Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Samstag, 24. Dezember 2022
Nur unter seinesgleichen selbst sein
Freitag, 23. September 2022
Über den Gewaltsinn der Rhetorik (2)
Die höchste Kunst. Die Inkarnation der Wahrheit selbst. Die Antwort der Freiheit. - In einer rhetorisch guten Rede wird also wenn dann nur beiläufig "überzeugt", aber schon gar nciht "überredet." Sondern es wird die Gestalt der Wahrheit sichtbar gemacht. Durch den Rhetor, der in dieser Wahrheitssuche erfahrne und weit vorangeschritten ist - also: Gebildet . weil dem Sein nach geformt.) Seine Rede endet in einem Bild des Seins, das nun für alle sichtbar ist.
Was nicht heißt, daß es alle Hörenden ergreifen müssen, das bleibt ein Akt der jeweiligen urteilenden Person überlassen, die zur Freiheit berufen ist, auch wenn sie sie mißbraucht. Aber dem Willigen, dem "guten Wilens" (siehe den Chor der Engel bei de rGeburt des Sohne sgotes. "Friede den Menschen guten Willens ...")
Eben so wenig, wie Gott zwingt, zuwingt also auch die Wahrheit. Sie FORDERT, ja sie hat in sich auffordernden Charakter (wie jeder weiß, wie sehr die Logik "zwingt", man muß sich förmlich überwinden, gegen sie zu handeln, ABER man kann es, weil man frei ist) Sie ist nichtimmerleicht zu erkennen, weil jeder Mensch in einem unendlich komplexen Gemisch von Interessen, Schwächen, Verletzheiten, Vorlieben, Tugenden oder Lastern steckt, aus dem heraus es nicht immer leicht ist, so frei zu sein, das Wirken des Seins an sich (im Erkennen, das s. o. ein Nachformen - Mimesis! - ist) zuzulassen, zu bejahen ("Guter Wille") und dann auch als Kleid überzusteifen, also in Treue zu vertreten.
Donnerstag, 22. September 2022
Über den Gewaltsinn der Rhetorik (1)
Eine Sache, die mir schon lange unter den Nägeln brennt, ist die sachgerechte Darstellung dessen, was Rhetorik überhaupt ist. Denn auch diesen Begriff umschwebt ein Nebel, unter dem der wahre Gehalt dessen, was Rhetorik ist und was erst verstehen läßt, warum in der Antike die Rheotik überhaupt als umfassender Raum der Bildung verstanden wurde, fast verschwunden ist. Dadurch konnten sich Mißbraäcueh, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben, wie Wesensmerkmals selbst an diesem Begriff festsetzen, die aber den Blick soigar auf das verhindert, was wirkliche Bildung überhaupt ist.
Wo immer heute von Rhetorik gesprochen wird, tun sich die Redner schwer, ihn von Propaganda, Überredung (die sie von "Überzeugung" ununterscheidbar machen) und illegitimen Machtaspekten zu scheiden. Das hat seinen Grund in zwei Bereichen. Deren einer ist die allmähliche Degradation unserer Kultur seit dem Hochmittelalte,r die man ohne jeden Abstrich als sittlichen VErfall sehen kann. Der dann durch religiöse Begriffe genau als solcher, nur aufeine andree Ebene transponiert, verstanden werden kann.
Freitag, 10. Juni 2022
Ernst Wolff's Torheit und die Panik der Gottferne (2)
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| Kai Stuht und Ernst Wolff |
Donnerstag, 9. Juni 2022
Ernst Wolff's Torheit und die Panik der Gottferne (1)
Freitag, 21. Januar 2022
Als die Gottesmutter den 3. Weltkrieg verhinderte (2)
Montag, 6. September 2021
Si tacuisses (2)
Somit streifen wir am Problem der gesamten Dogmengeschichte. Die vor allem seit dem 19. Jahrhundert, als Gegenbewegung gegen den sich abzeichnenden Kultur-, Geistes- und Glaubensverfall, das Grundbesteck der Kirche befestigen wollte, damit es nicht verloren gehe. Damit aber hat man Aussagen in positive Formulierungen gepackt, die eine Eigenwirkung entwickelt haben. Wie die von der Unfehlbarkeit des Papstes, die zu einer "Verheiligung" (als Vergötzung) des Faktischen sämtlicher Päpste geführt hat, und zwar schon zu deren Lebzeiten, und niemand im Volk mehr weiß, was an päpstlichen Aussagen "total verbindlich" ist und was nicht.
