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Freitag, 31. Juli 2020

In eigener Sache - Danksagung an die Leser

Geschätzte Leser! 

Der Verfasser dieser Zeilen (VdZ) erlaubt sich, den üblichen Fluß der Sprache, in Portionen gebrochen in die Form von Artikel und Abfassungen, die hier zu finden sind und Einblicke in den Strom des Denkens und Erkennens geben, in dem sich der Autor dankerfüllt Gott gegenüber sieht, für einen Augenblick zu unterbrechen. 

Und wieder einmal Dank zu sagen. Dank für die finanziellen Zuwendungen, die nicht so oft, aber dann wieder und zuweilen sogar in recht großzügiger Höhe und offensichtlicher Herzensweite am Konto des VdZ eintreffen. Manchmal sind sie gar mit einer kleinen Botschaft am Überweisungsbeleg versehen. Manchmal auch mit einer Botschaft, die Bezug auf einen Artikel nimmt. Sie versteht der VdZ oft im Besonderen als Rede von Herz zu Herz.

Solche Zuwendungen, aber auch über das Pekuniäre hinaus, sind nicht nur (notwendige, und umso dankbarer empfangene) Hilfe und Unterstützung, dessen darf sich der Leser gewiß sein. Sie sind auch aus einem anderen Grunde Labung. Denn jeder Schreiber schreibt FÜR jemanden und FÜR ein Publikum, das er im Geiste anspricht. Und für das er seine Artikel auswählt, aus dem Meer der Sprache herausgreift und öffentlich abrufbar macht. Und deretwegen er sich sogar an einem Ort bestätigt erfährt, der in der Ordnung Gottes recht gewählt und erfüllt ist.

Wenn Leser sich angesprochen fühlen, so dürfen sie diese Empfindung zuweilen aber sogar recht sicher mit dem Wort "angesprochen wissen" vertiefen. Denn vielleicht sind gerade sie tatsächlich damit gemeint gewesen, und damit jenes Gegenüber, das an diesem Ort weilt, an dem auch der VdZ stand oder steht. 

Das Wunder der göttlichen Vorsehung ist es dabei, als diese konkrete Angesprochenheit, in der der eine Artikel mehr, der andere weniger vor Ihren Augen hier steht, gerade in dieser Konkretion als "Anrede an jemanden" sogar oft jene Artikel sind, in denen sich viele andere Leser ebenfalls direkt und ganz konkret angesprochen sehen. Je konkreter also jemand beim denkenden Schreiben dem VdZ vor Augen stand, desto mehr, so sagt die Erfahrung, sehen sich auch andere Leser konkret angesprochen.

In diesem Sinne wird der VdZ, ermutigt durch Ihre Zuwendung, geschätzter Leser, so gut er es vermag weiter "sitzen und schreiben." Und mit diesem Blog in diesen Tagen ins zwei-mal-sieben = vierzehnte Jahr gehen. Und zwar auch für Sie, werter Leser, und zwar gerade Sie, und in diesem Augenblick. Dem er hiermit noch einmal dankt.

Eberhard J. Ambrosius Wagner

Entsühnung als Geschichte simulierendes Drama (3)

Teil 3) Der Kriegsherr als 
neuer Hohepriester des neuen öffentlichen Kults


Nun sollen diese gotteslästerlichen Akte sogar fortgesetzt werden. Und der VdZ ist darin nicht alleine, wenn er sagt, daß unter den gegebenen weil angekündigten Voraussetzungen sich der Besuch eines "Gottesdienstes" verbietet. Denn die Heilige Messe, das Heilige Opfer vor Gott, in dem der Sohn vor dem Vater geschlachtet wird, in der (unblutigen) Erneuerung und Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers, wird durch Maskenpflicht endgültig zum Greuel. 
So, wie auch der Empfang der Heiligen Kommunion kein magisches Wundermittel ist, sondern Vollzug von etwas Realem, der beidseitigen Vereinigung des Gläubigen mit Christus. Aber dazu muß er disponiert sein! Ist er das nicht, ißt und trinkt er sich das Gericht an, weil seine Schändlichkeit verewigt und ultimativ wird, so ist auch die Heiligste Liturgie, der Kult als Vollzug des Opfers, das die Welt in Gott hineinnimmt, nicht bedingungslos oder virtuell, sondern real. Und ein Volk, das nicht disponiert ist oder indisponiert GEMACHT worden ist, sollte, nein muß diesem Kult fernbleiben. 
Was die Kirche immer wußte, und Ungläubige, Indisponierte expressis verbis vom Gottesdienst ausschloß. Noch viele Kirchen haben deshalb einen Vorraum vor dem eigentlichen Volksraum! Und der VdZ hat noch erlebt, daß zu den Hohen Feiertagen die Gläubigen ihre Beichtzettel an den Hut steckten oder sonstwie vorwiesen, weil sie sonst keine Kommunion erhalten hätten. 
Und eine Maske vor dem Gesicht ist ein solcher Zettel - nur mit umgekehrter Funktion: Er schließt in den Augen des VdZ wegen Unwürdigkeit aus! Daß diese Unwürdigkeit keineswegs nur eine subjektive Belanglosigkeit ist, versucht der VdZ hier zu zeigen. Die Maskenpflicht ist ein grober, abscheulicher Eingriff in die Kultfähigkeit eines Volkes!²
Übrigens wird in der Liturgie der Orthodoxie auch heute noch (der VdZ hat es erlebt) vor dem eigentlichen Opfer die Aufforderung verkündet, daß Indisponierte und der Glaubensgemeinschaft nicht Angehörende nun die Kirche beziehungsweise das Heilige Geschehen zu verlassen hätten. Der hier herausgearbeitete Gedanke ist also keineswegs einfach "abstrus" oder nur dem subjektivistischen Gekröse des VdZ entwachsen.
Aus der Maskentragepflicht, der der vernünftige (als in Freiheit zuzustimmender) Hintergrund nur als Maske (sic!) umgehängt wird, wird somit ein Gedanken- und Überzeugungsmerkmal, Merkmal einer Haltung. Die formal eine Ganzheitsgestalt "Volk" schafft, die nicht mehr vor Gott steht, sondern das Knie vor einem irdischen Herren statt vor Gott beugt.

Um so in einem neuen Kult und in einem neuevangelischen Fanatismus als Ermöglichung einer Vorstellung von Sühneliturgie zu einem neuen Volksganzen führt. Das per Haltung, nicht per "genetischer Abstammung" gebildet wird.

Und bei einem solchen Kult muß eben der Volkskörper als Ganzes Sühne - eine bestimmte Sühne, auf bestimmte Art - leisten. Und das geschieht. Es wird weit mehrheitlich begrüßt. Genauso gut hätte man deshalb einen Aluminiumhut vorschreiben (und "begründen") können. Die Maske ist im Grunde gleichgültig. Es geht um die Bestimmung einer Haltung!
Warum und wofür aber soll Sühne geleistet werden? Wir haben es bereits früher ausgeführt: Weil die heutige Lebensweise eine Lebensweise ist, die Schuld um Schuld dem Absoluten gegenüber anhäuft. Schuldbewußtsein, Schuldgefühl ist deshalb das Bestimmende der historischen Gegenwart, und deshalb ist alles, was sich heute zeigt, kaum noch mehr als die Resultante von Getriebenheiten. Als Versuch, diese Schuld abzustreifen. 
Ja glaubt denn der Leser deshalb allen Ernstes, daß die Überlagerung des Osterfestes im Jahre des Herrn 2020 durch die Corona-Sühne Zufall war? Hat sich nicht sogar genau darin gezeigt, wie sehr die sogenannten Katholiken samt ihren Anführern bereits selbst an der Realität der göttlichen Sühne zweifeln, wie sie sich in der Liturgie seit Jahrzehnten ausweist?
Der Corona-Sühne fehlt aber ihre Seinsdimension, während die treibende Schuld real bleibt, und auch vom Maskenkult nicht weggeht. Das spürt jeder Mensch, ob er will oder nicht. Wie aber überspannt er diese Leere, dieses Nichts? Durch Rationalisierung einerseits, durch archetypische Ersatzhandlungen als Liturgien - als neue öffentliche Liturgien! - anderseits.

Ersatzhandlungen wie dieses in noch so ausgebreitete Verordnungen gar nicht einfangbare Tragen von Masken, das als Generalpflicht und -sühne schon an technischen Bedingungen scheitert. In dem der Kanzler zum Oberpriester des Landes wird. Der selbst von der Symbolkraft der Maske spricht. Ob er aber wirklich die Dimension dieser Handlungen erfaßt?

Die Realität freilich zeigt etwas Weiteres, das nicht neu ist, weil es ein Wirklichkeitselement der Schöpfung und des Menschen sohin ist, und das von Anfang an war: Sie zeigt, daß die Menschen an die priesterlichen Opfer glauben.*** Zum einen als Gipfelpunkt des Menschseins, wie es gedacht war, zum anderen an dessen Realität seit dem Sündenfall.

In der sich in ganz Europa der Politiker mit dem Hohepriester wieder vereinigt - wie in uralten Zeiten der Beg mit dem Khan, der Kaiser mit dem Papst zusammenfällt. Und die Bevölkerungen in dem Maß mit ihren Politikern zufrieden sind, als diese opulent genug die volksentsühnende Opferliturgie vollziehen - oder nicht.

In der die Medien den Chor anstimmen, in den die Bevölkerungen dann bestimmungsgemäß einstimmen. Das meint der VdZ sehr wörtlich, weil die Liturgie immer und auch heute - und wir können der Geschichte dankbar sein, daß sie ihr innerstes Wesen so klar erkennbar ausfaltet! - weit wesentlicher ist als jede Politik.
Das ist das wahre Greuel, das ist die wahre Gotteslästerung, das ist das wahre Goldene Kalb des Volkes Israel, das von Gott abfällt und einem neuen Gott in einer neuen Religion huldigt.
Deshalb erhellt sich der Blick in die Gegenwart erst und dann, wenn man dieses eigentliche Geschehen als die Grundtektonik der Geschehnisse erfaßt. Samt dem Zynismus, den betreibende Kräfte darin beweisen. Wir haben es hier mit einem substantiellen Geschehen zu tun! 

Denn die Corona-Krise ist nur auf den ersten Blick willkürlich (weshalb sie sich nicht und nicht der individuellen Vernunft erschließt - sie hat in sich keine Vernunft; sie braucht diese stumme Folgsamkeit, zu der sie nötigt.)*** Sie ist in Wahrheit die heidnische Ableitung eines tief gegründeten Bedürfnisses nach Sühne in einen greulichen Ersatzkult.

Die Corona-Krise war und ist scheinbar notwendiges, aber zutiefst heidnisches Sühnegeschehen. Ausgelöst und getragen von Menschen, die einen Weg der Entsühnung gesucht und in diesem Anlaß, dem Angebot der WHO etc., gefunden haben. Sofort sind so viele - und allen voran die Politiker, die instinktiv ihre Chance zum Hohepriester aufzusteigen, aufgesprungen. Weil die Bevölkerungen der Welt ihre Schuld - gerade im Maß der Empathie für den Nächsten, somit als geistig-seelisch sich findendes, von den Medien akkordiertes, ja geformtes Volksganzes - immer schwerer geplagt hat.

