Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Sonntag, 9. Oktober 2022
Das schicksalsschwere Lebewohl des Ostens
Samstag, 13. August 2022
Liebe deine Feinde! (4)
Freitag, 12. August 2022
Liebe deine Feinde! (3)
Donnerstag, 11. August 2022
Liebe deine Feinde! (2)
Mittwoch, 10. August 2022
Liebe deine Feinde! (1)
Nie kann ein Volk "Feind" sein, Immer können es nur bestimte Kräfte darin sein, und die zu bekmpfen, die zu der Macht zu entheben, ist es, das Krieg sehr wohl legitim machen kann. Ohne daß ein Außenstehender "gefragt" werden muß hat jedes Volk ein Recht auf Krieg, seine Befindlichkeiten sind seine Angelegenheit, das Urteil darüber steht niemandem zu.
Sehr wohl stünde es aber dem Außenstehenden zu, den kulturlosen Krieg anzuklagen. Der ist dann der "verbrecherische" Krieg. Seltsamerweise (oder eben gerade nicht seltsamerweis, sondern typischerweise) wird genau das nicht gemacht, obwohl es einen eindeutigen Verbrechensaspekt gibt! Doch der liegt sehr anders, als bei uns kolportiert wird.
Das nun zu Sagende ist, so mein Urteil, in einem Film in der Länge einer dreiviertel Stunde erkennbar. In der die (vorgeblichen; sie sind nicht von Rom anerkannt) Marienerscheinungen von Hrushiv behandelt werden, und den ich unten angefügt habe.
Dienstag, 14. Juni 2022
Der Weise, der schon 1998 alles kommen sah (2)
Dienstag, 8. März 2022
Der verdrängte Irrtum Rußlands (1)
Donnerstag, 21. Oktober 2021
Gedankensplitter (1317d)
Er nahm Königin Isabella vor seiner ersten Abreise sogar den Schwur ab, daß alles, was er in "Indien" entdecken würde, alles das Gold und die Edelsteine, die man sich (auch aus den Berichten Marco Polos) erhoffte, eine riesige Armee finanzieren sollte, die den seit langem eingeschlafenem Gedanken eines Kreuzzuges in die Tat umsetzen sollte.
Das ist einer der Gründe, warum sein Logbuch, das als Reisetagebuch für die Auftraggeber und Finanziers so ausführlich geführt wurde, so viele Hinweise auf mögliche Goldfunde enthält. Sodaß man daraus schließen könnte, es wäre ihm nur darum gegangen - wüßte man nicht sonst so viel über ihn.
Zum einen mußten aber die Seeleute bei Laune gehalten werden, die ein ungeheures Wagnis auf sich genommen hatten - in eine völlig unbekannte Ferne zu reisen, von der man nicht sicher sagen konnte, ob man nicht eines Tages "von der Erde fallen" würde, oder (auch das eine häufige Angst) auf der anderen Seite der Erdkugel "hinunterrutschen" würde, sodaß man nicht mehr herauf- und nach Hause kam. Also mußte man ihnen die Aussicht auf riesige Gewinne ständig warmhalten, sonst hätten sie gemeutert.
Warmgehalten werden mußten aber zum anderen auch die Finanziers daheim. Sie hatten NUR die Motivation von Gewinn, und hier vor allem durch die Funde von Gold und Edelsteinen. Also notierte Columbus jede Äußerung der Indianer auf den Inseln, die entdeckt wurden, in denen diese von solchen Reichtümern AUF ANDERN Inseln und Landen berichteten. Wo zu vermuten steht, daß diese Erzählungen dazu eingesetzt wurden, um die Spanier, vor denen man sich durchweg bald fürchtete, wieder los zu werden.
Montag, 9. August 2021
In wessen Schoß die Macht ruht (1)
In der Frage, wer das wahre Oberhaupt der österreichischen (als Teilmenge der deutschen) Völker ist, zeigt sich eine heiße Spur. (Denn die "demokratisch gewählten" sogenannten Volksvertreter sind es sicher nicht. Sie sind ein fragiles und sich dieser Fragilität bewußtes Scheintheater einer Machtusurpation, der jede absolute Legitimität einer Machtausübung fehlt.
Allerbestenfalls kann in unvermeidbaren Fällen, die ein subsidiäres und föderalistisches, pseudo-staatliches Handeln (die Bundesländer Österreichs sind 1919 per Zwang zu einem Staat zusammengeschlossen worden) erfordern (etwa im Kriegsfall) von stellvertretender Handlung gesprochen werden, die aber keine dauernde Politikerkaste erforderte. Die österreichische und die deutsche Politik haben also keine Führung im eigentlichen Sinn, die aus sich heraus handeln, gestalten, schon gar verändern könnte.
