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Freitag, 1. Mai 2020

Es war ein historischer Fehler, nicht sofort in Opposition zu gehen (2)

Teil 2) Warum sollte noch irgendwann irgendjemand diese Opposition wählen? Das sind die historischen Zeiten, in denen neue Parteigründungen geschehen. 


Der VdZ glaubt aber auch zweitens, daß es im politischen Spiel eines Landes Zeiten braucht und hat, in denen eine Haltung durchgetragen werden muß. Selbst wenn einem scheinbar alle Trümmer um die Ohren fliegen, der Gegenwind unerträglich scheint. Der Wind wird sich wieder drehen, er wird sich mit der Zeit drehen, wenn die Menschen wieder Ruhe haben und beginnen, nachzudenken. Was derzeit durch eine ungeheure Nachrichtendichte, die "Beweise" liefern soll, daß alles richtig war, was die Regierung angestellt hat, verhindert, dem auch vorgebeugt werden soll.
Eine Nachrichtenschwemme, die nun in ungeheurem Ausmaß verwirrt und die Menschen mehr denn je vor die schwere, fast nicht zu bewältigende Prüfung stellt, ihre Denkvermögen zu bewahren, oder aufzugeben. Wo sind noch die Steine im Fluß, auf denen man stehen hätte können und jetzt stehen könnte?
Aber das Gute ist was bleibt. So lautet der Untertitel unter den Roman des VdZ "Helena". Und das bezieht sich auf die einzige konstruktive Kraft der Geschichte, das Sein. Also das, was wirklich IST und als Gestalt, als Fleisch real werden WILL. Und dann stünde eine Opposition da, die wie durch ein Wunder wieder Stimmen zugewinnen wird, und wie! Die aber zugleich auf ein ungeheures Vertrauen aufbauen kann, das die Menschen gewonnen haben werden.
Und historisch ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Gute übrigbleibt, wie die Kastanie im Herbst, die sichtbar wird, nachdem die stacheligen Schalen verfault sind und abfallen. 
Jetzt aber? Jetzt wird die Opposition zertrümmert, hat aber keinen Faktor, der sie eines gar nicht so fernen Tages wieder stärken könnte. Sie war von Anfang an im Grunde mit der Regierung im Boot, ist damit mitverantwortlich, und versucht nun nur mit umso schärferer Kritik die davonschwimmenden Felle zurückzuholen. Nun steht sie wie so viele vor der Situation, von der Kastanie, die sich nun zeigt, überrascht worden zu sein.
Wir bringen hier H. C. Strache, den ehemaligen FPÖ-Anführer, mit einer Stellungnahme. Die nicht unbedingt so gut ist, sondern das Problem der gesamten Opposition in Österreich (und auch Deutschland, dort liegt es ähnlich; die AfD hat sich nicht durch die internen Streitigkeiten zerlegt, sondern durch ihre fehlende Opposition) zeigt. Strache kritisiert ganz typisch, er kritisiert POSTHOC. Und vergißt nie, die "Richtigkeit der Maßnahmen" außer Frage zu stellen. 




Wer soll da noch irgendwann irgendwarum irgendeine der heute vorhandenen Oppositionsparteien und -figuren wählen? Eben. Herrschaften, das sind auch im geschichtlichen Rückblick erkennbar jene Zeiten, in denen wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Gründung neuer Parteien geschehen. 
Wir werden es auch daran erkennen, daß die derzeit bestehenden Parteien, und zwar ALLE, gegen ein Phantom kämpfen werden. Gegen eine noch nicht vorhandene, aber gefürchtete NEUE OPPOSITION.
Eine Opposition, die sich vom derzeitigen Parteienbild völlig unterscheidet. Deren Macht sich aber bereits deutlich abzeichnet, indem sie bereits anders als die bislang bestehende Bevölkerung behandelt wird. Man beachte etwa diesen Bericht über ein Großbegräbnis in Berlin. Das hier Vorhergesatte könnte also früher als man glaubt geschehen. Etwa durch die Bildung einer "recht streng dem Koran folgende", um parlamentarische Vertretung ritternde islamische Bewegung. Aber das wäre nur die eine Seite des Spektrums. Und sonst?

Wie die zweite Seite aussieht, die anders als die erste - nimmt man Muslime, so waren sie aufgrund ihrer von Anfang an unbestrittenen Oppositionshaltung nie davon betroffen (siehe die Gedanken im ersten Teil der Artikelreihe) - auf die amorphe Wut nach einem Mißbrauch zurückzuführen ist? Der VdZ ist noch nicht sicher, aber wir werden es ohnehin erleben.

Fazit: Es wird zu einer Wende kommen, und zwar rascher als mancher heute denken könnte. Es beginnt ja bereits, man beachte alleine diese ORF (!) Meldung, ín der bestätigt wird (weil anhand eines geleakten Dokuments offenbar geworden) daß Kurz die Panik vor Corona bewußt angeheizt und sogar initiiert hat. Solche scheinbar kleinen Meldungen aber sind die ersten Anzeichen. Es ist jener Spalt in der Tür, durch den das aufgestaute Wasser immer schneller eindringen wird. Bis die Tür mit einem Knall auffliegt. 

Die Bevölkerung hat es ohnehin gespürt, aber ihre Ahnung wurde dann durch Massenpropaganda umgelenkt. 
Solche Umlenkungen verzeiht aber eine Bevölkerung nicht, das wird auch Kurz bald feststellen. 
Zwar ist das nicht völlig sicher, und zwar aus bestimmten Gründen - aber der VdZ glaubt nicht, daß diese schlagend werden: Nämlich die gigantische Medien- und Manipulationsoffensive, die folgen wird. Sie wird diesen Dammbruch nicht aufhalten kann.

Aber an dieser Wende wird die derzeitige Opposition nicht partizipieren können. Sie hatte ihre Chance, hatte aber nicht den Mut (oder nicht die Erkenntnis der Wirklichkeiten dahinter; dann hat sie den eigenen Niedergang auf jeden Fall weil ohnehin verdient) sie wahrzunehmen. Es werden sich deshalb neue Kräfte formieren, die die zukünftige Opposition sein werden.



*260420*

Donnerstag, 30. April 2020

Es war ein historischer Fehler, nicht sofort in Opposition zu gehen (1)

Der VdZ wurde gefragt, ob er wirklich meine, die Opposition (in Österreich)* hätte sich von allem Anfang an gegen die Corona-Maßnahmen stellen sollen. Ob sie nun, angesichts der überwältigen Zustimmung für die bestehende Regierung (Kurz und seine ÖVP stehen allen Umfragen nach schon über der absoluten Mehrheit, würden jetzt Wahlen stattfinden), nicht völlig lächerlich dastehen würden. Ob sie nun nicht einfach nur mit ungeheuren Einbrüchen, sondern mit noch mehr Einbrüchen, ja Marginalisierung zu tun hätten. 
Die Opposition in unseren Ländern hat von allem Anfang der Corona-Krise an der Versuchung nicht widerstehen können, zu beweisen, DASZ AUCH SIE HÄTTE KÖNNEN WAS DIE REGIERUNG GEKONNT HAT, und was diese in Österreich zumindest in einen wahren Höhenrausch der Zustimmung geweht hat. 
Damit hat sie die Möglichkeit einer Opposition verschwinden lassen, und damit eine völlig unterschätzte Wählergruppe düpiert. Denn es gab Kritik in der Bevölkerung, von allem Anfang an. Aber die hat in ihrem Alltag ein wahres Haberfeldtreiben durch die von der gesamten Politik gestützten Befürworter der Corona-Hysterie erlebt. **
Wir werden im Folgenden die Gedanken entwickeln, und wir kommen, das sei schon versprochen, auf einen für manche überraschenden Schluß.
Die FPÖ steht bekanntlich in den Umfragen bereits bei unter zehn Prozent, das entspricht einer Drittelung innerhalb eines Jahres, die Strache-Krise hin oder her; auch die übrigen Oppositionsparteien wird derzeit förmlich zertrümmert. 



Ja! Das meint der VdZ. Und deshalb speichert er gewissermaßen den Punkt vom 24. April. Er sagt: Das ist nun unmittelbar vor oder schon der Höhepunkt, damit die Vergleichsbasis für seine unten ausgeführt Prognose. Die so völlig anders aussieht, als manche meinen.
In Wirklichkeit bestätigt heute die Opposition nämlich alles, was Kanzler Kurz und seine Ministranten gemacht haben, indem sie nämlich dasselbe gemacht haben wie die Regierung: Abgewartet, wie sich "das Coronavirus" entwickelt. Was will man nun angreifen? Details? Ob hier oder dort eine Woche zu früh oder zu spät geöffnet, ob hier oder da eine Milliarde falsch eingesetzt wurde? Das kümmert doch keinen Österreicher! 
Es war aber alles von Anfang an erkennbar, hätte man ein feineres Gehör für die verdrehten Wissenschaftsausflüge hinter der Panik gesehen, wie sie schon bei der Berichterstattung über China zu erkennen war.
Denn erstens glaubt er nicht, daß die FPÖ und jede andere Opposition noch weiter verloren hätten. Vielleicht sogar gerade für die Freiheitlichen, aber auch für die NEOs, die Neoliberalen, würde er das sehen, denn jede kritische Stimme hat derzeit überhaupt keine Heimat mehr, steht völlig alleine, ohne politische Repräsentanz. 
Jene Menschen, Wähler, die aber um ihre Freiheit, die zurecht um ihre Grundrechte fürchteten, die jeden angeblichen Widerspruch zwischen dem Notwendigen und dem Richtigen sahen, und Recht hatten.
Kein Gut kann erreicht werden, indem ein schlechtes Mittel verwendet wird; kein Zweck heiligt die Mittel! Das ist eine der Grundfesten der katholischen Morallehre, die aus der Metaphysik kommt, nicht aus irgendeinem Gefühl oder Moralisieren!***
Dieses Prinzip alleine hätte handlungsleitend gewesen sein müssen (und können), denn es hält in jedem Fall als Kriterium. Selbst wenn man zu wenig "Details" kennt, meint, sich noch kein Bild machen zu können, mit einer Einschätzung warten zu müssen meint, ist auf keinen Fall Ausweg, Abkürzer oder Alternative, etwas in sich Schlechtes, Falsches zu tun. Und das ist passiert. Nachweislich
Diese ontologische Gewißheit, diese Grammatik des Wirklichen, die unumgehbar ist, hatte von Anfang an keine Fürstreiter auf den politischen Schauplätzen, in die sie sich "Dank Demokratie" ständig begeben müssen. Sie sind nach wie vor alleine. Und die heutige Opposition kann sich NICHT aufs Hemd schreiben, daß sie diese unglaublichen Gesetzesverstöße sofort aufgezeigt und kritisiert hätten. 
Wenn wir hier also von einem elementaren Fehler der Opposition beziehungsweise Nicht-Opposition sprechen, dann schon alleine aus dem Grund, weil das zu späte, auf jeden Fall nicht frühzeitige und damit nur zeitgerechte Kritisieren von einer elementaren, ontologischen Tatsache ausgeht - der des Guten im Streit mit dem Schlechten, ja Bösen.
Und darin hat man die Menschen auf schreckliche Weise im Stich gelassen, und sie den Wölfen ausgeliefert. Schon alleine deshalb ertönt die Posaune: Schande und Verderben über die Hirten, die ihre Herde verlassen haben!

Morgen Teil 2) Warum sollte noch irgendwann irgendjemand diese Opposition wählen? Das sind die historischen Zeiten, in denen neue Parteigründungen geschehen. 



*Zur Opposition in Österreich zählen einerseits die Parteien wie FPÖ, NEOs, SPÖ, sowie einige Bürgerlisten, die aber nicht im Parlament vertreten sind, sowie - nicht zu vergessen! - die Kirche. Auch über sie wird nun abgestimmt, ja jetzt, nach sechs Wochen "Virtualität", mehr denn je, wir werden es erleben. 

Wir werden aber auch erleben, daß die muslimischen Gemeinden einen Zustrom verzeichnen werden wie noch nie. Denn lustigerweise waren sie durch ihr sperriges, widerspenstiges Verhalten, das schon vorauseilend vermutet wird und auch diesmal wurde, frühzeitig weil immer RICHTIGE Opposition.

**Auch das, im Ganzen gesehen, ein weiterer Mißbrauch, und zwar im strengsten Sinn: Man hat über den Druck der Massendynamik die Menschen dazu gebracht, dem Schlechten, das sie anfangs auch noch distanziert, kritisch betrachtet haben, im Nachdenken auf jeden Fall kritisch gesehen hätten, zuzustimmen. Ihrem eigenen Schaden zuzustimmen! Das wird noch seine eigene Dynamik bewirken, wir werden auch das erleben: Hier fanatische Posthoc-Zustimmung, dort Selbstbezichtigung und öffentliches Verstummen wegen vermeintlich selbst verschuldeten Elends. 