Man kann hier deshalb nicht nur die Politiker, sondern sogar die Völker und Bevölkerungen**** unterscheiden und erkennen. Je mehr sie von Schuld geplagt wurden, desto leichter sind sie in Massenhysterie verfallen.

Morgen Teil 4) Nur noch ein Apropos. 
Und die Anmerkungen, die es in sich haben.



*240720*

Donnerstag, 30. Juli 2020

Entsühnung als Geschichte simulierendes Drama (2)

Teil 2) Der Ersatzkult - 
Die Maske als Greuel der Simulation von Sühne 



Nach wie vor erschließt sich aber die gesamte Corona-Krise nicht der Vernunft und dem individuellen Verstandesgrund. Hier liegt der Grund, warum die wahren Schäden der sogenannten Corona-Krise nicht "gesundheitlich" sind, sondern geistig-seelisch.

Nach wie vor lebt diese Corona-Krise deshalb nur von Medien und von ihnen gepflegten Sprachblasen, die sich über alle und alles breiten und gebreitet werden. Als vorgestellte, ideale, "von oben" bestimmte Blase und Wirklichkeit, die - libido dominandi! - nach Herrschaft drängt. Als Fürst der Dämonen, der sich auf den Thron der Herzen setzen will.

Welcher Forderung nicht beizutreten sogar dann bestraft wird, wenn auf gar keinen Fall andere (der angebliche Grund für die Tragepflicht) "gefährdet" sein können. Es muß einen geistigen weil in der Ontologie liegenden Grund geben, warum die Maskentrage zum Kriterium wird, das immer fanatischer durchgefochten wird. Sodaß man längst von einem Corona-Faschismus sprechen muß.

Warum? Holen wir weiter aus, und finden wir so den wahren Grund.

Als vor Wochen und als erstes Menetekel an der Wand (wobei wir vor Monaten bereits angekündigt haben, daß es so kommen wird) an den Kärntner Seen die Maskentragepflicht etwa in Gaststätten oder Bädern "ab 21 Uhr" vorgeschrieben wurde, wurden auch Personen bestraft, die völlig alleine an der Strandpromenade saßen und deshalb die Maske nicht trugen.
Aber das sind alles noch Nebensächlichkeiten. Denn es gibt eine furchtbare Besonderheit, sie steht wie beiläufig in der veröffentlichten Verlautbarung der Regierung Österreichs: 
Der Maskenpflicht FÜR KIRCHEN
Und das ist ein direkter Eingriff in den Kult. Kult ohne Freiheit weil dem Primat des Gehorsams der unendlichen Heiligkeit gegenüber, die Rhythmus und Wesen des Kultes vorgibt, somit zur Ausübung nach weltlicher Willkür überantwortet, ist nicht nur sinnlos, er ist gotteslästerlich! 
Es ist NICHT egal, WIE jemand an der Heiligsten Opferhandlung teilnimmt, sondern im Gegenteil: Das ist das Entscheidende! Zur von den österreichischen Bischöfen öffentlich gemachten ZUSTIMMUNG zur neu verschärften Maskenpflicht kann einem deshalb nur der Atem stocken. Die Worte bleiben aus. 
So wie es entscheidend ist, daß der Kult öffentlich ausgeübt werden können muß. Schon dazu haben die Bischöfe ihre schändliche Zustimmung gegeben! Den Kult zu virtualisieren, wie letztlich dann geschehen, kann einfach nur Heiden, Protestanten oder Sekten wie dem Opus Dei (zu dem Kanzler Kurz angeblich Nähe hat, es wäre nicht überraschend) einfallen. 
Was soll man zu solchen Bischöfen noch sagen. Denen die Priester im Gehorsam gebunden gegenüberstehen, sodaß sie weniger Schuld trifft - wenngleich nicht von der Widerstandspflicht entbindet! Und die besteht in diesem Fall!
Wer zum Fest nicht festlich gekleidet - sondern mit Maske, der Persona des gottlosen Unterdrückers nicht nur verhüllt, sondern über die Haltung zu einer anderen Person umgeformt - erscheint, wird vor die Türe in die Nacht geworfen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. 
Wo aber der - öffentliche! - Kult eingeschränkt (wie im ersten Lockdown des Frühjahres 2020 geschehen) und "präformiert", also von anderen Quellen her (wie durch die Maskenpflicht) formiert wird, wird dem im Kult verehrten Gott ins Gesicht geschlagen. Fluch und Gericht über die, die das verordnen, die das tun. Fluch und Gericht über jene, die das durchführen.
Keine Kultur in der Geschichte hat je den Frevel eines Kultverbots gewagt. Keine hat je die Bedeutung des öffentlichen Kultes für das Volk vergessen. Keine hat den Kult zu bestimmen gewagt, womit er völlig sinnlos würde. 
Im Gegenteil: In der Not wurden der Kult und das Opfer verstärkt und noch gehorsamer ausgeführt. Ninive ging in Sack und Asche, als Jona es warnte. Wenn das nicht mehr geschieht oder geschah, war die Kultur ohnehin am Ende. Wie in Sodom und Gomorrha geschehen.
Wo der öffentliche Kult fehlt*, wird der Staat, die Gesellschaftsform eines Volkes aus der Verbindung mit dem Himmel ausgeschlossen. Denn die Kirche - als societas perfecta - steht vor Gott, was ins Heil hineingenommen werden soll. Was draußen bleibt ist auch draußen. 
Die öffentliche Dimension steht nur durch Repräsentanten und Repräsentation des Öffentlichen und dessen Ordnungsgestalt vor Gott. Somit haben wir - noch dazu gerade zu Ostern, welche Aussage, welche Symbolkraft! - unseren Staat aufgegeben. 
Kein Volk hat je gewagt, seinen Weg außerhalb der göttlichen Ordnung zu gehen. Kein Volk hat je gewagt, eine Ordnung zu "schaffen", die nicht aus Gott stammt, sich von Ihm ableitet, und vor Ihm stehen kann, als Lobpreis der Schöpfung. 
Der Blick in alte Kirchen zeigt deshalb die Gesamtheit der (idealen) gesellschaftlichen Ordnung. Zum Höhepunkt einer christ-katholischen Kultur stand das ideal durchgeformte Volk vor seinem Gott. 
Ein Glück, das zum Übermut trieb. Die Selbstvergottung des Menschen setzte mit der Renaissance ein. Als die Gestalt des Volkes vor Gott deshalb schwächer wurde und abnahm, weil der Mensch in den Mittelpunkt geriet - sogar die Architektur wurde auf das Maß des Menschen, als Veränderung seiner Stellung vor Gott, ausgerichtet, eine Bewegung, die bis heute nicht zum Stillstand kam, und sich in der "Liturgiereform" seit 1969 ihr präsumtiv letztmögliches Stadium schuf - nahm selbstverständlich auch die Kraft der Kultur ab. Die sich in sich selbst verbiß. 
Was erwarten wir also heute, die wir als Volk vor Gott stehen? Als welches Volk, in welcher Gestalt? Nicht genug, daß seit Jahrzehnten ein "Gleichheitsgreuel" an Heiliger Stätte stattfand, der uns zum Fluch wurde, auf allen Ebenen - nun wird der Kult sogar mit voller Absicht zum Götzendienst umgestaltet, indem die Gestalt des Menschen angetastet wird. Die mit dem Signum der Unterdrückung und ultimativen Gleichmacherei der verordneten Maske, der Persona, verunstaltet sind, dem sie sogar zugestimmt haben. 
Weil sie einen neuen Gott der Diesseitigkeit verehren, darum geht es. Denn es gibt keinen Vernunftgrund für eine "Corona-Krise", wir haben es eindrücklich genug ausgearbeitet.
Gottes Strafe für die unerträglichen Kultbestimmungen, -veränderungen und -beschränkungen, für die Ausschaltung der Öffentlichkeit - gerade zum Osterfest, welche Schande! - wird nicht auf sich warten lassen.³ Und sie wird die öffentliche Form unserer Gesellschaft treffen. Denn stattdessen fand sogar die Anbetung fremder Götter als öffentlicher Akt statt. Stattdessen fanden Greuel am Heiligen Ort statt. 

Morgen Teil 3) Der Kriegsherr als 
neuer Hohepriester des neuen öffentlichen Kults



*Wobei es hier irrelevant ist, ob das 2020 von den Menschen in unseren Ländern erfahrene Gottesdienstverbot  vom Staat oder in dem bekannten widerlichen, feigen, verachtenswerten  vorauseilenden Gehorsam von der Bischofskamarilla in unseren Ländern verhängt wurde. Was für die Aussage in diesem Artikel ohne Belang ist. Auch wenn es noch schlimmer wäre. Und immerhin erteilten die Bischöfe ja sogar "Dispens von der Sonntagspflicht", was natürlich grotesker Unsinn ist. 

Denn selbstverständlich kann kein Mensch von einem göttlichen Gebot freisprechen. Wie hier dem 3. Gebot Mose, das da vorschreibt, den "Tag des Herrn" (als siebenten Tag) zu heiligen. Wenn, dann kann nur die Teilnahme am Gottesdienst dispensiert werden, MIT DER das göttliche Gebot unterstrichen (dabei noch nicht einmal als "erfüllt" angesehen) wird (=ein menschliches Gebot). Immerhin war es ja auch die Kirche, die den Gotteskult profaniert, ja zerstört hat. Es war NICHT der Staat, NICHT "die Gesellschaft", wie der VdZ seinerzeit in der Diözese St. Pölten pausenlos zu hören bekam. Wo "die Gesellschaft" quasi an allem schuld war ...

²Der Hinweis auf einen Aufruf von Bischof A. Schneider zu einem Gebetskreuzzug zur Sühne für die zahlreichen Sakrilegien, die in Zusammenhang mit dem Sakrament der Heiligen Eucharistie derzeit - ausdrücklich auch in Zusammenhang mit "Maßnahmen wegen Covid19" - meist sogar mit bischöflicher Deckung begangen werden, soll hier genügen. Der VdZ ist mit seinen Gedanken offensichtlich nicht alleine in der Kirche.

³Über die Realität und Folgenotwendigkeit, daß Gott den Menschen auch bestraft, schreibt Thomas von Aquin schon in seiner Summa contra Gentiles. Das zu sehen ist unverrückbarer und logischer Bestandteil des katholischen Glaubensgebäudes, und wurde zu allen Zeiten auch - zu Recht! - geglaubt. Bis ... wir im 20. Jahrhundert anlangten, wo natürlich alles anders war, und wir Wissen hatten, wie es noch nie in der Menschheitsgeschichte dagewesen war.


*240720*

Mittwoch, 29. Juli 2020

Entsühnung als Geschichte simulierendes Drama (1)

In der Zustimmung zur Maskenpflicht zeigt sich auch das Grundschema des "Sündenbocks" als Reinigungsmechanismus. Der natürlich nur psychologisch wirkt, nicht in der Tiefe des Seins, also gar keine wirkliche Wirklichkeit hat, aber im "Erleben" wirkt.

Denn man will "an irgendetwas leiden", um durch diesen Archetyp die große Angst, die große "Schuld" (jede Bedrohung ist auch eine Form von Schuld) zu bewältigen. Je größer das erfahrbare Leiden, desto mehr glaubt man an seine entsühnende Kraft. Deshalb glaubt der VdZ auch, daß noch mehr solcher Sühneakte kommen werden.

