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Mittwoch, 20. Juli 2022

Was aber ist es wirklich - das Geld? (2)

Angst, nicht zum Ganzen zu gehören, Angst dem Markt nicht beitreten zu können - das ist also die wahre Ursche der Geldangst die zur Vergötzung des Geldes führt - Leider ist das wahre Wesen des Wuchers und der Zinsnahme nicht wirklich oder zumindst sehr mangelhaft verstanden. Nicht dieser Selbstzweck ist seine Sündhaftigkeit, sondern ein reales moralisches Faktum, wir hben bereits darüber berichtet. Und das ist mit "Schmarotzerdasein" ebenfalls ur ungenügend beschrieben. 

Der Zinsnehmer ist unmenschlich und wider die Natur, weil er eine Logik anwendet (den mathematischen ZIns), wie er in der Lebensrealität des Schuldners nicht vorkommt. Im christentum kam dann dazu, daß es nur zwei Schuldenformen gibt, die gerechtferitigt (und nicht schon Kind der Sünde ist) sind, und deren erste, die Not, würde eigentlich das Geschenk erfordern, die Gabe des Geldbesitzers, um zu helfen 

Die andere, die sinnvolle Investition, in eine Erweiterung des individuellen Handelns aus bestimmten sinnvollen Gründen heraus, verlangte vom Geldleiher wiederum eine Risikobeteiligung, weil das Leben immer riskant ist. 
Das aber berücksichtigt der Zins nicht. Und deshalb ist er unmoralisch und schwer sündhaft, weil er somit IMMER und UNWEIGERLICH in eine Versklavung des Kreditnehmers führt, der mit der Zeit ruiniert wird. Denn die Natur ist NICHT (wesenhaft) mathematisch. Galileo et al. haben sich geirrt.

Dienstag, 19. Juli 2022

Was aber ist es wirklich - das Geld? (1)

Bei Karl-Heinz Brodbeck ist der VdZ endlich fündig(er) geworden. Denn er befaßot sich damit, WAS DENN GELD SEI. An diesem Punkt können wir deshalb schon einen Versuch starten, einige Gedanken zusammenführen. 

Brodbeck sagt dabei, daß Geld eine Denkform ist. Der VdZ glaubt, daß man aber noch einen Schritt tiefer gehen muß - denn Geld IST nicht einfach eine Denkgestalt! Sondern ALS Genkdgestalt gewordne, aber aus einer realen Kategorie.

Die sich (so wie das "Ich") allmählich - und zwar notwendig, über die menschliche Gefallenheit, die nachudn nach das "unschuldige Ganze" der Menschheit aufzulösen begonnen hat - gebildet hat. Das dann als "werten, gelten, gültig sein" den ursprünglich und in sich rein geistigen, zwischenmenschlichen Wert der "Leistung in der Welt" (Bedeutung, Wichtigkeit usw.) als Moment der Persönlichkeit meint. 

Sonntag, 27. Oktober 2019

Wurzel des Genderismus

Der Genderismus ist Ausdruck der geistigen Nichtung des Körperlichen. Eine Haltung, die allen Völkern und Kulturen und Gruppen eignet, die mit der Welt nicht fertig werden. Manche Religionen (wie der Buddhismus) beschäftigen sich nur damit, das, was nicht beherrscht werden kann, zu eliminieren, und seiner Berechtigung im Absoluten zu entheben. Der Buddhismus ist völlig symbollos.

Der Genderismus ist gleichermaßen Ausdruck des Verlusts der Weltbeherrschung. Das mag in einem Zeitalter der Technik als seltsame Aussage wirken, aber Technik ist eben nur eine der Illusionen, mit denen der Weltverlust kompensiert werden sollte.

Nur der Verwurzelte beherrscht die Welt. Denn er besitzt sie.

Deshalb tritt, historisch belegbar, die Technik (mit ihrer Zwillingsschwester Magie, sie sind kaum unterscheidbar) immer in kulturellen Zeiten als dominant auf, in denen das Menschsein verdämmert. Denn Menschsein und Verwurzelung sind Synonyme.

Technik (als mechanistische Sichtweise einer Welt, die sich nicht der Gnade, als dem Geschenkhaften verdankt) ist nie Fortschritt. Sie ist immer Krücke für längst Verlorenes. Denn Verwurzelung heißt, der Ordnung der Welt beizutreten, im Gehorsam, die ein Mosaik der Orte ist, die alle umfaßt, die ihm beitreten. "Täter" und "Tat" werden zu einer einzigen Bewegung der Bewegtheit.





Montag, 20. Juni 2016

Und sind nicht unsere Brüder (2)

Teil 2) Deshalb sind alle Christen, aber nicht Muslime unsere Brüder




DESHALB ist des Christenpflicht IM NAMEN GOTTES und seines Planes in erster Linie auf die Getauften erstreckt. Deshalb hat der Christ vor allem einmal die Pflicht und ehrenvolle Aufgabe, sich in allererster Linie einmal um seine Mitbrüder zu kümmern. Wenn die in Not sind, verfolgt werden, Hilfe brauchen.

Aus nichts, buchstäblich: aus NICHTS läßt sich ableiten, daß Nicht-Getauften in einem anderen als übertragenen Sinn "Brüder" der Christen wären. Was sich gerade noch auf die obgenannten Sonderfälle beziehen kann, kann sich niemals - zumindest nicht prinzipiell - auf Angehörige von Religionen beziehen, die sich bewußt der Taufe widersetzen. Im strengen Sinn sind sie nicht "unsere Brüder". Ihnen fehlt die entscheidende Anhänglichkeit an den personalen Gott. Etwas anderes anzunehmen wäre wiederum - Vermessenheit. 

Es gibt also auch keine "graduelle Angehörigkeit" zur Kirche, es gibt keinen graduellen Heilszustand, dem die Christen vielleicht mehr (Todsünder wieder gar nicht), Muslime oder Hinduisten oder Shintoisten oder ... so irgendwie aber halt niedergradiger angehören. Das gibt es nicht. Das kann es auch nicht geben. Und das hat die Kirche auch immer glatt zurückgewiesen. Von Anbeginn an. Es geht um die Taufe. Sakrament, Kirche ist bunkerlfest real, kein verschwurbeltes Irgendwie irgendwelcher Bewußtseinshaltungen oder auch nicht.

Und DESHALB kann die Kirche auch niemals davon sprechen, daß Zugehörige zu den sogenannten Religionen (im übrigen: ein höchst schwammiger Begriff, weil es keine "Weltreligion" gibt, sieht man von der Kirche und weitgehend vom Judentum ab, die ein einheitliches, eindeutiges Lehrgebäude hätte, was auch gar nicht anders sein kann, weil ihr das Personalprinzip des Heiles fehlt; als Imitat haben das lustigerweise sogar noch eher sogenannte Sekten oder sogenannte "absolute Gottesstaaten/Theokratien" mit Herrscher=Gott nachgebildet, ohne daß es freilich heilswirksam würde, was Sekten besonders tragisch macht, weil sie genau mit dem was sie tun das, was sie anstreben, vollständig verfehlen) ... daß also Zugehörige zu den sogenannten Religionen auch "Brüder" im eigentlichen Sinne seien, die den Getauften gar gleichstünden.

Sie werden nicht der Neuen Schöpfung angehören. Und wir haben daran auch keine Schuld, wenn wir sie an dieser Zugehörigkeit zur Kirche nicht gerade gehindert oder irgendwie verunmöglicht haben. Sie haben es selbst gewählt, und zwar deshalb, und zwar genau deshalb, weil zu jedem Bekenntnis zu einer der sogenannten "Weltreligionen" auch eine immer persönliche Bereitschaft steht, den inneren Sinn für Wahrheit ... zu beschädigen, einzuschränken, zu unterdrücken. Das kann der Mensch, dazu ist er ja frei, und er ist nur Mensch, WENN er diese Freiheit gebraucht. Kein Heil handelt GEGEN die Freiheit, das wäre ein Widerspruch in sich.

Das wiederum ergibt sich aus der Anthropologie, auf der die gesamte Kirche ja aufbaut, und in der Offenbarung wie Philosophie sich wie engumschlungene Liebende verhalten, die ein notwendig zu denkendes Fazit ergeben: Daß prinzipiell JEDEM Menschen als Abbild Gottes auch die Erkenntnis zumindest EINES EINEN Gottes möglich ist, ohne noch von einer Ausfaltung aller Implikationen und Explikationen (also: Lehren, Aussagen über Wesen und Sinn von Welt, Gott und Gnade und Osterkerzen ;-) erkennbar sind. Diese uralte Auffassung und Logik hat auch das 2. Vatikanische Konzil bestätigt, sie ist in keinem Sinn überholt.*


Auch wenn wir Menschen niemals in jedes Menschenherz sehen können, können wir genauso wenig sagen, daß Ungetaufte diese Begierde- oder irgendwelcher Heilszugehörigkeit haben. Weil wir sonst ja zumindest die reale Erlösung in Jesus Christus zum bloßen Freizeit vergnügen Gottes erklären würden, wo Gott sich selbst opferte, das gar nicht notwendig gewesen wäre. Vielmehr müssen wir also daran festhalten, selbst wenn wir es zu wenig verstehen (und wir verstehen immer zu wenig, wir sind eben nur Menschen, nicht Gott, diesem ja nur ähnlich, aber auf anderer, nicht-absoluter Ebene), daß das NICHT der Fall ist, und es gibt auch keinen Hinweis darauf, daß wir anderes annehmen sollten. 