Sogar ein Schisma ist diesem Umstand zu verdanken, denn damals haben viele die römisch-katholische Kirche verlassen (wie die Altkatholiken). Und Schisma ist eine ganz andere und wirklich schlimmere Sache, als die Häresie. Aber nun wurde kein Ausweg mehr gelassen, und viele haben auch heute mit dieser Aussage ein Problem, in dem sie sich vor die Entscheidung gestellt sehen.
Samstag, 10. April 2021
Gedankensplitter (1122)
Wenn wir aber sagen, daß alles in einem Wort gründet, so muß noch mehr gesagt werden (und wir haben die Ableitung hier bereits einmal unternommen), daß dieses Wort ein Name ist. Der Name für jene Person, die dieser Name ist, sodaß die Teilhabe an diesem Namen auch die Teilhabe an der Person selbst bedeutet. Wenn es denn in der rechten Haltung geschieht, ungeschuldet und nur im Bitten und Flehen. Nicht als Herrschaft, also keineswegs als Namensmagie. Wie die Kabbalah (glaubt man Gustav Meyrink in seinem "Golem") es technisiert zum Weltenschlüssel in der Sprechformel machen möchte.
Sagen wir nicht "Im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes", weil wir eine Handlung als von diesen kommend bezeichnen? Sodaß in dieser gesagten Teilhabe eine ganz reale stattfindet, und nur im Sagen dieses "im Namen"?
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Aber nun wird der Weg kurz, von dem aus diese Teilhabe an dem einen, alles begründenden und tragenden, im Sein erhaltenden Namen auch in einem anderen Punkte zur Weltensäule wird. Denn in der Öffnung, die dem Herzen eigen wird, wenn es in dieser rechten Haltung actu wird, öffnet sich das Tor der Welt hin zum Göttlichen. Das aus dem Universalen, das dem Namen Jesu so eigen ist, daß beides in eins fällt, und nur ihm.
Und zwar vorstellbar wie Abspaltungen, wo aus einem riesigen Pool von Möglichkeiten an Menschen alle Menschen hervorgehen. Wo somit aus dem Namen, in dem alle Namen enthalten sein müssen, alle Namen hervorgehen, in denen sich eine Seele zum Menschsein konzentriert.
Ob nun im Johannes oder Agnes oder Herbert, ob in Birger oder Michael oder Dragobert, sind die Namen die Pflanzschalen, in denen sich ein Allgemeines zu einem Spezifischen, ein Universales zu einem begrenzt Individuellen, auf einen bestimmten Ort konzentrierten Individuum - denn es ist der Ort, der individualisiert! es ist der Ort, der somit das ist, wodurch etwas und jemand "wird" - konstituiert. Konstituiert durch die Selbsttranszendierung. Und die ist ein Selbstüberschreiten auf ein Bild hin, auf eine Person hin, die der "Ur-Birger,", der "Ur-Sebastian", der "Ur-Johannes" war.
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Jeder später Kommende, dessen Teil als Ablaufmenetekel der Welt, in dem das Grundgesetz der Thermodynamik in einer eigenen Charakteristik erkennbar wird: Als Weg vom Allgemeinen zum je Spezielleren, das zugleich aber auch das Ärmere ist. Bis sich das Geflecht der Menschen so stark ausdifferenziert hat, bis auf dem schmalen Ort, an dem er zu stehen kommt, eines Tages gar kein Platz mehr ist, auf dem noch ein Mensch zu stehen kommt. Spätestens dann ist er da, der Tag des Endes, der Tag der Abrechnung, der Tag an dem die Welt aufhört.
Aber jeder dieser Kurt und Fritz und Gerlinde und Rattaboimine, jeder ist nur ein später Folgender dieses einen Ur-Fritz und -Gustav. Und er ist überhaupt nur er selbst, wenn er sich als Repräsentant dieser einen Art Mensch zu sein begreift. Dessen Individualität nicht darin besteht, daß er eine andere Kappe oder ein anderes Wamst oder ein anderes Güpfelchen am Schnubbel trägt, sondern daß er eine andere Art der Repräsentanz hat.
