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Dienstag, 7. Mai 2013

Abstreifen der Träume

Aus 2010) Betrachtet man die Welt als Spiel der Erscheinungen, die hinwiederum nur die Vorstellungswelt der dahinterstehenden Dinge an sich sind, so verschwimmt sie zum Traum, verliert ihre Bedeutung als Welt selbst, und wird zur Botschaft einer Welt dahinter - der eigentlichen Welt des Seins, konkretisiert in Ideen, in Urbildern.

Sodaß es nur noch gelten kann, aus der Welt der täglichen Geschehnisse, die sich zu einer Geschichte kumulieren, die ja nichts anders sind als Aspekte dieser Welt an sich, dieser Welt dahinter, daß also nur gelten aus dieser Welt der Träume die eigentliche Welt des Seins zu destillieren. Daß es nur darum gehen kann, sich aus den Verhängungen in diese Traumwelt freizumachen, um aus dem Traum - ins reine Sein zu treten.

Und doch ist diese Welt der Erscheinungen Bote, unersetzbarer Bote und Mittler des reinen Seins, und NUR aus ihm erkennbar: nur aus dieser Traumwelt separiert sich aus dem Meer des Seins Erkenntnis, ist Menschsein selbst Individuation nur im Maße des Konkretseins, sind die Dinge selbst individuiert durch ihre Gestalt, um überhaupt zu sein. Treten aus der Unendlichkeit heraus, in Zeit und Raum der Welt der Vorstellung und Objekte.






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Sonntag, 21. April 2013

Weltbegründender Subjektivismus

Aus 2010) Metaphysiklos gemacht, ist das Problem eines ernstzunehmenden Konstruktivismus (der sich von plumpem Biologismus - der ja selbst wiederum die Philosophie als Deutung benötigt oder benötigen würde - als Grundlage der Philosophie selbst losgesagt hat, sodaß er bloße Weltanschauung wird) eigentlich nur, daß er einem Mißverständnis erliegt, wie man auch manchen erkenntnistheoretischen Subjektivismus mißdeuten könnte: wenn man nämlich den Satz, daß es "kein Objekt ohne Subjekt" gibt, ontologisch versteht, also das Sein des Erkenntnisobjekts an sich mitbegründend, im Sinne des "daß es dadurch überhaupt erst Sein hat." Es IST, auch wenn ohne erkennendes Subjekt nichts mehr aussagbar wäre. Ja nicht einmal die Kausalität wäre (denkerisch notwendig) dem Sein der Dinge an sich zuzuschreiben. (Eine Frage, die übrigens die Quantenphysik längst stellt). Denn wir haben es (in der Erkenntnis) immer nur mit "Erscheinungen" zu tun, nicht mit den den Dingen an sich.

Er bleibt ein in vielem sogar sehr genaues Beschreiben faktischer Psychologie des Erkennens, bleibt die eine Seite der Medaille, und insofern ist auch mancher Rückgriff auf naturwissenschaftliche Daten unverzichtbar, als notwendige Empirie einer Verifizierung/Falsifizierung von These.

Diese Ontologie, diese Begründung des Seins an sich, trennt Schopenhauer, als Beispiel, klar ab, sie kann nicht in der Anschauung liegen, es braucht einen weiteren Faktor - und Schopenhauer nennt ihn: Wille.

Und er verkündet damit (ohne es zu wollen) zumindest äquivok (gleichlautend) eine Kosmologie, die der Katholizismus geprägt hat: der sagt, daß Wille und Liebe, in eins fallend, Gott seiend wie diesen auszeichnend, Grund wie Ursache aller Schöpfung ist.

Welche Begründung einerseits den Subjektivismus neu bewertet und wesentlich macht, und anderseits der Psychologie (als Instrument der Reinigung der Motivation) ganz neue Bedeutung beimißt.





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Freitag, 19. April 2013

Grundlagen

Aus 2010) Es ist schon erstaunlich, oder: sollte es sein, sollte also zu denken geben, so manchem, wie präzise die Philosophie (Metaphysik) Eigenschaften, die z. B. Ergebnissen der heutigen Quantenphysik entsprechen, "vorhergesagt" hat - auf die sie also rückfolgernd kam.

Das muß man sich denken, liest man Schopernhauer's Tafel der "Prädikabilien", der apriori zu fassenden Aussagen und Sätze über die Materie (neben jenen über Zeit und Raum, über deren Darstellung der Zusammenhänge Einstein'sche Aussagen zum Epigonentum verblassen!): man nehme nur den Satz "Das Atom ist ohne Realität" ... und jeder Materialismus zerfällt ins Nichts.

Das Verblüffende der Quantenphysik war ja ihre Erkenntnis, daß die kleinsten Bausteine der Materie keine Eigenschaften per se besitzen. Sie sind zum einen aufgelöst in reine Potenz (s. u. a. Aristoteles), und ihre Eigenschaften sind Wirkungen, die erst in der Verbindung mit der Form (die alte Akt-Potenz-Lehre!) zur Gestalt wirklich und bestimmbar werden.

Und auch von dieser Seite also die Denkunmöglichkeit eines - weltimmanent gedachten! - rein materialistischen Anfangs von Materie, Zeit und Raum. (DAS bzw. solcher Natur sind ja die wirklichen Argumente gegen die mechanistisch-evolutionistische Sicht der Welt, die aus sich heraus eben nicht entstanden sein KANN - sodaß alles Forschen in dieser Hinsicht vergeblich, ja ... dumm, weil verstandeswidrig ist.) Dabei lehnt Schopenhauer ja die (auf einen außerweltlichen Ursprung, Gott, hinweisende) Transzendenz ab!





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Dienstag, 10. Mai 2011

Need to use generality

"Reasoning, says Schopenhauer, is of feminine nature: it can give only if it has received. Without information on what is going on in time and space the brain cannot work. However, of the purely sensory reflections of the things and events of the outer world occupied the mind in their raw state the information would be of little help. 

The endless spectacles of ever new particulars might stimulate but not instruct us. Nothing we can learn about individual thing is of use unless we find generality in the particular."

Rudolf Altheim, in "Visual thinking"

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Donnerstag, 30. Dezember 2010

Mannsbilder

Werbung aus 1970 - so sehen richtige Männer aus. Schopenhauer schreibt einmal, daß Humor dann entsteht, wenn Begriff und Anschauung auseinanderdriften.




Gefunden bei visualnews


*301210*

Samstag, 13. November 2010

Das Herz der Männer

Tomberg meint, wie Schopenhauer, und sie sind beide damit nicht alleine, daß der Intellekt selbst weiblich sei, während dem Manne - das Herz zukomme, die Liebe. Damit entwürfe sich natürlich ein etwas verändertes Problembild, das auf seine Wirklichkeitserhellung zu testen wäre. Denn gemeiniglich wird dem Manne das Gefühl abgesprochen, es sei weiblich, heißt es.