Der Auftrag Christ war klar und eindeutig: Gehet hin und taufet - taufet! nicht: erzählt ihnen ein bisserl, diskutiert mit ihnen, seid nett zu ihnen, etc. - die Völker im (in den) Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes. Schon gar gilt das, wenn die Religion, zu der sie sich bekennen, das Christentum definitiv ablehnt. Ja, die Konversion dazu mit der Todesstrafe belegt, wie das beim Islam formal wie praktisch der Fall ist. Sie alle bleiben bestenfalls in dem, was man an ihren Religionen "gutheißen" kann, "Rampen" zum eigentlichen und entscheidenden Schritt. Aber dieser fehlt ihnen. Er fehlt ihnen allen. 

Sie bleiben im Range einer guten weltlichen Poesie und Kunst. Auch diese stellen eine Rampe dar, die aber real noch innerweltlich endet.** Sie alle SIND NICHT in der neuen Schöpfung enthalten, sie sind nicht deren Teil. Was vielleicht klarer macht, warum Missionierung kein Auftrag für Freizeithelden ist, wenn einem einmal langweilig ist und Fernseher oder YouTube auch nix bringt, sondern für jeden Christen tatsächlich ein dringender Auftrag ist und sein muß. Den er (wörtlich) um Gottes Willen in aller Klugheit und Gemessenheit erfüllen soll, nein, muß. Um Gottes Willen zu erfüllen, den er in der Schöpfung zu Gestalt und Ausdruck brachte. Wenn wir von gewissen Menschenrechten sprechen dann nur in disen Zusammenhängen - Ungetauften gegenüber sind sie schon deshalb eine Ehrung Gottes, weil der Mensch solange er auf Erden wandelt lin seiner Würde eben auch das "ist", was er "noch nicht ist", aber was er eben sein könnte, wenn ... er sich taufen lassen wollte oder getauft würde. Nur in dieser gewisermaßen "allgemeinen" Zugehörigkeit zur Universalie "Menschheit" sind wir mit ihnen "eins". Aber diese ist mangelhaft, und zwar sehr grundsätzlich, weil sich Gottes Wille mit der Schöpfung erst ... in der Taufe weil in der Kirche als Neuer Schöpfung endgültig (und quasi im zweiten Anlauf) erfüllt.

Der Leser möge sich aus dem Gesagten nunmehr selbst sein Urteil dazu bilden, was so mancher hohe und höchste Verantwortliche und Leiter der katholischen Kirche in jüngster (oder fernerer) Zeit verbal von sich gegeben hat.




*Das war der Inhalt der in der Kirche (aus dem Gesagten geht ja auch hervor, warum man sehr wohl einfach von "Kirche" sprechen kann die in ihrer Vollgestalt immer KATHOLISCH ist, und nur gewisermaßen sündenfreie Katholiken haben vor allfälliger Läuterung im Fegefeuer etc. auch wirklich voll ausgestaltete Zugehörigkeit zu ihr) seit den großen Liturgiereformen 1970 währenden Diskussion um die Wandlungsworte "pro multis". So sind sie uns überliefert, und daran darf nichts geändert werden. Dennoch sind sie in der Übersetzung in Landessprachen vielfach in "für alle" umgeändert worden. 

Mit dem Hinweis, daß prinzipiell ja Jesus Christus "für alle" Menschen gestorben WÄRE. Aber das ist gefährlich und irreführend, weil es fast notwendig zu der Annahme führen muß, daß nicht nur die Kirche, sondern überhaupt alles nicht notwendig wäre, um in den Himmel zu kommen, weil es sowieso passiert. Und es gibt in dieser Hinsicht auch wirkliche Fehlentwicklungen in der Theologie, bei denen sich leider auch ein Theologe vom Format eines Karl Rahner nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, der wie viele andere gerade heute den entscheidenden Punkt (aus dem Schlüsselbegriff  "Stellvertretung" heraus, Karl Menke zeigt das recht gut) nicht mehr findet. Es kann deshalb gar nicth verwundern, wenn sich unter Priestern, die bereits nur noch in dieser erneuerten (neuen?) Liturgie seit 1970 ordinieren, hier tatsächlich erhöhte Neigung zu einer theologischen Unexaktheit und Begriffsverwirrung zeigen. Lex orandi - lex credendi! Man glaubt, was man betet. Übrigens gehört auch der jetzige Papst zu dieser Gruppe, und prompt ...

Ja, er WÄRE, prinzipiell, potentiell, aber er IST es nur für jene, die ihm in der Taufe, im damit verbundenen weil geschenkten Glauben an ihn angehören gestorben und auferstanden. Erlösung, die Hereinnahme in die neue Schöpfung ist kein Automatismus, der alle Menschen gleichermaßen betrifft. Er ist ein konkretes, abgegrenztes wie abgrenzbares reales Geschehen, zu dem ich mich verhalten muß, denn dort liegt der Schlüssel zum Heil, weil erst in der Freiheit ist der Mensch real Mensch. Wenn man das nicht sehen will oder kann, wird das Christentum zu einer bloßen und relativen Religionsveranstaltung wie überall sonst. Papst em. Benedict XVI. hat es dann endlich (zurück)geändert und verbindlich vorgeschrieben: Es muß auch in der deutschen Übersetzung FÜR VIELE heißen.

**Literaturtip dazu: Abbé Bremonds Buch über Poesie





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Sonntag, 19. Juni 2016

Und sind nicht unsere Brüder (1)

Was aber nun bedeutet die Taufe? Sie ist nämlich weit mehr als ein pur individuelles Geschehen, und schon gar mehr als ein bloßes Zeichen, so wie man bei jeder Vereinigung Initiationsriten hinter sich bringen muß, um so einen Marker ins Bewußtsein aller - "Zeit" schaffend - zu setzen. Es ist ein realer, also fleischlicher Akt einer Prägung, die nie mehr rückgängig zu machen ist. Sie ist die Hereinnahme in das Wesen der Übernatur. Es ist damit die Morgenröte der neuen Schöpfung, einer neuen Erde, in die hinein die alte, durch den Sündenfall getrennte, auf die Erde dadurch zurückgeworfene Menschheit gestellt wird. Die Taufe kittet diesen Bruch wieder. Damit ist jeder Getaufte wieder hineingenommen in das Wesen und Walten der göttlichen Gnadenströme und Vorsehung. Es ist göttlicher Plan, auf diese Weise die Menschheit in die Unvergänglichkeit hinüberzuretten. Erlösung ist also ein ganz reales Geschehen, kein rein rationaler, menschlich-"geistiger" Akt, und auch nicht einfach eine Sache des irdischen Willens und Wollens. 

Damit wird jeder Getaufte zum "Christen". Er ist unabtrennbarer Teil eines Ganzen, dessen gesamte Ökonomie fürderhin MIT diesem einen, Neugetauften funktioniert und auf diesen abgestimmt ist. Damit ist nicht nur jeder Christ in einer Sonderstellung, sondern er ist sogar zu dem berufen, was der + Papst Johannes Paul II. als "Königswürde" bezeichnet. Und damit auf eine prinzipiell, ewige Bedeutung des Königtums verweist. Denn als König ist er mit dem ihm anvermählten Volk, Familie, Werk, was auch immer, in eine Gnadenhierarchie gestellt. Deren Kitt der Gehorsam ist, deren Insgesamt ein "Neues Jerusalem" genanntes Weltganzes ist. Das ist die ecclesia, die deshalb Heilige Kirche. Mutter und Nährquelle aller Getauften. Die zueinander dann wirklich in brüderschaftlichem Verhältnis stehen, weil sie alle einen Vater haben. Weil sie alle zum König aller Könige gehören, dem Urbild, dem alle Menschen als Abbild folgen, um zu ihrer größten Größe, der Heiligkeit, dem Höhepunkt allen Lebens, dem Sinn ihres Daseins zu finden.