Die sich freiich im Rahmen der Grundgesetztheiten des Gustav-Seins bewegen muß, die aber dadurch "eigen", "individuell" ist, und NUR dadurch, das sie an diesem Ur-Gustave teilhat. In der rechten Haltung. Sonst fällt er ins Nichts. Nicht ganz, aber graduell, und mehr oder weniger, und irgendwann zu viel. Dann ist er tot. Und dann ist er vergessen.
So existiert nur, was im kleinen Plätzchen, dem Ort als Wesenskomposit, als Einzelnes einem großen oder riesigen Allgemeinen zugehört, in dem der kleine Name am äußersten Vorposten der Fronten und Begegnungen am großen ganzen Namen teilhat. Und diesem Namen alle Ehre verschaffen will, wie aus dieser Ehre selber lebt und den ihm gehörigen Grad der Autorität hat, weil ein Name auch eine bestimmte Position impliziert.
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So wie wir "Cappi" zum Orangensaft, "Keli" zur Limonade, Cola zum (egal welchem) Schwarzgebräu sagen, "Flotte Lotte" zum Passiergestell, und "Rüstiger Hansganz" zum Sauschlägel, die alle einmal und zum ersten Male unter diesem Ur-Namen an unsere Ohren gedrungen sind. Sodaß fortan im Namen eine Gattung des Existierens die Weltbühne betreten hat. Und alles Dingelchen, das fortan die Nutzanwendung fortführt, die nun im Weltengefüge ihren Platz, Anspruch und Pflicht weil Erwartungshaltung in so unzähligen anderen erweckt hat - denn eine Nachtbar ohne Cola ist nicht mehr möglich, die Nachtbar ist darauf ausgerichtet.
Ein Caesar ist ein Kaiser, eine Art, ein Ding, das einer Person entstammt. Ein Name wurde zum Ding, zum Titel! Mit dem sich mancher gerne schmückt, und noch mancherer alles daran setzt, daß ihm dieser Titel zugesprochen würde. Von jemandem, der diesen Namen in der Hand hält, um ihn vergeben zu dürfen. Dessen eigene Position in der Welt sich sogar (mit) daraus ableitet, daß er diesen Kaiser/Caesar zu vergeben, jemandem auf den Kopf zu drücken hat. Auf daß dieser unter dem höchlichsten Hut verschwinde, der Kaiser/Caesar ihn absorbiert.
Was sich im großen Weltenspiel so nachvollziehbar abrollt, hat dort nur seine große Musterrolle für jeden Einzelnen. Nur die Ebene ist anders. Die Art ist dieselbe. Und der Schweizer (der Melkknecht) ist nicht weniger KaiserSchweizer, wie der DreiPhasenhobler der KaiserDreiPhasenhobler, und wie der KonnotationenAmbrosius ein KaiserKonnotationenAmbrosius ist.
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Haben wir es denn heute aber anders? Sollten wir uns nicht (wenigstens hier) jeden Jammerton ausnahmsweisig versagen? Nennen wir unsere Kinder nicht nach Vorbildern, an denen wir Eigenschaften bewundern, die wir selber gerne hätten? Oder wir, indem wir sie in unserem Nachwuchs (endlich) finden? Hat sich also in der Teilhabe an den Eigenschaften eines Ur-... durch und mit der Namensgebung je etwas geändert?
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DAS ist der Grund, warum wir als alte Katholen, die wir nun mal sind, nicht den Geburtstag feiern, wie es die Heiden tun und getan haben, und damit die Welt und die leiblicher Abstammung hochpriesen als wäre sie der Umstand, daß es von diesem oder jenen in die Welt gebumst wurde auch ist, was ein Ding zu einem Ding macht, nein: Ein Ding wird zu einem Ding, weil es seinem Begriffe zustrebt, und ein Heinrich ist ein Heinrich, weil er seinem Väteli und Müateli ein herzlich Pfiatgott jodelt, wenn er aufbricht, um dem ersten Heinrich der Weltgeschichte zu- und nachzustreben.
Sodaß dieser Heinrich der Stammvater einer ganzen Pyramide, ja eines Pyramidengebäumsels wurde, das er stolz dereinst vor den himmlischen Vater trägt, der sie dann an den großen großen Knopf, diesen einen Namen anhängt, an dem alle Pyramiden hängen, große, kleine, alle, sodaß am Beginn wie Schlußstein der Kathedrale der Schöpfung auch hoffentlich ein kleines Ambrosius "sein-wollen" hängt. Siehst Du's nicht, werter Leser?
