Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Donnerstag, 10. Februar 2022
Sieben weitere Jahre durchgekaut
Mittwoch, 14. April 2021
Mit einem Blick erkannt
Es sind nicht die Merkmale, von denen eine Wesenserkenntnis abhängt, sondern es ist umgekehrt. Und die Merkmale wiederum können nicht nur als Defizit (oder vollkommener Ausdruck) wahrgenommen werden, sondern sie werden wahrgenommen, weil die intuitive Erkenntnis, die auf das Personsganze geht, der Teilerkenntnis nicht nur quantitativ, sondern in der Dimension weit vorausgeht. Das schreibt Hans-Eduard Hengstenberg dazu in seinem Aufsatz "Erkenntnis als Urphänomen". Worin er zeigt, daß der Erkenntnis jene Unhinterfragbarkeit vorausgeht, die auch anderes kennzeichnet, wie - die Wahrheit. Sie ist "einfach da", und jeder bezieht sich darauf. Sie kann nicht einmal "weggefragt" werden, sondern sie umschließt das menschliche Sein von seiner Wurzel her.
Aber mehr noch, fußt das Erkennen in einem Sinnganzen, das selbst wieder im intuitiven Akt vom Erkennenden erfaßt wird, und diesem in den Dingen der Welt begegnet. Jeder intellektuelle Akt wiederum wird von diesem Vorrationalen durchdrungen.
Der zwar eine gewisse Analogie mit dem hat, was man als "Fühlen" bezeichnet, aber NICHT IDENTISCH damit ist. Vielmehr muß er dann durch den Intellekt geprüft, und braucht einem gereinigten Willen als Analogie zur Seinsstärke.
Dies sei auch zum leidigen Thema "Masken" gesagt. Die der VdZ auch lästig und oppressiv und ekelig und was weiß der Deibel noch alles findet. Aber sie mit dramatischen Worten zu einem "Tod der Kommunikation" hochzustilisieren, wie es hiesige Küchenpsychologie gerne macht, ist weit übers Ziel geschossen. Wir haben schon vor Monaten darüber gehandelt.
Jetzt haben wir in Hengstenberg aber diesen Aufsatz gefunden, der wie die Faust aufs Auge zu diesem Thema paßt. Und die Ausführungen des VdZ bestätigt. Die Welt ist nicht deshalb zu einem anonymen Maskenetwas geworden, weil wir diese Dreckfetzen im Gesicht tragen, die eh nix bewirken.*
Die wunderbare Passage über den intuitiven geistigen Akt als Laudatio aber wollen wir dem Leser auch im Original nicht vorenthalten, er wird selbst erkennen, warum.
Im intuitiven geistigen Akt wird das Seiende um seiner selbst willen bejaht. Im Vollzug dieses Aktes liegt Freude dafür, daß das Seiende ist, was es ist, und so ist, wie es ist - ohne alle Vorbehalte.
Dem widerspricht nicht, daß der intuitive Akt vorrational vollzogen wird. Im Gegenteil, dieser vorrationale - nicht irrationale - Charakter verhindert von vorneherein alle Verzwecklichung und garantiert die Selbstlosigkeit des Schauens.
Das Seiende um seiner selbst willen zur Offenbarkeit bringen. Etwas davon hat Heidegger tief gesehen in seinem Begriff des "Seinlassens", nur hat er es wieder verdorben durch seinen Impersonalismus beziehungsweise Anipersonalismus.
Das Seiende zur Offenbarkeit bringen und ihm eine Laudatio spenden, beides ist das Zusammengehörige im intuitiven Akt. Darin liegt der tiefste Sinn der Erkenntnis und der intuitiven Erkenntnis im besonderen. Hier leuchtet die Zweckentbundenheit aller tieferen Erkenntnis auf. Insofern der Mensch im Vollzug intuitiver Akte steht, kann er nicht lügen, verdrehen oder hassen, auch nicht "verbergen" im Sinne Heideggers.
Zugleich ist es eine Laudatio des Schöpfers durch die Laudatio der Geschöpfe hindurch.
Der intuitive geistige Akt hat eine Nähe zu dem, was in der patristischen Philosophie das "innere Wort" (verbum mentis) genannt wurde. Zur Vollendung kommt diese Laudatio, wenn das innere Wort des Aktintuitus Ausdruck im Sprachwort gewinnt.
