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Samstag, 17. August 2019

Filmempfehlung (1)

Diesmal soll das Augenmerk auf einen bemerkenswerten südkoreanischen Monumentalfilm aus dem Jahre 2017 gelenkt werden. Mit "Namhanseong" oder "The Fortress" (auch die deutsche Synchronisation läuft unter diesem Titel) ist nämlich eine bewegende, feinfühlige Aufarbeitung eines Grundthemas des Menschen gelungen, der immer wieder zwischen kurzfristigem, zählbarem, irdischem und irdisch gedachtem Nutzen und dem Ewigen wählen muß, das zwar nicht immer das bedeutet, was "Erfolg" oder "physisches Leben", aber dafür wirkliches Leben. Wie sehr das kein fiktiver, idealisierter Wert ohne Substanz ist, erlebt man leider erst dann, wenn es zu spät ist. 

Damit wird deutlich, daß der Mensch aus ganz anderen, geistigen Gefilden lebt als die bloß physische Welt es zu tun scheint. Brechen diese Ewigkeitswerte ein, in denen aber die Welt selbst verankert ist, bricht auch das physische Leben zu einem Leben der Unfreiheit, Würdelosigkeit und des bloß viehischen, ja sklavischen Vegetierens. Nur in der Treue zum Ewigen bleibt ein Mensch wie ein Volk schöpferisch und hat eine Zukunft. Und dieses Ewige ist in den höchsten Organen eines Staates fundiert. Sie müssen es einem Volk sichern. Tun sie das nicht, ordnen und regieren sie die Staatsangelegenheiten nur nach irdischem Nutzen, bricht auch der innere Geist eines Volkes, und es wird niedrig, bestenfalls noch technizistisch.

Worum geht es konkret? Um ein historisches Ereignis, das sich im Jahre 1637 fünfundzwanzig Kilometer nördlich von Seoul in Südkorea abgespielt hat. Ein koreanischer König der Joseon-Dynastie, dessen Reich in der chinesischen Ming-Dynastie als überspannenden Kaiser- und Reichsbogen eingegliedert war, hat sich angesichts des Vormarsches mächtiger, einbrechender Heere der Mandschu (Mandschurei), die ganz China bedrohen, mit seinem Hofstaat und 13.600 Soldaten in die Festung Namhanseon zurückgezogen. Die ist gut ausgebaut, aber diesmal dauert die geschlossene Belagerung besonders lang, auch durch den extrem harten Winter 1936/37.  Die Lage wird immer bedrohlicher. Die Lebensmittel gehen aus, die Kälte macht den Soldaten das Leben zur (kalten) Hölle. 

Nur eine Hoffnung besteht noch: Daß chinesische Ming-Heere aus dem Süden anrücken und den Belagerungsring brechen, wie vereinbart, wie versprochen. Aber die Verstärkung kommt nicht, letztlich durch menschliche Niedrigkeit und Verrat, und die Mandschu-Heere lassen sich Zeit, um einen vernichtenden, technisch überlegenen Eroberungsschlag vorzubereiten. In dieser Bedrohungslage machen sie immer wieder Angebote an die Eingeschlossenen, denen gemäß eine Unterwerfung unter den mandschurischen Khan (Kaiser) eine sofortige Beendigung der Belagerung nach sich zöge, deren Ausgang andererseits immer gewisser zu werden scheint, zumindest wächst die Angst: Vernichtung aller in der Festung Eingeschlossenen und völlige Unterwerfung des übrigen Volkes.

In den Ratssitzungen brechen immer wieder Diskussionen aus, was zu tun sei. Es bilden sich bald zwei Lager, deren eines, rund um einen Minister, der thematisch gewiß die Hauptfiguren des Films darstellt, lieber sterben möchte als die Ehre aufzugeben, also dem chinesischen Kaiser wie der eigenen Freiheit und den eigenen Göttern untreu zu werden, um sich der Fremdherrschaft - mit anderen Göttern! - zu unterwerfen. Der Rettungsplan des Ministers, der einen tapferen Schmied mit einer Botschaft an die (hoffentlich) nicht mehr weit entfernten Entsatzheere losgeschickt hat, schlägt fehl, aber noch ehe das gewiß wird entscheidet sich der König, dem Vorschlag eines Beraters zuzustimmen, und dem Mandschu-Kaiser seine Unterwerfung anzubieten. 

Die dieser unter auferlegten erniedrigenden Bedingungen auch akzeptiert, und den Sturm auf die Festung abbrechen läßt, sodaß tatsächlich viele überleben. Aber wie ...! Die Unterwerfungszeremonie macht schließlich allen klar, daß dieses nunmehr gewonnene Leben gar kein Leben mehr ist. Daß sie das Feuer, das Leben erst zu Leben macht, mit dieser Untreue, mit diesem niedrigen Pragmatismus ausgelöscht haben. Das Volk wird vielleicht weiterleben, aber es wird nie mehr es selbst sein. Eine Zukunft im "Frieden" kann es nur geben, wenn die Vergangenheit ausgelöscht wird und nicht mehr wirkmächtig existiert. 

Als der König sein Haupt vor dem neuen Herrscher zu Boden beugt, neunmal, wie verlangt, wird schlagartig allen bewußt, was sie nun verloren haben. Der Minister, der der Zeremonie sowieso fernbleibt, begeht gleichzeitig Sepuko, den zeremoniellen Selbstmord durch das Schwert. Der Hof kehrt anschließend in den Palast zurück, aber der ist leer, ohne Leben, ein nacktes Gebäude. Die Höflinge haben ihr physisches Leben gewonnen, aber um den Preis des Lebens selbst, ja um den Preis des ganzen Staates.

Hinkünftig dürften sie zwar noch Regierung spielen, aber "sein"? Und das Volk kann spielen, als ob es noch einen König hätte. Aber es hat gar keinen mehr. Nicht zufällig schließt sich das Tor, als alle in den leeren Königspalast eingetreten sind. Das organische, von- und mit- und ineinander lebende Ganze ist zerstört, fortan existieren nur noch Stücke. Regierung. Volk. Was zu geschehen hat, sagen sowieso die Mandschu.

Mit dem König, der an sich denkt anstatt an sein Amt, der an die "überzeugenden Argumente" glaubt, das Leben des Volkes sei ohne seine Ehre rettenswert, bricht alles. Die moderne Welt kennt keine Zuverlässigkeit, sie kennt nur Pragmatismen, Situationsethik. Wie in einem Nachspann erzählt wird, halten die Manschu nicht einmal Wort. 500.000 Koreaner werden damals bald darauf in die Sklaverei geführt. Das Königsopfer ist nämlich in jeder Hinsicht wertlos.

Morgen Teil 2) Eine Metapher auf unsere Zeit 





Dank den Vätern Österreichs! (2)


Teil 2) Sedet ad dexteram patris



Die Bestellung einer Frau zur Frau Bundeskanzler (denn so war es ja wohl gemeint?! oder wird hier stillschweigend eine neue Republik, an der Verfassung vorbei, auf der Grundlage der üblichen links-grünen Begriffsvergewaltigung durchgeführt?*) gibt der Sache dennoch einen fast versöhnlich stimmenden Charme, den man fast mit der Hegelschen "List der Vernunft" begründen könnte: Da wollte jemand etwas Revolutionäres schaffen und hat das älteste, in allen deutschen Völkern (siehe Grimms "Germanisches Recht" etc.) verwurzelte Recht angerufen, das es gibt. Würde Van der Bellen nach persönlicher Leistung beurteilt, müßte er sein Amt gar damit bestreiten, würde Österreich kurz vor der Hölle stehen und an den Sünden eines Menschen als Haupt durch Sühne und Stellvertretungsverbundenheit leiden, der sich die Hölle redlich verdient hat.

Die Handschrift verblödeter Grüner trägt die Regierung nämlich freilich dennoch. In der Betonung von "Fachkompetenz".* Als gäbe es eine Sachkompetenz in einer Regierung, die NICHT politisch (also: logos-, sinnorientiert, also in ein sittlich-persönliches, wertbezogenes Bild eingebettet) wäre. Das sind bestenfalls die Vorstellungen eines zeitgeistversoffenen, postmodernen Konstruktivisten. Aber lassen wir das, seien wir froh, daß nicht Schlimmeres passiert ist.

Wobei man nervös werden kann. Eine der ersten Stellungahmen der neuen Bundeskanzler-Sitzhalterin lautete, daß sie das Ziel der Österreicher in einem "toleranten" Staat sehe. Angeblich eine uns sogar "Toleranz". Man meint schon, eine Folge der Serie verpaßt zu haben: Was? Ein tolerantes Österreich sei des VdZ Ziel?

Nein, werte Dame, das ist Pruntzgequatsche von pseudointellektuellen Liberalismus-Schmarotzern wie Alexander Kissler, die ihre rückgratlose Kriecherei in schwülstigen Sträußen von Zeitgeistprimeln verstecken und nachmittags um drei herumlaufen und allen grinsend erklären, wie der Witz gemeint war, den jemand um acht Uhr zum Frühstück gemacht hat. Wobei eh schon wissen: "Toleranz'" klingt natürlich immer klug. Ist aber das Geschwafel von Rumpflaufsimpeln. Nein, werte Dame, sinnloses Gequatsche - "Toleranz" - kann KEIN Volk einen, tun Sie nun nicht auf "Politikerin" machen. Auch nicht diese Zusammenwürfelung von Siedlern, die ihre Stämme und Wurzeln verlassen haben, um sich einem Territorialrecht (statt Personalrecht) zu unterstellen.

Aber genau das, genau das spricht für die Verfassung Österreichs: Die Struktur ist so stark, daß es auf die Personen gar nicht ankommt. Und DAS ist das Wesen der Monarchie, der einzigen (sic!) Grundverfaßtheit eines Volkes. Wehe einem Volk, das auf die Qualität oder "Kompetenz" von Menschen aufgebaut ist. Das gibt es nur bei Gott selbst, der das Sein - also die Struktur - selbst IST. Die Berufung auf persönliche Abstammung etwa wird immer dort heidnisch und damit unbeholfen und größenwahnsinnig, wo sie sich auf weltimmanente Belange (körperliche Abstammung, genetische Vererbung und ähnliches) beruft.**

Bleibt noch ehrlich zuzugeben, daß dieser Grüne am Präsidentenstuhl Österreichs³ doch Anzeichen zeigt, vom Amt geprägt worden zu sein. So ganz kann ihm auch der VdZ nicht gewisse Austriazität absprechen, die er angenommen zu haben scheint. Und sein seniles Gehabe hat auch mancher andere mit dem alten Kaiser Franz Josef I. verglichen.  Nicht zuletzt sei der hier sogar positiv zitiert, denn was er über "den Österreicher" sagt, zeigt zumindest, daß er sich vorstellen kann, wie das ist. Wir zitieren hier die Zeitung "Österreich":

Darüber hinaus betonte Van der Bellen, man könne in derartigen Situationen auch auf "das typisch Österreichische" aufbauen: Der erste Punkt dabei sei die Zuversicht - "auf gut Österreichisch: 'Na, das mach' ma schon, das krieg' ma schon hin', diese grundsätzliche Einstellung", so der Präsident. Es gelte, die positive Chance zu sehen. Zweitens verstehe er darunter den Mut, wie er mit Verweis auf die Bundeshymne sagte ("mutig in die neuen Zeiten"). Und das dritte Wesentliche sei es, im Gespräch zu bleiben. "Auf gut Österreichisch: 'Beim Reden kommen die Leut zsamm. Man setzt sich zusammen und diskutiert das aus. Gerade in den letzten Tagen und Stunden wurde das wieder sehr schön unter Beweis gestellt", sagte der Präsident.

