Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Matriarchat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Matriarchat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 12. Mai 2022

Woran wir das Ausmaß des Heidentums erkennen (2)

Als erhellte sich in immer neuen Kaskaden die Lebensführung der Gegenwart, begreift man: Der Menschen Bindung ist kein Moment der leiblichen Abstammung 
Die leibliche Abstammung ist das fragile, ja "gar nicht vorhandene" Moment des Menschseins. Weil die Geistseele als das konstitutive Element des MENSCHEN ALS PERSON (und anders ist oder wäre er gar kein Mensch) das entscheidende anthropologische Faktum ist. 
Die leibliche Abstammung ist lediglich faktisch-praktisch von gewisser Bedeutung, die aber in der Regel vollkommen über- weil falsch eingeschätzt und von der wahren Abstammung - der Zugehörigkeit zu einem Geist, zu einem Namen, der einem nie gehört, sondern DEM man zugehört einerseits, dem man aber auch zugehören wollen muß, anderseits, ohne daß diese Bindung je mehr als Gnadenakt wäre, der nie mit dem Abkömmling mit- und einhergeht (der Sohn kann dem Vater die Identität und Zugehörigkeit zum Namen nicht nehmen, aber sehr wohl kann das umgekehrt geschehen) - nicht richtig auseinandergehalten wird. 
Im Ganzen des Menschseins gesehen ist sie kaum von Relevanz. Weil sie auf jeden Fall (auch) übewudnen werden muß wie jedes sonstige materiale, leibliche Datum, mit dem der Mensch konfrontiert ist. 

Mittwoch, 11. Mai 2022

Woran wir das Ausmaß des Heidentums erkennen (1)

In keinem Evangelium sehe ich die Anti-Heidnische Essenz dermaßen deutlich herausgearbeitet wie im Johannes-Evangelium. An der konkreten Aufarbeitung des Verhältnisses des Christen zum Judentum, die so aktuell ist, daß ich manchmal perplex bin, weil es von der Allgemeinheit bzw. der geistigen Öffebtlichkeit kaum gesehen zu sein scheint, zeigt sich exemplarisch auch das Verhältnis des Christen zum Heidentum. Insbesonders arbeitet Johannes die notwendige Abgrenzung zum Eckstein des Heidentums heraus, und das ist das Faktum der leiblichen, der körperlichen Abstammung und Vererbung, in seiem Verhältnis zur Geist-Seelischen Verfatheit des Menshen als anthropologischer Tatsache.

Auf die Jesus Christus durch die ganze Art und Weise seiner Lehre, seiner Inkarnation, seines Lebens auf Erden, durch die Art "wie die Erlösung geschehen ist" und wie sie zu sehen ist, die einzig gangbare, vor allem aber perfekt passende Anwort gibt. Das hat der Apostel Johannes zu einem der Zentren seines Evangeliums gemacht, und dann in Paulus nochwesentliche Ergänzungen gefunden. Beide sind ja des Griechischen kundig gewesen, und beiden ist das griechische Bildungsgut (über den Hellenismus, der seit Alexander dem Großen über diesen riesigen geographischen Raum des von Alexander aufgebauten Weltreiches, vom Indus über den Kaukasus, Kleinasien, Arabien bis nach Ägypten erstreckt hat) bestens vertraut. Ein Raum, dem der Makedonier in erstaunlich kurzer Zeit eine Struktur einziehen konnte, die ein Jahrtausend und mehr deutlich prägend gewirkt haben. Auch im geistigen Geschehen und dem Bildungsgut so vieler Millionen Menschen.

Dienstag, 19. April 2022

Die Kulturphase des unbedingten Gehorsams (2)

Kennzeichnend für ein matriarchales Zeitalter sind deshalb aber auch alle Eigenschaften, die das Wesen der frau ausmachen. Angewiesen auf einen Identitätsgeber, sind sie in Gehorsam ausgerichtet. Wer immer eine "unabhängige" Frau näher betrachtet wird deshalb auch eien solchen Identitätsgeber finden, auf den sie völlig ausgerichtet ist.

Und damit sind wir beim Internet und den social media angelangt. Diese extreme Beschleunigung, die wir dadurch erleben, entspricht der gegen unendlich tendierenden Suche der Frau nach einer unverbrüchlichen, ewigen Begattung und Zugehörigkeit. Das macht sie sogar zu Erfolgsgaranten in solchen Phasen, denn Frauen neigen dannzu pausenloser Verfügbarkeit, und von ihnen lernen bzw. ihre Art der Problembewältigung zu übernehmen heißt, das burn out zu erlernen.

Montag, 18. April 2022

Die Kulturphase der Verklumpungen (1)

Eine Kultur hat ihre Zeiten, Phasen und Charakteristiken, also auh ihre Lebensalter einerseits, aber auch ihre Ablauflogiken, wenngleich diese niemals (wie Spengler es mißverstand, oder Hegel und Marx es sogar noch in einen Mechanismus des Seins einpackten) notwendig und zwingend sind, so wahrscheinlich es auch sein mag, daß sie sich so entwickeln. Was immer der prinzipiell antischöpferischen Tendenz des "Fleischkolosses" Menschen entspricht, die ist: Zu fallen, schwächer weit mehr zu sein als stark. Sodaß der Mensch also immer eher ein fügendes Wesen ist (wie doch jedes andere Lebewesen auch) als eines, das seinen eigenen Weg gestaltet und sich selbst vorauswirft.

Man wird immer und ausnahmslos schon rein quantitaiv mehr an der Ferse erwischt, als man voranschreiten kann. Was schon mit der Zeitverhaftetheit zu tun hat, in der wir der "absoluten" Gegenwart immer nur in unendlich kurzen Momenten begegnen, um sofort wieder in die Vergangenheit zu fallen (durch Erinnerung, durch Nachdenken, um entscheiden zu können.) 

Donnerstag, 27. Januar 2022

Wohin aber gehören wir?

Im Grunde ist es nicht verwunderlich, dennoch staune ich von Tag zu Tag mehr. Wenn ich beobachte, mit welcher Kraft und mit welchem Saft und mit welchem Hintergrund (nämlich dem eines verdrängten, auf andere Gebiete verlagerten Verzweiflungsgeschehen) Weltanschauungen und Neo- oder Pseudoreligionen* aufblühen.

Auch hier kann man die Völker in jene zwei Gruppen geteilt sehen, in die die Weltbevölkerung zu zerfallen scheint. 

Die Gruppe der matriarchalen Diebe - Deren eine, größere, nach außen homogenere ist die, die als Teil eines von der offiziellen Staatsmacht geforderten, protegierten und vertretenen Narrativs (salopp formuliert) alles tun und gutheißen². Denen eine Logik als Rechtfertigung dient, die als allem zugrunde liegend, aufgrund der mit Medienmacht behauptet zugrundliegenden und verbindlichen Moralsätze - "Menschenrettung", "Weltrettung", "Klimarettung", "Gesundheit", "Solidarität", "Schutz", "Sozialbudgetentlastung", im Grunde ist das unbegrenzt, es geht hier um Sprachdiebstahl, um Entwendung der Nomina, die auf einen neuen Hintergrund, auf eine neue "Sprache hinter der Sprache" (Heidegger) aufgesetzt werden, also um das, was man mit Schizoidität bezeichnet** - als Bezugspunkt hat. 

Mittwoch, 8. September 2021

Durchtränkt vom Weibelichen

Heute feiert die Kirche das Fest Mariä Geburt - Eine der Folgen der Feminisierung (das Wort Matriarchat möchte ich nicht für die Gegenwart verwenden, es erscheint mir unzulänglich und oberflächlich) der Kultur ist, daß sie einen Mutterkuchen herausbildet, dessen Logik nicht die Logik ist, sondern die Ästhetik. Die selbst wiederum - ganz Frau - in der Befindlichkeit gründet, die in der gleichfalls schwimmenden Zeit treibt.
Aber jede Frau formt sich - ganz und immer und der Grammatik folgend Mutter in ihrem Verhältnis zur umgebenden Welt - ihre Kinder. Ihre Bindung ist leiblicher, geformter, angenommener wie übergebener Natur, in der sie die Welt nun halten, wenn kein Mann mehr das Schwert in die Hand nimmt und den trennenden Schlag vollführt. 
Aber wo wollte der Held sein Haupt betten, wenn nicht am Bette der Gewöhnung und Sitte? Diese Macht aber, die gehört wieder ihr, sie ist die Herrin der Macht der Gewohnheit, ohne die die Welt nicht existieren kann. Weil sie sonst wie der Komet, der nicht zum Sternsein fand, verglüht. Noch jeder Samson fand seine Delilah, noch jeder Prinz wurde in einen Frosch zurückverwandelt.
Und so formt sich die Gegenwart, die Generation der Frauen-, nein, der Mutter-Gefälligen*, die zugleich die Rolle der "Philosophen" spielen:

Samstag, 3. Juli 2021

Veganismus als Schuld an der Erde (4)

Was aber, wenn es ganz anders ist? Oder: Von der Heimtücke der Schuld. - Bislang hat sich das alles wie von selbst geschrieben. Erklärung folgte auf Erklärung, und die Logik der Sprache zog acht Seiten Manuskript aus dem tiefen Bauch der Verarbeitungsmaschinerien. Aber ist es wirklich so? Sind Veganismiker und Vegetarier tatsächlich Vertreter der Wiedereinführung des Matriarchats? Oder sollten wir es nicht zumindest einmal versuchen, die Sache viel stärker von der Schuld her aufzuziehen. Denn das Matriarchat zu wählen ist ja identisch mit der Vermeidung von Schuld. 