Die Impfpflicht (sogar trotz, ja ... WEGEN der ungewissen Nebenwirkungen, was als Dräuendes die Sühnekraft noch deutlich erhöht) wird schon deshalb kommen, entweder direkt oder als Notwendigkeit, weil das Leben sonst viel zu eingeschränkt würde. Das Ampelsystem bereitet genau das bereits vor, in dem bezirksweise Vorsichten und individuelle Maßnahmen (bis zur Quarantäne) vorgeschrieben werden.*

Ja, es zeigt sich in diesen Pflichten, die sich vorerst "nur" als Maskenpflicht (und Abstandsregelung) äußert, sogar das Wesen der Kollektivschuld! In der irrationalen, längst absurden, auch deshalb immer aggressiveren Art, in der - übrigens und auch das nicht zufällig: vor allem bei beziehungsweise durch Frauen, die nicht einmal mehr den Anschein von Vernunft und Kultur suchen (Vernunft wird durch irrwitzigstes "Expertentum" ersetzt - da gibt es dann sogar "Experten für Laktatvirologie", weil eine Frau in Panik geriet, sie würde durch das Stillen ihr Baby mit Corona verseuchen), stattdessen jede Grenze der Höflichkeit sprengen, und sich in einer Primitivität zeigen, die auch den VdZ bereits erschreckt hat, weil ihm Furien entgegengesprungen sind - diese Pflicht zur Maske von allen, also ZUERST vom anderen (!) einzulösen verlangt wird, ist das sichere Gefühl erkennbar, daß es ums Ganze geht. Um ein Ganzes, das nicht mehr in Gottes Hand liegt, sondern von uns selbst bestimmt wird. 
Kommen wir somit zur Frage: Warum wird in diesen Tagen in Österreich (und europaweit) die Pflicht zum Tragen von Masken (euphemistisch "Mund- und Nasenschutz" genannt) wieder verschärft? Die Antwort heißt sicher nicht: Wegen der Gesundheit. Denn die Maskenpflicht ist in jedem Fall eine Ersatzhandlung, sie ist in sich und als "Gesundheitsmaßnahme" sinnlos. 
Als sinnloser Akt inmitten einer sinnlosen Gesamtsituation. Denn Sinnlosigkeit kann nur Sinnloses hervorrufen.
Alles Begründen durch öffentliche Stellen, das von so vielen übernommen wird, ist nur abstraktes, posthoc rationalisierendes Gerede. Es gibt einen apriori-Grund. Es ging von Anfang an um etwas anderes - es ging um einen Ersatzkult. Und die Bösen wissen und wußten viel besser als die Katholiken (wir gehen darauf noch ein), wo der neuralgische Punkt war, wo der Hebel anzusetzen ist: Beim Kult. 
Denn hier erst, und in diesem Horizont, spielt die Maske ihre Rolle. Es ist eine Schlüsselrolle im Menschsein, das ein Menschsein vor Gott ist. 
Und die Zustimmung dazu, noch dazu in einer Situation, wo niemand mehr von einer Epidemie sprechen kann, wenn eine war, dann ist sie vorüber, ist nicht sachlich begründet. Es ist die Zustimmung zu einer Haltung. Deshalb kann und muß man darauf eingehen: Auf die Symbolkraft und -wirkung der Maskenpflicht.
Selbst wenn der VdZ das mancherorts zu hörende Argument der "Verhinderung des Persönlichen", weil das Gesicht weggeschlossen sei, und weil der andere nunmehr zur abstrakten Bedrohungsmasse aus Viren und Tod wird, für ein Verlegenheitsargument hält. Selbst wenn Ihrem Sohn oder Ihrer Mutter oder Tante, werter Leser, das Gesicht weggeschlossen würde - werter Leser, stelle er sich die Frage, warum er alle sie (und auch neu Begegnende) dennoch ERKENNEN würde.

Warum er dennoch, trotz Maske, in ungeheurer Breite und Fülle mit den Nächsten kommunizieren könnte. Oder glaubt der Leser, daß in Kulturen oder Gesellschaften, in denen das Gesicht unter Masken (und Schleiern, wie es auch bei uns immer noch Sitte ist und war) verborgen, mit künstlichen, oft enorm aufwendigen Verzierungen verändert, verborgen, teilverborgen etc. etc. wird, weniger kommuniziert würde? Sodaß die Maske manchmal nicht nur gar nicht verhüllt, sondern manches sogar erst sichtbar macht? Weiß er, daß sogar der Begriff "Persona" im antiken Griechenland synonym mit Maske verwendet wurde, weil der Einzelne immer durch eine Maske erst er selbst wird?

So einfach ist das alles nicht. Das Wirkliche ist nicht nur unsichtbar, es ist auch über alle fleischliche Gestalt hinweg erkennbar, wird vom Fleisch nur verkündet, wie im Blick durch ein Fenster. Und die Maske lenkt und färbt und umtönt den Blick. Das zeigt sich auch in der sehr rasch einsetzenden Gestaltung als Modeaccessoire, mit der die Maske sogar "chique" und "individuell" wird. Der VdZ hat sogar schon durchaus hübsche Zusammenstimmungen mit Krawatte und Hemd gesehen. (Und er selber hat ja gleich zu Beginn sein "Modell für den Pfeifenraucher" vorgestellt.)
Deshalb ist das Einzige, das man von der Maske annehmen darf, deren Funktion als Gessler-Hut, als prinzipielle Zustimmung zur Unterdrückung - als Accessoire der Fügsamkeit. Und mehr ist auch nicht verlangt, genau darum geht es - wir werden unten sehen, warum. 
Sie hat symbolischen Wert! Und INSOFERN ist sie Ausdruck der Persönlichkeit: Als Zustimmung, als Eingeflochtenheit in ein System der Unterdrückung. Als eines Systems, das dem Volk die Gesundheit UND die Vernunft aus der Hand nimmt. Das aus Personen Marionetten des Staates macht. 
Als Persönlichkeit aber (siehe unter anderem Romano Guardini) hat sie ihre liturgische, also kultische Bedeutung. Deshalb spielt die Maske in den Kult, deshalb ist sie kultbedeutend. Weil es der Kult ist, der den Menschen formiert. 
Weil es die Architektur des Kultes ist (also alles Fleischliche, alles was dinghaft im Kult präsent ist, was ihn ja überhaupt erst zum Kult macht: Das Konkrete, das im Kult ex opere operato (neben dem ex opere operando, das ist in dieser Gedankenreihe nicht bedeutend) - das Reale ist!) die Rhythmik vorgibt, der die Anwesenden zustimmend teilhaftig werden, und aus der heraus der "mitgenommene" Himmel, die Gnade, das Geschenkhafte also, in die Welt hinein formierend wirkt.
***

Einschub "Volk vor Gott - Warum ein Kult öffentlich sein muß" am 5. Tag
***

Darum geht es also. So gut gemeint andere Argumente sein mögen, die dem eigentlichen, eher instinkthaften Impuls - der Ablehnung der Maskentragepflicht - beistehen und in welthafter Konkretisierung zum Durchbruch verhelfen wollen. Einander erkennen aber, mit Gesten umfänglich zu kommunizieren kann man auch mit ihr.

Nur - darum geht es bei der Maskentragepflicht gar nicht. Und dort liegt der Grund für die ungeheure Aggression, mit der die Maskentragepflicht einerseits verordnet, anderseits angenommen und verbreitet wie verteidigt wird.

Morgen Teil 2) Der Ersatzkult - 
Die Maske als Greuel der Simulation von Sühne 



*240720*

Dienstag, 28. Juli 2020

Angst, das Herz würde aufhören zu schlagen

Der VdZ hat aus seiner Lebenserfahrung den festen Eindruck gewonnen, daß ein gelungenes Familienleben, ja ein Leben überhaupt (sic!) nur dort gelingt, wo die Frau dem Gefüge, in dem alle Teilnehmer eines Verbandes stehen, eine feste Lebensordnung vorgibt.

Diese ist zwar nicht von ihr "erfunden", sondern diese ist von ihr VORgefunden, ist nämlich der Gesamttakt der Schöpfung überhaupt, wie ihn die Sterne, die Tagesrhythmen, alle Rhythmen überhaupt "haben" und damit allem vorgeben. Weil das Ganze es ist, als Gesamtheit, das allen Teilen ihren Takt gibt, ihren Ort zuweist, der wiederum von der Erfüllung ihrer Eigenheit abhängt.

Die Frau muß also Takt und Rhythmus haben, der sich sogar im Tanz in seiner Wesenswirklichkeit beweist. Den also der Mann schon gar nicht "erfindet", sondern wo der Tanz nicht gelingt, wo die Frau den Rhythmus nicht als eine Grundfrequenz des Bewegens aller schlägt, wie ein Metronom, das alle hinweist und verweist.

Seit langen Jahrzehnten, ja vielleicht sogar (schleichend) Jahrhunderten, hat die Frau aufgehört, zu schlagen, dieses Herz zu sein, in dem sich alle rhythmisch bewegen. Während der Mann einerseits wartet, und andererseits nun vorzugeben versucht, was ihm fehlt.

Man muß den Eindruck gewinnen, daß Mann wie Frau auf diesen Rhythmus warten. Den die Frau einerseits verweigert (oder zu verweigern gezwungen wurde und wird, das ist dabei die Frage), auf den der Mann andererseits wartet, und zwar VON DER FRAU erwartet. Diese wiederum wartet AUF DEN MANN, als gäbe es keinen Rhythmus, keinen Lebenstakt AN SICH. Als Schwingen und Wabern der Gesamtordnung des Kosmos.

Wie oft hat der VdZ gesehen, wie in einer Lebenssituation keine Ordnung entsteht, alles ungeordnet und gespannt wirkt, weil die Frau keine Ordnung isset, also darstellt, und für alle darbietet, sodaß jeder darauf Platz findet und einsteigen kann. Sich selbst bewegen lassen kann. Keine Ruhe findet sich dort, keine Gelassenheit findet sich dort, kein Leben kann sich formieren. Obwohl all das sich zu bilden versucht, aber sich einfach nie zu einer Ordnung zusammenfügt.

Und oft hat der VdZ den Eindruck, daß sich seit Jahrzehnten und immer mehr die Frau weigert, dieses Seins zu sein, sozusagen, an diesem Herzschlag teilzunehmen, und ihn anderen anzubieten. Die Frau verweigert das Muttersein, will gar "nicht mehr gebraucht" werden - um sich gleichzeitig dann darüber zu beklagen! (So ist der Ruf nach "mehr Frauen in Männerbereichen" auch zu verstehen, so artikuliert er sich sogar.)

Dafür wandern viele Männer in diese Bereiche ab, und versuchen bis über alle Grenzen der Lächerlichkeit hinaus, sich selbst dieser Rhythmus zu sein, den sie in der Frau nicht finden und erhalten. Ohne das je zu können, weil sie selbst ihn bräuchten, diese vorgefundene Ordnung bräuchten, die sie welthaft zu machen versuchen, weil ihnen die Basis zu ihrer Lebensaufgabe fehlt.