Da ist schon was Wahres dran, aber auch das, warum man die Österreicher manchmal verwünschen könnte und am liebsten den Weltrekord im Dauerkotzen bräche ... Man sagt nicht zu Unrecht: In Deutschland ist die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos. In Österreich hingegen hoffnungslos, aber nicht ernst. Also beruhigen wir uns in Zeiten, wo plötzlich Bundespräsident und Bundeskanzler allen Österreichern erklären, wie sie eigentlich sind, und was sie wollen, ohne davon zu wissen.


Die Menschen, die sich hier nach dem Rückzug der Römer im 5. Jahrhundert angesiedelt haben, in erster Linie Bayern, Rheinländer (Adel!), Franken, Schwaben, zusammen mit einem Grundstock an Kelten, zurückgebliebenen Römern ("Walchen") und einigen Resten von Bergslawenstämmen, haben gelernt, sich mit vielen Einflüssen und Spannungen zu arrangieren. Das gibt dem Österreicher etwas Elastisches, das den übrigen deutschen Völkern, vor allem aber den Preußen, leider oft fehlt.

Aber noch etwas, und zwar genau deshalb: Die österreichische Verfaßtheit ist eine Struktur, die - das ist das vielleicht Interessanteste an der gegenwärtigen österreichischen Verfassung - eine Reinstallierung eines (konstitutionellen) Monarchen im Rahmen der bestehenden Rechtsordnung MÖGLICH machen würde. Und das vermittelt doch ein gerüttelt Maß an Hoffnung?

Dank den Vätern!

Für den 132. Geburtstag des letzten Kaisers von Österreich, sel. Karl I., als sel. Karoly IV. auch letzter König von Ungarn, in die Artikelplanung dieses Blog gestellt.


Morgen Teil 3) Exkursartige Anmerkungen
Nebensächlichkeiten? Hauptsachen!

*Bitte, Leute, für wie dumm müssen wir gehalten werden ... ? Die jetzige "Bundeskanzlerin" ist ÖVP-wahltaktisch gewählt. Sie hat der vorhersehbaren Spitzenkandidatin der SPÖ, einer Frau, die mit dem Slogan angetreten ist (im Grunde allein Ausweis unendlicher Vertrotteltheit), "erste Bundeskanzlerin der Republik" zu werden, schon im Vorfeld zerstört. Wenn die SPÖ-Vorsitzende Pamela (wohl in der Kindheit zu viel Dallas gesehen? mit diesen Fernsehprodukt-Generationen haben wir es allmählich zu tun!) Rendi-Wagner (ein Doppelname bei einer Frau ist allein schon ein Grund für Ausschließung aus jeder ordentlichen Gesellschaft; soll im Fischerhüttlein achtzehn Kilometer flußaufwärts wohnen, wir bringen ihr zweimal wöchentlich Kartoffelsuppe; wer wählt Menschen, die keine Identität haben, sondern Federn im Wind sind?) das nun in den Wahlkampf wirft, wird sie nur noch Lächerlichkeit ernten. Herrschaften, seid Ihr wirklich dem Plumpsmärchen aufgesessen, es gehe hier um "Persönlichkeiten", nämlich um "Sebastian Kurz"? Dann handelt danach. Er ist das, als was er aussieht: Ein Ohrwaschelkaktus.





Freitag, 16. August 2019

Kultur, was sie bestimmt, und wie die Musik klingt

Wer mit Juden (oder so manchem anderen) über ein Volk spricht, wer im speziellen über Juden spricht, erhält leicht zur Antwort, daß es etwas wie "ein Volk" oder "die Juden" gar nicht gäbe. Aber es erhebt sich dann die Frage, warum man bestimmte Musik einem bestimmten Volk zuordnen kann. Und das kann man auch bei den Juden. In diesem Moment sind sogar diese stolz auf "ihre Kultur", der sie aber das Dasein in dem Moment absprechen, in dem man gewisse Grundzüge kritisiert. 

Gerade die Musik zeigt es. Denn in ihr wird vorsprachlich, aber bereits in der Harmonik einer göttlichen, metaphysischen Grammatik gehorchend, also in einer Kulturstufe, die Eigenart eines Existierens ausgedrückt, genährt, wieder genährt und im Dasein gehalten. Somit gibt es Musik ZUERST nur als Volksmusik, als Musik eines Volkes, und sei es des Volkes Gottes. Denn das Einzelne nährt sich aus dem Ganzen, nicht umgekehrt. Musik dient somit immer der Vergegenwärtigung und Wirksammachung eines volksbegründenden Geistes. Und sei das Volk nur eine Familie groß, die in dem Moment zum Volk wird, als sie eine Musik findet. Die sie dann zum "Haus" macht, das als geistige Patronatschaft alle nährt, die dazugehören. Was ein dazugehören wollen ist.





Revolution, Auflösung der bestehenden europäischen, aus dem Christentum - und nur von dort; denn keine Kultur wird aus anderem denn aus Religion geboren, keine nährt sich aus anderen Quellen - stammenden Ordnung, der sie herausfordernd gegenübersteht. Wer diesen Vorwurf also gegen die Juden erhebt, der kann in so einem Video, in dem nicht nur die Charakteristik einer Musik zum Ausdruck gebracht werden soll, sondern diese zum Ausdruck eines Volkes erklärt wird, nur bestätigt werden.







Dank den Vätern Österreichs! (1)

Eines muß man der Verfassung Österreichs lassen: Sie ist von ihrem staatsrechtlichen Denken her so gut gebaut, daß es tatsächlich noch keinen Fall seit 1945 gab, der sie hätte sprengen können. Es war selbst möglich das Chaos vom Ende Mai zu lösen, wo es innerhalb von zwei Wochen zu drei Regierungen kam.

Wer sich die Männer ansieht, die damals in die Diskussionen um die Verfassung eingeschaltet waren, versteht auch warum. Es waren sämtlich Männer, die vor der Situation standen, daß das, was einzig ein Volk stabil halten kann - die Monarchie, die monarchische Struktur - unter den neuen Prämissen (und unter dem Diktat des Völkerbundes, der das 1919 verbot) nicht mehr möglich war. Also versuchten sie, die inneren Strukturen der Monarchie nachzubilden, und damit auf jeden Fall ein Chaos zu vermeiden, das ohne Monarchie zweifellos ausbrechen würde. Und dann (Stichwort "Diktatur") zu Gewaltstrukturen führt, die wieder dasselbe machen: Eine Monarchie nachbilden, der aber die Legitimität fehlt. 

So erklärt sich die dem König (Kaiser) ähnliche Stellung des Bundespräsidenten in Österreich, die diesem schon kraft der Struktur, auf die er sich berufen kann und sogar muß (!), die auch in solchen bewegten Tagen "für alles" eine Lösung parat hält. Wenn man heute also die letztlich wirklich ruhige Entwicklung ansieht, die Österreich Ende Mai trotz allem nahm, auf die Person Alexanders von der Bellen zurückführt, so zeigt sich nur der Verblödungs- und Unbildungsgrad der Menschen. Van der Bellen hat nichts davon "geleistet".*

Vielmehr muß man sogar sagen, daß wo immer er Persönliches einbrachte, die Sache stinkt - wie bei der Lösung, einen weiblichen Interimskanzler zu installieren. Was bestenfalls noch mit dem althergebrachten Volksrecht sanfter beurteilt werden kann, daß Frauen, Mütter, Ehefrauen, Witwen von Monarchen, den Thron in der Zeit der Abwesenheit eines Monarchen erstens ganz im Sinne des Mannes fortführen, zweitens aber nur "freizuhalten" hatten, bis der oder ein Monarch wiedergefunden oder zurückgekehrt war. Und exakt das hat Frau Brigitte Bierlein zu leisten: Den Stuhl stellvertretend bereithalten, bis der nächste Kanzler gewählt ist, und ihn in der Zwischenzeit niemand besetzen kann.² 

Das ist im alten Herzogs- und Königsrecht der deutschen Völker, also auch der Bayern (und das heutige Österreich ist zur Gänze - außer dem Burgenland - ursprünglich bayrisches Gebiet gewesen) sogar bildlich gesehen worden. Man denke an das alte Kärnten. Da steht im Zolllfeld in der Nähe des Magdalensbergs, der ältesten und ersten Hauptstadt des Herzogtums Kärnten (dessen Herzogshaus mit Arnulf sogar einen deutschen Kaiser stellte), noch heute der uralte, steinerne Herzogsstuhl: Ein (immer gewählter, zumindest der Zustimmung der Volksvertreter und Stammeshäupter unterliegende) Herzog hatte zur Inbesitznahme des Amtes den Stuhl drei Tage (wörtlich) "zu besetzen". Dann "besaß" er das Herzogtum. Und Besitz heißt nicht "absolutes Eigentum". Besitz heißt auch nach heutigem Recht nur "Verfügungs- oder Nutzungsrecht".

Wobei dieses heutige Recht immer noch das "ersessene Eigentum" kennt. Und auch in der deutschen Krönungszeremonie hatte die Stuhlergreifung ihren besonderen liturgischen Rang. Der König, der Kaiser war erst Kaiser oder König (etc.), wenn er "am Stuhl", also "inthronisiert" war. Thronus ... klingelt es? 

Wie heute also noch. Die Assoziationen fliegen dabei, die die Ahnung voller machen: Nicht nur bei Königen, auch bei einem Bischof, ja bei einem Papst spielt das reale Sitzen seine ungebrochene Rolle. Man denke noch weiter, denke an "ex cathedra", also "vom Stuhle aus". Sogar der Papst hatte sich sein Amt "zu ersitzen", diesen "Stuhl Petri" - und man kennt vom päpstlichen Zeremoniell die "sedes gestatoria", der Stuhl, auf dem der Papst getragen wurde oder einige Zeit zu sitzen hatte. Und jeder Katholik kennt sein Glaubensbekenntnis: "Sedet ad dexteram Patri" - "Sitzet zur Rechten des Vaters, von dort wird er kommen ..." usw. usf. Sitzen ist mehr als seine fleischbehangenen Knochen niederzufletschen ...

Oder man denke an den historischen Umstand und seine Implikationen, zusammen mit dem Größenwahnsinn, der in der Renaissance einsetzte. Man denke daran, daß man erst ab hier saß. Ja es ist ein Merkmal der Neuzeit, daß man nun allgemein "saß". Es ist noch relativ jung, daß in der Kirche gesessen wird. Auch das ist eine Vorbereitung des Zweiten Vatikanums und der ihm folgenden Liturgiereform, die alle diese inneren geistigen Wege in Zement goß. Vorher "saß" nur der Oberste, der König, Fürst, Leitende, Prälat etc. Es sei aber alles nur noch nebenbei erwähnt, denn wir schweifen wie üblich wieder einmal unzulässig ab.

Zurück. Nicht mehr als diese Stuhlwahrung hat auch diese gesamte "Regierung" zu bedeuten, die eben das nicht ist, als was sie verkauft wird, Regierung. Sie hält die Stühle warm. Bis eine Regierung wieder besteht und gewählt wurde. Jede Wette - sie wird sich nicht darauf beschränken ...