Sonntag, 16. August 2020
Denn der Vater sieht nur das Glied des Hauses (2)
Entspricht es nicht jedermanns Erfahrung, daß keine Tat Sinn hat, wenn sie nicht innerhalb der Realität der Welt steht? Diese Realität ist aber viel umfassender, als wir oft meinen. Zumal sie innerhalb der Realität Gottes als allumfassender Realität steht.Das ist der Maßstab für Wahrheit, die niemals in Widerspruch zur Welt stehen kann. Wo das der Fall zu sein scheint kann es also nur an uns liegen, an unserem Irrtum, der im Grunde aber immer in einer Sünde seinen Grund hat. Weil die Wahrheit personal ist, hängt die Teilhabe an ihr von einer persönlichen Beziehung ab.
Jesus sagt: Ich BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben! Es geht also um ein persönliches Verhältnis, um eine Beziehung zur Wahrheit, und das heißt zu Jesus.
So wie wir zu jedem Mitmenschen eine Beziehung haben, und erst durch bestimmte Akte der Liebe, Wahrheit und Sündenlosigkeit objektiv real wird. (Das Beste daran: JEDE Art der Stellung zu jemandem oder etwas IST die Realisierung einer Beziehung. Nicht einmal die Ignoranz kann das verändern, und ist ein Akt, der das Begegnende, Ignorierte von beiden Seiten betrifft. So wie der Fisch im Wasser, ist der Mensch in das Wasser der Beziehung getaucht, die Welt, die Schöpfung.)
Deshalb muß sich auch jeder Mensch entscheiden, wie er sich zu Gott und Christus Jesus stellt. Und nur innerhalb dieser Beziehung zu ihm kann er wirklichen Zugang zu ihm finden. So ist die Stellung des Menschen zu Gott immer "entschieden", also einer Entscheidung zuzuschreiben: Ob in ihm sein zu wollen, oder nicht. Der, noch einmal, die innere Grammatik der Schöpfung vorgibt, deren dynamischer pneumos (Atem) und logos ist (Sinn, Wort, Wahrheitsstruktur, Grammatik, "auf-zu"-Dynamik ...). Weil jedes Werk von seinem Hervorbringer zeugt, dessen Eigenschaften und Wesen erkennbar macht.
Wer sich deshalb gegen ihn entscheidet, nein, wer sich NICHT FÜR IHN entscheidet, wer sich entscheidet nicht in Gottes zweiter Person Christus Jesus sein zu wollen, diesem logos der Welt, steht außerhalb des göttlichen logos und außerhalb der Welt und Schöpfung. Er wird deshalb VON GOTT GAR NICHT GESEHEN, er existiert nicht vor Gott.
Das Feuer, von dem Jesus ausdrücklich und nicht selten spricht, ist deshalb kein Feuer, das Gott "macht" oder dem Gottfernen zufügt, sondern es ist die Qual desjenigen, der außerhalb der Schöpfung steht. Die nur IN Gott Bestand hat und seiend sein kann. Die Hölle ist somit das Sein im Nichtsein. An Gottes Gnade und innerer Qualität sozusagen kann nur teilhaben, wer zu seinem Hause gehört.
**Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, daß die Taufe sogar von Ungetauften vollzogen werden kann. Ihre einzige Bedingung ist einerseits der Wille (ob selbst oder durch Paten ausgedrückt ist unwesentlich), zur Kirche als dem Volk Gottes zu gehören, und anderseits der objektive Vollzug durch Wasser und die Formel "Ich taufe Dich auf die Dreifaltigkeit IM NAMEN von Vater, Sohn und Heiligem Geist.
Der Mensch kann und darf bei der Taufe also ANSTELLE VON GOTT SELBST (in seinem Namen!) handeln und reden. Ein Akt, den aber hier eben der Mensch setzt, den freilich Gott erst vollendet, durch seine Gnade. Das kann der Mensch, weil er "nach seinem Ebenbild", nach dem Ebenbild Gottes gemacht ist. Der Taufende handelt also bis an die Grenze des überhaupt dem Menschen Möglichen.
Die Tatsache (der Ebenbildlichkeit) ist, es sei hier einmal mehr gesagt, von so immenser Bedeutung, daß sie nicht oft genug betont werden kann. Denn sie ist ein Schlüssel zum gesamten Glaubens- und Heilsgebäude.