Aber ein Volk kann sich keine Regierung selbst "geben". Das ist metaphysisch unmöglich. Es kann bestenfalls "so tun als ob", und dann eine groteske Komödie abziehen.
Donnerstag, 5. November 2020
Wider Enzykliken (2)
Das Problem begann in Wahrheit schon 1519 mit Luther, mit den gesellschaftlichen, politischen, kulturellen Verwüstungen, die der Protestantismus anrichtete. Was wir weiter unten genauer ausführen wollen, hat da bereits angefangen, und zwar auch und vor allem in den Festlegungen in der Liturgie, der langfristig die Luft abgeschnürt wurde. Spätestens hier begann eine Entwicklung, die wir mit "Identität als Apologetik und Angstbehauptung" betiteln wollen und nach dem Zweiten Vatikanum einen vielleicht nicht mehr zu überbietenden Höhepunkt erreicht hat.
Wobei im noch größeren Rahmen gesehen auch diese Festsetzung des Anfanges unzulänglich ist. Denn um präziser zu sein müssen wir schon im langen 13. Jahrhundert ansetzen. In jenem Zeitraum, wo dieses fast traumähnliche Ganze, das Europa als die Kultur des Abendlandes gewesen ist (und das jede Kultur im Grunde ist, ist sie noch eine Kultur und nicht ein verwesender Leichnam), zu zerfallen begann. Wir sehen es also noch schärfer als das Greenhorn in seinen Ausführungen, die wir hier so schamlos als Sprungbrett zu unserer eigenen und umfassenderen Deutung benützen.¹
Aber offensichtlich schlagend wurde es 1789, bei und nach der Französischen Revolution. Und der von ihr verwirklichten Schwächung der gesellschaftlichen Position der Kirche, namentlich ihrem Autoritätsverlust durch die aufoktroyierte Aufklärung. Das hat zu einer veränderten Haltung der Päpste als oberste Autorität geführt. Sie sahen sich mehr und mehr (und warum auch immer) genötigt, dem Wust an aufkommenden Ideen und Ideologien etwas entgegenzusetzen, das zuvor gar nicht notwendig war. Zumindest nicht von Päpsten direkt.
Denn zuvor waren es die Priester und Katecheten, die Mönche und Heiligen, vor allem aber durch die Liturgie und den Jahreskreis, der die Gesellschaft (als und zur Kultur) geformt hatte und völlig selbstverständlich gewesen war. Diese Selbstverständlichkeit war nun ins Wanken geraten, und das sahen auch die Päpste als oberste Autorität. Und sie taten eines, sie griffen zur einzigen Waffe, die ihnen angesichts des realen Bedeutungsverlustes noch blieb: Sie griffen zum Stift.
Das heißt nichts weniger als daß, was nun in der Kirche einsetzte, bereits aus einer Position der Schwäche heraus entstand. Die Kirche erfuhr sich unterlegen, und integrierte nun das Überlegene - den Staat (und das heißt letztlich, von anderer Seite aus gesehen, den Zeitgeist) und dessen Begierden.
Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter der Revolutionen, des Zerfalls gesellschaftlicher Strukturen und politischer Organisation von Völkern. Der Staat stand im Vordergrund des Denkens, und damit auch die Autorität und Stellung der Kirche. Die erstmals etwas begann, was es in dieser Form zuvor noch nicht gegeben hatte. Sie begann, ideale Strukturen und Bilder zu entwerfen. Vom Staat, von der Kultur, von ihrer eigenen Struktur. Und mit einem Mal stand die Position des Papstes zur Diskussion. Innerhalb der Kirche!
Diese Frage wurde bekanntlich sogar Anlaß einer nächsten Kirchenspaltung, die der (so genannten) Alt-Katholiken. Aber der wahre Anlaß war, daß eine positive Definition³ (sofern sie nicht Poesie ist, die man aber Spekulative Theologie nennt) für eine wissenschaftliche philosophisch-theologische Auseinandersetzung damit untauglich weil zwangsläufig mangelhaft bleibt. Und so mancher katholische Eckpfeiler, darunter der zum Kirchenlehrer erklärte Kardinal Henry Newman, sah das Problem (speziell bei der Dogmatisierung der Päpstlichen Unfehlbarkeit) nicht weniger wie der bayrische, dermalen hoch angesehene, aber heute katastrophal miß- und unverstandene (wofür der Wikipedia-Eintrag einmal mehr ein Beispiel ist) bayrische Theologe Ignaz von Döllinger. Der dafür exkommuniziert wurde.
