können, wie Apotheker oder Lebensmittelhändler. Auch diesen fehlt das vollumfängliche Fluidum des Normalen, und ihr Tun wird auf bloßes Geldeinwechseln reduziert. So, wie auch die Existenz der Bevölkerung auf solches Geldgeschäft reduziert wird.
Wenn aber die Psychologieambulanzen voll sind, so ist das nur die Spitze des Eisbergs. Und kann die Dimension dessen, was wirklich mit den Menschen passiert, nicht einmal ansatzweise deutlich machen. Weil die gegenwärtige sogenannte "wissenschaftliche" oder "Schul-"Psychologie vom Wesen des Menschen viel zu wenig Ahnung hat, und deshalb seelischen Deformationen und Beschädigungen mit ihrem Begriffsinventar gar nicht erfassen kann, ja mit ihren "Heilverfahren" sogar weitgehend den Schaden noch vergrößert, statt ihn zu verringern.
Und der Schaden, der uns, dem Volk, zugemutet wird, geht mittlerweile schon ins Mark der Überlebenskraft. Er ist bereits unermeßlich groß, und entspricht einer offenen Versklavung. Deren Wesen nicht Peitsche und Arbeit ist, sondern SOZIALER TOT als Reduktion auf ein menschliches Miteinander, das nicht mehr dem Wesen des Menschseins entspricht. Er ist politisch verursacht, und damit so schweres politisches Unrecht, daß es zunehmend "himmelschreiend" genannt werden muß. Weshalb eine schwere Reaktion, die sich gegen die Übeltäter richtet, nur eine Frage der Zeit ist.
Warum aber erkennt die Politik - und sie ist der Übeltäter - das nicht? Weil selbstverständlich den Regierenden diese Lebens- und Erlebensdimension fehlt. Sie wird auch dadurch nicht nachvollzogen, daß Politiker - sagen wir - das eine oder andere Lebens- und Kultur-(als Sozial-)reduktionsgebot MITvollziehen, das sie dem Volk auferlegen.
Denn ihr grundsätzlicher Lebensvollzug, also ihr Selbstsein in ihrer Identität (und darum geht es im Wesentlichen, das ist es, was den Menschen am tiefsten berührt und zu zerstören vermag) bleibt in jedem Fall unberührt. Weil (was auch immer sie sagen) eben diese ihre Identität unberührt bleibt. Die ein actu ist, die im Aktiven besteht und deshalb das Aktive, den vollen Vollzug braucht.*
Freiheit, die in Wahrheit eben solcher Selbstvollzug einer Identität ist bzw. zu einer solchen führt (weshalb nur im Aktiven der Mensch überhaupt IST), ist kein dingliches Etwas. Und das heißt im Vollziehen ihres Berufs. Im Gegenteil, noch nie wurde ihr Beruf so "erfüllend" wie in diesen Zeiten. Schon deshalb werden sie von sich aus kein wirkliches, völliges Ende der Beschränkungen, einen wirklichen Übergang zur Normalität (der natürlich weit mehr ist als ein "vor" der Corona-Zeit, denn wir sind nicht mehr dieselben wir vor einem Jahr), die die Möglichkeit zur Freiheit des Volkes bedeutet, herbeiführen und wollen.
DIESE Politiker (und wir kommen weiter unten noch auf den Hintersinn des "DIESE" an diesem Ort der Ausführungen) werden in irgendeiner Form einen Rest an Corona-Regime beibehalten, ja sie werden es sogar strukturell verankern, weil sie damit sich selbst verankern, und weil sie NUR so sich selbst verankern, also als Kaste, als soziale Gruppe in der heutigen Zusammensetzung bleiben können.
Hier zeigt sich das Fatale daran, daß in unseren Staatsordnungen Kriegs- und Friedenshäuptling in einer Person zusammenfallen. Worin sich eine eklatante Schwäche der Praxis unserer Rechtsordnung zeigt. Die strukturell nicht auffängt, was durch personale Qualität nicht erfüllt wird: Das Regime von Kriegshäuptlingen wird in unseren Ländern nicht begrenzt!