Jetzt hat aber Schuld etwas Heimtückisches. Weil sie ein Widerspruch zum ontischen Gefüge dessen ist, was einerseits der Welt zugrunde liegt (also über die Idee durch die wollende Liebe Gottes "zum Weltwerden schiebt"), und anderseits den, der gegen diese Ordnung verstößt (weil allem Weltsein eine ideenhafte Ordnung zugrunde liegt, die jener Ort ist, an dem alleine sie bestehen kann), eine reale Spannung in sich verspürt. Die Abführung verlangt. Sei es, daß man sie in Alkohol und Drogen versenkt, sei es, daß man sie in Ersatzhandlungen abführt, WENN die Handlung, die diese Spannung auf natürliche Weise abführen würde, so tabuisiert und abgelehnt wird, daß sie nicht in Frage kommt.

Freitag, 2. Juli 2021

Veganismus als Schuld an der Erde (3)

Zurück von der Pinkelpause, erschrickt der Vergewaltiger der Mutter vor sich selbst. Es wird ernst.Gott und Erde stehen also in einem Widerstreit, in dem Gott - natürlich ist er immer der Sieger! - die "Mutter Erde" zu vergewaltigen aufruft, als er den Ruf ausstößt: Macht Euch die Erde untertan! Was er nach dem Sündenfall im Fluch des Verstoßes aus dem Paradies noch einmal nachschärft. Als er der Frau das Schicksal zuspricht, daß sie vom Manne nicht nur beherrscht wird, sondern diese Herrschaft durch ein viel tiefer gehenderes Begehren herbeisehnen wird. 

Damit haben wir genug Material gesammelt, um die Aussage begreiflich zu machen, ja sie sogar zu unterstützen. Daß im Veganismus/Vegetarianismus** das Matriarchale als jener Lebensuntergrund wieder aufersteht, der ohne schöpferischen Eingriff auszukommen meint. Und dem Erlebnis des gottähnlichen Menschseins im Willen, der aus dem Vorhandenen "Neues" macht, der die Vorgänge der Natur düpiert und "ausnützt", eine Absage erteilt. Sodaß auch uns immer deutlicher wird, warum die bewußte Wahl von Pflanzen als Lebensmittel einen ganzen Kosmos an Weltanschauungen und Lebenshaltungen enthält.

Donnerstag, 1. Juli 2021

Veganismus als Schuld an der Erde (2)

Mutter, wo hast Du das Tabu hingelegt?Unter diesem Gesichtspunkt wäre auch die biblische Erzählung der Schuld Kains durch die Tötung seines Bruders Abel neu zu durchdenken. Denn natürlich hatte dann Abel, der eine reiche Ernte eingefahren hat, durch seine Schuld nicht nur eine stringentere Notwendigkeit zum Sühn- und Dankesopfer als Kain erworben, der in einem neutralen Verhältnis zu Gott geblieben war. Sodaß sich auch der "Neid" Kains in die Kategorie jenes Neides eingliedert, den Jesus selbst in der Geschichte vom verlorenen und wiedergefundenen Sohn darstellt. 

Als nämlich der Sohn, der all sein Erbe durchgebracht hat, der durch Ungehorsam der Welt Gewalt angetan hat, und in Dreck und jener Verlorenheit geendet ist, in der jede menschliche Eigenmächtigkeit endet, weil sie sich außerhalb der Ordnung der Natur (!) stellt - was ja die eigentliche Beschreibung des Wortes "Sünde" ist, als also dieser Nichtsnutz und Verräter angesichts seines Elends bereut (und wer würde da nicht seine Tat bereuen?) zurückkehrt, wozu es allein schon eine Menge "Chuzpe", also Frechheit braucht, sondern wo der Vater ihn sogar mit einem Fest bewillkommnet, das die besten Früchte der harten Arbeit des verbliebenen treuen, rechtgläubigen weil gehorsam gebliebenen Sohnes im Opfer verbrennt.

Mittwoch, 30. Juni 2021

Veganismus als Schuld an der Erde (1)

Oh, singe den Zorn, oh Göttin des Peleïden Achilleus (oder auch des Hans Zurngreiter, den Buben vom Bert), darüber, wie man sich täuschen kann. Oh, wie oft leben wir in Verhältnissen, deren wahrer Hintergrund oft im selben Verhältnis anders und sogar kontradiktisch ist, als seine Deckmäntel in Wortgebilden errichtet eine stille Gegebenheit und Selbstverständlichkeit nützen, also ins Leere stoßen. Wo dann ein wortreiches Gebilde darüber gesponnen wird, das nichts weniger als eine Lüge, als der berühmte Mündungsrauch, der verhindern soll zu sehen, woher das Geschoß wirklich kommt. Genau das läßt sich über den Vegetarismus, noch deutlicher aber über das Veganertum aussagen. 

Dessen Ideologie (und kein Veganer bestreitet, daß seine Einstellung eine solche ist) nicht nur dadurch ihre matriarchalisch, matrizentrische Gründung verrät, daß sie wie ein Heißluftballon über der Erde schwebt und kein Loch in seiner Außendecke erlaubt, weil er sonst aus dem Gleichgewicht gerät, den existenznotwendigen Auftrieb verliert und abstürzt, nein - er verrät diese Herkunft durch seine Wiederspiegelung in der Mythologie.

Donnerstag, 8. April 2021

Gedankensplitter (1121)

Je älter ein Mensch wird, desto weniger Bedeutung hat das, was sich in seinem Leben bislang abgespielt hat, als Einzelereignis. Vorausgesetzt, wer wird erwachsen, wird seine im Alter aktuelle Existenz zu einer Abstraktion seiner Vergangenheit. 

Aus allem, was gemeiniglich als "Erlebtes" und "Getanes" bezeichnet wird, destilliert sich dann ein Abstraktum, das selbst wiederum eine Existenz fundiert. In der dieser Mensch nun lebt und sich darstellt. 

***

Sogar Erwachsenheit selbst läßt sich somit daraus erkennen, daß ein Mensch in der Abstraktion - das heißt, daß das hinter allem Stehende Wirkliche, wirklich Verursachende, wirklich Treibende, wirklich Geschehende - zu einer immer reineren Wahrheit über sich und damit (!) über das Leben selbst gelangt. 

Was nur dann möglich ist, wenn alles Erlebte (als Begegnendes gesehen) zu einem Probefall für ein Exemplarisches wird. Das erst gesehen werden kann, wenn man sich vom Faktischen löst - der Welt also stirbt! - und die Grundzüge sucht, die allem zugrunde liegen.

So führen sich beim alten Menschen, der erwachsen wurde, sämtliche Linien zu ein und derselben Wurzel und Quelle zusammen. Ziel wie Ursprung zugleich, sind sie das ein Leben wirklich Tragende. Und das ist ... ein Name.

***

Letzthinnig kann ein Mensch jedoch nur als alter Mensch im Vollsinn erwachsen werden. Weil nur der Alte auch alle Lebensphasen durchlaufen hat; vorher gibt es zwar so etwas wie Erwachsenheit, aber nur auf die jeweilige Lebensphase bezogen. Die immer unvollständig bleibt, weil jede Lebensphase die vorausgehend in sich subsummiert, aber in einer neuen Dimension übersteigt. Dem, der jung stirbt, bleibt zwar die Möglichkeit sich zu vervollkommnen, aber nur jeweils auf seine Lebensumfänglichkeit und -phase bezogen. 

In diesem Sinn sind beim Mann im Alter von etwa 30 bis 33 Jahren (bei der Frau etwas früher, da ist es etwa im Alter von 28 bis 30 Jahre am Programm) sämtliche Potenzen seiner Welt- und Figurhaftigkeit angelegt und erreicht, weil auch sein leib-seelisches "Wachsen" sämtliche Potenzen erreicht hat. 

***

Nicht nur sind die in diesem Alter getroffenen Entscheidungen deshalb für jedes Menschenleben schicksalhaft, sondern er hält nunmehr alle Fäden in der Hand, die im Alter zusammenlaufen. Aber er erkennt nur die Fäden, und vielleicht (!) deren Richtung. Genau darum aber geht es. Ist er nicht in Vollbesitz seiner Kräfte (akmé), ist er nicht in Besitz seiner selbst - was Menschen im Laster, im Irrtum ausschließt, sie bleiben gewissermaßen dem Unverständlichen, dem Zufälligen, allen möglichen fremden Willen ausgeliefert - sieht er diese Fäden nicht in ihrer Wirklichkeit. 

***

Soweit sie seinem Lebensalter halt angemessen ist. Denn Begreifen im Sinne von Definieren, Interpretieren vermag der Mensch nur anhand jener Bilder und Gestalten, die bereits konkret in ihm vorhanden sind. Und hier haben wir es durchaus mit einer Quantitätsfrage zu tun, nicht nur mit einer der Qualität.

Und das trifft beim erwachsen werdenden Alten zu. Sodaß dieser diese Fäden in allen irdischen Ebenen nicht nur mehr und mehr sieht, sondern in ihrer Wirklichkeit erkennt, und damit (erst) das Leben in allen Äußerungen überblickt. 

Die immer auf Lebensstufen, Lebensphasen, nicht auf allfällige "kulturelle Allsonderheiten" bezogen sind. Sodaß erst der Alte sie in seiner Überblicksschau zusammenlaufen weil auf dasselbe ausgerichtet gewesen sieht, von dessen faktischer Form er sich nicht irritieren läßt.

***

Apropos Kulturen. Die Kulturen der Welt unterscheiden sich in ihren Spezifitäten, in ihren faktischen Details überhaupt nicht. Das will nur beim oberflächlichen Blick so erscheinen. Wo die Pfauenfeder "anders" erscheinen will als die des Eichelhähers. Nein, die Welt unterscheidet sich nie "inhaltlich", also in der faktischen Gestalt, sondern alles wird von ein und derselben Wirklichkeit getragen - und somit auch die Gestalten durchwest. 