In jedem Fall eine weit verbreitete amorphe Wut! Diese amorphe (also noch ungefaßte, ungeformte) Wut wird noch entscheidend, wir werden es im Fortgang dieser Gedankenausrollung sehen.

***In dem Augenblick, in dem man die Möglichkeit eines IN SICH SCHLECHTEN abstreitet, was auf ein elementares Unverständnis der metaphysischen Grundlagen im Begriff von Gott, dem Sein, dem Guten, des logos zurückzuführen ist, begibt man sich auch jeder wesentlichen Kritikfähigkeit, jeder Möglichkeit einer "frühzeitigen" Opposition. Und das hat sich im Falle der Corona-Krise wieder einmal ganz klar und eindeutig bewiesen.



*260420*

Montag, 1. Juli 2019

150 Personen reichen für Generalmacht

Kurios genug, um einen Beitrag zu ergeben. Was meint der Leser, wie viele Personen von dem heiß diskutierten, von der Politik mit weiten Armen aufgenommenem Thema "Drittes Geschlecht" in Deutschland betroffen sind? Hadmut Danisch verweist in einem seiner Artikel auf eine Meldung der Deutschen Ärztekammer. 

Die frank die Zahlen nennen: Es gibt in Deutschland bisher ... höchstens einhundertfünfzig Personen, die sich als "drittes Geschlecht" eintragen haben lassen. Einhundertfünfzig. Von achtzig Millionen, die sich nach wie vor als "Mann oder Frau" klassifizieren. 

Genauso viele betrifft also die politische Allüre, in ganz Deutschland dritte Toiletten, veränderte Personalausweise, Veränderung der Pädagogik, und so weiter und so weiter zu fordern. Mit Millionen, vielen Millionen Kosten, und noch mehr neurotisieren sollenden Beschränkungen für die Bevölkerung. Einhundertfünfzig. Es gibt nicht einmal EINEN Fall, wo Eltern ihr Kind NICHT als Mann oder Frau klassifiziert haben. Na gut, Eltern sind sowieso faschistisch und so weiter.

Wer solche Politiker akzeptiert, die das veranlassen, die dafür das Steuergeld der Bürger verprassen, akzeptiert auch, daß man ihm die Eingeweide rausreißt, nachdem er zum Dank dafür sein Testament zugunsten der Mörder ändert. Das Parteiensystem ist das Schlimmste, was uns je hat passieren können, so schaut's aus. Aber wen interessiert heute überhaupt noch irgendetwas?

***

Das erinnert ein wenig an die "Eingetragene Partnerschaft" (die demnächst nach Wunsch der FPÖ und ÖVP in "Ehe für alle" umgeändert werden soll). Wie viele gleichgeschlechtliche Paare das wollen? Nach dem ersten "Nachhol- und Sensationseffekt" geht man heute von nicht einmal zweihundert Fällen aus. Na, das lohnt einen ganzen Staat umzukrempeln und dessen Grundlage, die Familie, zu unterminieren, und hunderttausende Kinder und Jugendliche auf Homosexualität zu trimmen? Auch das übrigens Politikkonzepte genannter Parteien. Deren rechtester Rechter in Vater-Karenz ging, um seine Butterstreichqualität zu beweisen. Denn im Hirn ist doch da überall nix außer die Invertiertheit, liebgehabt werden zu wollen. Und trotz persönlicher Inferiorität "Macht" zu haben, die Welt zu verändern. 

Weh uns vor solchem menschlichen Abschaum. Weh uns, wenn wir von den 0,000002 Prozent bestimmt werden.


***

Ebenfalls von Danisch übernommen ist die Anregung, einmal wieder aufzuzeigen, worum es bei der CO2-Steuer überhaupt geht. Um die Umwelt? Ums Klima? Darf man lachen? Um STEUEREINNAHMEN. Um SONST NICHTS. Auch dabei wird aber gelogen, daß sich die Balken biegen. Sechzig Milliarden rechnet man sich jährlich aus einer CO2-Steuer aus? Lächerlich, selbst das ist gelogen. Dazu kommt noch einmal die Mehrwertsteuer. Wie der Staat seine verantwortungslose Schuldenpolitik finanzieren will? Hier haben wir die Antwort: Über die verordnete Klimapanik. Mehr steckt da nicht dahinter. Die Helfershelfer dürfen sich über satte Handsalben freuen.

Jeden belastet das mit wenigen Cents oder Euros, hören wir? Darf man lachen? Es wird sich auf die Preise aller Produkte auswirken, weil überall aufgeschlagen, was sonst, sonst kann kein Betrieb überleben. Und dann haben wir es mit jährlich tausend Euro zu tun, das ergibt die staatliche "Kalkulation". Achtzig Milliarden. Achtzig Millionen. Tausend Euro. Pro Person. Zusätzliche Enteignung. Denn Steuern sind Enteignung.

Aber was interessiert das Leute, die von eben jenen Steuern, die sie einheben zu lassen beschließen, oder dazu die Macht haben das zu veranlassen, prächtigst leben? Was interessiert das unser Establishment?


***


Im übrigen kann man nur wiederholen und wiederholen: Wir brauchen die persönliche Haftung der Politiker für alles, was sie veranlassen und tun. Wo es das jemals gab? Richtig. In der Monarchie. Österreich, bis heute das kommunistische Musterland, hat nach 1918 die Familie Habsburg enteignet, und ihr die normalen Bürgerrechte abgesprochen. Diese Gesetze bestehen bis heute. Gut! So soll es auch in Zukunft angewandt werden. Merkt Euch alle Namen!




Donnerstag, 30. Mai 2019

Schön langsam wird es nagelfest

Die Leistung des Gert Schmidt, Journalist und Mitherausgeber der Internetplatform "eu-infothek.com" ist beachtlich. Er hat binnen nicht einmal zweier Wochen einen auf den ersten Blick völlig undurchschaubaren Fall - den Fall des "Ibiza-Videos" um Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus, das für manchen zum Anlaß wurde, die österreichische innenpolitische Lage auf den Kopf zu stellen - von kleinsten Indizien ausgehend bis zu einem Punkt aufgeklärt hat, der vor den Toren Wiens zwar vorerst endet, aber das Geschehen selbst immer deutlicher erkennbar macht. 

Es wurde eingestanden: Die Falle war nicht nur bis ins Detail durchinszeniert, sondern damit die beiden FPÖ-Politiker ihren gesollten Part einnehmen, wurden sie unter Drogen gesetzt

Vor allem ist nun auch klar, daß die Gefügigmachung durch Drogen tatsächlich eine große Rolle spielte. Und nachdem zwar bei Gudenus bekannt war, daß er Drogen nicht immer abgeneigt war, hat man Strache durch Beimischung in Getränke unter den Einfluß von Kokain gesetzt, das noch dazu in einer Reinheit eingesetzt wurde, die marktunüblich ist und die bekannten Wirkungen des Kokains - Größenwahn (statt gehobenem Selbstgefühl), Euphorie (statt gesteigertes Wohlbefinden), Selbstüberrumpelung (als Fallen aller Schranken) - deutlich übersteigert. Das ist kein Gerücht, keine Dolchstoßlegende, sondern eine von den Video-Machern eingestandene Tatsache.

Es ist Schmidt gegenüber, der in eigener Recherche die hauptsächlich involvierten Personen ausfindig gemacht hat, die dann erstaunlich kooperativ waren, auch eingestanden worden, daß der Lockvogel, eine Studentin aus Bosnien, die perfekt Russisch spricht und eine Tagesgage von sechs- bis siebentausend Euro erhalten hatte, während des siebenstündigen Gesprächs mindestens zwanzig Mal den Raum verlassen hatte, um sich neue Direktiven über das nun zu Fragende und den Fortgang der Dramaturgie aus Wien (!) zu holen, von wo jemand live zugeschaltet war.

Es wäre unbedingt wichtig, meint Schmidt, das GANZE Video zu sehen, nicht nur die paar verwerteten Stellen, die nur aus jedem Zusammenhang herausgerissene Einzelaussagen enthalten. Denn dann würde mit Sicherheit auch klar, wie geschickt und über stundenlange, geschickte Fragestellung (samt Drogeneinfluß) die beiden FPÖ-Politiker "weichgemacht" wurden. Schmidt meint, daß dann die herausgegriffenen Aussagen, die kolportiert wurden, recht sicher in einem ganz anderen Licht gesehen würden. Wahrscheinlich würde dann auch der im Verlauf der sieben Stunden zunehmende Drogeneinfluß erkennbar.

Die Absicht hinter dem durchdachten Plan, dieses Ibiza-Videos in der Form anzufertigen, ist ziemlich geklärt: Es war ein Geschäftsmodell einer Ermittlungsfirma, die kurz vor der Pleite stand. Und überlegte, wie sie mit ihren Ressourcen Informationen fabrizieren könnte, die potenten Kunden viel Geld wert sein könnten.

Klar ist damit auch, daß ALLE Parteien Österreichs (außer die FPÖ) davon wußten, daß die meisten Zeitungen davon wußten, und daß auch sonst involvierte Personen (wie einem der Eigentümer der STRABAG, dem größten Bauunternehmen der Infrastrukturbranche, also auch dem größten Auftragnehmer der Politik), die als zahlungskräftige potentielle Interessenten angesprochen wurden, seit 2017 bekannt war. Aber alle hatten damals abgelehnt, diese Aufnahmen zu übernehmen bzw. zu verwerten (und dafür zu bezahlen). 2019 waren die Produzenten auf die Idee gekommen, es noch einmal zu probieren - diesmal jedoch "über einen Rat aus Kreisen einer Wiener Partei" in Deutschland - die kompromittierende Inszenierung an den Mann zu bringen. Und prompt war der "Verein für Politische Schönheit" aufgesprungen. Ob und wie weit hier Hintermänner im Spiel waren, die eventuell die geflossenen 600.000 Euro gestellt haben, ist derzeit noch ungeklärt.

Der Herausgeber der Zeitung "Österreich", Wolfgang Fellner, der sich über die Homepage seines Tagesblatts mit einem TV-Programm, und darin insbesonders mit dem Format "Fellner! live", ein beachtliches Forum aufgebaut hat, das durch Offenheit und Freie Sprache besticht und insofern wahrlich Seltenheitswert in der heutigen Medienlandschaft genießt, und er auch dieses Interview führt, ist freilich ein bißchen vorschnell, wenn er in diesem Gespräch immer wieder davon spricht, daß "der Fall nun aufgeklärt" sei. Und dabei manche Feinheit überhört, oder in seinem Mitteilungsbedürfnis niederredet.

So die, daß Schmidt, der bewundernswert sachlich und dezent bleibt, darauf hinweist, daß auch die "Neos", die liberale Klein- und Saubermannpartei (die Schmidt als Partei bezeichnet, "die sich der STRABAG-Eigentümer Haselsteiner hält") von diesem Video gewußt haben.

Alles das, was er da mittlerweile herausgefunden habe, könne er beweisen und belegen. Das dürfen wir wohl annehmen, denn der Mann wäre sonst für alle Zeit erledigt oder gar tot. Umso mehr als es - wie der geschaßte Innenminister Kickl (FPÖ) ebenfalls andeutete, (auch dieses Video von Fellner! live ist wirklich sehenswert) - über den sogenannten "BVT-Skandal" Hinweise auf Verbindungen zu jener Partei gibt, die Sebastian Kurz ja gar nicht mehr zu vertreten behauptete, ehe er auszog, um mit deren Basis den Kanzler zu gewinnen (und gleich wieder zu verlieren). 

Was ist der BVT (Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorbekämpfung)? Es ist einer der (zahlreichen!) Geheimdienste Österreichs, der als ÖVP-nahe gilt und sich mit Verfassungsschutz befaßt. Dort war eine vom Innenministerium verhängte Hausdurchsuchung abgelaufen, wenige Monate, nachdem Kickl im Amt war. Wie man nun annehmen darf, war erstens bekannt, daß es "ein brachiales Video" über H. C. Strache gab, und daß zweitens der BVT zumindest indirekt irgendwie damit verbunden gewesen sein dürfte. Die Macher des Ibiza-Videos haben das jedenfalls eingestanden, behauptet Schmidt: Sie haben (auch schon zuvor, aber auch diesmal) mit diesem österreichischen Geheimdienst zusammengearbeitet.