Die Frau will nicht Mutter, der Mann nicht Vater sein, darauf läuft es hinaus. Sie will nicht "Gouvernante" sein, sie will dem Mann nicht "Mutter" - als Urbild der menschlichen Basis, als Lebensgrundlage von allem! - sein, sondern gleichberechtigte Partnerin (oder was? es ist undefinierbar, außerhalb der Mutterschaft, natürlich auch außerhalb der Vaterschaft, was ein Mann denn ist und sein soll, denn allem "ich-sein" oder "ich-will-ich-sein" fehlt, das, was dieses ich überhaupt ist oder sein könnte.

Schlimm die Frauen, die Männer, die nie ihre Mutterschaft oder Vaterschaft gefunden haben. Bildhaft, mit realen Kindern also, oder (und) in übertragenem Sinn. Als Mutter eines Mannes, einer Organisation, einer Körperschaft, als Vater aller dieser, die sich nur auf dem Leib einer Frau, gewissermaßen, auf ihrem mütterlichen Körper, aus diesem, aufrichten kann. Weil alles Geborenwerden das Geborenwerden aus einer Mutter ist.

Sodaß der Mann auch immer diese Geburtshelferin, diese Mutter braucht, ob in Form einer realen Frau, ob in einer Muse, ob in der Gottesmutter.

***

Die Bedeutung der Gottesmutter (und der Kirche, die diesen Rhythmus des Lebens aller Getauften vorgibt beziehungsweise repräsentiert! nicht herrisch, sondern weiblich-selbstverständlich!) ist darin zu sehen. Und die tiefe Anhänglichkeit und Verehrung, die sie von den Menschen erfährt. 

Wo der Mann somit (und kann man das heute nicht tatsächlich überall, wirklich überall beobachten?) die Aufgabe der fehlenden Frau zu ersetzen versucht. Mahlzeiten vorgibt, täglich neu vorgeben muß, weil sie sonst gar nicht stattfinden (mit dem unerträglichen Standardsatz: "Wollt ihr etwas essen?" oder "Warum habts Ihr nichts gesagt, ich hätte Euch ja etwas gekocht!"

***

Während das Leben völlig entgleist, wo und weil es einfach keinen Tritt findet. Und sich so in einer seltsamen (aber so logischen) Doppeleigenschaft aus ständiger Gespanntheit (wie es jeder Organismus ist, der nicht richtig im Takt bewegt wird beziehungsweise sich im Takt bewegt), und völliger Lethargie (wie alles, was nicht in seiner Natur lebt, und ohne Spannung zu keiner Entspannung findet, aber katatonisch zu erstarren beginnt).

Wo Mann und Frau ihren Ort gefunden haben, also in dieser Hierarchie des Taktes leben, den die Frau gewissermaßen repräsentiert (aber nicht auf die Art des Mannes "bestimmt", sondern einfach "isset", also ist in Tätigkeit), in welchem Rhythmus und damit Ruhe und Gelassenheit der Mann seine Weltaufgabe erfüllt, kann das Leben gedeihen.

Das zeigt auch die Widernatürlichkeit von Corona-Maßnahmen durch die Regierung. Staat ist gleich der Männlichkeit, nicht der Bestimmer einer alltäglichen Lebensordnung. Wo er das tut, übernimmt er wie im Alltag die Männer eine Agenda, die nicht die seine ist. Als würde er dem Volk nicht trauen, als wäre das Volk abwesend, als würden beide, Volk und Staat, Volk und Regierung, aufeinander warten, und keiner seinen wirklichen Ort mehr finden.

Der Staat übernimmt, sozusagen, wo die Frau fehlt. Man sollte diese Zusammenhänge genauer beobachten. Ob nicht die Ausuferung des Staates, wie wir sie heute beobachten, seine Ursache darin hat, daß die Frau aufgehört hat, nach und nach, im Takt zu schlagen. Wo die Geschichte deshalb von Männern so dominiert wurde, weil diese Angst hatten, das Leben würde seinen Takt verlieren, das Herz der Welt nicht mehr schlagen. Aus der Erfahrung von "starken Männern", die nur deshalb so auftraten, weil sie in ihrer eigenen Lebensgeschichte, ihrer eigenen Kindheit und Familie eine gefährdete Frau erfahren haben. Die nicht zur Ruhe ihrer eigenen Natur gefunden hat.



*240720*

Montag, 27. Juli 2020

Mehr Kinderlähmung, bitte!

Wir wollen uns gar nicht erst mit der Behauptung auseinandersetzen (der wir nicht wenig Glauben schenken), daß es keinem einzigen Impfstoffvertreter bisher gelungen ist ordnungsgemäß nachzuweisen, daß sein Impfstoff tatsächlich gegen die jene Krankheit schütze, gegen die zu schützen behauptet wird.

Wir wollen uns nur mit einem kleinen Streit auseinandersetzen, in dem versucht wird, einer Behauptung eines renommierten indischen Magazins, daß es einer Studie zahlreicher indischer Ärzte nach zwischen 2000 und 2017 496.000 Kinder gab, die von Kinderlähmungserscheinungen schwerstens geschädigt wurden. Schädigungen, die DURCH die von einer Gates-Stiftung oder einer mit dieser verbandelten Institution über Indien herniedergesenkt wurde. Es gibt strenge Indizien dafür!
Nicht irgendwo auf der Welt hat Polio selbst in so einem Zeitraum derartige Schäden bewirkt. Es gibt eine hoch signifikante Korrelation zwischen der Durchimpfungsaktivität mit dem Vaccin OPV und dauerhaften, schweren Krankheitssymptomen (Kinderlähmung) bei Kindern in Indien. 
Diese Symptome sind exakt in dem Maß gestiegen, wie die Durchimpfungsrate stieg. Der Grund, warum Indien seit 2014 (sic!) offiziell poliofrei ist, liegt also sehr sicher in ganz natürlichen Phänomenen, wie sie einen Epidemieverlauf kennzeichnen. Es kann keinen Grund mehr geben, aus egal welchen Gründen Impfungen aufrecht zu halten. Die 496.000 gelähmten Kinder sind ZUSÄTZLICH zum üblichen Epidemieverlauf und nur in Zusammenhang mit Impfungen gezählt worden.
Die Behauptung wurde natürlich häufig angegriffen und als übliche Verschwörungstheorie auf übliche Weise derangiert. Die Studie selbst freilich ... bleibt unwidersprochen.

***

Vielleicht Fake News und Erfindung, vielleicht aber auch nicht. Es betrifft die WHO (diesmal war es also nicht Bill Gates, wenngleich auch der diesbezüglich genug seltsame Äußerungen gemacht hat). Die schon lange und recht offen über die Kombination von Empfängnisverhütungs- (beziehungsweise Abtreibungs-) und (Tetanus-)Impfstoffen gesprochen hat. Nun wird behauptet, daß genau das in Kenia und auf den Philippinen seit den 1990er Jahren angewandt worden ist.

Die kenianische Bischofskonferenz hat sich seit Jahren deshalb echauffiert und die Einstellung dieser Programme gefordert. Die Kombination von Tetanusimpfstoffen mit Empfängnisverhütungsmitteln (eigentlich hier: Abtreibungsmitteln, denn der Körper der Frau reagiert auf die sich einnisten wollende, befruchtende Eizelle wie gegen einen Krankheitserreger) ist aber - wenn diese Behauptung denn wahr ist - bis heute schon millionenfach angewandt worden.

Denn es ist einerseits durch Untersuchungen und Feldanalysen (beziehungsweise der deutlich höheren Raten an Fehlgeburten bei geimpften Frauen) so naheliegend, daß man davon ausgehen könnte: Die WHO hat in Kenia und auf den Philippinen mit ihrer Tetanus-Impfkampagne, die sich vor allem an Frauen zwischen vierzehn und neunundvierzig Jahren wandte, die verdeckte Co-Anwendung von Empfängnisverhütung ausprobiert.

Aber es gibt auch gegenteilige Untersuchungsergebnisse, auch durch Analysen der Impfstoffe, die seit Auftauchen (sic!) dieser Behauptungen verwendet wurden, die das nicht bestätigen. Und so geht der Streit seit Jahren an. In der Folge hat die Bischofskonferenz den Frauen Kenias jedenfalls vorsorglich einmal abgeraten, sich an der Tetanus-Impfkampagne der WHO zu beteiligen.





*220720*

Sonntag, 26. Juli 2020

Den Himmel bestürmen

Am 19. Juli 1943 wurde Rom schwer von amerikanischen Bombern heimgesucht. Dabei wurden vor allem Wohnviertel getroffen. Es gab über dreitausend Tote. Als die Angriffe vorüber waren, ließ es sich Papst Pius XII. nicht nehmen, sofort in einem Auto in die betroffenen Viertel zu fahren, um die erschütterte Bevölkerung wieder aufzurichten. 

Vielleicht ist es Legende, vielleicht wahr - er verteilte auch spontan im Vatikan aufgetriebene Bündel von Bargeld an die Notleidenden, denn wer schnell hilft, hilft doppelt. 

Wahr ist aber, was das Bild so erschütternd darstellt: In einem großartigen Akt der Himmelsbestürmung, der den Priester als das begreifen läßt, was er ist, Mittler zwischen Himmel und Erde, flehte der Papst zu Gott, und hob buchstäblich die so schwer verwundete Welt vor den göttlichen Thron.




*230720*

Ein Blick in die Realität der Welt

Jedes in der Welt stehen ist ein Begegnen, ein Beziehen auf. In einer Art Dreieck vorstellbar, das die Dynamik der Dreifaltigkeit symbolisiert, steht der Vater, die Idee, das Wissen, in einer liebenden, hauchenden Geistesbeziehung zum Sohn, dem Konkreten, der Emanation in der Welt und damit als Welt. 

So (weil diese Dreifaltigkeit die Struktur von allem ist, was ist, allem Seienden somit, auf allen Ebenen, in allen Dimensionen) ist jedes in der Welt sein des Menschen auch ein ständiger Zyklus aus dieser Dreiheit: Reinigung - Erleuchtung - Vereinigung.

Jede Beziehung steht somit, nach der ersten Reinigung, die die Augen klar macht (und zu großen Teilen aus der Kollision der Orte der Begegnung/Beziehung zu einem anderen entsteht, die in ihren Willensmomenten als in die Welt gestreckten Hand=Handlungs-Fragmenten aufeinanderprallen), in ihrer zweiten Phase in der Tatsache, daß sie mehr und mehr erkennt, wie und was und wer der andere im Detail ist.

Das ist der nächste Hürdenpunkt, der springende Punkt, ob etwas sich weiter entwickeln will oder nicht. Um sich zur nächsten hellen Gestalt zu ringen. Und es ist ein Ringen zu dem Punkt, den anderen als Ort, als Gesamtgestalt wieder zu gewinnen, ihn also wieder als Person einzusetzen, nicht als Funktionenbündel zu sehen, in dessen Details man sich verloren hat. Denn Reibung entsteht immer im Detail.

Immer geschieht dies in dieser "querstehenden" Dreieckswirklichkeit des In-der-Welt-Stehens, dem Dreieck der Dreifaltigkeit. Das über allem errichtet ist, das alle von ihrem Innersten her bestimmt.
"Der Jesus-Punkt" - Dreifaltigkeit als Archetyp von Welt und Wirklichkeit

Der (personale!) "Jesus-Punkt" in dieser Dreifaltigkeit ist der (personale) Punkt, an dem die Welt anprallt, an dem dieses "göttliche Dreieck" (Gott verzeihe mir diese technische, für ihre Wirklichkeit zu bildhafte Ausdrucksweise) aufsetzt. Sie ist der Geburtsquell der Welt - in der Eucharistie - das liturgische Opfer - in der sich in der Liturgie, diesem realen Geschehen (was nicht in der heiligen Liturgie ist, ist in keiner Weise real), Himmel und Erde berühren, wo sich der Himmel der Erde öffnet. Ohne diese Verbindung des irdischen Seienden mit dem Sein selbst vergeht die Welt.

