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Sonntag, 19. April 2026

Ungarische Tänzchen

Habe über einer Lektüre über Marketing gerade einen prickelnden Gedanken. Was wäre, wenn diese ganze Geschichte mit dieser TISZA-Partei, mit der aus dem Nichts entsprungenen Alternative zu ORBAB/FIDESZ namens Peter MAGYAR in Wahrheit ein Produkt aus der Marketingabteilung von … Fidesz&Orban (oder wie immer man diese Hintermänner sonst nennen will) wäre? Ist es nicht das Gelbe des MarketingEis, auch die Konkurrenz zu erschaffen? 

Geht es nicht seit langem im Marketing nicht um Konkurrenz und Wettbewerb, sondern um den Besitz und die Macht über einen gesamten Markt? Und böte nicht Ungarn ideale Voraussetzungen für so eine Kasperliade? Böte nicht dieses ganze Orban- und Rechts-/Konservativ-Theater um diese Figur Orban die perfekte Konstellation dafür? 

Noch sind es erst einige Indizien, die für diese Zhese sprechen, so hart sie auch schon sein mögen. Vor allem aber sollte man darüber nachdenken, ob man es den Akteuren im Theater des Politischen nicht zumindest zutraut, so zu denken und zu handeln. Und ob man selber es nicht so machen würde, stünde man an der Stelle der politischen Partei Akteure.

Oder glauben Sie, werter Leser, wirklich noch an die durchgängige Ernsthaftigkeit politischer Vorgänge in unseren Breiten? Oder sind nicht die Rezeptoren für wirklich Wirkliches bei uns schon dermaßen irritiert, daß wir gar nicht mehr an diese alles tatsächlich tragende Fundament des WIRKLICHEN gelangen? (Zumindest nicht mehr bewußt.) Hat sich nicht das öffentliche Geschehen, der Sprachraum, der Raum der Gestalten und Figuren unserer Psyche(n) bereits so weit von diesem wirklich Wirklichen entfernt, daß wir das Sein, daß wir die Sprache Gottes gar nicht mehr nachbilden können (was dann DENKEN wäre)? 


Mit anderen Worten: Gibt es noch etwas, das wir als Welt vor Augen haben bzw. das sich als Welt geriert, das nicht völlig verrückt, ja - weil es ihm an Humor fehlt, dieser Fähigkeit zur Distanzierung - geistesgestört ist?

Ich jedenfalls kann nichts mehr von dem, das mir täglich und bis ins kleinste Alltägliche hinein begegnet, ernstnehmen. Vielmehr hat sich über alles diese seltsame Decke eines "so tun als ob" gebreitet. 

***

Dienstag, 4. Mai 2021

Vielleicht hat der Leser eine Antwort (2)

 Teil 2) Woher aber kommt das Geld?


Aber das ist noch nicht alles, werte Leserschaft. Es hat sich noch etwas anderes gezeigt, und das ist nun wirklich spannend, und der VdZ kann sich auch keinen so wirklichen Reim daraus machen. In derselben Zeitung vom 13. April dieses Jahres ist nämlich etwas über das Sparverhalten der ungarischen Familien zu lesen. Ausgehend von der Nachricht, daß der ungarische Staat eine nächste Anleihe begeben wird, die in Ungarn "Superanleihe MAP+" heißt. Und nun bei einem Gesamtvolumen von 5.500 Milliarden Forint (rund 15,6 Milliarden Euro) anlangt. 

QR Defizit Ungarn

Diese Anleihe muß man als Teil einer Strategie sehen, die Orban seit Jahren verfolgt. In den mittlerweile zehn Jahren seiner Amtszeit hat sich die Verschuldung des ungarischen Staatshaushaltes immer mehr ins Inland verlegt. Insgesamt, so die Budapester Zeitung, betragen die staatlichen Anleihen, die vorwiegend Familien halten, bereits 9.300 Milliarden Forint (rund 26,5 Milliarden Euro). Seit 2010 hat sich die Verschuldung des ungarischen Staates bei seinen eigenen Bürgern (also: Familien) von 3 Prozent auf stolze 25 Prozent seiner Gesamtverschuldung erhöht. Und das, so die Zeitung, habe in der Corona-Krise wesentlich dazu beigetragen, daß der ungarische Staat so stabil gewesen sei.** Immerhin sind alleine 2020 die gezeichneten Superanleihen um 1.000 Milliarden Forint (rund 2,8 Milliarden Euro) gestiegen. 

Und wenn wir schon bei Zahlen sind: Im ersten Quartal 2021 hat der ungarische Staat (ohne Kommunen) ein Haushaltsdefizit von 1,144 Millliarden Forint (800 Millionen Euro) eingefahren.

QR Inflation Ungarn

Nun nehmen wir noch ein paar Eckdaten her.

Montag, 3. Mai 2021

Vielleicht hat der Leser eine Antwort (1)

Wie war das mit den Hilfen für Familien und erhöhter Fertilität in Ungarn? Da sind Milliarden im Spiel, gewiß, und man merkt es vor allem an den großen, schwarz-metallisé blitzenden SUVs, die das Straßenbild beherrschen. Milliarden, die fast ausschließlich zu den Frauen fließen. Mit welchem Argument? 

Festhalten! Weil die Kinder (bei Scheidungen) ohnehin meist bei den Frauen bleiben. Und weil Frauen die eigentliche Belastung mit den Kindern zu tragen haben. Das sagen die Politiker ganz frei, und niemand denkt sich etwas dabei. Es ist ja auch bald vergessen.

Daß aber nicht einmal das mit der Belastung stimmt, darüber werden wir zu gegebener Zeit hier noch handeln. Denn es ist ein dramatischer Irrtum, der mit der subjektivistischen Wende der letzten 200 Jahre der Weltbegegnung zu tun hat, die die abendländische Kultur auf Verdunstungstemperatur gekocht hat. Davon ist natürlich auch Ungarn nicht ausgenommen, denn Orban hin und Jobbik* her - das genuin Individuelle ist immer in ein übergeordnet Größeres eingebettet. Das heißt, daß ERST das Abendland in seiner Gesamtentwicklung steht, und DANN die Variierung durch "die Magyaren" erfolgt. 

Aber wir greifen heute das Thema auf, weil sich außer den großen Schlitten (achja, SUVs sind "familiengerechte Wagen", das hat der VdZ ganz vergessen, die da als Trostpreis und Spielzeug für die Männer bei der "Familienförderung" rausspringen, und so mancher wird damit sogar zufrieden sein, zumindest bis die Kiste auseinanderfällt) in weiteren Bereichen ein Zuwachs abgezeichnet hat. Der nicht schwer zu prognostizieren war. 

Das ist zum einen der rasante Anstieg der Immobilienpreise im Land. Ausgerechnet in einer Zeit, in der die Einwohnerzahl von Jahr zu Jahr sinkt, weil die Abwanderungsrate einfach zu hoch ist, wirkt das etwas befremdlich. Und in den Gesprächen mit Ungarn hat sich in den letzten zehn Jahren offenbar wenig geändert. Sie sehen nach wie vor das Leben im Westen (mit besonderer Liebe zu Österreich und Deutschland) als Lebensziel. 

Und das ist zum zweiten der dramatische Anstieg der Kosten für Neubauten. Alleine 2020 sind die Kosten für neuerrichtete Wohnhäuser um zehn Prozent

QR Budapester Zeitung

gestiegen, berichtete unlängst die Budapester Zeitung. Wäre interessant auszurechnen, wie hoch nur die Preissteigerung in absoluten Zahlen ist. Darf der VdZ wetten? Sie ist genauso hoch oder höher als der absolute Betrag, den Orban medienwirksam "für Familien" ausgibt.

