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Montag, 30. August 2021

Extra ecclesiam (3)

Als alles zerfiel, schlug die Stunde der Autonomen, der Besserwisser und der Türsteher: Als alles zu verschwinden drohte, kam der Ruf nach Rettung auf. Und als Retter traten die Eigentlichen mit ihren Nebengebäuden hervor; und dort war der Schmerz verschwunden, war alles gar nicht so schlimm - Wir wissen somit auch, daß Narzißmus sich in einer Form von Türsteher-Mentalität äußert. Dieser auf einer anderen Ebene - ein Archetyp, eine Konstruktionsgrammatik, jeweils mit Kostümen, die auf anderen Welt- und Seins-Ebenen ganz andere Figuren zu erzeugen scheinen - völlig gleichkommt. In der der Türsteher den Einlaßbegehrenden auf eine Art begegnet, in der er tatsächlich zum Unternehmen WIRD, dessen Tore er bewacht. Wo er es "besser weiß", als die offiziellen Richtlinien sagen, und nicht nur das: Genau in diesem Abweichen von den offiziellen Richtlinien äußert sich seine Macht erst so richtig. Hier wird sie erlebbar, hier wird sie zum Gewinn, der sich aus der Dankbarkeit jener ergibt, die, obwohl sie den Richtlinien nicht entsprechen, eingelassen werden. Es liegt alles in seiner Hand.

Sonntag, 29. August 2021

Extra ecclesiam (2)

Sein wie Gott, oder: Wenn der Türsteher es besser weiß als der Chef - Das gesagt, weil Wallner noch eine Tür als Türsteher bewacht. Eine, die NICHT die der Katholischen Kirche ist. Denn genauso, wie er sagt, daß jeder, der Jesus Christus als Gott anerkennt, zur Kirche als Heilsgemeinschaft (das sind Synonyme) gehört, völlig unabhängig, ob er explizit "zur Kirche" gehört (also bereits auf die Dreifaltigkeit getauft ist), genau so muß dann stimmen, daß NICHT zur Kirche gehört, der NICHT die Dreifaltigkeit bzw. Jesus Christus bejaht, völlig unabhängig davon, ob er getauft ist oder nicht.

Wir lassen das hier so stehen, der Leser möge sich selbst sein Bild machen. Aber nicht ohne zuvor auch gehört zu haben, daß das oben Gesagte nicht stimmt, nimmt man es einfach so, wie es da steht. Denn die Taufe prägt als Standessakrament dem Täufling ein unauslöschliches Merkmal ein. Das als Pflicht und Form einer Forderung gleichkommt, der er mit seinem Leben zu genügen hat. Umso schwerer wiegt, wenn er diese innere Zugehörigkeit durch sein Leben nicht erfüllt. Da hat es der Nicht-Getaufte sogar leichter.

Worauf aber wollen wir hinaus? Daß Wallner ein massives Narzißmus-Problem hat, darauf wollen wir hinaus. Denn wer Gott nicht ähnlich wird, versucht ihn zu imitieren.

Samstag, 28. August 2021

Extra ecclesiam (1)

QR Wallner auf k-tv
So werden eben Zusammenhänge erkennbar - warum ein P. Dr. Karl Wallner, der sich selbst bei so mancher Gelegenheit als besonderer Verehrer von Hans Urs von Balthasar darstellt, hier auf k-TV, welcher "katholische Sender" dem VdZ quasi zufällig in die Tastatur sprang, eine glatte Häresie verbreitet. Diese ist nicht neu, und gehört im weiteren Sinn der sogenannten "Nouvelle Théologie", die sich in den 1930er-1950er Jahren entwickelt hat, und der neben Figuren wie Teilhard de Chardin (auf den viel zurückgeht), Karl Rahner oder Henry de Lubac auch der Schweizer, noch kurz vor seinem Tode sogar zum Kardinal erhobene Hans Urs von Balthasar zuzurechnen ist. 

Es macht das hier angesprochene Problem noch leichter verstehbar, wenn man diese Theologie in dem noch umfassenderen Rahmen sieht, in dem die Kirche seit den 1930er Jahren (gipfelnd im Zweiten Vatikanischen Konzil) hier über versuchte Liturgie-Innovationen (in denen Stift Klosterneuburg mit Pius Parsch, aber auch ein Münchner Theologe vom Rang eines Romano Guardini eine gewichtige Rolle spielen) und dort über Versuche, die Theologie an ihren Rändern so aufzuweichen - merken wir uns: Grenzen, Tore, Torwächter ... es spielt unten seine Rolle - daß sie auch für der Kirche Fernstehende leichter annehmbar ("verständlich") wird.

Und in gewissem Sinn ist das fast jeder der sogenannten "Katholiken". So wie jede, wirklich jede Religion in ihrer faktischen Gelebtheit ein ungeheuer weiter Raum rund um einen Kern ist, den lauter "Häresien" umflirren.