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Sonntag, 6. November 2022

Seinsintegraton durch Adaption an den eigenen Sinn

Aufnahme Blut
Die unter dem Link auf Twitter erreibhare Aufnahme fasziniert. Sie zeigt weiße Blutkörperchen auf der Jagd nach (fremden) Bakterien, die sie dann in sich aufnehmen (fressen)


Die Welt ist ein Zueiinander von "Speise", die eins dem anderen gibt. Und insofern ein Erkennen, das aufs Universale zustrebt, das erst im Meschen seine volle Umfänglichkeit und Potenz entfaltet, Gott auch in (geistigen) Dimensionen, die der übrigen Natur nicht zur Verfügung stehen, ähnlich zu werden. 

Sonntag, 25. September 2022

Selbst-Denken muß man lernen (2)

Denken muß man lernen. Das Lernen braucht einen Lehrer - Diesen Umgang mit dem Denken aber "hat" man nicht einfach. Das hieße ja, daß man selbst bereits "vollkommen heilig" wäre - und das ist außer bei Maria, der Mutter Jesu, und Jesus selbst garantiert nicht der Fall. Es muß vielmehr gelernt werden! 

Die ersten Lehrer sind gewiß die nach Wahrheit strebenden Eltern, aber darüber hiansu gibt es dann mehr und mehr Personen, die dem Heranwachsenden über '"Sympathie" (die u. a. eine gewisse Wesensverwandtschaft, eine wechselseitiges Wohlwollen als Wollen des Gutes des anderen zeigt) die aber keineswegs einfach "gefühlig" sein muß; auch der geachtete andere wird zum Lehrer, auch wenn ich den nciht unbedingt mit liebenen Gefühlen überschütte)  

Aber man muß dieses Denken lernen, darum geht es. Und diese Erkenntnis findet sich heute auf das Allermerkwürdigste vergessen oder sogar verweigert. Nachgerade zum Gegenteil gilt es als Wert und Errungenschaft, "unabhängig" denken gelernt zu haben, und unabhängig, also autonom zu denken. Das Ergebnis ist ein Desaster der Haltlosigkeiten.

Samstag, 24. September 2022

Selbst-Denken muß man lernen (1)

Seit Jahren widmet Wiliam M. Briggs die sonntägliche Kolumne der "Summa contra gentiles" von Thomas von Aquin. Dabei bringt er einfach jedesmal ein Kapitel, und geht so an der hand von Thomas die Denklandschaft unserer Zeit durch. Denn wer da glaubt, wir lebten in originellen Zeiten, der irrt gewaltig. Zeiten wie die unsere, die sich nicht mehr denken können, die die Welt nicht mehr dneken klnnen, sind vielmehr zum Epigonentum gezwungen. Das heißt, daß sie einfach alte, teils uralte Irrtümer wieder aufgreifen, und an deren Irrwegen selbst in dei Irre gehen. 

Was Thomas vor 750 Jahren geleistet hat is tnichts anders, als sich mit den Denklandschaften seiner Zeit auseianerzusetzen. So hat er die gesamte öffentliche Meinung und das, was auch in den Wissenschaften (soweit sie sich bereits artikuliert haben) und Philosophien gedacht worden ist, nach strenger Denksystematik analysiert - und richtiggestellt.

Freitag, 22. Juli 2022

Ist die ungelöste Verwirrung lösbar? (2)

Tatsächlich ist dies eine biologistische Sichtweise, also eine Sichtweise, die dem faktischen Seienden Seinsbildende Kraft zuspricht. Wo also das Sein tatsächlich dem Handlen folgt - und nicht umgekehrt. Wo die Geschichte er Welt somit nicht in der göttlichen (geistigen) Vorstehung gründet, sondern sich zufällig so entwickelt, "wie sie eben wurde." 

Tatsächlich ist das nicht der Fall. Geschichte is tin jedem Fall eine Auseinadnersetzung zwischen dem götltichen urbild, und dem menschlichen Abweichen davon. Nie aber kann sie sich von den echten, den ontologischen Konflikten und Bedingungen lösen. 

Damti auch nicht beim Menschen nchträglich oder historisch "entstehen" ob er Mann oder Frau ist. Er ist es APRIORI, und jedes Denken, das NCIHT davon ausgeht (sich allerhöchstens müht, aufgrund der biologisch nicht ganz einfach zu entschlüsselnden Faktzuität eines sagen wir Babys)  irrti schwer in sich. Weil es seine iegenen Denkgrundlagen angreift und zersetzt. 

Donnerstag, 21. Juli 2022

Ist die ungelöste Verwirrung lösbar? (1)

Das Fundamentalste ist das am schwersten Differenhzierbare, und deshalb am schwersten dem Bewußtsein vorstellbar. Dazu gehört nicht nur die Beziehung des Menchen z Gott, sei "vor Gott stehen" als "vor dem Sein selbst" stehen, von dem man einerseits stammt, und anderseits immer abhängt (weil Sein für alles Geschaffene nur ein Teilhaben am Sein ist, das heißt, verloren weil "abgelöst" werden kann) sondern auch fundamentale menschliche Tatschen. Dazu gehört z. B. das, as wir mit "wissen" bezeichnen. 

Wenn wir "wissen", wissen wir einfach, ohne weiter zu "wissen", warum wir etwas "wissen". Dazu gehört auch das Geglaubt, das für wahr Gehaltene, das dem Menschen gar nicht in vollem Umfang vor Augen kommen kann, wiel das Schauen selbst bereits auf diesem Geglaubten, für wahr Gehaltenen, aufsitzt. Dazu gehört sogar die Identität, auf die nur rückgeschlossen werden kann, weil das Ich indem es sich selbst betrachtet (in der Reflexion) nur auf der Grundlage dieses Ich (also mmitsamt allen "Festheiten", allen 2Gewißheiten" auf sich selbst schauen kann.

Mittwoch, 30. März 2022

Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (2)

Versuch, mit Legobausteinen den Stephansdom zu beschreiben. Person heißt Individualität, aber Individualität wird erst mit der Zeugung, als erster Schritt zum Weltsein. Oh glücklicher Orgasmus du  - Einer Seele, einer Personsform also (und Person heißt schon an sich, daß es sich um Individuen handelt, und nur Individuen können auch Gott ebenbildlich sein, weil Gott die Individualität SELBST ist) die in dem Moment zur Welt gerufen wird, wo ein Mann und eine Frau sich im Akt der hingebenden Liebe begegnen. 

Wobei dieser Beseelungsmoment als KURZ VOR dessen leiblicher Erfüllung stehend gesehen werden muß. Wo sich also Adam einen unendlich kleinen Augenblick vor dem Samenerguß befindet. Der ja von der Hingabe abhängt. (Wir verweisen hier nur andeutend auf die Probleme, die fehlende Hingabe für die Erektionsfähigkeit des Mannes haben.) 

Einer Hingabe, die sich der Leib gewissermaßen durch die immense Bindekraft des leiblichen Aktes holt, weil der sich den GANZEN MANN, die GANZE FRAU - auf dem Weg zum Höhepunkt, dem Orgasmus, in seiner sich progressiv steigernden Ganzhingabe, dem berühmten "kleinen Tod", weil die Welt verschwindet, alles sich immer ausschließlicher auf die leibliche Begegnung fokussiert - fast herbeizwingt, und Eva sich in hingebender Aufnahmebereitschaft befindet. (Wo Untersuchungen der letzten Jahre gezeigt haben, daß die Gebärmutter keineswegs ein passives Ogan ist, wie man immer dachte, sondern sich in der weiblichen Hingabe dem eingedrungenen Penis entgegenreckt.) 

Dienstag, 29. März 2022

Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (1)

Es ist eine sehr hilfreiche Passage, die Thomas von Aquin in seiner "Summa contra gentiles" zur Frage des Verständnises der Erbsünde bringt. Und in der sich Thomas dieser Frage, die für viele ein so großes Problem ist, von einer weiteren Seite nähert. Wie einem Schüler der Grundlagen allen Erkennens - darf ich hier sagen, daß es meiner Ansicht nach jedem Menschen zur Ehre gereicht an den Punkt zu gelangen (oder die Gnade zu haben, gleich dort zu verharren), sich sein Leben lang in der Rolle eines Grund- und Volksschülers zu erkennen? - bringt der Philosoph diese alles entscheidende Problem so einfach wie nur möglich nahe. 

Schon daran ersieht man, daß Thomas kurz nach dem Höhepunkt des Mittelalters stand. Daß er schmerzlich erkannte, daß es fortan nur noch bergab gehen kann, und sich die Ebene der Kultur bereits beträchlich zu neigen begonnen hat. (Siehe Anmerkung*)

Das sind in der Geschichte eben stets jene Kulturphasen, in der die Philosophoie aufblüht. Die immer dasselbe ist: Ein Versuch eines Verzweifelten, das Entschwindende und bereits Entschwundene (denn ins Bewußtsein steigt das Bild dessen, das fortging) zu rekonstruieren, festzuhalten, wieder aufzubauen.

Mittwoch, 17. März 2021

Politiker als Kriegshäuptlinge (3)

Teil 3) Zusammenfassend läßt sich somit sagen: Es zeigt einen strukturellen Fehler, daß der Stimme des Normalen die Macht fehlt. Dabei gäbe es sie. Dabei suchen die Kriegshäuptlinge sie selbst. Aber sie suchen sie am falschen Ort. Aber mehr noch: Sie können sie gar nicht finden.

Normale Regierung darf nur eines wollen, und sie muß es unbedingt: Normalität. Die Un-Normalität muß deshalb das Geschäft eines Kriegshäuptlings sein, sonst kann das Vertrauen nie bestehen und bestehen bleiben. Erledigt die normale Regierung auch dieses Geschäft gibt es keine Begrenzung - sie vollzieht immer alles, auch den Krieg, und tut es zeitlich undefiniert.

Weil es somit kein Maß mehr gibt, auf das wir, das Volk, vertrauen kann, gehen wir davon aus, daß diese Notbeschränkung, die uns unser Leben raubt, auch wieder einmal endet, bleibt nur eine Konsequenz. (Und darin täuschen sich die Politiker fundamental. Gleichzeitig läßt sich darin die zumindest unbewußte Neigung der gegenwärtigen Herrschaft erkennen, diese Corona-Pandemie so lange wie möglich, am besten auf immer auszudehnen.) 