Denn in den Verfassungen unserer Länder - in der österreichischen ist es sogar ganz deutlich - hat zwar der Bundespräsident die Kriegsvollmacht. Während die demokratisch gewählten Volksvertreter ausdrücklich nur das Friedensgeschäft in ihren Händen haben. Das heißt, daß auch der Bundespräsident - und nur er! - jene Notverordnungen erlassen müßte (und nur er dürfen dürfte) mit denen wir in jene Abschneidung von dem, was wir erst Leben nennen dürfen (denn das bloße Existieren, um das es im Krieg geht, entspricht diesem Kriterium nicht, und jeder weiß das auch), die uns längst bis ins Mark trifft. Aber die Praxis zeigt, daß diese strukturell angedachte, berücksichtigte Realität nicht zum Tragen kommt. Die Bundespräsidenten unserer Länder sind, um es zu extrapolieren, zu wenig KÖNIGE. Und Könige sind immer Repräsentanten, Stellvertreter des Volkes (und NICHT Regenten, NICHT die, die das praktische Handwerk der Politik ausüben.)
Aber warum erkennen die Herren Kurz und Anschober, die Damen mit Bart Merkel und Spahn denn so gar nicht von sich aus, warum "hören sie nicht auf" mit dem, was sie uns, dem Volk, antun?
Weil ihnen gar nie klar sein KANN, was sie tun. Und deshalb ist es so gravierend, daß es nichts gibt, das sie strukturell beschneiden könnte bzw. nichts gibt, das sie in der Praxis beschneidet.
Vielmehr erleben wir eine Orgie maßloser Regierungsgewalt, die sich somit aus einem strukturellen Fehler ergibt. Sodaß wir, wenn wir jemals wieder auf die Füße kommen sollten (und daran darf man bereits Zweifel haben), unbedingt lernen sollten, daß eine der Konsequenzen aus Corona sein muß, daß wir auch unsere Staaten umbauen.
Und die Macht der Legislative noch einmal teilen. Weil die übrigen Säulen der Staatsgewalt, Judikative und Exekutive, die Macht der Legislative genau dann nicht ausreichend zu beschränken vermag, wenn sich das Gesicht der Macht am deutlichsten zeigt: In Notfällen, im Notstand.**
Morgen Teil 2) Man erwürgt Kriegshäuptlinge, wenn man Frieden will.
Dienstag, 11. August 2020
Über den Umgang mit Aphorismen (2)
Schriftlichung ist als Ensemblierung von Bildern, deren Inhalt "im Unsichtbaren Dahinter" steckt, die Aneinanderreihung von Repräsentanzen von wirklichen Dingen, deren Abstraktionsgrad nur dem zugängig ist, der die Entschlüsselungsmaschine für Symbole bei sich hat und bedienen kann.
Freedom of mind is absolutely necessary for perfection in virtue, for, when it is taken away, men easily become "partakers of other men's sins", either by evident consent, or by flattering praise, or at least by pretended approval. (St. Thomas Aquinas)
(Übertragung:) Freiheit des Geistes ist für die Vollkommenheit in der Tugend absolut notwendig, denn wenn sie fehlt, werden die Menschen leicht zu "Teilhabern an den Sünden anderer Menschen", entweder durch offensichtliche Zustimmung oder durch schmeichelhaftes Lob oder zumindest durch vorgetäuschte Zustimmung.
This is how journalists go bad.
(Übertragung) Genau das ist der Grund, warum Journalisten heute immer schlechter werden.
Ahnen? Ja, ahnen. Weil Ahnen die letzte uns erreichbare Möglichkeit und Fähigkeit ist, in der wir uns Gott, der Wahrheit selbst, nähern können. Denn die Natur dieses Mediums ist uns nicht in Besitz gegeben. (Auch wenn wir in den letzten Jahrzehnten in der Illusion gewogen wurden, sie wäre uns verfügbar, unseren eigenen Händen, unserem eigenen Wollen übergeben weil "gleich".)
An ihr wirklich teilhaftig zu werden, selbst Medium der Wahrheit zu werden sohin, ist aber nur noch als Gabe Gottes denkbar, weil geschenkhafter Teil der wirklichen Wirklichkeit. Achten wir nur darauf, daß wir nicht als Twitter-Bildschirm durch die Welt laufen. Denn dann wird sie nie Platz nehmen, und Sitz und Thron der Wahrheit selbst sein.