In diesem Punkt liegt alle sittliche Haltung, die Selbstüberschreitung (weil das Sterben) auf den personalen Vater (in dem das Wissen, die Idee, die Vorsehung liegt) hin, die für jede Wirklichung entscheidend ist.

Denn alles Seiende (jeder dieser gewissermaßen Dreieckspunkte) liegt (als Ort) in Gottes Willen und Schaffensmacht, nicht in unserer. Wir können nur teilhaben daran, und im Maß der Reinigung (erster Schritt) Gottes Willen durch uns wirklichen - also in Liebe.

Und in dieser inneren, geistigen Dynamik agiert und somit reagiert alles, und erst gar das Personale (Menschliche als Gottebenbildliche).

So wird die Welt in die Wirklichkeit Gottes, in die göttliche Dreiheit hineingenommen, weil sich diese Göttlichkeit in den Dingen (Menschen) abbildet. Das gilt apropos für die Dinge generell, nicht nur für den Menschen, bei diesem freilich in der Dimension des Geistes, in der er sich bewegen - weil entscheiden - kann. Somit ist die Freiheit auch die entscheidende Wirklichkeit des Menschen.

Nur durch sie ist er auch geistig, beziehungsweise nur in ihr.

So läßt sich aus allem das Mögliche (Potens als "die Idee aus dem Vater", dem Wissen, dem Reich der Ideen, der Ordnung in Gott, also der Vorsehung) zum Seienden wirklichen.



*220720*

Samstag, 25. Juli 2020

Ersatzformen der Freiheit

Dieser Beitrag baut auf einem Artikel aus dem Jahre 2013 auf - wie die Zeit vergeht! Als wäre es erst gestern! Auch inhaltlich sind die sieben inzwischen vergangenen Jahre ohne Belang. Nichts an der Aussage ist weniger frisch, und das heißt: weniger notwendiger Faktor in jenem Sprachraum, der sich "öffentlicher Diskurs" nennt. Und an dem jeder teilhat, jeder. Ob er nun Medien konsumiert oder nicht. Denn keiner ist alleine, jeder ist im Rahmen eines sozialen Raumes zu sehen.

Was die Brutalität und Unmenschlichkeit des Lockdowns, den wir erfahren haben, erst so richtig deutlich macht. Nur wer fern der Vernunft ist, kann so etwas überhaupt ersinnen und verhängen.

Ein Problem das vor allem dadurch entsteht, daß, wie Étienne de la Boétie in dem kleinen Büchlein "Von der freiwilligen Knechtschaft" (engl. "Politics of Obedience") etwa im Jahre 1550 sagt, die Führungsschichte eines Landes immer klein ist und in sozialen Sonderbedingungen lebt, die sich von denen der von ihnen Beherrschten grundlegend unterscheidet. Wollte das Volk nicht, wäre kein Herr stark genug, um es zu beherrschen. Aber ... das Volk kuscht, denn der Normalbürger ist feige. Seit je. Aber ist es nur Feigheit? Nein. Es ist schlicht Desinteresse, Indifferenz, die der eigenen Freiheit entgegengebracht wird.

In seiner entschiedenen Gegnerschaft zu Machiavellis Staatsschriften, in denen erstmals der Staat als Maschine betrachtet wurde, als Apparatur, die zu bedienen und zu beherrschen ist, stellt sich deshalb de la Boétie, der ein enger Freund von Michel de Montaigne war, vehement gegen diese menschenverachtende Auffassung. Die die endgültige Trennung des einst (wie immer und überall!) familialen Zusammenhangs von Herrschaft und Volk in dieser Zeit endgültig und völlig auseinanderreißt.

So sehr auseinanderreißt, daß anarchische Grundstimmungen wie die von de la Boétie entstehen. (Heute nennt man das "zivilen Ungehorsam".)

Eine allgemeine Haltung und Stimmung der Unterwerfung entstand, die er hellsichtig als die kommende Weise sieht, in der Politik gehandhabt und betrachtet werden wird. Und er hatte völlig recht. Das Zeitalter des Absolutismus ist dabei nur scheinbar in eines der aufgeklärten "Volksgesellschaften und -staaten" übergegangen - beides sind nur andere Formen ein- und derselben unmenschlichen Art der Staats- und Volksbetrachtung. Diese zerstört die Essenz des Menschseins, die Freiheit, in ihrer Wurzel, und muß umso mehr von ihr und der Vernunft, ihrem Medium, sprechen, und wird weil muß Täuschungs- und Ersatzformen anbieten.

Giorgio Agamben vergleicht diese Haltung als die des bloßen Bewahrens des "nackten Leibes". Menschsein wird nur noch damit verknüpft. Alles andere ist disponibel und dem Bürger abzusprechen. Dem es damit wie dem KZ-Insassen geht. Auch der hat schließlich seinen Lebensanspruch auf das nackte Überleben reduziert weil reduzieren müssen, und das hat ihn dem KZ-Personal gegenüber sogar weitgehend unangreifbar gemacht. Was hätte man ihm noch nehmen können, außer das nackte Leben? War der nicht schon glücklich, wenn man ihm das blanke Brot gab?

Was bleibt uns bei einem Lockdown, wie wir ihn erlebt haben und mit dem die Politik genau das macht: Uns aufs blanke Überleben reduzieren. Oder damit auf eine Weise droht, die nicht nur unverschämt, sondern die einfach nur noch empörend ist. Sebastian Kurz wagte es erst dieser Tage tatsächlich, bei der neuerlich auferlegten, umfassenden Maskenpflicht von einem pädagogischen Sinn zu sprechen: Die Maske würde die Aufmerksamkeit der Menschen wieder mehr fokussieren! Das läßt sich ein Volk von einem Rotzbuben (und seine Kollegen sind vom selben Kaliber) gefallen, ja begrüßt das auch noch!

Dabei ist die Maske selbst unter strengsten medizinischen Aspekten dermaßen fragwürdig, daß sie sogar von vielen Medizinern als kontraproduktiv eingestuft wird. Und die per Strafe verhängten Anwendungsregeln sind dermaßen a-vernünftig und willkürlich, daß einzig Verwirrung (als "allgemeine Aufmerksamkeitshaltung", die aber von niemandem wirklich in richtiges Verhalten umsetzbar ist, weil es keine vernünftigen Kriterien GIBT) die Folge ist. Das ist wohl gewollt.

Anstatt über Menschenwürde und Freiheit zu diskutieren, diskutieren wir (beziehungsweise die meisten) jedoch weiter täglich über "Fallzahlen", "Infektionsraten", als ergäbe sich das eine notwendig aus dem anderen, als hätte das eine mit dem anderen zu tun. Wechselweise. Die von (unseren) Steuergeldern gekauften Medien sorgen schon dafür, daß das auch so bleibt.

Aufklärung tut not

Aufklärung kann heute nicht mehr heißen, „Befreiung der Vernunft aus ihren Täuschungen, sondern Befreiung von der Täuschung, welche die Vernunft selbst ist."
Und Vernunft als solche wäre dann Täuschung, wenn sie nur vorgeben könnte, aus sich auf ein Ganzes von Einsicht orientiert zu sein und dann auch durch sich aus dem Inbegriff von Täuschung befreit sein zu können."
(Dieter Henrich)


Es gibt sie nicht, die weltimmanente "objektive" Vernunft. Sie ist aus dem Ganzen eines Menschen, aus seiner Subjektivität, aus dem Antwortsein auf die Begegnung mit der Welt, nicht herauszulösen. Und sie ist damit nicht von der Grundhaltung eines Menschen zu trennen. Es gibt also keine Vernunft außerhalb der Wahrheit, die selbst personal ist. Entscheidung zur Vernunft kann also nur eine personale Entscheidung sein. Nicht das ist gefährlich, sondern gefährlich ist zu meinen, es gäbe eine nicht-personale Wahrheit einer technischen, maschinellen Objektivität, die vom Personalen zu trennen sein könnte, die keine personale Qualität hat. Es gäbe Information, die nicht eingeordnet wäre in eine Gesamtsicht und -haltung zu Welt und Wirklichkeit. Die nicht auf philosophischen und noch zuvor religiösen Vorentscheidungen beruhte. Solche Informationsverarbeitung wäre leeres, sinnloses Formalspiel, wäre es überhaupt möglich. Denn schon die Entscheidung, was überhaupt Information IST, ist nur von einer Gesamtsicht her möglich.

"Vernunft ist nur Werkzeug, sie bedarf eines vorgängigen „Ganzen“, auf das sie sich richtet, mehr noch: von dem und an dem sie selbst ausgerichtet wird. Der biblische Gott wird so zum befruchtenden Wider-Stand der Vernunft.


Christentum wird als Unruhe in der diesseitigen, immer gleichförmiger, immer antwortloser werdenden Kultur verstanden. Denn die Vertröstung auf das Diesseits wirkt nicht mehr; seine Schalheit ist zu offenkundig. Die allenthalben wuchernde Religiosität, [...] und die neuerdings dagegen auftretende, sich „naturwissenschaftlich“ gebende Religionskritik greifen ineinander wie Räder eines leerlaufenden Zahnrads. Daß es eine 3.500 Jahre erprobte Überlieferung gibt (Altes und Neues Testament zusammen gesehen), die gegen die Götzen (der Selbstanbetung, der Dämonie im Menschlichen, der „Naturmächte“) einen wirklichen und wirksamen Gott stellt, scheint heute eine neue Botschaft zu werden."

(Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz)


*220720*

Freitag, 24. Juli 2020

Erinnerung

Manchen Leser mag das erstaunen. Diese Aufnahme zeigt die Literatengruppe WIDDERHAKEN, die der VdZ seinerzeit in Amstetten zusammen mit einer Reihe von Kollegen gegründet hatte. Sie bestand von 1982 bis 1984, und in deren Rahmen wurden Lesungen etc. durchgeführt. Die sogar erstaunliche Resonanz fanden. Damals befaßte sich der VdZ (im Bild mit dem Kind am Arm, seiner ältesten Tochter Julia) mit Lautmalereien und ganzheitlicher Sprachphilosophie, was nicht überall auf Verständnis stieß, ja sogar so manche Ablehnungsgeste hervorrief.



*220720*

Donnerstag, 23. Juli 2020

Weil die Impfnadel die Personsgrenze durchstößt

Was James Corbett hier anregt ist ein Nachdenken über das Recht auf "Unverletzlichkeit des eigenen Körpers". Jene Schwelle also, wo eine Gewalt- oder Verbrechenstat geschieht. Nicht sonst unterscheidet vor allem ein scheinbar gleiches Geschehen, das in einem Fall ein Gesetzesverstoß, eine Straftat ist, im anderen eine gelungene Operation oder sonstwie akzeptierter Eingriff als Unterwerfung unter die Veränderungsmacht eines Anderen. Eine Frage, die besonders aktuell ist, man denke an Epstein, Weinberg und die "me too-"Bewegung", oder auch an "My body - my choice" und ähnliches.