Die Frage erhebt sich also auch, warum die ÖVP in den letzten Jahren, ja Jahrzehnten, so dahinter war, in ihren Koalitionen immer das Innenministerium zu stellen. Und die Frage steht im Raum, ob in dieser Konstellation nicht schon lange Geheimmaterial über Personen in Österreich angefertigt und zu Erpressungszwecken benutzt wurde. Kickl meint sogar, daß zu untersuchen sei, ob nicht verschiedene Rücktritte in der politischen Vergangenheit Österreichs mit solchen Machenschaften zu tun haben.

Selbst der Ex-Grüne und linke "Jetzt"-Aufdecker Peter Pilz schrieb in einer Aussendung vom letzten Samstag, daß die Spuren ins BVT so deutlich sind, daß man mögliche Verbindungen des Ibiza-Videos mit dem ÖVP-Netzwerk innerhalb dieser Geheimdienstorganisation untersuchen müsse.

Auch diesmal schien es Ex-Kanzler Kurz (wohl unter dem Druck der Männer, die wirklich in der ÖVP das Sagen haben, und dazu gehört nicht Kurz, der ist nur das bunte Etikett für unveränderte ÖVP-Macht im Land) nur darum gegangen zu sein, das Innenministerium wieder zurückzugewinnen. Dafür hat er - wohl unter massivem Einfluß von ÖVP-Granden aus den Bundesländern, allen voran denen von Niederösterreich (deren Landeshauptmann eine ehemalige ÖVP-Innenministerin ist) und die Steiermark - sogar die Koalition mit der FPÖ gesprengt.

Das Argument, so Kickl, daß ein FPÖ-Minister die Aufklärung von Rechtsverfehlungen durch Strache behindert hätte, ist deshalb nicht zutreffend, weil Kickl selbst (um jedem möglichen, zukünftigen Vorwurf vorzubeugen) von Anfang seiner Ressortleitung an die Verantwortung für Korruptionsbekämpfung in die Hände der ÖVP- und EU-Mandatarin Edtstadler gelegt hatte. Es mutet schon jetzt seltsam an, daß das nunmehrige Innenministerium (das wie alle Minister der Übergangsregierung von ÖVP-Vertrauensleuten geleitet wird) keine Anstalten zu treffen scheint, die Vorgänge um die (strafrechtlich relevante, illegale) Video-Produktion aufzuklären.

Hier wird es aber nun erst wirklich spannend, Fellner ist zu früh. Das Eigentliche ist erst aufzuklären. Und das könnte höchst brisante Details ans Tageslicht bringen. DANN aber wird der Fall erst aufgeklärt sein.







*290519*

Samstag, 25. Mai 2019

Nur nebenbei: Es gibt keine Spenden

Der Kurier, dem ganz sicher keine FPÖ-Nähe attestiert werden kann, berichtet gestern, daß es keine Spenden an die FPÖ gegeben hat. Zumindest, soweit man das derzeit überblicken kann. Auch die bereits vorgestern erfolgte Offenlegung der FPÖ-Finanzen bestätigt, was eine Prüfung von Vereinen ergab, die als FPÖ-nahe klassifiziert werden. Dort sind zwar bislang über 300.000 Euro an Spenden eingegangen, aber das Geld ist zum Großteil noch da, und soll zum anderen für Studien etc. ausgegeben werden.

Während die ÖVP immer noch nicht erklären kann oder will, woher 13 Millionen Euro des insgesamt beachtlichen Budgets kommen, das sie im Parlamentswahlkampf 2017 für die "Liste Kurz" zur Verfügung hatte.

Warum H. C. Strache im Ibiza-Video dann davon gesprochen hat? Das weiß nur der Himmel. Oder die Hölle. Oder jeder, der schon mal auf "Macho" gemacht hat, der andere - Deibel nochmal, vor allem Frauen ... - durch vorgespielte Erfolge beeindrucken will. Also fast jeder Mann, vermutlich.

Wie es nach derzeitigem Erkenntnisstand aussieht, war die "scharfe", angeblich "russisch-lettische Oligarchennichte" eine von den Video-Produzenten angeheuerte Prostituierte. Die offenbar also wußte, wie man Männer streichfähig macht. Übrigens: Auch der VdZ ist auf solche Weiber bereits hereingefallen ... Mehrmals. Und so oft er sich auch vorgenommen hatte, darauf nicht einzugehen, war ihnen deren Vorhaben (ihn auszunehmen) doch wieder und wieder geglückt. Solche Frauen wissen halt immer mehr als das, womit man rechnet.

Und der VdZ will sogar etwas zurücknehmen. Daß die Ibiza-Affaire ein Sittenbild gewesen ist. Wenn man es raffiniert anlegt, ist jeder Mann gefährdet (und wie erst Frauen!), in eine Falle zu tappen.



*240519*

Donnerstag, 23. Mai 2019

Eine elegante und folgenreiche Finte

Auf einen sehr interessanten Aspekt an der Ibiza-Affaire weist Fritz Goergen auf Tichys Einblick hin. Der die Frage beantworten könnte, warum das zwei Jahre alte Video genau jetzt, eine Woche vor dem Wahlgang zum EU-Parlament lanciert wurde. (Wo sich niemand um den Umstand gekümmert hat, daß die Art, wie es zustande gekommen ist, z. B. gegen deutsches Recht verstößt und seine Verbreitung strafbar ist.) Die Folge dieser Kompromittierung war nämlich einerseits absehbar, anderseits hat die Reaktion von Kanzler Kurz dessen Stoßrichtung erst konkretisiert, indem er nicht nur die Koalition aufkündigte und Neuwahlen ausrief, sondern durch die Forderung nach dem Rücktritt des FPÖ-Innenministers Kickl dem ehemaligen Koalitionspartner das Messer an die Brust setzte. Der FPÖ blieb gar nichts anderes übrig als sofort die Zusammenarbeit aufzukündigen. Und das war wohl Teil der Taktik, denn nun hat der Bundespräsident sämtliche FPÖ-Minister des Amtes enthoben (sieht man von der parteilosen Außenministerin Kneissl ab, die als einzige blieb) und überraschend schnell eine Interimsregierung ernannt. In der natürlich kein FPÖ-Mann mehr vorkommt.

Die einzige Frage ist derzeit noch, ob Kanzler Kurz durch einen Mißtrauensantrag ebenfalls zurücktreten muß, denn alleine hat er im Parlament keine Mehrheit mehr, die Opposition könnte ihn nunmehr stürzen. Um das zu verhindern, hat Kurz der SPÖ deshalb angeboten, die Kandidaten für die Übergangsregierung mit auszuwählen. Und das ist nicht ohne Bedeutung!

Denn worauf Goergen hinweist ist gar nicht so sehr die Beeinflussung des Ausgangs der bevorstehenden EU-Wahl (wo bei einem Mißtrauensantrag die Frage im Mittelpunkt steht, ob Kurz für den Wahlkampf im Herbst den Kanzlerbonus hat oder nicht). Der nominelle Schaden durch Stimmeneinbußen für die FPÖ könnte Umfragen gemäß zudem erstaunlich gering, der Zugewinn für die ÖVP nicht umstürzend und relevant sein. Ja, für die neu anzusetzende Nationalratswahl (man nimmt den September oder Oktober als Termin an) könnte der Schuß sogar nach hinten losgehen, zumindest für die ÖVP von Kanzler Kurz. Das war auch absehbar. Es muß also um etwas anderes gegangen sein. Und sieht da, Goergen stellt es in den Raum:

Was nämlich in den Wochen und Monaten nach dem EU-Wahlgang folgt, ist die Neubestellung der Leitungsgremien der EU, namentlich der EU-Kommissare. Es wird oder könnte also der Fall eintreten, daß es für die Verhandlungen um die Bestellung dieser tatsächlich einflußreichen Posten - das Parlament selbst ist ja weitgehend ohne realpolitische Bedeutung, hat eher symbolische Bedeutung, denn es kann ja gar nichts rechtsverbindlich beschließen - KEINE ÖSTERREICHISCHE REGIERUNG gibt. Es könnte sein, daß zu diesen Verhandlungen der Bundespräsident mit den von ihm selbst bestellten "Interimsministern" (natürlich alles hochkompetente Fachleute ...) nach Brüssel fliegt, um dort im Namen Österreichs zu verhandeln. In welche Richtung deren Verhandlungsintention geht muß nicht näher ausgeführt werden.

Auf jeden Fall gibt es auf einige Monate keine österreichischen Verhandlungspartner, die politisch den Wahlergebnissen gemäß entscheiden würden. Plötzlich würde sogar ein Grüner (van der Bellen war langjähriger Obmann der Grünen in Österreich) das Verhandlungsteam leiten, obwohl die Grünen seit 2017 gar nicht mehr im österreichischen Parlament vorkommen.

Man hat also den unerwünschten politischen Einfluß mit der Lancierung dieses Strache-Videos GENAU ZU DIESEM ZEITPUNKT - unter vorhersehbaren Auswirkungen auf die Situation der Regierung UND auf die Reaktion von Sebastian Kurz - ganz elegant ausgeschaltet, und das heißt in dem Fall: Vor allem den "rechtspopulistischen" Einfluß auf dieser Ebene neutralisiert, und auf Gesamt-EU-Ebene geschwächt. Von dem zu erwarten war, daß er gegen den Zentralismus in Brüssel auftreten wird. Die ÖVP trifft es insofern nicht, als deren Position ohnehin der gewünschten Linie des Zentralismus entspricht (man höre nur, was deren EU-Spitzenkandidat Karas von sich gibt.)*

Genau dieses grüne Licht für mehr Zentralismus wird aber in den kommenden Jahren die größte Bedeutung haben. Und zwar in den Bereichen Militär (EU-Armee), Klimapolitik (Steuern), und vor allem Finanzen (gemeinsames Budget der EU-Staaten). Dabei geht es nicht nur um real zu treffende Entscheidungen, sondern auch um große Teile des Informationsflusses, von dem die FPÖ ebenfalls ausgeschaltet wäre.

Eine nächste Entwicklung ist, meint wieder Goergen, noch nicht abschätzbar. Denn im Eindruck der Erschütterung durch die Affaire ist auch in der SPÖ ein Machtkampf ausgebrochen. Und hier gibt es eine interessante Alternative zur derzeitigen Vorsitzenden, in Gestalt des Landeshauptmannes des Burgenlands Doskozil. Mit ihm aber könnte sich die SPÖ sogar einen Weg öffnen, auch mit der FPÖ nach den nächsten Wahlen die Regierungshöhen wieder zu erklimmen. Denn die Schnittmengen in sozialen Fragen sind hier sogar größer als mit der ÖVP unter Kurz. 

Derzeit freilich, so Goergen, ist der Gewinner dieser Angelegenheit eindeutig Kurz und die ÖVP. Ob man das aber nicht relativieren müßte, meint der VdZ? Denn der Gewinner ist noch viel mehr ... die derzeitige EU.





*Die Frage um den Zentralismus hat eine weit größere Bedeutung, als es aussieht. Ihr Motiv ist sehr ernst. Denn einen Ausweg aus der monetären Krise, in der speziell Frankreich (und letztlich auch Deutschland) stecken, und die sich zuspitzt, kann es eigentlich nur geben, wenn man in die Richtung der immer öfter in der Diskussion auftauchenden Neuen Geldtheorie (MMT) geht. Wie sie sich in Japan bereits seit 20 Jahren zeigt, und in China am Weg ist. Die seltsame Nähe, die Merkel zu Macron in den letzten Monaten gesucht und sogar festgelegt hat wäre ein klares Indiz für solche Überlegungen. Und wir müssen uns vor Augen halten, daß das derzeitige System Unsicherheiten oder Crashs nicht mehr verträgt - es geht buchstäblich ums Ganze.

Weil so in einer phantastischen Frohrechnung erlaubt wäre, über Inlandsverschuldung beliebig weitere (und noch höhere) Kredite aufzunehmen. Der Staat druckt Geld, das er zu Null-Zinsen ausgibt. Während er dafür Anleihen anbietet, die Zinsen bringen. Die Folge ist eine rechnerische Vermehrung des Sparvermögens einer Bevölkerung (bzw. der Banken), das als buchhalterischer Abgleich für die Staatsschulden dient. Weil zudem das nunmehr steuerbare(re) Wirtschaftswachstum (getragen durch Staatsintervention und -ausgaben, vor allem in der Infrastruktur, siehe Japan) einen "Mehrwert" gegenüber den zusätzlichen Schulden ergäbe. Es muß nur eine zu hohe Sparquote über Steuern jeweils wieder abgeschöpft werden. Immerhin ist unter diesen Annahmen Nullzinspolitik und geringe Inflation - theoretisch - möglich. Diese Wege sind übrigens ohnehin bereits beschritten.