Hier liegt die tiefste Wurzel der menschlichen Sprache, das Wort ist nicht primär "Zeichen" zum Zwecke der Bezeichnung von etwas, wie die zeitgenössische Sprachwissenschaftstheorie meint.
Die Lehre vom intuitiven geistigen Akt ermöglicht eine Rehabilitation und Belebung der echten Meditation. Damit die alberne Nachäffung der östlichen Meditation, deren Eigenwert nicht verkannt werden soll, betreffend Nirwana, Re-inkarnation und dergleichen endlich aufhört.
Noch etwas. Von unserer Sicht aus erscheint der Gesang der Singvögel, der nicht auf biologische Zwecke wie Weibchenwerbung oder Warnung des Konkurrenten im Nachbarrevier einzuengen ist, als Analogie zum Aktintuitus und dessen Ausdruck im Wort.
Und damit ergibt sich eine weitere Nähe, nämlich zum Heiligen Franziskus, der seine Mitgeschöpfe als seine Brüder und Schwestern ansprach. Hätte man mehr auf Franz von Assisi gehört, der in der Geschichte der Heiligen im Hinblick auf Naturmeditation eine Sonderstellung innehat, dann wäre in der Kirche manches anders verlaufen. [...]
Die Laudatio im intuitiven Akt ist schon Antwort auf den Anspruch, den die Seienden aufgrund ihres Seins, ihrer Wesenheit und ihres ontologischen Sinnes an den Menschen ergehen lassen. Nur als Angesprochener kann der Mensch antworten und überhaupt sprechen.
Es ist nicht so, als wäre der intuitive geistige Akt von Haus aus eine neutrale Kenntnisnahme, und als wenn sich daran erst eine Antwort anschlösse. Sondern der intuitive Akt ist Antwort und nur als solche existent.
Der Mensch ist wesentlich ein die Dinge und den Schöpfer lobender. Unabhängig von allem "Nutzen für etwas". Das ist die Abundanz des Aktsinnes gegenüber dem ontologischen Sinn, den die nichtpersonalen Seienden in sich auf Grund ihres Seins- und Sinnentwurfs besitzen.
*Wieder gibt es eine (übrigens: leicht zu lesende) US-Studie zum
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| QR Maskenstudie |
Und erneut zu dem Ergebnis kommt, daß Masken völlig wirkungslos beim Versuch sind, eine Seuche zu verhindern oder auch nur einzudämmen, weil eine interpersonale Übertragung verhindern.
Das tun sie nicht nur nicht, sondern Masken sind in einem Punkt vor allem sogar SEHR wirkungsvoll: Dabei, eine ganze Menge weiterer und schwerer Krankheiten auszubrüten, zu begünstigen oder ganz gewaltig zu verschärfen.
Der Unterschied? Der Unterschied ist wohl, daß sich gar so viele auf WissenschaftLER beziehen, also auf Personen, und dabei wiederum auf Wissenschaftler, die ihr Gebiet maßlos überschreiten, um persönlichen Gewinn, Ansehen, Macht, Autorität aus ihrem rein weltlichen, nicht-fachlichen Beziehungen zu schöpfen. Und sich in Aussagen versteigen, die sie kraft ihres Berufes in eine Aura von Wissenschaft tauchen, die aber lediglich persönliche Intentionen tragen. Und genau darin werden sie von der Politik sehr geschätzt, weil sie dieser sogar die Entscheidungen abnehmen, ohne dafür Verantwortung zu tragen. Denn dann, dann "war es die Wissenschaft."
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| QR Merkur und Masken |
Sonntag, 31. Dezember 2017
Auch die Rechte hat keine Männer
Also verweigern Sie sogar in Punkten Widerspruch, die nicht einen Moment Zurückweichen für einen Rechten oder einen Konservativen bedeuten dürfen. Dürfen! Wie dem der Abtreibung. Was für ein jämmerliches Bild, Herr Sellner, in diesem Moment des Interviews!
Deshalb haben Sie Angst, man merkt es in diesem Interview in jedem Moment. Und schleichen wie ein fußwunder Nasenbär um die - wartende, ja bittende! - Beute herum, die Sie nie als Beute anzusprechen wagen. Weil es am entscheidenden Schritt, am Mut zum Mann, und das heißt: am Mut zum Absoluten, einfach fehlt. Und deshalb glaubt der VdZ nicht an die Identitäre Bewegung als maßgebliche Kraft. Wenn sie mehr in den Medien auftauchen wird, zukünftig, dann ist das nur Erweis, daß sie die Zeit eben NICHT an ihren Eiern zu fassen kriegt. Sondern ihr hinterher kriecht, dieses nur besser verschleiert als die Linke.