Genau das, Wohnraum, sollte mit der in manchen rechten und katholischen Kreisen im Kampf gegen die demographische Katastrophe des Abendlandes hoch gepriesene Familienförderung aber gefördert werden. Daß Familien gerne mehr Kinder wollen, weil damit dann auch ein leichter weil großzügig vom Staat geförderter oder gar bezahlter Zugang zu ausreichend und qualitativ schönem (weil neuem) Wohnraum verbunden ist. (Und, natürlich, zu einem Auto, das genug Platz für alle hat.)

Und die Förderungen sind wirklich hoch, wir haben schon berichtet. Da springen schon mal 100.000 Euro und mehr raus, nicht rückzahlbar, wenn sich ein Pärchen vertraglich verpflichtet, zu heiraten und binnen etlicher Jahre drei Kinder in die Welt zu setzen; wobei wie gesagt es explizit die Frau ist, die diese Gelder lukriert. 

Wer in dieser eigentümlichen Vernutzung von Kindern und Menschen (ein Mensch ist immer Selbstzweck; Kinder zu "züchten", weil man sie zum Gesellschaftserhalt braucht und deshalb für sie "bezahlt", ist für einen katholischen Staat nicht zulässig) ein ethisches Problem wittert, sollte das lieber für sich behalten, wenn er in konservative(re)n Kreisen akzeptiert werden sollte.

Die Familienförderung mit der Ungarn (und Polen, übrigens, da ist es angeblich ähnlich, zumindest hat Orban es gerne als Vorbild zitiert**) ist aber gar keine. Und das wollen wir hier sagen und zeigen. Die Statistiken, die voriges Jahr von einem riesigen "Erfolg" zeugten, sind Einmal- und Nachzieheffekten geschuldet. Langfristig hat man NOCH NIE MIT GELD Familien "gefördert." Nirgendwo in Europa. 

Die ungarische Familienförderung ist also ein Schuß ins Ofenrohr. Und zwar aus mehrfachen Gründen, die nicht nur komplex sind, wie sich bereits jetzt zeigt, sondern auch noch ganz andere Fragen aufwerfen. Auf die vielleicht der Leser eine Antwort findet. Denn der VdZ sieht vor allem aufgeworfene Fragen.

Zuerst einmal, weil das Fördergeld vom Markt sofort aufgesogen wird. Der auf höhere Solvenz der Kunden und steigende Nachfrage ganz einfach mit höheren Preisen reagiert.

Wobei wir gar nicht darüber spekulieren wollen - und das plausiblem Hintergrund - daß die Paare mit diesem geschenkten Geld auch etwas "lockerer" umgehen, um es so rasch als möglich loszuwerden. 
Denn immer ist mit willkürlich zugeführtem Geld, das das Niveau übersteigt, das dem sozio-ökonomischen Geflecht entspricht in dem ein Mensch eingewoben ist (und mit dem sein Rechts-, Wert- und Selbstgefühl untrennbar verbunden ist), unmittelbar das Gefühl von Schuld verbunden. Wo im Nebeneffekt der "Geförderte" versucht, dieses ihm nicht "gehörende" Geld rasch wieder loszuwerden.*²*

Damit ist nur eines erfolgt: Eine Umverlagerung. Keine "Förderung". Eine Umverlagerung der Familienordnung. Und das ist die in Wahrheit mittel- und langfristig familienzerstörerische Zeitbombe, von der hier bereits die Rede war. Nicht in Zeiten, wo alles eitel Wonne ist, sondern wenn das Wetter umschlägt, die Sorgen größer werden, der Mann mit dem Rotz kämpft, und das tut jeder immer wieder, der schöpferisch tätig ist. 

Dann stellt sich plötzlich heraus, daß die Frau das existentiell stabile Element ist, die ist, an der das Bestehen der Familie hängt und durch sie gesichert ist. 

Also schauen wir uns an, erste Reihe fußfrei, was mit einem Großteil der Ehen passieren wird. Weil die Ehe nur Ehe ist, wenn sie das hierarchische Zueinander von Mann und Frau berücksichtigt. Das wird mit der Verlagerung der realen weil finanziellen, existentiellen Macht zu den Frauen, die "die Männer gar nicht mehr brauchen", gewaltig erschüttert. 

Weil es eine ontologische Spannung grundlegt, die sich auch immer zum Ausdruck bringt. In der der Mann den Druck fühlt, um die Vorherrschaft zu ringen, während die Frau die Vorherrschaft über den Mann tatsächlich ausübt weil in der Hand hat. Auch wenn sie bei "viel gutem Willen" (vielleicht stammt sie aus einem sehr traditionellen christlichen Umfeld, dort soll es ja Zauberer geben) so tut, als könne sich trotzdem der Gehorsam dem Manne gegenüber ausreichend verwirklichen. Lachhaft. Der Mann kann auf den Ämtern ja nicht einmal alle Verträge "namens seiner Familie" (die unter seinem Namen firmiert) unterschreiben.

Naja, und weil die Kredite auf die Frau gehen, hat der Staat Ungarn unter Viktor Orban (der, werter Leser, seinerzeit mit dem Stipendium einer George-Soros-Stiftung an einer Londoner Wirtschaftsuni studiert hat) seine liberale Modernität unter Beweis gestellt - 

"Leute, der IST doch gar nicht "konservativ-rückständig-rechts!" (denn so gut wie jeder "Rechte", der in Wahrheit liberal ist, hat diesen enormen Druck, sich als "ich bin doch gar nicht so" zu beweisen, was die paradoxe Situation gebracht hat, daß so gut wie überall und immer "rechte" Parteien in unsren Ländern sozialpolitisch am progressivsten und radikalsten waren)

- indem nun die Frau (die die Kinder hat) auch locker eine "neue Ehe" eingehen kann. In der sie es mit einem anderen Mann und Vater probiert. Klingelt es noch immer nicht? Na dann vielleicht morgen.

Morgen Teil 2) Woher aber kommt das Geld?

*²*Damit erklärt sich die Beobachtung von Ludwig von Mises, der genau diesen Effekt beschrieben hat: Geldzufuhr hat eine (Volks-)Wirtschaft noch nie befördert, sondern immer geschädigt. Es hat außer Inflation und beschädigten Preisgefügen (und: Korruption, wie sie sich im Sozialstaat als Sozialbetrug im Nebeneffekt der bald allgemein werdenden "Jagd nach Sozialleistungen als Einkommensquelle" äußert) nie etwas Positives bewirkt. Das gilt für Familien nicht weniger.

QR Demographie Polen
**Die demographische Realität in Polen ist wie in ganz Mittel-Ost-Europa dramatisch, und wird jährlich weiter schlimmer. Die Geburtenraten gehen überall NACH WIE VOR ZURÜCK, obwohl auch Polen viel Geld verschenkt und das "Familienförderung" nennt. Die dafür sorgen soll, daß mehr Kinder geboren werden. Wo immer also Viktor Orban bzw. sogenannte "katholische Medien", die blöd genug sind, um PR-Jubelmeldungen jeder Art zu veröffentlichen, wenn sie nur ihren Phantasien entsprechen, jene "Statistiken" herhaben, die einen angeblichen Erfolg der Familienförderung belegen sollen - es ist Unsinn. Man muß vielmehr zugeben, daß im gesamten ehemaligen Ostblock eine seelische Depressionsdynamik zugange ist, die ganz andere Ursachen haben muß. Und vermutlich, geht man ihr nach, viel Aufschluß über die Lebenskraft von Völkern und Kulturen aufzeigen und belegen könnte. 