Daraus, weil nur Getaufte bereits auf Erden zumindest potentiell die Kirche, das Neue Jerusalem, die vollkommene Neue Schöpfung repräsentieren, nein, mehr noch: gegenwärtig stellen, das Ewige in die vergängliche Zeit stellen, kraft der Sakramentalität, ergibt sich auch für die Gemeinschaft der Getauften eine völlig andere irdische Schicksalsgestaltung als für Nicht-Getaufte. In ihnen pulst eine Einheitlichkeit, eine Organizität, ein Auftrag in der Welt, eine Gestalt, ein ganz reales "einer für alle - alle für einen" (als wären alle auch ein Leib, wo im Finger auch der Kopf oder die Leber erkennbar ist, wenn sich beide auch elementar unterscheiden), die im Verhältnis den anderen, den Nicht-Getauften einfach fehlt. Deshalb ist das, was den Gliedern getan ist, immer auch dem Ganzen und zuallererst Jesus Christus, dem alles durchformenden Haupt und Lebensprinzip getan. Diesem Leib sind sogar Verheißungen zugesprochen, die nur ihm gelten, weil in der Kirche auch Christus selbst berührt wird, der mit der Kirche vermählt ist wie der Hans seiner Monika in der Ehe.*

In diese Kategorie fallen dann höchstens und irgendwie noch jene, die zwar nie zu einer real geschehenen Taufe kommen, aber in aller Wahrhaftigkeit und Selbstprüfung an die Schwelle gelangen, die dem irdischen Vollkommenheits- und Wahrheitsstreben im allerbesten Fall möglich sind, die nur noch eine Sehnsucht haben weil das Dahinter hinter dieser Schwelle ahnen: Dem vorerst nur erahnten, in diesem Ahnen aber fast schon "gewußten", fast schon gekannten Gott anzugehören, aber nie die Kirche in einem Getauften kennenlernten, die das reale, sichere Mittel zur Erfüllung ihrer Sehnsucht bereithält - die Taufe. (Die ja im eigentlichen Sinn jeder Getaufte - jeder Getaufte ist kraft der Zubehörigkeit zur Kirche ja Stellvertreter, einer für alle, alle für einen sozusagen, aber real, nicht nur in einem irdischen Versprechen, spenden kann.) Die also kraft "Begierdetaufe" (und in einer noch zugespitzeren Form, weil sie sich für diesen Gott der Wahrheit sogar Leiden zufügen ließen, ohne vom Zeugnis für ihn abzulassen: "Bluttaufe") in diese Kirche hineinwesen. Weil diesem Wahrheitsstreben, dieser Wahrheitssehnsucht aber niemals eine Ablehnung der real auf Erden präsenten Gnadenmittel entsprechen kann, gehört die unwissentliche, unfreiwillige Unkenntnis der Kirche dazu. Wer die Kirche freilich ablehnt, bezeugt, daß sein Wahrheitsstreben dieser Zugehörigkeit zur Ecclesia, zur Kirche, zur neuen Schöpfung, entscheidend defekt ist.

Alle übrigen werden nicht in diese neue Schöpfung aufgenommen, sie kommen darin nicht vor. Das muß die Kirche annehmen, denn nichts anderes ist ihr gesagt. auf einen anderen Weg zu spekulieren ist nicht einfach "fromm", sondern es ist vermessen. Es steht uns Menschen nicht zu, auch wenn wir nichts ausschließen können, weil Gott eben unergründlich für uns ist.

DARAUS ergibt sich eine real vorhandene Zusammengehörigkeit aller Getauften. In abgestufterer Form vielleicht noch, weil es Häretiker gibt, Abweichler, aussuchende, die die Fülle der jesuanischen Gnadenrealität beschränken, hier oder dort ablehnen, also noch nicht und prinzipiell nicht ihr Leben in Christus entfaltet haben und entfalten können. Darunter fallen alle Protestanten und protestantischen Teilkirchen, darunter fallen derzeit zumindest noch die orthodoxen Kirchen, auch wenn hier die Unterschiede oft nicht so schwer zu überwinden wären. Aber die Zugehörigkeit zur Kirche ist nicht eine Frage einer Bejahung von Lehren oder Weisheiten, sie ist eine Frage, die an einer Person hängt - Jesus Christus, und darum auch im Irdischen personal bedingt ist. Nur über personale Bindung - und die ist im Gehorsam konstituiert, erst in diesem ist der göttliche Gnadenstrom sozusagen "zum Fließen gebracht" - kann an der Kirche teilgehabt werden. Und nur über personale Bindung - Jesus Christus - ist diese irdische Versammlung in das göttliche Leben und Wesen und seiner ehelichen Stellung zur Schöpfung hineingenommen.



Morgen Teil 2) Deshalb sind alle Christen, aber nicht Muslime unsere Brüder



*Wenn also der Papst, den der VdZ hier so saftig mit Kritik zubuttert, einen riesen Scheißdreck erzählt und die Kirche bis auf die Knochen blamiert und jeden Katholiken zum Trottel macht, dann ist das zwar ein einziger Wahnsinn, aber: der VdZ und jeder Gefaufte wie er können sich davon niemals freimachen, sondern IHREM eigenen Körper hat diese Argentinier eine Wunde zugefügt, die nicht von IHNEN zu trennen ist, die ihnen selbst also anhaftet. Wenn der Fuß weh tut, leidet der ganze Leib. Sodaß die einzige Haltung dazu die der ... Sühne, des Ausleidens ist.  

Neben der Bemühungen, die auch der menschlich-leibliche Organismus ja zeigt, indem er durch Gegenwehr und Isolierung der Viren verhindern möchte, daß sich diese Entzündung ausbreitet und den ganzen Lungenflügel oder gar den ganzen Körper erfaßt, wobei er sich auf das Lebensprinzip - Jesus Christus - in Gestaltreform beziehen kann, ja muß. Auch ein kranker Körper wird nur so gesund. Die Leber kann nicht gesunden, wenn sie aus dem Körper springt und sagt: so, ich als Leber führe nun im Interesse meines Selbsterhalts ein Leben außerhalb. Sie kann nur gesunden, wenn sie einen Angriff eines Infekts rekognisziert, indem sie IN dem Körper allen Schwierigkeiten zum Trotz, aber auch mit Hilfen anderer Organe, und nicht zuletzt: der im Leben nicht endenden Reformkraft des Ganzen (erst am Ende der Reformkraft stirbt ein Organismus), um ihr Selbstsein, ihre Gesundheit, und das heißt: im Rahmen ihrer Funktion FÜR DEN ORGANISMUS - ALS Leber - kämpft und lebt. Sie hat dazu sogar ein gewisses Eigenportefeuille. Kirche heißt aber, daß dieser Organismus der Getauften, die Kirche, NIE ganz stirbt. Sein Lebensprinzip ist Gott selbst, sie wird immer irgendwie, und sei es im letzten Blutschläuchelchen, an dieser Ewigkeit teilhaben.

Einen Nicht-Getauften berührt so ein Virus zwar auch, als irdisches "Menschheitsglied", aber völlig anders und niedrigstufiger. Die Hongkong-Grippe erfaßte 1919 die ganze Welt, die ganze Menschheit als Menschheit. Aber für jeden Getauften und darin Gläubigen war sie von völlig anderer Qualität. Ihr Problem lag NICHT zuerst oder allein in der Bewältigung der Grippe. Die Schöpfung ist, um es überhaupt auf die Spitze zu treiben, letztlich AUF DIE GETAUFTEN ALLEINE ausgerichtet. Nur in ihnen, nur in der Kriche liegt die Hoffnung der Welt, in die Ordnung Gottes, in die ewige Neue Schöpfung hineingenommen zu werden.




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Sonntag, 11. Januar 2015

Die Reaktion der Schwäche und Unterlegenheit

Am Schluß einer seiner Abhandlungen über den Inklusivismus im Hinduismus bzw. den indischen Religionen stellt Paul Hacker die Frage, ob es sich bei der von ihm erstmals so benannten Denkform nicht um eine allgemein menschliche Haltung handele. 

Auch für die nicht-indische Welt. Denn immerhin sind die Grundzüge des Inklusivismus Merkmale gewisser Konstellationen, die auf Indien nicht beschränkt werden können. 

Was meint Hacker mit diesem von ihm gefundenen Begriff? 

Im Inklusivismus erklärt jemand, daß eine zentrale Vorstellung einer fremden religiösen oder weltanschaulichen Gruppe identisch sei mit dieser oder jener zentralen Vorstellung von Gruppe, zu der man selber gehört. Dazu gehört, ausgesprochen oder unausgesprochen, daß das Fremde, das mit dem Eigenen als identisch erklärt wird, in irgendeiner Weise ihm untergeordnet ode runterlegen sei. Ferner wird ein Beweis dafür, daß das Fremde mit dem Eigenen identisch sei, meist nicht unternommen.

Dabei hat Hacker in seinem eine unfaßbare Breite und Tiefe indischer Schriften und Traditionen umfassenden Studium indischer Religionsentwicklung die kennzeichnende Charakteristik gefunden, daß diese Art zu denken stets die Reaktion eines schwächeren, sich unterlegen fühlenderen NEUEN gegenüber einer beherrschenden oder beherrschend vermeinten Denkrichtung oder religiösen Auffassung ist. 

Das Neue fühlt sich nunmehr (wieder) überlegen, ist dabei ohne es zu wissen fast immer begleitet von einem Unverständnis des Alten, und will für seine neue Sichtweise werben. Also integriert es alte Vorstellungen, behauptet sie seien vollinhaltlich enthalten, oder deutet diese - in einer aggressiveren Variante - schlichtweg um, interpretiert sie anders, und beläßt damit sogar alte Begriffswelten und Namen. 