Dementsprechend kennt der VdZ Menschen, die viel gereist sind, und ständig von allen möglichen Details erzählen, die sie hier und da "erlebt" haben, die nach wie vor in ihrer faktischen Wucht vor ihnen stehen. Und an die sie "glauben", auf die sie nach wie vor unabgelöst und fasziniert starren. 

Aber er kennt auch Menschen, die viel gereist sind, und kaum noch etwas erzählen. Weil sie erkannt haben, daß in allem Verschiedenen (und sie haben selbst einmal diese Verschiedenheit gesucht) das immer Selbe verborgen ist. Daß sich weder die Menschen noch das von ihnen geführte Leben wirklich unterscheidet. Nur das Material ist verschieden, nur das Material hat gewechselt, nicht aber die Wirklichkeit. Und nur um die geht es, nur die sucht der Mensch.

Deshalb ist der nicht Erwachsene nicht jemand, der nicht das Wirkliche suchte, sondern jemand, der sich vom Faktischen so beeindrucken läßt, daß es für seinen Erkenntnishorizont kein Wirklicheres gibt. Das wirklich Wirkliche aber findet er einfach nicht, auch wenn es ihn genau so bestimmt, wie jeden anderen. Sodaß der nicht Erwachsene zum wahllos Summierenden wird, ohne daß es zu einem Zuwachs an Erkenntnis kommt. Und damit zu einem Zuwachs an Selbstbesitz.

***

Nur im Erwachsenen summiert schließlich der Name seine gesamte Existenz. Die sich auf einen Punkt reduziert hat, der alles enthält - seinen Namen als Gesamtbild, als Gesamtton, als Gesamtklang. 

"Sich einen Namen machen" hat nur von dort her seinen Sinn. 

Damit wird aber auch verständlich, daß es in allen Kulturen anzutreffen ist, daß Menschen durchaus ihre Namen wechseln. Oder daß ihnen im Laufe ihres Lebens Namen zugedacht werden. Die Sitte des Ruf- oder Spitznamens hat somit durchaus einen Sinn, wenn sie aus diesem Umstand motiviert ist. 

Und nicht eine im Grunde schwere Beleidigung weil Nihilierung eines Menschen ist (werter Leser, das ist das Hauptwerkzeug des sogenannten Mobbing: Die Ignoranz, die Nicht-zur-Kenntnis-Nahme eines Menschen) und irgendeinen willkürlichen Namen heranzieht, der meist aus Bequemlichkeit den wahren Namen desjenigen nicht einmal zur Kenntnis nimmt, weil sich dessen wahrer Lautfolge gar nicht stellt. Die ... Mühe wäre. 

Solche Form von "Spitznamen" kann man zudem als Inbesitznahme durch die Gemeinschaft der "anderen" sehen. Die einem doch das Ich "zuwerfen" sollten, und das auch tun müssen, weil sonst den Menschen, der im Du sein Ich sucht, und das tut jeder, als mindestes in die Irre führen. 

In solchen Spitznamen erfolgt ein Niederzwingen in die Gemeinschaft, die in dem wesensfremden, willkürlichen, der Bequemlichkeit entstammenden Namen (der somit von einem selbst das Maß nimmt, nicht vom anderen, nicht vom "Namensträger") den anderen bestimmen und nicht in die Freiheit der Wahrheit stellen will. Denn dann bleibt der eigene Name, der Rufname, der einem selbst Grenzen setzt, ein Gefängnis, das nicht begreifbar weil eben irrational ist.

***

Solcherart kann man darüber nachdenken (und im Einzelfall ist es durchaus legitim), ob man nicht als älter Gewordener einen neuen, anderen Namen annimmt. Ob wir es in einer Zeit des Matriarchats (das immer eine Zeit der Irrationalität und Willkür weil Ordnungsfeindschaft ist) nicht sogar durchweg mit "falschen" Namen zu tun haben. Die das Wesen des neu Geborenen gar nie erfassen, sondern diesen immer nur zwingen wollen. Und zwar genau durch Fremdheit des diesem zugeworfenen "Ich" von dessen eigentlichem Wesen.


*260321*

Mittwoch, 20. Mai 2020

Dumme Wissenschaft. Denken können nur Helden.

Es ist heuchlerisch und verlogen. Es ist heuchlerisch und verlogen. Es ist heuchlerisch und verlogen, wenn wir so tun (was in Wahrheit heißt, dem anderen aufzuerlegen, daß er es auch tun müsse), als wäre der Gipfelpunkt des Denkens das, was wir dann mit dem Wort im Strahlenden Licht "Wissenschaft" hochdrücken, bis es quietscht. Und damit etwas meinen, von dem jeder weiß, daß es nichts Unproduktiveres gibt als das - Ableiten, sich der strengen Mathematik ergeben, in der unsere Sprache wie auf Schienen läuft, sodaß ihr jedes schöpferische Element vom Druck der Fahrtluft des Rasens aus dem Leib gepreßt wird.

Jeder aber weiß, daß es anders ist. Jeder aber weiß, daß es anders ist. Jeder aber weiß, daß das wahre, wirkliche Denken aus der Eingebung kommt. Kein Wissenschaftler von Weltruf, der nicht zuerst eine intuitive Idee präsentiert, die ihm "von irgendwo" eingeflogen ist, und dann alle Methode darauf verwendet, diesen eingegebenen Gedanken zu beweisen, zu belegen, und damit mit Vorhersagekraft auszustatten. Sodaß diese Hülle "Wissenschaft" nur zum Autoritätsmerkmal wird, aber sonst nichts aussagt.

Deshalb ist alles wirklich schöpferische Denken eine Gabe einer Befruchtung. Einer Befruchtung von einem männlichen logos, dessen Same Idee ist. Und des Männlichen im Mann, der diese Idee nimmt, sie zum Schwert schmiedet, und damit auszieht in die Ebenen und die Schlachten gegen die Barbaren schlägt. Denn wenn er sie nicht schlägt, wird dieser Same verkümmern und vertrocknen.

Dazu braucht es den Krieger. Dazu braucht es den Heros. Dazu braucht es den Mutigen, Entschlossenen, denn nur der ist bereit, sein Leben für die Idee zur Disposition zu stellen. Der sein Leben gibt, um die Idee, den Gedanken einzupflanzen und zum Sieg zu verhelfen, auch wenn es ihn alles an irdischem Wohlergehen und Bequemlichkeit und Wärmepatschen kosten wird. Dazu braucht es also den Religiösen, der sich einem Gotte zu verantwortlich weiß, und diesem sein Leben und Wesen geweiht hat, weil er diesem alles verdankt. Der in freier Gabe schenkt und zuteilt, wie es ihm beliebt. Kein Heroe neidet, kein Heroe lügt, kein Heroe hintergeht.

Deshalb ist das Matriarchat der ultimative Grabstein jeder Kultur und jeder Gesellschaft. Deshalb ist jede Kultur nur im Gleichklang mit seinen Helden aufgestiegen. Und von den Weibern ins Meer getragen worden, wo in jedem Lüftlein und jedem Sturm alles vertrieb, was jemals an Ideensamen ausgestreut war. 
Es kommt also nur auf die Paradigmen an. Ein falsches Paradigma der Grammatik der sogenannten Vernunft, und jedes Ergebnis des "Denkens" wird zur Perversion des Wirklichen. 
Aber die Paradigmen sind durch Verwüstung ihrer Grundlage des Denkens, des Heroischen, zur Weichbettlage des Schienenabfahrens geworden. Und sie werden von Furien bewacht, die sich Heere von gebrochenen Schwanzträgern halten, die an der Leine gehen und auf Befehl bellen, wenn sich etwas Nicht-Gebrochenes zeigt. Sie lügen, sie neiden, sie hintergehen, um Krumen vom Tische ihrer lesbischen Herrinnen vom Boden aufzulecken, die mit dem Lesbentum vermeiden, geformt zu werden, und in einem Wettlauf der Niedrigkeit das noch Schwächere suchen, das sich auch von ihnen noch entformen läßt.


*050520*

Samstag, 9. Mai 2020

Aus Religion und Raum

Eigentum beginnt mit dem Hausrecht, dem Erleben von Verfügbarkeit und Abgeschlossenheit von Raum. Nur Völker haben deshalb einen ausgeprägten Eigentumsbegriff, die auch eine feste Bindung zum Boden gesucht haben. Überall sonst hat sich auf die eine oder andere Weise Kollektivismus herausgebildet. Und überall sonst fehlten dem Wirtschafts- und dem Kulturleben jene Elemente, die in den Geschichtsbüchern als "reich" aufscheinen.

Gleichermaßen floß die Religion ein. In der sich der Mensch dem Geber der Gaben gegenüber verantwortlich sah. In Dankbarkeit, in einer Verbindlichkeit jenem Gabenausfluß gegenüber, der dem Eigentum erflossen ist. Immer also war Eigentum damit auch an Wirtschaft geknüpft, an die Verpflichtung, das Übergebene so üppig - und das heißt: so schön - wie möglich zu gestalten. Sämtliche historischen Entwicklungen der Völker sind in diesen beiden Tatsachen verwurzelt und mehr oder weniger erklärbar. Im Eigentum, das wiederum auf göttliche Gebung zurückgeführt wird. Weil sich der Mensch von Anfang an, von Geburt an also, als jemand erfährt, der das, was ihn leben macht, erhält.