"Das Papsttum," schreibt dazu unser Greenhorn, "beschränkte sich im Allgemeinen auf die Rolle, Streitigkeiten beizulegen und damit die Grenzen der Orthodoxie festzulegen. Die Moraltheologie wurde mehr oder weniger den Moraltheologen überlassen. Und die positive Theologie den Poeten, Mystikern und Spekulativen, fügen wir hinzu.
Der stetige Strom von positiven Erklärungen nach 1789 war vielleicht eine notwendige Gegenmaßnahme gegen das Revolutionäre, aber er war zumindest außergewöhnlich.
Die Weisheit und moralische Integrität der Männer, die in diesen Jahren das Papsttum innehatten, verlieh ihnen viel Autorität. Es ist jedoch wenig vorstellbar, daß irgendjemand eine solche moralische Führung der Päpste während der 'Pornokratie' des 9. Jahrhunderts ernst genommen hätte.
Dennoch waren die besten Enzykliken alles andere als akademisch. Sie waren vielmehr Versuche, die unsterbliche Lehre der Kirche auf konkrete moderne Situationen anzuwenden. [Enzykliken waren] kein Selbstzweck, sondern unterstützten ein größeres Betriebsprogramm. [Sie waren] niemals Wiederkäuer um ihrer selbst willen."
Waren zuvor kirchliche - also päpstliche - Lehrentscheidungen kaum jemals mehr als Abgrenzungen gewesen, konsultierte man Lehrkompendien lediglich in Fragen, was NICHT katholisch ist, setzte eine neue Bewegung ein, die sich darauf zu konzentrieren begann positiv zu formulieren, WAS KATHOLISCH SEI. So etablierte sich Schritt für Schritt eine Form der päpstlich-lehramtlichen Äußerung, die als "Enzykliken" betitelt das aufzuarbeiten begann, was denn die Kirche immer schon geglaubt hatte.²
Damit aber passiert etwas scheinbar Seltsames, es beginnt zwangsläufig, das Denken vorzugeben und es damit EINZUSCHRÄNKEN. Ja damit wurde die Vernunft des Menschen, diese unverzichtbare Basis der katholischen Theologie und Anthropologie! beschränkt weil als Säule der Freiheit festgelegt.***
War das Katholische zuvor das Unbegrenzbare, das in seiner Weite und Größe niemals erfaßbare, das mehr durch Grenzen als durch positive Beschreibung zu erfassen war, begann nun eine neue Art des Umgangs damit um sich zu greifen.
War bislang grosso modo alles das katholisch gewesen, was nicht explizit NICHT katholisch war, war immer mehr nur noch das katholisch, was DEFINIERT war. Der Leser möge das in Ruhe bedenken, und so nachvollziehen, wo der gravierende, wirklich gravierende Bruch in der Haltung des Getauften zu Glaube, Sakrament und Liturgie besteht.
Aber die Lage hat sich mehr und mehr geändert, ein Stein wurde auf den anderen gesetzt. Schon keineswegs zufällig wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Neothomismus ausgerufen. Er war nicht weniger als Restaurationsversuch, ein Selbstbefestigungsversuch, die Rückbesinnung auf Thomas von Aquin. Der immerhin auch so gesehen werden kann, daß er am weitesten aller Denker und Beter im katholischen Kulturraum dabei kam, eine geschlossene, positive Theorie aufzustellen.²
Die in seinen zweifellos großen und großartigen Hinterlassenschaften wie der "Summa Theologiae" und der bewußt als Abwehrkompendium gegen die Irrtümer des Islam (die ja in ihren Prinzipien keineswegs Einzelfälle sind, sondern als Archetypen für den gesamten menschlichen Geistesraum gelten können) verfaßten "Summa contra Gentiles" als Bastion bereits genug war und es noch immer sein sollte, den leidenschaftlichen Anstürmen der Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts zu widerstehen.
Das hat sich mit und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil grundlegend geändert. Schon die Texte dieses Konzils kann man als Versuche begreifen, die Gesamtheit des Katholischen zu definieren, OHNE noch auf die Grenzen einzugehen. Ja, die Grenzen verschwanden sogar nahezu, und wurden nur noch für den existent und erkennbar, der ausreichend theologische und philosophische Bildung und Herzensreife hatte, sie mit den Texten des Konzils still mitzudenken.