  
Morgen Teil 2) Sedet ad dexteram patris





Donnerstag, 15. August 2019

Es braucht vor allem Geduld

Der VdZ gesteht, daß er sich mit diesem Aspekt der "amerikanischen Art und Weise" kaum anfreunden kann. Einem Aspekt des "offen über sich reden"*, und sei es für eine "gute Sache". Wie es Roosh V tut, der auf spektakuläre Weise sein Leben geändert hat, als er das erste Mal E. Michael Jones in einem Podcast hörte und mit einem Male etwas begriff. Roosh ist ein Buchautor, dessen Bücher sich millionenfach verkauft haben.

In denen er beschrieben hat, wie er Frauen rund um den Erdkreis flachgelegt hat. Er war vermutlich einer der größten Don Juans der aktuellen Geschichte, und hat mit hunderten, ja tausenden Frauen geschlafen. Und diese Erfahrungen in seinen Büchern ausgebreitet. Das verkaufte sich wie "frische Brötchen". Mittlerweile hat er zwei Drittel dieser Bücher vom Markt genommen, denn er schämt sich heute dafür.

Er trat der orthodoxen Kirche (wieder) bei, weil das die Kirche seiner Mutter war, und stellte sein Leben von heute auf morgen um. Sehr zur Enttäuschung, oft genug Häme eines großen Teiles seines früheren Publikums. Aber er hat binnen kurzer Zeit ein neues Publikum gewonnen. Und tourt derzeit mit einer Vortragsreise durch die USA, wo er in einem auf drei Tage ausbaubaren Event - Abendessen, Vorträge, Spaziergänge - den Menschen erklärt, was mit ihm passiert ist, und warum er seine Auffassungen so radikal verändert hat.

Denn er hat erkannt, wie leer das Leben war, das er geführt hat. Er hat erkannt, daß ihn alle diese in den Augen der meisten Menschen heute so bewunderten Abenteuer als Womanizer zu nichts geführt haben, das er nun in Händen halten könnte. Er stellte fest, daß er mit seinen vierzig Jahren KEIN LEBEN hatte. Keine Familie, nichts von dem, das er sich eigentlich wünschte, das zu entdecken er aber so lange gebraucht hatte. Er hat erkannt, daß er der Lügenpropaganda auf den Leim gegangen ist, die in der sexuellen Befreiung das Glück verheißt. Das stimmt alles nicht!

Heute will Roosh nur noch eines: Eine Ehe, eine stabile Verbindung, stabile soziale Beziehungen, und vor allem Kinder. Wobei er als Mann wenigstens keine biologische Uhr ticken hat, wenn er eine jüngere Frau heiratet. Die er erst aber einmal finden muß, denn das, so sagt er an anderer Stelle, ist heute wirklich nicht mehr leicht. Die meisten Frauen sind noch mehr als er es je war im tiefen Bann einer Ideologie, die sie in einem falschen, irrigen angeblichen Selbsterfüllungsstreben leer saugt, bis es zu spät ist. Wenn man eine ernsthafte Bindung, eine Ehe, eine Familie will, so Roosh, wird es immer schwieriger, eine Frau zu finden, die darin mitzieht.

In einem kurzen Audio-Podcast bringt E. Michael Jones sein Statement, das er, als er Roosh auf einer dieser Stationen, in Chicago, besucht hat, auf dessen Bitten hin, als Einleitung gemacht hat. Jones weist darauf hin, daß ihn bei Roosh etwas beeindruckt hat, das sich von so manchem, was er bei "Bekehrungen" erlebt hat, unterscheidet. Roosh sei wirklich und ernsthaft darum bemüht, sein Leben zu ändern. Aber anders also so viele, die heute schwer sündigen und das als falsch erkennen, und ab morgen als heilige Prediger des Richtigen auftreten und allen anderen erklären, was diese falsch machen, weiß Roosh, daß es mit dem Erkennen des Falschen alleine nicht getan ist. Daß nun die ernste Arbeit beginnt.

Denn die Sünde ist wie ein Pfeil. Den man herausziehen kann, gewiß, der aber eine große Wunde hinterläßt. Und diese Wunde muß heilen! Und sie hatte auch Folgen, die heilen müssen, ja für die man unter Umständen auch Sühne leisten muß, neben dem, daß man wieder gut gemacht hat, was wieder gut zu machen war. Das alles braucht also seine Zeit, und die kann man nicht abkürzen. Es braucht Geduld und Beharrlichkeit, und vor allem die ständige Suche der Gnade in den Sakramenten. Erst so baut sich allmählich die Basis eines Menschen um, und er entwickelt eine Haltung, die sich dauerhaft von der Sünde ab und dem Guten, in der Gnade, zuwendet.

Vor vielen Jahren hatte der VdZ einen dann zum langjährigen Beichtvater gewordenen, mittlerweile verstorbenen Mönch und Priester gefragt, was man tun müsse, um heilig zu werden, denn das wolle er. Die Antwort kam schnell. "Geduld haben!"

Aktueller Hinweis: Nachdem neuerlich sämtliche Videos von E. Michael Jones auf Yotube gesperrt wurden, bringen wir den Link zu seiner Webseite CultureWars.com, wo sämtliche Videos abrufbar sind.




Hier noch das erste direkte Gespräch, daß Roosh V und E. Michael Jones im Garten des letzteren geführt haben, in dem sie sich zwei Tage vor dem Vortrag in Chicago erstmals persönlich getroffen hatten.




*Der Vorbehalt des VdZ läßt sich kurz zusammenfassen: Es fehlt dieser "Öffnung" das Wichtigste, ja das Essentiellste, was das Menschsein überhaupt ausmacht, und damit auch das, was Heiligkeit bedingt - Persönlichkeit. Menschsein heißt Persönlichkeit zu sein, also in der Selbstüberschreitung sich dem Wahren zuzuwenden. Es braucht also Ort. Jeder begegnet dem anderen "als jemand", und innerhalb dieses Jemand-sein liegt die Begegnung selbst. Darauf verzichten zu wollen heißt, sich dieser Persönlichkeit aber zu begeben. Das kann man dem Beichtvater gegenüber, das kann man Gott gegenüber, aber allen anderen Menschen gegenüber NICHT. Dort aber, innerhalb des Figurenspieles, innerhalb der Begegnung von integren Persönlichkeiten (als Identitäten), würde erst alles Sühnen, alles Kreuz tragen beginnen. Sonst bleibt alles tatsächlich (und Jones nimmt darauf Bezug) lediglich ein und derselbe Akt des Narzißmus, der VOR der "Bekehrung" dominierte. Man hat sie nur umgefärbt.





Das Gericht angetrunken

Es ist schon seit Jahrzehnten kennzeichnend für alle ehedem "christlich-sozialen/demokratischen" Parteien Europas geworden, daß sie mit schlafwandlerischer Sicherheit und ungeheurer Chuzpe progressive gesellschaftspolitische Ziele umsetzen, die prononciert rote Parteien gar nicht so richtig gewagt haben, weil sie ihnen zu gewaltsam schienen. Nicht den Christlichsozialen. Denen ist nichts gewaltsam genug, wenn es um jenen Populismus geht, in dem sie sich an die herrschende Ideologie angepaßt zeigen. 

Den sie durch ihre höhere "Akademikerdichte" bereits in der Muttermilch eingesogen haben. Was die Grünen als Ableger eben dieser politischen Richtungen handfest beweisen. Die aus eben diesen Kreisen der Verbildung ihre Anhängerschaft rekrutieren. Denen die breiten Schichten der "einfachen Menschen" - also jenen, die durch ihre Lebenslast noch genug Wirklichkeitssinn und damit Vernunft haben - als Objekte gegenüberstehen, denen eine ideologische Markierung nach der anderen aufgedrückt werden soll. Denn sie wollen von sich aus nicht so, wie es der Ungeist der überheblichen Verstiegenheiten und Narzißmen gerne hätte.

Nun ist es wieder die ÖVP*, die nächste Schritte geht. Und für sämtliche österreichische Parteien eine verpflichtende Frauenquote fordert, die nötigenfalls durch Kürzung der Parteienförderung erzwungen werden soll. 

Am heutigen Festtage der "Himmelfahrt Mariens" geht es um die gottgewollte Natur der Frau, die in jenem schöpferischen Akt, den das "Fiat" ermöglicht, zur neuen Schöpfung gehoben wird. Das völlige Gegenteil zu "Gleichheit" und "Feminismus", die das Wesen der Frau abzulehnen in den Krieg gezogen sind. Dieser Tag ist somit auch für die ÖVP als Urteil des Jüngsten Gerichts zu erkennen.

Denn Mann und Frau sind ebenso Entsprechungen, wie sie jedem Ding der Schöpfung innewohnt. Das ein Dasein als "für", "auf - zu" hat. Und darin eine Was-heit, also eine Eigenart voraussetzt. Die Was-heit der Frau ist in der Gottesmutter vorgebildet, die jene Wesenheit der Frau erfaßbar macht, die ihr zur Erfüllung ihres Platzes in der Ordnung Gottes vorgegeben und als Erfüllung, als Sinn aufgegeben ist. Initiativen wie die der ÖVP zeigen somit, worum es dieser ehedem christlich-sozialen Partei tatsächlich geht. Auf jeden Fall nicht um die Frau.

Es ist also pure Heuchelei (und die Dummheit der Gedankenlosigkeit weil Eigensucht), bestenfalls Wunschdenken, wenn so eine Partei noch von der Bedeutung von Ehe und Familie spricht. Denn dieses Mann und Frau Übergreifende, dem sie durch ihre jeweilige Was-heit zubestimmt sind, steht und fällt mit der jeweiligen existentiellen Wesensverwirklichung. Dort Geld hinzuwerfen (und das Familienpolitik zu nennen) ist immer nur die Bestärkung des Faktischen vor dem Hintergrund einer "Gleichberechtigung", damit auch die Bestärkung ja Herausarbeitung des Falschen weil Unmöglichen.




*Die mit dem romantischen Tarnanstrich "türkis" einen reinen Etikettenschwindel betreibt. Indem mit Sebastian Kurz etwas Neues vorgetäuscht werden soll, das gar nicht existiert, sondern bloßer Taktikwechsel ist. Eine Kühlerfigur ist zwar vorne - aber lenkt sie ein Auto auch? Diese angeführte Initiative gehorcht genau denselben Gesetzen: Es geht nicht um Frauen, es geht der ÖVP um gar nichts und niemanden, außer um bestimmte Interessensvertreter. Und diesen sind Frauen nur weitere Kühlerfiguren.





Mittwoch, 14. August 2019

Wer mißt muß zuerst wissen, was er mißt

Sie gilt als eine der zuverlässigsten Methoden zur Altersbestimmung von fossilen oder paläo-bio-archäologischen Entdeckungen - die sogenannte C14-Methode. Auch wenn die nur knapp 58.000 Jahre zurück datieren kann, dann ist jedes C14-Atom endgültig zerfallen. Nur zeigte dieses Ei des Columbus vor rund zwanzig Jahren ein Problem auf, das vorerst zu einem wahren Schock führte: Denn sämtliche Messungen ergaben, daß auch in Versteinerungen von Lebewesen, die den bisherigen Altersbestimmungskriterien nach dutzende oder hunderte Millionen Jahre alt sein mußten, C14 enthielten. Plötzlich wurden Saurierknochen, die angeblich 150 Millionen Jahre alt sein sollten, auf lächerliche 50.000, ja nach Meßkorrekturen sogar nicht einmal 10.000 Jahre geschätzt. Und zwar durch Messungen.

Also mußte ein Meßfehler vorliegen, das C14 muß irgendwie aktuell dazu gelangt sein. Und auch der angesehene australische Geologe Dr. Andrew Snelling war beteiligt, Prozeduren zu entwickeln, die jede Kontamination bei Aufnahme, Transport, Meßvorgängen, an Instrumenten und so weiter, und so fort ausschlossen. Gemessenes C14 sollte also auf jeden Fall von dem untersuchten Ding selbst ausgehen, nicht nachträglich dazugekommen sein. Dann ging man die Sache noch einmal an.