Jede Normalisierung, die wirklich eine solche ist wird mit der völligen Auswechselung der Politikerkaste begleitet sein müssen. Sonst wird sie nicht mehr normal sein können. Aber das muß sie sein, sonst werden wir unser blaues Wunder erleben. Weil die chronischen, also gewissermaßen unbewußten Kräfte in den Bevölkerungen auf Umsturz ausgerichtet sein werden. Diese Kräfte drängen, und werden sich, wenn sie nicht zur Bindung in eine normale, natürliche Kultur finden, sich sonst irgendwie äußern. Und das würde katastrophisch, unmenschlich und barabarisch sein. 

Das Normale braucht jene Macht, das Ab-Normale zu beginnen ebenso wie es zu beenden. Es braucht also auch jetzt eine Stimme von außen, die mächtige Stimme des Normalen, die den Kriegshäuptlingen ihr Schwert aus der Hand nimmt. Notfalls mit Gewalt.****



*Thomas von Aquin sagt richtig "Agere sequitur esse." Aber er meint damit gar nicht so sehr (oder: nur), daß "das Handeln dem Sein folgt" und deshalb das Sein sich aus dem Handeln erschließt, sondern aus seinem Wissen um das Weltgefüge als Erkenntnisdynamik folgt, daß nur im Handeln der Mensch ISSET, weil er nur im Aktiven am Sein teilhaben kann. Und das Seiende ist nur Sein, weil es am absoluten Sein teilhat - im Akt. Was sich nicht bewegt, könnte man vereinfacht sagen, ist nicht. Es ist eben tot, und damit ist es nicht.

**Der Staatsrechtler und -philosoph Carl Schmitt hat es herausgearbeitet: Die wirkliche Macht in einem Staat zeigt sich im Notstand, nicht im normalen Leben.

***Umgekehrt "gibt" es diese Stimme des Normalen als Bedürfen der Kriegshäuptlinge. Weil diesen aber jede Entscheidung obliegt (wann das Normale aufhört, wann es wieder zu beginnen hat) sucht sie dieses begrenzende Maß in "Experten", in "Wissenschaft". Was eine völlige Verkennung dessen bedeutet, was Wissenschaft ist und leisten kann.

****Wie sehr strukturell eine ausreichend machtvolle Stimme des Normalen fehlt, zeigen die Proteste und Aufmärsche. Die an sich sinnlos sind, und diese Stimme nie sein können. Aber damit sind die Proteste als Verzweiflungsakte erkennbar. Auch auf die Gefahr hin, daß der Leser sich gelangweilt fühlt, aber diese Stimme war in früheren Zeiten die der Priester, die der Kirche (mit ihrer anderen Seite, prinzipiell gemeint: Dem König.) Sie zu entmächtigen war also der schwerste strukturelle Fehler, weil es keine Hand mehr gibt, die den Kriegern die Schwerter aus der Hand nimmt.

Konkret zeigt sich in dieser Notzeit, daß die zwei machtbegrenzenden Einrichtungen unserer Verfaßtheit nicht funktionieren: Die zweite Kammer, und die Einrichtung des Bundespräsidenten. Unsere Verfassungen sind ja so konstruiert, daß sie die Ausgewogenheit der Monarchie (wir sprechen hier nicht vom Absolutismus, der - grotesk und vielsagend genug! - zu allererst einem Wunsch der Völker (nach machtvoller Zentralmacht der Ordnung) entsprungen ist bzw. entgegenkam.

Sie versuchen, diese monarchische, im Absoluten (Gott, Religion, Kirche) verankerten Strukturen (in der also die Normalität, die Moral der politischen Macht übergeordnet ist) durch "demokratische" Einrichtungen zu ersetzen. Und sie tun es, indem sie die innere, kulturelle (und immer in der Religion verankerte wie dort quellende) Kraft der Völker durch technische Einrichtungen ersetzen wollen. 

Aber wie wenig das funktioniert, hat sich nun zum nächsten Mal gezeigt, hat sich (die Linie der unbegrenzten Macht der Kriegshäuptlinge könnte man noch viel weiter ausziehen) nach 1870/71 (diesem Rausch der Kriegshäuptlinge stand keine begrenzende Macht entgegen) und nach 1933 im nächsten Notfall erwiesen, der ein Regieren nach Notverordnungen und dem daraus folgenden Umbau des Normalen "erfordert": In der Corona-Krise. 


*140321*

Dienstag, 16. März 2021

Politiker als Kriegshäuptlinge (2)

 Teil 2) Man erwürgt Kriegshäuptlinge, wenn man Frieden will.


Damit würden wir nicht mehr und nicht weniger tun als das nachvollziehen, was in früheren Zeiten tatsächlich anders war (weil der Monarch vom Kriegsherren unterschieden war), und in ethnologischen Gegebenheiten bei allen Völkern und zu allen Zeiten anders war. Wir brauchen eine strukturelle Teilung in Kriegs- und Friedensregentschaft.

Denn der Charakter einer Regierung im Krieg ist nicht graduell, er ist substantiell von der im Frieden unterschieden. Und darf deshalb nicht in einer Hand liegen. Ein Kriegshäuptling ist deshalb bei den Ngungdu in Zaire wie bei den Cheyenne in Ohio nicht auch ein Friedenshäuptling. Man kann Identitäten nicht wechseln wie Schuhe, je nach Wetter.

Und von der Situation des Staates her befinden wir uns in einer Kriegssituation. Das bedeutet, daß sich die Regierungen in ihrem Vorgehen nach Notstandsverordnung als Führer im Krieg deklariert haben. Bei welchem das Gebot des nackten Überlebens über alles gestellt wird und jedes normale Leben sistiert. Auch hier ist ja das Leben eines Volkes nicht graduell anders, sondern es ist substantiell anders. Und darf deshalb nur eine gewisse Zeit dauern, sonst stirbt das Volk!

Das ist nicht nur vielen Menschen bereits bewußt, sondern führt bereits zu aktiver Rebellion. 

Warum aber fehlt den Regierenden offensichtlich die Empathie mit dieser Situation, in die sie das Volk gestürzt haben - indem sie das Volk töten wollen, um es zu retten? 

Immer waren deshalb Kriegshäuptlinge personal von den Häuptlingen, den Königen unterschieden. Aber es waren nicht sie, die das Ende dieser Notsituation bestimmt haben. Es war die Diplomatie, die ihnen die Vollmacht wieder entzogen hat. Und gar nicht selten wurden die Kriegshäuptlinge sogar nach Beendigung des Krieges umgebracht weil in Normal- und Friedenszeiten zurecht als Gefahr eingeschätzt. 

In deklarierten Notzeiten wie diesen ist nicht nur das Leben des Volkes, sondern auch das normale Handwerk des Regierens sistiert, ausgesetzt. In Zeiten wie diesen, in denen das Handeln der Politik nichts mit dem normalen Leben zu tun hat und bei weitem übersteigt, und zwar nicht einfach graduell, sondern kategorial, wird die blanke Macht der Regierenden so deutlich wie noch nie. Denn sie wird hier zur blanken Gewalt. So nimmt die Identität der Herrschaft den Charakter der für den Kriegsfall ausgerichteten Herrschaft an, und jeder, der an diesem Spezialhandwerk teilhat, wird in dieser Identität so real und gefestigt wie sonst nie. Er kann schließlich nur das.

Nie mehr kann es unter ihm deshalb ein normales Zueinander von Volk und Herrschaft geben, weil die einmal gefühlte Gewalt der Notherrschaft jede Friedensharmonie übertönt und erdrückt. Und ein selbstverständliches Zueinander von Kopf und Leib, wie es in Normalzeiten der Fall sein muß, will sich ein Volk in Freiheit und Lebensfreude entfalten, unmöglich macht.

In der gegenwärtigen Lage wird aber auch der Politiker, der eigentlich für Normalzeiten gewählt und gedacht war, im wahrsten Sinn zur privilegierten und aus der Not der Bevölkerung ausgenommenen Kaste. Und zwar so sehr wie noch nie. Denn ihm bleibt etwas, das er dem einfachen Mann per Federstrich entzieht: Leben.***

Dieses Leben aber entzieht man dem Volk. Und man tut es ohne jene innere Sicherheit der Wahrnehmung, die sich am Leben selbst orientiert. Wenn sich aber Regieren nicht daran ausrichtet und von diesem Rhythmus und Herzschlag ein eigenes Handeln bestimmen läßt, wird die Politik in jedem Fall (!) zur Schreckensherrschaft.

Morgen Teil 3) Zusammenfassend läßt sich somit sagen: Es zeigt einen strukturellen Fehler, daß der Stimme des Normalen die Macht fehlt. Dabei gäbe es sie. Die Kriegshäuptlinge suchen sie selbst. Aber sie suchen sie am falschen Ort. Mehr noch: Sie können sie gar nicht finden.



*140321*

Montag, 15. März 2021

Politiker als Kriegshäuptlinge (1)

Die Politik tut gerne so als wäre sie im selben Ausmaß von den Not- und Ausnahmeverordnungen betroffen, die sie, die derzeit zu Kriegshäuptlingen werden, über die Bevölkerung verhängen. Aber das ist natürlich nicht im Entferntesten so. Weil sie kategorial (!) von dem, was sie den Menschen zumuten und das aus der Natur der Sache so gegen das Wesen des Menschseins geht, ausgespart bleiben.

Die Rede ist vom kollektiven Berufsverbot, das sich hinter Begriffen wie "Lockdown" oder "Maßnahmen" verbirgt. Die nicht einfach "Berufsverbot" bedeutet (mit dem Wissen, daß praktisch das gesamte Leben der Menschen an der Ausübung eines Berufes als Selbstvollzug hängt), sondern "Identitätsverzicht", also "Seinsverzicht". Und das heißt: Tod. 

Was in dieser Weise auch jene sogar betrifft, die doch noch ihr Handwerk ausüben können, wie Apotheker oder Lebensmittelhändler. Auch diesen fehlt das vollumfängliche Fluidum des Normalen, und ihr Tun wird auf bloßes Geldeinwechseln reduziert. So, wie auch die Existenz der Bevölkerung auf solches Geldgeschäft reduziert wird. 