Entsprechend verschwommen und "flexibel" sind viele, oft sogar die entscheidenden Formulierungen. Und das ist auch kaum anders möglich. Denn will man das Katholische positiv formulieren, ihm als "Lehre" eine Kontur geben, die in der intellektuellen Welt bestehen kann, muß man nicht nur scheitern, sondern der Versuch, es dennoch zu tun liefert, was wir tatsächlich geliefert bekommen haben:
Texte, die dermaßen ambivalent sind, weil so viel zu berücksichtigen ist, weil so viel offen zu bleiben hat. Weil jede positive Formulierung² im intellektuellen Disput bestehen können muß. Sodaß am Ende dieses langsamen Scheiterns aber die Auflösung, die positive weil unbestimmte (weil in den Augen mancher ohnehin unbestimmbare) Vieldeutigkeit, und damit letztlich der Verzicht auf das eigentlich Mitzuteilende steht.
Das aber der sensus fidei, der existentielle Glaubenssinn, keineswegs als offen erfaßt. Es ist nur kaum oder gar nicht zu formulieren. Hinter jedem Glaubenstext steht also etwas, das mehr ist als Text, das ein reales, vollwirkliches und geschichtswirksames wie - schaffendes Glaube(n) ist!
Sonntag, 6. September 2020
Alte Messe - Neuer Ansatz (2)
Ob also Martin Mosebach nicht die Liturgie zu sehr aus dem Blickwinkel des Künstlers (in der Standescharakteristik dem sakramentalen Priester einerseits gleich, anderseits nur durch die Sakramentalität der Weihe und deren Folgen unterschieden) sieht. Ob er aber sonst nicht etwas propagiert, das bestenfalls als "Gespräch unter Priestern" möglich und gestattet ist, aber den Kern der Liturgie, ihr Problem - ihr Verhältnis zu den Gläubigen, zum Volk! - völlig verfehlt. Ja, wo sogar die Alte Messe dieselben Irrtümer fortsetzt, die man in der Neuen Messe dann in Vollgestalt zu Gesicht bekommt.
Samstag, 5. September 2020
Alte Messe - Neuer Ansatz (1)
Samstag, 13. Oktober 2018
Das Wichtige fliegt unter dem Radar
Machen wir es kürzer, als es die schon bisher so gar nicht ruhig-eine orthodoxe Kirche verdiente. Seit dem 16. Jahrhundert hat Moskau als geistliches Zentrum Kiew den Rang abgelaufen. Das war allgemeiner Beschluß sämtlicher Patriarchen und gilt bis heute. Und bis heute hat Moskau auch den Ehrenvorsitzenden der gesamten Orthodoxie, den Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus I. finanziert und in seinem Titel ohne Mittel (viele Orthodoxe gibt es in Istanbul ja nicht mehr) gewissermaßen am Leben erhalten.
Und pflegt seither engste Verbindungen mit Rußland. Die türkischen Exporte nach Moskau haben sich in den letzten beiden Jahren verdoppelt. Während die Armee zunehmend durch den Kauf russischer Militärtechnik ihre Einbindung in die NATO fast schon aufgegeben zu haben scheint. Da bereitet sich also einiges an explosivem Stoff vor. Ohne Rußland wäre Erdogan ohnehin bereits heute politisch tot, manche meinen das sogar buchstäblich (beim Putsch, bei dem er von Putin telephonisch gewarnt worden sei), weil Erdogan sich seit vielen Jahren (nicht nur) außenpolitisch lächerlich dilettantisch, ja kindisch (insofern wieder fast liebenswert) verhalten hat.
Der gelernte Imam (mit seinem wahrlich bewundernswerten Sinn für die Rolle von Gestalt und Form in der Politik, die man sich bei uns nur wünschen kann, und eine Echtheit seiner Religiosität anzeigen, vor der man seinen Hut ziehen muß) hat sich sogar so weit überhoben, daß sich im Osten (Kurdenstaat, beginnend in ... Kasachstan, mit amerikanischer Unterstützung, die Puffer, Einflußbereich und Machtraum zugleich damit schaffen) - auch das völlig unter dem Radar unserer Wahrnehmung! - ein Desaster für die Türkei vorbereitet. Erdogan war dem allen (bis in die höchsteigene Wirtschaftspolitik) nicht gewachsen, man muß es ganz nüchtern sehen. Ganz ehrlich: Macht nicht aber genau das die Orientalen so liebenswert? Der VdZ meint es jedenfalls. Sie sind und bleiben ... Poeten. Die freilich in der falschen Welt leben, weil mit allem Recht der Moderne den Rücken zuwenden und unausweichlich unter die Räder kommen. Ihr Denken vermag das, was heute vorgeht, gar nicht zu fassen.