Hegels "Ich möchte in einer Situation trotz aller Widersprüche geliebt werden, also relativiere ich die Widersprüche, lasse sie in jedem Fall gut ausgehen!" reicht nicht für die Welt, das sei klar gesagt. Vielmehr beginnt das Mannsein dort, wo man sagt: Nun werde ich nicht mehr geliebt. Weil Mannsein heißt, ja erst dort beginnt, wo man das weiß: sich der absoluten Wahrheit verpflichtet zu wissen.
Sonntag, 22. Oktober 2017
Stellen wir die Sache einmal auf ihren paradoxen Kopf (2)
Samstag, 21. Oktober 2017
Stellen wir die Sache einmal auf ihren paradoxen Kopf (1)
Dienstag, 10. Oktober 2017
Von der zeitlosen Zeit
Es erklärt auch, warum man im Alter die Zeit als immer rascher vergehend erlebt. Heidegger hat Recht wenn er sagt, daß es ein Fehler ist, Zeit an das rein "psychische Erfahren von Dauer" zu verweisen. Der wahre Grund der Relativität der Zeit liegt tiefer, und es waren vor allem die Uhren (die ja auch nur ein Vergleichsmodus sind), die diese falscher Vorstellung einer linearen, gleichförmig voranschreitenden Zeit brachten, was sich zur Illusion verdichtete, daß "Zeit" etwas gleichförmig Voranschreitendes sei, ja DAS gleichförmig Voranschreitende sei.
Daß heute alle älter werden, wie es die Statistik sagt, ist dann der Barmherzigkeit Gottes geschuldet, der jedem Zeit läßt, mehr Zeit, doch noch zum Leben zu kommen. Nein, präziser: Es ist die Tatsache, daß es uns tatsächlich an Zeit mangelt, weil wir bestenfalls der "hereinbrechenden" (anwesenden) Zeit nicht-menschlicher oder gar unter-menschlicher (vegetativer) Vorgänge ausgeliefert sind.
Umgekehrt muß die Verfallenheit in (und an - auch wenn diese Begriffe hier versagen) die Welt (nennen wir ruhig einmal: Lasterhaftigkeit, Getriebenheit von Begierden, usw.) zu einer immer rascher verstreichenden (weil buchstäblich flüchtigen) Zeit führen. Denn dem Dargestellten, dem Anwesenden mangelt es an jener Zeit, die weltliche Zeit überhaupt erst konstatiert, läßt den Ort der Beziehung - den logos, den Sachverhalt (Heidegger) - immer weniger betreten, damit wirklich (anwesend; "gelichtet") sein. Sexuelle Begierde ist ja letztlich gar keine "Beziehung", sie ist ein Zurückfallen auf sich selbst, eine Reduktion auf Beziehungslosigkeit, und damit eine Nichtung. Der Mensch (als Vernunftwesen) fällt auf immer kleinere Lebensvorgänge zurück, die sich aneinander immer mehr beschleunigen*.