In den USA ist das insofern virulenter, als das dortige Rechtssystem - der englischen Tradition folgend - ein "Fallrecht" ist. Das heißt, daß dort ein untergeordneter Richter unter Umständen bundesweit Kriterien setzen kann, indem er in einem Rechtstreit so oder so entscheidet. Das ist dann "Recht", das sich also nicht primär aus abstrakten Prinzipien ableitet, sondern dem Rechtsbrauch mehr Bedeutung beimißt. Wobei das europäisch-abendländische Konzept, das sich mehr auf abstrakte Kriterien bezieht, in der Realität nicht so weit weg vom anglo-amerikanischen ist, das nur nebenbei gesagt, und mehr wollen wir das nicht vertiefen.

Aber worum es Corbett, der einige exemplarische Fälle anführt, in denen sogar scheinbar lebensrettende medizinische Maßnahmen nicht durchgeführt werden DÜRFEN, wenn der Patient es ausdrücklich nicht wünscht, ist der Bezug auf das Primat der "Gesundheit um jeden Preis," das die Corona-Panik neu in den Mittelpunkt gestellt hat.

Denn wenn hier nun die "öffentliche Gesundheit" so in den Vordergrund geschoben wird, daß das individuelle Recht auf Unverletzlichkeit außer Acht genommen wird, indem nämlich eine Impfung per Gesetz verordnet wird, dann handelt es sich zumindest im anglo-amerikanischen Raum um einen schweren Verstoß gegen das Recht auf individuelle Unversehrtheit. Eine per Gesetz zwangsverordnete, gegen den persönlichen Entscheid durchgeführte Impfung ist somit nach anglo-amerikanischem Recht eine Körperverletzung!

Das europäische, also auch unser Recht sieht das natürlich anders. Es ist gewöhnt und geformt an einer stärkeren beziehungsweise veränderten Gewichtung des Gemeinwohls, das sich weniger an der individuellen Freiheit orientiert, sondern diese zugunsten eines Wohls "aller" (beziehungsweise des "anderen") außer Kraft sieht. 

Unsere Rechtssysteme sehen sich weit umfänglicher dazu berechtigt, zugunsten der Allgemeinheit persönliche Freiheitsrechte einzuschränken. Diesen Unterschied sollten wir nicht vergessen, wenn wir amerikanische Berichte über momentane Verwerfungen und Unruhen im gesellschaftlichen Organismus der USA und Englands sehen oder hören. 

Darin zeigt sich nicht zuletzt der Nominalismus der Protestanten, die Universalbegriffen weniger beziehungsweise keine Realität zumessen. Begriffe wie Volk oder Gemeinde sind dort bloße Gedankenkonstrukte, keine Wirklichkeiten. Deshalb ist das Gemeinwohl keine Frage der Politik, sondern diese richtet sich immer an den Individuen aus, denen als Söhne der Aufklärung Autonomie zugestanden wird. 

Ein plumper Trick, sozusagen, ein Trick des Kapitalismus, sozusagen, mit dem dem absolut gesetzten Recht des Stärkeren Tür und Tor geöffnet wurde. Aber auch das wollen wir gar nicht mehr vertiefen, dazu ist in diesem Blog bereits genug gesagt. Dem Leser sollte vielleicht nur mehr klar sein, daß diese Diskussionen (zum Beispiel auch bei Polizeirechten, etc. etc.) in England und USA einen anderen Hintergrund (auch im Rechtsempfinden) haben als bei uns. 

Auch die Black Lives Matter (BLM)-Agenden haben in unseren Ländern deshalb eine ganz andere, den Menschen in unseren Ländern gar nicht wirklich (nur virtuell, also per "Gedankenknopf") nachvollziehbare Gewichtung. Was die Demonstrationen, die an Empörungswellen für tatsächlich oder vermeintlich überbordende Polizeigewalt in den USA anzuknüpfen versuchten, um auch hier eine ähnliche Zerstörung der öffentlichen Ordnung zu erreichen, zu einer lächerlichen Veranstaltung machen. Die bei hiesigen Gemütern eher Befremdung, Verblüffung und Ratlosigkeit auslösen. Hiesige können nicht mal die Unterschiede in der Rechtsauffassung nachvollziehen. Die verwirrten Köpfe in unseren Ländern begreifen (vermutlich: weil kennen) die Mentalitäts- und Rechtsunterschiede nicht. 

Was auch die global agierenden Motivatoren solcher Erhebungen zu armseligen Gestalten macht, das nur nebenbei, die sich nicht vorstellen können, daß es eine andere Welt gibt als die in ihren Köpfen und Arschmuskeln.

Die auch völlig wirkungs- weil wirklichkeitslos verpufft sind. Denn bei uns muß man schon sehr nachdenken, wo man wenigstens annähernd ähnliche rassistische Problematik findet wie in den USA. Schon aus diesen Gründen, nicht nur weil unsere Volkskonstitution völlig anders aussieht, läßt sich erkennen, was für Plumpsköpfe alle die vermeintlichen Weltbeweger der Wallstreet und Hollywoods sind. Die Probleme aufgreifen und zu globaler Größe aufblasen wollen, die für den Rest der Welt gar keine sind. In den USA gibt es ja nicht einmal ein gewachsenes, organisches "amerikanisches Volk", sieht man von den Indianern ab, sieht man auch von einigen wenigen Gegenden ab, wo sich in zwei-, drei-, vierhundert Jahren, unter starkem Bezug auf die europäische Herkunftskultur tatsächlich "Volk" finden läßt. 

Umso bedeutender ist bei uns die Verankerung der rechtschaffenden wie -sprechenden Organe in einem absoluten Wert- und Seinshorizont. Wo das Recht somit nicht so einfach aus subjektivem Empfinden erwächst, sondern aus einer Anthropologie, die - wir sind das christliche Abendland! die Religion schafft Kultur! - auf einem abstrakten, meinetwegen "idealen" Wesen des Menschen aufbaut. 

Nur unter Bezug darauf kann es ein Gemeinwohl geben, das eine Berechtigung zu Eingriffen in die individuelle Freiheit sieht, die nach amerikanischem, also nach französisch-revolutionärem, also nach aufklärerischem Maßstab niemals gerechtfertigt sein können. 

Ein Maßstab, der wie meist völlig vergessen aus England, somit aus dem anglo-amerikanischem Raum stammt. Es waren englische Philosophen, die schon im 17. Jahrhundert die Grundlagen der Aufklärung und der französischen Revolution ausgearbeitet haben, sie war eine aus dem anglo-amerikanischen Raum IMPORTIERTE Angelegenheit. Die französische Revolution von 1789, die gegen jedes Volksempfinden lief, die nur von einer plakativen, exaltierten Minderheit zum Rausch gesteigert wurde (aus dem die meisten Franzosen wenige Jahre später aufwachten - das begründet Napoleon) wäre ohne die amerikanische Revolution von 1776 gar nicht denkbar und möglich gewesen. Thomas Jefferson hielt zum Beispiel in den 1780er Jahren umfängliche Vortrags- und Schulungsreisen in Frankreich ab.
Ein exemplarisches Verfahren aus dem Jahr 1904 zeigt das Dilemma des Liberalismus, dem die theoretische Kraft fehlt, der deshalb nur auf dem "Auf-den-Schuh-treten-"Prinzip beruht: Willkürlich wurde damals entschieden, daß "in manchen Fällen" denn doch das individuelle Recht auf Freiheit nicht gelten könne. Eine Aussage, übrigens, die es im Katholischen gar nicht geben kann. 
Aber es sollte nicht übersehen werden, daß sich dieser individualistische Ansatz auf fast merkwürdige Weise wieder mit dem katholischen Ansatz (jawohl, Impfgegnerschaft ist im Wesen katholisch, und die Bischöfe sollten sich einmal mehr in Grund und Boden schämen, weil sie davon nicht einmal etwas zu ahnen scheinen) zusammenläuft.

Der da sagt, daß es moralisch nicht erlaubt ist, bewußt Tode und andere Nebenwirkungen auszulösen, um eine virtuelle, mögliche Gefahr (z. B. durch einen Virus) zu bekämpfen. Die nur durch Prozentvergleiche besteht! Leben können und dürfen niemals in Zahlen, Quanten, Qualitäten abgewogen werden. Nach katholischem Ansatz ist es unerheblich, ob mit Impfung prozentuell weniger Menschen sterben, als ohne eine solche. Schon gar, wenn diese Impfung Wirkungen und Nebenwirkungen hat, die Menschen verletzen und sogar töten. Und das haben ALLE Impfungen.
Deshalb ist die Impfpflicht" auch nicht so einfach mit der Wehrpflicht zu vergleichen. Hier stolpert das US-Rechtssystem mit seinem individualistischen Freiheits-Ansatz auch, wo das ein ungelöster Widerspruch ist, den es (wie im Liberalismus so oft) halt einfach zu ertragen gilt. Nicht aber gilt das für das europäische Denken. 
Denn Wehrpflicht heißt nicht, eine bestimmte Menschengruppe SICHER dem Tod etc. auszuliefern. Jedes Impfsystem aber weiß SICHER (das heißt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit), daß eine bestimmte Menge oder Gruppe in bestimmter Konstellation sterben oder mit Folgeschäden beladen werden wird. Wobei die Wahrheit zu sein scheint, daß die Folgeschäden durch Impfung in den meisten (der VdZ glaubt: in allen) Fällen die Folgen aus einer wirklichen Erkrankung sogar quantitativ übersteigen.
Das Argument, daß MIT Impfung weniger Menschen stürben als OHNE ist KEIN ARGUMENT, das eine Impfung - egal welche - rechtfertigt! Wenn, dann kann eine Impfung bestenfalls durch die Person selber gewollt werden, um direktes Risiko zu verringern, wenn jemand denn der Meinung ist, dieses Risiko einer direkten, initiierten Krankheit in Kauf zu nehmen.

Womit wir es bei Impfungen aber AUCH zu tun haben, ist genau das Abschieben dieser individuellen Verantwortung auf ein völlig diffuses, "allgemeines", in jedem Fall von ANDEREN verantwortetes (und zu tragendes! wie trägt die Allgemeinheit aber ein solches?) Risiko. Womit die Verknüpfung des Impfthemas mit sehr grundlegenden Fragen nur noch deutlicher wird.

Denn damit wird erkennbar, daß der Wunsch nach Impfung dem Wunsch nach Paradies - das ANDERE zu schaffen und zu garantieren haben - entspringt. Also nicht nur irrational ist, ja nicht einmal der Entsittlichung und dem Kulturzusammenbruch entstammt, sondern ein Thema der Diktatur ist, zu der sich unsere Gesellschaften blind (weil ihr Leben im Rahmen der heutigen Irrtümer rational nicht mehr lösbar, also verzweifelt ist) entschlossen haben.




*210720*

Mittwoch, 22. Juli 2020

Ein markanter Dialog

Geht der VdZ sehr fehl in der Annahme, daß sich so mancher Deutschbürger wünschen würde, seine Polizei würde ähnlich markant auftreten wie dieser Polizist in einem Grätzel, das als Klein-Türkei in Wien bekannt ist. Und nicht wenigen Tschetschenen Bleibe bietet. Die (wie so manche anderen Migranten) ab und an in wilden Auseinandersetzungen und Massenschlägereien ihr Mütchen kühlen.