Nicht aus Egoismus also, sondern aus der persönlichen Verpflichtung, der Verbindlichkeit gegenüber hat sich Eigentum und darin die Beziehung zum Nächsten (der zuerst die Mutter und nur die Mutter ist) grundgelegt. Im Vater dann die Formen der Grenzzusammenstöße, in denen das Eigentümliche zum Eigentum wurde: Als geistiges Gut. Er war der, dem man Antwort geben mußte. Er ist somit auch immer der gewesen, der die rituelle Form brauchte, um es real geschehen zu lassen. Er war der, den man als Kind dumpf und amorph, als Erwachsener aber spezifisch, als Macht begriff. Der die eigene Mächtigkeit gegenüberstand.*

Vom Vater übernahm er dann auch die Form, die dieses Zueinander in Eigentum und als Raumverfügbarkeit ausdrückte. Wo diese Form (als Art des Kultes) besteht, gibt es somit Kultur eines Volkes, abhängig von den Grenzen. Vom Vater hängt dann auch ab, ob die Persönlichkeit selbst kollektivistisch ist, oder individualistisch. Ob also eine Gesellschaftsform zentralistisch-diktatorisch, oder individualistisch-hierarchisch ist. Denn es ist nicht wahr, daß eine zentralistische Gesellschafts- und Volksform auch hierarchisch wäre. Sie hat nur Elemente der Unterwerfung, aber nicht eines Gehorsams. Und nur in letzterer gibt es Staat als Kultur, nur in letzterer hierarchische Ordnung, somit Volk und Staat, das über primitive Blutsverbundenheit (die eine Form des nie über das Eigene Hinausfinden ist) hinausreicht.
"Hausrecht" ist somit für die Entwicklung von Kultur grundlegend. Es ist im Vater begründet, und der Zugehörigkeit zu diesem, und der Stellung des Vaters als Element einer hierarchischen Ordnung, als eines Ortes mit Beziehungsqualität aus Verantwortung, statt einer Auflösung in Kollektivismus. Wo dem Einzelnen nie der Boden "gehört", auf dem er lebt und arbeitet. Wo der Boden (das Land) immer jemandem anderen gehört, der jederzeit zugreifen kann, ohne des Einzelnen Rechte zu kennen. 
Dementsprechend unterscheiden sich die Völker auch in dem Bezug zum Boden als Rechtsform: Als Landrecht, oder als Volksrecht. Wie sich innerhalb der deutschen Völker und deren Neigung zu Kollektivierung und Bodenferne zeigt. Der Tiroler unterscheidet sich deshalb vom Österreicher (Ober-/Niederösterreich und Wien) weit mehr als der Steirer vom Sachsen, oder als der Bayer vom Preußen. Der überhaupt keinen Boden mehr kennt, es sei denn, man griffe auf unter dem "Preuße sein" liegenden Volksursprung.
Man unterschätzt heute gemeiniglich, wie viele Völker es gibt, die nie einen Bezug zum Raum entwickelt haben. Völker, die matriarchal waren, haben es weder zu hoher Kultur (wohl aber zu ausgeprägten Formen der Kulturvernutzung), noch zu Raum gebracht. Und deshalb auch nicht zu Staat.

So sehr sich diese Momente auch mischen. Wie sich Menschen mischen.


*Es läßt viel begreifen - wenngleich es nahezu vergessen ist - daß die meisten Städte ab der zerfallenden Volksordnung, d. i. im späten Mittelalter gegründet, als Widerspruch der Zentralmacht gegen eine organisch-hierarchische Volksordnung entstanden weil gegründet worden sind. So, wie die Megastädte als Endpunkt eine völlige Auflösung des Individuums in Masse und Kollektiv, ohne Eigentumsbezug der mehr wäre als Form persönlicher "Gier", zu verstehen sind. Sie wuchsen, während die familiale Ordnung verdunstete und zerfiel, nur noch als tiefes, aber amorphes, unerfüllt bleibendes Gefühl existieren. Und weltweit somit gegen das übrige Land stehen, es im Rechtsverstehen absorbiert und das Rechtsverstehen in eine Form lediglicher Gewalt aufgelöst haben. 

Es verwundert nicht, daß sich heute Recht oft nur noch in dieser Form zeigt, und Gesetze immer mehr gegen das Familien- und damit Hausrecht standen. Diese Form des Matriarchalismus entspricht heute bereits der Form diffundierter, nur noch voluntaristisch existierender Persönlichkeit (die eigentlich keine solche mehr ist weil ohne Kollektivstimmung gar nicht besteht.)



*140420*

Montag, 30. März 2020

Verweigerte Identität

Die Verweigerung des Ortes aber, die vor allem in der Stellung der Frau (mit "Gleichberechtigung" als Hebel) ausgedrückt wird, die wiederum dem Mann die Identität verweigert, also auch dessen Wirklichkeitsanbindung, nimmt immer haarsträubendere Formen an. Mit diesem Bild postet ein Mann und bittet seine Leser auf Facebook, ihm zu helfen, weil die Frau ihre Empfängnisverweigerung erst bei einer Million Likes aufzugeben bereit ist. Das ist aus der Geschichte auch nur in matriarchalen Gesellschaften bekannt, wie sie jeweils die Vorstufe vor dem Verschwinden eines Volkes sind.







Donnerstag, 13. Februar 2020

Irland - Die Mutter über den Vater gestellt (1)

Noch 2010 wäre unvorstellbar gewesen, was sich in Irland seit 2011 abspielte: Das einstige Flaggschiff des Katholizismus brach binnen nicht einmal eines Jahrzehnts auseinander, und wurde zum Schlachtschiff des modernistischen Liberalismus der westlichen Welt, in dem die Kirche in atemberaubendem Tempo ausgebootet wurde, daß heute Irland wie zuletzt in den Fragen der Abtreibung oder der "Ehe für alle" sogar "vorbildhaft" wirkt. Auch im Haß auf die Kirche.

Wie konnte das geschehen? Wie war ein solcher Sinneswandel eines ganzen, durch und durch katholisch gewähnten Volkes in so kurzer Zeit möglich? E. Michael Jones geht im Gespräch mit dem in Irland sehr bekannten (und kontroversiellen) Journalisten John Waters dieser Frage nach.

Und Waters stellt gleich zu Beginn fest, daß der frühere Eindruck eine Täuschung gewesen ist. Eine Erzählung war lange Zeit aufrecht erhalten worden, die von der inneren Realität immer weniger bis gar nicht mehr gedeckt war. Der starke, hohe, weit ausladende Baum inmitten der Wüste der Neuzeit, als den man Irland wahrnahm, war von innen heraus bereits durchfault. Als in dem bekannten koordinierten Einwirken von NGOs, Medien und Ideologien, wie es auf bewährte Weise bereits sämtliche westliche Völker und Kulturen überwältigt hat, die ersten massiven, gezielten Axtschläge auf ihn einprasselten, stellte sich blitzschnell heraus, wie wenig Substanz und damit Widerstand noch vorhanden war, wie bereitwillig man aber diese Welt einer neuen Moral aufnahm und sogar herbeisehnte. Die irische Gesellschaft war und wurde in Wahrheit bereits seit langen Jahrzehnten geistig ausgehöhlt, und damit sturmreif geschossen für die "Neue Zeit", die "neuen Werte", wie sie den gesamten Westen bereits erfaßt haben.

Der legendäre irische Katholizismus war nur Fassade, war nur ein braves Nachlaufen und Festhalten an Gewohnheiten. Sobald diese - wie in der ernsten Finanzkrise 2011, in der Irland vor dem Bankrott stand - ihre Gefügtheit und Sicherheit verloren, brach die "Gesellschaft der Tradition" zusammen, und nichts blieb mehr übrig. Bislang eher nur unter der Hand gepflegte Sichtweisen kamen plötzlich nach oben, weil das Überkommene hinterfragt wurde. Mit einem Mal brach auch ein latenter Anti-Klerikalismus auf, den sich die irische Kirche (leider) gar nicht nur zu Unrecht selbst zuzuschreiben hat. Denn auch die hatte es sich bequem eingerichtet, und schien machen zu können was sie wollte, weil die Gesellschaft "dicht" hielt. Damit war nun Schluß.

Es stellte sich heraus, daß die Treue zur Kirche und ihre Stellung in der Gesellschaft oft einfach Indifferentismus gewesen war. Man nahm es hin, hinterfragte es kaum, ohne wirklich dahinter zu stehen. Waters meint am Beispiel seines eigentlich "tieffrommen" Vaters, daß der sein Gebetsleben pflegte, zur Messe ging, etc. etc., aber von Priestern und Bischöfen kaum Notiz nahm, ja eher amüsiert von diesen war, aber sie nicht ernst nahm. Er hatte seinen privaten Weg des Umgangs mit Gott in der und durch die Kirche. Und das war eine weit verbreitete Haltung in Irland!

Die Sichtweise der Kirche durch die Iren war generell sehr simpel. Man sah sie als regelbasiert, und daran hielt man sich. Eine in dem Sinn "personalisierte" Entscheidung war nicht nötig und traf auch kaum jemand. Wirklich tiefe Fragestellungen waren nicht üblich und wo immer sie auftraten, wurden sie auch vom Klerus abgetan und auf "das Gesetz Gottes" geschoben, basta. In dem Moment, wo es dazu kam, wo Kirche zu einer Angelegenheit der Treue durch persönliche Entscheidung wurde, wo das Individuum gezwungen war, seinen Glauben zu kennen und zu verteidigen, weil man TROTZ so vielem zu ihm hätte stehen müssen, weil die Moderne (die in vielem einfach eine Methodik des Zweifels ist) alles hinterfragte und rationale, geistige Antworten brauchte, kam der Abfall. Diese Argumente gab es nicht, man war nicht gewöhnt, sich damit zu befassen.

Dabei ist ein zweiter Aspekt zu berücksichtigen, der mit dem Genozid (der heute immer noch weithin fälschlich und in täuscherischer Absicht als "Hungersnot" bezeichnet wird) der Jahre 1845 bis 1949 zu tun hat und mit seinen fünf Millionen Toten* die Hälfte der irischen Bevölkerung auslöschte. Dies hatte beim Klerus eine Haltung bewirkt, in der das Thema "Sexualität" tabuisiert und auf Nachwuchsfragen konzentriert wurde, um die Geburtenziffern wieder hoch zu treiben, die Menschenverluste auszugleichen. Sie konzentrierten sich dabei vor allem auf die Mütter, die Frauen, und marginalisierten die Väter. So kam es zu einer symbiotischen Beziehung von Priestern und Müttern, um die Moral der Familie zu kontrollieren. Der irische Katholizismus wurde "unterwürfig" und weibisch.