²Die deutsche Sprache kennt (etwa im Gegensatz zum Englischen, innerhalb dessen solche Themen zu disputieren fast unmöglich sind) sehr feine begriffliche Unterschiede. Deshalb wollen wir hier ganz kursorisch definieren: Realität ist die weltzugewandte, geschichtlich werdende Seite der wirklichen Wirklichkeit, in der sie steht. (Insofern kann Realität von der Wirklichkeit abweichen, weil diese nur graduell erfüllen.) Um selbst wiederum in der Wirklichkeit zu stehen. Also, vereinfacht gesagt: Jesu Menschwerdung ist Realität, als Wollen (wirkliche Wirklichkeit, also die weltzugewandte Dynamik des Wirklichen) des Vaters (des Ideengebers, des Wissens selbst, damit des Innersten der Wirklichkeit), und alles das steht in der Wirklichkeit, aber auch der wirklichen Wirklichkeit (in der Schöpfung Realität geworden) der Dreifaltigkeit.
Samstag, 15. August 2020
Denn der Vater sieht nur das Glied des Hauses (1)
Die Taufe als realer Vollzug der Zugehörigkeit.
Die Wahrheit ist in ihrem Kern deshalb heute vielen so schwer verdaulich, weil sie einem der neuen Verhaltensparadigmen widerspricht, nämlich dem der Sentimentalität als Kriterium von gut und böse.Gott sieht nur den Menschen, der in Christus lebt und ist. Indem er mit ihm Gemeinschaft hat, in das Leben der Dreifaltigkeit hineingenommen (genommen, nicht "getreten"; Gnade, nicht Eigenmacht) ist, und deshalb in Gott ist. Alle übrige Menschheit sieht Gott gar nicht. Sie wird deshalb am Jüngsten Tag ausgerissen und ins Feuer geworfen.
Und es gibt nur eine Stelle in der Heiligen Schrift, die man als letzte Hoffnung ansehen könnte, das ist jener Verweis aus Jesu Mund, daß "für Gott nichts unmöglich" ist.
Der Weg zur Erlösung ist objektiv. Er ist ein objektives und sehr reales Geschehen als Merkmal und Bezeichnung an BESTIMMTEN Menschen, die von Gott dazu auserwählt wurden. Durch die Kirche, die die Taufe vollzieht** und dadurch den bestimmten Menschen Gottes Volk zugesellt.
Wir haben keinen Anlaß zu meinen oder zu glauben, daß es auch anders sein könnte. Daß es einen Weg zu Gott und in die Seligkeit des Himmels gäbe, der außerhalb des Leibes Christi - der Kirche! - real würde. Es gibt auch keinen Weg "durch gute Taten". Und es gibt keinen Weg, weil jemand "das gleiche tut wie ein Getaufter", nur eben nicht getauft ist. Auch diese Stellen in der Heiligen Schrift sollte man da nicht übersehen, in denen Jesus darauf hinweist, daß am Jüngsten Tag zwei scheinbar das gleiche tun, am gleichen Ort sind, aber nur einer in die Erlösung hineingenommen weil gerufen ist.
"Wir haben gelebt wie Du!" Gehandelt, geliebt, gearbeitet, gefeiert und gelebt. Und sind nun doch nicht erlöst?Auf die Tat selbst, auf die Tat an sich kommt es eben nicht an. Der Katholizismus ist also einerseits sehr einfach, so einfach, daß er zu gewisser Nachlässigkeit verführen könnte. Denn er ist anderseits so real, so objektiv wirklich, wie wir es heute gar nicht mehr gewöhnt sind. In einer Zeit, in der wir nur noch am Bildschirm leben, und die jederzeitige Änderung eines Geschehens erfahren, das volatil ist.
Morgen Teil 2) Gottes Weg mit der Schöpfung ist real.
Montag, 27. Mai 2019
Wir gehören immer Kreisen an
Gemeinsamkeit, Zubehörigkeit und damit Identität als konkretes "In-der-Welt-als-Welt-sein" entsteht und besteht nur in Sachlichkeit. Volle Gemeinschaft damit nur in der Wahrheit. Damit wird auch von dieser Seite klar, daß es Gutheit und Erlösung nur aus der Wahrheit heraus gibt. So können wir uns in der Taufe mit Jesus in einer Gemeinschaft - einem "Kreis" - wissen, den er stellvertretend vor Gott den Vater bringt. Und damit auch uns, sofern wir mit ihm (als der Wahrheit, also in persönlicher Zugeordnetheit) verbunden sind. Er läßt uns dadurch am innertrinitarischen Leben (in Analogie beziehungsweise im Geist, der aller Welt zugrunde liegenden Kraft) teilhaben.