Freitag, 6. Oktober 2017
Die Wissenschaft denkt nicht
Samstag, 19. März 2016
Ehe als Dreiecksbeziehung
²Vielfach wird im Ablehnen des "Gendering" der Sachverhalt gar nicht wirklich gesehen, sondern beschränkt sich auf bestimmte Symptome. Aber damit leistet man der Diskussion einen Bärendienst, ja widerlegt sich selbst, gerade im biologistischen Argument. Vielmehr setzt das Gendering dort an, wo jeder aber die Diskussion scheut, denn da würde es mühsam: In der konkreten Rolle, die die Geschlechter jeweils im Leben haben. Wenn eine Dr. Gerl-Falkowitz (die in kirchlichen Kreisen gerne "herumgereicht" wird, weil sie sich gegen "Gendering" ausspricht) also meint, es sei durchaus Männlichkeit, Kinder zu wickeln (natürlich soll hier nicht von jenen Ausnahmen gesprochen werden, die eher als "Unfall" zu werten sind, weil das Alltagskonzept einmal bricht), denn die Polarität sei auf anderen Gebieten maßgeblich und zu leben, so irrt sie, und gar nicht wenig. Gendering beginnt gerade sogar dort, wo man die Frau nicht mehr als "Hausfrau" (als Herrin des Hauses, in der Hinordnung auf das Haupt der Familie, den Mann bzw. seinen Namen) bezeichnet und prinzipiell sieht, weil Berufsbezogenheit nichts mit Geschlecht zu tun hätte. Das hat es sehr wohl! Und wir haben uns durch diese Verwirrung unglaubliche praktische Probleme eingehandelt, weil die "Frau im Beruf" ein ontologisches Problem ist. Hier wird mit dem Wort "Gleichberechtigung" gerade auch in kirchlichen Kreisen betrüblichster Unfug angerichtet, und ein ganz fatal technizistisches, funktionalistisches, ja in Wahrheit materialistisches Geschlechterkonzept eingemengt. Der VdZ behauptet: Weil man in Wahrheit das Kreuz scheut, das mit dieser Diskussion anhebte. Denn dann würde sich die Kirche wirklich "gegen die Zeit" weil gegen den Staat stellen. Solange das aber nicht "behoben" ist, braucht man über Maßnahmen, Ehe und Familie "zu stärken", indem man sie zum "Ding für sich" macht, herausgelöst aus dem gesellschaftlichen Rahmen, als wäre eine "gute Ehe auch so" lebbar, quasi: abgehoben, in einer Art "Eigenwelt", gar nicht nachdenken. Die Verwendung ihrer theologischen Konzeption wird darin zur schrecklichen Selbsttäuschung.
**Ein biologistischer Ansatz, wie er oft zu hören ist (Argument: Fortpflanzung), greift also viel zu kurz, ja liegt häufig nahezu falsch, soll damit die Unmöglichkeit einer Homosexuellen-Ehe argumentiert werden ohne daß der Hintergrund (Offenheit für das Seyn) der Fortpflanzungsfähigkeit ausreichend mitbedacht wird. Vielmehr liegt diese Unmöglichkeit im Wesen der Homosexualität begründet, die eine Verweigerung der Selbsttranszendenz auf die idea hin bedeutet. Da braucht man noch gar nicht mit Schuld oder einer eventuell ererbten Disposition (als Selbstschwäche! als in-sich-Verkrümmung!) kommen. Auffällig ist ja nicht zuletzt, daß auch Verbindungen unter Homosexuellen diese idea (als Mann und Frau ist der Mensch erst Mensch) nachzuahmen versuchen, in ihren Beziehungen je Männer und Frauen "sind". Homosexualität ist eine äußerst weitgehende Haltungsverfehlung, erst in zweiter Linie eine "Tatsünde". Der alte Begriff der Sodomie war hier weit treffender, und ist als vorübergehende Haltungsverfehlung (wie sie im Grunde jede Sünde weil Naturverfehlung ist) ganz anders zu bewerten als die bewußte Haltung "ich BIN homosexuell".
Dienstag, 15. März 2016
Überwindung der Moderne
Dieses Entwerfen aber kann nicht auf demselben seinslosen Rationalismus basieren, der Europa in die völlige (und fast verzweifelte) Unfruchtbarkeit geworfen hat. Es ist ein wirkliches und mutiges Neuwerfen einer künftigen Gestalt. Ob aber Europa das überhaupt noch denken kann? Der VdZ hat so seine Zweifel. Dann aber würde er Europa tatsächlich schon aufgegeben haben. Denn dieser Ansatz müßte heißen: Eine neue Offenheit für Poesie. Denn dieses Denken ist selbst Poesie. Denn in der Poesie ist eben das Sein das Seiende des Seienden. Die Frage ist ja auch, ob es überhaupt ein Seiendes geben kann, das nicht Poesie ist. Wo es das nicht ist, fällt es ins Nichts. Und kein modernes Denken vermag es davor zu retten. Und schon gar keine Weltrettung. Die aber darin auf seltsame Weise ihren Grundimpuls - als Wissen, ja als offenbarte Struktur (!) der eigenen Verworfenheit - offenbart.*
Der VdZ ist sich allerdings nicht sicher, ob das, was Dugin als "Multipolarität" bezeichnet, auch dem entspricht, was auf diesen Seiten mit neuen Notwendigkeiten der Staatsdefinition - der Volksstaat, der Kulturstaat hat sich bereits selbst ausgelöscht, er schlägt nur noch im Todeskampf um sich - anzudenken versucht. Immerhin, es könnte sein.
