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Sonntag, 27. November 2022

Den Blick aufs Gute gerichtet

Wenn es mir nicht gut geht und ich nciht schlafen kann, dann zähle ich das, womit ich gesegnet bin - anstelle von Schafen.
When I'm worried and I can't sleep, I count my blessings instead of sheep. And I fall asleep counting my blessings. 
When my bankroll is getting small, I think when I had none at all. And I fall asleep counting my blessings
Man kann tatsächlich nicht genug davor warnen, sich an die Betrachtungen des Schlechten, Negativen zu binden. Es erkennen, es anschauen, ja es genau anschauenn- ja, das ist notwendig. Aber darüber hinaus zählt doch die (sehr thomistisch zu stellende) Frage, wie es dann aber sein kann, daß es die Welt überhaupt NOCH GIBT. 

Es muß also für Gott etwas geben, das es ihm wert erscheine läßt, sein Sein weiterhin an die Menschen mitzuteilen. Und das tut er tatsächlich - und er tut es in seinem realen Erscheinen unter uns Menschen. In jeder Heiligen Messe, in den Schönheiten er Kunst, in den Getragenheiten durch reales, fleischliches, blutvolles Leben. 

Dienstag, 15. November 2022

Sind der Rest aber UFOs, aus Parallelwelten und Weltall?

Zwischennachricht - Es gibt einen Grund, warum ich mich an dieser Stelle noch kaum mit Phänomenen wie UFOs oder Paranormalem auseinandergesetzt habe. Es gibt hier Nahtstellen in den Ideen, die ich noch stärker begreifen muß, um sie dann so darstellen zu können, daß ich meine zufrieden sein zu können damit, wie sie nun durch Heranziehung eher alltäglicher Bilder - also meinetwegen mit dem Hausverstand - nachvollzogen werden können.

Denn zwar ist klar, daß der Mensch nur die inneren Bilder sieht - also "die Welt erkennt" - die er in sich trägt, und die dann seine innere Grammatik zusammenhält. Es ist auch klar, daß diese Vorstellungswelten dabei aber nicht, wie der Konstruktivismus meint, die Welt bereits "sind", sondern daß es eine davon unabhängige, uns als "anders", fremd gegenüberstehende "Welt" gibt. 

Es ist ferner klar, daß sich diese im Laufe unseres Lebens von Kindheit an aufbauende Vorstellungswelt in einem Verhältnis zu dem befindet, das wir "Wahrheit" nennen dürfen und müssen, vor allem so ansprechen (!) - weil sie das Eigentliche ist, das die Welt sein läßt weil zusammenhält. Eben DURCH die Beziehungen, die alles zueinander hat, und diese Beziehungen sind solche der Selbsthingabe.

Donnerstag, 9. Januar 2020

Gefahren der Psychologie (3)

Teil 3) Eine Wissenschaft ohne Wissen



Die gesamte geistige Wirklichkeit kann die moderne Psychologie nur wegdeuten, "materialisieren", biologisieren. Und mit Ausnahme einiger protestantischer Psychologen tut sie das tatsächlich. Aber mit welcher Begründung? Eben. Dahinter steht eine Weltanschauung, ja eine Religion, eine Vorentscheidung, ein Postulat, keine Wissenschaft. Und diese Postulate sind es, die sie mit ihrer "Behandlung" implementiert, in die sie die Patienten verhängt. Wer nicht dieser ihrer Auffassung ist, wird pathologisiert. Der Leser weiß das vielleicht aus eigener Erfahrung, der VdZ weiß es allemal.

Weil die heutige Psychologie die Natur des Menschen nicht versteht, kann sie auch mit seinen Problemen nicht umgehen. Das macht es jedem Katholiken angeraten, sich nicht ihnen auszuliefern. Die Gefahr, daß über ihre Methoden (selbst, wenn sie nicht dezidiert atheistisch sind) letztlich Atheismus "importiert" wird (also in den "Lösungen" quasi drinnen steckt, weil diese darauf hinauslaufen) ist extrem hoch. Sie ist systematisch, nicht individuell. Deshalb regen Psychologen praktisch immer zu einem Verhalten an, das dem Naturgesetz (und damit den Gesetzen Gottes) zuwiderläuft.  Oft ermuntert sie sogar regelrecht zur Sünde als Weg zur Freiheit. Im besonderen sind hier das 6. und 9. Gebot gemeint, beide betreffen die Sexualität. Sie ermutigt zu Homosexualität, das nicht mehr als selbstschädigendes, abnormales Verhalten gesehen wird. 

Deshalb ist höchste Vorsicht und Sorgfalt angebracht, wenn man denn doch einen Psychologen konsultiert. Es muß gewährleistet sein, daß er ein sachgerechtes (und das kann nur heißen: Katholisches) Verständnis der menschlichen Natur als Leib-Seele-Geist-Einheit inmitten einer (letztlich geistig gegründeten) Wirklichkeit hat. Gnade baut auf der Natur auf. Deshalb muß sicher sein, daß der Psychologe diese Natur des Menschen auch richtig versteht, denn die Ausrichtung der Natur ist entscheidend bei dessen Gnadenleben, denn das ist für den letzten Sinn eines jeden entscheidend, den Weg zur Heiligkeit, den eigentlichen Weg zu sich selbst.

Natürlich gibt es psychologische Krankheit, keine Frage. Sie ist aus sich heraus aber kein Ausschluß von der Heiligkeit, sondern eben die geforderte Aufgabe, auch diese Schwierigkeiten zu überwinden, um heilig zu werden, in den Himmel zu kommen. Und eine der sichersten Anhaltelinien für geistig gewogenes, richtiges Urteilen ist die Denkweise von Thomas von Aquin. Sie ist insofern fast auch als Weg zur psychischen Gesundheit zu empfehlen, weil sie die Einordnung rein psychologischer Probleme in den geistig richtigen Hintergrund erlaubt.

Denn natürlich definiert diese moderne Psychologie, was "gut" für den Menschen ist. Doch dieses "Gute" ist nicht das, was im Sinne einer katholischen Sichtweise, einer gesunden Metaphysik auch "das Gute" ist, es ist oft sogar das, was schlichtweg ins Verderben und zur Auflösung sozialer Naturgestalten führt. Die kennt ihn nicht, den ontologischen, geistigen Hintergrund, der allem zugrunde liegt, weil alles in seiner wirklichen Wirklichkeit in den Ideen und der Ordnung Gottes ruht, von dorther kommt, und als 'actu' (denn die Ideen Gottes sind durch seine Liebe wirkmächtig, also aktiv, actu) real in diese Welt und damit in den Menschen hineinwirken. Eine geistige Wirklichkeit, die also aus ihrer Natur heraus immer und in jeder Seele "anklopft". Wo immer der Mensch sich dagegen entscheidet, steht er gegen eine reale Wirklichkeit, die sich natürlich in seinem Seelenleben widerspiegelt. Wo immer er sich dagegen entscheidet, steht er gegen das eigene Dasein (und Existieren). 


Es ist deshalb einer der unerträglichsten Zustände, daß dieser heutigen Psychologie ein dermaßen großer Einfluß zugestanden wird, wie es der Fall ist. Man muß deshalb kein Verschwörungstheoretiker sein, um dahinter Mächte zu sehen, die eine Zerstörung unserer Kultur intendieren.

Ja, es gibt auch gehirnbedingte Störungen, und diese erfordern auch eine empirische Behandlung, keine Frage. Aber was an seelischen Vorgängen, an geistigen Vorgängen im Menschen abläuft, kann nur vor dem Hintergrund einer authentischen, katholischen Philosophie in seiner Gesamtbedeutung richtig eingeschätzt werden, ohne das gesamte Seelenheil (und damit die Geglücktheit des Lebens) eines Menschen zu gefährden. Wenn das nicht der Fall ist, verursacht die heutige Psychologie bei weitem mehr Probleme, als sie löst.






Mittwoch, 8. Januar 2020

Gefahren der Psychologie (2)

Teil 2) Eine Heilmethode ohne Heilung



Die "Erfolgsrate" der Psychologie beträgt aber selbst nach diesen Kriterien betrachtet (eigenen Aussagen der Psychologie gemäß) weltweit weniger als zehn Prozent. Und hier ist die Frage, woher diese "Gesundung" tatsächlich stammt. Das kann nämlich auf ganz andere Weise als die vom Psychologen intendierte geschehen, und sei es durch die positive Wirkung einer Konfrontation mit dem inneren Gedankengeräusch (wie es die einzige sinnvolle Methode, die Logotherapie, zur Methode erhoben hat, die lediglich der Frage nachgeht, ob das, was man denkt, dem eigenen Urteil auch standhält und "wahr" ist, also wirklich vom Klienten selbst geglaubt wird).

Eine "höhere" Erfolgsrate gibt es nur dort, wo Drogen und Medikamente eingesetzt werden. Aber diese verdrängen die wirklichen Probleme praktisch immer nur, lösen etwa durch ihre Wirkung jene Spannungen auf, die aus objektiven Widersprüchen und Ungelöstheiten auftauchen. William Kilpatrick hat das in "Psychological Seduction" ("Die Verführung der Psychologie") gezeigt, denn auch diese Scheinlösung hat natürlich ihre Anziehungskraft.  

Dennoch ist die moderne Psychologie weitestgehend (!) und quasi überall (!) akzeptiert! Sogar in der Liturgie, denn immerhin ist sie in der Lage - siehe oben - über ihre Wirkweise Gefühle, Emotionen hervorzurufen wie zu steuern. 

Aber die moderne Psychologie ist keine wissenschaftliche Methode! Sie ist auch keine Wissenschaft!

Sie ist nicht in der Lage, geistige Gesundheit herzustellen, so wie es die Humanmedizin mehr oder weniger vermag. Diese vermag auch ihre Ergebnisse zu wiederholen, weil auf objektive Eigenschaften (sagen wir der Chemie in Medikamenten, oder von Körpervorgängen) zurückführen. Das kann die Psychologie nicht!  

Deshalb muß man sagen, daß die moderne Psychologie ein systematischer Betrug ist.

Freud selbst nannte seine psychoanalysierten Patienten "Goldfische" - sie waren ihm höchst einträgliche Geldquelle, die er nach Belieben "melken" konnte. Weil er sie mit immer neuen, phantastischen, verführerischen Geschichten faszinieren und in Scheinwelten schicken konnte. Daran hat sich nichts geändert. Frage der Leser zehn Psychologen zu ein und demselben "Problem", und er wird zehn verschiedene Geschichten über Art und Lösung des Problems hören. Damit, ohne objektive Fundierung, ist es eine unausweichliche Folge (beziehungsweise das Gegenteil wäre Zufall), daß der Patient abhängig (und nicht, wie verheißen, unabhängig, gar "frei") wird. Und zwar in der Regel vom Psychologen. 

Weil sie das nicht produzieren können, was sie sagen, sollte man Psychologen deshalb auch verbieten, das von sich zu behaupten. Was sie tun und denken entspricht nicht dem Wesen der Wissenschaft. Die Thomas von Aquin einmal "organisierten Körper von Wissen" nennt. Aber was für ein Wissen hat die Psychologie, wenn sie nicht einmal versteht, daß eine Geistseele immaterielle, also geistige Akte setzt? Die sich zwar im Leib ausdrücken, Auswirkungen haben, aber nicht vom Leib mechanisch induziert werden. 

Wenn das also so ist, dann kann die Psychologie keine empirische Wissenschaft sein. Man kann immaterielle Wege der Seele nicht "messen". Sie kann auch nicht mit Wirklichkeiten umgehen, die unsere Seele affizieren, wie Gott, oder Gnade. Und was ist mit Engeln, Heiligen, was mit dem Gebet, was mit dem Eintreten von Heiligen für uns, was mit der ganzen übernatürlichen Wirklichkeit also, die doch real ist?  