Montag, 7. Mai 2018
Niemals vergessen
Sonntag, 29. April 2018
Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christenheit (3)
***
Samstag, 28. April 2018
Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christenheit (2)
Freitag, 27. April 2018
Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christenheit (1)
Mittwoch, 1. November 2017
Nie von seinem Volk trennbar
Freitag, 9. September 2016
Was dahinter steckt ist noch erschreckender
Freitag, 18. März 2016
Der Richter urteilt immer über sich selbst (2)
Angemerkte Aspekte, darunter: Warum die Todesstrafe gerecht sein kann
Er muß es tun namens des Gesetzes, namens der Ordnung, die er als Richter zu vertreten hat. Und stellvertretend für den Täter spricht der Richter das Urteil "über sich", "ausgelagert" freilich im Täter, anhand der Kenntnis der Ordnung als Gewissens- und Urteilsinstanz. Er hält dem Täter mit diesem Urteil erst (!) seinen Platz in der normalen (guten) Ordnung frei! Und legt im Urteil den Preis (gewissermaßen) für die Rückeingliederung in diese Ordnung fest.
***In den USA läßt man Richter auf unterer Ebene sogar vom Volk wählen. Weil man davon ausgeht, daß Ansehen mit sittlicher Reife zu tun hat und vom Volk am besten erkannt wird, damit der normalen Gerechtigkeitsvorstellung am meisten entspricht, und zugleich damit jemand Richter wird, der zwischen Gesetz und Rechtsgefühl vermitteln kann. Es ist eine radikale Methode des Grundsatzes, daß "das Recht vom Volk ausgehe" und dieses deshalb auch der Souverän der Rechtsetzung ist. Deshalb gibt es im angloamerikanischen Raum eben die "Fallgesetzgebung", in der der Richter aus bisherigen Fällen das Typische herauszufinden und mit dem neuen Fall zu vergleichen hat. Das Bewußtsein, daß ein Richter mit einem Urteil auch Recht (und Gesetz) setzt und schafft, dürfte dort also auch lebendiger sein als bei uns, wo viele Menschen eine Fremdheit zwischen formalem Gesetz und Recht festzustellen meinen.
****Was etwa bei willentlicher oder gar habitueller Uneinsicht eine lebenslange Strafe - und unter bestimmten Bedingungen sogar eine Todesstrafe! - rechtfertigen kann, wie es eben auch alte katholische Sichtweise ist. Ja die Kirche kennt sogar selber die "Todsünde", deren Folge, und die Strafe dafür. Und sie tut es, weil sie um die prinzipielle Freiheitsfähigkeit des Menschen weiß. Ein Todesurteil kann dabei durchaus angemessenes Maß der Sühne und ultimo ratio der Umkehr sein. Denn dieses Maß ergibt sich eben aus der Tat, in der sogar die Hürde der Ordnung definiert wird.
Donnerstag, 17. März 2016
Der Richter urteilt immer über sich selbst (1)
Falsch und ungerecht wäre ein Urteil, das sich darauf bezöge, daß Salzsäure keine Waffe, Herantreten von hinten keine böse Tat, das Aufdrücken des Mundes kein Verbrechen sei.
Angemerkte Aspekte, darunter: Warum die Todesstrafe gerecht sein kann
Montag, 19. Oktober 2015
Die Ehen des Diego Maradona (3)
Das begrenzt auch etwa eine caritative Aufgabe, ein "soziales Engagement" der Priesterschaft beträchtlich! Denn der Priester ist keineswegs gegenständlich ein "Vorbild" für die Menschen (diese Funktion hat er lediglich "auch", soweit er alltäglicher Mensch bleibt), sondern er ist es gewissermaßen nur strukturell, zumindest in seiner ihn vor allem anderen definierenden Funktion Und alles definiert sicih in seinem Sinn aus seiner höchsten Möglichkeit. Hier - als liturgisches Fenster zum Heil, als Spender der Sakramente, als Spender der Wahrheit, auch im Wort. (Weshalb in der Alten Liturgie der Priester zur Predigt sein liturgisches Gewand ablegte, nur noch im Mozetta predigte. Denn hier war er nicht mehr im Sakramentalen, sondern im durchaus auch Brüchigen des Menschen.)