Aber welch' Wunder - die Meßergebnisse zeigten nach wie vor, daß ein Baum, der angeblich 50 Millionen Jahre alt war, nun auf lächerliche 32.000 Jahre Alter schrumpfte, und so weiter, und so fort. Dann nahm man sich sogar Diamanten vor. Denn die müssen ja, der gängigen Theorie nach, recht knapp nach der Entstehung des Erdmantels überhaupt entstanden sein, müssen also schon aus physikalischen Gründen (bzw. wie man sich diese Vorgänge eben vorstellt) ein bis drei Milliarden Jahre alt sein. Und was fand man? Sie enthalten C14, das nicht nachträglich in sie hineingekommen sein kann, das von Anfang ihrer Entstehung an in ihnen enthalten gewesen sein muß. Sie sind damit knapp 10.000 Jahre alt. 

Selbst Messungen bei Kohlen, die nach bisherigen Annahmen vor hundert Millionen und mehr Jahren entstanden sein sollen, ergaben dasselbe: Sie enthalten C14, und wenn das stimmt, dann können sie nicht älter als ein paar tausend oder zehntausend Jahre sein. Denn WENN es eine globale Flut gegeben hat - daß es weltweit Fluten gegeben hat, ist mittlerweile kaum noch bestritten, die Frage ist nur, ob eine Flut weltweit war - dann muß das zu einem Rückgang des C14-Eintrags (das aus dem Weltall auf die Erde einlangt und sich dort mit dem Sauerstoff zu CO2 verbindet, das wiederum über die Nahrung in die Kette der Lebewesen gelangt) geführt haben. 

Auch die C14-Linie ist wie so viele Datierungslinien damit auf keinen Fall konstant gewesen, sodaß sich aus der Zeitdauer von chemisch-physikalischen Abläufen in der Gegenwart linear auf die Vergangenheit schließen ließe. Noch dazu wo man sicher weiß, daß der C14-Einfluß aus dem Kosmos auch heute keineswegs quantitativ wie lokal stabil und überall gleich ist.

Aus den Meßergebnissen läßt sich dabei sogar rückfolgern, daß zum Beispiel Bäume aus prähistorischen Zeiten weltweit zum selben Zeitpunkt starben (was auf eine weltweite Sintflut hinweist). Alles an fossilen Lebewesen Gemessene weist auf einen für alle diese fossilen, überlieferten Lebewesen auf einen gravierenden Einschnitt, einen einheitlichen Todeszeitpunkt. Der ungefähr sieben oder acht Jahrtausende vor Christus liegt. Denn es gilt generell, die C14-Methode neu zu kalibrieren. 

Man weiß heute um Einflüsse, die die Menge an meßbarem C14 beeinflußt, von Salz- oder Süßwasser, die Atombombenversuche und Vulkane, die den C14-Gehalt in der Atmosphäre beeinflussen, bis zu menschlichen Einflüssen oder Eigenproduktion in den Lebewesen selbst (was nur so gemessen ebenfalls auf ein zu hohes Alter verweisen würde). Und dann ist da noch die Rolle des Magnetfeldes der Erde, das früher stärker war als heute, sodaß auch hier weniger C14 die Erde treffen konnte als heute, sodaß sich auch aus diesem Grund von heute nicht auf frühere Epochen schließen läßt. Deshalb muß man sie in Bezug setzen. Die C14-Methode liefert keine unabhängigen, richtigen Meßergebnisse. Sie liefert nur Korrelationen zu anderen Ereignissen, wie etwa bei Baumringen (wobei auch die keine absoluten Aussagen über das Wachstumsverhalten und Zusammenhänge mit Einflüssen bei Bäumen zulassen). Weiter als bis 400 Jahre v. Chr. sind sie also nicht zuverlässig.

Derzeit passiert aber etwas Groteskes: Die Baumring-Datierung wird mit der C14-Methode kalibriert, während die C14-Methode mit der Baumring-Methode kalibriert wird. 

Aber die Methoden haben noch weitere Schwierigkeiten, vor allem geht man weiter zurück. Denn es gibt nur ganz wenige (namentlich zwei) fossile Baumring-Messungen, die sich mit lebenden Bäumen überlappen, sodaß man die Paläo-Dendrochronologie wirklich anschließen könnte.

Geht es also nach einer der "härtesten", zuverlässigsten, theoretisch best abgesicherten Altersbestimmungsmethoden der Naturwissenschaften, dann werden nach beiden Methoden derzeit die Alter von fossilen Funden massiv zu alt datiert. Speziell bei der C14-Methode muß man deshalb davon ausgehen, daß je älter der Fund ist, umso größer auch die Diskrepanz zwischen C14-Funden und dem tatsächlichen Alter ist, und zwar bis zu tausenden von Jahren. Um zu einer tauglichen Rekalibrierung zu kommen, muß man eine historische Ereignislinie heranziehen. Und diejenige, die am weitesten zurückreicht, findet sich  ... in der Bibel. Dann muß man auch davon ausgehen, daß so gut wie alle fossilen Funde VOR DER SINTFLUT gewachsen sind und gelebt haben. Wo die Lebens- und Atmosphärenbedingungen wiederum von der Gegenwart abweichen. 

Verglichen mit diesen weit fertileren, lebensfreundlicheren Bedingungen aber (und dafür sprechen die Fossilien selber) ist die gegenwärtige Welt eine regelrechte Wüste. Denn nach der Flut muß es eine dramatische Reduktion des C14 (bzw. des CO2) in der Atmosphäre gegeben haben, weil sich die Welt der Pflanzen und Tiere erst wieder erholen mußte. Man muß aus den Befunden davon ausgehen, daß es zuvor bis zu fünfhundert Mal mehr Kohlenstoff in der Biosphäre gab als heute.

Auf keinen Fall kann man aufrecht halten, daß bei der Beurteilung von historischen, vor allem von weit zurückliegenden Epochen dieselben Produktionsraten von C14 wie heute angenommen werden können. Das waren keine linearen Raten, die heutigen Bedingungen sind von einem katastrophischen Ankerpunkt ausgegangen, an dem sich alles geändert hat, und das war die Sintflut vor etwa fünftausend Jahren.

Ja, dann ist den Meßergebnissen nach aber plötzlich die Erde ... sehr sehr jung. Und zwar wirklich jung. Vielleicht acht-, vielleicht zehntausend Jahre. Eine Zeitspanne von Milliarden von Jahren, wie die gängigen Theorien annehmen, wird jedenfalls von diesen Meßdaten nicht gestützt. Und wir reden hier (mit dem Saft kann Snelling hier auch aufwarten) von naturwissenschaftlich unwiderlegten, begutachteten, fachgerecht veröffentlichten etc. etc. Ergebnissen.








Die neue Natürlichkeit: Ideologisierung statt Kunst

Es ist empörend, aber nur die Spitze des Eisbergs der da "Ideologisierung statt Kunst" heißt und eine Unterabteilung zur political Correctness ist, die längst die gesamte Branche durchfault hat: 38 Filmproduktionen aus Österreich haben sich in einem Papier ausdrücklich entschlossen, künftig in ihren Produktionen "mehr Gendergerechtigkeit" walten zu lassen. Was das heißt, drückt Die Presse so aus:

Sie verpflichten sich, Rollen „jenseits von gängigen Geschlechterklischees“ zu besetzen, nicht geschlechtsspezifizierte Nebenrollen „nach Möglichkeit“ an Frauen zu vergeben und zumindest eine Rolle, die eigentlich laut Drehbuch männlich ist, möglichst mit einer Frau zu besetzen.

Für Jobs hinter der Kamera (etwa Regie, Kamera, Schnitt) müssen auch Frauen interviewt werden, in Drehbüchern soll der sogenannte Bechdel-Test (gibt es mindestens zwei Frauen, die miteinander über etwas anderes als Männer reden?) angewandt werden – auch umgelegt auf Männerfiguren. Auch gleiche Bezahlung bei gleicher Leistung wird zugesagt.

Und das, bitte schön, in einem Bereich, wo einem das Wort von der "Natürlichkeit" nur so um die Ohren gedroschen wird.

Ganz nebenbei ist der Artikel deshalb aber von Bedeutung, weil er klar macht, was jeder Betrachter mit ein wenig Resthirn ohnehin schon lange beobachtet. Dieses Abkommen hüpft nur nach, was Hollywood bereits seit geraumer Zeit betreibt.





Dienstag, 13. August 2019

Frog boiling - Umprogrammierung zur Diktatur (2)

Teil 2) Freiheit außer für die Feinde der Freiheit


Wörtlich meinte er, daß es darum gehe, "die Menschen umzuprogrammieren". Damit könne verhindert werden, daß weiter reaktionäre oder faschistische Positionen verteidigt würden. Wer solche Meinungen vertrete habe kein Recht auf Rede-, Meinungs- oder Pressefreiheit, denn diese Menschen stellten sich dem gesetzmäßigen Gang der Geschichte (Hegel, Marx) entgegen. Erst am Ende der Geschichte stehe ein Zustand wahrer Freiheit. Dann könnten auch alle Restriktionen wieder aufgehoben werden. Wenn alle somit gleich = fortschrittlich, "gut" dächten.

Diese Haltung hat eine lange Tradition, und wenn sie sich auch erstmal so explizit bei Rousseau findet (wir haben an dieser Stelle bereits darüber geschrieben, daß Rousseau persönlich wie in seinen Schriften auf verblüffende Weise ALLES vorwegnimmt, was wir als "heutigen, modernen Menschen" sehen), so hat sie ihre realen Wurzeln in der Französischen Revolution, ihr Vorbild im Tugendterror der Jakobiner, die das Volk der Franzosen zu einer "guten Gesellschaft" umbauen wollten. Die Freiheit des Bürgers ist minderwertig, verglichen mit der hochwertigen Freiheit, die im Zustand der vollendeten Utopie vorhanden sein würde. Das war der Freibrief, um tausende und abertausende aufs Schafott zu schicken. Denn irgendjemand mußte natürlich bestimmen, wer der "Feind der Freiheit" auch ist. Und das bestimmte die neue Moral-Elite. Freies Rederecht galt dabei nur für die eigenen Leute.

Parallel zu dieser Bewegung, die sich im Zuge der 1968er manifestierte (die, wie wir mehrfach schon betont haben, in ihren Anfängen einen wahren Kern hatte, der aber dann von der Linken okkupiert wurde), setzte die systematische Verfolgung aller Nicht-Linken ein. Durch Verleumdungen und Druck, der ihre "Unmoral" beweisen sollte, die ihnen jedes Recht auf Mitsprache und -gestaltung absprach. Als Marcuse merkte, was er da initiiert, wozu er da die theoretische Grundlagenarbeit geleistet hatte, wollte er zurückrudern - und wurde selbst zum Opfer dieser längst etablierten Meinung.