Dabei wäre ein "Helikoptergeld" gar nicht die entscheidende Maßnahme. Geld an alle zu verteilen würde nur wenig und nur kurzfristig als Konjunkturantrieb wirken. Hier könnte sich die strategische (und wirkliche) Bedeutung der "Energiewende" (als Brechstange zu totaler staatlicher Wirtschaftslenkung, denn "Klimaschutz" ist ja eine lächerliche Falschbehauptung) erweisen. Denn solch ein Weiterschreiten in die Schuldenmechanik verlangt eine totale Beherrschung der Wirtschaftsvorgänge, und ein Ausweiten der Staatsabhängigen: Beamte, "Klimaforscher", und all die Pseudoagenden wie "Gender", vor allem aber die  horrenden Staatsausgaben für "Förderung alternativer Energien", die ja nur dem Zweck dient, Geld unter die Leute zu bringen. Gerade die "Energiewende" ist ja dermaßen hirnrissig, daß man daraus andere Schlüsse ziehen muß, so dumm können die Führungen ja gar nicht sein?! Und auch die Massenmigration könnte unter diesem Gesichtspunkt gesehen werden: Es geht überhaupt nicht um Fachkräfte usw. usf. Es geht nur um ausreichende Zahl von (vom Staat bezahlten) Konsumenten. Ist nicht das alleine bereits "Helikoptergeld"?

Immerhin wäre damit auch erhellt, warum das Großkapital (Stichwort "woke capital") so massiv hinter einer Politik steht, die doch eigentlich auf eine Einschränkung der Freiheit - auch des unternehmerischen Wirtschaftens - hinausläuft. Ein System des Etatismus garantiert aber nicht einfach irgendwelche Renditen, die sind fast nebensächlich. Das Großkapital, die Großfinanz braucht die Stabilität des technisch-fiskalischen Staatssystems, weil nur innerhalb dessen ihr Kapital und damit ihre Macht erhalten bleibt. Eine Fabrik, die produziert ist viel wert, ist hohes Vermögen. Aber wenn sie nichts produziert ist sie wertlos. Aber daß wir uns nicht täuschen: Den wirklich Großen geht es nicht um Einkommen oder Profit. So denken nur die armen Leute, oder die Emporkömmlinge, weil es ihnen tatsächlich darum geht. Deshalb sind die auch die "erwünschte Menschenklasse". Wer wirklich Geld hat denkt anders. Bei den Großen geht es um große Ideen, Utopien, eine in ihrem Sinn bessere Welt. So daß sie vor allem eines brauchen: Funktionierende Systeme, die dem Großkapital ihren Einfluß bewahren, um die Welt zu verändern. In der sie Gott gleich sind.




*220519*

Montag, 20. Mai 2019

Der Stoff, aus dem Demokratie gemacht ist (2)

Sie sollten zuvor Teil 1) gelesen haben

Teil 2) Diese Affaire ist damit nichts als das Raunen der Kräfte im Hintergrund




Einige gute, richtige Gedanken finden sich in dieser Stellungnahme von Martin Sellner. Der FPÖ fehlt seit je der geistige Hintergrund, die geistige Basis. Warum der Bezug zu Sellner? Weil sich um ihn und die Identitäre Bewegung eine der objektiven Merkwürdigkeiten rankt. Denn Kanzler Kurz bezog sich mit dem Spruch "Genug ist genug" auf "Einzelfälle", in denen die FPÖ angeblich "rechtsextreme Bezüge" unterhalte, von denen sie sich (und damit auch er, Kurz) zu distanzieren habe. Nur - warum die IB rechtsextrem sein soll ist nicht nachvollziehbar, und gehört zum Bereich der linken Verleumdungsbehauptungen, nach denen alles, was nicht links ist, rechtsextrem ist.

Da ist nur für jemanden keine Tatsache, der eben selbst auf linkem Boden steht. Objektiv hätte sich Kurz nie vom Rechtsextremismus abgrenzen müssen, weil in so gut wie allen "Einzelfällen" ein solcher gar nicht vorliegt. Entweder ist also Kurz (sagen wir es vornehm) etwas uninformiert, oder von Anfang an war diese Behauptung, das sei ein Dauerproblem mit der FPÖ, eine aus strategischen Gründen benutzte Falschbehauptung. Würde Herr Kurz die geistigen Grundlagen der ÖVP kennen, wirklich kennen (und dazu müßte er nur ihre früheren Proponenten studieren), würde er nämlich auch verstehen, daß in den Augen des heutigen Mainstreams die ÖVP mit ihren christlich-konservativen Kernaussagen ... unter diesen Rechtsextremismusbegriff fiele. Zumindest liegt der Verdacht nahe, daß Kurz bereits seit längerem einen Weg von der FPÖ weg vorbereitete, und dazu den Sack schlug, aber den Esel meinte. Wer weiß, ob nicht auch diese Abgrenzungen der letzten Wochen, medial geschickt eins nach dem anderen gesetzt, einen ganz anderen Hintergrund hatten. Weil Kurz vielleicht - wie Böhmermann! - schon lange von der bevorstehenden Explosion wußte.

Vielsagend... van der Bellen und Kurz - Photo: Kronen Zeitung
Denn die ÖVP hat sich doch nicht von heute auf morgen "mit Kurz" geändert! Dieselben Leute im Hintergrund, dieselben Kräfte am Werk. In Wahrheit geht es ihr immer noch ums social engineering, worin sie sich seit Jahrzehnten so engagiert zeigt. Es geht um einen Umbau der ÖVP in eine liberal-linke Weltanschauungspartei, also um Täuschung der ureigensten Klientel, der traditionsbewußten ÖVP-Wähler. Und Kurz ist bereits genau so sozialisiert, vergessen wir das doch nicht. Vergessen wir auch nicht, daß Liberale immer dann "rechts" werden, wenn sie mal was stört, das sie aber selbst zu verantworten haben.

So daß der Plan der ÖVP von Anfang an - sogar deutlich erkennbar unterbrochen durch das Gegensignal, die geschickt regionalisierte, nichts desto weniger offizielle Unterstützung für den linksliberalen Alexander van der Bellen bei den Präsidentschaftswahlen! - war, das Lager der "Unzufriedenen", das die FPÖ zu sammeln begonnen hatte, zu sich herüberzuziehen. Indem man sich vorerst vergemeinte, Identifikation möglich machte - und nun wieder zurückläßt in der Hoffnung, es haften genug blaue Wähler an ihren türkisenen Kleidern. Nein, meinte schon Nixon, in der Politik passiert nichts zufällig.

Der Spiegel-Redakteur Martin Knobbe sagt eindeutig, daß er davon weiß, daß etliche Leute in Österreich schon einige Zeit von der Existenz dieses Videos wußten. Ah ja. Und von denen hat niemand irgendjemanden informiert, etwa die ÖVP, oder die SPÖ, ganz sicher, denn die waren ja ethisch auf Vollzack, haben die Würde eines Menschen - ja, auch H. C. Strache ist einer, schon mal gehört? - durch Diskretion geschützt. Diskretion als Basis jedes Menschenrechts? ÖVP? SPÖ? Medien?

Nullo commento.

Möglicherweise hat aber eben dieser Sebastian Kurz mit der Ausrufung von Neuwahlen seinen schwersten, den entscheidenden Fehler gemacht. Denn die Festlegung, die er damit verbunden hat, die FPÖ abzulehnen (weil er, so ließ er es gar verlauten, immer schon um diese Unmöglichkeit gewußt habe, aber durch die Unbeugsamkeit der SPÖ quasi zu dieser Koalition gezwungen war ... geht es noch erbärmlicher? Gehe es noch klarer vorhersehbar (angesichts der Bubi-Physiognomie eines Hutsch-Schnürzel-Muttibabys?), läßt es nur den Weg zur SPÖ offen. Nun beginnen sich die Dinge ineinander zu verkrallen. Mal sehen, ob Kurz da noch einen Ausweg findet. Oder endgültig bei den Linksliberalen landet.

Wie auch immer, es braucht nicht viel Phantasie vorherzusagen, daß wir in den nächsten Wochen und Monaten - sechs bis sieben Stunden Filmmaterial intimster Gespräche! - noch mit "Eröffnungen" der einen oder anderen Art konfrontiert werden. Die Perfidie entwickelt sich immer in Häppchen, denn man will das Flämmchen am Leben halten, das die Wasser kocht. Getreu, wenn auch anders als manche meinen, im Sinne des Wortes interpretiert: Wer sich mit Hunden zu Bett legt, wird mit Flöhen aufwachen. Das war einer der Grundfehler der FPÖ unter Strache, an eine geläuterte ÖVP zu glauben. Wer immer geglaubt hat, daß das eine Lösung wäre, daß die Probleme graduell, nicht kategorial wären, hat eben von Politik und Gegenwartsproblematik keine Ahnung.

Wobei wir nicht bestreiten, daß H. C. Straches geistiges Profil nicht gerade das eines fundierten, stringenten Geistesmenschen ist, wozu ihm einfach die Persönlichkeit - der Stand! - fehlt. Anders als Sellner im Video behauptet ist Straches Aufstieg keineswegs der Erweis von Tüchtigkeit (=Tauglichkeit), sondern der heute so typische Irrtum über Stand, Identität und Berufung, ja: über Politik. Die keineswegs aus ihrer Sachproblematik erwächst, sondern bei der Gestalt beginnt. Also beim Ort.

Denn ontologisch ist es falsch, worauf Sellners Sichtweise offenbar beruht: Das Sein (als Existenz, als Seiendes also) schafft sich vielleicht ein Bewußtsein, wie Marx sagt, ja, aber nicht den Geist. Der ist immer ontologisch strukturiert, und nur in Bezug auf das Sein selbst begreifbar. Man kann also nicht seinen Stand wechseln aus "Leistung". Und "nach oben" zu gelangen ist eine wesentlich andere Qualität als "in einem Stand sein". Der "nach oben Gekommene" wird immer seinen Stand nur "behaupten" können. Ort, Stand muß immer initial von außen kommen. Das Handeln folgt dem Sein! Nicht umgekehrt. Damit ist auch klar, daß Bewegungen wie die IB in ihrem innersten Kern links-liberale Erscheinungen sind.

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Der erste Video-Schnellschuß von Oliver Janich enthält ebenfalls einige bedenkenswerte Aspekte.

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Ansonsten muß man die Sache einmal sacken lassen, um sie im Abstand besser einschätzen zu können. So werden wir dann die Wirklichkeit besser erkennen können, mit der wir es hier zu tun haben, und die erste und emotionale Eindrücke immer einmal vernebeln. Aber vielleicht mündet alles dort, wohin der VdZ immer mehr kommt: In ein Begreifen, daß hier jemandem ein kaum faßbares Unrecht getan wurde. Das in Worte schwer zu fassen ist, aber umso gewaltiger ist. Weil es die Person eines Menschen zerstören möchte. Der zwar um einige Stufen zu hoch gegriffen hat, gewiß, aber nichts desto trotz ein Anrecht auf Würde und Respekt und Wahrung seiner persönlichen Integrität hat.

Jetzt, wann denn sonst, wären die Priester und Bischöfe gefragt, die in ihrem Abgrenzungswahn, um ihre menschliche Inferiorität zu verbergen und sich einzuschleimen, solch eine Menschenhatz sogar noch begünstigt haben. Jetzt wären sie gefragt, um diesen Menschen, H. C. Strache, von dem der VdZ sich immer distanziert hat, aus oben beschriebenen Gründen und hier nachzulesen, dennoch zu schützen, und zu einem Ende der Hatz aufzurufen. Im Namen der Christlichkeit, im Namen der katholischen Pflicht, steht auch die Kirche vor einer Nagelprobe, deren letzte sie ohnehin allesamt mit Bomben und Granaten versemmelt hat.** Aber einmal muß auch damit Schluß sein. Wie sagte Kurz? Genug ist genug!

Und wieviel da sogar auf der vorgeblichen Anklägerseite geklärt, auf seinen sachlichen Corpus gereinigt werden muß, zeigt schon dieses aktuelle Interview mit einem Spiegelredakteur am nächsten Morgen (also heute). Der davon spricht, daß z. B. die Aussagen zur Parteienfinanzierung durch Großspender in jeder möglichen Form fallen, also keineswegs zeigen, daß das Video belege, DASZ solche Parteispenden bereits getätigt wurden oder werden. Dennoch wurde aber in den Massenmedien diese Anschuldigung durch selektive Auswahl der kolportierten Aussagen so formuliert. Sinngemäß gilt dasselbe für die angeblich versprochenen Staatsaufträge.