Gewiß nicht fehl in der Annahme geht der VdZ freilich, wenn er meint, daß die Reaktion der Polizeiobersten in unseren Ländern gleich sind und sein würden: Sämtliche in diese von einem Handybesitzer vom ersten Stock aus gefilmte Szene involvierte Beamte wurden suspendiert.

Vorerst das Skript dieses Dialogs. Der durch Anklicken des Links auf Twitter zu sehen ist. 

Was seltsamerweise darin aber nicht aufscheint ist am Filmchen zu hören: "Mochts an Schuach!" Ein entzückender Wiener Ausdruck, ähnlich dem berühmten "Schleichts Eich!", als mehr oder weniger höfliche, sicher aber eloquente, situationsgerechte und nachdrückliche Aufforderung, sich vom Acker zu machen. Und somit den Ort zu dominieren, an dem man selbst steht. 

Wer wollte nicht eine Polizei, die ihren Dienst nicht nur als Gesetzesstarre sieht, sondern auch und vor allem als Schutz der "Eigenen". Dem sie sich zugehörig begreift. Alle Gesetze entstammen einem Rechtsgefühl, das in einem Volk und an einem bestimmten Ort besteht. Mit dem sich die Polizei vor aller Gesetzestreue identifizieren sollte. Dann ist sie es wirklich, der "Freund und Helfer".

Dann wird auch und vor allem das Sicherheitsbedürfnis eines Volkes befriedigt. Das mit seinen Steuergeldern immerhin den Exekutivbereich, dritte Säule des demokratischen Staates, finanziert.

"Des is mei Land!" Dem gehöre ich zu. Das vertrete ich hier. Und deshalb weiß ich auch besser wie jeder, der diesem Volk nicht entstammt, wie seine wirkliche Rechtscharakteristik aussieht, und wie ich zu verfahren habe. Auch ohne geschriebenen Gesetzestext weiß ich deshalb, was HIER Recht und was Unrecht ist. 

Dieses Volk, freilich beherrscht von einer Elite, die etwas anderes will als das Volk selbst, verleiht deshalb diesem Ordnungshüter einen Orden samt Gutschein für eine Etrige mit Buckel. Er schützt tatsächlich die Bürger seines Landes.

Eine Verbundenheit, die die ÖVP, der Sebastian Kurz vorsteht, gezielt ausgeräumt hat, sobald sie an die Macht gekommen war. Durch ihre "Polizeireform"zu Anfang der 2000er Jahre. Die aus einer immer (!) regionalen, immer verwurzelten Gendarmerie und der - lokalen, regionalen - Stadtpolizei durch Zusammenlegung (heutige Trottel nennen schon notorisch Zerstörung "Reform") eine abstrakte, zentralistische Bundes- und Rechtsbehörde gemacht hat. 

Ein weiteres Verbrechen der Politik auf ihrem Weg, dieses Volk, diesen Staat ins Verderben und die Hölle zu reißen. Und eine typische Vorgangsweise einer Staatszentrale, die "ihre Völker" dominieren, nicht "regieren" will. 


 *200720*

Dienstag, 21. Juli 2020

Leitbild Patentscheißer

Aus dem September 2010 stammt dieser Beitrag, der den deutschen Politiker und Industriellen Walther Rathenau zitiert. Denkt man an ihn, so meist ohne die Widersprüche zu sehen, in die man ihn posthoc steckt. Die Farbe, in der er gesehen wird, ist durch seinen Tod (die Ermordung durch deutsche Nationale) zu fest geprägt um noch Raum für eine Sicht zu lassen, in der Rathenau als präziser Denker und Analytiker des kulturellen Zustands von Deutschland erkannt werden könnte.
Denn das ist er! Besonders bemerkenswert ist dabei, daß dieser Sohn des Mitbegründers der AEG, der als sehr vermögend bezeichnet werden muß, die zivilisatorische Entwicklung höchst kritisch gesehen hat. Zu sehr wird auf Technik gesetzt, das eigentlich Menschliche dabei kommt unter die Räder. Dabei ist gerade das jenes Kapital (oder jener Gründungsschaden), der diesem Land und Volk eine Zukunft gibt. Oder nicht. Das Umbrechen sämtlicher Lebensvorgänge in technische Abläufe erwürgt das Schöpferische. Ohne dieses aber kann kein Volk bestehen, oder sich gar entwickeln. Es degeneriert, allem technischen Fortschritt zum Trotz, ja gerade deswegen.

Die Technik schwächt den Menschen, wird sie zum ständigen Begleiter seiner Lebensgestaltung. Nicht nur verdunstet dabei sein Existieren, das ein ständiges Aktivieren der seelischen Kräfte im Hinausstrecken in die Welt ist (genau das versucht ja die Technik zu ersetzen), sondern sie prägt seine seelischen Strukturen nach ihrer Charakteristik. 

Läßt sich der Nutzen der Technik noch exakt beschreiben, denn sie bezieht sich ja auf die Erledigung konkret definierter Arbeit als deren Sinn, so wird einmal der Kollateralschaden, den sie anrichtet, meist gar nicht bedacht, und dann ihre indirekte Wirkung auf den Menschen, die auf einer ganz anderen Ebene liegt, völlig verdrängt oder gar nicht erkannt. Weil die Schäden durch die Anwendung von Technik aber mehrenteils eben auf einer anderen Ebene liegen,werden sie so gut wie immer auch in falsche Ursache-Wirkungs-Beziehungen gestellt. 

Oder wie heute, nach hundertfünfzig Jahren exzessiven Einsatzes von Technik in unseren Ländern, von einer Basis aus bewertet, die selbst bereits von den Gesetzen der Technik geformt ist und einen anderen Urteilskreis als den des spezifischen Nutzens gar nicht mehr kennt. So werden viele Schäden sogar noch als Vorteile und Errungenschaften gefeiert, weil nur ein spezifischer Nutzen gesehen wird.

Man denke an das linear-logistische Denken, das aus dem Funktionieren eines Computer-Software-Ablaufs die gesamte Denkstruktur eines Menschen zu bestimmen versucht. Sodaß mit dieser Technik Betraute in der Regel gar nicht mehr in der Lage sind, ihre Entscheidungen in einem größeren Rahmen als in dem von Abläufen, zu denen sie die gesamte Welt "machen".

Die Technik, die uns mittlerweile fast zur Gänze umgibt (welche Lebensabläufe gibt es noch, die NICHT von der Anwendung von Maschinen oder Ablaufschienen bestimmt sind?) prägt mittlerweile nicht nur gefährlich unsere gesamte Weltsicht, sondern sie hat das Denken unseres gesamten Kulturkreises ruiniert. Das nicht mehr den Rückschluß auf die wirkliche und gesamte Wirklichkeit sieht und sucht, sondern nur noch lineare und mehr oder weniger reduzierte Logikkreise kennt. 

So überträgt sich schon längst der Mythos, der in der Maschine steckt, auf die Weltsicht, besonderst bei Jungen: Es ist der Mythos der Magie, einer völlig von Menschen beherrschten, beherrschbaren und geschaffenen (sic!) Welt. Über die Anwendung von Maschinen erfährt der Mensch auf indirekte Weise also (siehe oben) eine komplett neue Weltanschauung und Grundhaltung der Welt gegenüber. 

Das hat aber nicht nur "Vorteile", sondern es überfrachtet uns erst unmerklich, aber mit den Jahren immer diktatorischer mit einem gar nicht mehr eingrenzbaren Verantwortungsgefühl. Aus dem heraus wir uns nach und nach gedrängt fühlen, buchstäblich ALLES auf der Welt bestimmen zu sollen und zu wollen. 

Gott gleich, wird das Schicksal der Welt als in den Händen des Menschen liegend betrachtet.  Von welchem zu sprechen nur Sinn hat, wenn man diesen Gott auch ganz real weil das Ganze bestimmend, wollend, gestaltend, also geschichtstragend und konkret denkt und sieht. 

Sogar der Kult wird zur technischen Produktion von "Heil", also zum lächerlichen Pseudogeschehen. In dem der beschworene Gott entweder zum willkürlichen, irrationalen Dämon wird, oder (und) zu einem letztlich von mir selbst beherrschten Funktionselement der eigenen Lebensführung.

Deshalb und nur in dem Maß kann es Heilung zur Glücksfähigkeit (die eben nicht, wie die Technik suggeriert, in einem alle irdischen, nützlichen Bereiche umfassenden "Wohlergehen" aufgehen) geben, wenn der Mensch wieder Realitätsfundierung erlangt. Wenn er gerade die absoluten Gründe der Welt und von sich selbst in einem realen, seine Realität zutiefst bestimmenden Seinsgrund begreift. Nicht konstruiert, sondern erfaßt, also als wirklichen Beweggrund der Welt zu sehen vermag. 

Denn er sieht sie nicht mehr! Gott wird so zu einem fernen, abstrakten, über allem schwebenden Ideenkonstrukt. Ergebnis der Blindheit, die die Technik wie ein schleichendes Gift in uns allen hervorbringt. Umso kulturbestimmender, als unsere Eliten schon zu solchen Patentscheißern wurden, wie Rathenau sie in ihren Grundzügen beschreibt.

Die damals in der Form von schmißwuscheligen Saufkumpanen auftraten, die sich heute aber mit Schlabberpulli angetan in veganen, "fair-trade" propagierenden Edeltrinkstuben einfinden. Die dieselbe Funktion erfüllen, wie die Brauhäuser und Ratsstuben anno 1910: Sie bilden Götter heraus, Menschen, die sich unter ihresgleichen wissen, und Bestätigung des jeweiligen Gottesstatus verlangen. Der alleine verbirgt, daß ihr Wesen Ungehorsam dem (ganzen, umfassenden, alles begründenden wie in sich bergenden) Sein gegenüber hier, tote Ablaufstarre dort geworden ist.

Die zwar keinen Schmiß an der Wange ausweisen, aber lediglich deshalb, weil sie andere Formensprachen der starren Signaturen des Erwähltseins benutzen, zu der auch die Verachtung dieser alten Formen (weil jeder Tradition) gehört. Und das sich wie damals aus der "überlegenen Moral" konstituiert, die zu jedem selbstherrlichen Eingreifen in die Welt berechtigt, auch wenn es die Freiheit und Würde des anderen zerstört. Die somit also das Recht zur Freiheit patentiert haben, das man aber allen abspricht, die nicht zu dieser Elite gehören, und dies dadurch zeigen, daß sie deren Parteiabzeichen nicht am Revers trägt.

Hier also nun das Zitat von Rathenau.