Sodaß wir der Aussage von Briggs eine sorgenvolle Konnotation beifügen müssen. Ob nämlich nicht der Verfall des Journalismus eine Folge der Prägung der Menschen DURCH die konkrete Gestalt der Medien sind, in denen sie in die Welt gebären. Denn es ist das Format, das den Inhalt eigentlich formiert weil den Rang der Botschaft vorgibt. Dem dann jede Interpretation auf genau jener Stufe folgt, auf der sie serviert wird.
Sodaß wir uns ernsthaft Sorgen machen müssen, wohin Briggs selbst eines Tages gewandert sein wird. Der solche Botschaften wie oben per Twitter verbreitet.
Montag, 10. August 2020
Über den Umgang mit Aphorismen (1)
Aber ist das so? Ist das Destillat noch das Ding? Oder ist dafür nicht jenes Häkelgarn notwendig, das nicht nur die Feststoffe der Wirklichkeit bedeuten, sondern dessen Geschmack, Farbe, Ton - und damit jene sinnlichen Eigentümlichkeiten, die keine (sozusagen) Einschränkung auf "das Ding" bedeuten, sondern das Ding gar nicht anders konstituiert sein lassen als auch MITSAMT seinen Einbindungen, samt seinen Eigenschaften im Ausdruck und das heißt in der Realisierung einer Beziehung?
Ist also zum Beispiel ein Mensch "an sich" denkbar, der nicht inmitten aller seiner Beziehungen, vergangen oder gegenwärtig, steht und stand und stehen wird? Ja, letzteres vor allem wird ja meist vergessen: Der Mensch (und jedes Ding) ist in seiner Gegenwart vor allem - vor allem! - auf das Zukünftige ausgerichtet. Jenes Morgen, auf das hin zu spannen eigentlich erst Leben bedeutet. Als Widerständigkeit, durchaus als Widerständigkeit gegen das Heute. Das, wenn es ihm fehlt, seinen mehr oder weniger baldigen Tod bedeuten würde.
Um nicht zuletzt eines zu vergessen: Den Übermittler des Gesagten, Ausgedrückten, das materielle Medium selbst. Das Handy, den Bildschirm. Auch wenn wir das meist vergessen, weil es nämlich zu selbstverständlich ist (sic!), ist dieses "harte" Medium selbst Teil der Botschaft. Die zu senden ein Fehler ist, ohne daß dabei bedacht wird, in welcher Gestalt es beim Empfänger ankommen wird.
Somit stoßen wir auf einen fundamentalen Widerspruch dabei, über Twitter Aphorismen senden zu wollen. Denn das harte, konkrete Medium der Übermittlung ist ein Medium der Flüchtigkeit, der kurzfristigen Vergänglichkeit. Noch mehr, es ist ein Medium, in dem die Botschaften und "Inhalte" (also der übermittelte Text, das gesandte Bild oder das "shared" Filmchen) in die totale Verfügungsgewalt des Empfängers gestellt werden.
Durch die mit dem Medium verbundene Aufforderung, es zu manipulieren, also "irgendetwas damit zu machen". Und das heißt, daß der Empfänger in einem Zusammenhang steht, in dem er sich als Herr über das Empfangene weiß.
Und das widerspricht dem Wesen des Aphorismischen. Das durch seine Abstrahierung als Erfassen der wirklichen Wirklichkeit von sehr weit den ersten Grundzügen der Welt entsprechenden Wahrheit der Wirklichkeit des Ewigen, Unvergänglichen und Bleibenden nahekommt.
Aphorismen über Twitter zu versenden entspricht somit dem Ausliefern von Perlen an die Schweine. Nicht, weil die Empfänger Schweine sind, sondern weil es durch die Art der Übermittlung an ein zum Schweinefutter an sich wird. Das auch in diesem Rang und Stand beim Empfänger ankommt.* Damit beschädigt der Sender von Aphorismen den Rang der Ewigkeit selbst. Und reduziert die Weisheit und Wahrheit selbst zu dem eines Schweinefutters.