Vieles, was sich im Meer indischer Schriften deshalb als so verwirrend und widersprüchlich findet, erhellt sich auf diese Weise. Mit Hinzufügungen wurde das jeweils Neue dem Alten aufgesetzt, welches man soweit noch belassen mußte, weil eine Änderung nicht akzeptiert worden wäre. Während anderes weggelassen wurde. Dafür hat man die neuen Vorstellungen oft z. B. durch Beifügung abschließender Kapitel (die sich dann zum Alten oft in unauflösbaren Widersprüchen finden) integriert, und die neue Ordnung quasi hergestellt, unter vorgeblichem Belassen, lediglich "Erweitern" des Alten.

Sehr irrtümlich wird diese Haltung oft mit "Toleranz" bezeichnet. Das ist sie aber ganz und gar nicht, und das beweist sich auch historisch. Denn über kurz oder lang kam alles dieses Neue zu einem Punkt, wo die Anhänger des Alten gezwungen werden sollten oder mußten, das Neue dadurch anzuerkennen - damit ihr Altes anerkannt bleibe - indem sie die Überlegenheit des Neuen anerkannten. Ein Vorgehen, das natürlich zur Auflösung der alten Vorstellungen führen mußte, weil sich darin jeder Religions- und Wahrheitsbegriff auflöst. 

Nachdem das Eindringen des Islam nie als Eindringen einer überlegenen Zivilisation oder Religion gesehen wurde, kam es in dieser Phase Indiens zu keinen solchen Inklusivismen. Der Unterschied war zu klar, zu unvereinbar, und die Inder fühlten sich auch nicht unterlegen, sondern lediglich bezwungen. Anders als bei der Unterwerfung des Subkontinents durch die Engländer, denen gegenüber sich die Inder hoffnungslos unterlegen empfanden - zivilisatorisch wie religiös. Deshalb kam es zur Strömungen eines Neu-Hinduismus, der sich bereits stark an westlichem Gedankengut orientierte, dieses "einzuschließen" versuchte. In welcher - sogar noch angepaßterer Form - er dann in Europa auftauchte.

Hier begann sich der Neo-Hinduismus bereits als Einheit aller Religionen aufzubauen, und deutete dazu alte metaphysisch-theologische Auffassungen um. Was das Christentum "Pelagianismus" nannte (und ablehnte), findet sich hier: Ein graduelles Hineinwachsen in die Einheit mit Gott, die in den jeweils anderen, unterlegenen Religionen aber gleichfalls, nur in je nachdem schwächerem Grad möglich ist. Um natürlich nur in der definitiven Letztreligion seine Erfüllung zu finden. Ähnlich, wie es sich auch in buddhistischen Strömungen - aus ähnlicher Situation wie der Hinduismus: unterlegen, neu, schwach - findet, wo Brahma nur eine frühere, noch unvollkommenere Inkarnation von Buddha war. (In seiner Prägnanz über die sozio-psychologischen, historischen Zusammenhänge von Hinduismus und Buddhismus ist übrigens die Geistesgeschichte Georg Misch' - eines Schülers von Dilthey - sehr zu empfehlen. Der zeigt, daß beide aus derselben psycho-sozialen Situation stammen.)

Nun könnte man die Frage stellen, ob es nicht das Christentum in seinen Anfängen in der heidnischen Welt genau so gemacht habe. Immerhin hat ja die Katholische Kirche viele heidnische Bräuche, sogar teilweise rituelle Elemente, integriert. Und war es zu Anfang historisch nicht auch in einer solche Situation - der Schwäche, der Unterlegenheit? Wer etwa die Architektur der Kirchen studiert kommt ja zu dem überraschenden Schluß, daß sie direkt an vorhandene Riten und religiöse Anschauungen der Antike, und dort des tieferen Heidentums anknüpfen, ja solche Elemente bis heute tradieren (ohne daß es noch jemand weiß). 

Der Unterschied liegt in der "Identifikation". Das Christentum hat diese Elemente nie als "identisch" gesehen (das tun erst heutige Esoteriker, auf die sich Hacker's These direkt anwenden läßt), und es hat jeder dieser Einschlüsse in Theologie und Philosophie selbst begründet sein müssen. Die vielen Ähnlichkeiten, die man durchaus bemerken könnte, sind deshalb nie mehr als solche gewesen: Analogien. So, wie die gesamte Schöpfung, jedes Seiende, eine Analogie der Dreifaltigkeit - aber nicht diese selbst! - ist.

Dieses Thema hat ja sogar zum berühmten Ritenstreit in der Mission geführt, weil sich dort die Grenze zwischen "Inkulturation" - als wesensbestimmende Notwendigkeit des Christentums, das ja geschichtlich wirkt, nicht abstrakt-virtuell - und "Inklusivismus" (also das direkte Übernehmen heidnischer Auffassungen, deren Identischerklären) oft nicht mehr ziehen ließ. Und, wenn man speziell die Liturgie in Afrika oder Südamerika ansieht, der Unterschied heute wieder verwischter wird denn je.

Aber darüber hinaus fallen die Parallelen des Hacker'schen Inklusivismusanalysen zu gegenwärtigen Erscheinungen zu sehr ins Auge, als es nur als indische Religionserscheinung zu sehen. Vielleichit wäre Hacker, der ja schon eingie Zeit tot ist, heute auch viel freimütiger in seiner Einschätzung. Einige seiner letzten Bücher (v. a. das Buch über "Das Ich im Glauben Luthers") lassen darauf schließen. Wo auch er die prinzipielle Problematik Europas immer mehr im Blick hatte.

Denn was Hacker aus der indischen Religionsgeschichte erkannte, läßt sich heute mühelos aus dem Zerfall Europas ablesen. Ein Europa, das in solche schwachen Gruppen (prinzipiell, nicht mengenmäßig) zerfallen ist, sodaß sich große Bevölkerungsgruppen unter bestimmten Charakterdispositionen finden, die jenen der historischen Inder in ihrer widerholten Situation der Schwäche entsprechen. Nur ist es gar nicht so sehr die der fehlenden gesellschaftlichen Stärke als Gruppe, sondern die der individuellen, aus dem Gesellschaftszustand erwachsenen Schwächen. 

Es sind die vielen aus ihrer Persönlichkeit her Schwachen, die den Inklusivismus - und die ihn begleitende Überlegenheitspose - zur regelrechten Zeiterscheinung machen. Die uns zu einer Kultur machen, in der sich bald jeder jedem überlegen fühlt, und das, was der andere denkt, sagt, macht, ohnehin längst durchschaut haben, auch wenn sie es einmal nicht wirklich erklären - dafür: behaupten - können.

Wenn man von "Selbstbedienungs-Mentalität" in der Religion spricht, von "Supermarktreligioin", so ist deshalb die Wahrheit nicht gut getroffen. Darum geht es gar nicht. Niemand, auch nicht der Mensch der Gegenwart, stoppelt sich eine Religion wirklich zusammen. Sondern er ... stiehlt. Er rafft an sich, wo ihm der andere überlegen ist, wo er um die Überlegenheit jedes Vernünftigen weiß, und behauptet einfach, daß er überlegen sei. Denn es geht im Inklusivismus um die Ordnung der Welt. Und diese Ordnung ist in ihrem Wesen ... Hierarchie. Heilige Ordnung. 

Die Religion des Menschen der Gegenwart - Inklusivismus pur - ist aus dem zusammengeklittert, "was übrigbleibt", nachdem er sich jedem Überlegenen entwunden zu haben meint, und nachdem er konstatieren muß, daß er seine Sittlichkeit nicht zu heben vermag. Und gleichzeitig nicht in der Lage ist, wirklich zu argumentieren, sich also in konstitutive Behauptung ergießt. Seine Argumente sind Rechtfertigungen eines status, keine Argumente.

Wieweit der Islam, der in sehr äquivalentem Duktus etwa Jesus Christus als "guten Mann" akzeptiert, unter diese Kategorie fällt, das zu beurteilen soll dem Leser überlassen bleiben.

Der Inklusivismus Europas, der westlichen Welt, hat aber weit mehr mit dem Vaterproblem zu tun, als mit religiöser Entscheidung, und schon gar mit Sittlichkeit. Übrig bleibt nur noch - das existentnotwendig werdende Gefühl der Überlegenheit.





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Freitag, 23. August 2013

Einfach eine Lusche

Es heißt oft gerne, daß Frauen die größere Sensibilität hätten. Ob das nicht ein Trugschluß ist? Otto Weininger schreibt - und er begründet es im Gesamtzusammenhang seines Werkes "Geschlecht und Charakter" - daß das Gegenteil der Fall sei.