Wir haben es seit zwanzig Jahren ganz deutlich mit einer Klassenherrschaft zu tun, sagt Weißmann. Einer Herrschaft derjenigen, die über die Medien verfügen und alle zum Verstummen bringen, die andere Positionen als sie vertreten. Dabei geht es um viel Geld, um Macht, um Geltung. Einer Schichte, die abgesehen von Meinungsmache nichts können und deshalb umso verbissener auf dieses Herrschaftsinstrument setzen "müssen", wollen sie ihre Positionen halten. Im Zusammenspiel mit der Politik, die ähnliche Voraussetzungen hat, hat sich mittlerweile ein medial-politischer Komplex gebildet, wo Staat und Zivilgesellschaft Hand in Hand arbeiten und ein Machtinstrumentarium geschaffen haben, das auf herkömmliche Diskursbedingungen - Demokratie! - insofern verzichtet, als sie sich immer dreister im Recht sieht, im Nahem der höheren Moral (unter Mißbrauch von Begriffen wie Menschenrechte, Vielfalt, Humanität etc.) jeden institutionellen politischen Weg auszuschalten und zu übergehen. 

Mit großem Erfolg hat sie so der Mehrheit der einfachen Bevölkerung jedes Mittel aus der Hand genommen, ihre Ansichten zur Geltung zu bringen, wollen sie nicht als die "öffentlich Geächteten" dastehen. Aber anders als Marcuse, der aus seinen Zielsetzungen nie ein Hehl machte, werden die Ziele dieser Machteliten verborgen und verheimlicht. Sie treten unter scheinbar rein "sachlichen" Geboten auf - die Klimarettung sei einmal mehr genannt, die sich zum wahrlich bedrohlichen Hebel entwickelt hat, die jede demokratische Institution mittlerweile überrennt und übergeht, nur noch als posthoc-Rechtfertigung heranzieht, sofern das nützlich ist.  

Einer der Proponenten dieser Entwicklung, Jürgen Habermas, hat schon 2015 öffentlich geäußert, daß man systematisch an der "Entthematisierung" aller jener Themen arbeiten müsse, die "die Rechten" (und mit diesen ein großer Teil der Bevölkerung) als Thema betrachte. Keine Diskussion über die Selbstzerstörung Europas, keine Diskussion über Zuwanderung, wachsende Kriminalität, Verfall der inneren Sicherheit, keine Diskussion über demographische Entwicklung, und keine Diskussion über Dekadenz. Thema um Thema aus dem Wertekreis der "bürgerlichen Mehrheit" wurden auf diese Weise aufgestellt und der Normalbürger regelrecht von Denkverboten umstellt. In denen eine zu habende Meinung herrscht, die sämtlichen seiner bisherigen, ja man muß sagen: sämtlicher seiner natürlichen Regungen widerspricht. 

Habermas hat rascher als Marcuse begriffen, daß das offene Reden über Revolution, Sozialismus in unserer offenen Gesellschaft kaum zum Ziel führen wird. Deshalb wurde unsere Gesellschaft auch umdefiniert, zu einer "entgegenkommenden Kultur" (die in Wahrheit eine gegen revolutionäre Bestrebungen wehrlose Gesellschaft ist)** umbenannt, die ausdrücklich der eigentliche Sinn des Grundgesetzes sein soll. Dahinter aber verbirgt sich etwas ganz anderes, das durch "richtige (aber umgedeutete) Begriffe" noch mehr verdunkelt wird. Denn wer wollte sogar dagegen etwas sagen, daß sich Gemeinwohl nur unter Herstellung eines "allgemeinen, deckungsgleichen Bewußtseins" erreichen lasse? Der Haken liegt freilich in der "Herstellung". 

Jede Zulassung tatsächlich kontroverser Meinungen im öffentlichen Raum sind auf diesem Weg eine Machtminderung und Verhinderung. Sie müssen deshalb unterbunden werden. Und tun es heute enorm effektiv durch vorgegebenen "Zeitdruck": Ein Problem (Klimakatastrophe) sei so drängend, daß keine Zeit mehr bestünde, es auch noch kontrovers zu diskutieren, andere zu überzeugen. Vielmehr sei es im Sinne effizienter Problembewältigung angebracht, jeden verzögernden Effekt, jeden Störenfried auszuschalten. 

Ein öffentlicher Diskurs aber, der Teile der Bevölkerung ausschließt, ist gar kein öffentlicher Diskurs mehr. Was Habermas selbst so ausgedrückt hat, trifft heute zu. Er selbst hat es freilich nur in den 1960ern formuliert, als sich die Linke noch in einer Minderheitenposition befand. Heute hat man die Position deshalb gewechselt. Die Rede der Linken von "mehr Toleranz", "mehr Freiheit", "mehr individueller Selbstbestimmung" muß deshalb als das benannt werden, was sie ist: UNREDLICH. Sie soll nur der Linken dienen, mißliebige Meinungen, sofern sie noch bestehen, zu überlagern und zu verdrängen und letztlich zu verändern. Hier werden lediglich Machtverhältnisse verschleiert. Und das ist keineswegs neu. Es ist Teil der Machtstrategie der Linken, seit es sie gibt. Und das heißt: Seit tausenden von Jahren. Als Subversionsstrategie gesellschaftlicher Minderheiten, mit der sie die Mehrheiten unterminieren und letztlich überwinden möchte.

Deshalb braucht die Gegenwehr gegen solche Subversion auch ein "hartes Gesicht". Es braucht Mut und Entschlossenheit, sich gegen etwas zur Wehr zu setzen, das mit geschickter schizoider Taktik dazu führen soll, Tatsachen zu schaffen.






**Hier offenbart sich einmal mehr die fatale Grundschwäche liberaler Gesellschaften. Die nur unter Rückgriff auf bestehende Wertegefüge "funktionieren", und nur so lange - und ansonsten hilflos sind, und Angriffen auf sie nur mit Willkür begegnen kann. "Keine Toleranz den Intoleranten" ist einer der dafür so typischen Leitsprüche, die mit der Schwammigkeit der Begriffe operieren, die eine wirkliche diskursive Verankerung gar nicht möglich machen. Sondern zum Gegenteil in der bloß subjektiven Vorstellung von geglücktem Leben gründen - also sich derselben Grundlage bedienen, wie es ja auch die Linken tun, ohne das aber wirklich abgrenzen zu können, weil das Menschenbild dahinter völlig identisch ist.





Von Anfang an gut weil geschaffen

Daß der Hauptgrund für das Verschwinden des Glaubens in einem Verlust des Glaubens an die Schöpfung der Erde und des Alls liegt, hat nicht nur der ehemalige Kardinal Ratzinger geäußert, es liegt auf der Hand. Denn nur dann ist begreifbar, daß alles in der Hand eines allmächtigen Gottes liegt, von dem wir alles zu erwarten haben. Der Mensch, die Schöpfung selbst kann nichts schaffen. Insofern ist alles, was sie sind und sehen ein einziges Wunder. Eine Erklärung des Universums aus Naturprozessen heraus ist nicht möglich.

Thomas Sailer geht in seinen Vorträgen nun darauf ein, ob das "Wissen" der Naturwissenschaft wirklich einer Schöpfungsannahme widerspricht, wie heute behauptet wird. Und er kommt zur Ansicht, daß das mitnichten so ist. Vielmehr ist das heutige Weltbild ein Postulat eines mechanistischen, materialistischen Weltbildes, das nur einem Ziel folgt: Gott aus der Schöpfung hinauszubeweisen. Aber von "physikalischem Beweis" kann keine Rede sein, und dem heutigen Menschen ist gar nicht klar, auf welch' wackeligen Füßen diese in sich so widersprüchlichen Modelle stehen. Das wahre Gebirge an Theorien, die existieren, werden einzig von der Notwendigkeit getrieben, einen Kosmos ohne Schöpfer zu "beweisen". In Wahrheit hat die Astrophysik keine Ahnung, wie sich unter den bekannten physikalischen Gegebenheiten überhaupt ein Stern hätte bilden können.

Das zwingendste Argument für eine Schöpfung ergibt sich aber schon aus logischen Überlegungen allein. Denn aus nichts kann nichts werden. Ein Urknall in dem Sinn, wie er das heutige Denken als angebliche Erklärung wie ein Dogma beherrscht, ist nicht möglich. Dazu führt Sailer eine ganze Reihe von Beobachtungstatsachen an, die zeigen, daß das physikalistische Weltbild in so vielen unvereinbaren Widersprüchen steckt, daß man im Grunde gar nichts erklären und nur durch angenommene Umstände aufrecht gehalten werden kann, von denen man aber nicht weiß, was sie sind (dunkle Materie, dunkle Energie). Die Beobachtungen würden sonst einer Urknalltheorie völlig widersprechen. Um fünf Prozent der bekannten Erscheinungen zu erklären, müssen 95 Prozent des Weltalls von Naturprozessen bestimmt sein, die wir gar nicht kennen. Vielmehr spricht alles für eine augenblickliche Entstehung des Universums.

Sodaß wir vor der verblüffenden Tatsache stehen, daß die Astronomie dem biblischen Weltbild, dem Glauben nicht nur nicht widersprechen, sondern es stützen.

Wir bringen diesen Vortrag in Zusammenhang mit den zuletzt hier vorgestellten Thesen von Robert Sungenis. Weil er einige physikalische Grundeinsichten sehr gut verständlich vorstellt, die auch in den Thesen des Amerikaners und eines geozentrisch gedachten kosmischen Ordnungsmodells eine große Rolle spielen. Thesen, die auch Sailer gut kennt.








Montag, 12. August 2019

Frog boiling - Umprogrammierung zur Diktatur (1)

Das Interessanteste dieses Vortrages des Historikers Karlheinz Weißmann (dessen Buch über den Nationalsozialismus wieder einmal empfohlen werden soll) kommt gleich zu Beginn. Wenn er sechs historische Zitate vorträgt, deren Urheber wie so oft überraschen. Aber ein wunderbares Beispiel dafür geben, auf welchem moralischen, geistigen Konsens diese unsere Gegenwart aufgebaut worden war. Ein Konsens, eine Gemeinsamkeit der grundlegenden Haltungen, die eine demokratische Auseinandersetzung überhaupt erst sinnvoll machen.

Weil sie Demokratie niemals als Machtkampf von Denkweisen begreifen und begriffen haben, die der gerade per Volksentscheid herrschenden Mehrheit die Möglichkeit gibt, Entscheidungen zu treffen, die außerhalb eines von allen (!) mitgetragenen Konsens über Lebensweise und Haltungen liegen. Josef Pieper weist ja einmal darauf hin, daß unsere Demokratien sich auf einem gefährlichen Weg befinden. Wo die Diskursgemeinschaft sich zu einer Gewaltgesellschaft entwickelt hat, wo jeweils die einen über die anderen herrschen und sich auch gegen die Haltungen der Minderheiten hinwegsetzen zu können meinen. Dies hat heute zur aktuell massivsten Gefahr geführt, die bereits so gewöhnlich wurde - Stichwort: "frog boiling"* - daß wir sie gar nicht mehr als Außergewöhnlichkeit bemerken: Wo eine Gruppe die andere mundtot macht, und es niemandem mehr auffällt, daß es sich hier um eine strukturelle Verschiebung der Gewaltlegitimation handelt, in der eine neue Privilegiertenschichte entstanden ist, die mehr darf als andere. Und im besonderen die Legitimation an sich reißt, sämtliche Meinungslandschaften und -ebenen zu kontrollieren.

Die sachlichen Grundlagen, auf die die Zitate verweisen, haben heute unverändert Gültigkeit, sie sind im Absoluten verankert. Verändert hat sich nicht die Sache somit, sondern das Irrationale, die emotionale Haltung dazu. Die heute als skandalös sieht, was vor gar nicht so langer Zeit allgemeiner Konsens der Geister aller Richtungen war. Die vor allem aber eines einte: Die Verwurzelung in Geschichte und Substanz des Lebens des Volkes, dem sie entstammen. Darunter sind nicht wenige Personen, die in der Zeit des Nationalsozialismus selbst verfolgt worden waren - und dennoch heute als "rechtsradikal = nationalsozialistisch" verunglimpft werden. Von Menschen, die nicht die geringste Ahnung haben, was dieser überhaupt bedeutet und wie er sich konkret darstellte.