Und was ist mit einem der häufigsten Gründe für geistige Krankheit, den Dämonen, dem Teufel? Diese können unsere Einbildungskraft sogar sehr stark beeinflussen, uns Bilder, Gedanken eingeben, mit diesen in Versuchungen führen, uns vorgaukeln, daß wir es seien "die so denken" oder "so wollen". Sie können unseren Willen beeinflussen, und uns damit in geistige Krankheit treiben. Man muß (ja darf) nicht hinter jedem Busch einen Dämon sehen, aber man muß es wissen und in die Überlegungen mit einbeziehen, spricht man von geistiger Gesundheit. 

Alle Exorzisten der Welt bestätigen, daß ein gar nicht so kleiner Prozentsatz von "Geisteskranken" in Wirklichkeit Besessene sind, oder unter einem Einfluß von Dämonen stehen, denen sie irgendwann und irgendwie einmal Zutritt verschafft haben. Es gibt sogar einen (berühmt gewordenen) Fall eines Exorzisten, der eine Irrenanstalt (man verzeihe das antiquierte Wort) besuchte, und die Verantwortlichen darauf aufmerksam machte, daß ein Großteil der Patienten dort besessen sind. Binnen sechs Wochen konnten (nachdem der Priester mit Exorzismen begonnen hatte) achtzig Prozent der Patienten als "geheilt" nach Hause geschickt werden.

Dieser ganze Bereich wird von der Psychologie ignoriert. Was ist aber eine Wissenschaft wert, die ganze Ursachenkomplexe einfach wegläßt? 


Morgen Teil 3) Eine Wissenschaft ohne Wissen





Dienstag, 7. Januar 2020

Gefahren der Psychologie (1)

Das Problem der heutigen Psychologie, so Fr. Ripperger in einem Vortrag vor der Una Voce-Vereinigung, ist ihr empirischer Ansatz. Sie versteht also nicht das eigentliche Objekt ihres Interesses. Denn anders als rein physisch-biologische Vorgänge läßt sich Geistiges nicht messen. Warum wissen wir, daß der Mensch geistig ist? Weil er sich zu sich selbst verhalten kann. Er kann über Vorgänge in seiner Leib-Seele-Einheit nachdenken, sie reflektieren, sie bewerten, sich zu ihnen verhalten. Das sind rein geistige Vorgänge, die außerdem die prinzipielle Freiheit des Menschen beweisen. Diese Freiheit unterscheidet ihn vom Tier (und allen anderen irdischen Lebewesen, auch von den Pflanzen somit), das nur (wenn auch manchmal hoch komplex, so daß es, etwa bei Haustieren, wie ein eigenständiges, reflexives Seelenleben aussieht) auf Reize reagiert.

Die heutige Psychologie als Naturwissenschaft geht aber von einer Sicht des Menschen aus, die diesen Unterschied zwischen Tier und Mensch nicht kennt. Entsprechend dem naturwissenschaftlichen Status und "Fortschritt" hat sich vor etwa hundertfünfzig Jahren ein Verständnis von geistiger Gesundheit breitgemacht, das diese Geistigkeit aus ihrem eigentlichen Bereich - der Philosophie, in ihrer vorbereitenden Nähe zur Theologie als dem Stehen vor dem Absoluten, das nur geistig beziehungsweise als Geist zu begreifen ist, und das eigentliche Problem des Menschen ist - losgelöst und zu einer naturwissenschaftlich-empirischen "Wissenschaft" entwickelt. Das heißt, daß die Methode (sowie die diese untergreifende Theorie) dem untersuchten Gegenstand gar nicht mehr entspricht. 

Das hatte zwar nicht die Folge, daß alles, was die heutige Psychologie sagt, in jedem Fall falsch ist, aber es ist wenn nur teilrichtig. Denn die heutige Psychologie versteht die Natur des Menschen nicht mehr. Die meisten sind deshalb auch simple Materialisten, selbst wenn sie (wie heute enorm verbreitet) mit allen möglichen "Geistheil-Methoden" vorgehen, die in ihrem letzten Grund aber immer (wie die gesamte Esoterik auch) materialistisch-mechanistisch sind. Diese Vorentscheidung wirkt sich bereits auf die Auswahl jener aus, die überhaupt noch Psychologie studieren. (Wie der VdZ aus eigener Erfahrung weiß, der einige Semester Psychologie studiert hat, ehe er sich gelangweilt und angewidert davon abwandte.) 

Entsprechend wird auch das Vokabular der Menschen selbst auf naturwissenschaftliche Begrifflichkeiten heruntergebrochen, in den allergünstigsten (!) Fällen als "Recht auf Subjektivismus" (aber ohne objektive Wahrheit) gelten gelassen. Der Mensch, selbst eine Einheit aus Leib-Seele-Geist, wird nicht mehr einer objektiven geistigen Welt gegenüber (beziehungsweise in ihr sich bewegend) gesehen. Das führt natürlich auch zu einer Relativierung von Gott. Auch den "läßt man gelten", aber nur als subjektiven Faktor. Und nur als solcher wird diese Frage auch "untersucht". 

Woher der Wind seit den Anfängen der Psychologie heutigen Zuschnitts kommt, zeigt sich in einem Studium der Biographie der maßgeblichen Figuren der Psychologie (vor allem in ihrer Ausprägung als Psychoanalyse) wie Sigmund Freud oder Carl Gustav Jung. Beide waren tief in die Problematik des Sechsten Gebots (Sexualität) involviert, und ihr Forschen drehte sich über weite Teile nur noch darum, diese Schuldproblematik (die einen ontologischen, also objektiv-geistigen Grund hat) aufzulösen. Und was eignet sich dafür besser als die Relativierung, die die Evolutionslehre (die den Menschen als Tier sieht, also keine absolute Moral und Ethik kennt) anbietet? Sünde wird dann nur zum subjektiven Gefühl der Nicht-Entsprechung einer gesellschaftlich verankerten und über positivistische Gebote implementierten Gebotswelt gegenüber.

E. Michael Jones hat das in einigen seiner Bücher sehr präzise aufgezeigt, "Libido Dominandi" und "Degenerate Modern" seien als Beispiel genannt. Die Gründerväter der modernen Psychologie hatten massive persönliche Probleme, die sie auf eine Weise aufarbeiten wollten, die ihnen die Auseinandersetzung mit deren objektivem Grund erspart. Die noch dazu Verhaltensänderungen verlangt hätte. Freud hatte eine inzestuöse Beziehung mit seiner Schwester, Jung war ein notorischer Ehebrecher und Bigamist. 

Dieses Patentrezept, man könnte es auf diesen einfachen Punkt bringen, das solches Fehlverhalten rein aus "psychologischen Matrizen aus der individuellen Geschichte", also auf Unfreiheit zurückführte, wurde bald zu einem beliebten Mittel der "Entschuldung" vor allem unter reichen, betuchten "Patienten". Die von überall her kamen, um sich um viel Geld ihre Schuld ausreden und ihre Fehlverhalten als gut und sogar für ihre Gesundheit notwendig einreden zu lassen. Gott wurde zur rein psychologischen Ersatzfunktion, noch dazu mit der nunmehr generell problematischen Vaterfigur identifiziert. Das wurde zu Mechanismen erklärt, die (siehe Freuds Theorie über die Entstehung von Kultur) aus der Evolutionsgeschichte des Menschen heraufgekommen ist, wo sie über Sublimation und die vatergestützte Gewalt gewisse Funktion hatte und hat. Die rein weltimmanente, für eine vaterbasierte Gesellschaft essentielle Moral als Verhaltensnorm war nichts als eine Objektivierung des Nützlichen (und nur Vatergewollten) in der Verschiebung in eine objektive Gestalt "Gott", die zur Drohgestalt aufgebaut worden war.

Seit beziehungsweise mit der Aufklärung aber "ist klar", daß dieser "Gott" nicht objektiv existiert, sondern lediglich eine Rationalisierung psycho-sozialer Vorgänge und Strukturen (in der Tradition, im Konservativismus eingefroren) ist. Der freie, vernunftbasierte Mensch braucht aber diese "Krücke" nicht mehr, er befreit sich von dieser psychologischen Schattengestalt "Gott". 

Das ist natürlich nicht wahr. Denn man kommt zur sicheren Erkenntnis eines Gottes gerade durch und über die Vernunft. Gott ist keine Projektion psychischer Probleme. Damit ist auch begreifbar, warum die moderne Psychologie das nicht und nie produziert hat, was sie für sich beansprucht: Geistige Gesundheit! Sie vermag nur lähmende Ersatzkonstrukte zu implementieren, die das Seelenleben in gewisse Bahnen und Lösungsschlaufen einfängt, ohne irgendein Problem objektiv zu lösen. Was so nebenbei einen positiven Effekt für die Psychologen hat, denn sie haben damit Dauerpatienten, Dauerkunden, Dauerzahler, denn diese Gerüste zerschellen immer wieder und wieder im Alltag an den Realitäten, und müssen wieder und wieder neu aufgerichtet und gestützt werden. Sie finden in der Natur des Indivduums keine wirkliche Entsprechung, diese innere Verfaßtheit, die wieder und wieder auftaucht und sich zu Wort meldet, wird selbst zum Widerspruch (an dem natürlich die sozialen Verhältnisse etc. etc. schuld sind) und sogar zum Feind des "Wohlgefühls" (mit dem geistige Gesundheit identifiziert wird.)


Morgen Teil 2) Eine Heilmethode ohne Heilung 




Freitag, 19. Juli 2019

Woran Frauen prinzipiell scheitern

Es gibt einen Defekt bei Frauen, der so grundlegend, so schwerwiegend ist, daß er ihr gesamtes geistliches und sittliches Leben zerstört, zumindest blockiert. Und das ist das Verlangen, den Mann zu kontrollieren. Es verstößt gegen sämtliche Tugenden, der Feminismus zerstört also prinzipiell das Tugendleben. Frauen, die diese Sucht aufgeben, machen als Gegenbeweis derartige Fortschritte in ihrem geistlichen Leben, daß man nur staunen kann. Man kann als Seelsorger feststellen, daß sie augenblicklich glücklicher werden, wenn sie diese Attitüde aufgeben.

Das größte Problem der Männer wiederum ist einerseits Keuschheit, anderseits vor allem aber die Verweichlichung. Beides hängt zusammen, und beides zersetzt das Tugendleben wie das geistliche Leben. Ein anderes Problem ist das der fehlenden Vorbilder zur Männlichkeit, das bei Männern so viel Grundsätzliches verhindert. Hier kann das Studium der Leben von Heiligen bedeutend helfen. Es geht darum zu lernen, sich selbst zu opfern, an ein höheres Ziel hinzugeben. Und sei es in der Schlacht, im Kampf, der das Leben kostet. Wie es auch in Sagen und Legenden zu erkennen ist. 

Fr. Ripperger in einem nächsten erhellenden Vortrag. In dem er zu Anfang vor allem aber auf die desaströse Wirkung von "Erscheinungen" eingeht. Zumindest, solange sie nicht von der Kirche anerkannt sind. Er erklärt, warum es das Tor zur puren Dämonie ist, solchen Privaterscheinungen zu glauben, ohne daß sie die Kirche zu übernatürlichen Ereignissen gemacht hat. Warum deshalb auch Medjugorje pure Dämonie ist.

Interessant sind die Antworten, die Ripperger auf die Frage gibt, warum Rußland bis heute nicht - wie in Fatima von der Gottesmutter gefordert - der Gottesmutter geweiht wurde. Die erste Erklärung ist völlig logisch: Die Russen, die Orthodoxen lehnen überhaupt jede Privaterscheinung ab. Also glauben sie auch nicht an diese Forderung. Die zweite Erklärung ist noch einleuchtender: Keiner der Päpste seither hatte die Gnade, dafür auserwählt zu sein. Weil wir, die Gläubigen, viel zu wenig diesen Schritt in Gebeten und Opfern herbeigefleht haben.