Wenn es bei Frauen so aussieht als ob sie diese Sensibilität hätten, so fußt dies nur in ihrem Mangel an Persönlichkeit, an der Unfähigkeit, Spannung zu tragen. Deshalb reagieren sie weit früher als der Mann, und schon auf unterste Schmerzgrenzen oder Gefühle. Und das bedeutet, daß ihre "Sensibilität" aus ihrer Unfähigkeit, Form zu schaffen und zu halten erfließt. Frauen werden nur dort "fest", wo sie Form übernehmen. Ansonsten sind sie den Sinneseindrücken  ausgeliefert, ohne sie zu rezipieren. Zu höheren, komplexeren Gefühlen sind sie gar nicht fähig.

Schmerzen zu ertragen heißt, durch den Willen die Rezeption zu hemmen. Gefühle zu haben und ihnen gemäß zu handeln ist das Gegenteil davon, sich den Eindrücken wie ein Spiel im Wind auszuliefern. Es ist eine Frage der Persönlichkeit, nur aus ihr heraus ist überhaupt Wahrnehmung möglich. Je komplexer eine Persönlichkeit, desto reichhaltiger ihre Gefühlswelt.

Wenn der Dalai Lama also erzählt (und wer weiß, was die Weisen seines Landes dazu sagen ...) er könne sich vorstellen, daß seine Position von einer Frau eingenommen werde, so belegt das nur, was das Auge sagt: Daß er eine Lusche ist, die die metaphysische Konzeption seiner eigenen Religion nicht versteht. Ein Muttersöhnchen, er spricht ja selbst davon.

Er könnte sich mit dem Papst gut verstehen.





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Sonntag, 2. Juni 2013

Wer alt ist

Eine schöne Definition findet sich in den Nidanakatha, einer  Zusammenstellung von alten indischen Legenden, darunter das Leben Buddhas.

Alt heißt dort nicht hohe Anzahl der Jahre.

Alt, heißt es dort vielmehr, ist jemand, wenn sein Tod nahe ist, wenn er nicht mehr lange zu leben hat.

Da holte der König, heißt es weiter, Lautenspieler und Tänzer, damit sein Sohn (der dieses außerhalb des Palasts erfuhr) seine Gedanken durch Glück vergaß. Und er stellte Wachen auf, nach allen Richtungen und eine halbe Meile weit.

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Noch dreimal passiert Ähnliches, jedesmal werden die Wachen verstärkt, die Schutzzonen erweitert. Ohne Erfolg. Immer wieder trat der Tod vor die Augen. Da schor der Jüngling sein Haar, und verließ seine Eltern, um in der Versenkung ins Nirwana den Ausweg aus dem Tod zu suchen. Durch Weltflucht. Er begab sich aus der Heimat in die Heimatlosigkeit.




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Sonntag, 21. April 2013

Wirkungen der Kunst

Die Poesie läßt, in der Muße, den teilnehmenden Zuschauer aus seiner Welt heraustreten, über sie hinausschauen. Und führt das, was ihn im Alltag verstrickt, in seinen übergeordneten, umfassenden Sinn. 

Dieser Sinn läßt sich aber nicht ERfinden. Ein Mißverständnis einer sich selbst mißverstehenden Menschheit, die da meint, sie könne der Welt eine neue Ordnung aufsetzen.

Genauso wenig kann Sinn vordefinierten Sollensansprüchen (Ideologien, Philosophien) folgen. So würde der Zuschauer in die Irre geführt, manipuliert, und damit brauchbar gemacht, einem Zweck (und das will Ideologie) unterworfen.

Dieser Sinn kann nur gefunden werden. Er muß da sein. Er ist nämlich ein Wiedererleben, ein Erkennen daß im Anderen dasselbe wirkt, als ich aus mir kenne, daß wir deshalb eins sind. Nur dann ist er auch dem Zuschauer aus eigenem Erfahren zugängig - er hat ihn nur nicht gesehen, hielt sich für solitär, allein, und war es nicht.

Nun, in der Muße, der Darbietung, wird er dessen gewahr, darin, in seinem besseren Ich, bestärkt. Er tritt damit in einen weiteren Kreis, als er im Alltag in seinen Zweck- und Kampfbeziehungen, die ihn im Krieg halten, mit allen Notwendigkeiten, die der Krieg erfordert, gewahr wird

Und so kann die Kunst ins Leben hineinwirken. Als Bereicherung des Zuschauers, des Hörenden. Indem sie seine Grundstimmung freilegt, die eine Stimmung zum Leben ist, damit eine Stimmung zur Schönheit, eine Stimmung den eigentlichen Lebensformen zu folgen, aus der und aus denen heraus sich dann auch seine ganze Lebenswelt, damit seine Sprache, seine Gedankenwelt erneuert.

Aber es ist noch mehr: es ist eine wirkliche Verfleischlichung dieses Universalen, und damit Göttlichen, es ist eine Anähnlichung an dieses All-Sein, an Gott, das die einzige Grundlage des Erkennens bietet, weil aus ihm heraus alle irdische Form dem Menschen, dem Ebenbild Gottes, inwendig ist.

Das ist auch das befriedende der Heiligen Feier, des Kultes, der Liturgie als des Allesumfassenden, des weitesten Kreises, in dem sich die gesamte Schöpfung wiederfindet, aus dem sie entstammt. Und zu dem sie als sie selbst, gewiß, und nur so, sich doch geeint findet. Befreit aber von der Notwendigkeit, sich selbst einen Rahmen des Seins zu geben, der sein taggebundenes Tun hält.

Nicht durch Auflösung in ein Nichts, wie es im Osten vorherrscht, durch Auslöschung des Alltäglichen, Kurzgebundenen, Engeren, das einen Scheinfrieden bringt, aber zugleich die Schöpfung auslöscht. Sondern durch Heimbringen, als einem Zusichselbstbringen, ein Zumursprungbringen, im Sein. Damit befriedet es die Welt, die sie in ihrem Wert, in ihrer Schönheit und Fülle in alles ihr Mögliche erhöht - statt sie zu entwerten.

Weil dieses Ziel da ist, kann auch der Weg dazu nicht abgekürzt werden. In einer disparaten Welt, die in sich widersprüchlich und zerrissen ist, in die wir ohne es gewollt zu haben aber hineingezogen sind, können wir nicht einfach "heraussteigen". Wir müssen die Wege freischlagen, die Schlingen entwirren, in denen wir stecken. Dazu braucht es die Philosophie, den Verstand, die strenbe Logik, als Verpflichtung des Gewissens. Erst dann werden wir frei, und zwar als Ganze, in denen wir nicht einen Teil - und sei er in noch so frommen Stimmungen und Gefühlen - bergen, den Rest aber abwerfen, ausschließen können. Man kann Mäntel, die man angezogen, nicht anders verlassen, als aus den Ärmeln wieder herauszuschlüpfen, auf demselben Weg, auf dem wir sie angelegt haben.
 




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Dienstag, 30. Oktober 2012

Andersrum

Dieses Photo an dieser Stelle hat einen bestimmten Grund, den man selten besprochen findet. Es handelt sich um eine Statue, deren Herkunft "mysteriös" ist. Angeblich  haben deutsche Ethnologen, darunter SS-Leute, die Ende der 1930er Jahre in Tibet nach den Urquellen der Arier gesucht haben, sie ebendort gefunden. 

Es scheint festzustehen, daß das Material, aus dem sie besteht, von dem Meteoriten Chinga stammt, der vor etwa 15.000 Jahren auf Sibirien und die Mongolei niedergegangen ist. Und an dessen anderweitig aufgetauchten Bruchstücken man dies feststellen kann. Die 25 cm hohe und 10 Kilogramm schwere Statue tauchte 2009 bei einer Auktion wieder auf, nachdem sie Jahrzehnte verschollen bzw. in einer Münchner Privatsammlung untergetaucht war. Nun wird gerätselt, ob sie echt, also dem Stil folgend im 11. Jhd. entstanden ist. Dann wäre sie von unschätzbarem Wert.

Swastika aus der kretisch-minoischen Zeit
Aber auffallend ist Folgendes: der sitzende Mann trägt auf der Brust ein Swastika, was als Analogie zu den Nazis gesehen wird. Aber dieses Heilszeichen, weltweit seit Urzeiten bekannt und verwendet, entspricht dem meist vorzufindenden ursprünglicheren Symbol - es ist "links" gewinkelt. In dieser Form bedeutet es Beständigkeit, Festigkeit, ja ist ein Lebenssymbol, Symbol für die Ewigkeit des Lebens steht für die Sonne, oder auch den Sonnenaufgang, wie in China und Japan. Anderen Deutungen zufolge, aber im Grunde aus derselben Wurzel, steht das Symbol für die Weitergabe des "Buddha" selbst. Schon als dem 5. Jahrtausend vor Christus entstammend taucht es aber selbst auf Tonscherben auf, die der damaligen Donaukultur, dem mittel-südosteuropäischen Raum also, zugeordnet werden.
Aber sogar in alten christlichen Kirchen taucht es auf - links gewinkelt. Als Symbol für Christus, das Licht und Leben, lebte die Symbolik des Swastika als "Herz der Welt" weiter.