Mittwoch, 10. Oktober 2018

Warum unser Volk abwandert

Im Jahre 2017 verließen 31.500 Ungarn das Land für mindestens ein Jahr. Der Anteil jener, die definitiv auszuwandern angaben, erhöhte sich in dieser Zahl eklatant, berichtet Jobbik. Insgesamt stieg die Zahl der auswandernden Ungarn seit 2009 um das Sechseinhalbfache. Nach Zahlen des österreichischen Statistik-Zentralamts geht ein Viertel davon nach Österreich. Der Leser wird in Ostösterreich, namentlich im Burgenland, kaum noch ein Restaurant, keine Weinstube finden, die nicht via Personal "in ungarischer Hand" ist.

Das ist schlimm, irgendwo. Das ist tragisch, irgendwo. Wenn auch im Fall Burgenland auf eine Weise völlig logisch, denn das war immer Westungarn, seine ganze soziologische Struktur ist darauf ausgerichtet.

Das ist dennoch aus anderen Überlegungen her nicht gut. Meist sind es ja Leute, die im ungarischen Durchschnitt gesehen gut ausgebildet und leistungsbereit sind, die also dem ungarischen Volk und damit der ungarischen Volkswirtschaft schwer fehlen. Aber ist das wirklich die Folge einer falschen Politik der FIDESZ mit ihrem Vorsitzenden Viktor Orban? Ja, ist das überhaupt im absoluten Maßstab gesehen "schlecht" - schlechter als in Europa generell? (Wobei es ein Österreicher sowieso nicht als "schlecht" empfindet, denn er ist es per naturam gewöhnt, daß er alle Völker der Monarchie aufnimmt und als "heimisch" akzeptiert.)

Ist dem Leser aber bewußt, daß jährlich 100.000 Deutsche, meist mit ausgezeichneter Ausbildung, meist mit Hochschulabschluß, MEHR auswandern als mit vergleichbarer Qualifikation zu- oder zurückwandern? In Österreich ist das anteilig nicht anders. Obwohl in beiden Ländern die Bevölkerung nominell "wächst". Trotz stagnierender, nein, weiter rückläufiger Geburtenrate wird zum Beispiel Österreich, Tendenz steigend, in wenigen Jahren die heute 9,7 Millionen, die Ungarn heute gerade noch als Bevölkerungszahl ausweist, Tendenz seit 1981 fallend, übertroffen haben. Als der VdZ in den 1960er Jahren in Österreich aufwuchs, hatte sein Heimatland stolze 7 Millionen Einwohner. Ungarn kratzte in jenen Jahren an der 10,5 Millionen-Grenze.

Da muß es also etwas anderes geben. Anders als die westeuropäischen Staaten versuchen die ehemaligen Ostblockstaaten nämlich nur nicht, sich in den eigenen Sack zu lügen und "Zuwanderung" auszuweisen, die im Grund nur Zusatzbelastung ist, die jede zukünftige Entwicklung nur noch schwieriger macht.

Es muß etwas geben, was diese (meist jungen oder jüngeren) Leute dazu bewegt, ihre Zukunft nicht in Europa zu sehen.

Die Antwort ist ziemlich einfach. Österreich hat ein ähnliches Geburtendefizit der angestammten Bevölkerung wie Ungarn. Aber es hat weit weit mehr Zuwanderung. Sind das aber jetzt Leute, die sich hier eine tolle Zukunft versprechen, die in hohe und höchste Jobs streben, um etwas zu erreichen? Nein. Es ist Zuwanderung ins Sozialsystem, das auf Kosten einer tüchtigen Restbevölkerung geht. Ganz einfach, ganz simpel. 

Diese tüchtige Restbevölkerung gibt es in Ungarn nicht. Dort gibt es keine Mittelschicht, so sehr sich alle Ungarn bemühen, das zu verleugnen, oder Mittelschicht vorzutäuschen. Unterstützt durch den Schwachsinn, der sich in der Soziologie und über sie ausbreitet, der Mittelschicht als "Einkommensgröße" definiert. Nein. Mittelschicht ist die Schicht von Menschen, die ihr Einkommen im Grund selbst generieren, die nicht lohnabhängig sind. Basta.

Die gibt es in Ungarn nicht mehr als Folge der Ausweisung der Deutschen 1946, mit dem folgenden Kommunismus, wo es bestenfalls noch Scheinunternehmer gab, die sich halt mit dem Etatismus aus Budapest abfanden. Aber genau diese Deutschen waren in erster Linie Kleingewerbetreibende, Händler, Produzenten, tüchtige Landwirte und Weinbauern, diese Deutschen waren genau die ungarische Mittelschicht. Und die, die blieben, die bleiben "durften", durften diese nur, weil sie ihrer völligen Enteignung und Magyarisierung zustimmten. Die alles taten, um im Land ihrer Vorfahren (sic!) überhaupt bleiben zu dürfen.

Diese Mittelschicht gibt es auch in Österreich kaum noch. Das ist eine Folge der zynisch "Umstrukturierung" genannten verheerenden Folgen der Globalisierung. Ausgelöst durch desaströse, irrwitzige, verantwortungslose, ja verbrecherische Abkommen, die diese Pruntzer von Politiker, die wir seit Jahrzehnten durchfinanzieren, im Namen des Landes geschlossen haben. Und die das Land ausgeliefert haben. Wem? Tatsächlich, den Großkonzernen, die jeder für sich mehr Budget jährlich umwälzen, als Österreich und Ungarn zusammen.

Mangels Verwurzelung und unter den desaströsen Folgen der völligen geistigen Verblödung, die alle Folgen dieser Selbstentblößung sind, die wir zu erleiden hatten und haben, haben die jungen Menschen heute Lebensvorstellungen, die mit den Grundlagen unseres (und ihres!) Daseins nicht mehr übereinstimmen. Sie rennen Disney-Vorstellungen nach, um es einfach zu machen.

Aber wir selbst lehren heute und schon lange, daß diese Disney-Vorstellungen ein tolles Leben ergäben. Natürlich alles Schwachsinn. Aber was also erwarten wir? Was stellen wir uns vor? In gewisser Hinsicht läßt sich mit ruhigem Gewissen sagen: Die, die heute auswandern und der VdZ kennt so einige, vor allem die in die USA auswandern, brauchen wir wirklich nicht. Die sollen auch dort bleiben, die wollen wir nicht mehr zurück. Denn sie sind verblödet. Sie sind unserer Kultur entfremdet.

Aber wir, wir produzieren in Massen diese Leute, entfremden unsere eigene Jugend von uns selbst, das ist die wahre Tragödie! Und wir, wir Steuerzahler, wir letzten Verwurzelten, finanzieren diese Austrocknung unserer eigenen Fundamente auch noch. Die Politik also arbeitet gezielt darauf hin, uns unsere eigene Jugend zu stehlen, sie zum Auswanderer zu provozieren. Weil das, was sie in unseren Schulen und Universitäten hören mit Europa, mit unserer geistigen Substanz nichts mehr zu tun hat.

Kanzler Sebastian Kurz fliegt nach Singapur, um zu studieren, wo "die Zukunft liegt". Es ist in Wahrheit schockierend. Geht es da um UNSERE Zukunft? Wirklich? Oder wollen wir uns als funktionale Braut möglichst geil prostituieren lernen, als Maßstab der "Bildung"? Das ist ein abscheulicher Beweis, daß wir nicht mehr in der Lage sind, weil sein wollen, Welt zu gestalten, als UNSERE Welt. Die NICHT in Singapur bestimmt wird. NICHT. Nein. Sie wird hier bestimmt und damit geschaffen. Oder wir werden zu Sklaven. Wer nicht schafft, hat bereits verloren. Der ist tot, der ist im Niemandsland, das von anderen okkupiert wird.

***

Ein Land wird aus seiner Poesie geboren, ein Land wird nur durch seine Poesie gehalten, ein Land wird nur durch Poesie in der Existenz getragen. Aus und basta, so ist es, auch wenn es keiner der von unseren eigenen Universitäten Verblödeten noch begreift. 