Samstag, 13. Juli 2019

Es gibt keinen gleichen Weg

Es ist eine Todsünde für Frauen, außerhalb der Familie zu arbeiten, es sei denn, es gibt schwerwiegende Gründe. Zu diesem Schluß kommt unter anderem Fr. Ripperger in seinen Überlegungen, die in der Wahrheit über die Welt gründen. Nein, nicht "im Glauben", sondern in der Wahrheit über die Welt, denn diese beiden Dinge sind nicht zu trennen. Die Transzendenz, die Übernatur wirkt nicht einfach wie ein "Deus ex Machina" in die Welt, nein. Sie ist der letztlich tragende, einzig tragende Grund für die Realität, mit und in und aus der wir täglich leben.

Wenn das so ist, wenn das wirklich katholische Wahrheit und damit Lehre ist, wie kann es sein, daß es heute nachgerade als Unwahrheit gilt, und zwar nicht nur in der Allgemeinheit, sondern auch in praktisch den gesamten Kreisen der Katholischen Welt, sogar innerhalb der "Traditionalisten" und "Konservativen"? Was ist da passiert? Warum sind sogar sich selbst als "sehr katholisch" apostrophierende Kreise wie selbstverständlich der Meinung, daß die Frauen auch in weltliche Belange eingebunden werden, die Welt "gleichberechtigt" gestalten sollten?  Entweder also widerspricht die katholische Sicht der Welt der Wirklichkeit, oder es gibt ein anderes Problem.

Pater Ripperger geht genau darauf ein. Und er geht damit auf das ein, was in Wahrheit die Ursache dafür ist, daß es heute kaum noch wirkliche Ehen gibt. Daß die meisten heute geschlossenen Ehen lächerlich ungültig sind. Die von einer "Gleichheit von Mann und Frau" ausgehen, und das heißt: Wesensgleichheit. Und das heißt: Gleichheit in der Art, sich der Welt zu stellen. Eine "Ehe", die auf Gleichberechtigungsideen aufgebaut ist, ist nämlich gar keine Ehe. Ehe ist im Gegenteil genau das Zueinander "zu Einem" von zwei völlig unterschiedlichen Teilen. Von denen die "Weltformung" dem Mann, das "Weltaustragende" der Frau zugeordnet ist. Wesensgemäß. Das heißt: Als einziger Weg zum Heil, als Wille Gottes.







Sonntag, 2. Juni 2019

Gnosis im Traditionalismus (2)

Teil 2) Dieselben Matrizen - 
Traditionalisten als Gleichnis für bestimmte allgemeine Haltungen



Ein nächstes Problem ist das Laster der Neugierde, das unter Traditionalisten weit verbreitet ist. Und dieses Laster nennt Ripperger "clearly demonic", also "eindeutig dämonisch." Denn es bringt Menschen dazu, jede Nachricht, jede Mitteilung fast krankhaft zu suchen, die erklärt, wie schlimm alles ist. Wir haben aber auch die Verpflichtung, unseren eigenen Glauben zu bewahren. Diese Neugierde am "Schlechten" ist aber von den allermeisten Menschen nicht zu verkraften und beschädigt sie intellektuell, geistig und psychologisch. Deshalb sollten wir uns von solch einem Verhalten unbedingt fernhalten. Klar, man kann sich informieren, aber man muß gut darauf achten, daß man nicht zuviel davon (und für manche wird es zur ausschließlichen Obsession) konsumiert.

Viele, so der amerikanische Priester, Psychologe und Exorzist, kommen zu ihm und unterbreiten ihm pausenlos neuste Hiobsbotschaften, wo wieder etwas schlecht gelaufen ist. Stellt man aber die Frage, wann sie zuletzt ein erbauliches Buch, ein Buch über einen Heiligen etwa, oder geistliche Literatur gelesen haben, kommen die seltsamsten Ausreden. Was sagt das aber über das geistliche Leben aus? Es ist ein ernsthaftes Problem, wenn Menschen ständig Bücher lesen oder Informationen suchen, um Argumente oder Gedanken zu finden, die nur einen Zweck dienen: Sie in ihrer Meinung stärken. 

Ripperger weist darauf hin, daß es sogar sehr viele traditionalistische Bücher gibt, die theologische Irrtümer enthalten, oder zu solchen führten. Weil die Leser nicht in der Lage waren und oft genug sind, sich intellektuell damit ausreichend auseinanderzusetzen, und das betrifft auch Schreiberlinge, die meinen, den wahren Glauben zu verteidigen und damit allzu leicht übers Ziel hinausschießen. Es galt deshalb immer das Verbot, daß Laien sich in philosophische oder theologische öffentliche Dispute verwickeln, wenn sie keine Erlaubnis dazu von ihrem Ortsbischof erhalten haben. Gewiß, wir sind oft mit Irrtümern konfrontiert, die von den offiziellen Vertretern des Lehramts verkündet werden. Aber für die allermeisten ist es hoch angebracht, sich an jemanden zu wenden, der kompetent genug ist, die Wahrheit auch wirklich zu verteidigen. 

Wenn Laien sich darin engagieren, hat das noch oft dazu den Hintergrund, ihren Ärger loszuwerden und auf jemanden einzuschlagen. Das ist aber schon aus einem anderen Grund vollkommen sinnlos. Wer in Irrtümern steckt, hat meist gar nicht die Möglichkeit, diesen Irrtum einzusehen. Denn der Irrtum ist Hinweis auf einen Defekt in der Fähigkeit, die Gnade aufzunehmen. Ohne Gnade aber kann man den Wert der Tradition gar nicht erkennen. Wenn der andere etwas erkennt, dann ist es somit gar nicht unser Verdienst!

Es ist eine Gnade, kein Verdienst, wenn wir Menschen etwas Übernatürliches erkennen können, und deshalb können wir uns diesem Übernatürlichen nur in Demut nähern. Die Gnade hat uns ausgewählt, nicht umgekehrt. Dasselbe gilt für unser Gegenüber. Wie wollen wir dazu beitragen, daß der andere dieser Gnade teilhaftig wird, wenn wir wie oben beschrieben spirituelle Defekte haben, zornig oder anmaßend oder hochmütig sind? Deshalb kann auch unser Argumentieren niemals von unserer Spiritualität getrennt werden. Wenn wir das nicht beherzigen, wird somit der Traditionalismus seiner Glaubwürdigkeit beraubt und keine Chance haben, wirklich etwas zu erneuern.

Natürlich dürfen wir vertrauen, daß es immer Heilige geben wird, die den wahren Glauben durchtragen. Aber wir, wir Traditionalisten, sagt Ripperger, sind Teil des Problems, nicht der Lösung. Nur weil wir die Gnade haben, die Probleme zu sehen, gibt uns das nicht die Berechtigung, sowohl die Gnade, die wir erhalten haben, andere Menschen als Abladestellen für unsere Probleme zu mißbrauchen.

Warum sagt Ripperger das alles? Weil er beobachtet, daß traditionalistisch eingestellte Menschen oft sehr abstoßend wirken. Wenn wir aber vom Wert der Tradition so überzeugt sind, dann müssen wir auch dazu beitragen, daß andere deren Wert erkennen können. Und das können sie nur, wenn sie auch sehen können, daß diese Orientierung am traditionellen Glauben tatsächlich anders - positiv - wirkt und arbeitet, als sie vermutet haben und bisher kannten. Wenn wir aber an denselben Schwächen leiden, wie alle anderen, wenn diese positive Wirkung an uns gar nicht erkennbar ist, wie soll man dann erwarten, daß andere den Wert der Tradition erkennen? Wir können doch die Last, die Wahrheit zu erkennen, nicht zur Gänze bei den anderen lassen, die deren Wert nicht erkennen? Es liegt an uns, "besser" zu werden, anziehender zu werden, um so andere zur Tradition führen zu können, schließt Fr. Ripperger. 






Es sei darauf hingewiesen, daß dieses Video anzusehen oder zu verbreiten auf der Basis von "PenanceWare" geschieht. Das heißt, jedes Anhören sollte von einer Spende von 1 Dollar/Euro begleitet werden, es gibt dafür ein Konto bei  Paypal. Alternativ soll man zumindest ein Gesetz des Rosenkranzes beten, oder ein sonstiges Bußwerk in der Intention der Anliegen Fr. Rippergers verrichten. Und zwar pro Datei, die man vom reichhaltigen Angebot von "sensus fidelium" in Anspruch nimmt.

Anmerkung: Dieser Artikel folgt einer Anregung auf OnePeterFive.





Samstag, 1. Juni 2019

Gnosis im Traditionalismus (1)

Diesen Vortrag von Fr. Chad Ripperger, einem amerikanischen Priester, Psychologen und Exorzisten, kann man nur empfehlen. Auch wenn die Aussagen manchem in die Eingeweide schneiden könnten, so sind sie von sehr allgemeinem Wert, über den expliziten Bezug zum Glaubensleben hinaus. Denn es geht um ein heikles, schmerzhaftes Thema - es geht um die subtile Gnosis dessen, was als "Traditionalismus" bezeichnet wird. Die gravierende Folgen hat. Denn der Traditionalismus ist (vielfach) von einer Sünde des Stolzes begleitet oder ihr sogar entsprungen.

Gnostisch ist es deshalb, weil sich viele Traditionalisten als besonders auserwählte Personen betrachten, die über ein Wissen verfügen, das nur sie haben, oder sie zumindest aus der Masse der Mitmenschen hervorhebt, "besser" macht. Fr. Ripperger führt einige der schwersten Verfehlungen an, die aus dieser Haltung geboren werden.

Dabei ist es vor allem die seelenbezogene Gegenbewegung, um die es bei den gravierendsten Punkten geht, die aus der Haltung des Hochmuts geboren werden und ihr begegnen. Denn Gott läßt für den Stolzen "Gegenmittel" zu (wobei: er läßt zu, nicht daß er es "schicken" würde).

Er läßt deshalb oft zu, daß der Stolze auf besondere Weise in die Sünde der Unkeuschheit fällt. Und so gut sie auch verborgen werden mag, so kennzeichnet sie doch, so Ripperger, weite Teile der traditionellen Katholiken. 

Damit spricht er die Tatsache an, daß erstaunlich oft Traditionalisten auf gravierende Weise von Unkeuschheit geprägt sind, sei es durch Pornographiekonsum, sei es durch sämtliche weitere Sünden gegen das 6. Gebot. Ripperger meint sogar, daß traditionalistische Personenkreise in ihrem persönlichen Leben in dieser Sündenverhangenheit oft um nichts besser, ja sogar übler sind als die Menschen ihrer Umwelt. Sie sind häufig in Pornokonsum gefangen, und ihr Verhalten unterschiedet sich auch sonst in nichts (außer daß es intensiver geheim gehalten oder heuchlerisch geleugnet wird).

Mit weiteren Folgen und daran kann man das dann ablesen: Diese Sünde ist eine "Generationensünde", und wir sehen das an unserer Jugend. Denn das heißt, daß sich über die Sünde der Eltern (die oft besonders und betont traditionelles "Glaubens- und Familienleben" pflegen) diese Sünde auf die Kinder überträgt. Das geschieht nicht einfach direkt, sondern wird implizit in den Haltungen der Eltern weitergegeben. Somit stellt man sogar oft fest, daß Kinder aus traditionellen Elternkreisen schon mit sehr jungen, jugendlichen Jahren besonders heftig in Verhaltensweisen fallen, die gegen das 6. Gebot gerichtet sind.