Kraft des Sakraments treffen in ihm eben beide Dimensionen aufeinander. Das tun sie im "normalen Gläubigen" in anderer Gestalt und Form, nämlich in die Weltidentität - die Schöpfung - hinein, als ihr Teil.
Wenn diese funktionale Dimension aber nicht für sich gesehen, getrennt wird, fehlt dem Priester sein identitäres Gegenüber. Weil das aber einen grundsätzlichen (theoretischen) Auffassungsfehler zeigt, und zwar meist, weil das Menschliche falsch gereiht und betont wurde, wirkt es sich auf die gesamte Präsenz der Kirche aus. Der Priester sieht sich plötzlich in einer Aufgabe "wie alle anderen", und er beginnt, in den Alltag hineinzuwirken, den Alltag als genuin SEINE Aufgabe zu sehen. Das ist der aber nicht. So ist grosso modo die "Befreiungstheologie" oder das "politisch-funktionale Priestertum" grundgelegt. (Beides ist von der Kirche gekannt, aber als Fehlentwicklung wieder ausgeschieden, abgelehnt worden.) Als eigentliche KompetenzUNTERschreitungen, nicht ÜBERschreitungen.
Der Priester kann und muß sogar vor Fehlentwicklungen des Alltäglichen warnen, sie in christlicher Liebe aufzeigen etc., aber sie sind in der Realisation nicht "sein Bier". Sie sind gewissermaßen "neutrale Aussagen" im Angesicht der Wahrheit, sie sind Aussagen über die Nähe oder Ferne des Betroffenen zu Gott. So wie Aussagen desjenigen zu Gott und der Kirche, weshalb Exkommunikation bzw. Kirchenstrafen, die ja nur "etwas feststellen", richtige und legitime Wegweiser sind.
Wenn diese Grenze nicht gesehen und eingehalten wird, mißversteht der Priester den Bezugspunkt, auf den hin er sich zu überschreiten hat, wo also sein "Moment des Existentiellen" liegt. Und hält sich in seinem alltäglichen Menschsein für den Modus seines Daseins. Damit hat er den Zielort seiner Selbstüberschreitung verfehlt, und verfehlt damit auch seine Aufgabe an den Menschen, ja löst die Gestalthaftigkeit der Kirche, der Einzelnen überhaupt als irrelevant auf - seine Liebe wird unkonkret, weil für sich vergegenständlicht (was aber prinzipiell unmöglich ist; die Liebe gerät so nämlich zur Farce, zur wesenlosen Simulation.) Nur eine Liebe kann und muß ihn mit dem Volk verbinden: Die Liebe, daß das Volk am Heil, das er ihm bietet, teilhaftig wird.
Er muß aber, wie gesagt, von dem des alltäglichen Menschen prinzipiell unterschieden sein. (Wenn auch in einzelnen Dingen auch wieder gleich: auch der Priester muß sich beim Brötchenkauf zum Verkäufer höflich benehmen oder der alten Frau über die Straße helfen; aber er kann sich nicht darin erschöpfen, es ist nicht seine erste Aufgabe der Selbstüberschreitung.)
Aus diesem Grund ist auch eine rein körperliche Distanz etwa von Papst zu Volk mehr als sinnvoll, ja angebracht und notwendig. Denn der menschliche Eindruck macht sehr rasch vergessen, ja unsichtbar weil unerfahrbar, was die eigentliche Aufgabe weil Stellung des Papstes ist - die wiederum die Voraussetzung ist, daß sie wirken kann, daß sie angenommen wird.
Er muß über allen anderen sein menschliches Menschsein vergessen können, und ganz hinter dem Amt verschwinden. Das die Größe und Schönheit Christi und des Himmels darzustellen hat. Insofern besteht sogar eine Pflicht zu liturgischer Pracht, soweit sie zu entfalten möglich ist. Sie ist ein Dienst an den Menschen! Ob er persönlich liebenswürdig oder nett ist, ist völlig uninteressant, ja lenkt von Christus selbst, den er stellvertretend darstellt (ihm also seinen Platz freihält, ohne ihn zu ersetzen, sondern "für ihn" handelt), ab.