Wer den derzeit zur Verfügung stehenden Videoausschnitten genau zuhört wird sogar sehen, daß Strache keineswegs solche Aufträge als Gegenleistung verspricht, sondern der (vermeinten) Oligarchin einen Weg nennt, wie sie an den Staatsaufträgen profitiert. Dazu muß sie ein Qualitätsangebot schaffen, Strache sagt das wörtlich, denn ginge es nach ihm, würde er sofort den Reihen-Auftragnehmer STRABAG-Haselsteiner (der offen die Opposition unterstützt, mit Geld, selbstverständlich) in die Wüste schicken.

Aufträge, die Haselsteiners STRABAG (übrigens, das nebenbei: Mit dem russischen Oligarchen Deripaska als Teilhaber, den Haselsteiner sogar vor der Pleite bewahrt hat, und der dafür die Großaufträge in Rußland - Sotschi! - gesichert hat) bis 2017 ganz sicher unter der ÖVP-SPÖ-Koalition ohne jedwede politische Intervention, aus rein objektiven Gründen sozusagen, erhalten hat. IN Wahrheit muß man sich aber beim Studium der Videoaufnahmen sogar fragen, warum Strache nicht mehr eingeknickt, sogar unter Alkoholeinfluß relativ standfest geblieben ist: Nichts außerhalb der Rechtsordnung, sagt er immer wieder.






Nachsatz: Zur Überraschung aller hat sich Strache auch für das Weiterverbreiten von Berichten über Kurz entschuldigt. Woraufhin das große Rätselraten einsetzte, was er damit gemeint haben könnte. Vielleicht ... diese Passage?


**In der Hölle wird genau das geschehen: Es ist alles offenbar, und die Bestandteile sind kaum oder gar nicht unterschieden von den Bestandteilen auf der Welt, die auch jene vorzuweisen haben, die in den Himmel gelangt sind. Was aber in der Hölle fehlt - und erst das ist der Stoff, aus dem das Gute ist, erst das ist der Stoff der Vernunft - ist die Ordnung. Was fehlt ist der liebende, wohlwollende und damit die rechte Ordnung (=Person) schaffende Geist.




*180519*

Sonntag, 19. Mai 2019

Der Stoff, aus dem Demokratie gemacht ist (1)

Aus gegebenem Anlaß einer der seltenen aktuellen Einschübe:

Was ist Neues an dem, was sich aus dem "Ibiza-"Video ergibt, das angeblich skandalös und angeblich erhellend ist, das wie ein Erdbeben Österreich und die Schlagzeilen bestimmt? Und zum Rücktritt von H. C. Strache samt seinem Adlatus, John Gudenus jun., und zur Auflösung der Regierung durch den Kanzler Sebastian Kurz am 18. Mai 2019, nur etliche Stunden nach der Veröffentlichung des genannten Videos durch die deutschen Zeitungen Spiegel und Süddeutsche Zeitung führte.

Fast muß man sagen, daß diese Falle - die ganz offen als solche einbekannt wird, sogar Süddeutsche und Spiegel sprechen davon - gar nicht wirklich funktioniert hat. Was Strache da im Suff von sich gibt, ist irrelevant einerseits, und anderseits einfach das, was jede Partei in einer Demokratie unserer Spielart überlegt und anstrebt. Die sich privat finanziert, und auch die Herrschaft über die Vierte Gewalt, die Presse braucht. Jede andere Partei möge sofort vor Gottes Angesicht treten und bekennen, daß sie nicht GENAU SO denkt. Und handelt.

Was Bundespräsident Alexander van der Bellen bei seiner abschließenden Stellungnahme am Samstagabend um halb neun Uhr sagte, daß "die Österreicher nicht so sind", stimmt deshalb einfach nicht.* Wer in der Liga "Staatsführung" der Politik spielt, muß nahezu so denken und handeln, wie es sich im Video darstellt. Er muß über Medien mit Einfluß nachdenken, über Finanzierung, usw., denn es ist naiv so zu tun, als wären die Medien unabhängig von der Politik. Gerade die Kronen Zeitung lebt (auch) von Staatszuschüssen, und in ihrem Ableger heute von Anzeigen, als verdeckte Finanzierung durch die Politik - natürlich ohne Gegenleistung ... Daß in der Politik überhaupt nach etwas anderen als alltäglichen Maßstäben gedacht und gehandelt wird, zeigt alleine die Entstehung und Veröffentlichung dieses (für sich gesehen unsäglichen, gewiß) Videos. Noch etwas: Dieser Mann, der bei jeder Gelegenheit die "Freiheit der Abtreibung" verlangt hat - dem Gesetz nach immer noch Mord, bitte schön! lediglich straffrei gestellt - wagt es glatt zu sagen, daß er nicht dulde, daß den Menschen gegenüber "kein Respekt" entgegengebracht würde. Was soll man da noch sagen?

Und genau derselbe Alexander van der Bellen kündigt dann an, daß die Justiz einzuschalten sei, um alles zu prüfen und gegebenenfalls zu ahnden. Dann darf man sich somit umso mehr wundern, daß er die gesetzeswidrige und von langer Hand mit höchster Präzision - auch in seinen zeitlichen Zusammenhängen - geplante Investigation lobt, also gar nicht damit meint.

Das tut immerhin noch Sebastian Kurz in seiner Stellungnahme, in der er Neuwahlen ankündigt. Und sich dabei, übrigens, auf eine Weise festlegt, die nur auf ein Wiederaufleben einer großen Koalition aus ÖVP und SPÖ hinauslaufen kann.

Heinz Christian Strache hat sich aber auch als das gezeigt, was er ist, und immer war, da ist nichts Neues zu erfahren. Sein bislang größtes Format zeigte er dabei noch in seiner Rücktrittserklärung. Der VdZ hat auf diesen Seiten immer und aus genau diesen Gründen gehörigen Abstand zu ihm gehalten. Diese persönlich-sittliche, geistige Schwäche alleine hat garantiert, daß unter diesem Mann keine wirkliche Korrektur möglich ist. Der Leser möge die bisherigen Stellungnahmen an diesem Ort nachlesen.

Dennoch ist der Grundfehler, daß die Tatsache, daß etwas zu denken und darüber zu sprechen, zwei verschiedene Dinge sind. Es gibt gute Gründe, Tagebücher und intime Aufzeichnungen und Gespräche verborgen zu halten. Sie sind etwas völlig anderes, neutrales Vorfeld, Spielwiese zu dem, was dann geschieht. Insofern ist das Video nicht durch seine Inhalte ein "Sittenbild" Österreichs, als das es apostrophiert wird. WAS das Sittenbild ist, ergibt sich daraus, daß diese Falle aufgebaut und nun so verwertet wurde. DAS sagt aus, wie es in dieser Demokratie zugeht. Wenn van der Bellen sagt, daß das Video ein Beweis sei, daß die Vierte Gewalt "funktioniere", dann läßt einen das ziemlich sprachlos zurück.

Gehören zur Vierten Gewalt also auch Recherchen und Methoden, die außerhalb des gesetzlichen Rahmens laufen? Heiligt plötzlich doch der Zweck die Mittel, oder zumindest dann, wenn es einem in den Kram paßt? Und der Umstand, daß das Video erst zwei Jahre (und paßgenau vor den EU-Wahlen) lanciert wurde, daß also in Ruhe abgewartet wurde, bis sich die ÖVP-FPÖ-Koalition etabliert hat, so daß der Knall umso lauter wird, spricht nicht gerade für den Edelmut des vorgegebenen Motivs, Schaden von Österreich abzuwenden. (Die Kronen Zeitung IST übrigens mittlerweile zur Hälfte verkauft, das nur nebenbei.)

Hier wurde nicht recherchiert, hier wurde inszeniert. Man hat nichts "aufgedeckt", man hat nur diskreditiert.

Oder, wie es Boris Reitschuster auf Tichys Einblick formuliert:, der den Fall Strache sogar einen furchterregenden Damm- und ethisch verwerflichen Tabubruch im Journalismus nennt: [...] ich bin felsenfest überzeugt: Sehr, sehr viele Gespräche von Politikern wären, sollten sie an die Öffentlichkeit kommen und entsprechend zugespitzt geschnitten werden, geeignet, ihren Ruf massiv zu beschädigen. Ein Ruhmesblatt in der Geschichte ist dieser Journalismus sicher nicht, im Gegenteil, er ist eine massive Beschädigung unserer demokratischen Kultur.

Und wer die 4.500 "spontanen" Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt sah, mit ihren Transparenten "Strache Nazi" oder "Neuwahlen", die seltsamerweise in die Fernsehkameras eine verblüffend gleichlautende Begrifflichkeit ablieferte, wer dazu die gezeigte Aggressivität sah, während die "spontanen" ohrenbetäubenden Musikkakophonien abliefen, dem könnte sogar ziemlich Angst und Bange werden. Diese Leute haben jedes Gefühl für Moral verloren, und fordern genau das - Moral. Welche? Ihre? Na danke, so eine Hölle kriegen wir auch um weniger Geld.

Und schon zu später Stunde brachten die Medien die Meldung des burgendländischen Landeshauptmannes Doskozil (SPÖ), der seit Jahren - sehr erfolgreich (wie er selber sagt) - mit der FPÖ in Koalition das kleine Bundesland regiert. Nun sei alles aber neu zu überlegen. Ach ja? Ist nicht diese bestens funktionierende Koalition der SPÖ mit der FPÖ seit je Plänen, die FPÖ auf den Mistplatz zu schieben, um endlich mit der ÖVP auf Bundesebene wieder ins Bett zu hüpfen, im Wege? Und könnten somit die Aussagen von Kurz, mit der FPÖ sei einfach nicht zu koalieren, seltsam konterkarieren? Betrüblich, denn inmitten dieser unsäglichen SPÖ-Gesichter stach Doskozil in seiner Vernunftbereitschaft bislang völlig heraus.

Dennoch bleibt ein nüchternes Fazit. Politik kann keine Aufgabe von Emporkömmlingen sein. Sie kann kein Karriereweg sein, auf dem jemand "etwas werden" will. Das Ergebnis ist, was man nun sieht. Schon gar in einer "Demokratie", die die Strukturen, die Institutionen in den Hintergrund gedrängt hat und alles auf die sittliche Qualität der Proponenten anlegt. Jeder Mensch ist ein Sünder, jeder hat seine Schwächen. Politik kann darauf niemals aufgebaut werden. Das hat zu dem Fehler verleitet, angebotene Macht anzunehmen. Solche Bewegungen - das macht die Bundes-AfD vielleicht besser - haben unleugbar eine Korrekturfunktion. Ob sie jedoch taugen, Regierungsverantwortung anzunehmen, darf hinterfragt werden. Parteiendemokratie führt zwangsläufig - aus der Eigendynamik, die neu ins Spiel kommt - zu einem Filz von Korruption und Kalkül. Sich zur Partei zu machen ist also mehr als eine ästhetische Frage.

Und genau diese Schwäche hat Heinz Christian Strache dazu gebracht, die Ideen, die er zu vertreten vorgab, bis auf die Knochen zu desavouieren. Von Gudenus, dem Generalsekretär der FPÖ, wollen wir gar nicht reden. Jungspunde in einer Staatsform, die auf sittlich-charakterliche Qualität aufbaut, als Repräsentanten zu wählen ist an sich schon eine geistige Verirrung, und sie kommt aus demselben Prinzip: Der Verlagerung von öffentlicher Repräsentanz auf "Leistung", nicht auf ein Amt, eine Struktur, die von der Person, die sie inne hat unabhängig ist und eine Gestalt (als Potenz) in sich trägt. In einer Monarchie - als Gegenbeispiel - regiert die Monarchie, der Repräsentant ist nebensächlich. Während der Sockel aus Ideen und Tagesfragen - in Räten, Beratungsgremien etc. - nur bis an ihre Schwelle reicht, und das Versagen von Menschen keine Staatskrise auslösen kann.

Nur über eines sollte man sich nicht täuschen: Die Menschen wissen längst, wie es in der Politik zugeht. Was Strache hier sachlich "offenbart" ist nichts sonst als eine Offenbarung üblicher Praxis, die nur einen Vorteil hat: Die etablierten Parteien haben mehr Einfluß auf die Medien, und somit kommt vieles nicht so ans Tageslicht, wie hier. Oder warum glaubt der Leser gibt es zum Beispiel derzeit den Untersuchungsausschuß über die Vorgänge rund um den Kauf der Abfangjäger vor 15 Jahren?