Ferner wirkt ein Aspekt besonders fatal, und das ist die Tendenz von Traditionalisten, sich von der Welt zu isolieren. Alles, was die Welt macht, ist "böse", schlecht, alles was die Traditionalisten tun ist deshalb ihrer Ansicht nach "gut". Diese schon recht deutlich gnostische Haltung war aber mit Grund nie Teil der katholischen Tradition und richtigen Lebensführung (=Askese)! Zumindest wirkt es sich gegenteilig zu dem aus, was viele Traditionalisten eigentlich zu wollen behaupten: Die Verbreitung des Glaubens, die Durchdringung der Gesellschaft mit dem Heiligen. Denn die (angeblich oder wirklich zu bekehrende) Umwelt reagiert darauf nicht ganz zu Unrecht mit Ablehnung. Wer mag es schon, sich unter Menschen zu begeben, die auf einen hochmütig herabblicken, weil sie sich besser fühlen?

Zurückgezogenheit ist den Klöstern vorbehalten, denn sie soll beitragen, daß sich ein Mensch ausschließlich dem direkten, expliziten Gottesdienst widmet. Das aber ist nicht die Situation, in der sich Familien befinden, die aus sich heraus weltbezogen sein müssen weil dazu berufen sind. Ihre Lebensaufgabe ist ja die Hereinholung der Schöpfung beziehungsweise der Welt in das innertrinitarische Leben. Wie soll das aber gehen, wenn man sich von der Welt absondert? 

Gewiß, die Welt ist gefallen, gewiß, es gibt viel Böses in der Welt. Aber viele Traditionalisten enthalten ihren Kindern legitime Teilhabemöglichkeiten an der Welt vor. Wie wirkt sich das aus? Viele Kinder aus traditionalistischen Familien reagieren so, wie man es bei vielen Kindern der Amish beobachten kann. Die sich, sobald sie die Grenze zur Erwachsenheit berühren, völlig von der Lebensweise und dem Glauben ihrer Eltern abwenden, weil sie deren Weltflucht nicht ertragen, und das nicht zu Unrecht. Als Reaktion wenden sie sich nun zur Gänze von den Traditionen der Eltern ab. 

Weitere Auswirkungen sind, daß man den Menschen vorenthält zu sehen, was es wirklich heißt, in der Tradition zu leben. Nicht als "Vorbild" (dies von sich zu glauben, ist oft nur eine weitere Seite des Hochmuts), sondern weil wir als Teil der Kirche diesen Menschen die Gnade vorenthalten, die nur Heiligkeit für die Kirche erwirken kann. Also ziehen wir die gesamte Kirche nach unten, wenn wir diese stellvertretende Aufgabe durch Isolationismus verweigern und dem ausweichen (weil nicht überwinden wollen), was die anderen Menschen festhält oder hinunterzieht. Es gibt da auch keinen Mittelweg: Man kann nur für die Kirche arbeiten und leben, indem über unsere eigene Heiligkeit Gnade in den gesamten mystischen Körper gelangt, oder wir ziehen die gesamte Kirche nach unten. Denn jeder, der getauft ist, ist Teil des einen mystischen Körpers, der Kirche heißt. 

Aber es gibt noch weitere Probleme, wenn auch alles irgendwie zusammenhängt. Eines davon ist Depression. Denn innerhalb dieser traditionalistischen Kreise wird wieder und wieder und wieder durchgekaut, wie schlimm alles ist, in der Kirche und in der Welt. Das führt zu einer Haltung der Verzweiflung. Nur das Schlechte anzusehen, drückt auch uns nach unten und nichts vermag diese Abwärtsbewegung zu stoppen. 

Eine nächste Falle des Traditionalismus ist, daß über die Kritik oft gewaltiger Ärger entsteht, der vergessen macht, daß wir anderen zu verzeihen haben. Wir sollten dem, was wir als Mangel sehen, aber nicht gestatten, unser eigenes spirituelles Leben zu vergiften. Stattdessen sollten wir doch den Blick auf die "perfekte Kirche" richten, nach der wir uns ja sehnen. Wir sollten nicht zulassen, daß unsere Nächstenliebe tangiert wird.

Und wir sollten auch vermeiden, unser Vertrauen ins Lehramt und seine Vertreter zu schwächen. Vor allem das zerstört unsere Fähigkeit zur wirklichen Frömmigkeit. Wie wollen wir das Heil durch die Kirche erlangen, wenn wir uns permanent gegen die Bischöfe und Priester stellen, die uns - wie auch immer - dieses Heil ja vermitteln müssen? Nur die Gnosis glaubt, daß dieses Heil durch uns selbst zu erlangen wäre. Deshalb sollten wir gut überlegen, wenn wir einen Kleriker kritisieren, ob es für das spirituelle (oder physische) Leben des anderen, dem gegenüber wir diese Kritik äußern, notwendig und gut ist, ob es gerecht ist, oder übertrieben. Das hat oft sogar den Klerus, der sich abgelehnt sieht, gehindert oder gehemmt, uns das zu geben, was wir von ihm (kraft der Sakramentalität des Weiheamts) zu erwarten haben. 

Dazu gehört auch die Kritik am Papst, die dazu führt, daß man zwischen dem Menschen und dem Amt nicht mehr unterscheidet.* Eltern, die ständig respektlos die Autoritäten kritisieren, dürfen sich nicht wundern, wenn ihre Kinder keinen Respekt vor ihnen haben. Die Gnade fließt aber "downhill", sagt Ripperger, sie geht von oben nach unten! Wer möchte, daß die Kinder gehorsam und respektvoll gegen ihre Autoritäten sind (die Eltern), muß sie erleben lassen, daß auch die Eltern den ihnen übergeordneten hierarchischen Stufen gehorsam und respektvoll sind.

Morgen Teil 2) Dieselben Matrizen - 
Traditionalisten als Gleichnis für bestimmte allgemeine Haltungen


*Das betrifft auch das Gegenteil, die vor allem im letzten Jahrhundert zu beobachtende "Sanktifizierung" von allem und jedem, was Päpste sagten und getan haben, also die "Papolatrie". Wir müssen nicht einfach schlucken, wenn ein Papst etwas Falsches, Häretisches sagt, aber es gibt auch andere Mittel - wie die Vermeidung von Berührungspunkten - wenn man wie bei P. Franziskus aus Erfahrung kaum Gutes aus seinen Aussagen zu erwarten meint. Denn sonst wird unser Vertrauen in die Kirche als solche und damit in Gottes Vorsehung geschwächt, was bis zum Glaubensverlust (eben: zugunsten einer gnostischen Umfärbung des Katholischen) gehen könnte.





Donnerstag, 13. Juli 2017

Die konkreten Folgen der Sünde (5)


Wer sündigt, dem glückt nichts

Sicheres Erkennungsmerkmal für das Maß der Sündhaftigkeit ist also das Maß der Geglücktheit. Das hat nichts damit zui tun, ob jemand SAGT, daß er glücklich ist. Denn Sünde macht eben blind. Vielmehr muß auf das objektive Gelingen von Leben - in Schönheit, Würde, Kraft - geachtet werden. Vereinfacht könnte man sogar sagen, daß nur ein moralisch intaktes Leben auch ein glückliches Leben sein kann. 

Man muß doch nur beachten, wie Leute "drauf" sind, die in manchen Bewegungen aktiv sind, die angeblich der Vermehrung des Menschenglücks dienen. Der Leser möge einmal mit Hardcore-Feministen und Weltverbesserern diskutieren, und dann sagen, ob SO glückliche Menschen aussehen.

Sünde ist immer ein objektiver Verstoß gegen die Seinsordnung, und damit gegen Gott, dem Sein selbst. Sie ist immer ein Raub, ein Diebstahl am Sein. Deshalb braucht sie nicht nur volle Wiedergutmachtung, also Rückführung des geraubten Guts soweit möglich, sondern auch die Sühne (Strafe) als Preis der Wiedereingliederung. Um so den Glanz, die Pracht, die Herrlichkeit der Welt als Wiederschein Gottes wieder herzustellen. Sie braucht also Buße, braucht Sühne. Sünde ist der objektive Verstoß gegen die Seinsgerechtigkeit, deshalb ist jeder Sünder der Wiederherstellung der Gerechtigkeit verpflichtet. 

Deshalb wird es beim Jüngsten Gericht auch ein Offenbarwerden JEDER getanen Tat geben, das gebietet die Gerechtigkeit der objektiven Seinsverfaßtheit. Sowohl im Guten, aber auch in der Sünde. JEDE Sünde wird einmal offenbar werden, und zwar allen und vor allen. Weil eben alle davon betroffen sind. 

Ersatzhandlungen unerkannter Sünde

Man kann das gut auch im alltäglichen Leben beobachten. Denn viele Menschen zeigen deutlich ein Verhalten, wo sie Sünden, die sie begangen haben, durch spezifische Taten wiedergutmachen wollen. Sehr oft ist ihnen das gar nicht bewußt, aber es ist ein tiefinnerlicher Antrieb. 

(Der VdZ kennt eine Frau, die mehrfach abgetrieben hat und letztlich sogar ohne Kind blieb, die aber später in die Kinderfürsorge ging. Andere kennt er, die sich "Ersatzbabys" schufen, denen sie nun ihr Leben widmen. Nicht selten sind es ganz simpel ... Hunde. Genauso sieht der VdZ deutliche Zusammenhänge zwischen dem verwirrten Denken von mittlerweile ganzen Generationen, die pausenlos gegen die menschliche Natur verstoßen, sich aber in besonders engagierter Weise für den Naturschutz einsetzen. Da wirken ganz andere Kräfte, als sie selbst meinen! Und schon gar nicht "objektive Gründe", die etwa in der Sache - Natur als Ökologie etc. - liegen. Selbst der absurde Wahn der "Flüchtlings-Welcome-Lliebe" fällt darunter. Hier reagiert eine Generation, die durch Abtreibung und Verhütung - man beachte doch, wie sehr gerade diese Haltungen unter diesen Leuten verbreitet sind! - Leben pausenlos verhindert und sogar bekämpft hat. Nun möchte sie es gutmachen. Es sind Ersatzhandlungen einer völlig verwirrten Menschheit. Nur eines ist eben generell menschlich, in allen Menschen verankert: Das tiefe Wissen um eine Ordnung, um das Sein selbst, und damit um eine tiefe, alle Bewegung auf der Welt begründende Gerechtigkeit.)

Wenn auch wir alle auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen sind, sie wird uns die göttliche Gerechtigkeiti nicht ersparen, das KANN gar nicht anders sein. Uns selbst durch Sühne und Straftrage wieder in die göttliche Ordnung einzugliedern ist unabdingbares Gebot, ja eine Notwendigkeit aus der Vernunft Gottes. Beichte alleine genügt da nicht. 

Fr. Ripperber weist deshalb auch sehr richtig darauf hin - hier stand es schon vor Jahren! und der VdZ hat manchen Strauß sogar mit Bischöfen und Moraltheologen darüber ausgetragen - daß es für einen Homosexuellen nicht genügt, einfach "nicht tätig" zu werden und zu beichten, wie es da gerne einmal heißt. Wenn der Homosexuelle nicht etwas tut, um seine Haltung zu überwinden, bleibt er in der Sünde! Die nämlich eine Haltungssünde ist, NICHT einfach eine Tatsünde. (Während umgekehrt die Tatsünde eines begangenen Ehebruchs in seiner Definitivität sehr oft völig falsch eingeschätzt und überdramatisiert wird. Klar, er ist eine schwwere Sünde, aber er fällt tatsächlich schwergewichtig unter die Beichte, ist ganz anders zu bewerten als die Homosexualität.) Selbst etablierteste Moraltheologen angeblich konservativen Zuschnitts irren hier ganz gewaltig, und sie tun es nach wie vor. Die Haltung ist seinswidrig, nicht so sehr die Tat. Die größten Sünder sind deshalb vielleicht sogar jene, die Homosexualität "akzeptieren". Sie zeigen, daß sie nichts verstehen. Sehr zum Leidwesen der Homosexuellen selbst.