Das Zeichen der Nationalsozialisten hingegen war rechts gewinkelt, also zum Gegenteil obiger Deutungen geformt. In dieser Form allerdings kommt es vor allem im Hinduismus vor, auch diesmal genau mit oben angeführter Bedeutung. Dort bedeutetet es nämlich - links gewinkelt - Niedergang, Sonnenuntergang, Tod. In dieser Form ist es auch nach wie vor Bestandteil der Flagge des finnischen Staatspräsidenten.

Eine Doppelnatur, in der Deutung abhängig von dem, wovon man sich das Heil erwartet? Ein Symbol, dessen Bedeutung verloren ging, sodaß man es profaniert mehr und mehr zu reinen Dekorzwecken verwendet hatte? Auch für die Kelten war das rechtsgewinkelte Hakenkreuz noch das Zeichen für Tod. Für die Wikinger war die Richtung der Winkel aber schon bedeutungslos, das Swastika reines Dekor.

Als Symbol selbst aber kann es nur einen Inhalt pro Richtung geben, und zwar für alle gleich. Der Mensch sucht sich seine Entsprechungen, sieht die Analogien der Welt, die er wahrnimmt, als Erfassen des Wesens der Dinge. Selbst auf der Bühne ist das alte Gesetz bekannt, daß die Bewegung von rechts nach links "Ende" bedeutet, Tod, Vergangenheit - von links nach rechts: Zukunft, Hoffnung, Leben. Das Auftauchen der Swastika im Nationalsozialismus macht also die Festlegung der Deutung recht eindeutig. Das Hakenkreuz als Sonnenrad, das sich von rechts  nach links dreht, wurde von Hitler selbst (1920) ausgewählt. Indem er mit Zeichnungen herumprobiert hat, wie Fest es beschreibt, bis es ... ihm gefiel. Bis sein ästhetisches Gefühl sich befriedigt hatte.

Er wählte das Todeszeichen. Klarer geht's nicht.




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Mittwoch, 3. Oktober 2012

Unreligiöses Christentum

Es klingt fast unglaublich, aber man muß zu dem Schluß kommen - daß es "Religion" gibt, ohne Religiosität. Versteht man nämlich Religiosität als jenes Verhältnis zum Leben selbst, als Brennpunkt des Lebens, ist die Abnahme der Fertilität besonders im mit "christlich" gleichgesetzten Westen ein sicheres Zeichen dafür, daß sich Religion von ihrem eigentlichen Wesen entfernt hat.

Das ist der eigentliche Knackpunkt aller Kritik an Kirche und Religion. Und er hat mit dem Lebensvollzug zu tun, mit dem alltäglichen praktischen Leben. Das der Westen sogar im buchstäblichen Sinn sterilisiert und unfruchtbar gemacht hat.

Wenn islamische Staaten sich - als einzige mittlerweile - diesem Trend der niedrigen Fertilitätsrate widersetzen, so zeigt das möglicherweise zwar AUCH ideologisierte Motive. Aber es zeigt dennoch eine Unmittelbarkeit zum Leben selbst, die Fragen aufwirft. Die nicht einmal direkt mit dem Islam in Verbindung stehen müssen, der viele Züge zeigt, die ihn als "Religion der Verweichlichung" ausweisen.

Aber jede Religion hat unmittelbare Religiosität zum Ursprung, die mit dem offiziellen Religionsbild gar nicht wirklich etwas zu tun haben müssen. So ist es ja bekannt, daß der Buddhismus - als Mönchsreligion, wenn nicht -philosophie - in Ländern dominiert, deren Bevölkerung im Grunde eine kaum differenzierbare Naturreligion praktiziert. Nicht viel anders ist es im Islam. Und schon gar nicht anders ist es am naturrechtlich verankerten Christentum.

Was aber ist eine Religion, der die Religiosität abhanden gekommen ist? Was ist eine Kultur, die nicht mehr auf Religiosität aufbaut (denn NUR darauf kann sie überhaupt aufbauen)? Ein ... Computerprogramm? Ein technisches Konzept der Einheitsschaffung?

Wer aber seine Religiosität verliert (was nicht dasselbe ist wie: seine Religion, der er nominell noch angehören kann, ja zu der er sich "bekennen" kann), der verliert seine eigentliche Menschlichkeit, der betritt das Land der Dämonen. Man braucht deshalb auch über eine "Neuchristianisierung" gar nicht reden, wenn der Boden der Religiosität fehlt. Dann wird selbst das "Christentum" zur Dämonie heruntergebrochen. Genau hier beginnt also das Feld der "Erneuerungsbewegungen." Denn das Christentum ist aus seinem Wesen her keine "Bekenntnisreligion", so sehr man sich dazu "bekennen" muß. Die Frage der Zukunft ist nicht, ob es einen Gott gibt. Das gehört zum Bereich des Wissens. Jeder Mensch "weiß" das, im eigentlichen Sinn, ob er es abstreitet oder nicht, und jede Polemik dagegen ist leer. Und selbst die nihlistischesten der heutigen Konzepte (und deren gibt es heute jede Menge, nicht zufällig) reden von "Gott".

Die Frage ist, ob man religiös ist. Und das führt sich nicht über Diskussionen ab. Es erwächst aus Kriterien der Lebensform, die mit "Bekenntnis" rein gar nichts zu tun haben.



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Donnerstag, 15. September 2011

An nichts zu messen

Eigentlich verdanke ich die Anregung Christoph Steding (in "Das Reich und die Krankheit der europäischen Kultur") - der darauf hinweist, daß die liberalistische "Toleranz" aller Geisteshaltungen in Wahrheit eine Form weibischer Distanzierung von allem ist, der zugleich der Mut fehlt, sich zu etwas zu bekennen.

Es bleibt beim "anders sein", bei der Nichtmeßbarkeit, bei der Flucht vor jeder Beurteilung, weil man keiner Instanz Urteilskraft und -relevanz beimißt - man bleibt immer selbst der Richter, was die Entsprechung mit dem Internet* aufleuchten läßt. Sodaß man von einer Form des Ablehnens von Autorität - und damit verbunden: von Hierarchie, Ordnung der Schöpfung, der solcherart Gesinnte behauptet, alles selbst und neu ordnen zu können, was den Wahn noch deutlicher macht - sprechen muß.

Das steckt ja wohl hinter so manchem der heutigen Phänomene, und fügt sich damit in die Befundlandschaft der Wüste unserer ehemaligen Kultur. Der oft zu beobachtende Synkretismus, der alles angeblich als gleich wertet, jede Religion als nur jeweils anderen Weg zum selben Ziel, ist in Wahrheit tiefe Mißachtung. Und entspricht dem Nihilismus der Seinslosen. Was aber seinslos ist, steht auch an der Grenze zum Bösen, denn das Böse IST Defizienzerscheinung, Sein auf dem Weg zur Nichtung, kann aus sich nicht bestehen.

Nicht zufällig ist auch die Bereitschaft, ostasiatische (ferne, sehr ferne) Praktiken und Anschauungen zu übernehmen, so ausgeprägt. Auch hier ist eine unverbindliche Handhabung möglich, niemand wird ernsthaft verlangen, die östliche Religion konsequent bis zum Letzten zu leben.



*social media sind ja eine Form kommunikationsloser Kommunikation: es fehlt die der Kommunikation wesentlich zubehörige hierarchische Position der Kommunikanten! Die vorgeblich durch intellektuelle - selbstjustizielle! - Aspekte ersetzt wird, in Wahrheit aber nicht da ist, weil immer dem Urteil (über die Curserbewegung ...) einer Seite unterworfen bleibt. Autorität als Wesen der Hierarchie und der Gnade aber bedeutet, sich formen zu lassen, heißt sich dem Unbekannten im Vertrauen ausliefern, heißt Gehorsam der Ordnung gegenüber.


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Freitag, 29. April 2011

Koinzidenz aus gleichem Irrtum

Wie eine Bestätigung der hier zuletzt entwickelten Gedanken kam mir nun "Der westliche und der östlich Weg - Essays über östliche und westliche Mystik" von Daisetz Daitaro Suzuki in die Hände. Der Japaner zeigt darin sein Erstaunen, erst, und dann seine Zufriedenheit, daß die "Mystik" des Zen-Buddhismus sich in fast allen Zügen mit einer Mystik deckt, wie sie sich bei Meister Eckhart wiederfindet, also "offensichtlich" die abendländische, christliche Mystik mit dem Zen auf eine Weise ident ist, dasselbe will, dieselben Wege beschreitet.

Da sei es gestattet, was hier an zwei Stellen (u. a.) ausgearbeitet wurde: auf die Problematik der Mystik des Meister Eckhart, der in seiner Mystik exakt in den Pantheismus hinein sich auflöst, der ja zugleich ein Nihilismus ist. Kein Wunder also, daß er sich mit dem Zen-Buddhismus* scheinbar "nahtlos" deckt!