Was Bartholomäus I. schon lange macht, steht in einer gewissen Tradition. Schon im 13. Jahrhundert und vor allem wenige Jahre vor dem finalen Angriff der Türken auf Konstantinopel im Jahre 1452, im Konzil von Florenz, haben die Patriarchen von Konstantinopel um Hilfe im Westen angesucht. Beide Male wurde diese verwehrt, weil man die Unterstellung unters römisch-päpstliche Primat als Forderungen der übrigen Patriarchate verweigerte.
Es ist schon erstaunlich, wie exakt sich die Geschichte manchmal wiederholt. Als ginge es doch wirklich nur um "Archetypen", um immer gleichbleibende Grundkonstellationen als ontologische Spannungen, die bei anderen Lösungen nicht nur nicht gelöst werden, sondern immer wieder neu an die Türe klopfen, als warteten sie nur auf eine nächste Gelegenheit, bis sie realisiert werden. Auch heute sucht Bartholomäus Hilfe im Westen. Aber diesmal spaltet er tatsächlich die Orthodoxie, macht sich gar zum "zweiten Papst", wie die russische Orthodoxie meinte.
Freitag, 5. Oktober 2018
Wanderer durch den Herbst
Freitag, 17. August 2018
Warum dennoch römisch-katholisch
Wir bringen ihre Gedanken in der üblichen Freimütigkeit, in der wir an dieser Stelle stets unmittelbare Bezugstexte ergänzen, wo es zum weiteren Verständnis für die Leser dieser Seiten nützlich scheint. Wer am reinen Originaltext interessiert ist, möge ihn auf den Seiten von OnePeterFive nachlesen.
Der zweite Punkt ist die Haltung zur Empfängnisverhütung, die in der Orthodoxie aus ebensolchen pastoralen Gründen "flexibler" ist. Aber der Umstand, daß Empfängnisverhütung in der römischen Kirche untersagt ist, hat nichts mit kirchlicher Willkür oder Macht zu tun, sondern geht aus der Anthropologie, aus dem Wesen des Menschen hervor. Er liegt deshalb in der Schöpfung selbst begründet, also im Willen Gottes, und kann nicht verändert werden, wenn es "pastoral barmherziger" wäre. Das sind menschliche Maßstäbe! Genau das wirft man der römischen Kirche zum Gegenteil zuletzt vor: Aus pastoralen Gründen ihre Lehre ändern zu wollen, wie es die Orthodoxie gemacht hat.
Die ganze Fülle der Wahrheit, das ist Nicholas klar geworden, lebt nur in der römisch-katholischen Kirche. Nur dort findet sie in Theologie und Philosophie eine Ausfaltung, eine Weiterentwicklung im besten Sinn, die der orthodoxen Kirche gewissermaßen fehlt. Nichts in der Orthodoxie, das nicht im römischen Katholizismus ebenfalls enthalten wäre - aber dort ist noch mehr. Gleichwohl von der Orthodoxie zu lernen wäre - wie in der Liturgie, oder in den Formen der Frömmigkeit.
Wenn man davon läßt, wenn man diese Hoffnung, dieses Vertrauen aufgibt, gibt man letztlich überhaupt die Kirche auf, auch wenn man sich orthodox nennt bzw. der Orthodoxie zugehört. (Die im übrigen ihre Geschichte beileibe auch nicht als Aneinanderreihung von puren Großtaten sehen kann.) Wir müssen das ausleiden, aushalten, was sich heute abspielt. Und fest gerade in diesem Moment bleiben, in dem sich alles scheinbar so zur Nacht verdunkelt hat.
Sonntag, 29. Juli 2018
Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (6)
Bedarf von Zwillingen, sich zu unterscheiden
Kein Orthodoxer würde noch eine römisch-katholische Liturgie besuchen
Aber mit rein dogmatischen Einigungen wäre es nicht mehr getan. Die römische Kirche ist bereits glaubenslos.