Wenn aber die Psychologieambulanzen voll sind, so ist das nur die Spitze des Eisbergs. Und kann die Dimension dessen, was wirklich mit den Menschen passiert, nicht einmal ansatzweise deutlich machen. Weil die gegenwärtige sogenannte "wissenschaftliche" oder "Schul-"Psychologie vom Wesen des Menschen viel zu wenig Ahnung hat, und deshalb seelischen Deformationen und Beschädigungen mit ihrem Begriffsinventar gar nicht erfassen kann, ja mit ihren "Heilverfahren" sogar weitgehend den Schaden noch vergrößert, statt ihn zu verringern. 

Und der Schaden, der uns, dem Volk, zugemutet wird, geht mittlerweile schon ins Mark der Überlebenskraft. Er ist bereits unermeßlich groß, und entspricht einer offenen Versklavung. Deren Wesen nicht Peitsche und Arbeit ist, sondern SOZIALER TOT als Reduktion auf ein menschliches Miteinander, das nicht mehr dem Wesen des Menschseins entspricht. Er ist politisch verursacht, und damit so schweres politisches Unrecht, daß es zunehmend "himmelschreiend" genannt werden muß. Weshalb eine schwere Reaktion, die sich gegen die Übeltäter richtet, nur eine Frage der Zeit ist.

Warum aber erkennt die Politik - und sie ist der Übeltäter - das nicht? Weil selbstverständlich den Regierenden diese Lebens- und Erlebensdimension fehlt. Sie wird auch dadurch nicht nachvollzogen, daß Politiker - sagen wir - das eine oder andere Lebens- und Kultur-(als Sozial-)reduktionsgebot MITvollziehen, das sie dem Volk auferlegen. 

Denn ihr grundsätzlicher Lebensvollzug, also ihr Selbstsein in ihrer Identität (und darum geht es im Wesentlichen, das ist es, was den Menschen am tiefsten berührt und zu zerstören vermag) bleibt in jedem Fall unberührt. Weil (was auch immer sie sagen) eben diese ihre Identität unberührt bleibt. Die ein actu ist, die im Aktiven besteht und deshalb das Aktive, den vollen Vollzug braucht.* 

Freiheit, die in Wahrheit eben solcher Selbstvollzug einer Identität ist bzw. zu einer solchen führt (weshalb nur im Aktiven der Mensch überhaupt IST), ist kein dingliches Etwas. Und das heißt im Vollziehen ihres Berufs. Im Gegenteil, noch nie wurde ihr Beruf so "erfüllend" wie in diesen Zeiten. Schon deshalb werden sie von sich aus kein wirkliches, völliges Ende der Beschränkungen, einen wirklichen Übergang zur Normalität (der natürlich weit mehr ist als ein "vor" der Corona-Zeit, denn wir sind nicht mehr dieselben wir vor einem Jahr), die die Möglichkeit zur Freiheit des Volkes bedeutet, herbeiführen und wollen. 

DIESE Politiker (und wir kommen weiter unten noch auf den Hintersinn des "DIESE" an diesem Ort der Ausführungen) werden in irgendeiner Form einen Rest an Corona-Regime beibehalten, ja sie werden es sogar strukturell verankern, weil sie damit sich selbst verankern, und weil sie NUR so sich selbst verankern, also als Kaste, als soziale Gruppe in der heutigen Zusammensetzung bleiben können.

Hier zeigt sich das Fatale daran, daß in unseren Staatsordnungen Kriegs- und Friedenshäuptling in einer Person zusammenfallen. Worin sich eine eklatante Schwäche der Praxis unserer Rechtsordnung zeigt. Die strukturell nicht auffängt, was durch personale Qualität nicht erfüllt wird: Das Regime von Kriegshäuptlingen wird in unseren Ländern nicht begrenzt! 

Denn in den Verfassungen unserer Länder - in der österreichischen ist es sogar ganz deutlich - hat zwar der Bundespräsident die Kriegsvollmacht. Während die demokratisch gewählten Volksvertreter ausdrücklich nur das Friedensgeschäft in ihren Händen haben. Das heißt, daß auch der Bundespräsident - und nur er! - jene Notverordnungen erlassen müßte (und nur er dürfen dürfte) mit denen wir in jene Abschneidung von dem, was wir erst Leben nennen dürfen (denn das bloße Existieren, um das es im Krieg geht, entspricht diesem Kriterium nicht, und jeder weiß das auch), die uns längst bis ins Mark trifft. Aber die Praxis zeigt, daß diese strukturell angedachte, berücksichtigte Realität nicht zum Tragen kommt. Die Bundespräsidenten unserer Länder sind, um es zu extrapolieren, zu wenig KÖNIGE. Und Könige sind immer Repräsentanten, Stellvertreter des Volkes (und NICHT Regenten, NICHT die, die das praktische Handwerk der Politik ausüben.)

Aber warum erkennen die Herren Kurz und Anschober, die Damen mit Bart Merkel und Spahn denn so gar nicht von sich aus, warum "hören sie nicht auf" mit dem, was sie uns, dem Volk, antun? 

Weil ihnen gar nie klar sein KANN, was sie tun. Und deshalb ist es so gravierend, daß es nichts gibt, das sie strukturell beschneiden könnte bzw. nichts gibt, das sie in der Praxis beschneidet. 

Vielmehr erleben wir eine Orgie maßloser Regierungsgewalt, die sich somit aus einem strukturellen Fehler ergibt. Sodaß wir, wenn wir jemals wieder auf die Füße kommen sollten (und daran darf man bereits Zweifel haben), unbedingt lernen sollten, daß eine der Konsequenzen aus Corona sein muß, daß wir auch unsere Staaten umbauen. 

Und die Macht der Legislative noch einmal teilen. Weil die übrigen Säulen der Staatsgewalt, Judikative und Exekutive, die Macht der Legislative genau dann nicht ausreichend zu beschränken vermag, wenn sich das Gesicht der Macht am deutlichsten zeigt: In Notfällen, im Notstand.** 

  

Morgen Teil 2) Man erwürgt Kriegshäuptlinge, wenn man Frieden will.


*140321*

Dienstag, 11. August 2020

Über den Umgang mit Aphorismen (2)

Teil 2) Ein zweiter Teil,
um das Gesagte zu verlangsamen,
und damit dem Inhalt auf andere Art gemäßer zu werden



Dies eingedenk, sehen wir Versuche, wie sie William M. Briggs über Twitter durchführt, mit einer gehörigen Vorsicht.

Der Leser möge das oben Gesagte selbst einbedenken, wenn er Nachrichten wie die Folgenden liest, in denen Briggs wie einen Aphorismus eine Aussage (nicht nur) über den Journalismus trifft.

Deren Formproblem mehr noch als bei deren "Entstehung", wie Briggs (oder zuvor Thomas von Aquin - Briggs "reitet" auf dessen Worten, so wie alles Sprechen das Reiten auf einem geliehenen Pferd ist) zu einem geistigen Problem wird. Dessen Spuren in der seelisch-sinnlichen Welt, in der konkreten Realität sohin, nur dann erkennbar sind und werden, wenn wir im Geiste das wirklich Wirkliche und damit Umfassende Ganze - Gottes Wort und Wissen ist der einzig sinnvolle Deutungshorizont der gesamten Dinge innerhalb der Schöpfung, ist LOGOS - begriffen haben.
Schriftlichung ist als Ensemblierung von Bildern, deren Inhalt "im Unsichtbaren Dahinter" steckt, die Aneinanderreihung von Repräsentanzen von wirklichen Dingen, deren Abstraktionsgrad nur dem zugängig ist, der die Entschlüsselungsmaschine für Symbole bei sich hat und bedienen kann.
Greifen wir Briggs Twitterbotschaft also exemplarisch heraus. Stellen wir dabei die Art ins Zentrum der Betrachtung, in der er mit einer großen Wahrheit aus dem Munde des "Engelischen Lehrers", also von Thomas von Aquin, umgeht. Die wir freilich schon durch die Transponierung in dieses Format - das eines zusammenhängenden, überhaupt erst Text seienden Textes - verändert haben. Weil eben ein Text, eine Nachricht, eine Botschaft, also Sprache, Wort, nicht ohne die Art begreifbar sind, in der sie übermittelt werden. Ohne es so banal und unvollständig auszudrücken, wie Marshall McLuhan es tat: Das Medium IST die Botschaft.
Freedom of mind is absolutely necessary for perfection in virtue, for, when it is taken away, men easily become "partakers of other men's sins", either by evident consent, or by flattering praise, or at least by pretended approval. (St. Thomas Aquinas)

(Übertragung:) Freiheit des Geistes ist für die Vollkommenheit in der Tugend absolut notwendig, denn wenn sie fehlt, werden die Menschen leicht zu "Teilhabern an den Sünden anderer Menschen", entweder durch offensichtliche Zustimmung oder durch schmeichelhaftes Lob oder zumindest durch vorgetäuschte Zustimmung.
This is how journalists go bad.
(Übertragung) Genau das ist der Grund, warum Journalisten heute immer schlechter werden.
In sich ist also die Nachricht das Ausgesagte selbst! In einer Tautologie drückt der Hl. Thomas das aus, was der Ausdruck selbst ist und damit illustriert: Die Wahrheit ist ohne die innere Struktur und Charakteristik ihres Trägers nicht denkbar weil möglich. Der Duft des Gesagten ist selbst Teil des Gesagten. Und der Inhalt verändert sich in dem Maß, als das Medium wahr sein kann.
Vielleicht ahnen wir nun, warum die Wahrheit selbst ... Person ist. IST. Nicht "sagt", wie eine Lehre. Wie die Wahrheit aber nicht einfach Person, sondern ... göttliche Person ist, nämlich: Jesus Christus. Der Weg, Wahrheit und Freiheit selbst ist. IST. Als das einzige Medium, in seiner leibhaften Inkarnation, in seiner Historizität, das der Wahrheit selbst gemäß ist. Weil er also Sakrament ist.

Ahnen? Ja, ahnen. Weil Ahnen die letzte uns erreichbare Möglichkeit und Fähigkeit ist, in der wir uns Gott, der Wahrheit selbst, nähern können. Denn die Natur dieses Mediums ist uns nicht in Besitz gegeben. (Auch wenn wir in den letzten Jahrzehnten in der Illusion gewogen wurden, sie wäre uns verfügbar, unseren eigenen Händen, unserem eigenen Wollen übergeben weil "gleich".)