Wer in der Todsünde verharrt ist in jedem Fall Komplize Satans. Der Sünder selbst geht aller göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) verloren, er verliert auch sämtliche Gaben des Heiligen Geistes.

Die läßliche Sünde hingegen ist zwar eine Beleidigung Gottes, keine Frage, aber sie schließt nicht völlig aus der Gnade aus wie die Todsünde. Sie schwächt nur die Mittel und Wege zu Gott. Sie KANN aber zur Todsünde führen, wenn sie nicht früh genug bekämpft und gebeichtet wird, weil sie über kleiner immer größere Haltungen verfestigen kann. Sie braucht genau so wie die Tüdsünde nicht nur Vergebung, sondern auch Wiedergutmachtung und - Sühne bzw. Strafe.

Man sündigt auch über den Tod hinaus

Nicht übersehen werden darf noch dazu, daß eine der Folgen vieler Sünden auch ist, daß sie das Gnadenleben anderer betrifft und möglicherweise erschwert. Das erhöht das Gewicht der eigenen Sünde. Das betrifft oft und ganz besonders Kinder, die psychologisch unter den Sünden ihrer Eltern leiden. Zudem sind die Folgen vielr Sünden sehr langfristig zu sehen, oft scheinbar kaum kurzfristig. Und sie setzen sich fort, gehen von Eltern auf die Kinder, von diesen auf deren Kinder über, und so weiter. Damit, in dieser Fortsetzung, lastet oft sich mit der Zeit immer schwerer auswirkender Schuldwert auf den eigenen Sünden. 

Schon deshalb ist ein Jüngstes Gericht, ein endgültiges Gericht, logisch notwendig. Denn eines Leben ist mit dem eigenen Tod nicht einfach vorbei! Es geht weiter. Es wirkt weiter, und die endgültige Folge der eigenen Taten ist zeitlich beim Moment des Todes gar nicht abgrenzbar weil nicht zu Ende.

Zum Schluß fügt der Exorzist Ripperberger noch eine Bemerkung an, die mache Beunruhigung betrifft. Die Angst vor der Besessenheit durch Dämonen. Ripperger weist darauf hin, daß natürlich jede Sünde Einfallstor für Dämonen darstellt, weil sie eine Abkehr von Gott ist, in jedem Fall. Selbst weitgehend Heilige sind davor nicht gefeit. Aber wirkliche Besessenheit ist doch recht selten, sodaß eine konkrete Besorgnis unbegründet ist. Dennoch bleibt natürlich der dringende Aufruf, Sünde zu vermeiden.

Hier also nun der originale Vortrag von Fr. Ripperger (USA), Bitte beachten Sie, es ist wie erwähnt "Penanceware". Beten Sie also jedes mal, wenn Sie einen seiner kostenlos abrufbaren Vorträge sehen bzw. hören für seine Anliegen. Wenn Sie nicht spenden wollen.











*240517*

Mittwoch, 12. Juli 2017

Die konkreten Folgen der Sünde (4)

Sünde ist immer eine Entscheidung

Die Sünde ist immer eine Form von Ungehorsam und des Willens, daraus resultieren auch alle Folgen. Deshalb wendet sich sowohl die göttliche Ordnung als auch die Abkehr davon immer an den Willen, besonders tragisch durch die vererbte (aber überwindbare!) Schwäche dieses Willens. Sünde ist immer eine WAHL, nicht einfach eine automatische folge, der man hilflos ausgeliefert ist. (Denn im letzten ist kein Mensch, ja nichts was es gibt, ganz von der göttlichen Vernunft, also dem Sein, dem logos selbst, abgetrennt. Es würde sonst ins Nichts fallen. Das gilt übrigens auch für den Teufel selbst, den vom Engel nur der verfestigte Wille GEGEN das Sein unterscheidet. Denn im Engel, im Geist gibt es keine Zeit, herrscht ewige Aktualität. Damit ist eine Entscheidung ein für allemal und unwiderruflich.) Was wir wählen ist aber davon abhängig, was wir denken!

JEDE Sünde hat nun ihrer Art nach auch spezifische Folgen. Ursache und Wirkung stehen immer in spezifischem Zusammenhang. Welt ist nun aber eine Geflecht aus unterschiedlichsten Einzeldingen, die allesamt auf ihre jeweilige Art aufeinander wirken. Eines aber bleibt immer gleich: Jede Sünde ist ein Mißbrauch Gottes, ein Verstoß gegen seine Liebe, die immer auf die Erhaltung des Menschen udn des Seienden (der Welt) ausgerichtet ist. Deshalb hat jede Sünde einen Aspekt des Unendlichen. Nicht aber die konkrete, aktuale Sünde. Sie ist immer spezifisch. Dennoch oder deshalb nimmt jede Sünde etwas von der "gesamten" Glückseligkeit des Menschen. Auch und vor allem, weil sie die Erkenntnis trübt, und die höchste Glückseligkeit des Menschen aber darin besteht, Gott, die Wahrheit also, zu sehen.  Jede Sünde ist aber nicht nur ein Verstoß gegen die Natur, sondern ein Verstoß gegen die Natur der Vernunft, und deshalb macht jede Sünde unglücklich(er).

Deshalb sieht Thomas v. Aquin auch nur zwei Wege zur menschlichen Glückseligkeit: Das Leben in vollkommener Kontemplation, oder das Leben in vollkommener Tugend. Denn der Sinn dieses Lebens besteht darin, wie es der alte Pichler-Katechismus (den der VdZ noch in der Schule vor sich liegen hatte) formuliert: die ewige Glückseligkeit zu erreichen. Einmal, unwiderruflich das einzige mal, sonst würde sich Gott ja selbst widersprechen.

Die Tugend manifestiert sich in vier Fähigkeiten: Den Verstand, den Willen, sowie die zwei Arten des Appetits, also der neigungshaften Zuwendung zu Dingen, Objekten - die der Schwäche zum Guten, und die der Begierde, der Leidenschaft.

Die Verwundungen durch die Sünde

Jede dieser Fähigkeiten hat ihre Art der Verwundung. Die des Verstandes besteht in einer Ignoranz gegenüber dem Guten. Der Verstand ist durch die Erbsünde schon geschwächt, weil er seine Anorientierung an Gottes Wissen verweigert und damit verfleischlicht hat. Der Wille ist geschwächt in seiner Anhalteneigung zum Guten, damit zur Wahrheit (alle menschlichen Fähigkeiten sind ja eng miteinander verflochten, der Leser vergessenicht, daß wir hier immer gewissermaßen mit Hilfbegriffen als Veranschaulichungen arbeiten, wo wir notgedrungen im Nacheinander entfalten, was aber ineinander ist, was aber nicht mehr vorstellbar ist, dazu müßten wir "schauen".) Jede Sünde verstärkt also die Tendenz generell, sich zum Bösen zu wenden, zur Nichtung.  Das nennt man eben: Bosheit. Je mehr jemand sündigt, desto mehr bindet er sich ans Böse. 

Die nächste Verwundung ist die des Appetits, der sich der Überwindung von Schwierigkeiten widmet. Es ist die Wunde der Schwachheit. Damit wird er Mensch feige und angstvoll. Er verliert die Neigung, etwas zu tun, das zwar richtig, aber schwierig ist. Wir können zwar wissen, was richtig ist, was zu tun wäre, aber wir verlieren den Antrieb, es zu tun. Der so Geschwächte tut das Falsche, die Sünde, ohne sie anzugehen. Vergebung, Beichte nimmt dann zwar die Sünde weg, vergibt sie, aber sie nimmt die Folgen dieser Sünden nicht weg. Wer also solcherart geschwächt ist, wird es immer mehr, TROTZ der Beichte. 

Die vierte Wunde ist die der Begierde, der Leidenschaft. Die Begierde reißt jeden Appetit aus seiner Natur, indem sie ihn maßlos macht. Sie entfremdet den Appeitt von der Vernunft. Damit stärkt sie die Abwendung von der Vernunft mit jedem mal, in dem diese Sünde begangen wird, weil sie dessen Appetitkraft stärkt. Sie bestimmt somit immer mehr auch die Stimmungslage des Menschen, also seine Geneigtheiten zu handeln.  Hier spielt nicht nur die Stärke, sondern auch die Häufigkeit eine große Rolle.

Letztendlich ist die Folge, auf die jede Sünde zuäuft, die des Todes. Das zeigt sich übrigens auch darin, daß manche Sünden eben beobachtbar nachvollziehbar direkt zum Tod führen, sowohl bei uns, wie auch bei den Adressaten unserer Handlungen.  

Sünde führt damit mehr oder weniger zum Verlust des Verstandes. Das ist in kleinen Dingen erkennbar, durch irrationale Einzelreaktionen, aber natürlich auch im großen Ganzen, wo die Sünde buchstäblich zur Geistesverwirrung und -krankheit führt. Sie macht auf Dauer gesehen den Menschen unfähig, die Realiltät einzuschätzen bzw. mit ihr umzugehen. 

Sünde macht uns unfähig, das Gute, das Richtige zu tun. Wo immer der Mensch gegen die Ordnung einer Sache verstößt, schwächt er seine Fähigkeit, diese Ordnung überhaupt noch zu sehen und zu befolgen. Der Sünder verliert die innere Kraft, die Ordnung der Welt - die Wahrheit - auch innerlich aufrechtzuhalten, also die Bilder, Ideen der Welt und Dinge in ihrem richtigen Verhältnis zu bewahren. Seine Welt wird zerrüttet. 

Die Strafe ist notwendig

Aber natürlich darf der Aspekt der Strafe nicht übersehen werden - als willentliche (Gott) Wiedereingliederungsanwegung in die Ordnung des Seins. Jede Sünde ruft also auch nach Strafe. Diese äußert sich meist durch das, was man als "Gewissenswurm" bezeichnen könnte, der die Orientierung des Menschen immer mehr schwächt, je länger und je mächtiger er wirkt. Das ist nicht einfach ein subjektives Geschehen, sondern objektive Folge des Widerspruchs zur ewigen Ordnung des Seins. Nur Menschen mit klarem Gewissen können klar und gut handeln. 

Doch gibt es auch die direkte Folge, daß andere Menschen auf den Sünder "strafhaft" wirken. Denn jede Sünde hat eine sozhiale Dimension. Sie reißt aus der Gemeinschaft der Menschen, als in Gottes Ideenwerk geboren und damit geordnet. Damit ist jede Sünde auch eine Sünde gegen den Mitmenschen. Und das schlägt nicht selten direkt durch. Die Sünde zerrüttet eben auch das soziale Leben! Und zwar an sich. Denn soziales Leben kann nur auf der Grundlage objektiver Ordnung - dem logos also - gedeihen. Die Sünde JEDES Menschen bricht mit dieser Ordnung, und damit mit der Basis udn Quelle (sic!) der Gemeinschaft aller Menschen. Unter Sündern gibt es nur Kumpanei, keine Gemeinschaft. Die oft so lächerlich oberflächlich kritisierte Tendenz einer Gemeinschaft, Sünder auszustoßen, fernzuhalten, wegzusperren, zu meiden, ist also sehr natürlich und zeigt einen völlig richtigen Grundtatbestand an.