Die Männer wurden irrelevant, wurden regelrecht zu Außenseitern des gesamten irischen moralischen Lebens. Mit Folgen. Denn während es im Zuge der Enzykliken Papst Leo XIII. (ab 1879) über die grundlegende Rolle des Thomismus als bestes philosophisches System des Katholizismus zu einem Aufblühen der Philosophie in Europa und Amerika kam, ging dieser intellektuelle Zug an Irland spurlos vorüber. 

Stattdessen wurden Erscheinungen der Muttergottes wie die von Knock (1879; Knock gilt heute als drittwichtigster Marienwallfahrtsort Europas von Erscheinungen, nach Lourdes und Fatima) ins Zentrum des kirchlichen Lebens gestellt, und das blieb auch so bis ins späte 20. Jahrhundert. Devote Frömmigkeit verhinderte so eine intellektuelle Auseinandersetzung, schien sie gar nicht notwendig zu machen, und damit eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Zeit und den geistigen Strömungen und Irrtümern der Moderne. Man stellte, so nennt es Jones beim Namen, die Mutter über den Vater.

 Morgen Teil 2) Man stellte in Irland die Mutter über den Vater





*Diese Zahl ist durch systematische Zählungen aus Massengräbern belegt, und wird heute von keinem ernsthaften Historiker noch bestritten. Nur die Engländer, die dafür direkt verantwortlich waren, weigern sich bis heute, das zuzugeben, und versuchen immer noch, die offizielle und zynische Version von einer von den Iren selbst verschuldeten Hungersnot durch "Kartoffelfäule", die eine Lüge ist, in der Welt aufrecht zu halten.




Sonntag, 14. April 2013

Spiegel der Zeit

Was der geneigte Leser hier vorfindet, ist ein Video, das einen Aufruf des gebürtigen Wieners Mohammed M. zum Heiligen Krieg gegen Österreich und Deutschland aufruft. Dazu gibt es nichts zu sagen. Der Leser muß sich auch nicht die ganze halbe Stunde des Filmchens antun.

Der Verfasser dieser Zeilen stellt die Behauptung auf, daß sich in diesen Formen des extremistischen Islam etwas ganz anders zeigt als eine "religiöse Ergriffenheit" - der Islamismus wird zum fast zufälligen Auffangbecken einer viel tieferliegenden, aber ganz anders als aus "religiösen Überlegungen" hervorgerufenen "Unzufriedenheit", wie sie unsere gegenwärtigen Zustände zwangsläufig hervorbringen.

Der Islamismus hat sich darin als eine Position des kulturellen Protests, des "Dagegen" etabliert, das macht seine Stärke aus. Aber wogegen er protestiert ist inhaltlich nur zufällig definiert. Deshalb ist auch Diskussion völlig sinnlos, damit läßt sich kein Islamismus "entschärfen". Es geht nicht um Wahrheit, es geht um die Wahl eines Geistes. Ja, noch konkreter, es geht um Konkretisierung ohnmächtiger Verzweiflung und der Empfindung von Ausweglosigkeit, gepaart mit ... Acedia, geistiger Trägheit. Und hier begegnet er uns als Grundhaltung der Gegenwart.

Daß der Islam als spiritualistische, fast könnte man sagen: a-kultische Religion* (man beachte die Rolle der Wüste als Geburtsort von ReligionEN, die rasch schöpfungs-, nein, seins-avers wird) dieser Haltung - selbst wieder Kulturphänomen - nahesteht, ist zwar nicht zu bestreiten. Dennoch ist der Islamismus als Phänomen einer zerfallenen Kultur nicht direkt dem Islam als Religion zuzuschreiben. Es gibt kein menschliches, ja überhaupt kein Phänomen "für sich", menschliches Tun ist immer auf etwas, ein Du bezogen, und ist noch weitergehend ein WIR, vorhanden, gesucht oder angestrebt, als formendes Gesetz. Nur in einem Wir ist auch ein Ich enthalten, als Akt des "ich bin".

Diese Entsprechung - Islamismus und Kulturverfall - ist auch historisch sehr gut belegbar. Was zu der bemerkenswerten Tatsache führt, daß, greift man einzelne Details heraus, die Kritik der Islamisten an unserer Gegenwart schlich gar nicht falsch ist. Die Lüge arbeitet eben nie mit Lüge. Sie arbeitet mit der Wahrheit in Details. Sie ist ein ganz anders gearteter Geist.

Das "Dagegen" selbst ist also nicht das Falsche am Islamismus (wie überhaupt des Terrorismus). Wer dies nicht erfaßt, verkennt seine tatsächliche Gefahr, und den Schlüssel zu seiner Attraktion und Verbreitung. Er kommt aus Ortslosigkeit (auch hier die Nähe zur Gegenwart**), und das heißt: aus Vaterlosigkeit. Seine "Männlichkeit" ist also eine den-Mann-retten-sollende Behauptung des Machismo - damit zeigt er sich noch deutlicher als eine Erscheinung des Matriarchats.***

Und seine Aktualität als längst auch europäisches Phänomen. Man muß kein Prophet sein, um andere Formen exakt derselben Haltung für Europa vorherzusagen. Wir haben auf unserem Kontinent lediglich (noch) andere Weisen der Gestaltsuppression. Aber darauf wird sich die Politik der nächsten Zukunft vorwiegend auch konzentrieren, man muß es nur sehen wollen: Suppression der aus dieser Grundverfaßtheit der Gegenwart erwachsenden "Anti-ismen". Die Amokläufe der vergangenen Jahre sind darunter zu subsummieren. Selbst ein Anders Breivik in Norwegen schob einen Berg an im Einzelnen nicht einmal immer verkehrten, im Ganzen aber irrationalen, verfehlten Kulturkritik vor sich her. Der Hinweis auf seine Vaterlosigkeit erzählt die Geschichte erst.

Platz in der Welt kann nicht abstrakt zugewiesen oder ermittelt werden. Er ist eine Frage der persönlichen Identifizierung, der Fleischwerdung, die nur konkret am Menschen möglich ist. Von "sozialen Problemen" zu sprechen - ob in arabischen Ländern, oder in Norwegen - dem man mit Geldschöpfungsprogrammen und mechanistischen Sozialreparaturstrukturen beikommen könnte, geht deshalb völlig an der Sache vorbei. Die gegenwärtigen politischen Strukturen werden dieses Problem deshalb prinzipiell schon gar nicht lösen können.

Der aus unseren Ländern geflüchtete, per internationalem Suchbefehl gesuchte M befand sich angeblich in Ägypten, als er seine immer aggressiveren (verzweifelteren) Botschaften ins Netz schickte. Der deutsche Geheimdienst, schreibt die Kronen Zeitung, stufte den "Wiener  Taliban" als "sehr gefährlich" ein. Mittlerweile wurde er im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien fast ein wenig zufällig verhaftet.









*Von woher seine Tendenz ALS Religion stammt, sich als gesellschaftsorganisierende, säkulare Kraft zu betätigen: Der fehlende gestalterische Impuls des priesterlichen (!) Kultes, der Persönlichkeit formt, wird auf ein gesellschaftliches Gerüst übertragen, das den Lebensvollzug selbst regulieren soll. 

**Nicht einmal die Rolle des Internet im Islamismus ist damit zufällig oder "zweckbetont" - sie hat eine Grundnähe.

***Irrationalität ist eine Erscheinung der fleischlichen Formlosigkeit, und damit der Auflösung des Platzes. Durch Ästhetizismus (man beachte dabei auch die Erscheinung der Homosexualität) oft sehr geschickt verhüllt, aber nie substantiell geworden. Jawohl, auch diese Tangente darf angelegt, dieses Fenster geöffnet werden: Form und Gott ist eins. Die subjektive Beziehung zu Gott findet sich deshalb direkt in der Beziehung zur Form charakterisiert. Berücksichtigt man nun noch, daß alles Leben auf eine Darstellung, auf Präsenz Gottes abzielt, hat man den Cocktail zum Thema fast vollständig vor sich angerichtet.






***

Donnerstag, 10. Januar 2013

Zur Lage der Väter (3)

 Teil 3 - Selbstmord als Konsequenz




Und unter diesem Blickwinkel muß auch die Einführung von "Ehen" für bislang lediglich zivilrechtliche Lebensgemeinschaften (z. B. bei gleichgeschlechtlichen Verbindungen) gesehen werden. Die bei einer "Ehe für alle und alles" zu einer Auflösung der Ehe führt. Bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der ausschließlichen Kostentrage bei Trennung - bei Kindern: für den Vater. Denn den wesentlichen Beitrag zu einer Gesellschaft kann immer nur eine Familie im herkömmlichen Sinn leisten. Aber er sieht sich sogar das Recht, die familiäre Gewalt neu zu verteilen, wobei er diese gleichzeitig im Individuum und willkürlich*** von den Folgen der Gewaltausübung loslöst. Was einer zynischen Auflösung eines elementaren humanen bzw. Rechtsprinzips führt: Verantwortung kann niemals den Grad der Möglichkeit zur Gestaltung einer Sache übersteigen. Auch das zieht sich längst durch alle gesellschaftlichen Bereiche.

