Die Stärke von INTUITION ist keine prinzipielle Frage. JEDER sie, und zwar im Rahmen der ontologischen Ordnung, also des wahrhaftigen Seinsgefüges im Ideengefüge Gottes, wie es geschaffen ist. Die Frage der Stärke - bewußt oder unbewußt, also bemerkt oder nicht bemerkt - ist also keine "esoterische" Frage, sondern eine Frage der Sittlichkeit. Diese gibt auch ihre Färbung. Aber nicht "weiß und schwarz", wie man es über Magie sagt, im Grunde gibt es diese Bipolarität allerhöchstens als grundsätzliche Ausrichtung hin zu Wohlwollen (Liebe, also Seinsbejahung) oder Ablehnung (Haß, also Zerstörungsabsicht).
In diesem Rahmen ist somit die gesamte Menschheit, ja die gesamte Schöpfung INTUITIV zusammengefügt. Sobald sie sich in einer Bejahung einfindet, startet diese Wirklichkeit, aber wie gesagt: in oft sehr (!) großer Skalierung und Stärke wie Tiefe.
Das hat dann einerseits IMMER mit individueller Prägung zu tun, aber nie mit der Physis, der Materialität, weil (wie Rosmini so schön herausgearbeitet hat) das GEISTIGE nicht materialisiert gedacht oder vorgestellt werden darf. Und Intuition ist eine Kategorie der Geistigkeit, in dem Sinn also eben kein "Sinn" wie das Riechen oder Schmecken.
Z. B. ist der tief religiöse Mensch disponiert dazu, und zwar im Rahmen seiner Lebensaufgabe, die eine ontologische Prägung ist; aber der Wirt, um ein weiteres Beispiel zu nennen, erkennt intuitiv an der Art, wie jemand sein Glas Bier nimmt und trinkt im Grunde dieselbe geistige Blase wie der Religiöse, nur in anderen Inhalten wie auf anderen Wegen.
Das gibt aber der Intuition in weltlichen Belangen eine faktische Relatitivität. Etwa der Ausgang eines Handlungskomplexes, der einen Namen hat ("Entführung der Person X"), kann dann auch in der Intuition wechseln, ohne daß das zu verschiedenen Zeiten wahrgenommene Bild ("Hellsicht") wahrer oder unwahrer wäre.
Immer aber sind eben die wahrgenommenen Bilder oder Gewißheitsanflüge ontologisch ausgerichtet. Wie sich diese prinzipielle Neigung des Zueinander von Dingen dann äußert kann nämlich scheinbar in der Auswirkung wechseln, bleibt in Wirklichkeit aber immer gleich, wird vom "Sichtigen" (die Intuition interpretierenden, umsetzenden Wesen - ich sage Wesen, weil natürlich Tiere am perfektesten intuitiv wahrnehmen, nie unwahr, immer richtig, nur nie selbst gewußt)
Zusammengefaßt: Zwar ist Intuition die erste, unterste (unausgeprägteste) Zusammenschließung alles Geschaffenen in jeweiligen Seinskreisen der großen (hierarchischen) Ordnung der Schöpfung, aber die Gestalt ist immer ortsbedingt und damit mehr oder weniger "wahr" (richtig) - wo Menschen beteiligt sind!
Dort unterliegt auch ihre Ausprägung, ihre Gestalt der individuellen Charakterform, denn der Mensch ist auf Erden, weil er seinen ewigen Platz GESTALTEN, "machen" muß. Und hierin muß er seine Berufung erfüllen (sodaß Gehorsam die erste Grundkategorie der Existenz ALLER Dinge ist), und kann sich somit auch VERFEHLEN.
Denn deren Rang und Stelle in der Seinsordnung ist zwar einerseits ontologisch klar und unveränderlich und für alle gleich vorgegeben, aber einerseits innerhalb dieser Ordnung (Ord - OrDnung) IMMER hierarchisch (wie die Engelsordnungen, ja im Grunde mit dieser verschmolzen), anderseits durch die Erbsünde (die von jedem Menschen überwunden, d. h. in die Erlöstheit des Getauften eingebunden werden muß)
Wird fortgesetzt