Wir wissen es. Wir sollten es wissen. Und wir sollten uns davon in unserem Handeln durchdringen lassen. Und aufhören zu jammern, daß die Menschen abwandern, in Ungarn nicht anders als im gesamten Westeuropa (nur ist Ungarn in gewisser Hinsicht ehrlicher). Sondern aufhören - in Ungarn nicht anders als in Österreich - unsere Jugend weiter zu verblöden. Und die Entwurzelung als Modell für die Zukunft anzupreisen.

Denn so lange wird unser Volk auch abwandern. Und woanders eine Zukunft suchen. Den das heimische Volk längst nicht mehr findet. Sonst würde es sein Leben nicht selbst verhüten und vernichten.




*010918*

Sonntag, 2. Juli 2017

Ein Augenblicksbericht aus Ungarn (2)

Teil 2) Die Ungarn sind unglücklich, weil sie, die völkisch so eigen sind, sich mit den Augen eines ihnen immer fremden Westens beurteilen. Und da schmieren sie nun völlig ab.


Diese Ungarn also, die mitten in die drei europäischen Völker - Slawen, Germanen, Romanen - im frühen 9. Jahrhundert aus Asien vorgestoßen sind, und denen man dann diese Bleibe, die Pannonische Ebene, umsäumt von Gebirgen, als ihr Haus- und Eigenrecht zugewiesen hat, um sie zu befrieden, wollen ein starkes Selbstsein, aber zugleich sehen sie sich mit den Augen der "Anderen", der Fremden, der anderen Kulturen. Denn diese sind kulturell, geistig deutlich überlegen (gewesen).

Gleichzeitig sind sie genau an der Mission, die sie so bereitwillig erfüllt haben - der Schutz des Abendlandes gegen nichtchristliche Kulturen, namentlich den Islam der Türken - auch kraftmäßig verblutet. Man schätzt, daß heute kaum noch zehn Prozent der in Ungarn lebenden Menschen "magyarischer Herkunft" sind. Doch hatten die Ungarn eines, das kaum sonst noch ein europäisches Volk hat: Sie sind von einer "heiligen", in Mythen unvordenklicher Zeit verankerten Krone des gottgestifteten Königtums ALS VOLK, als Kultur sogar, verankert. Ein Segen hier, gewiß, ein Auftrag, ganz gewiß, aber auch ein Fluch in diesem realpolitischen europäischen Spiel.

Wenn man aber als Europäer lernen will, WAS ein Volk ist, dann muß man auf Ungarn blicken. Nein, es ist nicht ethnisch-rassisch ausdefinierbar. Nein. Es ist eine - Idee! Es ist damit eine Wurzel der Religion. Es ist eine Kulturwurzel! Eine Identität! Und die ist immer - immer! - ein sublim entstandenes und entstehendes Konstrukt, das in Ungarn die Idee der Krone als einendes weil stiftendes Moment hatte. Selbst die vielen zehn- und hunderttausend zugewanderten Deutschen im Wechsel der Jahrhunderte "wurden Ungarn", der VdZ hat das immer wieder von ihren heutigen Nachkommen gehört. Sie wollten nicht "Deutsche in Ungarn" sein, sie wollten Ungarn sein. 1945/46, die Ausweisung der Deutschen, war also ein tragischer, von den vertriebenen Deutschsprachigen nie verstandener Irrtum. Was im übrigen die von den Ungarn selbst so abgelehnte, aber innert so logische Verbindung mit den Habsburgern - die nur diese Idee als Halteband hatte - als sehr, sehr natürlich erscheinen läßt.

Die Wirkzusammenhänge in die Gegenwart und aus ihr heraus sind sicher komplex, der VdZ will die momentanen Eindrücke noch wenig bewerten. Aber - sie sind da. Und deshalb meint er, dem Leser davon Kenntnis bringen zu sollen. Weil er dieses Land, diese Menschen hier liebgewonnen hat, auch wenn sie so viele Schwächen haben. Aber wer hätte das nicht? Lieber Menschen, die den Sinnen unterliegen, als Weltverächter. Er könnte aber derzeit fast zum Eindruck kommen, daß etwas in Ungarn bröckelt - etwas, das man als die Seele des Volkes bezeichnen könnte. Nein, er glaubt nicht, daß "Orban schuld ist". So einfach ist es sicher nicht.** Aber er bringt es auch nicht zum Stillstand.

Nur einen Punkt kann man in direktem Ursache-Wirkungsverhältnis sicher ausmachen: Die unverständliche Steigerung der Immobilienpreise. Sie sind zu einem guten Teil hausgemacht. Denn vor einigen Jahren hatte die FIDESZ den gloriosen Einfall, ungarische Familien zu fördern. Klingt phantastisch. Aber wie immer: Mit Geld kann man keine Sozialpolitik machen! Das ist sozialistischer Schwachsinn. Und man tat es auch hier, indem man Familien mit Geld förmlich überschüttete, speziell sobald ein Ehepaar Kinder hatte und eine Wohnung oder ein Haus brauchte.

Der Effekt war tödlich. Diese hohen Geldsummen, die plötzlich auf den Immobilienmarkt drängten, bewirkten eine endgültige Verschiebung jedes natürlichen Preisgefüges. Die Preise für Häuser, die Mieten stiegen und stiegen. Das hat nicht nur alle Förderungen aufgesaugt, sondern dazu geführt, daß sich normale, nicht geförderte Ungarn diese Preise nicht mehr leisten können. Das entspricht auch den Beobachtungen des VdZ, der nicht wenige Ungarn kennt, die in Bedingungen wohnen, die man nur als "ziemlich unter Standard" bezeichnen könnte. Die Abwanderungsrate ist nach wie vor enorm hoch, und zwar vor allem unter den gut Ausgebildeten, aber nicht nur dort.

Und die Geburtenrate in Ungarn, vorgebliches Ziel dieser Maßnahme? Sie blieb auf dem europaweit vertrauten, desaströsen Niveau. Kinder in die Welt zu setzen hat ja offenbar einen anderen Grund als "Geld", auch wenn das die Politik bis heute nicht begreift. Nur eines steigerte sich, wie in Österreich, wie in anderen Ländern zu beobachten: Eltern fühlen sich als "bessere Menschen", und benehmen sich auch entsprechend. - Sie haben nun "rechtliche Ansprüche".

Auch das Haus, in dem der VdZ wohnt, verfällt still vor sich hin. Niemand, der Hauseigentümer will oder kann investieren. Also hofft man, daß die Substanz noch eine Weile weiterträgt. Wie ja insgesamt in Ungarn nach 1945, wo man noch dazu den tödlichen Fehler begangen hat, mit den 300.000 bis 500.000 Deutschen, die man als "Volksfeinde" vertrieb (nichts Genaues weiß man bis heute nicht, es ist eben Ungarn, liebenswert, wahrlich liebenswert, aber irgendwie verrückt "inkonsequent" und "ach, machen wir schon"), genau die produktivste Schichte des Landes, die Mittelschicht, aus dem Land zu werfen - aus volkswirtschaftlicher Sicht ein Selbstmord! 

Das bringt der VdZ mit einer aus allen diesen erwähnten Komponenten erklärbaren verbreiteten Mentalität in Verbindung, in der die Ungarn "freies Wirtschaften" mit "catch as catch can" verwechselt haben. Sie haben keine Ahnung, mit Verlaub. Einen Mittelstand, der ein anderes Verhältnis zu Wert und Arbeit hat, der verwurzelt ist, der ganz natürlich gewachsene, traditionelle, soziale Verantwortung sieht, gibt es in Ungarn defacto nicht. Es gibt einen Scheinmittelstand, aus Glücksrittern und am Lohngefälle zum Westen, aber sogar innerhalb des Landes gut Verdienenden (im Osten Ungarns, zur Ukraine, zu Rumänien hin, sind die Löhne noch niedriger!).