Man kann also z. B. bei Scheidungen nicht die Folgetragung von der Möglichkeit, eine Ehe gelingend zu gestalten, lösen, und sie auch nicht vom Verschuldensprinzip lösen. Wenn also jemand in einer schwächeren (sagen wir: wirtschaftlichen) Position ist, oder in Abhängigkeiten, kann er nicht gleichzeitig Möglichkeiten haben Entscheidungen zu treffen, als wäre er nicht abhängig, weil er den Verpflichteten in jedem Fall zur Wahrnehmung seiner Pflichten zwingen kann. Geschiedene Frauen (mit Kindern) leben in der Regel (materiell) sorglos, zumindest weit sorgloser als der Mann und Vater. Und werden von zahlreichen Sozialmaßnahmen gestützt, und können selbst Vorteile des Einkommensbeziehers (des Mannes), die sich auf die steuerliche Entlastung von Familien bezogen, für sich in Anspruch nehmen. Während der Mann und Vater als Zahler für alle Fälle herangezogen wird.

Für Frauen besteht nicht einmal die Pflicht, auch nach einer Trennung im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu einem Auskommen der Kinder - oder des ihrigen alleine - beizutragen. Hier wird (seltsamerweise) die Erziehung als ausreichender Beitrag zur elterlichen Pflicht gesehen. (Untersuchungen belegen übrigens, daß zumindest 50 % der Scheidungen mit Kindern als maßgeblichen Grund Auffassungsunterschiede in der Erfüllung erzieherischer Pflichten durch die Frau haben.)

Diese überall erkennbaren Grundlagen politischen Willens haben unermeßliche Signalwirkung noch zu Zeiten aufrechter Ehe, verlagern noch mehr Gewalt auf die Seite der Frau. Denn sie weiß sich - noch dazu getragen von einem ideologisch geformten "Leidensbild", das die Frau grundsätzlich als "Opfer" definiert, also moralische Schuldbefreiung verspricht, unabhängig von ihrem Verhalten - in Wirklichkeit ungefährdet, weiß sich am längeren Ast, weiß daß es bei einer Trennung für den Mann um die Wurst gehen wird. Denn er ist es, der gerade bei gutem Willen, der auf gewisse rechtliche Vorsorge verzichtete, im Trennungsfall immer existentiell an die Wand gedrängt wird.

All diese Beispiele als Erzählung aus der Praxis sind realen Fällen entnommen, in nicht wenigen kommen sie alle zusammen. Sie sind also nicht überspitzt oder gar gelogen, sie sind im Gegenteil sogar noch entschärft. Schon gar wenn man bedenkt, daß gescheiterte Familien praktisch immer einen Wust an ungelösten realen Problemen bereits zur Ursache haben, der nachwirkt (u. a. Schulden; Gläubiger orientieren sich natürlich vorwiegend auch am Mann, denn Alimente sind pfändungssakrosankt). Sodaß die oft haarsträubenden Details und manchmal aberwitzigen Konstellationen der Praxis****, die sich so gut wie immer gegen den Vater wenden, den Überblick über das auszusagende Allgemeine gefährden würden. Dieses Allgemeine aufzuzeigen war Intention dieser Ausführungen, die weniger Gewicht darauf gelegt hat, akribisch die Gesetze zu definieren. Schon oberflächliches Stöbern läßt genug auftauchen, um Grundsätzliches zu erkennen.

Und daraus ist eine Aussage über die fatale Stellung des Mannes in Österreich erkennbar - die aus dem Vergleich mit Deutschland noch weiteres Licht erhält. Aber das kann auch gar nicht anders sein. Wenn ein Staat die natürliche Basis seiner Familien aushöhlt, entzieht er sich seine vitale Substanz. Weil das geahnt (aber auch: gewollt) wird, muß er jene Bastion durch Zwang sichern, die ihm immer noch das kurzfristige Überleben sichert. Jede Maßnahme, die die Stellung der Frauen "sichert", mittlerweile längst "positiv diskriminert", braucht deshalb als Gegengewicht eine Zwangsmaßnahme den Männern gegenüber. Das Matriarchat, das bereits eingeführt ist, kann aus sich heraus nämlich nie bestehen. Staaten, in denen die Rolle des Mannes und seine natürliche Wesensentfaltung geschwächt wurde - was im neuen Gegenbild auf das Laster hinausläuft (der "neue Mann", wie er heute propagiert wird, ist eine Erscheinung legitimierter Acedia, und im übrigen keine neue Idee, auch darin uralt) -, sind historisch belegbar rasch untergegangen.







***Hierin zeigt sich ein weiteres Prinzip, wie es aus der heute so weithin verfehlten Anthropologie herstammt, und das sich u. a. im vielbesprochenen "Förderprinzip" zeigt, das unsere Sozialstaaten beherrscht: das davon ausgeht, daß sich etwas dann und umso besser zu sich entwickelt, wenn es vom Konflikt dieser Selbstwerdung befreit wird. Ganz so, als gäbe es eine Gestalt, die "für sich" bestehen könnte, losgelöst vom Kairos, dem Ort, der Zeit, in die hinein jeder Mensch ja geboren wird. Wenn ihm also Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Damit wird individuelle Gestalt - eine der Folgen - aber umso mehr von gesellschaftlicher Norm abhängig gemacht, weil sich Selbstwerdung nicht im realen Kontext mit der Umgebung findet, nicht in innerer und nur selbst zu erbringender Selbsttreue festigen kann. Die heute vielbeklagte "Konformität" der Jugend,  hat direkt damit zu tun. Aber sogar ihre "Ungebrauchtheit". Denn damit entwickeln sich "fähigkeiten" unabhängig von einer realen Situation, wo eine Umgebung, in die hinein man wird, sich als Bedarf überhaupt meldet, dem zu antworten berufliche und persönliche Reifung und Gestaltfindung ja bedeutet. Eine wattegepufferte Persönlichkeitswerdung ist also ein Phantom, ein Gespenst, virtuell! 

****Man stelle sich nur noch den Umstand dazu vor, daß all dieses pausenlose Einschreiten des Rechtsstaates von fortlaufend hohen Gerichtskostenvorschreibungen begleitet ist, die sich natürlich auch an den Mann richten. Nehme man den Fall eines Vaters, dem per Gerichtsbeschluß eine Pfändungsuntergrenze - nach dreijährigem Prozeß über zwei Instanzen - von 600 (statt zuvor: 400) zuerkannt wurde. Gleichzeitig schreibt ihm das Gericht für diesen Beschluß Kosten in Höhe von 400 Euro vor. Und während ein routinemäßiger Beschluß die Fortschreibung der Unterhaltsvorschüsse für das nächste Jahr bekanntgibt (diese Anträge sind ja einseitig), soll er für diesen Beschluß Kosten in der Höhe einer monatlichen Alimenteleistung tragen.






***

Mittwoch, 9. Januar 2013

Zur Lage der Väter (2)

2. Teil - Der Staat höhlt sich selbst aus, braucht aber Lückenfüller



Zwar wurde in Österreich nun ein obligates "gemeinsames Sorgerecht" beschlossen, sodaß dem Unterhaltspflichtigen nominell ein gewisses Mitbestimmungsrecht über die Verwendung seiner Zahlungen zusteht - in Form eines "Miterziehungsrechts", das in der Praxis aber kaum mehr als ein Papiertiger sein wird. Und zwar gerade in den Fällen (die überwiegen), wo die Trennung zwar formal einvernehmlich, real aber in einen "Kriegszustand" übergegangen ist. Jene Fälle also, die dieses Gesetz befrieden sollte. Denn wie sollen Meinungsdifferenzen über den Erziehungsgang der Kinder beigelegt werden? Durch Gerichtsentscheid?

Ähnlich destruktiv muß ein Gesetz bewertet werden, das seit kurzem auch nicht-ehelichen Vätern - unabhängig, ob die Kinder vom Ehepartner der Frau adoptiert wurden oder nicht, hier gilt also die Leiblichkeit als Rechtsmaßstab - Sorgerechte einräumt. Auch das ist als weitere Schwächung der Institution Ehe zu bewerten.

Erst diskutiert, aber noch nicht durchgesetzt, wurden Vorschläge, die Versorgungsrechte und -pflichten auch bei (nicht-ehelichen) Lebensgemeinschaften gesetzlich als obligatorisch zu verankern. Wobei solche Verbindlichkeiten schon bisher zivilrechtlich sehr wohl entstehen bzw. zu erstreiten waren und sind.

Anders als in Deutschland wird der unterhaltspflichtige Vater in Österreich in eine von einer Versklavung - bei gleichzeitiger Schaffung von Ausweglosigkeit hinsichtlich Zukunftsperspektiven - kaum zu unterscheidende Situation geführt, die ein Entweichen unmöglich macht. Er wird in jedem Fall für sämtliche materiellen Folgen einer Scheidung zur Rechenschaft gezogen. Wobei der Staat erwartet, daß er diese Verpflichtungen völlig selbständig befriedigt, und sich aus jeder Verantwortung auch für das Scheitern der vormaligen Familie entlassen sieht. Er spricht zwar Kindern das Recht auf angemessene Lebensführung zu, und sorgt auch dafür, daß das gesichert wird, nicht aber dem Vater, ja dieser hat für staatliche festgelegte Lebensstandards in jedem Fall zu sorgen.

Während also die Ehe wesentlich öffentliche Dimension hat, sich auf die Gesellschaft bezieht, sieht sich der Staat umgekehrt zu keinerlei Schutzverhalten dieser Ehe gegenüber verpflichtet, sieht sich auch für das Scheitern von Ehen nicht verantwortlich. Die politische Diskussion in Österreich belegt dies auch eindrücklich. Selbst Eingriffe in "Rollendefinition" werden längst als staatliches Recht angesehen (und sei es in der sprichwörtlichen "Mithilfepflicht im Haushalt", auch diese ist per Gesetz zur 50/50-Pflicht ausdefiniert.)

