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Freitag, 25. Juni 2021

Im Alter immer wirrer

Es ist seltsam einem Josef Hader in der Zeitung zu begegnen der verkündet, das allgemeine Klima würde immer irrer und bewege sich von der Vernunft weg. Wenn man gleichzeitig feststellt, daß der Kabarettist (den der VdZ vom frühesten Beginn seiner Karriere an kennt) in den letzten zehn Jahren immer (dürfen wir es so sagen?) dümmer, seichter und irrer, auf keinen Fall aber reifer in den von ihm kolportierten Ansichten wird. 

QR Interview Hader
Das einzige, was dabei objektiv stimmt ist, daß sich öffentlicher und eigener Standort immer weiter entfernen, wie immer man sich da auch festmachen möchte. Aber vermutlich wird Hader die Sichtweisen, die sich hier im Blog zeigen, als unvernünftig klassifizieren, während wir ihm in seinem dasselbe Etikett anhängen. Wer liegt nun richtig? Beide sagen immerhin dasselbe: Vernunft und öffentliches Klima entfernen sich immer weiter voneinander.

Donnerstag, 8. April 2010

Schwierig aus Angst, nicht frei sein zu dürfen

Zwei Interview-Aussagen zum Schauspiel, die hier interessieren, macht Josef Hader im Standard - ich bringe sie, weil sie auf ein Kernproblem zuführen: Der schwierige Schauspieler ist nur der, der (meist aus Erfahrung) Angst hat, daß man seine Freiheit nicht zuläßt und sogar beschränkt, und ihn mißbraucht.

STANDARD: Wie wichtig ist Ihnen Harmonie am Set?

Hader: Ich kann mit Konflikten nicht gut arbeiten. Das macht mich ganz klein und eng. Da bin ich wie eine Pflanze, die zumacht.

STANDARD: Hat der Ruf eines Schauspielers eine Rolle für die Auswahl?

Hader: Ich hatte mit so genannten schwierigen Schauspielern noch nie ein Problem, weil die nur dann schwierig sind, wenn sie nicht gut ihre Arbeit machen können. Die meisten, die als schwierig gelten, sind Schauspieler, die unbedingte Konzentration, Hingabe, Zeit, Ruhe und Raum fordern. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Schauspieler, der mit uns drehte und als schwierig galt, wirklich schwierig war. Alle sagten, Sepp Bierbichler sei schwierig. Es war wunderbar und ein großer Gewinn, mit ihm zu drehen. Man muss nach den Schwierigen suchen. Natürlich gibt es auch die eitlen, arroganten Arschlöcher, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Das muss man halt vorher gut unterscheiden.

STANDARD: Wahrscheinlich bringen Sie natürliche Autorität mit.


Hader: Es hängt damit zusammen, dass ich als Künstler akzeptiert werde. Der Schauspieler ist der beste Kritiker des Drehbuchs. Ich habe viel von Joachim Król bei Silentium gelernt, der das Drehbuch dauernd hinterfragt hat. Bei Sepp Bierbichler haben wir uns von vornherein so angestrengt, dass er es nicht gemacht hat.




*080410*