Übrigens: Auch eine interessante Erfahrung mit der Sprache. Dugin versucht, in Deutsch zu sprechen, und das gelingt erstaunlich gut, obwohl er eine ganz simple deutsche Sprache verwendet, weil er es halt nicht besser kann. Aber das ist gar nicht entscheidend - denn man hört immer das Dahinter!
**Das könnte nur im Christentum geschehen, das sieht Dugin völlig richtig, dessen Zentralgeheimnis und -botschaft genau diese Ereignishaftigkeit, diese Gegenwärtigkeit zum Inhatl hat. Und der VdZ sieht wie Dugin Heidegger - der dieses Denken angebrochen hat, ohne es zu vollenden - im Grunde offen für das Ereignis der Wahrheit in Jesus Christus. Aber in Europa ist das Chistentum im Grunde bereits tot. Auch die Konservativsten singen nur noch einen karikaturhaften Abgesang. Die momentanen Ereignisse in der Kirche sind ohnehin nicht einmal mehr die Atemluft wert, die sie absingt. Es ist vorbei, sie hat keine Wirklichkeitsrelevanz mehr. In Westeuropa. Mit diesen Eliten hat es keine Chance. Die verstehen gar nicht mehr, worum es geht. Und weil es ihnen verborgen ist - okkult ist - ist es für sie überhaupt "okkult". Aber es ist sehr rational. Auch die USA wird aus gleichen Gründen auf das Niveau eines Entwicklungslandes im Chaos zurückfallen. Alleine die wirtschaftlichen Daten zeigen es. Ex oriente lux - realpolitische Hoffnung liegt eher noch im Osten. Dort scheint noch das Potential für diese Existentialität zu bestehen. Selbst von den Ungarn hat der VdZ diesen Eindruck.
Sonntag, 15. November 2015
Es geht um die Sprache. Den logos.
Wie eminent "lebensorientiert-praktisch" ausgerichtet sein Denken ist, zeigen diese 15 Minuten.
Montag, 8. Juni 2015
Sprache spricht sich selbst
Über die Sinne nimmt der Mensch das Wesen der Gestalt (in der Gestalt) auf, und läßt sie in sich (erinnernd) frei schwingen, um seinen Schall zu hören. Diesen Ton, diese Tonfolge wieder läßt er als Wesensessenz Bewegendes sein, wenn er dann das tut, was man als selber Sprechen bezeichnet; mit Recht, weil sich sein Wille mit dem Willen des Wesens des Dings eint. Er ist also nicht "Medium", er ist Tuender, Teilnehmender, wenn die Sprache sich selbst spricht.
Weil aber Person nur in der gewirklichten Bezüglichkeit Welt (weil Persönlichkeit) wird, als aktive Darstellung von Bezügen, ist es das "Wort im Ding", das dem Menschen in der Welt Sein gibt. Über das Hören, über den Gehorsam des Herzens, und dem darauf folgenden Denken, in dem er das Wesen des Dings und damit sein Sein in sich geistig rein wirklicht, bis zum Einen das alles enthält - als Wort.
Es ist damit das Wort in der Welt, das ihm Sein gibt. Im Sagen zeigt es sich. Denn sagen kommt etymologisch von sagan, und das heißt zeigen, erscheinen-, sehen- und hören-lassen. Das Wesende der Sprache ist damit die Sage als die Zeige. "Die Sprache spricht, in dem sie sagt, d. h. zeigt."
Deshalb ist Sprechen von sich aus ein Hören. Wir sprechen nicht nur die Sprache, wir sprechen aus ihr.
Sonntag, 3. Mai 2015
Enttäuschungen
Was Heidegger in Zorn und Ablehnung verfallen ließ, denn er hatte Hitler in einen Rahmen einer geistigen Umbruchszeit und Kontinuitätslinie (aus dem 19. Jhd. heraus) gestellt, wie sie sich damals auf allen Ebenen (bis zur Physik, die sich in der Quantenphysik als Erkenntniskritik wiederfand) vollzog, wo die überkommenen Weltbilder stürzten, weil vorgebliche Sicherheiten fielen - als Zuspitzung zum schöpferischen Menschen, der sich in der Actualitas in der Welt hält, und nur in dieser Aktivität, in diesem Willen, sonst fällt er ins Nichts. Dieser Aufbruch, der als Aufbruch des Denkens an einen Sprach- und damit Geistesraum fällt, der aber Weltbedeutung hat, spielte sich für ihn in Deutschland ab. Er selber deutet sich als in dieser geistigen Bewegung stehend.