An ihr wirklich teilhaftig zu werden, selbst Medium der Wahrheit zu werden sohin, ist aber nur noch als Gabe Gottes denkbar, weil geschenkhafter Teil der wirklichen Wirklichkeit. Achten wir nur darauf, daß wir nicht als Twitter-Bildschirm durch die Welt laufen. Denn dann wird sie nie Platz nehmen, und Sitz und Thron der Wahrheit selbst sein.
Sodaß wir der Aussage von Briggs eine sorgenvolle Konnotation beifügen müssen. Ob nämlich nicht der Verfall des Journalismus eine Folge der Prägung der Menschen DURCH die konkrete Gestalt der Medien sind, in denen sie in die Welt gebären. Denn es ist das Format, das den Inhalt eigentlich formiert weil den Rang der Botschaft vorgibt. Dem dann jede Interpretation auf genau jener Stufe folgt, auf der sie serviert wird.  
Sodaß wir uns ernsthaft Sorgen machen müssen, wohin Briggs selbst eines Tages gewandert sein wird. Der solche Botschaften wie oben per Twitter verbreitet.


*230520*

Montag, 10. August 2020

Über den Umgang mit Aphorismen (1)

Sind Aphorismen die eigentliche Art der Mitteilung über Twitter? Immerhin verlangt das Medium Kürze, und damit Prägnanz, und damit jene Abstraktion im Geiste, die auch Aphorismen kennzeichnen. Die ja mehr sind als "kurze Mitteilungen". Die eine Wahrheit über die Welt und das Leben nicht einfach komprimieren, sondern destillieren. Und wer egal welches Ding destilliert, erhält seine Feststoffe als Rest, als Tragegerüst des Dinges selbst.

Aber ist das so? Ist das Destillat noch das Ding? Oder ist dafür nicht jenes Häkelgarn notwendig, das nicht nur die Feststoffe der Wirklichkeit bedeuten, sondern dessen Geschmack, Farbe, Ton - und damit jene sinnlichen Eigentümlichkeiten, die keine (sozusagen) Einschränkung auf "das Ding" bedeuten, sondern das Ding gar nicht anders konstituiert sein lassen als auch MITSAMT seinen Einbindungen, samt seinen Eigenschaften im Ausdruck und das heißt in der Realisierung einer Beziehung?

Ist also zum Beispiel ein Mensch "an sich" denkbar, der nicht inmitten aller seiner Beziehungen, vergangen oder gegenwärtig, steht und stand und stehen wird? Ja, letzteres vor allem wird ja meist vergessen: Der Mensch (und jedes Ding) ist in seiner Gegenwart vor allem - vor allem! - auf das Zukünftige ausgerichtet. Jenes Morgen, auf das hin zu spannen eigentlich erst Leben bedeutet. Als Widerständigkeit, durchaus als Widerständigkeit gegen das Heute. Das, wenn es ihm fehlt, seinen mehr oder weniger baldigen Tod bedeuten würde.

Um nicht zuletzt eines zu vergessen: Den Übermittler des Gesagten, Ausgedrückten, das materielle Medium selbst. Das Handy, den Bildschirm. Auch wenn wir das meist vergessen, weil es nämlich zu selbstverständlich ist (sic!), ist dieses "harte" Medium selbst Teil der Botschaft. Die zu senden ein Fehler ist, ohne daß dabei bedacht wird, in welcher Gestalt es beim Empfänger ankommen wird.

Somit stoßen wir auf einen fundamentalen Widerspruch dabei, über Twitter Aphorismen senden zu wollen. Denn das harte, konkrete Medium der Übermittlung ist ein Medium der Flüchtigkeit, der kurzfristigen Vergänglichkeit. Noch mehr, es ist ein Medium, in dem die Botschaften und "Inhalte" (also der übermittelte Text, das gesandte Bild oder das "shared" Filmchen) in die totale Verfügungsgewalt des Empfängers gestellt werden.

Durch die mit dem Medium verbundene Aufforderung, es zu manipulieren, also "irgendetwas damit zu machen". Und das heißt, daß der Empfänger in einem Zusammenhang steht, in dem er sich als Herr über das Empfangene weiß.

Und das widerspricht dem Wesen des Aphorismischen. Das durch seine Abstrahierung als Erfassen der wirklichen Wirklichkeit von sehr weit den ersten Grundzügen der Welt entsprechenden Wahrheit der Wirklichkeit des Ewigen, Unvergänglichen und Bleibenden nahekommt.

Aphorismen über Twitter zu versenden entspricht somit dem Ausliefern von Perlen an die Schweine. Nicht, weil die Empfänger Schweine sind, sondern weil es durch die Art der Übermittlung an ein zum Schweinefutter an sich wird. Das auch in diesem Rang und Stand beim Empfänger ankommt.* Damit beschädigt der Sender von Aphorismen den Rang der Ewigkeit selbst. Und reduziert die Weisheit und Wahrheit selbst zu dem eines Schweinefutters.

Wollen wir es deshalb als Notgriff sehen, als letzte Möglichkeit, überhaupt noch zu kommunizieren. Inmitten einer Sozietät, in der jeder Einzelne bereits dermaßen isoliert und vereinzelt steht, ohne verbindliche Verknüpfung zu Nächsten, daß er nur noch über eine Ebene erreichbar wird, in der es von ihm selbst abhängt, ob das, was ihm in der Welt begegnet, tiefen oder hohen Rang besitzt.

Also überlege der Sender von Twitter-Nachrichten gut, an wen er seine Botschaften richtet. Um nicht der Wahrheit ins Gesicht zu schlagen, weil der Empfänger zu dieser gerechten, also gemäßen Zuteilung gar nicht in der Lage ist. Denn sogar im haptischen, also "normalen" Leben, mit physischen Kontakten, mit "langsamer" und sinnlich umfassender Welt, ist uns bekannt, daß ein Gesagtes vom Gegenüber nicht begriffen wird, und somit die Kommunikation mißlungen weil sie von Un- und Mißverstehen geprägt ist.

Twitter macht das faktisch unmöglich, weil der Empfänger meist nicht eingegrenzt - also gar nicht "adressiert" - ist. Der Twitternde baut somit Schuld auf. Nämlich die Schuld des Risikos der Beschmutzung der Wahrheit selbst - dieses Risiko einzugehen ist selbst bereits Schuld - gegenüber.

Die wir zu hüten haben wie unseren kostbarsten Augapfel. Nicht nur in unserem Bemühen, sie zu finden, sondern auch in der Art, wie wir sie wie eine stachelige, kostbare Frucht in unseren Händen halten, und dann in die Welt stellen.

Das war ja das Problem zum Zeitpunkt der Etablierung der Schrift, das aus den Bildsymbolen her, die zusammengestellt wurden (wie in einem Bild, einem gemalten Bild!), und die selbst Nachahmungen (aus der Bewegung der realen Dinge somit stammend) von "natürlichen" Gegenständen waren.

Die immer Symbol eines Wirklichen sind, also eine weit umfänglichere, unsichtbare Welt in deren wirklicher Wirklichkeit darstellen. Das also, was Dinge sind, ist nicht sichtbar, aber zugleich das dieses Ding konstituierende Geistige, also wichtiger weil wesentlicher. Somit der Rhythmus, in dem die Schöpfung schwingt, die auf dem Rücken des Wortes reitet, das da Gott war und ist.

Als wir begannen, dieses Wort auf einen Träger zu bannen - Papyrus, oder unter ungeheuren Mühen fein- und dünngeschabte Tierhäute - war das nur denkbar, wenn wir es zu einer kostbaren Gestalt formiert haben. Durch begleitende Malereien, durch Initialen, in denen die Botschaft selbst bereits enthalten war, die der weitere Text nur insofern ausgedeutet hat, als er bewußt Bezug auf die Erinnerung nahm, um so dem Gesagten sein Medium gar nie streitig zu machen: Den Geist, als den Geist der Erinnerung, als den Geist der Begegnung mit dem Unsichtbaren, der Wahrheit, dem Geiste selbst.

Wie soll das aber bei Medien möglich sein, deren Gestalt an sich auf Flüchtigkeit und Vorläufigkeit weil jederzeitige Bereitschaft, ja Aufforderung, sie zu manipulieren (also zu "gestalten"), ausgelegt ist?



Morgen Teil 2) Ein zweiter Teil,
um das Gesagte zu verlangsamen,
und damit dem Inhalt auf andere Art gemäßer zu werden


*Nehmen wir zur Illustration ein Beispiel: Tiere "erkennen" nur, was in ihnen selbst "vorkommt", was also ihrer ontologischen, also geistigen (!) beziehungsweise im Geist formierten Lebenswelt (sic!) vorkommt. Das ist sogar erblich, wie unter anderem Konrad Lorenz bei seinen Forschungen bewiesen hat. 

Sie erkennen nicht die Welt und Wirklichkeit selbst - weil sei keinen Geist haben, in dem sie abstrahieren könnten. Sodaß sie deshalb nicht die Dinge in ihrem wirklichen Wesen, sondern nur in ihren direkten Bezüglichkeiten erkennen. Soweit sie ihren Lebensformen also bereits entsprechen. Man kann neben Tauben Gewehre abschießen (mit denen man die Tauben tötet), und sie werden sitzen bleiben, bis alle tot sind. Während sie die Form (!) eines Raubvogels ... ahnen. (Zum Ahnen siehe morgen und ganz am Ende des Artikels mehr, wenn es noch nicht jetzt klar ist.)

So nebenbei: Das ist der tiefe und so schöne Sinn der Verwendung von bunten Fensterfüllungen (mehr oder weniger "Glas") in gotischen Kirchen. Denn das erst noch ungeformte Irdische (die materia prima, die noch unbestimmte Materie, die unsichtbar ist) als Medium des Geistes - die unsichtbare Struktur des unseren Augen unzugänglichen, also ungeformten Dinges ist für die Brechung des Lichts entscheidend - macht die Schöpfung (= das Licht!) zu einem sinnlich erfahrbaren Ding. Dinge sind erst durch Farbe (aus dem Brechen des Sonnenlichts) erkennbar. Das ist kein Ausflug ins hier Unwesentliche. Der Sinn dieser Ergänzung wird im nächsten Teil erkennbar: Die Struktur des Irdischen entscheidet, was in ihm sichtbar wird ...