Der entscheidende Schritt war, über diese Hintergründe offen und dermaßen naiv zu sprechen und zu riskieren, daß sie den intimen Raum verläßt. Denn hier geht es tatsächlich um zwei verschiedene Dinge: Verborgenes Aufdecken ist eine eigene, neue Qualität. Sogar Die Welt äußerst sich in diesem Sinne durchaus kritisch zur Affaire und schreibt, daß so ein Vorgehen stets typisch für Geheimdienstarbeit war.

Aber das Aufdecken "geheimer Gedanken" ist peinlich, gewiß, es ist kompromittierend, gewiß. Aber aus eigener Erfahrung (auch dem VdZ wurden intime Aufzeichnungen in großem Umfang entwendet und öffentlich gemacht) kann man sagen, daß die Hoffnung, nun würde sich "die volle Wahrheit" offenbaren, nicht begründet ist, wenn man meinte, das Geheimnis, das jede Person ist (und in dem er alleine vor Gott steht, immer) aufzubrechen, würde mehr "Wahrheit" bringen. Person heißt "Selbstordnung", und darauf kommt es an, dort, im Bezug auf den Ort, die Aufgabe eines Menschen, entscheidet sich Moral und Handlungsqualität. Und wie Alkohol dieses Ordnungsvermögen angreifen kann, wissen wir wohl alle. Inhalte, Material an sich darf nie ausreichend für ein Urteil sein, denn es ist omni-vok oder multi-vok.

Wer es anders interpretiert als der Besitzer oder Urheber dieses Materials es im Normalzustand tut, das heißt an seinem generellen Lebensort, hat entweder keine Ahnung vom Menschen, oder will ihm Böses tun. Denn es ist das bewußte Herbeiführen einer Situation der Schizoidität, die das Opfer in eine ausweglose Enge treibt, weil ihm aufgrund der okkupierten Finalform von Handlungsurteil - Sprache - jede Möglichkeit nimmt, sein Selbst aufrecht zu halten, wenn er nicht zu einer Selbststärke gelangt, in der er am Vor-Gewußten des Wissens festhält. Deshalb kann man mit voller Berechtigung sagen, daß das, was sich hier zeigt, klar mit Dämonie zu tun hat, denn so eine Situation ist tatsächlich Hölle*. Allerdings ... auf beiden Seiten. Auch in der Selbstauflösung und -preisgabe.

Und damit sind wir wieder bei der Anfangsthese gelandet. Denn Dämonie ist der Stoff, aus dem unsere Form der Demokratie gemacht ist, egal von welcher Seite man sie ansieht. Wer damit nicht umgehen kann, sollte die Finger davon lassen. Denn wer sich mit dem Teufel ins Bett legt, wacht in der Hölle auf. Deshalb kann Politik nie - wie es heute aber üblich ist! - über "Leistung", also Funktion, Technik bewegt werden. Denn diese Integrität hat nur das Personsganze, und das ist immer auf den Ort bezogen, also auf Stand, aus dem alleine Auftrag hervorgeht. Weil Politik eine Frage des Amts und der Strukturen ist. Wo immer Menschen antreten, zu "verändern" - wenn es sich nicht auf das Reinigen bezieht, also das Re-formieren, das Herstellen des früheren, besseren Zustands, was aber alleine schon Emporkömmlinge ausschließt - ist ihr Scheitern vorprogrammiert.





*Wenn, dann muß man in anderen Fällen sagen: SO ist Österreich nicht. So wollen es nur sehr viele machen: Zur Exzeß-Disco. Aber solch ein Event hat dieser selbe Bundespräsident natürlich immer unterstützt, der gestern doch glatt wagte, das Wort "Heimat" in den Mund zu nehmen.




*180519*

Dienstag, 11. Dezember 2018

Splitter zum Tag (3)

Teil 3) Die wahren Gründe für den Unmut in Frankreich. Und anderswo.



Es sind also andere, die Molotow-Cocktails werfen und Autos anzünden und Polizisten krankenhausreif schlagen, wenn nicht töten. Nur diese Gruppen sind so gewaltbereit und nutzen jede Möglichkeit zur Destabilisierung. Die mit den Rechten aber verbindet, daß es allen irgendwie reicht. Warum, wogegen ist nicht so ganz klar. Die Dieselverteuerung war der erwartete, sofort wahrgenommene Anlaß für einen viel tiefer sitzenden Unmut. Den, traut man Umfragen, zwei Drittel (!) der Franzosen teilen. Den manche sogar als den ersten artikulierten Massenprotest der "einfachen Leute" gegen den abgehobenen Irrsinn einer "Ökologie-Politik" sehen, die eine abgehobene Schein-Elite über die Welt verhängen will.

Ein Protest freilich, der sich noch nicht wirklich benennen darf, dafür sorgen die neuen Tabus. Der einen Anlaß als Chance ergreift, weil eine Politik verlangt, die endlich dem Willen der Bevölkerung entspricht. Und der einen sehr handfesten Grund hat: Frankreich ist zu Tode gesteuert. Die Wirtschaft tief marode, sieht man von den (griechenlandbefreiten) Banken ab, die Einkommen der Arbeitenden gerade noch ausreichend oder schon längst zu niedrig für das, was jeder als "normalen Lebensanspruch" sieht. Wo die Kinder studieren, und ein Auto unerläßlich ist, weil eine Wohnung in den Zentren der Städte längst unleistbar ist.**

Und warum? Auch - auch! - weil es Millionen Migranten im Land hat, die gerne wohlhabend wären, aber in miesen Vorstädten mies dahinvegetieren. Ohne Arbeit, ohne Sinn, ohne Aufgabe. Die aber Milliarden und Abermilliarden kosten***. Jenen das Geld aus den Taschen ziehen, die immer noch brav an der Werkbank stehen und dafür Steuern abdrücken, die wiederum die Billionen der Oligarchen sichern. Verteilung von unten nach oben, darum geht es seit zwei, drei, fünf Jahrhunderten im kapitalistischen Europa. Der Klimawahnsinn garantiert weil moralisiert diese Methode. Diesen noch als Wissenschaft zu bezeichnen, traut sich ja ohnehin nur noch die herangezüchtete Zombie-Riege der weltweit Verblödeten und Möchte-gerne, die sich derzeit in Kattowitz ein verlängertes nettes Wochenende bei Plausch und Punsch gönnen und die "Probleme der Welt" besprechen.

Bitte, Leute, für irgendwas müssen unsere Steuern ja gut sein. Leisten wir uns also auch eine Gelehrtenschichte, die für nix gut ist, als von Jahr zu Jahr die Hotels irgendeines illustren Ortes zu füllen, leisten wir uns doch diese Neben- und Scheinwelt der Klimaretter. Leisten wir uns die, die uns das Leben schwer machen möchten, weil sie sonst nicht wüßten, wozu sie überhaupt da sind. Aber dann spüren die sich wenigstens irgendwo. Borderline, weiß der Leser das? Borderline. Das ist das Geheimnis um diese Schichte, die doch nur nützliche Idioten für ganz andere Geschehnisse und Wirklichkeitsbewegungen sind.

Frankreich hat freilich in einem wirklich Tradition - in der Revolution. Das begann mit der mittlerweile heiliggesprochenen Jeanne d'Arc im 15. Jahrhundert, ging über 1789 und die darauf folgenden Blutorgien, und hat mit der mittlerweile fünften (jeweils einer zuvor gestürzten Grundverfaßtheit folgenden) Republik sicher noch nicht den Endpunkt erreicht. Paris steuert auf eine nächste Republik zu. Wo nun endlich, aber diesmal wirklich, alles besser werden wird.

Eben. Postmodernismus pur. Funktion. Wie im Casino. Irgendwann fällt auch die richtige Gestalt. Hoffentlich merkt es jemand.

***

Fazit? Eine Zeit, die Buberlgesichterl und Frauen wählt, erhält Buberl- und Frauenpolitik. Weich. Gestaltlos. Weltlos. Identitätslos. Simulation.

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Nachtrag:  Die Kronen Zeitung bringt einen Bericht, demgemäß es am vergangenen Wochenende in Frankreich im Zuge der "Gilet Jeune"-Proteste zu 1.700 Festnahmen und 260 Verletzten (darunter 39 Polizisten) kam. Die Krone spricht von landesweit 136.000 Protestierenden. In Paris sei es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen gekommen. Obwohl bereits in den frühen Morgenstunden "hunderte Personen" präventiv festgenommen worden waren. Insgesamt wären die Zahlen (weil die Proteste) damit gestiegen. Auch bei der eingesetzten Exekutive: 89.000 Gendarmen (=Armeeangehörige) sind auch in Frankreich nicht alltäglich.




**Übrigens vor allem durch die Flutung der Volkswirtschaften mit billigem Geld (EZB). Von dem natürlich wieder die Wohlhabenderen profitieren. Denn wer nix hat, kriegt auch keinen Kredit, machen wir uns doch nichts vor. Noch dazu, wo die Vergaberichtlinien durch Gesetze ("Basel"), die Banken "zusammenbruchsresistenter" machen sollen, deutlich verschärft wurden. Es ist besorgniserregend, daß immer mehr Bürger zur Bestreitung ihres normalen Lebensaufwands bereits Vorsorgen auflösen oder Kredite aufnehmen müssen. In den USA sind das mittlerweile schon 25 Millionen Amerikaner, zehn Prozent der Bevölkerung, für die der Arbeitslohn nicht mehr reicht.

***Dem Leser ist die Größenordnung, in der wir uns hier bewegen, vielleicht nicht ganz klar. Dazu trägt die Währungsumstellung auf Euro bei, der VdZ ist sicher.  Bei den Kosten für Migranten redet man in Deutschland mittlerweile von jährlich über 25 Milliarden Euro, das sind grob 50 Milliarden Deutsche Mark. (Für die Energiewende betragen die Kosten mittlerweile 27 Milliarden Euro, also 54 Milliarden DM, jährlich.) 

Deutschland und Österreich ähneln sich ungemein, das drückt sich analog zur Einwohnerzahl auch in den wirtschaftlichen Kennzahlen aus. Vor der Wiedervereinigung waren (schon allein durch die Währungsbindung Schilling zu DM = nahezu fix 1:7) fast alle volkswirtschaftlichen Zahlen im Verhältnis 1:10 zu betrachten, dann waren sie "normal". Nach 1990 vermutlich 1:12, vielleicht auch 1:13. 

In Österreich spricht man heute von mindestens zwei Milliarden Euro Migrationskosten pro Jahr, das sind grob gerechnet 30 Milliarden Schilling. Zum Vergleich: Die gesamten Einnahmen des Staates Österreich betrugen 2017 rund 178 Milliarden Euro, die Ausgaben rund 181 Milliarden. Die Migrationskosten sind also in Österreich ident mit dem Budgetdefizit, sie sind nur über weitere Verschuldung zu bezahlen.

Zum Vergleich: Als es etwa 1990 zum "Skandal" um die Verluste bei der damals noch verstaatlichten VOEST in Linz kam (nach 1945 wurden die Hermann Göring-Werke verstaatlicht, die in jener Stadt auf Anregung von Hermann Göring gegründet worden waren - in Anbindung an die Erzvorkommen in der Obersteiermark - die als "Linz - Die Perle Hitlers" zur Weltstadt ausgebaut werden sollte, woran heute nur noch der Hauptplatz, die Nibelungenbrücke und einige Vorstadtsiedlungen erinnern), wo mit 40.000 Arbeitern jährlich eineinhalb Milliarden Schilling (das sind, bitte schön, "gerade mal" 100 Millionen Euro!) in den Sand gesetzt wurden (heute ist der danach privatisierte Stahlkonzern einer der größten der Welt und arbeitet hoch profitabel) gab es das ÖVP-Wort von "Schluß, wir verbluten uns zu Tode". Heute nehmen wir dieselben Summen IN EURO mit einem Schulterzucken. Und die ÖVP sieht es wie die SPÖ als gerechten Grund. 

Grund? Wir haben durch die Einführung des Euro jeden Begriff von Geld und Wert verloren. Heute ist Geld für die Politik wirklich nur noch Zahl und Rauch.