Könnte dennoch auch nur irgendjemand aus der Orthodoxie am nächsten Morgen in eine katholische Kirche gehen? Nein, ganz eindeutig: Nein. Ein Orthodoxer in einer römisch-katholischen Messe würde nicht wissen, wo er sich befindet. Er würde sich nicht in einem gemeinsamen Glauben finden! Kein Orthodoxer würde sich im Römischen wiederfinden. Dazu müßte sich die römische Kirche komplett reformieren, sich auf ihren Glauben und ihre Tradition völlig neu besinnen.
Samstag, 28. Juli 2018
Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (5)
Im Fleischverbot ist eine weitere, gewaltvolle Geißelung des Fleisches nicht notwendig
Ein Priester darf keinen "sex appeal" haben
Wer steht zeigt, daß er sich der Autorität unterwirft. Diese Änderung ist auf die Protestanten zurückzuführen - der VdZ hat schon mehrmals gesagt, daß die liturgischen Neuerungen des Tridentinums eine kaum faßliche Reaktion auf den Protestantismus war, der SEITHER noch deutlicher Einzug in der Katholizität hielt. Er hält schon deshalb die tridentinische Messe als Formalregelung, wie es so viele heute meinen, keineswegs (mehr) für das Heilmittel des Katholizismus! Da ist viel mehr notwendig. Die "alte, tridentinische Messe Paul V." ist vielmehr eine direkte Wegbereitung für die katastrophalen Zerstörungen des 2. Vatikanums und seinen Folgen. Das macht auch "Petrusbruderschaften" oder "Piusbruderschaften" und wie sie auch heißen mögen zu Totgeburten.
Freitag, 27. Juli 2018
Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (4)
Änderungen an allen Sakramenten
Im Mittelalter verlor sich sogar diese Praxis, und entwickelte sich zur heutigen, völlig neuen römisch-katholischen Praxis: Man übergießt nur noch den Kopf des Säuglings. Das Sakrament wurde zum "Symbol". Man beachte dabei aber vor allem: Die Bewegung! Von - zu! Was geht von - zu? (Übrigens: Das Konzept des "logos", der ein "auf - hin" ist.) Das kommt einer Perversion, einer Umkehrung dessen gleich, was Taufe überhaupt IST.
Wer aber "tauft" überhaupt?
Gibt es drei Sorten von Christen? Vom Auseinanderreißen der Sakramente.
Auflösung der Fastenordnung
Vom Zölibatären ist mehr verlangt, als von den Aposteln
Donnerstag, 26. Juli 2018
Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (3)
Die päpstliche Unfehlbarkeit hat versagt - sie bewirkt erst die Verwirrung, die zu bekämpfen sie vorgab
Gnade als eigene Wirklichkeit?
Wer gestorben ist, ist noch lange nicht gerettet
So lange jemand noch im "Fegefeuer" ist, daß das Feuer der Hölle ist, ist jemand nach orthodoxer Ansicht aber noch nicht gerettet. Worauf bezieht sich so ein "Optimismus"? Die Orthodoxie hat deshalb 40tägige Riten nach dem Ableben einer Person, man muß sich um jeden Verstorbenen ernsthafte Sorgen machen. Denn der Übergang von diesem Leben zum ewigen Leben passiert nicht "plötzlich". Und schon gar nicht ist er leicht (wie er es bei der Jungfrau Maria war.) Er ist sehr sehr herausfordernd, und unsere Gebete für den Verstorbenen sind äußerst wichtig. Was die Protestanten, im speziellen noch die Calvinisten sagen, daß die Seele nach dem Tod SOFORT in den Himmel gelange, entbehrt jeder Grundlage. Wenn man auch gewisse Vorsicht bei solchen Konzepten haben sollte, denn im Neuen Testament steht nichts darüber.
Mittwoch, 25. Juli 2018
Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (2)
Die Liste der Unterschiede - Am Anfang stand das Filioque
Im päpstlichen Primat sieht die Orthodoxie die Abweichung, daß es beim Bischof von Rom in der römischen Auffassung nicht einfach um den "Nachfolger von Petrus" geht, sondern um dessen "stellvertretender Präsenz auf Erden". Daraus ist die Vorstellung erwachsen, daß der Bischof von Rom nicht einfach Jurisdiktion über SEINE Diözese (Rom) hat, sondern daß er gleichermaßen das Recht hat, sich disziplinär in die Agenden der östlichen Patriarchen einzumischen. Nicht nur gewissermaßen "im Vorrang der Ehre", sondern in Jurisdiktionsgewalt.