 Morgen Teil 5)




*050717*

Dienstag, 11. Juli 2017

Die konkreten Folgen der Sünde (3)

Wenn der Leib ins Böse führt (Haltungen)

Damit wird deutlich, daß der Leib ins Böse selbst führen kann und definitiv auch führt, zumindest tendentiell, wenn auch nicht immer sofort und ganz. Die Art dieser Begierden widerstrebt also der Vernunft. G. K. Chesterton drückt es einmal so aus: der Mensch nach dem Sündenfall ist wie jemand der auf ein Pferd springt, das in alle Richtungen rennt. Die Herrschaft über dieses Pferd zu gewinnen, ihm also die Richtung der Vernunft vorgeben zu können, ist das, was man als "Tugend" bezeichnet. Sie stellt die leiblichen Ausrichtungen wieder in eine Vernunftordnung.

Die vierte Folge der Erbsünde ist die Verdunkelung des Verstandes. Dies ist in gleicher Weise auch bei aktueller Sünde der Fall. Der Geist wird als Sündenstrafe verdunkelt, das Licht weicht. Diese Verdunkelung des Verstandes ist in zwei Bereiche geteilt. Der erste ist daß aus dem Vestoß gegen die Natur (Sünde) das natürliche Licht des natürlichen Verstandes verdunkelt wird. Aber der Verstand ist  nicht nur körperlich zu begreifen (wie die Vergeßlichkeit bei Krankheit als Beispiel zeigt), sondern er ist untrennbar mit dem geistigen Aspekt verknüpft, der unabhängig von jeder Materie operiert. (Ein abstrakter Gedanke, sagen wir, ist völlig unabhängig von den konkreten Teilgedanken, die er zusammenfaßt.) 

Damit hängt er zum einen eng mit der Vorstellung zusammen, und damit zum anderen mit dem Urteil, in dem wir das Vorgestellte bewerten und gewichten und wirken lassen. Ein Beispiel: Wenn wir beten und zwar wissen, daß wir beten und das auch wollen, aber ständig von Vorstellungsbildern einer schönen Frau gefesselt sind. Man kann das durchaus auch "Unkonzentriertheit" nennen bzw. so verstehen, die immer eine Unfähigkeit ist, mit der Vernunft die Vorstellungskräfte zu lenken. (Das ADHS-Syndrom ist also kein Syndrom für sich, sondern die logische Folge eines Mangels der inneren Ordnung.)

Zwar kann niemand GANZ die Vernunft verlieren, ein letzter Rest bleibt immer, solange der Mensch eben lebt. Aber man kann ganz klar die Aussage treffen, daß Sünde den Menschen DUMM macht. Je mehr jemand sündigt, desto dümmer wird er. Die Soziologie weiß ganz klar, daß ein asoziales, verrottetes Charakterbild auch entsprechende Folgen für die Lebenstüchtigkeit hat. Asoziale, von viel Sünde gekennzeichnete Menschengruppen sind deshalb immer auch "dumme", untüchtige soziale Menschen gewesen. 

Es ist eine Abwärtsspirale: je mehr jemand sündigt, desto dümmer wird er, und je dümmer man wird, desto mehr sündigt er. Damit wird es einem Sünder immer schwieriger, geistige Dinge - Geist - zu realisieren. Denn er wird immer mehr auf physische Dinge fixiert, von diesen gebunden. Geist hingegen braucht eben Freiheit, als Ungebundenheit an rein physische Vorgänge, die die einem mögliche Vernunft nicht nach physischen, ungeordneten Gesetzen, sondern nach denen des logos, der Vernunft also formen..(Woraus der geistige Wert von Armut und Keuschheit vielleicht deutlich wird.) Die leiblichen Neigungen dominieren (in ihrer Verzweckungseigenschaft) die Vorstellungswelt, die Orientierung nach geistigen Gesetzen wird immer schwieriger.

Wer sündigt, wird dumm

Damit verdunkelt die aktuell begangene Sünde auch das Vermögen, Sünde überhaupt zu erkennen. Denn wir trainieren unsere niedrigen Geisteskräfte regelrecht darauf, nicht den Gesetzen der Natur zu folgen. Der Sünder wird insgesamt gesehen also irrational, selbst wenn er im Teilhaften noch "logisch" zu denken vermag. Bis die Sünde zum Laster wird, also zum Gegenteil der Tugend, zur eingeübten, verfestigten Haltung. Dagegen anzukämpfen verlangt dann bereits enorme Einzelkraft (durch die dem spezifischen Laster entsprechende, entgegengesetzte Tugend.)

Das funktionert aber genau so umgekehrtt. Je tugendhafter jemand wird, desto klarer wird sein Verstand, desto geistiger seine Vernunft. Mit anderen Worten ist der Tugendhafte in die Lage versetzt, seine geistigen Bilder mit der geistigen Ordnung in Übereinstimmung zu bringen (Vernunft).  Aber mehr noch. Der Mensch der Tugend vermag auch, seine Sinne immer akkurater zu machen. Auch diese richten sich nach der objektiven Welt aus. (Vereinfacht und als Beispiel: Der solchermaßen wirklich kultivierte Mensch vermag Dinge zu spüren, zu schmecken, zu empfinden, die dem lasterhaften Menschen einfach vorenthalten sind. Er SCHMECKT, RIECHT, FÜHLT das nicht, was der Tugendhafte schmeckt, riecht und fühlt. Weshalb es auch logisch ist, daß der lasterhafte, vernunftlose Mensch zu immer roheren "Genüssen" neigt. Seine Sinne stumpfen ganz real ab. Wieder ein Beispiel: Der sexuell hemmungslose Mensch VERLIERT den Sinn für die Freuden und Spielformen der Erotik, er wird immer mehr nur noch auf vordergründige, gar harte Lusterfüllung ausgerichtet sein.

Damit wird auch DIREKT die Fähigkeit verringert, zu erkennen! (Das kann keine "Bildung" ersetzen!) Der sündige Mensch erkennt also immer weniger von der Welt, und was er erkennt, wird immer gröber, einfacher zweckorientiert.

Wer nicht sündigt, wird klug

Umgekehrt erhöht der Mensch mit dem Wachstum seiner Tugend die Fähigkeit, immer mehr, immer weitgefächertere Informationen aufzunehmen und damit immer erhellendere Aussagen über die Welt zu treffen. Wahrheitsfähigkeit, Erkenntnisfähigkeit, "Wissen über die Welt" und Tugend (bzw. Laster bzw. Sünde) hängen also DIREKT zusammen. Es gibt eines nicht ohne das andere. 

Damit wird auch klar, daß es verschiedene Zustände von Kulturen gibt. Daß sich innerhalb der Kulturen ein Grad der Wahrheitsfähigkeit ausbildet, der entweder der Erkenntnisfähigkeit des Einzelnen zu- oder abträglich ist.  So können ganze Kulturen erbliinden und immer mehr fehlgehen (also immer mehr nur noch falsch entscheiden), weil sie sich auf ein Teilgut richten, dabie aber gegen eine Gesamtordnung verstoßen - oder sich in sich befruchtend erhellen und wachsen weil sich der Gesamtordnung der Vernunft immer mehr eingliedern. 

Der Sündige schneidet sich also von der Gnade ab. Die Gnade aber ist es, die den Willen stärkt und den Verstand erleuchtet. Gut zu denken, salopp formuliert, ist also eine Gnade, nämlich die Gnade der Teilhabe an der absoluten Vernunft. Die Sünde schneidet davon ab, und damit natürlich von der Weisheit. Denn die Weisheit ist die geschenkte Befähigung des Menschen, sich und die Welt so zu sehen, wie Gott - die absolute Vernunft - sie sieht. Eines der sichersten Zeichen für die Sünde ist deshalb, wenn ein Mensch nicht mehr hören will, was Gott sagt, sondern Gott nach seinen eigenen Maßstäben "definiert". (Wenn also z. B. Gott nur noch nach subjektiven Gefühlen bewertet wird. Man kann daraus auch von dieser Seite den ganzen Wahnsinn der subjektivistischen Wende in der Liturgie, noch weiter, in ganzen Religionen: etwa im Protestantismus, begreifen!)

Der Sünder spaltet sein Selbst

Aber ein entscheidender Aspekt der Sünde ist die Spaltung des eigenen Verstandes. Denn der Wille, der zum sündigen Verhalten treibt, handelt GEGEN das zutiefst innere Wissen um die Gesetze der Vernunft. Das Unterbewußte, um es einmal so zu sagen, sagt uns also (immer!), daß etwas falsch ist, wozu uns aber das bewußte Wollen treibt, ja zwingt. Damit wird dem Verstand Gewalt angetan. (Gewalt ist ja das Handeln gegen die Natur einer Sache.) Damit zwingt sich edr Sünder selbst, seinen Verstand zu verdunkeln, weil er sich dazu zwingt, GEGEN die Wahrheit zu handeln (und das als Denkbewegung zu verfestigen.) Damit gewöhnt sich der Sünder eine Art zu denken an, die seine Vernunftfähigkeit mehr und mehr verdunkelt. Selbst wenn sie sich noch in scheinbar logischen Zirkeln von Teilrichtigkeiten bewegt, wird er immer weniger in die Lage kommen, ein Insgesamt der Vernunft, also in Widerspruchsfreiheit und in einem zusammenfassenden Denken zu denken. Frü den, der beständig sündigt, der in Sünde lebt, wird es deshalb nicht einfach so, daß er nicht die Wahrheit sehen möchte (gerade bei Sündern ist die Sehnsucht nach Wahrheit oft besonders ausgeprägt) - er wird sie vielmehr nicht mehr sehen KÖNNEN. 

Natürlich wird damit auch die Fähigkeit, Gott oder religiöse Wahrheiten zu erkennen, immer mehr beeinträchtigt. Der Sünder kann sie in ihrer Relevanz nicht mehr in sich abbilden und bewerten. Da nützt dann auch kein Argument mehr. Der Sünder kann die Wirklichkeit Gottes gar nicht mehr erfassen. Es fehlt ihm (um es mit Heidegger zu sagen) die "Sprache der Sprache". Er mag es so und so "richtig" formulieren, aber er versteht es einfach nicht.

Die nächste direkte Folge der Sünde ist die Zerrüttung des Verhältnisses von Mann und Frau. Denn die Sünde macht das ganz normale, alltägliche Leben eben immer problematischer, immer schwieriger.

Indem er der Sünde folgt, stellt sich der Mensch aber auch ganz deutlich unter den Einfluß des Bösen, der Dämonen, des Teufels. Sie bekommen zwangsläufig immer mehr Kontrolle über den Menschen,der Mensch unterstellt sich ihnen. Daß sich das ind er Praxis meist scheinbar kaum direkt bemerken läßt (oder Dämonen sich nur selten direkt einschalten) liegt wohl darin, daß sich für die meisten Menschen bzw. Sünder der Aufwand gar nicht lohnt bzw. nötig ist, sie fallen sowieso schon in seine Hände, und sei es, weil die Kultur bzw. Unkultur die Menschen massenhaft von Gott abfallen läßt.


 Morgen Teil 4)






*050717*

Montag, 10. Juli 2017

Die konkreten Folgen der Sünde (2)

Die aktuelle Sünde - Die Todsünde

In der Sünde selbst ist ebenfalls zu unterscheiden. Gar von Todsünde ist zu sprechen, wenn der Verstoß wirklich gravierend ist, sowohl der Tat nach als auch der Sache nach. Einen Käfer unmotiviert zu erschlagen hat gewiß eine andere Tatschwere als einen Menschen zu erschlagen. Die Tosdündee ist einewirkliche Abkehr von Gott, während die läßliche Sünde ein Verstoß gegen seine Ordnung ist, gewiß, aber keine schwerwiegende Abkehr von seiner Ordnung damit einhergeht. Deshalb unterscheidet sich die läßliche Sünde auch durch die Auswirkung auf die Leiblichkeit als Grundlage des weltlichen Erkennens, darauf werden wir nach und nach unten eingehen. 