*230520*

Mittwoch, 21. März 2018

Das Fordern von Hausverstand

Hier geht es um etwas anderes, als vielfach kolportiert wird. In Bewegungen wie Pegida zeigt sich eine Konsequenz aus einer Politik, die viele Jahrzehnte gegen das Rechtsempfinden eines Volkes gehandelt hat. Und nun Grenzen überschritten hat. Weil es diesen ontologisch verankerten, im Empfinden letztlich manifestierten wie manifestierbaren, durch die Sprache der Vernunft ("Kultur als Sprachraum") in Form zu bringende - nicht zur Kenntnis nehmen will. Aus simpler, wirklich simpel konstruierter Ignoranz und Überheblichkeit, noch mehr natürlich aus Inkompetenz. 

Es sind Bewegungen, die sich gegen die Vernunftlosigkeit wehren, die sie auszubaden haben. Geistig leider inkonsistent, aber völlig verstehbare, weil berechtigte Reaktionen. Wie sagte schon G. K. Chesterton in Anklang an Thomas v. Aquin einmal? Der Katholizismus - von dem sich Rom so weit weg bewegt hat, daß man nur noch staunen, sich abwenden kann - ist die Anschauung des gesunden Menschenverstandes. Diese Bewegungen wollen also einen Katholizismus, den sie nicht mehr in der Kirche finden. Sie wollen Hausverstand!









*040318*

Sonntag, 31. Dezember 2017

Auch die Rechte hat keine Männer

Hier haben wir den Beweis. Im Interview von Martin Sellner mit der berückenden Vorstehenden der baden-württembergischen Frauenorganisation als Teil der Identitären Bewegung. Denn Sellner (und diese gesamte Bewegung) vermögen nicht, sich über die Ebene einer gefühlten Widernatürlichkeit zu erheben. Sie sind einfach zu Heideggerianisch, denn auch Heidegger kommt über den Pragmatismus (der zeitgleich mit ihm in den USA sämtliche Führungshände besetzte) zu erheben. Heidegger ist Pragmatismus, das heißt: ein reines Umgehen mit faktischen Zeitgegebenheiten. Wonach sich diese aber in ihrer Letztausrichtung richten sollen, ist bei Heidegger einfach nicht klar.

Sie sind damit aber, und das ist das eigentliche Problem, Teil der entscheidenden Geisteserkrankung der Gegenwart, dieser fatalen (in der Renaissance grundgelegten) "subjektivistischen Wende".

Und auch nicht bei Sellner ist es klar, dabei - sehr wohl klar. Obwohl ihm eine Frau gegenübersitzt, die genau auf diesen genuin männlichen Impuls wartet, das sieht man offensichtlich. Sellner aber vermeidet das Entscheidende anzusprechen. Weil er es nicht sieht. Daß nämlich die Frage nach der Absurdität des Feminismus weit über unangenehme Gefühle der Frauen selbst hinausgeht! Darauf sind sie nicht zu begründen! Sie sind auch nicht darauf zu begründen, daß es eine empirische Tatsache ist, daß sich heute die meisten Frauen Mitte dreißig zu fragen beginnen, was da falsch lief, weil sie eigentlich ihre wahres Lebensziel und -glück - das ihnen erst in diesem Alter bewußt wird, weil es eben verfehlt wurde - nicht erreicht haben.

Herr Sellner, das genau ist Ihr fundamentales Problem. Sie hätten mehr auf Ihren Vater hören, ihn nicht auf das verniedlichende, in Wahrheit verächtliche "Er ist halt Thomist!" reduzieren sollen, dem eine absolut (sic!) liebenswerte Mutter gegenüberstand. Weil sie aus dieser erfahrenen Personal-Dynamik heraus als Heideggerianer zu wissen meinen, wie es richtig läuft.

Also verweigern Sie sogar in Punkten Widerspruch, die nicht einen Moment Zurückweichen für einen Rechten oder einen Konservativen bedeuten dürfen. Dürfen! Wie dem der Abtreibung. Was für ein jämmerliches Bild, Herr Sellner, in diesem Moment des Interviews!

In dem Sie bekunden, klar bekunden, daß es nämlich kein absolutes Wesen der Dinge und der Schöpfung gibt. (Ja diese Frage ist den meisten Rechten sogar relativ gleichgültig; dabei kann nur diese Klärung überhaupt erst begründen, WARUM man recht denkt und recht ist!) Daß dieses Wesen nicht in Gott - dem Sein - begründet, sondern in sich selbst (hegelianisch also) begründet und damit relativ ist. Daß die von Heidegger kritisierte Seinsverweigerung ein Versuch ist, die Gott-/Seinsabhängigkeit des Seienden zu verschleiern, weil zu verbergen.

Deshalb haben Sie Angst, man merkt es in diesem Interview in jedem Moment. Und schleichen wie ein fußwunder Nasenbär um die - wartende, ja bittende! - Beute herum, die Sie nie als Beute anzusprechen wagen. Weil es am entscheidenden Schritt, am Mut zum Mann, und das heißt: am Mut zum Absoluten, einfach fehlt. Und deshalb glaubt der VdZ nicht an die Identitäre Bewegung als maßgebliche Kraft. Wenn sie mehr in den Medien auftauchen wird, zukünftig, dann ist das nur Erweis, daß sie die Zeit eben NICHT an ihren Eiern zu fassen kriegt. Sondern ihr hinterher kriecht, dieses nur besser verschleiert als die Linke.

Hegels "Ich möchte in einer Situation trotz aller Widersprüche geliebt werden, also relativiere ich die Widersprüche, lasse sie in jedem Fall gut ausgehen!" reicht nicht für die Welt, das sei klar gesagt. Vielmehr beginnt das Mannsein dort, wo man sagt: Nun werde ich nicht mehr geliebt. Weil Mannsein heißt, ja erst dort beginnt, wo man das weiß: sich der absoluten Wahrheit verpflichtet zu wissen.









*151117*

Freitag, 10. März 2017

Warum nur Dicke gut denken

Es ist nicht die Mächtigkeit des Leibes, die über Geist oder Nicht-Geists entscheidet. Beides sind zwar in gewisser Weise Antinomien, Gegenspieler, aber nur in gewisser Weise. Es ist irrelevant, ob ein Mensch dick oder dünn ist. Entscheidend ist, ob der Geist des Menschen in der Lage ist, seine Leiblichkeit zu formieren! Diese Frage ist bis hinein in die Krebsdiskussion von größer Relevanz.

Ein mächtiger Leib aber verlangt mächtigen Geist, ja er drückt ihn nachgerade aus. Denn der Leib nährt diesen Geist, er ist die Spielstätte der Weltdramaturgie, denn nur so vermag gedacht zu werden. Und seine Weite sagt etwas über den Weltgehalt des Denkens aus. Er verlangt aber nach einem starken Ich, nach einem starken Selbst, das ihn zu besitzen vermag.

Gerade die größten Philosophen waren fast ausschließlich von mächtiger Körperlichkeit. Thomas von Aquin nannte man den "Ochsen", und als er verstorben war mußte man die Tür zu seiner Kammer durchbrechen, um diesen mächtigen Leib nach draußen zu befördern.

Weil die ätherischen Künstler, die dünnen Dichter, die schlanken Ästheten viel zu leicht in die Gefahr geraten, durch ihren Leib nicht mehr gebändigt werden zu können und ins Dionysische, ja ins Ungeordnete und Wuchernde des Geistes zu verfallen. Und einem Denken nachzugeben, dem es an Weltrealität fehlt. Weil jenes Maß fehlt, das dem Denken die Erdung in der Welt gäbe. Sie neigen zum "Abheben", sie neigen zu reinen Gedankenspielen. 

Der massige Denker aber - aus dem Gesagten wird aber auch klar, daß "Massivität" des Körpers nicht einfach identisch mit jeder Form von "Fettleibigkeit" ist - wird mit jedem Schritt, mit jeder Drehung daran erinnert, daß er in der Welt steht, und daß sie etwas von ihm verlangt - Geist. Etwas, das der Dünne, Ätherische allzu rasch vergißt, den sein Denken davonträgt. Die Rückschlüsse auf den kleinen, dünnen Kant überläßt der VdZ deshalb dem geneigten Leser ... sie sind (nicht nur als Analogie) die direkteste, klarste und fundamentalste Kritik an seiner Philosophie.

Thomas von Aquin hingegen, der "brüllende Ochse", der massige Körper, hat die Realität als Prinzip in die Philosophie, ja ins Denken selbst getragen. Und dadurch das Fenster zum Geist und damit zu Gott weiter geöffnet, als jemals ein Philosoph vor und nach ihm.





*Deshalb FÖRDERT z. B. die Verbannung des Rauchens, das man nun, aus allen Lebensbereichen wild und leidenschaftlich und fanatisch verscheucht, in die schmuddeligsten Ecken und Dunkelräume der Welt verbannt hat, die Entstehung von Lungenkrebs bei den Rauchern (die ja durch solche Maßnahmen quantitativ kaum weniger geworden sind). Weil es die Kultivierung des Rauchens unmöglich gemacht hat und verhindert, das Rauchen stattdessen zu einer reinen Funktion des Leibes degradiert. Kultiviertheit aber ist das Maß, in dem etwas jene Eigenkraft entwickeln könnte, in der es sich aus dem Insgeamt eines Menschen, seinem Geist, herauslösen und zum Krebs verselbständigen könnte, der Ungeziemtheit, der Ungemessenheit eines Teiles seiner Leiblichkeit. Das Rauchverbot, das uns durchsättigt hat wie Galle, ist deshalb nicht nur Zynismus, es ist in seinem Wesen böse, weil es das Böse will.





*050317*

Sonntag, 18. September 2016

Lernen der eigenen Natur zu folgen

"Tugend heißt zu lernen, der eigenen Natur zu folgen" (Thomas v. Aquin). An diesem Satz baut Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz diesen Vortrag aus der Uni Dresden über Haltungen und Charakter auf. Wir sind vom ersten Moment an nicht ein "etwas", sondern ein "jemand", vorgeprägt und mit Richtung in die Welt entsandt. Aber das bildet eine "offene Flanke", die wir nie kennen. Deshalb kann auch Erziehung nur innerhalb dieses Geheimnisses bleiben. Denn das Selbstsein ist gegeben, nicht selbst gemacht, und kann nur im konkreten Vollzug an einem Herantretenden erfahren werden - in dieser Selbst-Stellungnahme wird dieses Verstricktsein erfahrbar.