Aus dieser Unkenntnis heraus ist es nur ein kleiner Schritt, eben dieselben Wege der Nazis zu beschreiten und sich "dennoch" davon verbal zu distanzieren! Das ist das große Gefahrenmoment der Gegenwart, in der ausgerechnet jene Kreise mit dem Totschlagargument "Rechts/Nazi" flink bei der Hand sind, die exakt die gleichen Wege wie diese beschreiten, um - wie diese - die Welt zu retten und ihrer Utopie zugeformt "besser" zu machen. Wir stehen aber kurz davor, genau dort zu landen, wo wir angeblich "nie mehr wieder" sein sollten. Die Korpora sind dieselben, nur die Etiketten sind vertauscht. Und mehr als begriffsleere Etiketten bietet der gegenwärtige Diskurs ja auch nicht mehr.

Weißmann kann sich - wie wohl viele von uns - aber noch daran erinnern, wie vor wenigen Jahrzehnten das oft kontroversielle Spektrum der Weltanschauungen und Haltungen zu keinerlei Entzweiung dahingehend geführt hatten, daß man nicht mehr "miteinander redete". Vielmehr herrschte ein Klima des "Dauerdisputs", ob an den Küchentischen oder bei Klassenfahrten. Man wußte, wer wie dachte, und das war es dann auch schon. Der alltägliche Lebensvollzug war davon kaum betroffen. 

Das ist heute anders. Heute sieht sich sogar die eine Gruppe dazu berechtigt, ja verpflichtet, "erziehend" auf die andere einzuwirken. Denn wer nicht an ihren Auffassungen teilhat, der hat gar kein Recht mehr, in dieser Gesellschaft zu leben, geschweige denn seine Meinung zu vertreten oder sie so zu bilden, daß sie nicht der gesollten Ansicht entspricht. Es wird unter das Diktum der Soll-Moral, der political correctness gestellt, die keine abweichende Haltung mehr zuläßt - auch mit Gewalt, ja mit Hilfe entsprechender Gesetze. Etwas, was vor dreißig, vierzig Jahren undenkbar gewesen wäre. 

Das hat interessanterweise in breiten Teilen der Bevölkerung dazu geführt, daß viele Menschen das Gefühl haben, "daß etwas nicht mehr stimmt". 41 Prozent der Deutschen sehen das Umfragen gemäß auch tatsächlich als "neu" und meinen, daß es etwas mit political correctness zu tun hat. 

Betrachtet man diese genau, so stellt sie sich als andere Form des marxistischen Kampfes um die Gesellschaftsherrschaft dar. Dabei hat man sich der Minderheiten bedient, die das Vehikel sind, um die Mehrheitshaltungen zu verändern und zu zerstören. Denn im "Dienste" dieser Minderheiten und deren "Benachteiligungen" ist auch Gewalt legitim, und die von dieser Gewalt Betroffenen werden mundtot gemacht. Das revolutionäre Grundkonzept ist alt und gleichgeblieben: Über eine "vorübergehende" Phase der Unfreiheit (für die Mehrheiten) soll der Zustand der Freiheit "für alle" erreicht werden. 

Dabei stellten sich die Vorreiter dieser Strategie - die Frankfurter Schule (Marcuse, Adorno etc.) sind dabei zu nennen - nicht eine Diktatur einer Kaderpartei nach altem Muster vor, sondern eine "Erziehungsdiktatur". Diese Revolution würde die Macht an eine Elite übertragen, die natürlich "gut, selbstlos und fortschrittlich" war, die aus den Intellektuellen bestehen sollte, die die dumpfe, unaufgeklärte Masse in eine lichte Zukunft führen soll. So hat es Herbert Marcuse noch in den 1960er-Jahren ("Der eindimensionale Mensch") ganz offen und deutlich ausgedrückt.


Morgen Teil 2) Freiheit außer für die Feinde der Freiheit


*"Frog boiling" ist eine Metapher für den bei Fröschen zu beobachtenden Umstand, daß sie in einen Topf gesetzt, der langsam erhitzt wird, nicht merken, wenn die Temperatur des Wassers für sie lebensgefährlich wird, weil sie sich so lange an die Temperatursteigerung noch angepaßt haben. Bis es zu spät ist. So wird auch unser Denken über weite Strecken in Gleichschritt mit der Zeit und deren Diskursen geprägt und sogar fundamentiert. Wenn wir deshalb keine ausreichende Fundierung in außerhalb des "Topfes" liegenden Anschauungen und Haltungen haben, werden wir die absolute Änderung des Lebensklimas, das uns umgibt, gar nicht feststellen. Bis es zu spät ist.





Eine der logischen Marktzerstörungen

Es ist ein altbekanntes Phänomen, in sich logisch, weil zumindest verstehbar, wenn auch nicht unvermeidbar. Wo sich Geld bildet, wo Unternehmen und Arbeit Geld abwirft, wird Geld in einer nächsten Stufe zum Eigenzweck. Unternehmer, die (sagen wir) Zwiebel produzierten, beginnen, in die Investitionsbedingungen (Grundstücke, Gebäude etc.) zu stecken. Und schließlich finden wir sie als Börsenspekulanten wieder, die in die achtzehnte Derivation eines ehedem substantiellen Finanzgeschehens ihr Geld stecken, das heißt: Wetten. Substanz - Lustigkeit - Leichtsinn. Eine bekannte Kaskade.

Das aber wäre alles nicht wirklich schlimm. Das pendelt sich in einer freien Gesellschaft tatsächlich wieder ein. Denn dort kriegt man auf Dauer immer nur einen Wert pro Werteinheit (Geld, Währungseinheit): Arbeit, Leistung, richtigen Wert.

Schlimm ist aber, was mittlerweile weltweit zu beobachten ist, daß der Staat so intensiv im Marktgeschehen mitmischt, daß dieses längst nicht mehr unter den Gesetzen von Ursache und Wirkung abläuft, sondern nach jener Willkür, die der Staat implementiert, weil er ganz einfach Geld braucht.

Der Geldbesitzer beginnt zwangsläufig, sich nach dem staatlichen Eingreifen zu orientieren. Nur - daran kann sich nichts und niemand orientieren, weil die Parteien-Politik kein organisiertes Gesamtgeschehen ist, das absehbar wäre, sondern das Spektakel individualisierter Einzelinteressen, die sich um Kompromisse bemühen, allerbestenfalls.

Der Mittelständler aber beginnt, sein Verhältnis zur Wirklichkeit zu verlieren, das ist die wahre Tragödie. Investitionsgelder beginnen sich in falsche Richtungen zu bewegen. Das trocknet jede Innovation aus. Eine Volkswirtschaft trocknet von innen her aus.

Von solchen Vorgängen zu sprechen, als hätten sie mit "Freiheit" zu tun, gehörten zum normalen Lebensrisiko, ist nicht einfach nur zynisch. Es ist niederträchtig.




Sonntag, 11. August 2019

Die subversive Psychologie

An diesen Ausführungen von Raffael Bonelli, einem bekannten und als Referenten vielgefragten Wiener Psychiater, läßt sich etwas erkennen. NICHT, wie sein Thema verkündet, "am Narzißmus", sondern am Wesen der Psychologie heutigen Zuschnitts, wie sie in der Post-Freudianischen Tradition steht und sich nolens volens desselben Menschenbildes bedient. Das aber keinen Anhaltspunkt des Absoluten, des Guten bietet. Diese Kriterien sind nahezu zufällig, entsprechend ist auch die Bedeutung im Rahmen einer Pathologisierung hochgespielt und zufällig.

Wir verweisen an diesem Punkt auf einen aktuelleren Vortrag desselben Mannes (über den Flirt). In dem er im letzten Drittel auf einen springenden Punkt kommt, den man nämlich als den eigentlichen Geburtshelfer der Psychoanalyse bezeichnen muß: Die Machtwünsche des Psychologen selbst. Die darin kulminieren, daß zehn Prozent aller Psychologen das eine oder andere Problem mit (sexuellem) Mißbrauch hatten oder haben, den sie ihren "Patienten" angedeihen lassen.  

Wo liegt das Problem aber der Psychologie dieses Zuschnitts, sohin der Psychoanalyse? Es liegt in einer De-Konstruierung des Menschen, der auf Mechanismen reduziert wird, so wie man die Zwischenmenschlichkeit auf Mechanismen reduziert. Im Aufdecken dieser Mechanismen soll nun die Heilung liegen. Was noch gut klänge, wäre das in der Konstellation "Arzt - Patient" folgenlos zu bewerkstelligen. Denn selbstverständlich richtet sich diese Aufklärung nach dem tiefsten Weltbild des "Arztes", das ohne Autoritätsverhältnis niemals auskommt. Der Patient übernimmt immer, auch im medizinischen Sinn, die "gesunde Gestalt" vom Arzt.

Damit wird aber die Gestalt eines Menschen aufgelöst. Nur an ihr aber ließe sich überhaupt so etwas wie Heilung erzielen: In der Selbsttranszendierung darauf hin. Und damit sind wir beim einzigen objektiven Kriterium, dessen sich die Psychologie als Seelenkenntnis bedienen dürfte und darf: Dem Ort, der Aufgabe, der Stellung eines Menschen. Deren Integrität gilt es zu wahren, zu behüten, herzustellen, und im Alltag durchzusetzen. Denn das Leben ist ein Theater der Gestalten, NICHT eines der inneren Antriebe. Diese mögen die Fähigkeit, eine Gestalt zu repräsentieren, zu "spielen", beschädigen, gewiß, und das tun sie auch, gewiß. Aber Anhaltepunkt in der Stellung der Menschen zueinander muß immer diese objektiv vorhandene, strukturelle Verortung stehen.

Entsprechend reduziert sich jedes "psychologische Problem" auf eine Schuldfrage. Nur danach kann geurteilt werden, und nur danach wird Gott urteilen: Ob jemand seine Aufgaben treu und sachzentriert erfüllt hat. Und zwar TROTZ aller seelischen Landschaften, die er in sich trägt, und die bei jedem, wirklich jedem defiziös sind. Somit bleibt der Anschluß jeder seelischen Problematik ausschließlich in der Wahrheit definierbar und bestimmt.

Jedes, wirklich jedes der von Bonelli hier als Kriterium für "Narzißmus als Persönlichkeitsstörung" (bzw. psychische Erkrankung) läßt sich deshalb auf eine Schuldfrage reduzieren, ja ist nur eine solche. Mehr noch, jedes dieser Kriterien hat in anderer Form als durchaus berechtigte innerseelische Reaktion eine völlig andersartige Begründung und Entstehungsgeschichte, ja kann sogar unter Umständen wirklichen Wert bedeuten.

Das hat gerade in einer Gesellschaft seine enorme Bedeutung, die - wie heute - keine Strukturen mehr bietet, also nicht mehr von Gestalten ausgeht, um die es geht, sondern alles auf "persönliche Fähigkeiten" und Dispositionen zurückführt. Das führt zu einer kollektiven Verunsicherung, in der niemand mehr Ruhe und Sicherheit gewinnen kann, niemand mehr mit deren normaler Form aufwächst, sondern jeder und ständig um eine Position kämpfen muß. Und als Trophäe jeden Tag am Abend bestenfalls eine täglich wieder und wieder zu gewinnende Gestalt in Händen hält. Aber anstatt davon ausgehend weiterzuschreiten, muß er am nächsten Tag erneut dieselbe Sisyphos-Arbeit beginnen. 