Interessant, sehr interessant ist dabei, daß Heidegger offenbar mit Legitimationsproblemen kämpfte, ohne es zu wissen. In den Schwarzen Heften finden sich - für manche überraschend - fast esoterisch wirkende Hinweise auf Koinzidenzen, etwa um die Verortung seines Geburtsdatums in Verbindung mit Nietzsches Tod. (Volk, Soziales wird zu einem, ja zu dem geistigen Körper, in dem der Einzelne sich nur als Ausdruck bewegt.) Denn das ist das nur selten gesehene Problem eines solcherart in die Aktualität (bzw. Aktualisierung, in der auch die Welt-Zeit überwunden wird) hineingelegten Voluntarismus als einziges Initial von Welt als Seiendem. Vereinfacht: Wenn Gott nicht das Sein ist, aus dem das Seiende sein Sein bezieht, in der Teilhabe, bleibt die Verantwortung für Welt überhaupt nur dem Menschen bzw. dem Seienden selbst. Plötzlich aber taucht dann im Menschen die Frage auf, wie sich dieses Seins-Schaffen, dieser "Wille" (Nietzsche, auch Schopenhauer) ohne persönlichen Gott, ohne Auftrag, legitimieren, motivieren läßt.
Die Moderne sieht Heidegger als technizistischen Weg, in dem sich Pseudologik von der je aktualistisch herzustellenden Seinsverbundenheit abhebt, den Menschen vom Sein trennt.
Edith Stein beklagt später einmal an Heidegger, daß diesem nur das absolute Nichts blieb, in dem Hegel nachwirkt, weil er sich konsequent verwahrte, Gott anzunehmen, obwohl vieles an seinem Denken genau darauf hinlief und seine Erfüllung gefunden hätte. Hegel legt ja das Sein/Vernunft/Gott in die Actualitas der Zeit als Geschichte, und nur als Faktisches ist sie Geschichte, im dialektischen Prozeß, in dem sich die reine Vernunft nach und nach ihre reine Gestalt - als schicksalshaft zu nennende Entwicklung zum reinen Sein - sucht und schließlich zur Ruhe kommt. Die Welt entwickelt sich also zur Vollkommenheit. Das griff ja dann Karl Marx auf. Auch ihm wird Geschichte zur unausweichlichen Verhängtheit.
Heidegger folgt darin aber nicht Hegel. Er sieht das faktische Seiende, und nur als faktisches ist es Seiendes, als "verunreinigt". Es ist sehr wohl immer "seinsbedürftig" (zur Poesie, zur Kunst hin entfaltet) - existentialistisch. (In Kierkegard-Buber-Rosenzweig-Ebner, eigentlich in den Augen des VdZ auch über Y Gasset, Dilthey, Misch etc., bis zum Neukantianismus, damals eine breite geistige, sehr deutsche, aber durchaus auch europäische philosophische Bewegung, die sich etwa in der Quantenphysik, die den Abschied von statischen Zuständen des Seienden bedeutete, wie zu bestätigen schien.)
Heidegger trennte, enttäuscht vom damals Beobachteten, in "geistigen" Nationalsozialismus und Vulgär-Nationalsozialismus, den er als genau entgegengerichtet ablehnte. Und in eigentlich demselben Sinn das Judentum ablehnte, das dieser vollen Seinsteilhabe, die nur einem (geschlossenen, rassisch-charakterlich einen) Volk möglich war und an welcher Stufe er Deutschland sah, durch Aufsplitterung dieser Volks-/Geisteseinheit (durch eine Art technizistischer Rückdunkelung der Existenz, wie es ja auch der Vulgär-Nationalsozialismus tat) entgegengesetzt, damit zerstörerisch (und damit anti-deutsch) wirkte.*
Dienstag, 4. November 2014
Über den Sinn des Eigentums am Boden
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Freitag, 31. Oktober 2014
Staat als Auftrag Gottes
Alles nur menschliche Sinnen und Trachten, sagt Martin Heidegger* einmal in einem erst postum veröffentlichten Interview im Spiegel, führt zu nichts. Nur ein Gott kann uns retten.