Der VdZ hat es 2003 vorhergesagt, es ist genauso gekommen:  Wir geben heute einen Euro genau so leicht aus wie damals einen Schilling. (In Deutschland: Eine Mark. Alles liegt an der Grundeinheit, an der EINS.) Wer heute ins Gasthaus geht, ein "Billig-Menu" ißt und einen Apfelsaft dazu trinkt, nimmt die Rechnung über 200 Schilling (=15 Euro) als wäre ihm Gutes passiert. Tatsache ist, daß sich diese und andere alltägliche Preise binnen 15 Jahren VERDOPPELT haben. Da pfeift man doch gerne auf die offizielle Inflationsstatistik, die einwirft, daß dafür zweiwöchige All-inclusive-Reisen nach Antalya um die Hälfte im Preis gesunken sind. Vor fünfzehn Jahren hätte man dem Fleischer, der für eine ordinäre Leberkässemmel, oder der Kassiererin im Café, die für einen Verlängerten Schwarzen 50 Schilling (=3,50 Euro) verlangt hätte, den Vogel gezeigt. Heute ist das völlig normal. Und der Witz dabei: Die Betriebe können trotzdem kaum noch existieren!





*081218*

Montag, 10. Dezember 2018

Splitter zum Tag (2)

Teil 2) Das nächste Buberlgesicht, die nächste Geschichte - Emmanuel Macron




Emmanuel Macron (wieder: auch der ein Buberlgesicht) ist da nicht weit davon entfernt, fällt in dieselbe Kategorie, wenn auch Macron nicht einmal ansatzweise eine wirkliche Unterstützung im Volk hatte. Soweit kam der nie, denn mit Politik hat er nie etwas am Hut gehabt. Er war ein Konstruktions-Kandidat, zentraler Strategie entsprungen, die nur ein Ziel kannte: Le Pen zu verhindern. Wollte man sagen. Nein. Die Macht, die in Frankreich herrenlos war und ist, zu erringen, indem er eine "Bewegung von unten" vortäuschte, die er aber nie ernsthaft im Sinn hatte. Heute herrscht er, so heißt es, wie ein Monarch. Er betreib nur Etikettenschwindel, maskierte die bisherige Politik halt neu. Ähnlich hat es ja Kurz in Österreich gemacht.

Dazu mußten alle übrigen Kandidaten mit äußerst fragwürdigen Methoden, ja durch üble Methoden aus dem Rennen geworfen werden. Macron hat an der Hand seiner Mutti (pardon, seiner Geliebten hätte es heißen müssen) bekanntlich den schmutzigsten Wahlkampf der neueren französischen Geschichte geführt. Aber nun hat er, das kann man so sagen, ein handfestes Legitimitätsproblem. (Und das Problem der Legitimität fängt den Blick des VdZ immer mehr. Es ist ein Kernproblem des Menschen, darüber wird sich an dieser Stelle deshalb gewiß noch einiges finden.)

So hat Macron nur mit (groteskem, lächerlichem, postmodernistisch zum Schein legitimierten) Neureichentum und der Art, wie sich eine neue, nie legitimierte, und in nichts legitime Elite zu etablieren versucht, die "Wahl" gewonnen. Als einzige Möglichkeit für den "seriösen Bürger", gewissermaßen, um das Unseriöse zu verhindern. Glatt fliegt ihm jetzt der Laden um die Ohren. Denn seine Wirklichkeitsferne hat ihn dazu verleitet, was eben daraus folgt: eine deckungsgleich wirklichkeitsferne, zombieartige "Politik" zu machen. Niemand in Frankreich will das, was Macron will. EU-Armee. EU-Budget. Klimarettung durch "Energiewende", die Deutschland gerade bis zum Erstickungstod abwürgt: Abschalten von Atomkraftwerken, Landschaftszerstörung durch Windräder, Aufgabe sicherer Energieversorgung durch Einführung von Flatterstrom, wo nun von zwei parallelen Produktionsstätten derselbe Ausstoß wie zuvor geliefert wird - es zahlt ohnehin der Bürger. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Nur mit Merkel kann er da kuscheln. Beide entstammen demselben Bezirk des Geistlosen, Ahnungslosen, Wirklichkeitslosen, lebenslang Alimentierten. Autistische Bewohner einer geschützten Werkstatt*. Beide wollen Probleme lösen, die keiner hat, mit Geld, das nur den einfachen Leuten genommen werden kann. Übers Benzin. Über den Strompreis. Während die wirklichen Probleme ständig weiter aufgeschoben werden (wie im ESM, mit dem man die Krise von 2008 nicht bewältigt, sondern auf immer weitere Zukunft aufgeschoben hat; samt dem "Target II" als Tor zu noch mehr Schulden für klamme Staaten, wieder einmal direkt bei den Deutschen, die dafür eine Schein-Prosperität erleben.). Paßt das Volk dazu nicht, wird es eben ausgetauscht.

So nebenbei hat Macron aber nun offenbart, worum es bei dem ganzen Klimazirkus in Wahrheit geht. Die zeitliche Koinzidenz der Aufstände in Frankreich mit der "Klimakonferenz" in Kattowitz ist kein Zufall. 

Es geht hier wie dort um neue Geldquellen für eine (schon lange) perverse Politik. Um sonst wirklich nichts. Da erhöht man vom doktorgeschwängerten Schreibtisch aus die Mineralölsteuern, heiliggesprochen durch das hehre (Fluch über diese Geisteskranken! aber das wird eh Gott besorgen, bleiben wir ruhig) Ziel der Klimarettung, ganz kräftig. 

Aber dann passiert etwas. Denn plötzlich erhebt sich das Volk. Öhö, wer hätte damit rechnen können, schon gar in Frankreich? Und bei weitem nicht nur in Paris, sondern in tausenden französischen Städten. Und es kursieren Listen mit politischen Forderungen, die sich wie die Parteiprogramme verpönter "populistischer Rechts- und Linksparteien" lesen. Mit Forderungen nach gesetzlichen Mindestlöhnen, oder Mietpreisgrenzen.
 
Denen geht es um das Weltende, wie jemand schreibt, uns aber um das Monatsende. 

Mehr als Zynismus ist Macron dazu bisher nicht eingefallen. Dafür müssen nun vier oder fünf Divisionen an Ordnungskräften (die Gendarmerie in Frankreich ist der Armee eingegliedert, weshalb die militärische Begrifflichkeit zutrifft) ausrücken, um die Situation irgendwie im Griff zu behalten. Panzer fahren vor dem Arc de Triomphe auf, wie man liest. Hunderte "Krawallisten" werden a priori aus dem Verkehr gezogen. Trotzdem werden hunderttausende Protestierende in ganz Frankreich erwartet. Und es ist bekannt, daß die Polizeikräfte für die Demonstranten größte Sympathien hegen. Eine ganze Polizeieinheit ist angeblich sogar schon "übergelaufen", hat sich den Demonstranten angeschlossen. (Nachtrag vom 11.12.2018: Diese Nachricht dürfte nicht stimmen. Vielmehr ist auffällig, daß sich alle möglichen Parteiungen und Anschauungsrichtungen der Demonstrationen "bemächtigen" und sie in ihrer Richtung deuten. Und eine davon hat möglicherweise diese Nachricht - mit uminterpretierten Bildern unterlegt - einer Polizeiverhandlung mit den Demonstranten in die Welt gesetzt.)

Dabei hat Macron, dem man allerorten ungeheure Arroganz nachsagt (der Leser werfe auch auf den lesenswerten Artikel auf Achgut seinen Blick), schon widerrufen! Zumindest "aufgeschoben". Was heißt: Er wartet auf einen günstigeren Zeitpunkt. Vielleicht auf einen Krieg in der Ukraine, der die Aufmerksamkeit ablenkt. 

Darunter, wie man allenthalten liest, sind viele linke Chaoten, und auch so manche Migrantengang kocht mit ungeheurer Gewaltbereitschaft ihr eigenes Süppchen und fackelt Autos ab, sodaß die "Gelbwesten" (Gilet Jaunes) dankbar sind, daß die Polizei sie beschützt. Denn hier steht die untere Mittelschicht auf, die ihr Leben kaum noch finanzieren kann.


Morgen Teil 3) Die wahren Gründe für den Unmut in Frankreich. Und anderswo.




*Wer diese Behauptung belegt haben will, dem sei ein Artikel auf Achgut empfohlen. Darin listet Markus Vahlefeld unter dem vielsagenden Titel "Verwirre und herrsche" einige Dinge auf, die belegen sollen, daß Merkel mit ihrer Politik praktisch immer das Gegenteil von dem erreicht hat, was sie als Ziel vorgab. Das ist das bestimmungsfesteste Merkmal für die Absenz von Vernunft bei einem Menschen. Zumal sich diese Liste durch eine weitere ergänzen ließe, die noch weit länger würde: Wie oft sich Merkel im Laufe ihrer Politkarriere selbst und direkt widersprochen hat.





*081218*


Sonntag, 9. Dezember 2018

Splitter zum Tag (1)

Was ist die Postmoderne im Grunde? Sie ist der Ersatz der Gestalt (und der Wahrheit, die in ihr liegt) als Wesen und Ort durch Funktionen. Oder, wie Rosmini es einmal schreibt, verdinglicht ein Abstraktum. Also: Da heißt es, daß die Präsenz des Vaters entscheidend für die Entwicklung eines Kindes ist. Aber anstatt den König König sein zu lassen - präsent, aber nie anwesend (im Sinne von "zugehörig", weil alles ihm gehört, von ihm bestimmt wird), damit Punkt und Richtungsbild der Selbsttranszendierung - kuscheln Väter, spielen und wickeln und fahren den Kinderwagen spazieren. Und teilen sich die Hausarbeit "gerecht". (Aha, also doch: Ein neuer Gerechtigkeitsbegriff, sieh an.) 

Heinz Christian Strache in der Rolle als neuer Vater. In zweiter Ehe, übrigens. Nun plötzlich laut Zeitung (wieder) "verheiratet", nächstes Jahr sogar "kirchlich", wie die Kronen Zeitung in einem liebdienerischen Portrait anläßlich der bevorstehenden Geburt des dritten Kindes von H. C. Strache schreibt.

Oh nein, wir wollen nicht richten, nicht verurteilen, das Leben ist komplex und kompliziert. Das geht uns alles nichts an. Aber es geht uns etwas an, wenn sich der Chef der Aufmischerpartei FPÖ als Softie präsentiert, der allem widerspricht, was überhaupt ein Land kurieren könnte. Und aber genau das meint, dem Land verordnen zu können: Eine Kur zum Besseren. Und dabei den Postmodernismus nicht einfach verkündet, wie die kastrierten Linken vorgeben, sondern tatsächlich als gelingen könnendes Modell des Neuen Menschen vorlebt. Ohne Gestalt, ohne Wesen, ohne Ontologie, nur mit Verhalten und Wuschelkuschelgefühlen.

Denn Mann und Frau sind ja gleich. Sagt H. C. Strache wörtlich. Laut Kronen Zeitung. Wenn es zu "Ungleichheiten" kommt, sind es höchstens persönliche Launen, man versteht, so ein Mann der Politik, der ist eben mal auch überlastet und mit den Nerven am Ende. Drum machen wir auf neuen Politiker, indem wir vollenden, was die Postmoderne vorgetanzt hat: Perversion. Umkehr. Pervertere. Nun ist das subjektive Gefühl wichtig. Nicht die Selbstüberschreitung auf ein Amt, ein hohes Amt (Vizekanzler und Minister!), sondern das schmeißen wir, wenn es uns ins Gefühl paßt. Und nehmen Vati-Urlaub. Heim zu Mutti und Butzi. Ach wie lieb! Genau das hat uns gefehlt. Die neue Art. So gefühlig. Wird sicher beliebt, der HC. So viel Herzwärme wäre nicht einmal den Linken eingefallen, das hätte sich kein Linker getraut.

Naja, aber gut, diesmal ist es wirklich die Frau, oder keine, wie Strache sagt. Moment. War das nicht schon vor ein paar Jahren auch eine? Die eine Boutique (oder sowas) hatte? Der Leser möge dem VdZ helfen, er erinnert sich manchmal schwach an Details. Auch damals gab es doch einen langen Artikel in der Kronen Zeitung. Na, also gut. Diesmal stimmt es ja. Beim dritten Anlauf. Oder so.

Wundert es da noch, daß eine der ersten Mitverantwortlichkeiten, die die FPÖ trug, kaum war sie an der Regierung, die der (zumindest mitgetragenen) Zustimmung zur "Ehe für alle" galt? (Natürlich, es war "alternativlos".) Jetzt wissen wir endgültig warum. Weil es dem FPÖ-Chef auch in den Kram paßt. So ganz persönlich sozusagen. Na wenn der Verfassungsgerichtshof (links qua Bestellung dominiert, die SPÖ ist weit weniger blöd, als man meinen könnte, wenn es um Realia geht, die Gesellschaft substantiell zu verändern) das sagt ... wer sind wir, um zu urteilen, oder so? Daß ein Herr Kurz dasselbe äußerte, fällt da nicht mehr ins Gewicht. Schicksal, nicht?