Eheliches Zusammenleben wird also nicht mehr der persönlichen Lebensgestaltung zweier freier Menschen überlassen, sondern durch den rechtlichen Rahmen im Namen einer gesetzlich definierten Rollenaufteilung, damit zu einer Identitätsdefinition, festgesetzt. Schon das widerspricht dem anthropologischen Gehalt, der schöpferischen Kraft der Ehe, ja löst sie auf. Denn auch wenn (als Beispiel) die Frau die traditionelle hierarchische Ehe bevorzugen würde, mit dem Mann als Oberhaupt, wurde ganz real die Macht über Wohl und Wehe dieser Verbindung in ihre Hand alleine gelegt. Die Ehe kann nur noch nach einem Bild gestaltet werden, sie wird entwirklicht, verliert ihre Offenheit für die Zukunft, wird pseudologisch, virtuell.

Das alles ist Auswuchs einer staatlichen Anmaßung - naturrechtlich gesehen überschreitet er damit seine Kompetenz! - , Identität und Rolle von Mann und Frau zu definieren. Sämtliche "Familiengesetze" der letzten Jahre zielen bereits darauf ab, haben diese "neue Art des Zueinander" von Partnern zur Grundlage und vor allem (!) als Ziel. Von der Auflösung elterlicher Erziehungsgewalt soll gar nicht erst angefangen werden, zu reden. Kinder werden schon in Kindergärten und Schulen mit diesem neuen Bild der Elternschaft als Ideal indoktriniert, sehen sich also mit einem Konflikt zwischen gesellschaftlicher Norm und erlebter familiärer Situation konfrontiert. Natürlich geht das auch bis zur Sexualerziehung, wo sich der Staat das Recht herausnimmt, sexuelle Normen neu festzulegen. Mit der eigentlichen Zielsetzung: die Geschlechterdefinition neu zu bestimmen.

Das Entscheidende aber ist, daß Kinder in eine Bewußtseinslage versetzt werden, die sie die Legitimität elterlicher Erziehungsgewalt von der Erfüllung bestimmter Verhaltensrichtlinien (die ihnen als Norm vorgetragen werden) abhängig machen - und zwar abhängig machen KÖNNEN. Damit wird das Wesen familiärer Integrität zerstört, die gesamte Stellung von Kindern zu ihren Eltern ändert sich fundamental. Familie ist nicht mehr die Schicksalsgemeinschaft, die sie wäre, sondern das mehr oder weniger Miteinander auf Eigenziele ausgerichteter Individuen. Ein Zustand, der bekanntlich erst den Erwachsenen auszeichnet, ja den durch Reifung, im Takt mit der Entfaltung menschlichen Selbststandes, zu erreichen eben das Ziel familiärer Gemeinschaft ist. Gehorsam, als erste Grundtugend des Erkennens überhaupt, wird damit zur Farce, aus Selbststand in Selbstergreifung wird narzißtischer Autonomismus. Der den Kindern und Heranwachsenden Entscheidungskompetenz zuspricht, die ihre Möglichkeit zur Verantwortung weit überschreitet.

Aber das wurde gerade in gesellschaftspolitischen Dingen längst zu einem rechtsstaatlichen Grundsatz, der sich bis hinein in das Strafrecht zieht, nur dort umgekehrt pervertiert: Verantwortung wird losgelöst von der Fähigkeit sie zu tragen. Nutzen wird willkürlich und nach abstrakten Richtlinien verteilt. Umgekehrt ist es nämlich zum Prinzip des Sozialstaates geworden, Folgen aus Verantwortung vom Individuum - willkürlich, gemäß den zu erreichenden Zielen - zu nehmen, und der Gesellschaft die Lasten aus individuellem Verhalten aufzuerlegen.

Das führt zu einem individuell und längst zu beobachtenden völlig verzerrten, ja regelrecht irrelevanten, scheinhaften Bild von Wirklichkeiten und Zusammenhängen in einem Staat, in einer Gesellschaft. Mit maßgeblichen Auswirkungen auf das Verhalten der Einzelnen. Die Gesellschaft wird zweigeteilt - in jene, die willkürlich und "frei" entscheiden dürfen, und jene, die noch Substanz genug haben, die Folgen daraus nicht nur zu tragen, sondern gegen stets neu auftauchende Widrigkeiten anzukämpfen. Mit dem zynischen Bezug des Staates auf die vitale Kraft dieser Einzelnen.

(Ein Kleinunternehmer in völliger Selbstverantwortung - als Beispiel - gibt seinen Betrieb nicht so leicht auf. Genausowenig tut es ein verantwortungsbewußter Vater. Er trägt auch die nächste Belastung, und tut alles, um in einem Schattensystem auszugleichen, was der Staat anrichtet. Bis es dann wirklich nicht mehr geht. Hier waren schon mehrfach Beispiele solcher Parallelgesellschaften, wie sie sich in widrigen Staatsverhältnissen automatisch bilden, weil das Leben immer Wege sucht, besprochen. Die Familien und Ehen gehören bereits dazu, wo sich metaphysisch-anthropologische Grundkonstellationen und daraus folgende Kräfte "in die Welt hinein" - leider oft sehr problematische - Ersatzwege suchen.)




Morgen Teil 3 - Selbstmord als Konsequenz







***

Dienstag, 8. Januar 2013

Zur Lage der Väter (1)

In Deutschland wurden per 2013 die Untergrenzen für Unterhaltspflichtige erhöht. Hinkünftig darf ein Unterhaltspflichtiger 1000 (statt 950) für sich behalten. Reicht der verbleibende Verdienst nicht für die Deckung der Pflichten, sind die zu Versorgenden sozialhilfeberechtigt. So berichtet es Die Welt, neben einer Reihe von weiteren Details. Gleichzeitig werden die Unterhaltsrichtsätze nicht weiter erhöht, nachdem sie 2010 ohnehin kräftig angehoben worden waren. "Nullohnrunde" also für Kinder, Entlastung für Väter. Ausdrücklich beschloß der Gesetzgeber, daß die "Opfergrenze" für Unterhaltspflichtige das gesetzlich definierte Existenzminimum sei.

Die Erhöhung war - vereinfacht - notwendig, weil zu viele Unterhaltspflichtige selbst Hartz-IV-Fälle wurden, also unter die Richtsätze fielen, und ihren Lebensunterhalt nicht mehr decken konnten. 

Wenn sie ihre Unterhaltspflichten nicht bedienen können, springt also im Nachbarland der Staat ein. Er sieht sich in der Pflicht, sieht eine gesellschaftliche Mitverantwortung auch bei und damit nach Scheidungen.

Ansprüche der Frau (als nicht-erwerbstätig) werden vom dieses Existenzminimum zuzüglich der Alimente verbleibenden Rest berechnet und befriedigt. Dies ist dann auch zivilrechtlich einklagbar. Hier sieht der deutsche Rechtsgeber bei Ehen also auch bei der Frau ein gewisses privat zu bleibendes wie zu tragendes Risiko, springt aber individuell durch Hartz-IV ein. Das natürlich auch der Frau zusteht.

Das zeigt uns ein System, das von anderen Rechtsgrundsätzen und vor allem einem anderen Rechtsempfinden ausgeht, wie mit Unterhaltspflichtigen umzugehen ist, wie sie zu sehen sind, als in Österreich der Fall ist. Dort sieht der Staat Sorgepflichten als alleinige Angelegenheit des Vaters, das er auch mit Gesetzen schützt und durchsetzt. Die Lebensführung der Kinder (und der Frau) werden in Österreich als absolute "Ansprüche gegenüber dem Vater" gesehen, die dieser in jedem Fall persönlich zu erfüllen hat. 

Wobei der Gesetzgeber zugleich auch in die Gestaltung des familiären Miteinander (z. B. durch Wegweisegesetze*, mittlerweile jährlich bereits 7500mal angewandt, bei jährlich 27.000 Eheschließungen und 80.000 Geburten also eine beachtliche Zahl) kräftig eingreift. Auch hier: mehr als in Deutschland, und im Namen der "Frauenrechte" mit fortlaufender Verschärfung. Unterhaltspflichten der Frau gegenüber - die Fälle, wo es sich umgekehrt verhält, sind so selten, daß bei dieser vereinfachten Rollenzuteilung geblieben werden  kann - sind zum Beispiel sogar dann aufrecht, wenn diese eine neue Ehe eingeht, in jedem Fall unabhängig vom Verschulden bei einer Trennung.**

Gleichzeitig wurden Unterhaltsbevorschussungen für minderjährige Kinder zum reinen Formalakt, sie werden sofort bei Einreichen der Mutter bewilligt und ausbezahlt, auch wenn ein Verfahren (das z. B. die Höhe erst regelt) noch andauert. Durch diese Abtretung an den Staat steht dem Vater also sofort das Jugendamt gegenüber.

Anders als in Deutschland gibt es in Österreich keine Möglichkeit, Unterhaltsverpflichtungen an den Staat abzuwälzen. Der Vater bleibt immer in der Pflicht. Und dies auch, wenn die Höhe der Unterhaltspflichten nötigenfalls sogar verhängt wird, indem ein Einkommen als Grundlage herangezogen wird, das der Vater "verdienen können müßte". Man nennt das "Anspannungsgesetz". Unter der Prämisse, daß die Kinder am selben Lebensstandard als (theoretisch) der Vater teilnehmen können müssen, wird hier eine fast automatische Anpassung durchgeführt, die das Jugendamt betreibt. Was zur Situation führt, daß der Vater ein nominelles Einkommen hat, das bestimmten Lebensstandard vorgibt, nach Abzug der (pfändungsberechtigten) Alimente aber deutlich unter dem Lebensstandard der Kinder zu leben hat.

Und zwar theoretisch und der Gesetzeslage nach immer noch unbegrenzt, denn in Unterhaltsverpflichtungen gibt es in Österreich überhaupt keine Untergrenze, die dem Vater zu verbleiben hat. Erst seit etwa 10 Jahren, zurückgehend auf Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes, wird dem Vater ein (unter dem offiziellen Existenzminimum befindliches) unpfändbares Mindesteinkommen von 600 Euro zugestanden.  Glaubwürdigen Berichten nach aber wird das durch komplexe Situationen fallweise dennoch nicht eingehalten und weit darunter gepfändet.