Aber wesentliches Merkmal der Tüdsünde ist, daß der Sünder ihre Schäden und Fogen NICHT aus eigener Kraft beheben kann. Deshalb sind etwa viele Sünden gegen den Leib Todsünden, denn sie betreffen, wie unten hoffentlich verständlich wird, in ihren Folgen die Erkenntnisbasis selbst. Mord etwa ist ein so schweres Vergehen gegen das Leben selbst, daß es den Mörder selbst in seiner tiefsten Konstitution betrifft. Der Sünder kann nichts mehr an Gnade erwerben, EHE nicht Gott selbst durch Vergebung (im Sakrament der Beichte) die Gnadenfähigkeit selbst wieder herstellt. Die Folgen sind freilich ein ganz eigenes Problem, dazu unten.

Doch ist es in der Logik der Gerechtigkeit Gottes, daß die Todsünde auch in die ewige Verdammnis führt. Sie bedeutet eine substantielle Abwendung von Gott, und damit eine Hinwendung zu Satan. Im Zustand der Todsünde - selbet wenn man gewissermaßen "gute Taten" anderer Art vollbringt - ist es nicht möglich, den Glanz vor Gott, der ja nur ein Ganz IN Gott sein kann (letztlich betet sich Gott in der Schöpfung ja selbst an), also die "Verdienstlichkeit" einer Tat, geltend zu machen. Sie zählt nicht, weil man prinzipiell von Gott fern ist.

Die Erbsünde

Die aktuelle Sünde - also die, wie wir aktiv begehen - unterscheidet sich freilich von der Erbsünde, wenn auch nicht in vielen Folgen und Strukturen. Sie wird als Grundverfaßtheit des Menschen IN seiner Verfehlung durch konkrete Vererbung dieser Disposition, dieser Haltung weitergegeben. Sie ist damit zwar kein subjektives Vergehen, aber sie ist eine Position, ein Ort, an dem sich jeder Mensch befindet. Deshalb kann oder muß man sie auch nicht beichten, aber sie ist eine jeden Menschen betreffende objektive Stellung dem Sein gegenüber, also eine Veranlagung zur Verfehlung. Sie wird deshalb auch durch die Taufe prinzipiell "repariert", wenngleich es dem Willen des Menschen obliegt, sich in diesem Zustand zu bewahren. Verstößt er dagegen, und dazu neigt er leider (man denke an das Gesetz der Entropie), verbleibt ihm nur noch die Beichte, die diesen Originalzustand VOR der Erbsünde beim Getauften bzw. in einer Art "Freischaufelung" der Taufgnade wiederherstellt. Damit wird der Mangel an Gnade, der durch die Sünde eintritt, behoben. (Bis zur nächsten Sünde ...) 

Die Erbsünde hat ihren Platz an sich alleine in der Seele. Daß sie sich aber in der körperlichen Disposition zeigt ist eine Folge der Erbsünde, auch der Strafe die der Menschheit daraus folgte, nicht aber der Erbsünde selbst. Damit sind Tod, Krankheit oder natürliche Unordnung (auch in der umgebenden nichtmenschlichen Natur) gemeint. Sie hat in erster Linie den Willen affiziert, das heißt, daß durch die Erbsünde der mesnchliche Wille in Unordnung geraten ist. Er wendet sich also leicht von Gott ab, und damit gegen die Ordnung des Seins. Im besonderen weil er sich durch die fleischliche Disposition vom Einen abziehen, von einem Teilgut binden läßt, ohne das Ganze zu berücktsichtigen. 

Denn die Sünde richtet sich ja immer auf ein Gut; doch ist diesess Gut eben nicht das Gesamtgut, das dem Teilguten erst seine absolute Gutheit gäbe. Ein Orgasmus ist etwas Schönes, ein Gut, keine Frage, aber in der Vergewaltigung oder außerhalb der Ehe eben außerhalb der Gesamtordnung. Aus einem Teilgut läßt sich also nicht per se ein absolutes Gut, also DAS Gute, ablesen. Subjektive Empirie kann also nie eine Aussage über das wirkliche, objektive Gute einer Sache aussagen; man beachte dazu, was an dieser Stelle über den Mißbrauch geschrieben wurde. Um die Richtigkeit eines Handelns, ihre Gutheit zu bewerten braucht es deshalb immer die Vernunft.

Die Erbsünde hat im Wesentlichen vier Folgen. Die erste ist wie gesagt Krankheit und Tod. Die zweite betrifft den Willen selbst, der zum Bösen (also zur Gesamtabkehr vom Sein, von Gott, also zum Ungehorsam) geneigt ist, was direkt mit der Liebe zu tun hat (denn die Liebe will das objektiv Gute.) Der Wille neigt zur Aktualität, also zum Teilgut, ist darin geschwächt, sich dem Gesamtgut zuzuwenden. Eng damit zusammen hängt die dritte Folge, die der ungeordneten Begierden (Anwegungen). Sie stehen nicht mehr ind er Gesamtordnung, und vermögen deshalb das Ganze des Menschen in ein Teilgut, das aber vom Gesamtgut abzieht, zu verhängen. Damit streiten die natürlichen Strebevermögen des Menschen mangels Ordnung gegen den Geist selbst. Die Herrschaft des Geistes (der Wahrheit) über den Leib ist geschwächt, der Leib neigt also dazu, sich in Vereinzeltheit zu verlieren. (Ein paar Glas Wein am Tag sind eine Lebenssteigerung; fünfzig Glas Wein am Tag eine Unordnung des Ganzen.)



Morgen Teil 3)





*050717*

Sonntag, 9. Juli 2017

Die konkreten Folgen der Sünde (1)

Es geht bei der Sünde nicht einfach nur darum, daß sie, einmal begangen, erkannt, bereut und gebeichtet werden muß. (Muß, nicht "vielleicht kann"; es gibt keinen anderen Weg aus der Schuld vor dem Sein als durch das Sein selbst, im Sakrament, also der realen Präsenz des Seins, Gottes, im Welthaften.) Was meist vergessen wird sind auch nicht einfach der Nachlaß von Sündenstrafen, wie sie der Ablaß gewährt. Was meist vergessen wird sind die konkreten Folgen einer Sünde. Wer einen Baum fällt steht anschließend vor einem schattenlosen Vorgarten, und alle Barmherzigkeit Gottes wird auch diese Schattenlosigkeit nicht beheben. Es geht deshalb, sagt P. Chad Ripperger in dem ganz zum Schluß angehängen Video, auch und vor allem um die konkreten Folgen der Sünde auf die eigene Seele, natürlich noch mehr, wenn sie noch nicht wirklich bereut und vergeben sind. 

Hinweis: Wir haben diesen Text auf dem 50mintügigen Vortrag von P. Ripperger aufgebaut und seine Ausführungen sinngemäß übertragen. Das Video folgt am Ende dieser Serie. Diese aber fallweise ergänzt oder zusammenfassend formuliert, vor allem, wenn es nach Auffassung des VdZ dem leichteren Verständnis der Sache dienen könnte. Man beachte dabei, daß das Anhören der Video-Vorträge des amerikanischen Philosophen, Theologen und Exorzisten "Penanceware" sind, er also darum bittet, mit jedem Anhören entweder Geldzuwendungen, oder Gebete für seine Anliegen zu verbinden.

Jede Sünde hat Folgen

Jede Sünde hat aber nunmehr eine spezifische Folge, die mit ihrer Natur zusammenhängt. Und Sünde ist ja immer ein Verstoß gegen die Natur, also das gestalthafte Ziel, auf das hin ein Ding, ein Wesen angelegt ist. Diese Spezifika orientieren sich an den drei Formen der Seinsgesetze (die ja zugleich Gesetze, also Ordnungsprinzipien der Vernunft Gottes sind.) Darin kann man unterscheiden in:

1) positiv gesetzte Gesetze, also Gesetze, die Jesus Christus direkt aufgetragen hat; wie das, den Glauben unter allen Völkern zu verbreiten. Sie ergeben sich nicht einfach aus der Natur der Dinge, sondern auf einen diesen zwar nicht widersprechenden, aber doch übergeordneten Sinn, der freilich die Dinge selbst betrifft.
2) die Gesetze, die sich aus der menschlichen Natur ergeben. Aus der Verfaßtheit der menschlichen Natur läßt sich ableiten, was Gott mit dem Menschen vorhatte, und was diesem deshalb zur Selbsterfüllung "auferlegt" ist.
3) die zivilen Gesetze, die sich ja in ihrem Wesen auf Wesen und Ordnung der Schöpfung beziehen, wenn auch nicht direkt und einfach aus dieser ableitbar sind.




Morgen Teil 2





*240517*

Freitag, 7. Juli 2017

Evoution zu denken ist irrational

Die Haltung zu den Evolutionstheorien (als Komplex gesehen: "Die Evolutionstheorie") ist heute vielleicht mehr denn je das Scheidewasser, an dem die intellektuelle und vor allem sittliche Kraft eines Menschen erkannt werden kann. Evolution zu denken ist niemals rational, sondern immer Ausweis einer egal wie nutzen- und zweckbewegten Bereitschaft zur Irrationalität, deren Motive ganz anderen Bezirken entstammen als einer umso eifriger vorgegebenen, ja fast schon totalitär vorgeschriebenen Sichtweise der Welt.   

Es verhält sich aber ganz anders. Sodaß sogar jemand wie  Hans Peter Duerr, der Assistent von Werner Heisenberg, es so formuliert, daß die Evolutionstheorien nichts anderes als mythologische Erzählungen sind, die mit eigentlicher Wissenschaft aber nichts zu tun haben.


Wenn wir die Erste Philosophie ernst nehmen, schreibt deshalb P. Chad Ripperger in seiner stupend exakten philosophischen Analyse der Evolutionstheorie(n), die jener Zweig der Philosophie sind, die die ersten Prinzipien des Denkens durchdenkt, und wenn wie die ersten Prinzipien der Evolutionstheorie genau damit abzustimmen versuchen, dann beginnen wir zu begreifen, daß jede Form der Evolutionstheorie mit den ersten Prinzipien der Erkenntnis unvereinbar ist. 

Unter exakter Untersuchung dieser Denkvorausetzungen der Evolutionstheorie, schreibt er weiter, ist es völlig einleuchtend, daß die Evolutionstheorie nicht rational begründet werden kann. 

Damit ist auch klar, daß jede Form von Evolutionstheorie in sich irrational ist und den Grundsätzen der Vernunft entgegensteht.  

Wenn es aber auch wahr ist, daß  die Evolutionstheorie in sich irrational ist, so heißt das noch nicht, daß jeder ihrer Vertreter wissentlich und willentlich irrational ist, oder daß sie einfachhin zu wenig Kenntnis von den ersten Denkgrundlagen haben um zu begreifen, daß die von ihnen vertretene Theorie irrational ist.  

Man darf deshalb hoffen, daß im Lichte exakter Denkweise alle diese Vertreter dieser Weltsicht des Evolutionismus beginnen, dieses so enorm befestigte Vorurteil zu überwinden und ihre Agenda mit größerer intellektueller Redlichkeit durchzudenken.


P. Chad Ripperger in der Conclusio seiner Studie The Metaphysics of Evolution, also über die
"Impliziten Metaphysischen Voraussetzungen der Evolutionstheorie". 
Übertragung ins Deutsche vom VdZ.





*290517*

Sonntag, 18. Juni 2017

Denn sie wissen nicht was sie tun

Der amerikanische Pater, der Exorzist und Philosoph Chad Ripperger führt ein Beispiel für seine Behauptung an, daß die heutige Psychologie zum allergrößten Teil keine Ahnung hat, was sie überhaupt macht. Denn ihre Methode entspricht nicht dem Gegenstand, der Seele. Damit kann man ihr auch nicht den Status einer Wissenschaft zusprechen.