Und es sei die jüngere Replik angeführt, in der Alois Mager in seiner großartigen Psychologie der Mystik diese Stufe so klar identifiziert: beschreibt, seziert, klar auf den Tisch legt. Als jene Stufe, ab (bzw. nach) der christliche Mystik erst beginnt, und die die christliche Tradition als vormystisches "Gebet der Ruhe" kennt. Bis dorthin kann auch der Nichtchrist kommen (wobei auch darüber die Meinungen auseinandergehen, weil sie auf gewisse Unterschiede in der Art, nicht nur dem Grade nach hinweisen, s. u. a. A. Stolz in seinem Standardwerk "Theologie der Mystik"), bis dorthin kommen auch Anschauungen, die in ebenfalls sehr klar identifizierbaren gedanklichen Weichenstellungen (und Irrtümern) im Pantheismus oder, noch eine Stufe weiter, im Nihilismus - dem Auflösen in einen Allgeist, einerseits, folgt logisch ein Nichten der Person, anderseits - enden.**

Tatsache ist also, daß die Schriften der Hl. Theresia von Avila, des Hl. Johannes vom Kreuz, als Spitze einer gewaltigen mystischen Literatur und Entwicklung ihrer "psychologischen Theorie", Dinge und Stufen beschreiben und anzielen, die weit über alles hinausgehen, was in der Mystik aller nichtchristlichen Religionen vorkommt, dabei deren Erfahrungen klar erfaßt, beinhaltet, und einzuschätzen vermag.***

Sie alle kennen keine Erlösung des Fleisches, sie ist ihnen unerhört. Und in der Tat: diese ist unerhört! (Aber sie ist der Kern des Christentums, das nicht die Welt "flieht", auf daß sie eben dadurch entschwinde, sondern in sie hinein, ins Konkrete, über dieses sich wirkt! Incarnation! Gott ist also auch der Konkreteste.) Und auch diese Konsequenz ist logisch, und macht auch die leibseelischen Gründe, ja die kulturellen Spannungen, aus denen herausdiese Geisteshaltungen erwachsen, sehr gut nachvollzieh- und verstehbar. Aber umso klarer auch als begrenzt klassifizierbar, als nicht der Heiligung dienlich, sondern in scharfer Konsequenz sogar dem Gegenteil.



* Den der Verfasser dieser Zeilen aus sehr handfesten Erfahrungen kennt, in deren Rahmen er vor über dreißig Jahren sogar mit einem höchst bemerkenswerten Erleuchtungserlebnis beglückt wurde; darüber vielleicht an anderer Stelle, es ist fast vergessen, und war dabei so wichtig für des Verfassers dieser Zeilen weitere Zukunft.

** Dabei ist Mager dem Meister Eckhart noch sehr freundlich gesonnen, meint, daß dieser nur mißverstanden würde oder worden war, welcher Meinung sich der Verfasser dieser Zeilen nicht anschließen kann, bei aller Wonne, mit der er seine Schriften - in ihrem Rahmen - liest und schätzt.

*** Da muß man sich halt wirklich die Mühe machen, so manche umfangreiche Originalliteratur durchzuarbeiten, das läßt sich nicht mehr mit ein wenig Sekundärliteratur abhandeln, denn hier geht es um metaphysische und anthropologische Grundsatzüberlegungen, an denen sich diese Dinge explizieren, und an denen sie plötzlich so manchem gefühlichten Dunkel entrissen und verständlich werden - während sie das Geheimnis erst recht erstehen lassen. Aber der Verstand kommt - und kam bereits - hier viel weiter, als sich so viele, gerade heute, wo dieser ganze Bereich, u. a. in die Esoterik, so gerne abgetäuftwird, träumen lassen.


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Montag, 25. April 2011

Stoa der Geringschätzung

Den Hinweis habe ich Hugo von Hofmannsthals Aufzeichnungen entnommen, und ich bin selten so froh gewesen, einer Literaturempfehlung gefolgt zu sein, denn die Japan-Bücher von Lafcadio Hearn sind nicht nur ein Genuß zu lesen, sondern - wobei das wohl zusammenhängt - sie geben binnen kurzem das Gefühl, dieses Volk, ja ein Volk überhaupt verstehen zu können. Gerade sogar in dieser Rätselhaftigkeit, wie es beim japanischen Volk der Fall ist.  Dabei ist Hearn ganz gewiß kein Psychologist! Er versteht einfach, er deutet, er versucht zu begreifen. Und aus diesem Begreifen heraus schreibt er. Weshalb es verwunderlich ist, daß seine Bücher nicht mehr verlegt werden, gerade jetzt. Ich habe keinen einzigen Fernsehkommentar gehört, oder einen Kommentar in Zeitungen gelesen, der auch nur annähernd dieses Land und sein Volk so begreifen hat lassen, wie es Hearn mühlos gelingt.

Der gebürtige Iro-Grieche, der im 19. Jhd., zur Wende des 20., so lange nach einem Platz auf dieser Welt gesucht hat, bis er ihn in Japan fand, zeigt in seinen Büchern verblüffende geistes- und kulturgeschichtliche Zusammenhänge, zeigt ihre Evidenz aus Verhaltensweisen und Sitten, und zuweilen spekuliert er, und alles tut er inspirierend. Zum Beispiel, wenn er die Bauweise japanischer Häuser - im besonderen den durchhängenden Giebel - als unbewußten Anklang an ihre vermutlichen Ursprünge als Steppen- und Nomadenvolk deutet.

Sicher recht hat er in der Zurückführung des fehlenden Begriffs für Dauerhaftigkeit auf die Überlagerung des Buddhismus, der zumindest eine Anlange (die mit der Nomadenherkunft zusammenhängen sollte) verstärkt hat. Was sich überall ablesen läßt, wo der Buddhismus dominiert.

Denn in ihm zählt das Irdische nichts, im Gegenteil ist es zu überwinden, letztlich aufzulösen. Auch wenn das die breiten Volksmassen (und das ist nicht verwunderlich) nicht nachvollziehen können - der Buddhismus ist nie wirklich eine Volksreligion geworden, sondern überlagert immer mehr oder weniger urtümliche Naturreligionen.

Aus dieser Disposition heraus ist der Japaner notorisch "flüchtig". Er reist enorm viel - und das dürfte sich bis heute nicht geändert haben -  und alles, was er tut, ist nicht auf Dauerhaftigkeit ausgelegt. Er ist gewöhnt, Dinge zu verlieren, er ist gewöhnt, sie nicht hoch zu bewerten, er ist gewöhnt, sie flüchtig und aus nicht dauerhaften Materialien anzufertigen. Viele seiner Dinge des Alltags waren seit je Wegwerfprodukte, sei es Kleidung, oder seien es simple Eßstäbchen.

Das einzige, das ihm Dauer hat, sind die Gräber, die Geister der Ahnen, und die Götter (die unter der Schichte aus Buddhismus ruhen). Obwohl er auch die Tempel immer wieder abreißt und erneuert. Aber in diesem Land, schreibt Hearn, ändert sich ohnehin alles - selbst die Berge durch Vulkanismus, die Meeresküsten durch Wellen und Erdbeben, die Täler, Flüsse und Seen durch Erdrutsche und Erosion.

So aber lassen sich die aktuellen Fernsehbilder verstehen, die die Japaner inmitten dieser gewaltigen Katastrophen als sehr gefaßt übermitteln. Es ist weniger Disziplin, es ist diese buddhistische Gleichgültigkeit, die tief in ihren Seelen steckt, und die zuweilen mit ihrem einfach menschlichen (das gebliebenen) Fühlen streitet. Diese 100, 150 Jahre Zivilisation nach westlichem Muster haben das ganz sicher nicht ändern können.

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Sonntag, 12. Dezember 2010

Das höchste Gut, das uns gegeben ist

Daß sich bei Herder die folgende Stelle findet, zeugt von der beeindruckenden Einheit des Denkens, das im 17. und 18. Jhd. in Europa noch geherrscht hat. Denn Herder diskutiert es mit Shaftesbury, in Bezug auf Fénelon, dem er nachweise möchte, daß seine Religion sich mit der Spinoza's deckt. Und es geht um die LIebe. Und: wer denn dann liebt, in der reinen Liebe, in der Selbstvergessenheit und Interesselosigkeit.

Ist es denn dann ein Aufgehen in Gott? Ist es ein Hineingehen in den Allgeist, in dem man verschwindet?

Ganz klar nicht, sagt Herder. Und er begründet es recht einfach nachvollziehbar:

"Selbst wenn ich mich, wie der Mystizismus will, in Gott verlöre, und ich verlöre mich in ihm, ohne weiteres Gefühl und Bewußseyn meiner: so genöße ich nicht mehr; die Gotheit hätte mich verschlungen, und genäße statt meiner."

"Die Natur fängt immer vom Einzelnen an ... wer nicht zurückstoßen kann, kann auch nicht anziehn; beide Kräfte sind nur ein Pulsschlag der Seele"

"Zu unserer Seligkeit können wir nie den Begriff unseres Dasyns verlieren, und den menschlichen Begriff, daß wir Gott sind, erlangen .... Das höchste Gut, das Gott allen Geschöpfen geben konnte, war und bleibt eigenes Daseyn, in welchem eben Er ihnen ist und von Stuffe zu Stuffe mehr seyn wird. Alles in Allem."