Ja, gewiß, man hat viel saniert, gerade in den letzten Jahren, hat manche Autobahnkilometer gebaut, manche Innenstadt renoviert, um einen Wirtschaftszweig (Tourismus) aufzubauen, und Ungarn ist ein wirklich schönes Land. Aber der Effekt? Er ist zögerlich. Er bleibt fast aus. Und diese Gelder, die da ins Land flossen? Sämtlich EU-Gelder, die aber noch zumindest keinen nachhaltigen Effekt haben. Irgendwie ist auch aus dem Westen, auf den man ja gehofft hat, worauf sonst, die Luft draußen.

Westungarn kann sich nur deshalb "halbwegs gut" halten, weil es die nach Österreich auswandernden Arbeitskräfte durch billige Ostungarn ersetzen, damit das hier stark divergierende Lohnniveau (niedrig - hoch) halten, damit jonglieren konnte, und viel Kauftourismus, immer noch, aus Österreich hat. Entsprechend sind die Preisunterschiede für ein und dieselbe Leistung bei unterschiedlichen Anbietern enorm, je nachdem, auf welche Käuferschichte der Anbieter spekuliert. Das führt sogar zu eigenen sozialen Sonderschichten, wie denen der Zahnärzte, in Sopron mit 65.000 Einwohnern gut 300, die praktisch rein auf westliches Publikum ausgerichtet sind.

Korruption ist alltäglich, glaubt der VdZ Berichten, auch wenn er das nicht aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Angeblich aber sogar in öffentlichen Einrichtungen wie dem Krankenhaus, wo sich die Art der medizinischen Betreuung, ein Operationstermin, eine Medikamentenauswahl, von persönlicher Zuwendung nicht zu sprechen, mit ein paar tausend Forint erheblich verändern läßt. Angeblich. Aber - glaubwürdig erzählt. Entsprechend divergieren dem VdZ zu Gehör gebrachte Berichte, von "sehr zufrieden" bis "katastrophal und lebensgefährlich". (Der VdZ kennt freilich eine Ärztin des Soproner Krankenhauses, er würde sich für deren Seriosität glatt verbürgen.)

Der Weihnachtsmarkt in Györ gilt in den Augen des VdZ sogar als Extrembeispiel. Hier fand er gar höhere Preise als beim Markt am Wiener Rathausplatz. Ach ja - hier haben wir einen der Gründe, für die absurden Mietpreise für Geschäftslokale. Die Vermieter wollen an dieser Konstellation "mitschneiden". Gier. Ganz einfach: Gier. Und der Gier immer innewohnende Dummheit, die Klugheit durch "Cleverness" glaubt ersetzen zu können. Oh ja, viele in Ungarn, die, die mit tollen (geleasten) Schlitten durch die Straßen auch von Sopron kurven, halten sich für unheimlich "clever". Auch diese Klagen hat der VdZ zunehmend gehört: Daß es eine zunehmende Schichte in Ungarn gibt, die sich "als etwas Besseres" fühlen, auf alle herabsehen, aber hier leben bleiben.

Insgesamt erhärtet sich also der Eindruck, daß Ungarn heute mehr denn je - oder: wieder? - ein Land ist, das wie ein Schiff zur Plünderung ausgeschrieben ist. Diese Plünderung konnte aber nicht nur nicht gestoppt werden, sondern sie nahm mittlerweile überhand, weil der Glaube, daß Ungarn gesunden, überleben kann, ein lebenswerter Ort auf dieser Welt ist, erschreckend gefallen ist. Den VdZ würde also nicht wundern, wenn bei den nächsten Parlamentswahlen die JOBBIK der FIDESZ an Stimmenateilen so nahekommt, daß sie ihr sogar gefährlich werden könnte. Denn die übrigen Parteien in Ungarn sind einfach abgemeldet. Und noch ratloser. Und noch weniger vertrauenswürdig.

Wäre das die Zeit für eine "Bewegung der Krone"? Die in Ungarn immer noch in so hohem Ansehen steht, daß sie (oder ist es eine Kopie? Man erzählt sich überall anderes ...) im Parlament an einem Ehrenplatz steht. Angeblich fühlen sich 10 (manchen Erhebungen nach sogar 25, dem Gefühlten des VdZ nach ... 90) Prozent der Ungarn als Angehörige einer Monarchie, die nur gerade mal keine ist. Diese Geste der Stephanskrone gegenüber (die originale, die der Papst König Stephan im Jahre 1000 übersandt hat, ist es auf jeden Fall nicht, die ist mit Sicherheit in den Mongolenstürmen, die Ungarn 90 Prozent seiner Bevölkerung gekostet haben, verschollen) hat Victor Orban veranlaßt, immerhin. Angeblich war es aber seine angeblich sehr fromme Frau, eine Katholikin. Orban selbst ist ja Lutheraner. 

Vom metaphysischen Gesichtspunkt - auf jeden Fall. Praktisch? Chancenlos. Aber Gott hat ja schon manches Wunder bewirkt. Vielleicht hat er eines auch für Ungarn in seinem Köcher der Vorsehung. Denn nach wie vor gilt: Die Kirchen in Ungarn sind voll.

Nachtrag vom 22. Juni 2017: Vier Wochen nach Erstellen dieses Blogeintrags wurde der subjektive Eindruck des VdZ (aus Gesprächen und persönlichen Erfahrungen) durch eine bekanntgewordene offizielle Erhebung bestätigt: Das GDP (GrossDomesticProdukt - Bruttoinlandsprodukt, also der Gesamtwert an produzierten Werten) der Ungarn ist in den letzten zwei Jahren um ein Prozent gesunken, obwohl der Privatkonsum unverändert blieb (was heißt: man lebt auf Schulden), und befindet sich im untersten Viertel der EU. Ungarn ist eines der ärmsten Länder Europas. Zum Vergleich: Das GDP in Deutschland (123 Prozent) und Österreich (sogar 126 Prozent) liegt (auf den Durchschnitt der EU) deutlich höher als Ungarn (67 Prozent), und kann sich entsprechend im Privatkonsum (D: 122, Ö: 118 Prozent) fast das Doppelte leisten als die Ungarn (63 Prozent), das am Niveau Rumäniens liegt und nur noch von wenigen Ländern (Kroatien: 59 Prozent, Bulgarien: 53 Prozent) unterboten wird. 

Wer weiterspekulieren möchte, der soll. Denn das sieht (auch Polen liegt ganz ähnlich wie Ungarn, obwohl man dort nach wie vor von blühender Wirtschaft spricht) nach einem kapitalen Bauchfleck der "EU-Osterweiterung" aus, der sich da abzeichnet. Und nur die alte Weisheit bestätigt, daß man eine Volkswirtschaft NIE durch Gelder von außen (die das BIP dieser Länder kurzfristig hochgedrückt haben) nach oben befördern. Macht, Mittel, damit Geld, müssen immer in einem Verhältnis zur Eigenkraft, Werte zu schaffen, stehen. Und das sind wie man hier sieht, lange, sehr lange Prozesse, die nur auf einer sittlich-kulturellen Höherentwicklung eines Volkes beruhen können. Nicht auf Geld. 

Die Osteuropäischen Länder in die EU einzubeziehen, diese Länder in einen schrankenlosen Freihandel einzugliedern, war nicht eine Aktion, den dortigen Menschen zu helfen, sondern eine Ausbeutungsaktion der West-EU, um die dortigen niedrigen Löhne speziell bei standardisierten Primitivtätigkeiten auszunützen. Das ist alles. Damit aber hat man die Selbst-Kräfte für ein Aufstehen aus eigener Kraft auf unabsehbare Zukunft ruiniert.