Die Welt liegt letztlich nicht in der Hand des Menschen. Denn dessen entscheidende Erfahrung - die man sich so sehr weigert, zur Kenntnis zu nehmen, denn sie hat so weitreichende Konsequenzen - ist nicht Macht und Freiheit, sondern Ohnmacht und Gnade. Die tiefste Erfahrung des Menschen, sagt Carl von Weizsäcker einmal, ist nicht der Mensch, sondern Gott. Nur in Gott ist der Mensch und alles, was er tut und entscheidet, gehalten. Menschsein heißt zur Kenntnis zu nehmen, daß sich der Mensch - jeder einzelne - durch sein eigenes Tun nicht selbst im Sein halten kann. Nur wenn er über sich hinaussteigt, Gottes Willen erfüllt, und in dem Maß, hat er Anteil am Sein.
Insofern also der Staat als Element des Wesens des Menschen gesehen werden muß, das dieses Gemeinschaftswesen Mensch zu seiner höchsten irdischen Präsenz führt, kann und muß er als Wille Gottes aufgefaßt werden. Reißt sich der (institutionelle) Staat aber von Gott los, so fällt er über den Umweg der Hölle ins Nichts.
Gleichermaßen fällt ein Staat (und sein Volk) ins Nichts, wenn er aufhört, sich schöpferisch - in der erwähnten Insecuritas, Ungewißheit - immer neu in die Zukunft zu entwerfen. Je mehr er sich an seinen Bestand klammert, der ein Rückgriff auf das Vorhandene der Vergangenheit ist, desto mehr wird er sich verlieren. Wo aber ein Volk nicht die Kraft hat, sich schöpferisch in obigem Sinn zur Geschichte zu erheben, kann es auch keinen Staat gründen und erhalten, der über bloßen leeren Formalismus hinausgeht, aber zuinnerst gegen das Sein streitet.
*Heidegger hat sich in seinem gesamten Werk bemüht, jeden Gottesbegriff aus seinem Denken herauszuhalten.
Dienstag, 30. April 2013
Zeit und Welt (2)
Natürlich ist dieses "Fortrücken von Zeitquant zu Zeitquant" selber nicht mehr empirisch ausmeßbar, unser emprischer Zeitbegriff bezieht sich ja umgekehrt auf dieses Fortrücken. Diese Quanten selber durchmessen aber keine Zeitstrecke. In ihnen ist die Welt jeweils "neu" da, mit all ihrer Kausalsituation. Diese Quanten wirken also auch nicht direkt "hinüber" auf die nächsten. Wären sie aber "meßbar", so wären sie die "absolute Zeit".
Das beständige Vergehen und Entstehen betrifft die Welt mit allen ihren Kausalbeziehungen nur in Bezug auf ihr Da-sein, nicht in bezug auf irgendwelche inhaltliche Gestaltung. (Hedwig Conrad-Martius, "Die Zeit").
Reale Zeitbewegung begründet also die räumliche Bewegung. Eine empirische räumliche Bewegung durchmißt nur deshalb AUCH Zeit, weil der Bewegungsträger fortlaufend neu ex-istiert. Und nur weil und solange der Bewegungsträger zu je quantenhaft neuem Dasein gelangt, kann räumliche Bewegung sein. Wenn dem Bewegten der Seinsatem ausgeht und er zeitliche Herzschlag aufhört, fällt selbstverständliche auch seine empirische Bewegungsmöglichkeit dahin. Reale Zeitbewegung ist Seinsbewegung, das heißt Bewegung von einem Seinsquant zum anderen, jeweils aber neu geboren. Sie ermöglicht erst naturhafte Bewegung. Und damit auch das Dasein von etwas Ruhendem, das von Zustand zu Zustand seine Ruhendheit erhält. Es verändert nur nicht seine Zustände.
Bewegung aber ist das Wesentliche des Unvollendeten. Käme eine Bewegung wirklich zu ihrer Ruhe, so wäre das Wesen des bewegten Dinges transzendiert. Denn das Erdhafte zum Beispiel zieht zum Erdmittelpunkt. Wenn es das nicht mehr täte, wäre es nicht mehr es selbst - es hätte sein Wesen transzendiert.