Nun liebt aber ja alles an der Inspiration, an der Behauchung, der Durchdringung mit Information, am Mann, - Verstand ohne Idee, ohne Geist, ist nur sterile, kalte Logik. Und tatsächlich ist das die Art jener Frauen, die in intellektuelle Berufe gehen: sie neigen zur Kälte, zum brutalen Sachlichen. Frauen die meinen, von ihnen hinge etwas ab. Die Befruchtung zum Schöpferischen aber - sie kommt vom Mann.

Zudem ist die auffallendste Reaktion der Männer auf das Verschwinden der Frau als Frau, daß diese versuchen - Väter liefern hier das beste Beispiel - liebend im Bild einer heilen Familie zu ersetzen, was an der Frau fehlt. (Was natürlich ebenfalls fehlgeht.)

Die Depotenzierung der Männer ist somit auch ein Absperren des bloßen Intellekts von der Liebe, vom Herz. Und es wären dann in diesem Sinne Rationalisten Repräsentanten der Unmännlichkeit - Muttersöhnchen, um bei diesem illustren Bild zu bleiben, denen es an Liebe fehlt, die mit Intellekt ihre Täuschungsform (in der vermeintlich zwingenden Ratio ebenfalls zum Zwang erhoben), die Sentimentalität, darbieten. Und es sind jene Frauen hart und unmenschlich, die den Mann in seiner Art des Befruchtens, aber auch in seiner Hierarchie - denn nur der Geist macht Gestalt, kann schaffen - ablehnen.

 
*131110*

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Vorgefundenes Abbild der Welt

Die Aufgabe der Philosophie ist, die Differenz in der Erkenntnis der Welt zwischen dem "für mich" und dem "an sich" aufzuheben - was nur für mich erkannt ist, soll es auch für alle sein. Ein wesentliches Wahrheitskriterium. Verstehen ist also ein Einschmiegen des Geistes, ein Vertrautmachen mit einem bereits Daseienden, über die Sinnesbilder aktivierten, aber noch stummen Logos in mir. (Spaemann formuliert deshalb einmal, daß Nicht-Verstehen dort beginnt, und erst dort, wo die Symbolebene - die Sprache - ansetzt. In ihr finden sich bereits vorfertige Bedeutungskomplexe, mehr oder weniger, bzw. irgendwann in einer ersten Verstandeswahrheit, hoffentlich, gegründet, und abgeleitet.)

Die eigentliche Leistung des Denkens liegt in diesem Akt, den wir Vernunft nennen, nicht im bloßen Verstand. Schopenhauer weist darauf hin: Der Verstand ist lediglich passiv. Insofern also ist jeder Erkenntnisprozeß ein Vorgang, der die Vernunft betrifft: Als Einordnen, Beurteilen eines Verstandesarguments. Und dort setzt auch die sittliche Leistung an, denn die Bereitschaft zur Welt als Bereitschaft zur Wahrheit verlangt eine Todesbereitschaft, in der ich meine Haltung zu Verstandesargumenten jederzeit bereit bin, loszulassen. Umgekehrt, zu ihr zu stehen, weil Argumente dafürsprechen.

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Seltsamerweise, und gerade bei jungen Menschen, scheint dieses "Vorfinden" des zu Erkennenden mit einer De-Autorisierung der Vernunftquelle einherzugehen.

Es ist derselbe Irrtum, der die Menschen aus ihren Anlagen her zu dieser oder jener Einschätzung, vor allem aber zu diesen und jenen Rechten ermächtigen soll - während doch das Wesentliche eben jene sittliche Haltung ist, aus der heraus ein Mensch sich immer entfalten muß, als Eigenleistung, die ihm niemand abnehmen kann. Genau das aber dominiert, genau diese Haltung scheint allgemein: Der andere, die anderen sind verantwortlich für die Entfaltung meiner Anlagen. (Was im übrigen deren Entfaltung zugleich als Leistung entwertet, jeden Anspruch auf Ehrung auflöst. Denn WEN, WAS ehre ich dann?)

Ein seltsamer Stolz auf Geburtsvorrechte - so muß man das also nennen. Seltsam, gerade in einer vermeintlichen klassen- und standeslosen Gesellschaft, die Geburtsvorrechte auszuschließen vorgibt. Als suchte man doch den Herkunftsstand, den Platz, der einem zugewiesen WURDE, nicht den, den man sich verdient hat!

Nur eine der vielen Kompensationen für die natürliche Gegebenheit der Zuordnung der Menschen zueinander in identitäts-vorwerfenden Ständen. Kompensation für das, was man Würde nennt: Als Verpflichtung, unter allen Umständen diesen Vorwurf zur realen Gestalt umzusetzen. Eine Kompensation, die als Umkehrbild Hochmut heißt.

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Übrigens liegt genau in diesem genannten Punkt der Grund für die nachgerade "Wut" zu nennende Ausbildungsmanie, die die Menschen heute befallen hat: Wo es in immer kürzerer Zeit immer mehr an Ausbildungen zu sammeln zu gelten scheint, um den Kampf zur Selbstwirklichung zu sparen.

Man bildet nicht mehr aus, was sich frommt, sondern "so viel wie möglich". Man will nicht mehr leben, wie es einem zukommt, sondern "so gut wie möglich", im Sinne von: Ohne eine Grenze nach "oben", im Wohlleben. Also läßt man sich so weit wie möglich tragen, erhöht die Schuldigkeit der Umwelt, um sich dann jeder weiteren Mühe zu entschlagen.

Deshalb diese stumpfen, kryptischen Rufe nach "mehr Geld für die Bildung", bei zum Beispiel gleichzeitiger Gegenwehr gegen jeden Versuch, das bereits ausgegebene Geld effizienter zu verwenden. Was Mühe bedeuten könnte.

Und aus diesem dumpfen Schuldbewußtsein heraus, fordert man es (vor allem aber das Äquivalent GELD) unselektiert für "alle", und seien sie keine Staatsbürger, und sei es gar keine Pflicht dieses Staates, diese Leistung zu erbringen. Und sei es gar nicht im Horizont individuellen erfüllten Lebens. Und das, geschätzter Leser, halte ich für weit weit häufiger, als man heute zu glauben beliebt.

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Wir haben mit dieser krankhaften Bildungssucht eine Metastase herangezüchtet, die Erwartungen hat, die die Gesellschaft, die wir sind nicht mehr erfüllen kann. Während ihre sozialen, vitalen Grundfunktionen nicht mehr leistbar sind. Stattdessen produzieren wir hochinformierte Funktionseliten (denn "Bildung" hätte ja wieder mit Adäquatheit zu tun, um die genau geht es aber heute nicht), die das Leben aller täglich noch weiter erdrosseln.