*Die JOBBIK, übersetzt "die Besseren", also die Partei der sogenannten "Rechs-Rechten" folgt man der Diktion der westeuropäischen Medienpfuhle, Umfragen zufolge in Ungarn bei ca. 18 Prozent Stimmenanteil (zum Vergleich: Die FIDESZ liegt bei etwa 45 Prozent) hat deshalb eine europaweite Initiative ins Leben gerufen, die zu ersten kleinen Erfolgen gekommen scheint. Sie hat zum Ziel, Mindestlöhne für einige Ostblockstaaten zu erwirken. Ob das freilich auf rein staatlich-politscher Ebene Sinn hat, wagt der VdZ zu bezweifeln. Vielmehr sind Löhne in ein ganzes Geflecht von umgebenden Bedingungen eingebunden, und der Staat kann nicht einfach Mindestlöhne diktieren. Da braucht es die Veränderung vieler Randbedingungen.

**Aber es soll auch nicht verhehlt werden, daß die Gerüchte, daß sich "Orban und sein Familienclan" Ungarn regelrecht "unter den Nagel reißen", mehr als nur Gerüchte zu sein scheinen. Manches scheint zu offensichtlich. Dem Leser aus deutschen Landen: Viktor Orban gilt im Umfeld des VdZ mittlerweile als Milliardär, als einer der reichsten Ungarn! Und aus dem (andersbewegten) Studium der Immobilienanzeigen schloß der VdZ auch selber, daß es in Ungarn eine kleine, aber sagenhaft reiche Schichte geben müsse. Die sich Wohnsitze leisten und diese erhalten, die auch westlichen Maßstäben nach "sagenhaft" sind. In Ungarn muß es also eine zahlenmäßig kleine Schichte geben, die sich genau so wie ausländische Konzerne des sagenhaft niedrigen Lohnniveaus schlichtweg "bedienen" kann. Die ihr eigenes Land ... aussaugt, sagt man so? Daß wir uns klar sind, werter Leser: Das war ja genau auch das, was Victor Orban den zuvor regierenden Sozialisten vorwarf, die sich derselben Gepflogenheiten befleißigten.


*280517*

Samstag, 1. Juli 2017

Ein Augenblicksbericht aus Ungarn (1)

Es sind nur Beobachtungen, die großen Schlüsse zieht der VdZ noch nicht. Aber was ihm zuletzt mehr und mehr zugetragen wird, was er selbst sieht, macht doch manche Sorgen und erweckt Mitgefühl mit den Menschen. Die Rede ist von Ungarn. Noch vor drei oder gar zwei Jahren war ein gewisses Frühlingslüftchen zu spüren. Optimismus schien die Oberhand zu gewinnen, die Ungarn schöpften irgendwie wieder Luft. Aber dieser zarten Zuversicht ist nun nicht einfach Pessimismus, sondern eine weit verbreitete Resignation gefolgt. Denn - es ändert sich nichts! Gleichzeitig hat der VdZ schon mehrfach gehört, daß die Mietpreise für Geschäftslokale in phantastische Regionen abwandern, und jedem Unternehmen die Luft nehmen.

Und aus Reisen in einige Staaten des ehemaligen Ostblocks hat der VdZ den Eindruck, daß diese Lohnstagnation alle diese Staaten betrifft. Es muß also etwas Allgemeines, etwas in den Überlegungen diese Volkswirtschaften "zu beleben", schiefgelaufen sein.

Im Gegenteil, die einfachen Ungarn, das "Volk", hat es immer schwerer, überhaupt zu überleben. Die Löhne sind nach wie vor auf demselben Niveau wie vor drei Jahren, und das heißt in Magyarország ein monatliches Einkommen von dreihundert Euro für einfache Arbeiter. Hochgehälter liegen nach wie vor bei sechs- oder siebenhundert Euro, und die Rentner müssen sich mit oft kaum zweihundert Euro bescheiden.*

Doch die Preise sind gestiegen, kräftig sogar, zuletzt durch eine Mehrwertsteuererhöhung, die bekanntlich ja die Konsumenten alleine trifft. Wie sehr die Ungarn Überlebenskünstler sind, wie dieses Wunder des Überlebens bei so niedrigen Löhnen nur funktioniert, weil irgendwie jeder jemanden kennt der jemanden kennt der dies oder das billig bei der Hand hat oder selbst produziert, hat der VdZ bereits früher geschildert. Denn der Forint ist stark gefallen, und er fällt derzeit weiter. Das heißt, daß zwar die Exporte billig werden - gut für die Konzerne, siehe unten, denn Ungarn hat VOR der Machtübernahme durch die FIDESZ so gut wie NICHTS mehr produziert, alles nur noch importiert - aber sich die Importe verteuern. Und das heißt: alle Konsumgüter, auch solche des alltäglichsten Bedarfs.

Zugleich sinkt die Qualität der inländischen Produkte weiter, auch wenn man mit Maßnahmen wie dem Siegel "Magyqar Termek" ("Ungarische Qualitätsware") dagegen ankämpft, und sei es als Appell an den Nationalgeist: Leute, kauft ungarisch! Gutes, klagen manche Ungarn, werde aber nach wie vor exportiert. Die Ungarn selbst bekämen den Ausschuß, auch von ihren eigenen Firmen. Gleichzeitig ist das private Verschuldungsniveau in Ungarn nicht merklich zurückgegangen, trotz so plakativer Maßnahmen wie die den Banken aufgedrückte Auslösung von Krediten in Schweizer Franken, dessen Steigen immerhin theoretisch dreihunderttausend Ungarn sowieso unrettbar verschuldet hatte. Es wäre interessant, wieviel Ungarn es sich überhaupt hatten leisten können, unter anderen Bewertungskriterien nämlich, diese Kredite (selbst zu günstigeren Währungskursen) umzutauschen.

Die Ungarn sind nämlich europaweit gesehen Spitzenreiter in Privatkrediten, mit einer Schulden-/Rückzahlungsrate, die je nach Rechnung bis zu siebzig Prozent der Haushaltseinkommen ausmacht. Naja, der Ungar war eben immer "Lebenskünstler", schon in der Habsburger-Monarchie, Fakten haben ihn immer nur marginal gestört.

Angesichts der zuletzt andrängenden Alltagseindrücke muten somit einem in Ungarn lebenden Österreicher bzw. Deutschen mit einer etwas eigenen Sichtweise Jubelmeldungen der Medien seltsam an, denen gemäß es in den letzten Jahren zu Ansiedlungen internationaler Konzerne gekommen sei, die Gesamtperspektive also glänze. Darunter wird als Paradebeispiel das Werk von Mercedes in Kecskemet gerne und oft zitiert. 

Ja, gewiß, da sind jeweils hunderte Arbeitsplätze "geschaffen" worden, ja, gewiß, die Erwerbsrate (die zum Zeitpunkt der Machtübernahme durch die FIDESZ in Ungarn bei europaweit sensationell niedrigen fünfzig Prozent lag, fünfzig Prozent leben direkt vom Staat) ist leicht gestiegen. Aber es könnte einen der Verdacht beschleichen, daß sich Ungarn - oder daß Ungarn von der FIDESZ, der Regierungspartei unter Victor Orban - zu billig verkauft hat bzw. verkauft wurde.

Denn es wäre höchst verwunderlich, wenn das Argument der niedrigen Löhne gerade für solche Konzerne wie Mercedes, die heute wie Heuschreckenschwärme auf der Wanderung die Arbeitsmärkte der Welt abfressen, also dort jeweils gerade produzieren, wo es im Moment eben die niedrigsten Löhne gibt, nicht auch für ihre Niederlassungen in Ungarn das Hauptargument gewesen wäre und die FIDESZ, die ja Wechsel, Wandel zum Besseren versprochen hatte, das nicht auch ins Treffen führte, um Erfolge aufzuweisen.

