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Donnerstag, 25. November 2010

Geheimnisvolles Leben mit Gott

In sich gesammelt, geschmeidig, schritt sie wärmend, ein Fest den Augen, zwischen den Häusern, machte Platz und blickte ihn an. Er beugte sich aus dem Sattel. 

"Nun, Maita?" - "Nun, Mon Dom?" - "Du duftest herrlich." - "Nach Backstube, Mon Dom. Der Mensch braucht Brot." - "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, habe ich gehört." - "Das hörte ich auch. Nie, Mon Dom, nie werdet ihr mich betteln sehen."

Wolf Niebelschütz, in "Die Kinder der Finsternis"

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Samstag, 23. Oktober 2010

Welche Frau wollte nicht bluten

"Die Schönheit der Sage, Vater Vito. Sie zog den Hirten Luziade zu sich durch den Bach in den Schoß der Erde. Maitagory, die Jungfrau Pyrene, die Feuerschlange Leheren: sind alle eins. Nächsten Tages stürmte Gott das Gebirge über sie und Luziade. Himbeerrote Felsen. Blauglitzernden Firn. Das Feuerweib träumt, mich mit Eis zu bedecken. Ihr Sterben hängt an dem meinen, im Märchen. Das Märchen verlangt, daß ich sie peitsche. Sie will bluten."

"Welches Weib wollte nicht bluten," bestätigte der Patriarch. "Auf kindliche Frömmigkeit kommt es an. Kindlich und kindisch sind zweierlei. Mein Ritt war Fügung. Auf Umwegen fand ich den Weg. An deiner Tochter wurde ich fröhlich. Fröhlich geworden, stieß ich auf die Not der Seelen. Diese Seelen glauben. Die brauchen das harte Brot von Himmel und Hölle, Sakrament und Bann, Gnade und Verdammnis. Denen ist mit Märchen, wie Joseph sie erzählt, nicht gedient."

Wolf Niebelschütz, in "Die Kinder der Finsternis"


*231010*

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Realismus

"Der Glaube, mein Sohn, ist ernst nur, so lange er bedroht ist.  Fängt das Wohlleben an, ist auch die Ketzerei da, wie wir es drüben in [Franken] erleben."

Wolfgang von Niebelschütz, in seinem Roman "Die Kinder der Finsternis"


*131010*