Wollen wir es deshalb als Notgriff sehen, als letzte Möglichkeit, überhaupt noch zu kommunizieren. Inmitten einer Sozietät, in der jeder Einzelne bereits dermaßen isoliert und vereinzelt steht, ohne verbindliche Verknüpfung zu Nächsten, daß er nur noch über eine Ebene erreichbar wird, in der es von ihm selbst abhängt, ob das, was ihm in der Welt begegnet, tiefen oder hohen Rang besitzt.
Also überlege der Sender von Twitter-Nachrichten gut, an wen er seine Botschaften richtet. Um nicht der Wahrheit ins Gesicht zu schlagen, weil der Empfänger zu dieser gerechten, also gemäßen Zuteilung gar nicht in der Lage ist. Denn sogar im haptischen, also "normalen" Leben, mit physischen Kontakten, mit "langsamer" und sinnlich umfassender Welt, ist uns bekannt, daß ein Gesagtes vom Gegenüber nicht begriffen wird, und somit die Kommunikation mißlungen weil sie von Un- und Mißverstehen geprägt ist.
Twitter macht das faktisch unmöglich, weil der Empfänger meist nicht eingegrenzt - also gar nicht "adressiert" - ist. Der Twitternde baut somit Schuld auf. Nämlich die Schuld des Risikos der Beschmutzung der Wahrheit selbst - dieses Risiko einzugehen ist selbst bereits Schuld - gegenüber.
Die wir zu hüten haben wie unseren kostbarsten Augapfel. Nicht nur in unserem Bemühen, sie zu finden, sondern auch in der Art, wie wir sie wie eine stachelige, kostbare Frucht in unseren Händen halten, und dann in die Welt stellen.
Das war ja das Problem zum Zeitpunkt der Etablierung der Schrift, das aus den Bildsymbolen her, die zusammengestellt wurden (wie in einem Bild, einem gemalten Bild!), und die selbst Nachahmungen (aus der Bewegung der realen Dinge somit stammend) von "natürlichen" Gegenständen waren.
Die immer Symbol eines Wirklichen sind, also eine weit umfänglichere, unsichtbare Welt in deren wirklicher Wirklichkeit darstellen. Das also, was Dinge sind, ist nicht sichtbar, aber zugleich das dieses Ding konstituierende Geistige, also wichtiger weil wesentlicher. Somit der Rhythmus, in dem die Schöpfung schwingt, die auf dem Rücken des Wortes reitet, das da Gott war und ist.
Als wir begannen, dieses Wort auf einen Träger zu bannen - Papyrus, oder unter ungeheuren Mühen fein- und dünngeschabte Tierhäute - war das nur denkbar, wenn wir es zu einer kostbaren Gestalt formiert haben. Durch begleitende Malereien, durch Initialen, in denen die Botschaft selbst bereits enthalten war, die der weitere Text nur insofern ausgedeutet hat, als er bewußt Bezug auf die Erinnerung nahm, um so dem Gesagten sein Medium gar nie streitig zu machen: Den Geist, als den Geist der Erinnerung, als den Geist der Begegnung mit dem Unsichtbaren, der Wahrheit, dem Geiste selbst.
Wie soll das aber bei Medien möglich sein, deren Gestalt an sich auf Flüchtigkeit und Vorläufigkeit weil jederzeitige Bereitschaft, ja Aufforderung, sie zu manipulieren (also zu "gestalten"), ausgelegt ist?
Morgen Teil 2) Ein zweiter Teil,
um das Gesagte zu verlangsamen,
und damit dem Inhalt auf andere Art gemäßer zu werden
So nebenbei: Das ist der tiefe und so schöne Sinn der Verwendung von bunten Fensterfüllungen (mehr oder weniger "Glas") in gotischen Kirchen. Denn das erst noch ungeformte Irdische (die materia prima, die noch unbestimmte Materie, die unsichtbar ist) als Medium des Geistes - die unsichtbare Struktur des unseren Augen unzugänglichen, also ungeformten Dinges ist für die Brechung des Lichts entscheidend - macht die Schöpfung (= das Licht!) zu einem sinnlich erfahrbaren Ding. Dinge sind erst durch Farbe (aus dem Brechen des Sonnenlichts) erkennbar. Das ist kein Ausflug ins hier Unwesentliche. Der Sinn dieser Ergänzung wird im nächsten Teil erkennbar: Die Struktur des Irdischen entscheidet, was in ihm sichtbar wird ...