Die heutige Arbeitsorganisation in der Industrie (man denke nur an ISO 9000) hat ja bewirkt, daß gerade in Industrieunternehmen Arbeit durch oft sehr intelligente Zerlegung in wiederholbare Happen zur bloßen Funktion, der Arbeiter zum bloßen, jederzeit ersetzbaren Ablauferhalter wurde. Arbeiter sind heute bloße Funktionsträger, nur ein Teil - der nicht gerade den eigentlichen Menschen ausmachende Teil! - wird verlangt.

Gleichzeitig mehren sich die Berichte in den Ohren des VdZ, mehren sich die Aussagen, daß die Solidarität der Ungarn - in früheren Zeiten eine wahre Legende, so daß jeder Ungarn immer und überall und auf der ganzen Welt ein wahres Netzwerk von heimatbewußten Landsleuten zur Verfügung hatte - in sensationell kurzer Zeit völlig zerbröckelt ist. Er hat schon mehrfach gehört, daß Ungarn, die den Sprung ins Ausland (namentlich Wien) geschafft haben, von ihren Landsleuten nicht nur nichts mehr wissen wollen, sondern sich sogar von ihnen explizit distanzieren.

Ja der VdZ hat sogar immer mehr Stimmen gehört, daß die Ungarn froh sind, wenn sie ihr Land verlassen können. Stimmen, die gar sagen: Sie wären froh, woanders, in Österreich, in Deutschland etwa, geboren worden zu sein. Die sich in Ungarn einfach nicht mehr wohlfühlen, weil es sich dort, wie sie sagen, nicht mehr leben läßt. Was ihm immer wieder - von Ungarn selbst! - zu Ohren kam: Überall herrsche nur noch Geldgier, Falschheit (vor allem Zahlungskräftigen wie westlichen Ausländern gegenüber), und schreckliche Verlogenheit.

Der VdZ hat schon mehrfach hier darüber geschrieben. Es fehlt allerorten an "natürlichem Wertgefühl", am Wissen um Zusammenhänge von Preis, Geld und Wert, also Arbeit. Mittlerweile scheinen sich "gefühlt" alle Ungarn unterbezahlt zu sehen. Weil ihnen nicht klar ist, daß das mit so vielem sonst noch zusammenhängt, sie oft gar nicht "unterbezahlt" sind, auch wenn sie nominell viel weniger kriegen als gleichlautende Berufe wie etwa in Österreich. Preise, Löhne sind ganz sicher immer nur in einem regionalen, lokalen Rahmen, als Teil eines Gesamtgeflechts zu sehen.

Auf die Idee, daß Preis oder Lohn mit einer tatsächlich qualifizierbaren Leistung im Rahmen eines gewissermaßen "allgemeinen, universalen Menschseins", demgemäß irgendwie alle Preise der Welt irgendwie Adäquanz zur Volksleistung haben, mit einem gewissermaßen und erstaunlich objektiven Rahmen also zu tun haben, scheinen viele Ungarn gar nicht zu kommen. Da wollen Konvertiten - Kommunisten, aber eigentlich nur ... "lebenslustige Ungarn" - also nun ihren habituellen Kommunismus bzw. Schlamperismus als "Was kümmert es mich? Hauptsache der Gulyaskessel mit dem zusammenimprovisierten Inhalt brummt!" im Kapitalismus ausprobieren, einer völlig anderen Baustelle. Man will schon anders leben, ja, aber gemäß der Kriterien anderer, unvereinbarer Prinzipien anerkannt und vor allem hochgestellt werden. 

Wie soll das gutgehen? Es kann nicht gutgehen. Und die Ungarn sollten endlich aufhören, das zu versuchen, und endlich zu sich selbst finden. Als das, was sie sind: Ein phantastisches, liebenswertes, poetisches, halt oft auch zügelloses Volk einer phantastischen, grenzenlosen Landschaft. Aber diese Fragen wagt in Ungarn keiner zu stellen, diese Fragen WILL sich in Ungarn keiner stellen. Denn der Maßstab ist schon das Problem - ein universalistisches Menschentum. Darüber ein anderes Mal mehr, es handelt sich um ein ganz sublimes Problem der Geistesverwirrung, die seit Jahrhunderten betrieben wird. 


Morgen Teil 2) 
Die Ungarn sind unglücklich, weil sie, die völkisch so eigen sind, sich mit den Augen eines ihnen immer fremden Westens beurteilen. Und da schmieren sie nun völlig ab.



*280517*

Donnerstag, 13. März 2014

Den Tiefpunkt überwunden

Man hört kaum davon, nur in Fachmedien, bestenfalls, weil es politisch im Westen nicht opportun ist - Ungarn steht noch dazu unmittelbar vor den nächsten Wahlen. Und ein neuerlicher Sieg der FIDESZ, der "rechts-konservativen" Partei Viktor Orbans, scheint in jedem Fall nur eine Frage der Höhe, auch wenn nicht davon auszugehen ist, daß die FIDESZ wieder die 2/3-Mehrheit erreichen wird. Die den Mut zu mancher unpopulärer (dabei praktisch immer nachvollziehbarer, in anderen Ländern nahezu immer ohnehin üblicher) Maßnahme hatte, vor allem gegenüber ausländischen Interessen, was ihr den Zorn nahezu sämtlicher europäischer Medien einbrachte.

Aber Ungarn ist offenbar auf einem Erholungskurs, dürfte die Talsohle durchschritten haben. 2013 stieg kontinuierlich und in jedem Quartal konstant das BIP. Und wer durch Sopron geht, in dem der Verfasser dieser Zielen ja seit Jahren wohnt, spürt es auch deutlich an der Stimmung einerseits, an den Geschäftslokalen anderseits. Es werden wieder Geschäfte und Lokale eröffnet, nach vielen Jahren, in denen eins nach dem anderen zusperrte, Sopron wie eine deprimierende Immobilienwüste wirkte. Und sie scheinen ihre Kunden zu finden. Die Ungarn scheinen nach vielen Jahren des Abstiegs, der sich deutlich auf die Stimmung schlug, wieder mehr Mut gefaßt zu haben.

Auch das Leben auf den öffentlichen Plätzen und Straßen wirkt kräftiger, ohne daß man sagen könnte, warum man es so empfindet. Es wurde dem Verfasser dieser Zeilen eines Tages einfach bewußt, und daraufhin versuchte er die Fakten zu eruieren. Sie scheinen das Empfundene zu bestätigen.



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Montag, 16. September 2013

Meinung zu Ungarn

In Ungarn wurde vor etwa einem Jahr eine Sondersteuer eingeführt. Unter der vor allem die vielen ausländischen Handelsketten zu "leiden" haben, die sich blitzartig im Lande ausgebreitet haben, und die naturgemäß - 30 Jahre Kommunismus ... - die dortige Einzelhandelsstruktur ausgehebelt hat. Nun wurde diese Sondersteuer auch vom EU-Gericht geprüft - und für RECHTMÄSZIG befunden.

Die Beschwerde zielt darauf ab, daß Ungarn diese Steuer vom UMSATZ, und nicht vom Gewinn einhebe. Damit freilich sehr klug gewählt war. Denn Gewinne werden sehr einfach verschoben, in jenes Land, wo die Steuern darauf am geringsten sind. Wie leicht das geht, hat sich vor kurzem herausgestellt, als in einer Untersuchung der längst global gewordene Gewinntourismus in Afrika aufgedeckt wurde. Wo über kaum noch durchschaubare Firmengeflechte Scheinrechnungen und überteuert verrechnete Leistungen Gewinne abgeschöpft werden, ehe der Fiskus des Firmensitz-Landes zugreifen kann.