Überforderung ist übrigens ungleich leichter zu bewältigen, als Unterforderung. Unterforderung zerstört einen Menschen binnen kurzem, denn sie bricht ihn, und sie zu überstehen verlangt eine seelische Größe und Kraft, die immer selten war. Was das zu sagen hat? Es wäre sehr leicht, die ausgeuferte, sinnlose "Bildung" - mit der nämlich die meisten überfordert sind, man lese doch nur die Statistiken und Durchfallquoten, vergleiche das Niveau gleicher Schultypen mit früher, und höre doch auf, die Ergebnisse schönzureden, einem "wenn - dann" und "man müßte" zuzuschieben! - einzudämmen, und es wäre eine Erleichterung für viele, nicht mehr das Surren von Anspruchsmotoren in sich zu hören, die sie in Richtungen zerren, die sie zerreißen, weil sie ihre Grundbedürfnisse überfahren.

 
*131010*

Dienstag, 21. September 2010

Hundertfünfzig Jahre tot

Heute vor hundertfünfzig Jahren ist Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) gestorben. Sitzend, am Sofa, nach der Einnahme des Frühstückskaffees. Sein Gesicht war entspannt, er hat keinen Todeskampf geführt. Seiner Konzeption nach ist er in das ewig gleichbleibende, aus sich heraus, in sich zurückfließende Alleins zurückgeflossen, ausgelöscht als Ich, zurückgeflossen in den großen Allwillen, und damit erlöst, aus einem Moment, den Schopenhauer einmal als Erwachen, dann wieder als Todesschlaf beschreibt. In jedem Fall erlischt das Ich, löst sich ins Nichts auf.

Die NZZ schreibt dazu:

Der Sterbende werde dessen inne, dass die Welt, die er verlässt, und die individuelle Hülle, die ihm abgestreift wird, Täuschung und Schein, jedenfalls nicht die wirkliche Wirklichkeit gewesen seien. Schopenhauer verwebt platonische und kantische Schussfäden mit Kettfäden aus östlichen Weisheitslehren (samt Reinkarnationsgedanke) sowie der christlichen Mystik, um eine ebenso metaphysische wie «gottlose» Weltanschauung zu formulieren: Wahrlich wirklich, unvergänglich und ungeworden sei der grund- und sinnlose Wille zum Leben, der – als «Ding an sich» – alle und alles durchwalte und miteinander verbinde; in diesen grundlosen Grund der Welt sinke jedes Individuum mit dem Tod zurück. Das «Unzerstörbare» im Menschen wäre demnach keine Seele und schon gar keine je individuell einzigartige, es wäre aber auch keine Materie, sondern ein allgemeiner, subjekt- und bewusstloser Existenzdrang, eine geheimnisvoll wabernde Wesenheit mithin, die über allem, in allem und durch alles Leben hindurch herrscht.

Was Schopenhauer den Normalsterblichen als letzte Aufgabe aufbürdet, haben die – seltenen – Heiligen und Asketen schon in ihrem Leben geschafft: den Willen zu verneinen und die Herrschaft der steten Wiederkehr des Leidens zu brechen. Was die Heiligen und Asketen durch Übung erreichen können, sollen die gewöhnlich Sterbenden durch eine finale Erkenntnis gewissermaßen nachholen. Erst damit wäre das Erwachen aus dem Traum des Lebens kein schreckliches und das Entschlafen ein beruhigtes.

Zusatzlink: Sein Leben - aus: Frankfurter Rundschau



*210910*

Montag, 6. September 2010

Fragen der Intelligenz

Es wurde die Frage aufgeworfen, ob Intelligenz vererbt und vererbbar sei. Dieser Begriff freilich wird häufig ungenau gebraucht, und die meisten Erkenntnisfehler resultieren aus ungenauer Begrifflichkeit, aus der falschen Verwendung von Worten, aus dem Vermischen von Ebenen, besonders bei Analogieschlüssen, wo die Metapher zur bildhaften Wörtlichkeit herabsinkt, ihre gesamtheitliche Fülle nicht gehalten werden kann. Daniel Feuling zeigt das sehr schön in "Hauptfragen der Metaphysik", das Buch wird hier noch öfter zitiert werden.

Intelligenz teilt sich in zwei Komponenten - in den reinen Verstand, der der strengen Logik unterliegt, ja aus dem die Logik selbst erwächst, und der, wie Schopenhauer sehr plausibel darstellt, eine leidende Eigenschaft ist. Schopenhauer meint deshalb, daß der Verstand als Fähigkeit des Menschen vom Weib vererbt wird.

Und dann haben wir die Vernunft, die aus einer den ganzen Menschen umfassenden Haltung des Urteilens über die Welt erwächst. Erst sie macht den Verstand sinnvoll, und sie gründet in den Grundhaltungen des Menschen, seinen Tugenden, seinen Lastern, seinen Willen und seiner Freiheit und seiner Unfreiheit. Genauso, wie seine Religiosität, und damit: seine Religion.

Selbstverständlich kann also auch die Religion von Vernunft und damit Intelligenz nicht getrennt werden. Es gibt keine Intelligenz "an sich", ihr Grad ist - weil sich der Mensch zutiefst und zuerst über seine Religion definiert, ob er das will oder nicht, ob er das zur Kenntnis nehmen will oder nicht - immer und zuerst ein Grad der Wirklichkeitsbereitschaft. Keine Akademisierung der Welt, die sich noch dazu wie heute üblich als technische Bewältigungsfähigkeit innerhalb von im Range von Dogmen befindlichen Mechanismen versteht, vermag das zu verändern.

Eine Bekenntnisreligion wie der Islam - insofern ist also zweifellos Sarrazin zuzustimmen - hat also nur einen eingeschränkten Zugang zur Wirklichkeit, ihr Wahrheitsgrad bewegt sich innerhalb weltlicher Kategorien, ist vergleichbar jenem eines politischen Bekenntnisses, einer Weltanschauung. So, wie das bei einem mißverstandenen, zur Weltanschauung verkommenen Katholizismus der Fall wäre.

Ist also davon auszugehen, daß ein "leeres" Grundvermögen von Intelligenz vererbt und vererbbar ist, so ist deren Entfaltung - als entscheidendes Kriterium (denn in einer falschen Haltung wird hohe Verstandeskraft zum gefährlichen Ding) - eine Frage der Lebens- und Vernunftbedingungen, unter denen ein Mensch heranwächst und lebt.

 
*060910*

Dienstag, 31. August 2010

Schlichte Sätze

Nichts kann sich selbst Ursache sein. Das Seinkönnen kann nur durch das wirkliche Sein zur Wirklichkeit gebracht werden, weil nichts sich selbst in Wirklichkeit setzen kann, weil es sonst der Ursache seiner selbst und somit da wäre, bevor es ist.

Nicolaus von Cues - "De docta ignorantia"

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Schopenhauer schreibt einmal, und hier weiterführenden Sinnes: daß der Bereich des Wirklichen, das hinwiederum nur durch einen Willen ins Wirkliche getrieben werde, der Bereich der Kausalität sei.