Mittwoch, 21. März 2018
Das Fordern von Hausverstand
Sonntag, 31. Dezember 2017
Auch die Rechte hat keine Männer
Also verweigern Sie sogar in Punkten Widerspruch, die nicht einen Moment Zurückweichen für einen Rechten oder einen Konservativen bedeuten dürfen. Dürfen! Wie dem der Abtreibung. Was für ein jämmerliches Bild, Herr Sellner, in diesem Moment des Interviews!
Deshalb haben Sie Angst, man merkt es in diesem Interview in jedem Moment. Und schleichen wie ein fußwunder Nasenbär um die - wartende, ja bittende! - Beute herum, die Sie nie als Beute anzusprechen wagen. Weil es am entscheidenden Schritt, am Mut zum Mann, und das heißt: am Mut zum Absoluten, einfach fehlt. Und deshalb glaubt der VdZ nicht an die Identitäre Bewegung als maßgebliche Kraft. Wenn sie mehr in den Medien auftauchen wird, zukünftig, dann ist das nur Erweis, daß sie die Zeit eben NICHT an ihren Eiern zu fassen kriegt. Sondern ihr hinterher kriecht, dieses nur besser verschleiert als die Linke.
Hegels "Ich möchte in einer Situation trotz aller Widersprüche geliebt werden, also relativiere ich die Widersprüche, lasse sie in jedem Fall gut ausgehen!" reicht nicht für die Welt, das sei klar gesagt. Vielmehr beginnt das Mannsein dort, wo man sagt: Nun werde ich nicht mehr geliebt. Weil Mannsein heißt, ja erst dort beginnt, wo man das weiß: sich der absoluten Wahrheit verpflichtet zu wissen.
Freitag, 10. März 2017
Warum nur Dicke gut denken
Sonntag, 18. September 2016
Lernen der eigenen Natur zu folgen
Es ist die eigene Grenze, die das je individuelle Gesetz der Vollkommenheit sein muß weil nur sein kann. Die moderne Rede von der Willkür als Freiheit ist ein Verfehlen des Wirklichen. Es ist dabei eines der schlimmen, folgenreichen Übel der Gegenwart, Tatsachen auf Meinungen zu reduzieren. Aber nur an der Grenze BEGINNT alles sein Wesen. Was grenzenlos ist, was sich begrifflich nicht klar definiert und definieren will, bekommt sein Wesen nie zu fassen.
Wer glaubt, "alles" aus sich machen zu können, wie es heute fast schon allgemein (und mit dem verfehlten Auffassen von Talent und Begabung verhangen) ist, verfehlt nicht nur sich, er mündet höchstwahrscheinlich sogar in einem generellem Versagen.
Erst im Annehmen einer Gabe, die ich empfangen habe, kann ich (sie) geben. Wir verdanken unser Dasein nicht unserer Fähigkeit, unserer Tüchtigkeit - wir verdanken es als Gegebenheit, als unverdientes Geschenk, dem wir mit den heutigen Verblödungsgedanken von "Gerechtigkeit" nicht näher kommen.
Es ist wie bei einer Marionette - sie ist von oben gehalten. Und doch muß sie von unten stehen. Wollten aber ihre Füße willkürlich gehen, würden sie dem Gegebenen zuwiderlaufen, sie würde in Widerspruch mit ihren Gaben stehen. Man kann mit den eigenen Füßen den Charismen sogar nicht nur zuwider- und davon laufen, man kann sie zerstören: Wenn man mit dem Ort, an dem man steht, nicht zufrieden ist, sondern aus dem Charisma ein Anrecht auf "Ort" ableitet und eigen-willkürlich anstrebt. Begabung macht sehr leicht überheblich.