Weil die Unterhaltspflichten mit dem Einkommen mitsteigen, müßte also ein unterhaltspflichtiger Vater in Österreich zumal bei mehr Kindern schon recht beträchtliches Einkommen erzielen, um überhaupt über diese Unrtergrenze zu gelangen. Was sich praktisch ausschließt, denn der persönliche Kostenaufwand, der bei Tätigkeiten mit höherem Einkommen unausbleiblich ist (einfach gesagt: Ein Manager muß bestimmten Lebensaufwand treiben, sonst kann er seine Position gar nicht aufüben; wer würde einen Betriebsleiter mit zerschlissener Kleidung, der nicht einmal die Monatskarte der Straßenbahn bezahlen kann und deshalb schwarz fährt, der Monat für Monat gepfändet wird, und sich nicht einmal eine Wohnung leisten kann, akzeptieren?

Sollte das Einkommen des Vaters nicht für die Alimente reichen, tritt der Staat in Form eines "Unterhaltsvorschusses" ein, dessen Bewilligung unabhängig vom Vater vom Gericht entschieden und praktisch immer verfügt wird. Was sogar so weit führt, daß Unterhaltsvorschüsse, die unberechtigt (z. B. weil die Mutter Einkommen der Kinder - Lehrlingsgehalt etc. - verschwiegen hat) ausbezahlt wurden, in zweiter Linie (also bei Uneinbringlichkeit bei der Mutter) vom Vater eingefordert und eingeklagt werden. Das führt in der Praxis gerade in den Fällen, wo Väter geringeres Einkommen haben, dazu, daß praktisch neben den laufenden Unterhaltsverpflichtungen sofort Rückstände bei der staatlichen Bevorschussungsstelle anlaufen. 

Die Situation gerade eines einkommenssschwächeren Vaters wird damit fast aussichtslos. Selbst wenn die Kinder selbsterhaltungsfähig werden, die laufenden Alimente also wegfallen, steht er einem Schuldenberg gegenüber. Meist nicht nur in Form der Alimentevorschüsse, sondern auch weil er bei so geringem Einkommen so manche andere Verpflichtung gar nicht mehr befriedigen konnte. Schon gar, wenn das Gericht befindet, daß er "mehr verdienen können müßte", und ein fiktives Einkommen (!) festlegt, von dem dann die Alimente und Unterhaltsverpflichtungen berechnet werden.

Sozialhilfe darf er - auch hier anders als in Deutschland - dennoch nicht in Anspruch nehmen. Unterhaltszahlungen werden nicht als einkommensmindernd angerechnet. Das Argument der Sozialämter hier lautet: "Wir zahlen nicht Ihre Alimente!" 

Sucht der unterhaltspflichtige Vater eine neue Lebensgemeinschaft, tritt nach den geltenden Exekutionsordnungen der Fall ein, daß auch das Vermögen des neuen Lebenspartners zur Befriedigung der Ansprüche mit herangezogen wird. Das heißt, daß der Exekutor, der per Gesetz verpflichtet regelmäßig zur Fährnisexekution (z. B. beantragt von der Frau, die ihren persönlichen Unterhalt nur auf dem zivilrechtlichen Weg einklagen kann, und das sogar tun muß, um Rentenansprüche aufrecht zu halten - Rentenansprüche als Anteile an der Rente des geschiedenen Mannes) antritt, auch das Inventar der Partnerin rücksichtslos pfänden kann, was nur durch aufwendige und nervenraubende Aussonderungsverfahren - in denen bewiesen werden muß, daß die gepfändeten Gegenstände nicht im Eigentum des Schuldners sind und waren - rückgängig gemacht werden kann.

Zusammengefaßt: Anders als in Deutschland, werden in Österreich sämtliche Verpflichtungen, die sich aus getrennten Familien mit nachfolgenden Unterhaltsverpflichtungen ergeben, nicht nur diese Unterhaltsverpflichtungen (z. B. im Fall der Frau) deutlich schärfer angewandt, sondern als reine Privatpflicht des Vaters dem Staat gegenüber betrachtet. Der auch sofort den Staat als Gegenüber hat. Der Staat sieht sich gleichzeitig berechtigt, die Umstände von familiären Trennungen bzw. des familiären Zusammenlebens weit mehr mitzubestimmen, auch das Wohl und Wehe des Zusammenbleibens weit mehr in die Hand der Frau zu legen, als das in Deutschland der Fall ist. 



Morgen 2. Teil - Der Staat höhlt sich selbst aus, braucht aber Lückenfüller








*Die Wegweisegesetze Österreichs, 2007 in Kraft gesetzt, ermöglichen der Frau, den Mann ohne Angabe von Gründen durch polizeiliche Gewalt des Hauses zu verweisen, mit nachfolgendem Betretungsverbot. Mittlerweile wurde dieses Gesetz weiter ausgedehnt, Männer dürfen sich ihren Kinder nicht mehr ohne Einwilligung der Mutter unter eine bestimmte räumliche Distanz nähern.

**Aufsehen erregte ein exemplarischer Fall, wo ein Mann nach der Scheidung - notwendig geworden, weil die Frau eine neue Beziehung einging - nicht nur das Haus (per Betretungsverbot) verlassen mußte, das er gebaut hatte, sondern auch der Frau, die dieses Haus mit ihrem neuen Gefährten bewohnte, weiterhin Unterhalt zu zahlen verurteilt wurde. 




***

Samstag, 3. September 2011

Männer sind informierte Frauen

"Frau ist man ja von Haus aus. [Zeigt ein Ei.] Aber dann kommt halt noch sehr viel Information dazu. [Formt mit der anderen Hand die kriechende Bewegung eines Spermiums, das ins Ei eindringt.] Ein Mann ist also gewissermaßen eine informierte Frau!"

So ließ ich die schrullige Figur des "Herbert Woskocki" in der vom Publikum so wunderbar aufgenommenen Kabaretttragödie "Mann (43) sucht Frau" vor ein paar Jahren sagen. "Pfau, da ziagt's mi z'samm," meinte einmal eine Besucherin. Es sei so frauenfeindlich. Andere meinten übrigens das genaue Gegenteil. Aber wie so oft bedeuten auch hier zeitgeistige Haltungen eine direkte Gegenwehr gegen Realitäten, die abzuleugnen im Grunde Kernthema der political correctness ist.

Denn natürlich habe ich mir das nicht so einfach aus dem Finger gesogen, die physiologischen Vorgänge waren mir bekannt, zum einen, zum anderen ist es ja die Einsicht in die abstrakten Weltprozesse, die die Daten zu Tatsachen formen. Aber die Naturwissenschaft müßte dann diese Prinzipien-Erkenntnisse bestätigen.

Wie sie es hier tut: Forscher der Universitäten Bern und Zürich haben nun herausgefunden (wobei es sich ja nur um "Bestätigungen" handeln kann, denn die Grundvorgänge waren schon lange bekannt), daß es tatsächlich genau so ist. Und sie haben es vor allem durch Forschungen an Fehlbildungen herausgefunden: Männer entwickeln sich "aus dem weiblichen Embryo", indem verschiedene Hormonbildungsabläufe stattfinden, die dann jene Hormone ausbilden, die direkt die männlichen Merkmale auszuprägen beginnen. Das ist ab der 6. Schwangerschaftswoche zu beobachten.

Geschehen in diesen Prozessen Fehler, laufen diese Prozesse unvollständig ab, kommt es zu den bekannten Erscheinungen wie Hermaphroditentum, oder sogar Transsexualität (wo also ein Geschlecht sich im Körper des anderen findet).

Nichts anderes stand ja hier oft genug zu lesen. Abgesehen davon, daß die Mythen der Völker reich an Hinweisen darauf sind, wie sehr "Frau" mit "materia prima" gleichzusetzen ist. Daß also Mann-Sein mit Form zu tun hat, Frau-Sein die Bereitschaft ist, diese Form aufzunehmen und auszubilden. Deshalb hat "Kultur" immer mit "Patriarchat" zu tun, während Matriarchat immer der kulturlose amorphe Urzustand - erkennbar in den Mythen - ist. Seine Basis erklärt schon der Name: mater hat etymologisch dieselbe Basis wie Materie (Materialismus), das Matriarchat geht also geistig mit Sichten einher, die das Faktische zum Normativen macht (um ausnahmsweisig Marx zu bemühen), die Materie selbst zum direkten Träger, nein Ausgang des Geistes macht.

Deshalb ist es auch schlicht logisch, daß die "Befreiung" als das Motto der emanzipatorischen Politik der letzten Jahrzehnte als Schritt zum Matriarchat fast ausschließlich ein Abbau kultureller Formen ("Patriarchat") ist. Die vom Hebel "Depotenzierung des Mannes" - wie in einer Rückabwicklung natürlicher Prozesse, die sich historisch Gestalt suchten - ausging und durch die Stellung des Mannes in der heutigen Familie eindrucksvoll dargestellt ist. Denn der Wegfall des Vaters stellt ja auf diese Weise gesehen tatsächlich eine "Erleichterung" dar: Kulturlosigkeit ist "leichter", denn sie verlangt keine Heranbildung von Tugend! Am Ende dieses Prozesses, den ich bereits im Großen und Ganzen für unaufhaltsam halte, steht Chaos und Irrationalität.

Wie weit sich aber dieser Gedanke ausfalten läßt, wird erst klar, wenn die hinter allem stehenden Wirkmächte - die Engel - dazugedacht werden. Die in einem Zeitalter, das zum Tode der Formlosigkeit eingestampft und banalisiert, unempfänglich für die Welt des Geistes und der Geister wurde, keinen Nährplatz mehr für formenden Willen bieten; Frauen, die aller Schleier des Eros der Züchtigkeit und des Zaubers entblößt, nichts und niemanden mehr locken ...



*030911*