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Der Bereich des Wirklichen ist, als Bereich der Vernunft, der Bereich des Logos - damit des Sohnes Gottes, Jesus, der alles umfaßt, enthält, in die Wirklichkeit treibt.

Die Dinge wurzeln, liegen in den Begriffen. "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt."



*310810*

Sonntag, 29. August 2010

Dichterische Haltungen

Zu dem, was den Menschen umgibt, gehören nicht nur die Wesen und Verhältnisse, mit denen er in seinem persönlichen Leben zu tun hat, sondern ebenso die Gestalten und Erscheinungen, die wir im eigentlichen Sinne Natur nennen, die Elemente, die Pflanzen, die Tiere, Luft, Licht, Himmel und Gestirne. Auch mit ihnen steht der reine, in seine Freiheit erhobene Mensch in einem höheren Zusammenhang. 

Keine bloß ästhetische Betrachtung läßt ihn ihren Anblick genießen. Ein wunderbares Leben, ein heiliges Geschick ist zwischen ihm und ihnen. Er drängt sich nicht in ihr Wesen ein, er zieht es nicht selbstherrlich in das eigene. Es bleibt das Andere und Gegensätzliche. 

Aber in der Harmonie der reinen Begegnung ist das Göttliche gegenwärtig. "Die Anorganische Natur, wenn sie rein gefühlt wird, vom rein organisierten, rein in seiner Art gebildeten Menschen, gibt ihm das Gefühl der Vollendung," sagt Hölderlin.

Walter F. Otto in "Der Dichter und die Alten Götter"

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Daraus, meint übrigens Hölderlin, erwachse die religiöse Haltung von selber. Die von ihrem Wesen her durch die Geschichte nur bestätigt werden könne, wo sie bereits Überzeugung wäre. Für die Bildung plastischer Vorstellungen braucht es Beweise, Gründe - nicht aber für dieses unmittelbare "heilige" Gefühl direkter Anschauung.
Da hört man sogar Schopenhauersche Sätze aus seiner Erkenntniskritik: der (passive, leidende) Verstand vermag nur zu bestätigen, was der Wille ihm aufträgt, den angeschauten Dingen zu unterlegen. Die wahre Erkenntnis aber gehe aus einer Anschauung hervor.

Und es bestärkt die alte, gerade auch aus Geschichtsbetrachtungen so erstaunlich deutliche Einsicht, daß der Mensch zu allererst mit religiösen Fragen beschäftigt war - und weil sich in jedem Menschenleben dem Sinne nach die Geschichte selbst wiederholen möchte: in jedem einzelnen Menschen auch heute noch. Was zu vergessen man neigen könnte.

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Mircea Eliade zeigt in "Das Heilige und das Profane", daß sich dies auch an der Siedlungsgeschichte, der Entwicklung menschlicher Ansiedlung belegen läßt: die sämtlich vom religiösen Zentrum ausgehen. Erst wo es ein solches gab, erst nachdem ein solches geschaffen wurde, ließ sich der Mensch nieder. Wo Gott in seiner Mitte war. Täuschen wir uns nicht: auch darin hat sich NICHTS verändert! Der Mensch sucht nach wie vor in allem, was er tut, ERST metaphysische Rücksicherung. Sein Suchen hat nur ein anderes Gesicht angenommen, sodaß das Zeitalter des aufgeklärten Menschen gar nicht viel anderes war und ist als das Zeitalter der Verschleierung und Umbenennung der wirklichen Zusammenhänge der Welt, auf daß seine Religion aufgelöst werde.

Es haben sich aber nur die Namen geändert. Nicht die Menschen und ihre wirklichen Lebensbezüge und Lebensvollzüge. Sie, freilich, wurden nun orientierungslos, unbestimmt, der Dämonie ausgeliefert. Sie waren und sind nicht gewöhnt, mit gefälschten Etiketten zu leben: mit jedem Menschen beginnt die Welt ja neu - an ihrer Wurzel.

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Ist im Anfang Religiosität und Alltag gar nicht unterschieden, weil Religiosität alles Tun und Leben durchwirkt, so bringt die Ausdifferenzierung und Bewußtwerdung allmählich eine Zweiteilung von Heilig und Profan, und so erst erwächst diese Widersprüchlichkeit der beiden. Damit verliert die Religion ihre ursprüngliche Überzeugungskraft, der Mensch beginnt nach ihrer Legitimität zu fragen. Und doch läßt sie sich nicht austreiben: Die Religiosität flüchtet "vor dem Verstande in die Träume," nimmt allerlei befremdliche Formen an, und stellt ihrerseits den Verstand in Frage, nicht durch Gegenargumente, sondern durch das Gefühl der Unseligkeit, das mit der Ausbreitung des profanen Lebens, trotz aller Lobreden auf den Fortschritt, immer verbunden ist. 

Zitate von Walter F. Otto


*290810*

Mittwoch, 25. August 2010

Und Galilei irrte doch

Es gibt keine präzise Gleichheit außerhalb von Gott. Cusanus begründet dies sehr klar, und hier sei nur auf den Zusammenhang von Zeit - Gestalt - Ort/Raum hingewiesen, wo schon der nächste Moment, eine völlig neue, unwiederholbare Konstellation der Bedingungen des Seienden mit sich bringt.

Darin läßt sich übrigens eine bemerkenswerte Argumentationsreihe bis hin zur Verteidigung der Metaphysik und des Weges des Erkenntnisgewinns durch Kard. Bellarmin im Prozeß gegen Galileo Galilei finden. (Die Erkenntnis ergibt sich, vereinfacht, nicht aus dem Beobachten, sondern das Beobachtete verifiziert oder falsifiziert ein Apriorisches.) Denn die Mathematik, die ja auf die Anschaulichkeit und Geometrie zurückzuführen ist, läßt sich ebenfalls nur abstrakt und im geschlossenen System, nicht aber im Konkreten präzise finden.

Sonst aber bleibt immer Mangel. Und das ist so beispielhaft erfahrbar in der Musik erlebbar, deren Takt und Intervalle niemals so präzise sind, daß sie nicht noch präziser sein könnten, wie Cusanus diese Ungleichheit zweier Dinge so erstaunlich gut faßt. Die Proportionen der Dinge also können gar nicht exakt gleich sein, und deshalb können es auch nicht die Sternenläufe an sich sein. Und die Astronomie weiß das ja ohnehin längst, und korrigiert deshalb von Zeit zu Zeit diese realen Abweichungen "so gut es geht".

Nicht eine Bewegung aber gleicht der anderen ganz genau, nicht ein Maß ist exakt dem anderen, weil das Maß und das Gemessene notwendig verschieden sind. "Das läßt," so Cusanus, "eine Anwendung auf unendlich vieles zu."

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Was im übrigen elektronische Musik so fragwürdig und nicht menschengerecht, in ihren Auswirkungen so problematisch und "tot" macht.