Ihr Konzept vom Menschen als höherentwickeltem Tier reduziert ihn auf einen materiellen, mechanistischen Gegenstand. Aber die Seele ist beim Menschen eine Geistseele, das heißt, daß ihre wesentlichen Vorgänge den immateriellen Bereich Geist und damit die Wahrheit betreffen. Die heutige sogenannte empirisch-naturwissenschaftliche Psychologie kann damit überhaupt nichts anfangen. Es sei denn, sie materialisiert auch den Begriff von Geist. Und damit wird auch das erste Problem des Menschen, sein Verhältnis zum reinen Geist - Gott - schwerstens deformiert. Er wird zu einem psychologischen Faktor, bestenfalls in seinen Nützlichkeiten bewertet. Die fatalste Wirkung ist die Umdeutung der menschlichen Schuld. Das begründet sich schon alleine aus der Tatsache, daß die Gründerväter der modernen Psychologie sämtlich Atheisten waren.

Auf dieser verfehlten Anthropologie basiert auch ihre Wirkweise. Sie implementiert in ihre Klienten ein geistiges Konstrukt, weiß das in der Regel aber nicht einmal oder kennt nicht deren Implikationen (denn solche Konstrukte enthalten ja auch eine gesamte Wertewelt, also die Art sich zu sinnlichen Eindrücken, inneren Bewegungen, Gedankenbewegungen etc. zu verhalten.) Es ist, als würde man ein Stützkorsett einbauen, in das dann sämtliches Seelenleben des Patienten eingefügt wird. Der Patient trägt somit nicht mehr seine Seele mit sich herum, sondern ein lebensloses Wahrheitskonzept beherrscht sein Denken und Urteilen. Mit dem die gesamte Welt um ihn herum mit der Zeit zu einem ebensolchen toten Konstrukt wird.

Zur wirklichen Welt fehlt ihm bald jeder Zugang, er wurde regelrecht zu einem "Zombie" deformiert, deren Abhängigkeit vom Psychologen auch extrem hoch ist und steigt. Es wird ihnen immer schwieriger, noch ein offenes Verhältnis zur Wahrheit aufzubauen. Denn die Psychologie befaßt sich nur damit, ein bestimmtes subjektives Verhältnis zur Welt und den Erlebnissen herstellen zu können, dessen Kriterien letztlich undefinierbar sind und in verschwommenen Begriffen von "Wohlbefinden" verankert werden. Objektive, naturrechtlich feststehende Kriterien gibt es nicht. Dazu wird ein Grundbefinden des "Selbstwertgefühls" gemischt, sodaß die Lebenshaltung die Vermeidung genau der Dinge mit sich bringt, die mit Wirklichkeit zu tun haben. Leben wird zur Methode der Schmerzvermeidung und Selbsterlösung über Situationskontrolle.

In San Franzisco wurde ein Experiment angestellt. 1000 Menschen mit psychologischen Schwierigkeiten wurden zuerst Psychologen gegenübergesetzt. Dann wurde erhoben, wie vielen dieser Patienten geholfen wurde. Das gleiche Experiment wurde dann mit Menschen von der Straße gemacht. Nun saßen diesen Menschen mit seelischen Schwierigkeiten also völlige Laien des Alltags gegenüber. Das Ergebnis war frappant: Diese Laien konnten den Patienten in signifikant höherem Maß helfen als die Psychologen es vermocht hatten.

Moderne Psychologie, die sogar offiziell eine höchst bescheidene "Erfolgsquote" von 10 Prozent angibt, ist nicht in der Lage, menschliche seelische Probleme zu "lösen". Sie kann sie nur verdrängen, künstlich metastasieren, weil sie schon aufgrund ihrer Methodologie ein verfehltes Konzept von "Heil" und "Heilung" vertreten muß. Sie kann bis auf den heutigen Tag nicht definieren, was "geistig gesund" überhaupt bedeutet, und deshalb gibt es nahezu eben so viele psychologische Methoden und Ansichten dazu, wie es Psychologen gibt. Aber sie haben katastrophalen Einfluß auf das psycho-soziale Klima genommen. Praktisch alle Lebensbereiche heute sind von ihren Irrtümern und Verrücktheiten durchdrungen.

Besonders fatal hat sich das auch auf die Pastoral ausgewirkt. Denn Pastoral (als Seelsorge) wird heute fast nur noch als angewandte Psychologie verstanden. Das heißt, daß sie mit einem von der Psychologie übernommenen Heilskonzept auf die Menschen losgelassen werden. Da verlassen, so Ripperger, schon Generationen von Priestern die Seminare und haben keine Ahnung selbst von den elementarsten geistigen Prinzipien des Seelenlebens.

Man muß deshalb dringend vor der heutigen Psychologie warnen! Nur eines kann den Menschen in den Zustand der Gesundheit bringen, und das ist die Wahrheit, und das ist die Katholische Kirche als irdische, personale Realität und Gestalt der Wahrheit.







Hinweis: Fr. Ripperger ersucht, seine Videos durch eine Spende "zu honorieren". Er bezeichnet die Videos und Vorträge als "Bußvorträge", denen auch eine konkrete Tat - eine Spende - entsprechen sollte. Er schlägt 1 Dollar pro Vortrag vor. Die Spende kann über seine Seiten abgewickelt werden.





*180517*

Freitag, 16. Juni 2017

Dämonen unserer Generation (3)

Teil 3) Generationenübergreifende Geister




Im dritten Teil geht Fr. Ripperger noch näher auf die Maßnahmen ein, die man gegen die dämonischen Besessenheiten der Gegenwart ergreifen kann und muß. Das erste Prinzip ist, daß man genau die den dämonischen Absichten der Zerstörung (= Sünde) entgegengesetzten Tugenden ergreifen und stärken muß. Und hier beginnt alles beim Fasten und beim Gebet. 

Damit bindet auch ein Mensch in hierarchisch übergeordneter Position - etwa ein Vater gegenüber der Familie, ein Chef gegenüber seinen Beschäftigten, ein König also seinem Land gegenüber - die Mächte über seine ihm Untergebenen, ihm Überantworteten. Denn die Dämonen wirken vor allem über die Ungerechtigkeit, und das heißt: den objektiven Ungeordnetheiten in einer menschlichen Einheit. So läßt sich allmählich auch die Beschädigung aller Zubehörigen auf geistiger Ebene beheben. Wirksamstes Mittel dazu ist die Heilige Messe. Nicht der Familienbaum selbst ist nämlich heilbar, sondern die Mitglieder, die Zubehörigen dazu, und so wird auch die Kraft des Familienbaumes wieder aus seiner Natur heraus aktiv.

Wichtig dabei ist, sich zuerst um die eigentliche, engste Familienlinie der Zubehörigen zu kümmern, vor allem im Gebet für die anderen. Man sollte vorerst zumindest nicht darüber hinausdenken. Wer vieles zu retten versucht, wird alles verlieren! Dazu sollte man auch nicht auf das Fürbittgebet zu Heiligen vergessen, die speziell für bestimmte Dinge bekannt sind. Sie vermögen sehr effizient gegen bestimmte Geister beizustehen, sie zu blockieren. (Übrigens: Das ist ein Sinn des kirchlichen Jahreskreises, der ja das gesamte Heilsleben der Kirche umschließt, beschreibt, und die Mittel dazu fügt. So wie der Jahreskreis die Vollkommenheit der Natur in ihrem besten Gewese umfaßt.) 

Die Hilfe der Priester ist dabei Schlüsselmoment. Und zwar in der Beichte. Ihr Amt ist völlig unabhängig von ihrem persönlichen sittlichen Zustand! Wichtig ist jenes Vertrauen, daß der andere kraft seines Ortes, seines Amtes, das beiträgt, was einem fehlt. Klar, viele Priester sind persönlich faule, dumme oder gar verabscheuenswerte Schuster. Aber das ist hier unwesentlich. Ihre Weihe, ihr Amt vor allem wirkt, und wenn sie noch so große Nasenbohrer sind und vom Seelenleben keine Ahnung haben. 

Wichtig: Die Dämonen haben für Seelen im Fegefeuer keine Relevanz. Sie können dort nicht mehr zugreifen. Zurück bleibt jeweils nur die persönliche Schuld, der persönliche Zustand, als Endergebnis ihres individuellen Lebens. (Empfehlung des VdZ: Dantes "Divina commedia" lesen!) 

Derzeit erlebt freilich jeder (Amerikaner; Ripperger ist US-Bürger) eine völlige Auslieferung an die dämonischen Mächte durch die Führungskräfte. Dennoch sollte man wählen gehen - wenn, WENN ein größeres Übel zu vermeiden wäre, und WENN die Wahl nicht offensichtlich völliger Betrug ist. Wenn das nicht der Fall ist, wäre zur Wahl zu gehen sogar Pflicht.

In jedem Fall ist Geduld und Beharrlichkeit angesagt. Denn wenn auch die Gebete Jesu - der Gott war und ist - sofort wirken, weil Gottes Wort im selben Moment des Ausgehens auch Befehl ist, wird das Wort des Menschen in dem Maß wirksam, als er selbst christusförmig wird. Ein langer Weg!

Besonders und von der Erfahrung als Exorzist gestützt waren Gebete der Anrufung des Heiligen Blutes Jesu Christi. Sie wirken äußerst effektiv gegen dämonische Mächte. Denn im Blut Christi hat sich die göttliche Existenz in eine Art "irdische Hinterlassenschaft" gespalten.

Höchst kritisch äußert sich Ripperger gegen den "ökumenischen Dialog". Praktisch immer werden damit Dämonen (der anderen Religionen, und jede dem katholischen "andere" Religion ist auf die eine oder andere Art dämonisch) in die eigene Existenz eingeladen.

Interessant, was er über die Presse- und Redefreiheit sagt. Denn die Presse hat keineswegs das "Recht", über "alles " zu berichten. Es gibt Rechte und Bereiche des Individuums, die niemanden etwas angehen. Freiheit kann es nur in Übereinstimmung mit dem Naturrecht, mit dem göttlichen Recht (als Schöpfer bzw. als Schöpfung) geben.

Kein Dämon hat Macht oder Zugang zu unserem Willen und unserem von diesem abgesteckten Verstand. Er hat aber "Ohren", er hört, was wir sagen, auch wenn das nur "mental" geschieht. So wirken ja auch Gebete. Und in diesem geistigen Raum können auch Dämonen unsere Gedanken hören, die durch die Sünde eben zu ... dämonischen Anrufungen werden.

Drogen, psychologistische Methoden haben aber genau diese Wirkung: Sie verhindern durch körperliche Wirkung, den Zielraum eigener Bedürfnisse abzugrenzen oder zu formieren. Deshalb muß man auch auf die Medizin achten, die man einnimmt.

So nebenbei: Ein ganz wichtiger Einschränkungshinweis auf das, was man heute so großzügig "human" Palliativ-Medizin nennt. Wenn diese nämlich die Willens- und Urteilskraft des Patienten einschränkt ist sie von schwerem Übel.*








Hinweis: Fr. Ripperger ersucht, seine Videos durch eine Spende "zu honorieren". Er bezeichnet die Videos und Vorträge als "Bußvorträge", denen auch eine konkrete Tat - eine Spende - entsprechen sollte. Er schlägt 1 Dollar pro Vortrag vor. Die Spende kann über seine Seiten abgewickelt werden.





*So nebenbei: Ein einmal bereits kurz vor dem Tod stehender Patient hatte dem VdZ erst jüngst erzählt, daß die Medikamente, die man ihm zur "Schmerzvermeidung" eingespritzt hatte, ihn, der noch lebte und bis heute lebt, die Schmerzen sehr wohl hatte fühlen lassen, aber die Fähigkeit, darauf zu reagieren, völlig blockiert hatte. Das entspricht auch Berichten über "Hirntote" bei Organentnahmen. Die ... sind nicht tot!







*190517*