Umgekehrt braucht gerade großes Charisma oft große, ja größte charakterliche Zucht, um diese Gabe überhaupt halten zu können. Der VdZ hat wieder und wieder darzulegen versucht: Wir haben ganz sicher das Gegenmittel gegen alle Übel mitten unter uns. Als Gaben. Aber wir sind in kollektiver Verblödung versunken - und das ist einer kollektiven Charakterverbildung zuzuschreiben. Und nach wie vor wird aus Talent, Charisma, Begabung ("Gabe") Anspruch abgeleitet, statt Charakterbildung als das einzige und ausschlaggebende Kriterium zu begreifen, ohne die jede Gabe zum abgewrackten Dreck buchstäblich versinkt. Entweder wird nämlich heute "Persönlichkeitsbildung" als "Machbares" pervertiert und genau dadurch verhindert, oder Talent als einziges Kriterium gesehen, das Verwahrlosung weil verweigerte Charakterbildung rechtfertigt. Die Scheinpädagogik der Kinder-Vergöttlichung, in die ganze Generationen bereits getaucht wurden, ist dabei kaum genug in seiner Verderblichkeit zu nennen. Die genau das nicht mehr kennt: Daß Charisma, Begabung zuerst und vor allem Charakter braucht. Sonst ist sie nicht nur wertlos, sondern sogar verderblich. Denn Begabung kann auch zerstören, ja sie zerstört, wenn sie nicht ausreichend durch Charakter gefaßt wird. Aber davon haben seit Jahrzehnten nicht einmal mehr Lehrer überhaupt auch nur eine Ahnung.
Gerade das "zu früh ankommen wollen" ist dabei eines der heutigen Problemthemen. Denn die Methodik, die an allen Ecken und Enden wartet, zielt genau darauf ab. Aber sie zerstört sogar das Mögliche. Und das ist was an dieser Stelle so oft schon dargelegt wurde: Die heutige "Förderungspraxis" vernichtet sogar, was an Charismen gegeben wäre, weil sie das Charisma (das Talent, die Begabung) für sich stellt und nutzbar machen will.
Aber Charisma braucht einen ganz konkreten und historischen, deshalb ortsgebundenen Formungsweg, um jenen Charakter zu zeitigen, der auch ein Charisma überhaupt erst leuchten, wirksam werden lassen kann. Der wirkliche Ort eines Menschen ist Gabe, ist ungeschuldet, ist nur zu erhoffen wie dankbar anzunehmen. Die Grundhaltung, die es als Charakter also zu lernen gilt, ist zu lernen, das Gegebene anzunehmen und darin dankbar zu halten.
Der Kraft und Strenge von oben - dem, was sich im Charisma ergießen möchte - muß sich Kraft und Strenge von unten entgegenstellen. Zärtlichkeit reicht nicht nur nicht, sondern zerstört dieses Treffen. Es braucht Männlichkeit.
Sonntag, 31. Juli 2016
Alles ist nur, weil es korrespondiert
Antwort aber kann nur etwas geben, sagt Thomas v. Aquin (s.th. bzw. d.v.), wenn es zuvor verschieden war, also ein "Proprium" - etwas Eigenes - hatte. Nur dann kann es sich angleichen. Im letzten ist dieses Verschiedene nur dem Menschen möglich, weil er im (freien) Urteil auch DAGEGEN urteilen kann. Dinge, Tiere, Pflanzen können sich nicht DAGEGEN entscheiden, ihre Aktivität ist ausschließlich erleidend, sie sind nicht frei. Dinge, Pflanzen, Tiere sind als Entitäten (Seiende), die ihr Seiendsein erleiden, die gewissermaßen "an sich selbst leiden", und NUR insofern können sie sein. Der Mensch kann auch nicht-sein (im Irrtum) oder nicht-sein-wollen (in der bösen Tat).
Der Mensch kann und muß (!) sich zum Licht verhalten, er kann gar nicht ohne Antwort bleiben. Sodaß es (immer) an ihm liegt, die Welt ins Sein und sogar in die Ohnendlichkeit zu führen (in Anähnlichung, NICHT aus eigener originärer Schaffenskraft!) - oder nicht. Und er kann es tun durch Suchen der Wahrheit, die also als dynamischer (personaler) Prozeß, als Aktivität verstanden werden muß. Sie IST nicht einfach eine "gedankliche Richtigkeit", auch wenn sie damit zu tun hat, sich darin ausdrückt.***
Zugleich wird deutlich, daß die Freiheitserfahrung wie -realisierung direkt an eine personale Begegnung mit der Welt (und deren Sein als gespiegeltes, schattenhaftes, unverfügbares Sein in ihr) gekoppelt ist.