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Die präziseste, vollkommen harmonische Proportion als vollkommene Harmonie gibt es nur in Gott. Sie ist für den im Fleisch lebenden Menschen aber unhörbar, weil diese Vollkommenheit alles Rationale unserer Seele als deren Grund und Substanz als Rationales an sich sofort an sich ziehen würde, so wie das vollkommene Licht alles nicht vollkommene Licht absorbiert. Damit würde die Seele von ihrer sinnlichen Grundlage abgelöst - der Mensch würde nichts mehr hören.

Aus dieser ewigen Proportion aber, die unserem Da- und Sosein zugrunde liegt, und auf die hin sich die Seele streckt, ergibt sich das Schöpferische, das Gestalten des Menschen als Hinweis und Hinführung auf die absolute Schönheit und Vollkommenheit - allem Seienden (das notwendig gestalthaft ist) liegt sohin die Proportion und der Rhythmus zugrunde.

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Aber nicht nur gibt es keine absolute Gleichheit - es gibt auch keine absolute Verschiedenheit der Dinge voneinander. Diese ist eher eine Frage der nie gleichen Gewichtung (und damit: Übergewichtung) vergleichbar, und Bedingung wie Folge der Endlichkeit. Denn in der Unendlichkeit (oder im Aufgehen des Individuellen darin) würde sich jede Unterschiedenheit aufheben, weil alles enthalten wäre.

So ist - wir nageln diese Sätze gleich am Boden fest - in der Lebenswelt erkennbar, daß sich Identität, So-sein, umso klarer darstellt, je klarer die Unterschiedenheit besteht. Und das läßt sich wohl gut und an vielerlei beobachten.

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Der Weg zu Gott kann also nicht der Weg über die Auflösung alles Konkreten sein! Was diese Individualität auflöst, stirbt - das Tote löst sich auf, wie jeder beobachten kann. Wozu es auch nicht den Hinweis auf das erste Thermodynamische Grundgesetz - die zunehmende Entropie - braucht. Wie es der Buddhismus (unter anderem) propagiert, oder Schopenhauer formuliert, deren beide alles ins Nichts auflösen. Und es geht nicht über Moral (an sich), nicht über Verhalten (an sich). Es geht über Ähnlichkeit mit der Idee in Gott, deren Spiegel das Geschöpfliche ist - Spiegel wie Bild, aber nicht identisch mit dem Unendlichen, lediglich aus diesem stammend, ohne diesem ins Nichts fallend. Von Anbeginn da und gedacht.

Der Weg zu Gott kann also nur über die Vollkommenheit des Konkreten, also über die Schönheit der Gestalt gehen. Denn die Trennung vom Sein an sich - als Unähnlichkeit mit dem Sein verstehbar, als Häßlichkeit, als Disharmonie sinnlich erkennbar - folgt aus der Unvollkommenheit. Und diese ist hinwiederum eine Unvollkommenheit des Wollens - Unvollkommenheit hat keine "positive" Ursache, sie ist deren Ermangelung, und damit auch zufällig.



*250810*

Dienstag, 3. August 2010

Der König ist dem Präsidenten überlegen

Die Aufgaben des Staates sieht Schopenhauer im zweifachen Schutz. Zuerst nach Außen, anderen Völkern gegenüber. Dann nach innen, den Begierden des Nächsten gegenüber, durch sicheres Privatrecht, und dann, drittens, im Schutz der Beschützten vor den Schützern - die Sicherstellung des Rechts durch Teilung aller drei Staatsgewalten, der Exekutive, Judikative und Legislative. Und dann wird es interessant:

Der große Werth, ja die Grundidee des Königthums scheint mir darin zu liegen, daß, weil Menschen Menschen bleiben, Einer so hoch gestellt, ihm so viel Macht, Reichthum, Sicherheit und absolute Unverletztlichkeit gegeben werden muß, daß ihm FÜR SICH nichts zu wünschen, zu hoffen und zu fürchten bleibt; wodurch er ihm, wie Jedem, einwohnende Egoismus, gleichsam durch Neutralisation, vernichtet wird, und er nun, gleich als wäre er kein Mensch, befähigt ist, Gerechtigkeit zu üben und nicht mehr sein, sondern allein das öffentliche Wohl im Auge zu haben. 

Dies ist der Ursprung des gleichsam übermenschlichen Wesens, welches überall die Königswürde begleitet und sie himmelweit von der bloßen Präsidentur unterscheidet. Daher muß sie auch erblich, nicht wählbar seyn: theils damit Keiner im König seines Gleichen sehen könne; theils damit dieser für seine Nachkommen nur dadurch sorgen kann, daß er für das Wohl des Staates sorgt, als welches mit dem seiner Familie ganz Eines ist.

Wenn man dem Staat, außer dem hier dargelegten Zweck des Schutzes, noch andichtet, so kann dies leicht den wahren in Gefahr setzen.



*030810*

Sonntag, 1. August 2010

Leben ist kein Glücksweg

Wieviel Übel geht doch heute davon aus, daß die Menschen erwarten, daß sie im Leben glücklich zu sein hätten. Wieviel Übel geht von dem Irrtum aus, daß Leben nur dann geglückt sei, wenn es auch glücklich verliefe! Selbst das Christentum (im Calvinismus sogar explizit) verfällt in diesen Unsinn, Gottgefälligkeit daraus zu folgern, ob jemandes Leben "bilderbuchartig" (denn solcherart kann Glück nur heißen, einem Vorbild und Wunschtraum zu genügen) verläuft oder nicht.

Aus der Schopenhauerschen Haltung zu dem Thema kann man zwar nicht die "richtige" Haltung dazu ableiten, aber rein lebenspraktisch ist sie nicht unklug: Schopenhauer meint, daß Lebensglück sogar der eigentlichen Lebenserfüllung (die bei ihm in der Nichtung, in der Lebensverneinung liegt) entgegensteht. Nur das Leiden (und die Askese des totalen Verzichtes) sei der Weg zu dieser Lebensvernichtung, die des Menschen höchstes Ziel sei.

Das ist zwar nicht schicksalshaft in jedermanns Leben eingeschrieben, aber es trifft rein nach Wahrscheinlichkeitsgesetzen gerechnet zu. Mit den Umwälzungen im 17. Jahrhundert vor allem brach aber diese fatale Erwartungshaltung aus, machte sich breit, und fächerte sich zur Forderung nach dem Paradies auf Erden aus. Und heute finden sich die Menschen, vor allem jene, die die Schicksalshaftigkeit dieses gewaltigen Apparates "Leben" noch nicht kennen, also die jungen Menschen vor allem, mittlerweile bereits zwei Generationen, sogar soweit, ein Recht auf Glück zu proklamieren. Dessen Erfüllung sie von der Welt zu fordern haben. So wachsen sie auf, so leben sie. Sie haben ein Anrecht auf Glück. Wenn das nicht eintritt, ist die Welt schuld.