Nun wurden Stimmen laut, daß das Unrecht sei. Warum Unternehmen? Der Grund ist ebenso einfach wie gerecht: Wer in einem Land wirtschaftet, wer in einem Land Gewinne erwirtschaften will, muß auch seine speziellen Bedingungen mittragen wollen. So, wie es ohnehin jedem Arbeitnehmer und Konsumenten auferlegt ist.*

Und diese sind in Ungarn hart. In einem Land, in dem die Eigenproduktion speziell in der Industrie seit Jahrzehnten auf einen Stand geschrumpft ist, der für ein westliches Land undenkbar wäre. Dazu kommt ein überzüchteter Sozialstaat, der zwar Wählerstimmen gekauft hat, in dem mittlerweile aber an die 5 Millionen Menschen direkt von Sozialleistungen leben, die nur 3 Millionen Tätige erwirtschaften müssen. Und dessen "Aufschwung" nach 1989 ein fataler Schein war, weil er durch Kredite vorgegaukelt wurde, mit denen sich westliche Unternehmen "Zukunft" gekauft hatten. Mit der Vermittlung einer Mentalität, die die Ungarn nicht durchschaut haben - das wagt der Verfasser dieser Zeilen zu sagen, der seit sechs Jahren in diesem großartigen Land lebt.

Was sich in österreichischen Medien abspielt, und das kaum anders zu bezeichnen ist als "Vernichtungs- und Verleumdungskrieg gegen Ungarn", wie er seit drei, vier Jahren zu beobachten ist, ist die Frucht der Internationalisierung der Linken, die auch hier - AUCH HIER - ihre verdammenswerte Allianz mit der Großindustrie und dem Großkapital eingeht. In deren Händen sich die maßgeblichen österreichischen Medien - und zwar fast lückenlos - befinden. Samt Korrespondenten mit jedem Spielraum in der Medienlandschaft, der ihnen beliebt, auf die jeder aufrechte Ungar mit Recht spuckt.

Den Ungarn geht es nicht gut, das ist keine Frage. Aber viele der Maßnahmen, die in den letzten beiden Jahren getroffen wurden, seit einer wirklichen Wende mit der Zweidrittelmehrheit für eine Partei, der nationalliberalen FIDESZ, sind richtig und nach christlich-sozialem, naturrechtlichem Denken gerecht. Diesen Eindruck hat der Verfasser dieser Zeilen - der ja Steuer-Österreicher ist, weil er hier sein Geld verdient - aus vielen Gesprächen und Kontakten und nicht zuletzt eigenem Erleben gewonnen. 

Ob es besser zu machen gewesen wäre kann er nicht beurteilen. Aber es wurde viel versucht. Und es wurde viel Richtiges versucht, das eben nicht anders auslaufen konnte, als vorerst - VORERST - zu Hürden zu werden. Von einer Art, die oft genug fast bewundernswert mutig war, und manchmal sogar überhaupt nur vorwegnahm, was im vor Feigheit stinkenden und verrotteten Westen nur unter der Hand gedacht, unter Lüge durchgesetzt weil noch mehr GEMACHT, nur anders benannt wurde und wird.

Oh ja, geschätzter Leser, Sie haben mit Recht die Witterung aufgenommen. Die von dorther stammt, daß der Verfasser dieser Zeilen überlegt, neuen Wein in neue Schläuche zu füllen - und definitiv Ungar zu werden, sein Schicksal enger mit Transleithanien zu verknüpfen. Zumal ihn das Schauspiel in Cisleithanien - im derzeitigen Wahlkampf mit Schrecken ausgebreitet - mit Ekel, Abscheu und Grimm erfüllt.

Was verschlungene, seltsame Wege vorzubereiten scheinen. Er wurde dazu bewegt, im November in einem Gesangs-Wettbewerb in Irland/Irország ... Ungarn (mit ungarischen Liedern) vertreten.




*Naturrechtlich ist es selbstverständlich richtig, wenn Victor Orban meint, die Misere der Frankenkredite, an der 500.000 ungarische Kreditnehmer zu ersticken drohen, falle AUCH unter die moralische Verantwortung der (ausländischen) Banken, darunter Raiffeisen und Erste - ohja, jene Banken, denen (wie Raiffeisen) in Österreich Kurier, Kleine Zeitung und Die Presse (mit-)gehören, und die vor zehn, fünfzehn Jahren mit besonderer Vehemenz, in Akkordierung (oder auch Personalunion) mit jenen Narren, die die Wirtschaftskammern besetzt halten, die "Ostphantasie" als Rettung des Wirtschaftswachstums erfanden, und mit dem ehemaligen Ostblock ihre tiefroten Bilanzen aus den Westgeschäften vermeintlich sanierten, bis dann seit 2008 "aus höherer Gewalt" der Steuerzahler einspringen muß. Die einzige Frage die dabei aufsteht ist, was Raiffeisenbank-Generaldirektoren, die mit eleganter Geste Ungarn verleumden, bei ihren jährlichen Wallfahrten nach Mariazell überhaupt beabsichtigen. Wohl dasselbe wie Bischöfe, die meinen, die Institution Kirche zu verteidigen falle immer unter Kriegsgesetze, die alle Mittel heiligten?




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Donnerstag, 15. September 2011

Alles geht so einfach - mit Kredit!

So hat Raiffeisen (Österreich) Kredite in Ungarn beworben: Ein normales Ehepaar, eher untere Einkommensschichte, versucht, um einen Wohnungskredit zu bekommen, seine Einkommenssituation darzulegen. Die Bankvertreterin will das überhaupt nicht wissen - den Kredit bekommt man bei Raiffeisen ja viel leichter!

Rund 900.000 ungarische Haushalte sind im Prinzip überschuldet. Rund 150.000 Haushalte können seit drei Monaten ihre Wohnungs- und Hausbaukredite nicht mehr bedienen. Platzt diese Kreditrückzahlung, ist ein völliger Verfall der Immobilienpreise in Ungarn zu erwarten. Das Land würde damit seine Weltwirtschaftskrise im Kleinformat noch einmal erleben. Die meisten dieser Kredite sind übrigens in Fremdwährung (Franken) aufgenommen.

Premier Orban hat deshalb ein Gesetz angekündigt, wonach jenen Ungarn, die sich in Franken verschuldet haben, ein Kurs "zwangsverordnet" wird, der jenem näherkommt, zu dem der Kredit aufgenommen wurde (1 Franken = 180 Forint) Dagegen versuchen sich die Banken mit Schlagzeilen (die wie üblich den Stallgeruch bänklerischer PR-Abteilungen tragen) zu wehren, daß Österreich (!) ein Milliardendebakel drohe.

Ich war schon bei meinem Berlinjahr 1997 wirklich erschüttert, wie unwissend (und deshalb von so vielen falschen, völlig unrealistischen Hoffnungen geprägt) die Ostdeutschen (ich lebte in Friedrichshain) waren, was marktwirtschaftliche Vorgänge und Logik anbelangt. Und wie leichtfertig sie von westdeutschen "Beratern" in Unternehmensgründungen gehetzt wurden, die in unendlich vielen Fällen nach wenigen Jahren nur noch Kreditdesaster, zerstörte Existenzen hinterließen.

In Ungarn erlebe ich es nicht sehr viel anders. Es wird Jahrzehnte dauern, bis sich diese inneren Haltungen wieder geformt haben, die im übrigen auch in Österreich längst schwer deformiert sind, die die Zusammenhänge im Leben der Wirklichkeit zur Basis täglichen Entscheidens machen.



"Lassen Sie sich den Kopf nicht vollschwätzen - Raiffeisen, und alles geht leichter!"





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