***Vielleicht kann man es so ausdrücken: Es GIBT zwar (potentiell) "richtiges Denken", aber das gibt es nur in personaler Teiladäquation an eine Teilwahrheit. Für eine Gesamtwahrheit, die alle Dinge in rechte Ordnung stellen kann (wozu ein unendlicher Intellekt nötig wäre; wer Wahrheit "denken" will, rational denken will, wird auf Unendlichkeit bzw. Unerschöpflichkeit und Ungenügendheit stoßen; hier wäre nur noch die Poesie, die Kunst als Darstellungsmedium möglich), reicht es nicht aus. "Richtiges Denken" versagt also unmittelbar an ihren Rändern - in den Bezügen und Beziehungen der Dinge. Deshalb ist die Frage nach dem "richtigen Denken" (in der Wahrheit bzw. mit diesem Anspruch) eine ganz konkrete, je individuelle Frage der Gestaltung der Beziehung eines Menschen zu Gott (denn AUS dieser Beziehung austreten kann er sowieso nicht.) Aus diesem Grund findet sich in der Art, wie jemand denkt, was er spricht, sagt, welche "Richtigkeiten" in seinem Denken zu finden sind und wie er damit umgeht, auch ganz konkret eine Art lexikalischer Niederschrift und Matrix seiner Verhältnisgestaltung zu Gott und über sich selbst.
Samstag, 2. April 2016
Prinzipielle Gewißheiten sind intuitiv
Weil aber die Weise des Menschseins (im Dasein in der Welt) die der Persönlichkeit ist, setzt dort die sittliche Forderung an: In der Persönlichkeitswerdung, die als Persönlichkeit-sein ein immer aktualer Prozeß (der Beziehungsgestaltung) ist, und in der daraus konstituierten Art der Persönlichkeit (dem Charakter) steckt auch das Prinzip der Fähigkeit zu wahrhaftigem, also wirklichkeitsgerechtem Denken. Das sich in seiner wesensnotwendigen Verflochtenheit mit Welt und umgebenden Menschen zur Kultur verbindet. Die als Geflecht von Beziehungen diese Beziehungen zu dauerhafter, institutionalisierter Form - in Sitte, Brauch, Riten, etc. - bringt bzw. gebracht hat.
Deshalb ist auch klar, daß das Wesentliche des Abendlandes das Christentum war - als kulturprägende, ja -schaffende Macht. Kein Zuwanderer anderen Glaubens kann deshalb einfach über Imitation von Bräuchen oder über Erlernen der Bedienung von Technik wirklich "integriert" werden. Das wäre erst bei Taufe möglich, könnte erst dort beginnen.
Eine Erneuerung des Abendlandes aus dem Heidentum bzw. von nichtchristlichen Religionen zu erwarten ist deshalb eine contradictio in adjectio - ein fataler Trugschluß. Nur aus dem Christentum kann sich das Abendland überhaupt erneuern und reformieren. Alles andere wäre eine Neugründung einer weltimmanenten Kultur, und im übrigen Zynismus den Zuwanderern gegenüber. Denen vorgegaukelt wird, sie könnten an dieser Kultur teilhaben ohne Christen zu werden. Sie werden mit Notwendigkeit scheitern, weil ihnen diese Kultur nur über technisch-methodische Imitation in ihren Rändern alleine "zugängig" sein wird.
Freitag, 20. März 2015
Denken nach Art der Vernunft
*Wovon ja die Wettervorhersage lebt. Es wäre so nebenher interessant zu prüfen, wieweit die jahrhundertealten Bauernregeln außer Kraft sind; was vielleicht, wenn schon, ein Indiz für Änderungen wäre. Die wenigen Regeln, die der VdZ kennt, stimmen aber nach wie vor.
Dienstag, 17. März 2015
Wo der Mensch irren kann
Mit der Voraussetzung, daß die allgemeinsten Vernunftprinzipien allen Menschen gleich evident sind: Daß eines nicht ein anderes sein sein, daß ein Prädikat deckungsgleich mit dem Subjetk ist, etc. etc., läßt sich kulturelle Einheit aufbauen.