Das führt zu einem Kollektivklima nicht nur des Neides, sondern einer autistischen Ignoranz des jeweils anderen ALS GESTALT. Bemerkt, rezipiert wird nur noch nach dem Leid-Lust-Schema. Deshalb hat die Psychologie diese Bedeutung erhalten, die sie heute hat, weil sie das perfekte Instrument ist, Gestalt aufzulösen, so wie sie entstanden ist oder wo sie dabei ist zu entstehen. 

Persönlichkeit kann zum einen nie ohne den Begriff der Heiligkeit gesehen werden. Das trägt sogar die freudianische Psychoanalyse als verborgenen Anspruch in sich. Zum zweiten aber geht sie - wie die Heiligkeit - von einer Bereitschaft zur sachlichen Erfüllung einer Aufgabe einher, die der ORT, also die Gestalt in sich trägt. Seelische Strukturen, egal wie man sie bewertet, müssen also immer "von oben her" gesehen werden, vom Ort, vom Stand, von der Aufgabe her, niemals "von unten her", also von einer egal wie gearteten "seelischen Gesundheit". Die es in dieser Form gar nicht gibt, sondern die eben immer nur in einem Dialog mit der realen Lebensaufgabe, dem Ort gesehen werden kann. 

Deshalb kann sich auch ein psychologisches ("therapeutisches") Gespräch nur an dieser sachlichen Anforderung ausrichten. Dieses geht aber heute von einer Auflösung der seelischen Strukturen aus, die ihren Optimalzustand in einem distanzierten, sogar spielhaften Verhältnis zu diesen Aufgaben zu finden vorgibt, in dem die Gestalt keine Rolle mehr spielt, sondern sich alles in einem lockeren Plauderton erledigt. Ein Plauderton, wie er im letzten aber nur im Verhältnis zu einem möglich und zulässig ist: Zu Gott selbst. Was Freud aber gemacht hat, und worin ihm die Psychologie seither mit wehenden Fahnen gefolgt ist, ist die Besetzung dieser Stelle durch - den Psychiater, Psychoanalytiker, Psychotherapeuten. 

Es gibt deshalb keine Psychologie, die quasi Hilfwissenschaft zur Beichte ist, auf die sogar auch verzichtet werden kann, geht es um "Gesundheit". Gesundheit, als Rückgriff auf Heiligkeit, ist kein Parallelzustand, der ohne Lösung der Schuldfrage möglich ist. (Weshalb auch so viele Heilungen durch Jesus selbst mit den Worten beginnen: "Deine Sünden sind Dir vergeben.") Darin irrt die Psychologie grundsätzlich, darin irrt Bonelli, und darin irrt unsere Zeit. Zugleich liegt darin der Grund für die Popularität dieser Scheinwissenschaft, die schon in ihrer Methodik verrät, daß sie von Seele gar keine Ahnung hat - weil sich letztlich als Naturwissenschaft auffaßt. Man kann Geist nicht mit biologischen Methoden "erforschen". Dazu braucht es vor allem anderen einmal die Dimension der Wahrheit, die auch mehr ist als "Richtigkeiten".

Sonst bleibt nur ihre Entschuldungs-Simulation. Die sich in der Psychologie ein Instrument der Auflösung von Rezeption und Urteil geschaffen hat, wie es sich in der Vita Sigmund Freuds problemlos nachweisen läßt. Die ohne Konfrontation mit der Schuldfrage (aus unsittlichen Haltungen Freuds selbst) zur Auflösung des Gewissens durch Auflösung der Bezugspunkte von Schuld - die sachlich-objektiv im Ort liegen, an dem man steht, also in der Gestalt und deren Erfüllungskriterien - gelangen will.

Und darin liegt auch ihr "Geschäftspotential", ihre Popularität in der Gegenwart. Ob die Psychologie heutigen Zuschnitts deshalb überhaupt sonst einen anderen Wert hat, denn den als Geschäftsmodell, als Instrument einer bestimmten sozialen Schichte, mit dem sie Macht über andere gewinnen können, darf mit Recht stark bezweifelt werden. Denn Schuld ist nicht "ein" psychologisches Problem - schon gar: neben anderen - sondern es ist die Grundproblematik, auf der Gesundheit als Projektion aus Heiligkeitsvorstellungen heraus aufruht. Der Mensch sucht nämlich gar nicht "Gesundheit", sondern "Heiligkeit", auch wenn er das nicht "weiß" oder "wissen will".

Die Psychologie aber muß als das bezeichnet werden, was sie ist: Subversion. Mit einem Erkenntnisgewinn, der sich in der Kategorie befindet, die sich zwischen Lächerlichkeit und banalen "na ned nana"-Gewißheiten bewegt.

Das, wonach sich aber ein Mensch wirklich ausrichtet, was also jede subjektive, im letzten aber Geheimnis bleibende Grammatik mitbestimmt, erschließt sich nur als dieser Sphäre zugehöriges Symbol, damit erst aus der Anthropologie, der Metaphysik, also der Sinndimension des Menschseins überhaupt. Darum herum bewegen sich alle menschlich-psychischen Probleme, wenn man es so bezeichnen will, und daran richten sie sich auch aus.  Aber diese Dimension der Wahrheit kennt die Psychologie gar nicht, ja darf sie gar nicht kennen, so oft sie diesen Begriff auch verwendet: Er ist dort undefiniert, undefinierbar und schwammig, versinkt bestenfalls irgendwo in "Ehrlichkeit". 

Ohne zu sehen, daß es keinem Menschen möglich ist, weder sich selbst gegenüber wie anderen gegenüber, "die Wahrheit" über jemanden zu kennen. Das ist Gott vorbehalten, der Mensch ist zu sehr Geheimnis. Auch ... der Narziß. Der ja genau das nicht glauben will.*

Ohne diese damit auch theologische Dimension der Wahrheit, die personal ist, die also ein aktives, wechselseitiges wie (nicht zuletzt über die Gnade, ohne die kein Seiendes bestehen kann) wechselwirkendes Gespräch jedes Menschen, jeder Seele ist, kann es eine Seelenkenntnis also gar nicht geben, die über das typisch liberalistische, objektiv weitgehend bedeutungslose "Lust-Leid-Schema" evolutionistischer Weltverkennung hinausgeht und damit irgendetwas wenigstens wert sein will. Erst dort liegt dann der Schlüssel zu dem, was ansonsten nur vorgetäuscht wird: Freiheit. Denn Freiheit ist eine Frage des Heiligen, nicht des "Gesunden".







*Nur eine Ausnahme sei mit Vorbehalten angeführt: Die Logotherapie. Die streng genommen aber weder Psychologie noch Therapie ist, sondern lediglich zum Schritt zur Offenheit der Wahrheit gegenüber helfen kann, der aber letztlich inhaltlich undefiniert bleibt. Im letzten bleibt jeder Mensch ein Geheimnis, das nur Gott als das Absolute Wissen kennt.




Blick ins Irrenhaus

Dieses Video von SWR ist deshalb interessant, weil es einige Zahlen und Verhältnisse recht gut darstellt. Und damit so manche Vorstellung relativiert, die wir ab und zu gerne verfolgen. Das Bild der Hysterie, das die angeblich so wichtige Welt der Geldspekulation bietet, ist zwar als Zeitdokument von gewissem Interesse, aber es zeigt gleichzeitig, daß es kein Fundament hat. Schon gar keines, vor dem wir uns wirklich zu fürchten hätten. 

Wer "bei sich" bleibt, muß sich vor diesen Dingen nicht fürchten. Der hat sein Leben auf anderen Säulen stehen. Er kann in vielerlei Hinsicht dem Treiben der Welt, das ein Schattenspiel ist, in Ruhe zusehen. Die Welt ist nämlich ein Wunder, das in des Allmächtigen Gottes Hand liegt. Zu glauben, sie wäre ein Mechanismus, dessen man sich bedienen könnte, vorausgesetzt man wäre clever genug, ist ein tragischer Irrtum.

Wo liegt die Fragwürdigkeit der auch in diesem Video aufgeworfenen angeblichen Problematik, wie der Enteignung der "Sparer"? Daß viel zu viele Menschen - durch die Absurdität des Systems, das uns vor allem seit den 1970er Jahren beherrschen möchte - über Geld verfügen, das sich in keinem Verhältnis zu ihrem sittlichen Stand befindet.  Die also Geld hatten und zu haben meinen oder haben möchten, das unproduktiv ist. Das darauf spekuliert, daß sich unproduktives Geld auch noch vermehren sollte, "Junge kriegen" sollte.

Diese Leute nun als "Opfer" darzustellen braucht schon gehörige Chuzpe. Wie dumm muß man sein, um zu glauben, daß sich Geld aus sich heraus vermehren könne? Das ist aber exakt jene Chuzpe, die auch ein Karl Marx hatte, der das Märchen von der großen Ungerechtigkeit in die Welt setzte und instrumentalisierte, um sich und seine Sittenlosigkeit zu rechtfertigen. Die in die Welt setzte, daß sich Geld "vermehren" könne. Als Geld ohne Wert. Denn Wert liefert nur Arbeit, liefert nur (sittliche, schöpferische) Weltwirklichung.

Darauf, werter Leser, mögen wir alle setzen. Auf schöpferische Arbeit. Und auf mitmenschliche Solidarität, auf Liebe somit, in der wir uns gegenseitig stützen, wenn das Leben uns auf eine Weise kennzeichnet, in der wir (mit dem Alter sozusagen) immer eingeschränkter an manchen Prozessen teilnehmen sollen. Wo wir aber in einer sozialen Spannung, einem Ort leben, an dem das, was wir genau jetzt zu geben haben, auch geschätzt wird, weil man begriffen hat, daß man genau das nun braucht.

Wenn jemand - wie in diesem Filmbeitrag des SWR - im Alter beklagt, daß er nicht wisse, was er mit seinem Geld sonst machen solle, als es zu Zinsen anlegen, die es aber heute nicht mehr gebe, der deshalb nach Möglichkeiten sucht, "mehr Ertrag" zu generieren (und damit die arbeitenden Menschen umso mehr belastet, das ist die Wahrheit hinter dieser simplen Floskel), also zu spekulieren, dann ist das das sicherste Anzeichen dafür, daß sein erworbenes, sein besessenes Geld seine Lebenspotenz ganz einfach überschreitet. Es ist somit - der Leser möge den VdZ steinigen, aber so ist es - zu Unrecht besessen. Und das wird man entdecken, wenn man seine Spur aufmerksam genug verfolgt.

Zu Unrecht besessen, wie es der Sozialstaat, wie es universalistische, absurde "Wirtschaftstheorie" in den 1970er Jahren endgültig in die Köpfe der Menschen gedrückt hat, indem die Politik die Menschen korrumpierte, und deren Laster und Todsünden - allen voran den Neid und die Gier - zur Tugend umdeutete, indem es sie ... zum Opfer stilisierte. Und ein Opfer darf doch auch Unrecht Gut annehmen?