Es ist die eigene Grenze, die das je individuelle Gesetz der Vollkommenheit sein muß weil nur sein kann. Die moderne Rede von der Willkür als Freiheit ist ein Verfehlen des Wirklichen. Es ist dabei eines der schlimmen, folgenreichen Übel der Gegenwart, Tatsachen auf Meinungen zu reduzieren. Aber nur an der Grenze BEGINNT alles sein Wesen. Was grenzenlos ist, was sich begrifflich nicht klar definiert und definieren will, bekommt sein Wesen nie zu fassen.

Wer glaubt, "alles" aus sich machen zu können, wie es heute fast schon allgemein (und mit dem verfehlten Auffassen von Talent und Begabung verhangen) ist, verfehlt nicht nur sich, er mündet höchstwahrscheinlich sogar in einem generellem Versagen.

Erst im Annehmen einer Gabe, die ich empfangen habe, kann ich (sie) geben. Wir verdanken unser Dasein nicht unserer Fähigkeit, unserer Tüchtigkeit - wir verdanken es als Gegebenheit, als unverdientes Geschenk, dem wir mit den heutigen Verblödungsgedanken von "Gerechtigkeit" nicht näher kommen.

Es ist wie bei einer Marionette - sie ist von oben gehalten. Und doch muß sie von unten stehen. Wollten aber ihre Füße willkürlich gehen, würden sie dem Gegebenen zuwiderlaufen, sie würde in Widerspruch mit ihren Gaben stehen. Man kann mit den eigenen Füßen den Charismen sogar nicht nur zuwider- und davon laufen, man kann sie zerstören: Wenn man mit dem Ort, an dem man steht, nicht zufrieden ist, sondern aus dem Charisma ein Anrecht auf "Ort" ableitet und eigen-willkürlich anstrebt. Begabung macht sehr leicht überheblich.

Umgekehrt braucht gerade großes Charisma oft große, ja größte charakterliche Zucht, um diese Gabe überhaupt halten zu können. Der VdZ hat wieder und wieder darzulegen versucht: Wir haben ganz sicher das Gegenmittel gegen alle Übel mitten unter uns. Als Gaben. Aber wir sind in kollektiver Verblödung versunken - und das ist einer kollektiven Charakterverbildung zuzuschreiben. Und nach wie vor wird aus Talent, Charisma, Begabung ("Gabe") Anspruch abgeleitet, statt Charakterbildung als das einzige und ausschlaggebende Kriterium zu begreifen, ohne die jede Gabe zum abgewrackten Dreck buchstäblich versinkt. Entweder wird nämlich heute "Persönlichkeitsbildung" als "Machbares" pervertiert und genau dadurch verhindert, oder Talent als einziges Kriterium gesehen, das Verwahrlosung weil verweigerte Charakterbildung rechtfertigt. Die Scheinpädagogik der Kinder-Vergöttlichung, in die ganze Generationen bereits getaucht wurden, ist dabei kaum genug in seiner Verderblichkeit zu nennen. Die genau das nicht mehr kennt: Daß Charisma, Begabung zuerst und vor allem Charakter braucht. Sonst ist sie nicht nur wertlos, sondern sogar verderblich. Denn Begabung kann auch zerstören, ja sie zerstört, wenn sie nicht ausreichend durch Charakter gefaßt wird. Aber davon haben seit Jahrzehnten nicht einmal mehr Lehrer überhaupt auch nur eine Ahnung.

Gerade das "zu früh ankommen wollen" ist dabei eines der heutigen Problemthemen. Denn die Methodik, die an allen Ecken und Enden wartet, zielt genau darauf ab. Aber sie zerstört sogar das Mögliche. Und das ist was an dieser Stelle so oft schon dargelegt wurde: Die heutige "Förderungspraxis" vernichtet sogar, was an Charismen gegeben wäre, weil sie das Charisma (das Talent, die Begabung) für sich stellt und nutzbar machen will.

Aber Charisma braucht einen ganz konkreten und historischen, deshalb ortsgebundenen Formungsweg, um jenen Charakter zu zeitigen, der auch ein Charisma überhaupt erst leuchten, wirksam werden lassen kann. Der wirkliche Ort eines Menschen ist Gabe, ist ungeschuldet, ist nur zu erhoffen wie dankbar anzunehmen. Die Grundhaltung, die es als Charakter also zu lernen gilt, ist zu lernen, das Gegebene anzunehmen und darin dankbar zu halten.

Der Kraft und Strenge von oben - dem, was sich im Charisma ergießen möchte - muß sich Kraft und Strenge von unten entgegenstellen. Zärtlichkeit reicht nicht nur nicht, sondern zerstört dieses Treffen. Es braucht Männlichkeit.










*310716*

Sonntag, 31. Juli 2016

Alles ist nur, weil es korrespondiert

Was also das Licht "leistet" ist Anruf an alles Dinghafte zu sein, diesem erfaßten Lichtquant zu antworten - und zwar: durch Anähnlichung. Erst in dieser Anähnlichung empfängt es jene Kraft,  an der es nunmehr durch seine Realität Anteil hat, in der es selbst sein kann.*

Dieses Selbstsein (zu dem das gewissermaßen physikalische, emanierte Licht als tragender Finger Gottes, des Seins überhaupt, anwegen will) ist aber kein autonomistisches Selbstsein, ein Dingseinkönnen, das für sich möglich wäre. Sondern es ist nur in der Realität und als Realität in einem unüberschaubaren (und in seinen Möglichkeiten unendlichen weil historischen, in der Zeit je auseinandergefalteten) Beziehungsgeflecht zu sehen. Jedes Ding ist also nur Ding weil und insofern es in einer Bezogenheit steht, udn das heißt auch: Abhäüngigkeit. 

Denn die Schöpfung - alles, was Sein im Seienden hat, als Übernahme einer Ähnlichkeit mit dem Licht - strebt in seiner Tendenz zu einem Erhalt in seiner Gesamtheit und als Gesamtheit, und teilt einander den jeweils adäquaten Aspekt des Lichtes (analog, das heißt ähnlich, aber in einer je anderen Form, so wie Sonnenstraholen sich im Prisma - dessen "Geheimnis" seine Form, seine Lenkung der einfallenden Lichtstrahlen ist! - brechen und in Farben aufspalten) mit.

So ist einerseits die reale Schöpfung tatsächlich quantitativ-summativ, aber als endliche Schöpfung nicht unendlich, und doch ohnendlich weil potentiell ohnendlich. Das heißt, daß eine je aktuelle Präsenz der Dinge (die aber immer nur ein Durchgang in Aktivität ist, aus Vergangenheit in ein unbestimmbares Zukünftiges) zwar nur endlich sein kann (und schon gar in der Vergangenheitsbetrachtung, denn was wir sehen ist auch immer Vergangenheit), aber als Aktives (ohne das es nicht wäre) genau nicht in dieser Endlichkeit fixiert ist.

Unendlichkeit als Gegenwärtigseiendes** ist nur im (zeitlosen) Geist möglich, den man wie einen Anschluß des Endlichen ans Unendliche sehen könnte. Es ist deshalb nur dem Menschen möglich, der sich AUF der Schöpfung zu dieser Ohnendlichkeit (in der das Leben nicht aufhört) aufschwingen muß bzw. kann bzw. dazu gerufen ist.

Antwort aber kann nur etwas geben, sagt Thomas v. Aquin (s.th. bzw. d.v.), wenn es zuvor verschieden war, also ein "Proprium" - etwas Eigenes - hatte. Nur dann kann es sich angleichen.  Im letzten ist dieses Verschiedene nur dem Menschen möglich, weil er im (freien) Urteil auch DAGEGEN urteilen kann. Dinge, Tiere, Pflanzen können sich nicht DAGEGEN entscheiden, ihre Aktivität ist ausschließlich erleidend, sie sind nicht frei. Dinge, Pflanzen, Tiere sind als Entitäten (Seiende), die ihr Seiendsein erleiden, die gewissermaßen "an sich selbst leiden", und NUR insofern können sie sein. Der Mensch kann auch nicht-sein (im Irrtum) oder nicht-sein-wollen (in der bösen Tat).

Der Mensch kann und muß (!) sich zum Licht verhalten, er kann gar nicht ohne Antwort bleiben. Sodaß es (immer) an ihm liegt, die Welt ins Sein und sogar in die Ohnendlichkeit zu führen (in Anähnlichung, NICHT aus eigener originärer Schaffenskraft!) - oder nicht. Und er kann es tun durch Suchen der Wahrheit, die also als dynamischer (personaler) Prozeß, als Aktivität verstanden werden muß. Sie IST nicht einfach eine "gedankliche Richtigkeit", auch wenn sie damit zu tun hat, sich darin ausdrückt.***

Zugleich wird deutlich, daß die Freiheitserfahrung wie -realisierung direkt an eine personale Begegnung mit der Welt (und deren Sein als gespiegeltes, schattenhaftes, unverfügbares Sein in ihr) gekoppelt ist.



*Man täuscht sich also sehr leicht, wenn man meint, daß die Sonnenstrahlen die Energie "für" den offenen Blumenkelch HABE, der sie auffange und DAVON zehre. In Wahrheit tanzt das Ding (die Blume in dem Fall) mit dem Sonnenstrahl den Tanz des Selbstseins, und hat in der Antwort die ihm aufnehmbare Kraft, weil es an ihrem Wirklichsein nun teilhaben kann, so lange der Sonnenstrahl das auch will. Wir dürfen uns die Welt und die Dinge also nicht einfach wie eine Billardkugel und einen Queue vorstellen, sondern als Aktivität und Zuneigung ZWEIER Seiten - korrespondierend! Und es korrespondiert NUR ALS GESTALT und IN GESTALT.