So erklären sich diese Gesichter der Enttäuschtheit, wie sie so oft, sogar noch bei bereits älteren Menschen, auftreten. Und meist hat dies nur mit den zu hohen Erwartungen zu tun, die jene haben zu müssen meinten - nicht einmal mit der Realität ihres Lebens selbst. Denn häufig stellt man dann fest, daß gerade deren Leben verglichen mit Schicksalsschlägen anderer eigentlich problemlos verlief!

Welcher subjektive Druck lastet auf so vielen, deren Ehrgeiz alle Lebensfrucht übersehen und gar nie genießen läßt. Welcher Druck auf jenen, die meinen, das Leben müsse ein Paradies sein. Sie müssen Stunde um Stunde ihre innersten Gefühle rechtfertigen. Und können nie pausieren darin, Glückshindernisse aus dem Weg zu räumen. Was meist darein mündet, sich ohne Unterlaß zu ärgern und zu grämen, weil die Welt nicht und nicht perfekt wird.

Lebensgeglücktheit, aber auch Realität, liegt ganz woanders. Und das ist kein Konstruktionsfehler, sondern so ist die Welt.



*010810*

Donnerstag, 29. Juli 2010

Was wirklich geschah

Diese Ebenen des Erkennens macht der Spot von Schweppes transparent: die subjektive Interpretation, der die objektiven Wirklichkeitsdata entgegensteht. Gut der Slogan: "Schweppes - Drink Different" - Trink Dir die Wirklichkeit anders. Eine Lektion Schopenhauer.




*290710*

Tat, nicht Täter!

Betrachtet man staatliche Systeme der Bestrafung, so wird einem meist nicht bewußt, daß es zwei prinzipiell verschiedene Ansätze dazu gibt, und die Höhe und Art der Bestrafung naturgemäß davon abhängt, von welcher Seite man es betrachtet.

Denn seit der Aufklärung hat sich auch bei uns der Gedanke der "Besserung" des Täters durchgesetzt. Das ist aber ein Paradigmenwechsel, denn bis dorthin galt (und gilt weltweit immer noch zumeist) das Prinzip, DIE TAT, und nicht den Täter zu bestrafen.

Der Mensch hat in seiner Zerbrechlichkeit eben auch die Neigung zu fehlen. Diese Würde bleibt ihm, so seltsam das für aufgeklärte Ohren klingen mag, es aber keineswegs ist. Wir maßen uns stattdessen aber an, den Menschen "zu bessern" - und DIESER Gedanke ist ernsthaft zu hinterfragen. Denn: kann man das überhaupt? Sind dies nicht völlig andere Vorgänge? DARF der Staat sich dies überhaupt zumuten, weil: KANN er es überhaupt erfüllen?

Weder nämlich bedeutet, einmal gefehlt zu haben, und auch wenn es ein schweres Vergehen war, ein schlechter(er) Mensch zu sein als andere, und als man zuvor war.  Noch steht es dem Richter, dem Staat zu, die Tat abzuwerten, und damit das Opfer, um die "geringere Schuld" des Täters zu berücksichtigen.

Strafe muß ein Übel sein und bleiben! Denn ihre Abschreckung ist nach wie vor eines der probatesten Mittel der Verbrechensprävention. Es ist lächerlich, erst durch Senkung und Fortnahme des Übels aus der Strafe zur Tat einzuladen, um dann den Täter prinzipiell "zu bessern".

Sieht man davon ab, daß es ein zutiefst im Menschen verankertes Wissen um die Zusammenhänge von Schuld und Sühne gibt, die NUR durch eine der TAT gerechte Strafe - im Dienste des Täters! - hergestellt sind. Ein Täter, der nicht angemessen sühnen durfte, und so muß man das bezeichnen, wird in seiner Tat auf sich zurückgeworfen, und somit auch NIE von seiner Schuld befreit! Stattdessen wird diese an ihn gekettet, und während die Gesellschaft ihm erklärt, er sei rehabilitiert, wächst in ihm genau das gegenteilige Bewußtsein: er weiß sich IMMER NOCH schuldig!

Welch ein Zynismus steckt also in den Bestrebungen nach "humanerem" Strafvollzug. Und welche Anmaßung zugleich.

Ein anderer Ansatz also könnte gänzlich neue Überlegungen dazu bringen, wie mit Tätern, die gesühnt haben, umzugehen sei. Denn genau aus obigen Gedanken läßt sich auch ersehen, daß es nicht wundernimmt, wenn die "Resozialisierung" von Straftätern keineswegs "funktioniert". Kann ja gar nicht sein - der Täter weiß sich schuldig, und die Gesellschaft weiß ihn nicht entsühnt ...

Den das entscheidende Moment einer Tat ist NICHT die Neigung oder der Charakter - diese Disposition haben wir nämlich alle, und das nicht mehr zu sehen, das ist der eigentliche und so gefährliche Wahn von heute: wo sich diejenigen, die gerade nicht eine Straftat begangen haben, als GUT sehen. Das entscheidende Moment einer Straftat ist die Bereitschaft und die Selbstvergessenheit, die Grenzen zur Missetat zu überschreiten! Nur daraus auch läßt sich auch eine (für die Bemessung der Strafe mit zu berücksichtigende) Motivlage abwägen. Nicht der Täter aber ist das Übel.  Potentielle Übeltäter sind wir alle. Von Verbrechern aber unterscheidet uns - die TAT.

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Schopenhauer wendet sich strikt gegen die Sinnlosigkeit der Einzelhaft: der Sühnende hat keine Zeugen, also keine Öffentlichkeit, und das Opfer sieht seine Qual nicht, und kann sie sich auch nicht vorstellen. 

Das Pfand, so Beccaria, muß dem Wert des Eingesetzten entsprechen! Darin liegt auch die Begründung der Todesstrafe, die auch laut Katechismus der Katholischen Kirche - aus denselben Gründen - als äußerste Notwehr gerechtfertigt ist. Und ... sogar sein muß: es muß (als ultimo ratio) für einen Mord auch das Leben des Täters stehen.

Weil aber das Gesetz, die Tat zu bestrafen, und nicht den Erfolg zu rächen hat, muß deshalb auch Mordversuch gleich bestraft werden wie die vollzogene Tat. Nur der (durch Strafandrohung) zu verhütende Schaden kann den richtigen Maßstab für die Strafe geben. NICHT der moralische Unwert einer verbotenen Handlung! Einen Blumentopf vom Fenster fallen zu lassen, kann völlig belanglos - aber auch ein Mordversuch sein.

Ein Kriminalindex sollte also nichts anderes sein als eine Liste von Gegenmotiven, gerade stärker als das Motiv, eine Tat zu begehen. Bemessen nach Kriterien wie der Nachteil, der aus einer Straftat erwächst, nach dem Maß der Versuchung, sowie nach der Möglichkeit, den Täter zu überführen.