Gibt es keine Menschen in der Nähe, die Not leiden, denen man also helfen müßte? Gibt es keine Unternehmer im Umfeld, die toll arbeiten, aber Geld bräuchten, um eine neue Maschine, eine neue Halle zu bauen, an denen man sich nunmehr beteiligen könnte? (Die Beispiele, die einerseits interessanterweise, andererseits krankerweise der Bericht bringt, sind in sich schon Krankheitszeichen. In solche ideologisch-verblödeten Firmenideen würde auch der VdZ keinen Euro investieren. Wir brauchen Privatkapital, jawohl, aber es muß der Vernunft der Anleger überlassen werden, ob sie diesen Ideen auch genug vertrauen, wo kämen wir denn da hin?) Gibt es keine Künstler, denen man Aufträge gibt, so daß sie Werke schaffen können ohne Schimmelbrote fressen zu müssen, die unendlich mehr wert sind als das Geld, das man ihnen dafür gibt?

Genauso ist doch auch das entstanden, was man sich am Donnerstag-Konzert-Abend in gepflegter, bürgerlicher Atmosphäre im Musiksaal der Stadt als "Mozart-Abend" reinzieht. Wovon hat aber etwa Mozart gelebt? Eben. Genau von diesen Menschen, genau von diesen Geldern. Die früher, und über Jahrtausende und überall auf der Welt, der Akkumulation des Reichtums einer Kultur dienten und damit über viele Generationen Frucht brachten. Heute? Heute stehen die Fettpropfen da und jammern über den Staat, weil sie zu wenig Zinsen bekommen, weil ihr steriles Geld keine Jungen kriegt. Pervers! A- und sogar anti-kulturell. Da ist jeder Niederbruch nur zu gerechtfertigt.

So nebenbei: Es ist erbärmlich, wenn auch so ein aufklären sollendes Video die Entstehung von Geld nicht in ihrem Zusammenhang mit Wert - und damit Arbeit, Mensch - begreift, sondern dem Schwachsinn folgt, der heute die meisten Köpfe beherrscht: Geld würde durch Kredit entstehen. Da gehen manche, ja viele wohl von ihrer eigenen Lebenspraxis aus. Nicht arbeiten, nichts schaffen, sondern Kredit aufnehmen.

Ja, Banken schöpfen Geld, das ist richtig. Aber sie schöpfen es immer in einem Verhältnis zur Arbeit, zum realen Wert, WENN sie auch ... pleite gehen können. Und nicht vom Staat mißbraucht werden (oder sich - meist dann sogar gerne - mißbrauchen lassen), um fiktive Haushaltszahlen aufrecht zu halten. Die, die solchen Unsinn verzapfen, sind im Video sogar "Professoren" und "Experten". Na servus ... dann wundert einen eben nichts mehr.

Solche Desinformation bringt die Menschen aber immer mehr sogar dazu zu meinen, ja zu fordern, daß die Geldschöpfung überhaupt zu einem Staatsmonopol werden solle. Genau das, was sie stranguliert, der unerschöpfliche staatliche Appetit, wie er der Parteien-Demokratie unausweichlich innewohnt, soll also Prinzip werden? Da geht offenbar eine PR-Strategie auf.







Samstag, 10. August 2019

Ein Sittenbild

Was auf diesem Video zu sehen ist, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Es fehlt einem wohl die Phantasie dafür. Aber Frontex, die EU-Einheit, die das Flüchtlingschaos im Mittelmeer ordnen soll, hat hier in einem Zusammenschnitt das Ergebnis einer achtstündigen Beobachtung des Treibens rund um "Flüchtlinge" und Schlepper präsentiert. Und es wohl exemplarisch gemeint hat: Als nächste Stufe in einem riesigen Geschäft, das nur funktioniert, weil es so viele Idioten in Europa gibt.

Was ist zu sehen? Ein Schiff hat ein Holzboot im Schlepptau und fährt von Afrika aus Richtung Europa (Italien). Etliche Seemeilen vor Lampedusa, der italienischen Insel, deren Bewohner es auch schon längt satt haben, Anlauf- und Unterbringungsstation für illegale Einwandernde zu sein, passiert dann etwas Seltsames. Plötzlich tauchen aus dem Schiffsinneren rund siebzig "Flüchtlinge" auf, die auf das Holztschenakel umsteigen. Nur wenige haben eine Rettungsweste. Dann fährt das Mutterschiff davon, wohl um die nächste Fracht auf See zu bringen.

Das armselige und überladene Holzboot aber nimmt nun Kurs auf Lampedusa, riskiert dabei durchaus nicht unabsichtlich, auch in Seenot zu geraten, um dann gerettet zu werden. Denn fortan gilt das Schicksal seiner Insassen als Beispiel für den verzweifelten Kampf armer Flüchtlinge ums Überleben, das sie samt einer gloriosen Zukunft von den gnadenüberschwellenden Europäern erwarten. Die dann hier die Trommeln schlagen, weil es doch darum gehe, "menschlich" zu handeln und den Ärmsten der Armen zu "helfen".

Schlepperwesen pur. Da amüsiert es nur noch zusätzlich, wenn man liest, daß Frontex die Herkunft der Migranten (natürlich vorwiegend junge Männer) aus diesem Boot mit Bangladesch, Libyen und Marokko angibt. 

Das ist aber der Stoff, aus dem die Heiligen dieser Tage geschnitzt sind. Die offenbar Heiligkeit von Lächerlichkeit nicht mehr zu scheiden wissen. Jenem Stoff, aus dem ein horribler Prozentsatz unserer Bevölkerungen bereits geschnitzt sind. Offenbar bestehen Zusammenhänge zwischen der Selbst-Heiligsprechung und oft genug schon krimineller Dummheit.

Denn die sieben Besatzungsmitglieder des Schiffes wurden natürlich verhaftet und der Menschenschlepperei angeklagt. Was mit den "Flüchtlingen" geschah, ist von Frontex nicht überliefert worden.








Nachbemerkung zur Produktivität von Volkswirtschaften (3)

Teil 3)




Mathematik kann da und dort Dienste leisten, ja, aber sie ist als Betrachtungsgrundlage für eine Wirtschaft falsch und völlig ungenügend. Sie führt sogar wie im Falle der MMT zu einer fatalen Fehleinschätzung. Wo sich jemand in die Hand von Krediten begibt, unterwirft er sich deren Bedingungen.***

Wir erleben auch also im Privaten dasselbe, was unsere Volkswirtschaften im Großen erleben: Einen immer weitergehenden Verlust an Effizienz! Denn wenn wir von Effizienz sprechen, müssen wir das auf ein und dasselbe Vorgehen, ein und dasselbe Produkt, ein und dieselbe Lebensqualität (etc.) beziehen.

Das ist mehr als eine nette Metapher. Das ist eine blanke Realität. Zwar können wir durch die Technik ANDERE beziehungsweise gewisse Lebensvorgänge vereinfachen, wir können auch andere Produkte genießen, aber wir können eines nicht: DIE ALTE LEBENSWEISE EFFIZIENTER MACHEN. Der massive Einsatz von Technik hat unser Leben verändert, das ist alles. Effizienter hat diese unser Leben nicht gemacht, im Gegenteil.****

Und wenn wir auch sagen können, daß wir dadurch immerhin viel mehr Produkte zur Verfügung haben, die sogar leistbar sind, so nur, weil erstens diese Produkte in der Qualität reduziert und völlig veränderte, neue Produkte sind, die sich verglichen mit dem Ausgangspunkt (dem, was sie verbessern etc. sollten) weiter reduzierten (was immer heißt, dem Konsumenten Aufgaben zu übertragen, die das Produkt früher noch löste), und zweitens, weil wir in unserer Lebenserfüllung auf immer mehr VERZICHTEN. 

Eine hochtechnische Volkswirtschaft und Gesellschaft ist also ein völlig anderes Ding als jene, die das nicht sind. Aber es ist das durch eine Veränderung, eine Umschichtung, eine Verlagerung. Es ist keinesfalls eine Steigerung der Effizienz des Bisherigen. Und das sollten die sogenannten Ökonomen schön langsam in ihre Überlegungen einbauen, wenn sie noch Wert auf gewissen Ruf legen. Denn dann würden sie, die Wissenschaftlichkeit vortäuschen, indem sie sich schamlos der Erkenntnisse und Methoden anderer Wissenschaften bedienen und zu einem bunten Blumenstrauß arrangieren, vielleicht vom Stand der Kaffeesudleser zu wenigstens halbwegs ernsthaften Philosophen aufsteigen.

Wenn wir heute davon sprechen, daß wir MEHR Produkte, mehr Genußmomente im Vergleich zu früheren, technikärmeren Zeiten haben, dann sollten wir einmal darüber nachdenken, ob der PREIS, den wir dafür zahlen, ob das worauf wir dafür verzichten, nicht viel zu hoch ist. Ob wir nicht statt "besser" einfach "anders" leben. Und ob dieses "anders" tatsächlich "besser" ist. Effizienter ist es jedenfalls nicht.




***Das ist der Grund, warum Kredit und Kreditwirtschaft IMMER zur Konzentration von Geld und Vermögen hier, zur Verarmung und Auslöschung der Mittelschicht dort kommt. Denn der Mensch fällt ihr IMMER zum Opfer. Das macht das Zinsnahmeverbot der Kirche, das bis heute gilt (!), so realitätsfundiert. 

****Ja, auch der VdZ ist für einen Um-/Rückbau der Wirtschaft. Aber "Klima" ist nicht nur der falsche Ansatz, sondern - weil eine einzige Lüge - sogar kontraproduktiv. Und fördert eine der tödlichen Bedingungen: Die Globalisierung, die Ent-Lokalisierung (zum Beispiel durch Energieleitungen) die weitere existentielle Vernetzung der Volkswirtschaften, die ihre Integrität aufgeben müssen oder per Verordnung verlieren. Und ihr Hauptsatz ist in sich eine Drohung und ein Irrtum, daß nämlich nur "global" zu agieren sei, das Lokale unbedeutend, ja, daß der Mensch das Hauptproblem ist. Das genaue Gegenteil ist der Fall! Alles muß zurück zum einzelnen Menschen, zum verbindlichen sozialen Umfeld, zum verbindlichen lokalen Kleinraum, dort fängt alles an. Und die Politik muß diesen Kleinraum schützen, nicht "aufbrechen" wie sie es jetzt tut.





Freitag, 9. August 2019

Das Normalste am Wetter ist das Extreme

Während wir noch im Mai den kühlsten Mai seit über hundert Jahren bejammerten, war der Juni der wärmste seit ebenso vielen Jahren. Hier bei uns. Denn Kalifornien stöhnte unter einer der schlimmsten Kältewellen der letzten Jahrzehnte, die die Früchte auf den Feldern kaum der Jahreszeit gemäß wachsen ließen. 

Extremwetter? Das neue Zauberwort der Klimaerwärmer, die mangels Erwärmung auf Klimawandel setzten, und nun das, was wir jedes Jahr und jeden Tag erleben als "Extrem" neurotisieren. Denn wer hat sich denn seit je ums Wetter mehr als täglich notwendig gekümmert, und wer kann in der Erinnerung überhaupt Wetter, Temperaturen, Niederschläge etc. direkt über die Jahre und Jahrzehnte seines Lebens vergleichen? War es nicht in der Jugend genauso heiß? Heißer? Kühler? Regnerischer? Ohne Vergangenheit aber kann die Gegenwart nicht eingeordnet werden. Und das machen sich Panikmacher zunutze, die von den Menschen ein Urteil zu etwas verlangen, das sie gar nicht beurteilen können.

Ein Blick auf eine Übersicht über die Wettercharakteristika des letzten Jahrhunderts macht aber rasch klar: Wann gab es je ein Wetter, das "normal" war? Waren nicht Extreme immer und zu allen Zeiten und Orten, weltweit, an der Tagesordnung? Der Blick auf die Seite lohnt. Denn er macht wieder gelassen. Und weckt daneben manche Erinnerung.