Simples (und gewiß mangelhaftes) Beispiel, um es ein wenig anschaulicher zu machen: Eien Maschine zerfällt, wenn sie nicht die ihr adäquate Antwort gibt. Zugleich ist sie ein Beispeil dafür, was dem Menschen möglich ist: denn er kann durchaus eine Art "zweiter Welt" schaffen. Aber er kann es nur, in dem er auf Dinge zurückgreift, die in ihrer primordialen Art auf die erste Wirklichkeit - Sonne, Licht - zurückgeht. Die Maschine ist auf eine Weise Menschenwerk, transzendierte Urdynamik sozusagen. Aber sie ist in allem von der ersten Wirklichkeit abhängig, in allen ihren Teilen. Ohne göttliches Wissen keine Idee, ohne primordiale Welt (der "Rohstoffe", sagen wir es so) keine Maschinenteile.

**Gegenwart ist ja ein Paradoxon: Denn genau das Gegenwärtigsein hat kein konkretes Seiendes, sondern IST Konkretion im Übergang von Vergangenem zum Zukünftigen. So ist zwar alles nur, weil es gegenwärtig ist, aber in diesem gegenwärtig sein ist es nie real - und doch nur darin real. Alles ist also nur in Aktivität (actu) real. Als käme es in gewisser Hinsicht nur auf diese Antwort an, um real zu sein, nicht auf ein manifestes reales Dingsein, das nie statisch gedacht werden kann. (Statisch ist nur das Tote, und nicht einmal das, denn es zerfällt, überläßt man es dem Selbstsein.)

***Vielleicht kann man es so ausdrücken: Es GIBT zwar (potentiell) "richtiges Denken", aber das gibt es nur in personaler Teiladäquation an eine Teilwahrheit. Für eine Gesamtwahrheit, die alle Dinge in rechte Ordnung stellen kann (wozu ein unendlicher Intellekt nötig wäre; wer Wahrheit "denken" will, rational denken will, wird auf Unendlichkeit bzw. Unerschöpflichkeit und Ungenügendheit stoßen; hier wäre nur noch die Poesie, die Kunst als Darstellungsmedium möglich), reicht es nicht aus. "Richtiges Denken" versagt also unmittelbar an ihren Rändern - in den Bezügen und Beziehungen der Dinge. Deshalb ist die Frage nach dem "richtigen Denken" (in der Wahrheit bzw. mit diesem Anspruch) eine ganz konkrete, je individuelle Frage der Gestaltung der Beziehung eines Menschen zu Gott (denn AUS dieser Beziehung austreten kann er sowieso nicht.) Aus diesem Grund findet sich in der Art, wie jemand denkt, was er spricht, sagt, welche "Richtigkeiten" in seinem Denken zu finden sind und wie er damit umgeht, auch ganz konkret eine Art lexikalischer Niederschrift und Matrix seiner Verhältnisgestaltung zu Gott und über sich selbst.




*090616*

Samstag, 2. April 2016

Prinzipielle Gewißheiten sind intuitiv

Aus der prinzipiellen Wesensgleichheit der Menschen ergibt sich, daß auch ihr erstes, intuitives Erfassen der Prinzipien der Wirklichkeit völlig irrtumslos sein muß, schreibt Thomas v. A. Anders wäre auch Intersubjektivität und jede Form von Kommunikation gar nicht möglich. Diese Prinzipien werden geschaut, und nicht diskursiv erschlossen.

Und erst darauf kann überhaupt wissenschaftliche Erkenntnis in ihrem Anspruch auf objektive Gewißheit aufbauen. Alle diskursiven Erkenntnisse müssen deshalb von dieser intuitiven Erkenntnis der Prinzipien ausgehen, und sie können ihre Gewißheit nur unter Zurückführung auf diese Prinzipien erhalten.

Denn in diesem ersten, unmittelbaren, intuitiven Schauen wird ein Gegenstand so durchschaut, daß ein diskursives Urteil nur "so" und nicht anders möglich ist. Während aber diese ersten Prinzipien unmittelbar geschaut werden, kann Wissenschaft ihre Gewißheiten nur in davon abgeleiteter Weise erlangen. Dort, in dieser Ableitung erst, ist sie dann aber irrtumsanfällig, und hier ist der Ort, wo Sittlichkeit ihre Bedeutung gewinnt.

Gemeinsamkeit im Erkennen geht also den Weg über die Wahrheit, und damit den Weg über die persönliche Haltung zur Wahrheit. Der Mensch der Lüge handelt also nicht nur gegen sich selbst, sondern er bricht die Kommunikation mit dem anderen (wobei immer: wider besseres Wissen.) 

Weil aber kein Mensch ohne Gewißheiten leben kann, ist es die Wahrheit, die die Menschen im Bestand hält, und aus der er hervorgeht. Das läßt das absolute Novum des Christentums ahnen, in dem die Grenzen der natürlichen Welt überschritten und der Mensch in die Übernatur gehoben wird.

Weil aber die Weise des Menschseins (im Dasein in der Welt) die der Persönlichkeit ist, setzt dort die sittliche Forderung an: In der Persönlichkeitswerdung, die als Persönlichkeit-sein ein immer aktualer Prozeß (der Beziehungsgestaltung) ist, und in der daraus konstituierten Art der Persönlichkeit (dem Charakter) steckt auch das Prinzip der Fähigkeit zu wahrhaftigem, also wirklichkeitsgerechtem Denken. Das sich in seiner wesensnotwendigen Verflochtenheit mit Welt und umgebenden Menschen zur Kultur verbindet. Die als Geflecht von Beziehungen diese Beziehungen zu dauerhafter, institutionalisierter Form - in Sitte, Brauch, Riten, etc. - bringt bzw. gebracht hat.

Deshalb ist auch klar, daß das Wesentliche des Abendlandes das Christentum war - als kulturprägende, ja -schaffende Macht. Kein Zuwanderer anderen Glaubens kann deshalb einfach über Imitation von Bräuchen oder über Erlernen der Bedienung von Technik wirklich "integriert" werden. Das wäre erst bei Taufe möglich, könnte erst dort beginnen.

Eine Erneuerung des Abendlandes aus dem Heidentum bzw. von nichtchristlichen Religionen zu erwarten ist deshalb eine contradictio in adjectio - ein fataler Trugschluß. Nur aus dem Christentum kann sich das Abendland überhaupt erneuern und reformieren. Alles andere wäre eine Neugründung einer weltimmanenten Kultur, und im übrigen Zynismus den Zuwanderern gegenüber. Denen vorgegaukelt wird, sie könnten an dieser Kultur teilhaben ohne Christen zu werden. Sie werden mit Notwendigkeit scheitern, weil ihnen diese Kultur nur über technisch-methodische Imitation in ihren Rändern alleine "zugängig" sein wird.





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Freitag, 20. März 2015

Denken nach Art der Vernunft

Aber ist es nicht, schreibt da Leser R, unzulässiger Psychologismus, etwa die Klimapropheten bestimmter Richtung charakterlicher Dispositionen zu zeihen? Wie komme der Verfasser dieser Zeilen zu dieser Behauptung, die sich doch gar nicht belegen lasse? Sei das nicht der Versuch der Verleumdung?

Diese Behauptung, werter Leser R, steht, so antwortet der VdZ, auf weit tieferen Überlegungen, als quasi persönlicher Voreingenommenheit und dem Versuch, unliebsamem Widerspruch durch fiktive Anmeldung persönlicher Bedenken Zweifel auszulösen, um Glaubwürdigkeiten zu verändern. 

Denn der Mensch, auch ein Wissenschaftler, erkennt nur im Maß und in der Gestalt seiner persönlichen Vernunft. Die nämlich ein Vermögen ist, kein einfach festzulegendes Inhaltliches. Die Wesensform einer menschlichen Vernunft sagt also sehr wohl etwas darüber aus, welcher persönlichen Verfaßtheit und Motivlage sich ein Mensch bedient bzw. von welcher er bestimmt ist.

Nun ist es so, daß sich dieses Vermögen der Vernunft nur am Einzelnen insoweit festmachen kann, als es im Einzelnen ein Wesensbild erfaßt. Das vom Einzelnen repräsentiert wird, aber nicht einfach im Faktischen erkennbar ist, sondern daraus abstrahiert werden muß. Der Mensch erkennt nämlich nur Allgemeines, das sich im Einzelnen repräsentiert, wenn es auch nie ausschöpft.  

(Die Erkenntnis liegt also nicht "in" der Materie, im Stoff, in dem sich etwas zeigt, sondern in der dahinterstehenden Idee, die im Einzelnen, immer bedingt von Ort, Beziehungsgefügen etc., individuell wird. Und nur individuell, weil es das Allgemeine an sich nicht konkret gibt, ihm kommt keine Realität zu. Vielmehr ist das Einzelne nur als Einzelnes Träger des Wirklichen, sofern es dem Allgemeinen als Urbild entspricht. Simples Beispiel: Eine Pflanze mit Hühnerbeinen wird nicht als Pflanze bestehen können, es gibt sie nicht. Sie besteht nur, wenn und soweit sie dem Urbild Pflanze entspricht, und das Konkrete an dieser oder jener Pflanze erzählt von diesem Ringen um die Abbildhaftigkeit vom Urbild.)

Seine Aussagefähigkeit bzw. die Aussagefähigkeit des Erkennenden beschränkt sich also darauf, was etwas sein KANN. Nur wenn man abschätzen kann, daß sich dieses oder jenes so oder so verhalten KANN (oder: könnte), kann man von Erkenntnis sprechen. Im Einzelnen verbleibend, wäre das keine Erkenntnis, niemals könnte von einem Einzelnen weiter geschlossen werden. Der Mensch wäre reiner Kollektor von Einzeldingen, die sich durch nichts verbinden ließen. Das das Einzelne Verbindende, das Allgemeine also, ist es, was wir erkennen.

Zugleich läßt sich sagen, daß man etwas nicht erkannt hat, wenn man nicht sagen kann, wie es sein könnte oder kann! Dann fehlt dem Erkennenden einfach das Urbild, nach dem sich das Einzelne ausstreckt (in seinem Sosein, das zuerst ein Seinwollen durch Konkretion und Urbildentsprechung ist.)

Dazu muß der Mensch sich also in seiner eigenen Vernunftfähigkeit diesem Allgemeinen öffnen, er muß daran teilhaben: seine Vernunftfähigkeit ist also die Fähigkeit, allgemeine Bilder nicht nur zu tragen, sondern mit diesen identisch zu sein.² Das macht das Erkennen bzw. Erkannte im Menschen mit dem Objekt des Erkennens identisch - es macht die EINE Vernunft. 