Hollareidulliöh. Da ging es doch nie um etwas anderes als darum, endlich auch am Tisch der Fetten und Reichen und Anerkannten mitnaschen zu können. Jede Pointierung, jede Abhebung war da nur Mittel zum Zweck. Oder der Trotz des Fünfjährigen. Wie das Scheinthema Migration. Bis heute hat die FPÖ kein substantielles, der AfD vergleichbares Positionenpapier. Das Sekundärproblem (auch weil es direkt fühlbar ist, schon gar, wenn man darauf - via Kronen Zeitung, übrigens - aufmerksam macht; wie das Wetter, übrigens, als Ausflucht für "Klima" gilt; und: War der heurige Sommer nicht supertoll heiß?) Migration reicht. Und alle sind zufrieden.

***

Denn was macht H. C. Strache da? Herrschaften, genau das, was sämtliche "konservative" Parteien seit vier, ja fünf Jahrzehnten (und länger, und länger!) machen, und zwar je mehr "christlich" ihr Anspruch (nominell) ist, desto mehr: Sie versuchen - Konvertiten, allesamt: Konvertiten! - der Welt zu beweisen, daß sie die besseren Linken sind. Sie sind ans linke VORBILD gebunden, hängen an denselben Ikonen und Anbetungsbildern. Und denen wollen sie genügen - freilich mit der Quasi-Ration der Konvertiten. Selber aber im selben Sumpf, ja noch tiefer - siehe den Homosexuellen Jörg Haider (der immer einen Sozialisten als Vorbild und politischen Ziehvater hatte, den ehemaligen Landeshauptmann von Kärnten, Wagner), siehe Hans Christian Strache, den Streichelzoo- und Wickel-Vater. (Vielleicht wird er nun täglich um halb sechs aus dem Büro gehen, um "das Aufwachsen seines Sohnes mitzuerleben"; was sind das nicht doch alles für Menschen, wie Du und ich!)

Und auch das ist klar. Wo innen die Substanz des Eigenen fehlt, eben das Außenbild, muß die Grenze umso willentlich-ideologisierter, prononcierter gestützt werden. 

Nun können, nun dürfen, ja nun "müssen" sie (aus "ach wie tiefer politischer Weisheit und notwendiger praktischer Einsicht") ihre eigene Vernichtetheit hervorstreichen.  Sie waren nie mehr als Teil der linken Zerstörtheiten, und sie versuchen nun - egal aus welchen Gründen - INNERHALB dieser Zerstörtheit das "Gute" nominell zu retten. Nominell. Verbal. Positivistisch. Die wirkliche Substanz fehlt der FPÖ seit je. (Wie schon die Mutter des VdZ immer sagte: "Dieselben Buberlgesichter wie 1933 ..."). Wenn es welche gab, dann durch (wenige) Getäuschte.

Niemand hat linke gesellschaftspolitische Forderungen derartig konsequent und brutal umgesetzt, ja durch "Wirtschaftspolitik" (die seltsamerweise nur Industriellen-, Großkapitalpolitik war, die Mittelschicht wurde weiter ausgerottet) wie die ÖVP seit den 1980er Jahren, als sie gegen Kreisky (SPÖ) chancenlos war. Mit der FPÖ haben wir dieselbe Größe ins Kartenblatt bekommen.

Wer "die Werte des Abendlandes verteidigen" möchte sollte aber vor allem einmal versuchen, diese Werte selbst zu pflegen. Denn sonst wird diese Verteidigung flugs zur Verteidigung der Un-Werte.

***

Genau darum geht es auch beim Besuch von Kanzler Kurz (für die, die es nicht mehr wissen: Ein Buberlgesicht aus Österreich) in Addis Abeba. Ach was für ein Schub in der Entwicklung spielt sich dort derzeit ab! Und alles ist der Demokratie zu verdanken! Und einer neuen Generation, die am Werk ist. Der "jüngste Kanzler Afrikas (auch er ein Buberlgesicht) begrüßt den jüngsten Kanzler der Welt" heißt es in der Kronen Zeitung. Einem der perfidesten Oligarchenmedien der Welt, ausersehen, ein ganzes Volk unter die Fuchtel zu kriegen, weil es das Kraft seiner Verbreitung einmal konnte.

Auflösung der Form, Auflösung der Gestalt als Rezept zur Weltrettung. Genau das spielt sich da offenbar ab. Und wie viele Frauen da in der Regierung sind! Bewundernswert. Das muß ja in ein neues Zeitalter münden. Lösen wir die Gestalten auf, deren Wahrheit, deren Wesen, machen wir auf "technische Eigenschaften", machen wir auf "zuerst Handeln, dann Denken", und alles wird gut.

Erfolg ist Ablaufoptimierung, schon vergessen? Welchen Ablaufs? Ach, ist doch gleichgültig. Kurzfristig muß es sein. Und irgendwelche statistischen Wohlfühl-Zahlen nach oben schubsen. Dann ist alles gut. Unter uns, uns dauerpubertierenden Kuschelwuschels.

Lieber Gott (flehentlich!) - bewahre uns vor dieser Generation von "Jungen"! Denn dann ist wirklich Jüngster Tag. Und wir lieben die Welt, das Leben doch so! Freilich, Du hast Recht. Wir haben Strafe, ja schwere Strafe verdient. Du läßt deshalb nur noch Geißeln aufkommen. Du läßt uns diese Geißeln begrüßen. Sich etablieren. Aber eines Tages werden wir auch spüren (müssen), was sie bereits heute an Schlägen austeilen. Die wir in unserer Gefühligkeitswolke nur nicht merken.


Morgen Teil 2) Das nächste Buberlgesicht, die nächste Geschichte - 
Emmanuel Macron






*081218*

Mittwoch, 20. Juni 2018

Was ist daran auszusetzen?

Wir haben an dieser Stelle noch nie wirklich über einen der Gottseibeiuns der europäischen Politik, über den FPÖ-Politiker H. C. Strache gehandelt. Diesmal machen wir eine Ausnahme. Und zwar weil den VdZ empört, daß man prinzipiell nicht bereit zu sein scheint zu hören, was er in Wirklichkeit sagt. Immer wieder ist er mit saudummen Verleumdungen konfrontiert gewesen, diesmal reicht es. 

Denn was Hans Christian Strache da aufwirft hat durchaus seine Berechtigung, und ist grundvernünftig. Er meint, daß die wahllose Freizügigkeit in der EU Probleme aufwirft, die niemand wollen kann. Nach und nach werden etwa besser bezahlte Arbeitsstellen durch geringer entlohnte Ersatzarbeitskräfte aus dem Osten Europas ersetzt. Als Beispiel. Das kann doch nicht im Sinne der Erfinder sein? So nebenbei zeigt er auf, daß dies einen Brain-Drain für den Osten Europas bedeute. Der VdZ, der in Ungarn lebt, sieht es mit bloßem Auge: Wer immer hier zwei gesunde Beine und einen halbwegs gesunden Kopf hat, geht nach Österreich, oder weiter in den Westen. Dort verdient er das Doppelte. Und immer noch weniger als ein Österreicher. Kann das sinnvoll sein?

Zitat: „Wir müssen offen diskutieren, daß es auch nicht gut ist für die europäische Entwicklung das gesamte intellektuelle, gut ausgebildete Potenzial Osteuropas für Westeuropa abzuziehen“, so Strache. Die EU lehne es allerdings ab, die Personenfreizügigkeit - ein Grundpfeiler der EU - überhaupt zu diskutieren.

„Wenn ich erkenne, daß das den Ländern in Osteuropa zum Teil nicht dienlich ist, zum Teil aber auch bei uns dazu führt, dass ein Verdrängungsprozess stattfindet - wenn Menschen, die gut qualifiziert sind und zu viel verdienen, in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden, weil sie von günstigeren Arbeitskräften ersetzt werden -, dann sind das Bereiche, wo man darüber diskutieren muss: Ist das eine g‘scheite Regelung oder sollte man nicht darüber nachdenken, hier zumindest zum Teil regulierende Lösungen zu finden, wie man das im Interesse aller besser macht?“

Kronen Zeitung (alle Rechte) - Der Hetzer H. C. Strache
Was bitte ist daran verdammenswürdig? Was ist es wert ihn nun mit Schmähungen zu überschütten, er würde den "Grundgedanken der EU" in Frage stellen? Denn das tut er mit diesen Äußerungen nicht. Vielmehr regt er an, den an sich grundvernünftigen Gedanken eines in bestimmten Kompetenzringen explizit vereinheitlichten Europa in diesem Punkt zu adaptieren. Es muß Nationalstaaten gestattet sein, sich gegen fatale Auswirkungen der wahllosen Freizügigkeitsregelungen der EU zur Wehr zu setzen. Nämlich genau dann, wenn diese "Freiheiten" die Freiheiten der eigenen Bürger zu beschränken beginnt. 

Natürlich berichtet die seit dem einjährigen US-Aufenthalt seiner Besitzer völlig haltlos gewordene KRONEN ZEITUNG mit einem Ton, mit einem Bild darüber, als würde H. C. Strache wie ein bösartiger Hetzer gegen die Freiheit der Bürger vorgehen. Aber ist es nicht genau das Gegenteil? 

Es wird Zeit, Tacheles zu reden. Das ist kein lustiges PR-Delikt. Und der VdZ ist kein "großer Freund" Straches oder der FPÖ. Aber das ist die Todsünde der Verleumdung, des Mordes also. Was erwartet sich also jemand, der verleumdet? Wenn, kann man nur interessiert sein, einen Sprachraum zu schaffen, den die Wahrheit durchdringt. Nicht einen, den widerliche PR-Interessen (als Kuschelbedürfnis unschöpferischer, nur ans Geld denkender Menschen) durchwirken und zur unverdaulichen, das Denken vernichtenden Brühe versäuert.

An die Kronen-Zeitung-Besitzer gewendet: Wenn Sie Lust haben, die Welt zu verpesten, dann gründen Sie ein Bezirksblatt, das von seinem Erfolg - nicht von der Politik! nicht von Werbeeinschaltungen von politischen Institutionen! - abhängt. Oder gründen Sie etwa eine Bio-Rinderzucht und versuchen Sie einmal ernsthaft, die am Laufen zu halten. Irgendwas Nützliches also. Von dieser Art von Establishment aber haben die Bürger der Welt die Nase mehr als voll.

Herrschaften, unter dem "alten Herrn", dem Gründer der Kronen Zeitung, Hans Dichand, - und der war noch ein Herr - war die Kronen Zeitung stolz darauf, als einzige relevante Tageszeitung Österreichs nicht von staatlicher Presseförderung abhängig zu sein. Sogar die Einbindung in das internationale System der Presseagenturen hat er abgelehnt und ein eigenes Korrespondentennetz erhalten. Und damit, mit einem unglaublich freien Journalismus - die Krone hatte sogar den besten Kulturteil Österreichs, wenn nicht im deutschen Sprachraum - hat er dieses einst unbedeutende Monarchisten-Blättchen zur reichweitenstärksten Tageszeitung DER WELT aufgebaut.

Das hat sich ja mittlerweile gründlich geändert. Geändert, weil erst so auch Nieten reich werden können.

So nebenbei: Die Anhänger einer "freien Wirtschaft" übersehen etwas ganz Wesentliches. Daß nämlich ein Wettbewerb, ein freier Wettbewerb, nicht außerhalb der menschlichen Kategorien denkbar ist. Das heißt, daß es ihn über den ins Einzelne herausgebrochenen Menschen erst gibt, WEIL er einem jeweiligen höhersteigenden Ring an Zugehörigkeiten angehört. Familie, Gemeinde, Landkreis, Land, Staat etc. etc.  

Sodaß sich in Wahrheit bei einer anthropologisch richtige(re)n Wettbewerbssituation auch und zuerst die Situation des Wettbewerbs von Staaten ergeben muß. Das geht aber nur, wenn diese Staaten auch die Bedingungen dafür selbst bestimmen und regulieren können.

Wer nur als Einzelner auftritt, wer aus allen Sozialbezügen herausgelöst ist, ist dem Gesamtgeschehen praktisch hilflos ausgeliefert. Von Freiheit kann nicht einmal mehr mit Lufthauch geredet werden. 

Aber klar, einem puren Ausbeutungsstreben, einer Diminuierung des Menschen zur beliebig manipulierbaren Konsumfigur, ist ein nicht haltlos gemachter Mensch ein schmerzender Dorn im Auge.

War es wirklich das, was ein Schuhmacher oder ein DeGasperi wollten, als sie die EU gründeten?





*300518*