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Vor einigen Wochen wurde in den USA eine Todesstrafe auf eine heute sehr ungewöhnliche, aber altbekannte Art vollzogen: durch Erschießen. Man darf in manchen Bundesstaaten der USA die Art des Todes, bei gefälltem Urteil, selbst wählen. Der Pönitent gab als Erklärung dafür an, daß er der Öffentlichkeit die Unmenschlichkeit der Todesstrafe demonstrieren wolle.

Also trat ein aus fünf Schützen zusammengesetztes Exekutionskommando an, wobei einer der fünf eine Platzpatrone erhält, die Gewissensabsicherung also doppelt ist: man kann davon ausgehen, daß nie EIN Schuß tödlich ist, es tötet die gemeinsame Wirkung, und man weiß nicht, ob eines Schuß nicht überhaupt wirkungslos blieb.

Der Delinquent war (ich glaube sogar: mehrfacher) Mörder. Wie hat er aber die Unmenschlichkeit seiner Tat(en) demonstriert, an der zusätzlich ein ganzes Umfeld zu leiden hatte? Zusätzlich könnte man sogar diskutieren, ob es nicht ein Maß weiterer Grausamkeit war, normale Soldaten (auch wenn sie sich freiwillig gemeldet hatten) mit der Gewissenslast der Exekution zu belasten.


*290710*

Mittwoch, 28. Juli 2010

Das Recht des Wilderers

Wenn sich, wie Schopenhauer argumentiert, Eigentum nur dadurch überhaupt begründen läßt, als es das Recht auf Nutznießung geleisteter Arbeit bedeutet, so schließt der Philosoph auch daraus, daß der Wilderer keineswegs gegen die Ehre verstoßen hat, sondern lediglich gegen bürgerliche Gesetze. Aber an sich kann Wild zu schießen, um davon zu leben, kein Diebstahl sein, denn es kann niemandem gehören (wenn es eben tatsächlich frei wächst und lebt; die Hege ist also bereits Eigentum begründend).

Aus demselben Grund ist das angebliche Recht von Ureinwohnern eines neuentdeckten Landstriches auf jenes Land fraglich, ja abzulehnen. Das betrifft sicher nicht jene Landstriche, die sie bebauen, ihre Äcker etc. Aber nur, weil ein Indianer auf der Jagd nach einem Wilde einen Wald durchstreift, ist dieser nicht sein Eigentum! Sondern dies wird durch jenen geschaffen, der ihn bearbeitet.

Direkt anwendbar ist diese Überlegung an das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern. Ein Staat, der sich in dieses Verhältnis einmischt, übernimmt sohin auch die Pflichten der Pflege - was gar nicht möglich ist, woraus sich das Unrecht erhellt, wenn ein Staat erzieherische Richtlinien vorschreibt, denen sich die Eltern zu unterwerfen haben. Die meisten Zweifel, die in diesem Punkt herrschen, ergeben sich lediglich aus der Definition von Eigentum. Das nämlich keineswegs freieste Verfügungsgewalt bedeutet, sondern in Rückbindung an die Pflicht zur Naturgemäßheit zu sehen ist. Der Staat hat aber keineswegs das Recht, weil darin gefehlt werden kann, das Erziehungsrecht an sich zu reißen, wie es heute geschieht.

(Und im übrigen von der Kirche als Naturrecht unantastbar gestellt ist - auch was die religiöse Erziehung anbelangt.)


*280710*

Montag, 26. Juli 2010

Nicht selbst im Wege zu sein

Es ist eine bemerkenswerte Beobachtung, die sich bei Wahnsinnigen machen läßt, und sie findet sich in eine Richtung blickend mit jener aus der direkten Begegnung, wo "Verrückte" über die Augen, über ihr Gesicht, Einblick in ihre Seelen geben:

Der Verrückte, Geisteskranke, Wahnsinnige lebt nicht nur gleich lang wie ein "Normaler", sondern wird oft sogar älter, und bleibt nicht selten auch gesünder.

Schopenhauer führt das Beispiel an, weil er daran erwiesen sieht, daß Bewußtsein nur Folge und Wirkung, nicht Ursache des menschlichen Lebenswillens ist.

Als würde der Irre seinen Lebenswillen "freilassen". Als würde er sich schützen. Denn wie schon festgehalten: nicht wenige Irre haben einen verschlagenen Blick, der wirkt, als hätten sie sich ganz bewußt für ihr "Irresein" entschieden, um sich der Lebensmühe zu entheben.


*260710*

Sonntag, 25. Juli 2010

Bis zum Ort der Wahrheit

Eigentlich ist die Begrenzung des Cusanus - Nicolaus von Kues - der entscheidende Punkt im Argumentieren gegen die Unbegrenztheit, die der Mystizismus sehr gerne für sich beansprucht, indem er sich jeder Nachprüfbarkeift entzieht.

Er benützt dabei ein Schlupfloch, das die Begrenztheit und Unausreichendheit des Verstandes aufreißt, in dem der Verstand selbst die Umklammerung in der Vernunft benötigt, wie Schopenhauer es formuliert: durch und im Urteil. Damit fällt einen Augenblick die Verifizierung des Erkannten bzw. Erkennens auf das erkennende Subjekt zurück, er wird sich selbst Richter.

Cusanus zeigt nun, daß die Vernunft in ihrem kreativen Akt, den diese Vernünftigkeit darstellt, sich sehr wohl des Verstandes bedient, und in einem dynamischen Zusammenspiel zu einer Verifizierung im Sinne einer höchstmöglichen Plausibilität (Wahrscheinlichkeit) gelangt. (Mehr an Gewißheit kann es ohnehin nicht geben.) Hier erst ist der Ort der Wahrheit erreicht, zuvor bewegt sich alles nur in Kategorien des richtig oder falsch. Die Vernunft selbst, zu deren Angelegenheit sie wird, gehört dem translogisch-suprarationalen Bereich an. Bis, ja bis zum Gottesgesichtspunkt.

Keinesfalls also vermag sich der Mystizismus durch Bezug auf "sinnlichen Beweis" zurückziehen und unangreifbar machen - auch in diesem Bereich (Cusanus teilt das Erkennen in Regionen ein) unterliegt er (rein "technisch-funktional") einer Verifizierung/Falsifizierung. Cusanus rettet damit die Rationalität, ohne rationalistisch zu sein.

An diesem Punkt wird die Begrifflichkeit zur Metaphorik, denn nur in der Metaphorik vermag das Erkennen die Begrenztheit der Logik zu einer höheren Dialektik hin zu erweitern, und sich analog zu Gott als "wahr" zu erweisen. Es wird katholisch: das Ganze betreffend ("kat-"= nach, gemäß, "holos" = ganz).