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Mittwoch, 25. August 2010

Und Galilei irrte doch

Es gibt keine präzise Gleichheit außerhalb von Gott. Cusanus begründet dies sehr klar, und hier sei nur auf den Zusammenhang von Zeit - Gestalt - Ort/Raum hingewiesen, wo schon der nächste Moment, eine völlig neue, unwiederholbare Konstellation der Bedingungen des Seienden mit sich bringt.

Darin läßt sich übrigens eine bemerkenswerte Argumentationsreihe bis hin zur Verteidigung der Metaphysik und des Weges des Erkenntnisgewinns durch Kard. Bellarmin im Prozeß gegen Galileo Galilei finden. (Die Erkenntnis ergibt sich, vereinfacht, nicht aus dem Beobachten, sondern das Beobachtete verifiziert oder falsifiziert ein Apriorisches.) Denn die Mathematik, die ja auf die Anschaulichkeit und Geometrie zurückzuführen ist, läßt sich ebenfalls nur abstrakt und im geschlossenen System, nicht aber im Konkreten präzise finden.

Sonst aber bleibt immer Mangel. Und das ist so beispielhaft erfahrbar in der Musik erlebbar, deren Takt und Intervalle niemals so präzise sind, daß sie nicht noch präziser sein könnten, wie Cusanus diese Ungleichheit zweier Dinge so erstaunlich gut faßt. Die Proportionen der Dinge also können gar nicht exakt gleich sein, und deshalb können es auch nicht die Sternenläufe an sich sein. Und die Astronomie weiß das ja ohnehin längst, und korrigiert deshalb von Zeit zu Zeit diese realen Abweichungen "so gut es geht".

Nicht eine Bewegung aber gleicht der anderen ganz genau, nicht ein Maß ist exakt dem anderen, weil das Maß und das Gemessene notwendig verschieden sind. "Das läßt," so Cusanus, "eine Anwendung auf unendlich vieles zu."

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Was im übrigen elektronische Musik so fragwürdig und nicht menschengerecht, in ihren Auswirkungen so problematisch und "tot" macht.

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Die präziseste, vollkommen harmonische Proportion als vollkommene Harmonie gibt es nur in Gott. Sie ist für den im Fleisch lebenden Menschen aber unhörbar, weil diese Vollkommenheit alles Rationale unserer Seele als deren Grund und Substanz als Rationales an sich sofort an sich ziehen würde, so wie das vollkommene Licht alles nicht vollkommene Licht absorbiert. Damit würde die Seele von ihrer sinnlichen Grundlage abgelöst - der Mensch würde nichts mehr hören.

Aus dieser ewigen Proportion aber, die unserem Da- und Sosein zugrunde liegt, und auf die hin sich die Seele streckt, ergibt sich das Schöpferische, das Gestalten des Menschen als Hinweis und Hinführung auf die absolute Schönheit und Vollkommenheit - allem Seienden (das notwendig gestalthaft ist) liegt sohin die Proportion und der Rhythmus zugrunde.

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Aber nicht nur gibt es keine absolute Gleichheit - es gibt auch keine absolute Verschiedenheit der Dinge voneinander. Diese ist eher eine Frage der nie gleichen Gewichtung (und damit: Übergewichtung) vergleichbar, und Bedingung wie Folge der Endlichkeit. Denn in der Unendlichkeit (oder im Aufgehen des Individuellen darin) würde sich jede Unterschiedenheit aufheben, weil alles enthalten wäre.

So ist - wir nageln diese Sätze gleich am Boden fest - in der Lebenswelt erkennbar, daß sich Identität, So-sein, umso klarer darstellt, je klarer die Unterschiedenheit besteht. Und das läßt sich wohl gut und an vielerlei beobachten.

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Der Weg zu Gott kann also nicht der Weg über die Auflösung alles Konkreten sein! Was diese Individualität auflöst, stirbt - das Tote löst sich auf, wie jeder beobachten kann. Wozu es auch nicht den Hinweis auf das erste Thermodynamische Grundgesetz - die zunehmende Entropie - braucht. Wie es der Buddhismus (unter anderem) propagiert, oder Schopenhauer formuliert, deren beide alles ins Nichts auflösen. Und es geht nicht über Moral (an sich), nicht über Verhalten (an sich). Es geht über Ähnlichkeit mit der Idee in Gott, deren Spiegel das Geschöpfliche ist - Spiegel wie Bild, aber nicht identisch mit dem Unendlichen, lediglich aus diesem stammend, ohne diesem ins Nichts fallend. Von Anbeginn da und gedacht.

Der Weg zu Gott kann also nur über die Vollkommenheit des Konkreten, also über die Schönheit der Gestalt gehen. Denn die Trennung vom Sein an sich - als Unähnlichkeit mit dem Sein verstehbar, als Häßlichkeit, als Disharmonie sinnlich erkennbar - folgt aus der Unvollkommenheit. Und diese ist hinwiederum eine Unvollkommenheit des Wollens - Unvollkommenheit hat keine "positive" Ursache, sie ist deren Ermangelung, und damit auch zufällig.



*250810*

Samstag, 23. Januar 2010

Impotente Sozialtheorie

Es gibt weltweit KEINE Religion, die synkretistisch ist. Synkretismus - also jene Form von Toleranz, die alle übrigen Religionen als gleich und gleichberechtigt anzuerkennen vorgibt, gar integriert - ist immer eine Erscheinung "post mortem" einer Kultur, immer auch (historisch belegbar) in der Phase eines unaufhaltsamen Niedergangs, die immer eine Epoche der Unfruchtbarkeit ist, wo Innovation nur noch Anwendungsmaximierung bedeutet, in welcher wirkliche Religion (als Eintritt in das Mysterium der Weltentstehung und -schaffung) zu einer pragmatischen Sozialtheorie verkommen ist, religiöse Relikte nur noch der Regelung des Sozialverkehrs dienen. Neues gibt es eben nur dort, wo Schöpfung vorliegt.

(Und in einem solchen Stadium - siehe das alte Ägypten, siehe China, siehe Buddhismus - vermag sich solche Lehre lange halten!)




*230110*

Donnerstag, 27. März 2008

Seltsamkeiten und Dalai-Lama


Peter Scholl-Latour meint über den Buddhismus der Tibetaner besonders VOR der Okkupation der Chinesen 1950:

"Eine ,Insel der Seligen' ist diese isolierte Hochgebirgslandschaft nie gewesen. Der Lamaismus war dort in Zauberei, in einer Horrorwelt von Teufeln und Dämonen erstarrt. Die Masse der Bevölkerung lebte als feudalistische Untertanen, wenn nicht als Sklaven. Im Potala-Palast in Lhasa spielten sich mörderische Intrigen ab. Die meisten Vorgänger des heutigen Dalai-Lama starben an Gift. Es handelte sich um eine religiös verbrämte Tyrannei." Auch der tibetische Buddhismus ist nicht so gewaltfrei, wie er oft dargestellt wird. Ehemalige Mitarbeiter des Dalai-Lama bezeichnen die jährlichen Kalachakra-Rituale als Veranstaltungen zur Rekrutierung von "Shambhala-Kriegern" (buddhistische "Gotteskrieger"), die eine buddhistische Weltherrschaft vorbereiten sollen. Laut Kamphuis spielen Frauen eine untergeordnete Rolle. In der höchsten Meditationsform, Tantra, sei Sexualmagie ein wesentlicher Faktor: "Hierbei werden Frauen von dem Meditierenden sexuell für einen spirituellen Aufstieg gebraucht."

Manche Stimmen meinen, daß die Religionsfreiheit seit dem Einmarsch der Chinesen erst "erreicht" war. Der Schweizer Religionswissenschaftler Prof. Peter Schmid (Zürich) beschreibt die vergangenen fünfzig Jahre so: "Bis die Heere Maos einmarschierten und die alten Strukturen aufbrachen, hielten die Lamas - die tibetischen Mönche - das ,Dach der Welt' in eisernem Griff. Das Jahr 1950 markiert den Übergang im Leiden der Tibeter von der religiös-totalitären Feudalherrschaft der Lamas zu einer harten kommunistischen Fremdherrschaft. Unter dem roten Regime dürfte sich allerdings der Freiraum der Tibeter, ihre Religion zu wählen und zu leben, vergrößert haben." Das sollte allen zu denken geben, die laut "Spiegel" "Tibet als Symbol des Guten betrachten, als letzten Hort der Spiritualität, wo Weisheit und Harmonie bewahrt werden" und von China Religionsfreiheit für Tibet fordern. Es wäre nach den Vorstellungen der Tibeter nur Freiheit für den Buddhismus, nicht aber auch für den christlichen Glauben.

(Bericht kath.net/idea; siehe Verlinkung der Titelleiste)




*270308*