Vorausgesetzt, es gibt dieses Urbild. Und bedenkend, woher dieses Urbild stammt. Wissenschaft kann sich also nur auf tatsächliche Urbilder berufen. Sonst wird sie zur bloßen Phantasie, wobei diese Phantasie das Urbild, auf das sich derjenige Wissenschaftler, der ja solcher dann nicht mehr ist, bezieht.

Wenn der Mensch wie im Falle des Klimas also gar nicht weiß, was Klima überhaupt ist (weil es "das Klima" gar nicht real gibt, es gibt nur Wetter), er das Urbild also gar nicht kennt, gar nicht weiß, wie es wirklich "funktioniert", wie es ist, so kann er nur spekulieren, wie es sich entwickelt, weil er zuvor spekuliert, wie es "ist". Dieses Phantasieren, das es dann ist, drückt nun aber ohne jeden Zweifel jene Bilder aus, die die Struktur seiner Vernunft repräsentieren. Denn im Einzelnen läßt sich offenbar NICHT auf Weltklima etc. etc. schließen. 

Der solcherart "Prophezeiende" verrät also, auf welchen Grundannahmen er seine Phantasie spielen läßt. Und damit verrät er die Struktur seiner eigenen Persönlichkeit.  Denn jede Vernunft streckt sich nach dem aus, was es als Gut, als Ziel erfaßt.

Deshalb lassen sich in den Klimapropheten bestimmten Couleurs (Ihr Begriff, werter R) sehr klar charakterliche Dispositionen bestimmen. Selbst die Vermessensten müssen ja zugeben, daß sie im Grunde nichts oder "viel zu wenig" verstehen, um Klima zu verstehen. Damit liegen immer sehr persönliche Dispositionen (als Motive, ein Bild zu entwerfen, haben sie ja kein objektives, allgemeines Bild, auf das sie sich beziehen, sprechen sie vom konkreten Klima) jenen (nunmehr offen so nennendenden) Phantasmata zugrunde, die jemand als Urbilder herbeizieht, formuliert er aus einer Nicht-Kenntnis ein Mögliches.

Also zeigt sich in den Klima-Weltuntergangspropheten auch eine entsprechende Disposition einerseits, sowie anderseits eine Neigung, die konkrete Welt zu sehen. (Ob das gut oder schlecht ist, ist da ohne Belang. Daß es gut sei, das behaupten diejenigen ohnehin.) 

Damit wird es einfach, denn nun läßt sich sehr leicht zeigen, daß hinter diesen subjektiven Vorstellungen ein Bild von einer Welt liegt, das einerseits mechanistisch ist, und zwar oft von der einfachsten Sorte, die Welt also als recht einfachen mechanischen Apparat sieht, das weiters den Sinn der Welt mit inhaliert, weil es eine Entwicklung qualifiziert,  und das ferner aus Nichtwissen heraus eine Verfügungsmacht des Menschen postuliert, die einmal zu begründen wäre angesichts einer Situation, in der sich die Möglichkeit der Lenkung von Wetter oder Klima in nichts nachweisen läßt, ja die Erfahrung strikt dagegen spricht: Nichts am Wetter ist vorhersagbar, nimmt man kleine, beschränkte Einzelzusammenhänge und Erfahrungswerte aus, sodaß Einzelvorkommnissen gewisse und sehr beschränkte Wahrscheinlichkeiten unterlegt werden können.*

Der Eindruck mag täuschen, geschätzter Leser R, aber dem VdZ kommt es so vor, daß sich deshalb ein immer größer werdender Teil der Klimakatastrophenwarner und -propheten gar nicht mehr die Mühe macht zu verschleiern, daß sie im Grunde eine Änderung des menschlichen Lebens, der Gesellschaften wollen. Und zwar gleich weltweit (wofür die Metapher vom "Weltklima" ja alles hergibt). Denn nur auf "wissenschaftliche Klimaforschung" läßt sich einfach gar nichts von dem aufbauen, was da von der Politik gefordert wird, und dem gemäß sich das gesamte Leben und Wirtschaften weltweit ändern sollte weil "müßte". Immer mehr Klimapropheten öffnen ihr Visier und beziehen sich gleich und direkt auf eine Veränderung der Lebensweise als Forderung. Worum, so der VdZ, es ihnen ja immer nur ging. Und so wird noch mehr erkennbar, welchen utopischen Geistes Kind da entschlüpft ist und sein Unwesen treiben möchte. 

Wie ein erst jüngst auf den Tisch des VdZ gewandertes Büchlein**, in dem die sich auf akademischeste Weihen stützenden Verfasser eigentlich nur noch von neuen Wirtschafts- und in Wahrheit alten sozialistischen, ja marxistischen Gesellschaftsmodellen sprechen. Die sämtlich mit utopistischem Einschlag (weil nunmehr "vernünftig") nicht geizen, und im Grunde alte Phantasien von Umverteilung und "Gerechtigkeit", noch mehr aber einen aberwitzigen Weltbeherrschungswahn aufkochen.*** Und welchen Charakters, von welcher Persönlichkeitsstruktur, welcher Wirklichkeitsbeziehung und welcher Weltanschaulichkeit Menschen mit diesen Forderungen sind, darüber muß an dieser Stelle kein weiteres Wort mehr verloren werden.




²Diese Aussage läßt sich am Beobachten von Kindern, deren Wachsen in der Erkenntnis, ausgehend vom Identifizieren mit Wesensbildern, deren Ergreifen aus der Nachahmung etwa, hervorragend verifizieren.

*Wovon ja die Wettervorhersage lebt. Es wäre so nebenher interessant zu prüfen, wieweit die jahrhundertealten Bauernregeln außer Kraft sind; was vielleicht, wenn schon, ein Indiz für Änderungen wäre. Die wenigen Regeln, die der VdZ kennt, stimmen aber nach wie vor.

**Möglicherweise wird der VdZ darüber hier noch berichten, er kämpft momentan mit einem Buch, das eigentlich einer Befassung gar nicht wert wäre, aber vielleicht als Symptomatik verwertet werden kann.

***Die Regel ist simpel, aber umso zutreffender: Je weniger Wirklichkeitsmacht den (meist einfach narzißtischen) ungewirklichten Selbstansprüchen entspricht, desto größer und umfassender und totalitärer werden eines Menschen Machtansprüche. Eine in einem Zeitalter kastrierter Männer und entweiblichter Frauen - wo also schon grundlegendste Wirklichungspotenz fehlt - wahrlich beängstigende, im Alltag dabei unentwegt verifizierbare Erkenntnis. Oder was sonst steckt dahinter, wenn sich Millionen bemüßigt fühlen, dem Papst twitternd Ratschläge oder Zuspruch zu geben, oder sich in Weltpolitik einzumischen?





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Dienstag, 17. März 2015

Wo der Mensch irren kann

Nun begegnet dem Erkennenden (Menschen) immer eine Gestalt, die "ganz" ist - ein Sein. Und dieses ist zusammengesetzt. Ein solches Ding also zu erkennen verlangt das "richtige" Zusammensetzen der Einzelerkenntnisse (in denen er nicht irren kann). 

HIERIN aber, in diesem Verbinden, das eine menschliche Leistung ist, kann er irren. Während Leugnung und Nicht-Verbindung diese Verbundenheit (die in der Gestalt/dem Sein des Erkenntnisdinges liegt) löst und Verschiedenheit und Mehrheit anzeigt. Der solcherart Irrende erkennt also eine Gestalt nicht wirklich als wesentliches, wesenhaftes Ganzes. Das (gewissermaßen) falsch Zusammengesetzte geht in dem Begegnenden (Erkenntnisobjekt), in dem sich der Erkennende wie früher dargestellt nicht irrt (solange sein Erkenntnisvermögen gewissermaßen noch in potentia, möglich bleibt), nicht restlos auf.

Diese Aussagen sind deshalb von so hoher Bedeutung, weil auf ihnen die Gewißheit ruht, daß eine Einigung, Einheit der Menschen ÜBER DIE GESTALT verläuft, und dort auch und immer MÖGLICH ist.*



*Diesen Vorgang zeigt jedes alltägliche "Freiwerden von Täuschung", das Korrigieren eines Irrtums also: Es ist als Rückbesinnen auf das wirklich Begegnende, und als Korrigieren eines Urteils im Erkennenden zu sehen. Ein Disput unter Meinungsverschiedenen hat deshalb nur dort Aussicht auf Einigung, wo die prinzipielle Bereitschaft oder Fähigkeit (weil Freiheit zur Vernunftoffenheit) zur Wirklichkeit vorhanden ist: Die Einheit liegt nämlich IN DEN DINGEN, den Erkenntisobjekten, während die Vernunft nur allgemeine Prinzipien zur Anwendung bringen kann. Eine Einheit quasi "nur über den Disput über Einzelnes" ist also gar nicht möglich, weil sie den jeweils Irrenden zu einem wesensfremden Akt bringen würde. (Etwa durch "Überreden" etc.) Disput kann nur auf ein Wirklichkeitsbegegnung "verweisen", die dem anderen jeweils gleichfalls möglich ist, und dem ein beiden gleiches VernunftVERMÖGEN gegenübersteht. Nur (vereinfacht gesagt) gleiches Erkenntnisvermögen vermag gleich zu urteilen und gleich zu erkennen. (Weshalb in Situationen, in denen der Lebensvollzug auf einfachste oder alle gleich bestimmende Umstände zurückfällt, wie in Notzeiten, die Einheit der betroffenen Menschen tatsächlich stärker wird.)

Mit der Voraussetzung, daß die allgemeinsten Vernunftprinzipien allen Menschen gleich evident sind: Daß eines nicht ein anderes sein sein, daß ein Prädikat deckungsgleich mit dem Subjetk ist, etc. etc., läßt sich kulturelle Einheit aufbauen.

Deshalb eint nur der Kult (wobei Lebensvollzug selbst als solcher zu sehen ist: das simpelste reale Leben kommt aus dem religiösen Kult, nicht umgekehrt, wie heute oft geglaubt wird, weshalb den "Urvölkern" Religion und Alltag insgesamt und untrennbar heilig war, während das Auseinanderreißen in "säkular" und "religiös", wie heute, unweigerlich und je nach Grad Auflösung von Gemeinschaft bringt), der reale Vollzug, die reale, tatsächliche Wirklichkeit - nicht die für sich gestellte "vereinzelte Meinung".




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