Gleichzeitig löst sich der Wahrheitsbegriff in seiner Relativität der bestenfalls erreichbaren Nähe (weil wahr nur intentional-wahr sein kann) nicht ins Unbestimmbare und Irrelevante auf, sondern er bleibt verhaftet mit der Wahrheit "an sich", doch wird die Erkenntnis der Wahrheit nicht zum bloßen Rechenspiel, sondern eine persönlich-sittliche Leistung. Sie verbleibt im Bereich reflektierten Nichtwissens, in dem die Philosophie selbst als Reflexion perspektivischer Standpunkthaftigkeit, als konjekturales (vermutetes) und dennoch zu setzendes Ereignis erscheint. Und sie benötigt keine "ontologische Fiktion", um zu solcher Vernünftigkeit zu kommen - der Mensch vermag sie noch aus individueller Autonomie heraus zu wahren.

Bemerkenswert, wie in diesem Punkt die hier zuletzt rezipierten Aussagen von Schopenhauer, Gödel und nun Cusanus - in eine Aussage zusammenfallen. Nur war die Rationalismuskritik des Nicolaus von Kues (neben seiner Vorwegnahme der Kantischen Kritik der Reinen Vernunft) der des 19. und 20. Jahrhunderts um fünfhundert Jahre voraus.


*250710*

Samstag, 24. Juli 2010

Der Funke im Grotesken

An Bizarrerie kaum zu überbieten sind Schopenhauers Erklärungen zur Päderastie (=Homosexualität). Er sieht sie, vereinfacht, als List der Natur, denjenigen (und da also vor allem den Älteren), der noch den Trieb zur Artfortsetzung verspürt, aber nur in der Lage ist, schwache, untaugliche Spezies seiner Art zu schaffen, zur Befriedigung seines Antriebes zu bringen, ohne der Spezies Schaden zuzufügen.

Hier wird Schopenhauer zur wahrhaftigen Karikatur, wo er die Vorliebe der Antiken für die Päderastie zu begründen sucht. Dem männlichen Alter sei sie ja fremd und unbegreiflich, sie sei ja eine Neigung, die vorwiegend dem Jungen wie dem Alten eigne, und ihre Gefahr liege darin, sie zum Laster werden zu lassen. Als Beleg zieht Schopenhauer vorgebliche empirische Belege herbei, wonach junge wie alte Menschen vorwiegend geistig wie körperlich schwächliche Nachkommen zeugten. Immerhin meint auch Plutarch, daß die Knabenliebe "echt und düster" sei, und die wirkliche Liebe vertreibe.

Nun kann es ja für Schopenhauer in der "Natur" nichts "Sinnloses" geben! Also muß er eine naturimmanente Erklärung suchen - wenn es keine Freiheit gibt, ist alles "natürlich", wenn auch nicht alles "gut". Das Nicht-Gute auszumerzen wird dann eben auch naturgewollt. (Den Übeltäter zu erschlagen Selbstreinigung der Natur. Etc. etc.) Eigentliche "individuelle Moral" (die dem Kantianer Schopenhauer nur über Willensentscheid möglich ist) gibt es für ihn nur "contra naturam" - als Akt gegen das Leben, als wörtliche Lebensverneinung. Eine Ansicht, die ja auch heute weitest verbreitet ist, und dem Protestantismus (dem ja auch die Natur, die Schöpfung gefallen, also verderbt ist) sowie dessen Vor- wie Nachläufern (Schwärmertum, Mystizismus etc.) entstammt.

Der Funke Wahrheit freilich liegt in der von Schopenhauer indirekt angesprochenen Selbstschwäche des sich zur Homosexualität Entschließenden (die, wie hier schon mehrfach ausgeführt, keine Identität für sich darstellt, sondern eben den Mangel an einer solchen, weshalb sich auch Homosexuelle in ihrer "Zweisamkeit" Identitätsvorbilder in den normalen Geschlechtsbeziehungen suchen), man muß also zum Beispiel an obiger Aussage die Betonung auf "männlich" sehen - weil sie (als Neigung) bei jenem auftritt, dessen Persönlichkeit zu schwach (oder zu unwillig, was allenfalls aus selber Wurzel oder gar dasselbe scheint) ist, das Weib zu nehmen und zu prägen. Insofern stimmt sogar Schopenhauers Bezug auf Alte (deren Kraft nachläßt) und Jugendliche (die ihre Identitätskraft im Lebensvollzug und Ausbau ihrer Persönlichkeit erst aufbauen müssen).

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Seit der Zwischenkriegszeit wird in einer Langzeit- und Großstudie die Zeugungskraft der Männer (USA und Westeuropa) anhand der Anzahl der Spermien in der Samenflüssigkeit untersucht. Das Ergebnis ist erschreckend: die Zahl hat sich AUF EIN DRITTEL im Durchschnitt reduziert. Wobei sie bei manchen Gruppen nahezu gleich blieb, bei den meisten aber dramatisch abnahm, und weiter abnimmt.

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Es besteht für mich nicht der geringste Zweifel, daß die Homosexualität in der Kirche (auch fast alle Mißbrauchsfälle, über die berichtet wurde, sind ja Fälle von Homosexualität, wobei hier das Wort Päderastie, Knabenliebe, wirklich treffender wäre) in dem Maß zunahm und weiter zunehmen wird, als die Kirche ihre Männlichkeit völlig aufgab, und zu einer weibischen, gestalt-/formlosen Veranstaltung mißverstandener "Lieblichkeit" (Liebe gibt es nur durch Männlichkeit weil Treue zur Wahrheit) verkam. Die "Liturgiereform" der späten 1960er/frühen 1970er-Jahre war nichts anderes als eine Beseitigung der männlichen Gestalt, und eine Verweiblichung als durchgeführte Gestaltlosigkeit. Solange sie dies nicht behebt, wird sie nur - und zu Recht - verschwinden, sich auf die wenigen Männlichkeiten zurückziehen.

Die Kirche wird nur in Gestalt überleben.

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Die Natur führt in der Homosexualität das Schlechte an der Nase herum, um zu verhindern, daß es sich fortzeugt - auf diese, im Rahmen seiner Denkweise aber stringenten Argumentation, reduziert sich Schopenhauers These zur Päderastie. Eigentlich stellt er also die Homosexualität moralisch "neutral", sie wird sich durch Unfruchtbarkeit ohnehin selbst ausrotten. Um dennoch vorzubeugen, daß man ihm vorwerfen könnte, er würde sie verteidigen, führt Schopenhauer an, daß ihre Verwerflichkeit darin liege, daß sich im Homosexuellen der Weltwille an sich den Weg zur Erlösung im Einzelwillen versperrt, weil sich der Wille an sich nicht (fortzeugend) fortsetzt, im Päderasten also der Lebenswille verneint.

Fast hat man den Eindruck, daß sich Schopenhauer damit nicht ohne Stolz eingereiht sieht in die lange Riege jener Philosophen, die von alters her die Päderastie als "Neigung der Weisen" sehen. Und außerdem hat er den Spagat geschafft - zwischen persönlicher Abneigung, die aus allen seinen Bemerkungen zu dem Thema spricht, und antikischem Ruf der Großen, in die er sich zweifellos eingereiht sieht.


*240710*