"Als Typus der hoffnungsvollen Jugend, die Aussicht auf "Karriere" hatte, der Patentscheißer, aufgeschwemmte Burschen, schnöde und zynisch im Auftreten, mit geklebtem Scheitel, gestriemten Gesichtern, Reiterstegen an den gestrafften Beinkleidern, schnarrender Stimme, die den Kommandoton des Offiziers nachahmte. Den Hochschulbetrieb verachteten sie, die kümmerlichen Prüfungsreifen erlangten sie durch sogenannte Pressen, ein feindseliges und herausforderndes Wesen trugen sie zur Schau, außer wenn es sich um Konnexionen handelte, ihre Zeit verbrachten sie mit Pauken, Saufen und Erzählen von Schweinereien. Solche Gestalten wurden geduldet, ja anerkannt; sie waren bestimmt, zu denen zu gehören, die das Volk regieren, richten, lehren, heilen und erbauen.
Walther Rathenau über den Typus, der um 1900 die Berliner Hochschulen als künftige Elite bevölkerte. 
Jener Typus also, der 1914 an der Spitze Deutschlands stand.
Man konnte, schreibt Rathenau, dieser Schichte, ihren Vertretern
in Beamtentum und Militär, nur von oben beikommen;
von unten ließe sie sich nur
strategisch umgehen, nicht durchbrechen.
*280910*



*200720* 

Montag, 20. Juli 2020

Die Produktion der Elenden

Dieser Artikel stammt aus dem Frühherbst 2010. Und er reißt das unsägliche Sozialstaats-Thema an. Wo versucht wird, Nächstenliebe durch technische Ablaufoptimierung zu ersetzen. Ein Vorhaben, das versagen muß, und außer Kälte und Weltlosigkeit nur noch neues und diesmal unsagbares Elend hervorbringt. 

Denn die Ratio verbaut durch das Argument des "Guten" dem Verstand den Zugriff auf diese Wirklichkeit, die furchtbar ist und niemanden rettet - außer das Gewissen der Verbrecher der Herzlosigkeit, als die man solcherart sozial Bewegte bezeichnen muß. Liebe ist niemals durch eine "gute Tat" ersetzbar, im Gegenteil: Diese "gute Tat" dient nur der Rechtfertigung der Herzenskälte und Niedertracht. Und produziert Elend, das die Armut ablöst. Armut schändet nicht! Aber Elend ist selbst Symptom der Schändung und der Schändlichkeit, der Sinn und damit Leben fehlt.

Die Unterklasse, die Elenden, sind kein Ergebnis soziologischer Notwendigkeiten oder Hopsalas, als Kollateralschäden eines ansonsten blendenden Gemeinwohls. Sie sind Ergebnis einer Weltanschauung! Und sie sind gewolltes Ergebnis. In einem Gesamtsystem etabliert, aus dem es kurzfristig für niemanden mehr ein Entkommen gibt, weil alles Natürliche, Richtige, Wahre nicht mehr funktioniert. 

Als ein erster, zarter Verweis auf den gegenwärtigen Sozialstaatswahn sprengende Gedanken, warum das so gesehen werden muß - und warum die Realität genau das zeitigt! - darf übrigens ein Hinweis auf ein nach wie vor aktuelles Buch gegeben werden, das aus der Realität gezeugt ist: Theodore Dalrymple und "Life at the Bottom". Dalrymple zeigt in Bildern, die er als Menetekel erkennt (und dabei wohl immer noch hofft, oder gar nicht glaubt, wie weit wir wirklich sind? - welch seltsame Dystopie), wohin der Sozialstaat im Rahmen eines Pyramidenspiels, zu dem unsere Volkswirtschaften und Gesellschaften verkommen sind, wirklich steuert. Und das Beste daran ist: Das ist seit langem bereits voll sichtbar! Dalrymple beobachtet nämlich nur.

Dalrymple, ein Psychiater (und sohin Arzt), schreibt, gestützt auf seine langjährigen Beobachtungen und Analysen, daß es nicht sozio-ökonomische Bedingungen sind, die Elendsschichten erzeugen, sondern die Erosion der Werte. Die selbst wiederum nur Kontur eines inneren Geschehens aus einem Lebensvollzug ist, der mit Geld eigentlich gar nichts zu tun hat.

Er beobachtet somit dieselbe Logik wie sie bei uns herrscht, England (als "sein" Land) ist da nur um einige Schritte voraus. Aber deutlicher, sogar ehrlicher als wir es sind. Die wir uns längst in eine unerträgliche, unwürdige Situation der Lebensauslöschung und Realitätsentbindung gebracht haben, die, weil sie dem logos der Welt und Schöpfung Hohn spricht, das primitive Existieren zum Gebot der Stunde gemacht hat.  Mit lächerlichen Scheinwerten wie "Gesundheit, koste es was es wolle," die in der Corona-Krise einen unfaßbaren Ausbruch des Bösen ermöglicht hat, von dem wir uns nicht mehr erholen werden. Das meint nicht nur der VdZ.

Dabei ist es völlig egal, wieviel oder wie wenig jemand Geld (als "Kriterium") hat. Wenngleich es notwendig wurde, weil das gesamte natürliche soziale System schon über Jahrzehnte zerstört, nun aber, von einer völlig entgeisteten Generation, endgültig in Klump und Asche bombardiert wurde. Deshalb beobachten wir (notwendig) eine Reaktion mit einem Moralismus, der das Niederhalten und Zertreten des Menschen selbst zum Gesetz macht. Buchstäblich. Die also in sich böse ist.


Nichtraucher-Hartz IV

Die Rechtfertigung der mit fünf Euro recht mäßig ausgefallenen Erhöhung des der österreichischen Notstandshilfe in etwa entsprechenden "Hartz IV"-Geldes in Deutschland ist bemerkenswert: Kanzlerin Angela Merkel sowie Sozialministerin Ursula von der Leyen argumentierten, daß an sich eine Senkung des Hartz-IV-Bezuges notwendig gewesen wäre. Denn zur Berechnung des "lebensnotwendigen Minimums" habe man nun die Zigaretten nicht mehr mit eingerechnet. Damit wäre der Betrag zu senken gewesen - somit sei die geringe Erhöhung als massive Erhöhung zu werten, weil sie wenigstens nicht gesunken sei, trotz der so notwendigen Budgeteinsparungen.

Nichtrauchen also als gesellschaftlicher Standard? Es bleibt ein sehr seltsamer Geschmack der Überschreitung persönlicher Integritätsgrenzen im Mund. Rauchen ist gewissermaßen eine Sucht. Mit der fertigzuwerden viel Kraft erlangt, zweifellos. Ob die jemand aufbringt, der in einer bedrückenden Lage ist?

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Der Wohlfahrts- und Sozialstaat ist rührend und abstoßend zugleich, wenn er Nächstenliebe zu ersetzen und zu imitieren versucht. Zu ihm steigt einem ein Bild hoch: der Heilige Franz von Assisi, wie er einem Armen spontan seinen Mantel schenkt. Einem Mann, so heißt es, der durch seine Würde aufgefallen ist. DIE sah der Heilige Franz so beschädigt.

Heutige "Wohltätigkeit" mutet an, als wäre Franz vom Pferd gestiegen, hätte dem Manne aber nur seine Weste gegeben, nachdem er fachmännisch festgestellt hatte, daß seine Körpertemperatur noch halbwegs angemessen war. Und den Rat dazu, daß er sich gut bewegen solle, dann würde es ihm auch ausreichend warm. Und wenn es ihm dann doch noch hungere, solle er noch einmal kommen, und um Brot ansuchen, man werde den Bedarf wohlwollend, aber genau prüfen.

*270910*



Sonntag, 19. Juli 2020

Als der Antichrist kam

Es ist grotesk? Es ist tief wahr zu sagen: Wären wir wie Andreas Hofer und die Tiroler in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts in der Lage das System des Napoleonismus des aufgeklärten Europas als System des Antichristen zu erkennen, wäre unsere Kultur noch gesund. Somit ist es ein Symptom, ein ganz bedenkliches Symptom sogar, daß wir heute diese Haltung gar nicht mehr verstehen können, sondern bestenfalls als frömmlerischen Obskurantismus abstempeln.

Oh wie wir uns aber täuschen zu meinen, dies wäre eine Frage der Vernunft, des Verstandes, der Logik, der Ratio. Sie ist etwas ganz anderes. Sie ist irrationales Produkt (also bloß der Entscheidung, dem Urteil folgende Rationalisierung) einer sittlichen Haltung, zu der wir uns entschieden haben. Von der Zeit Hofers trennen uns nicht Verstandeswelten, nicht Zivilisation oder Technik oder Fortschritt, sondern Welten des Sittlichen. Der Kostümwechsel ist nur Klimbim, Täuschung, und der angebliche Fortschritt seit damals nur Ergebnis der Flucht vor der Wahrheit, in der wir uns selbst verdammt haben.

Verstehen, und somit auch in einem Film wahrhaftig darstellen, können wir das, was Hofer und seine Tiroler bewegte, also schon lange nicht mehr. Sodaß man schon froh sein muß, wenn eine Darstellung dieser Epoche nicht allzu schlimm danebengeht, nicht allzu sehr zu interpretieren versucht. Was immer daneben gehen muß. Und heute geht es im Film (wie in der Kunst generell) so gut wie immer daneben.

Denn wir haben das System der Unfreiheit lieben gelernt, es ist vielleicht sogar schon erblicher Faktor einer durch Gewohnheit fleischlich gewordenen und damit vererbbaren Neigung zur Selbstverfehlung und damit zum Tod geworden. Ausgedrückt in Krankheiten, die Generationen und Völker befallen, nicht nur einzelne Personen.

Damit fehlt natürlich den Unsrigen überhaupt jede Möglichkeit, einen guten Film zu machen. Über Hofer, aber auch generell. Von Sünde und Schuld getrieben kann niemals Wahrheit und Wirklichkeit - das Wesen der Kunst - entstehen weil geschaffen werden. Und Geschichte muß jeweils geschaffen werden, sie "ereignet" sich nicht "von selbst".

Aber schon damals war Tirol - in derselben Konstellation wie heute - gespalten. Die Städter, die Profiteure des Napoleonismus, der letztlich gesiegt hat, und in dem wir heute leben, hielten sowohl in Tirol wie in Bayern das Heraufgekommene, die Neue Zeit, für das Wünschenswertere.

Ihre Lebenshaltung ist sie, die unsere, die heutige. Sie ist eine Haltung des Arrangements mit der Unfreiheit, in der wir das Ewige (das es nur existentiell gibt, nicht als Attitüde, nicht als Kirsche auf einem ansonst mechanistischen, auf Effekt abzielenden Lebensablauf) zugunsten des Irdischen aufgegeben haben. Nur in dieser Transzendenzbereitschaft wie -fähigkeit aber liegt die Freiheit.

Den Verlust der Freiheit ertragen wir nicht nur, sondern wir wünschen ihn lange schon herbei. Um unserer Schuld auszuweichen. So wird unser Wollen eine Verwünschung der Welt (des und der anderen), in der wir selbst in quälender Unfreiheit stehen und weder Mut noch Kraft haben, uns zur Freiheit zu erheben. Das ist die Hölle. Unsere Zeit ist deshalb böse geworden, unser Lachen ist heimtückisch, zynisch und falsch. Das Gut, das wir nicht haben, soll auch nicht der andere haben.

Freiheit ist ein actu, ein aktives Existieren als permanentes Offensein gegen die Wahrheit hin. Sie ist kein permanent durch äußere Umstände zu erreichender oder sichernder Zustand. Aber in Ketten liegend, wollen wir sie gar nicht mehr erkennen, weil uns jeder Schmerz zu groß scheint. Als Verdrängungsstrategie, in der der Mensch zu oft glaubt, es sich dauerhaft einrichten zu können, scheint dieser Schmerz noch erträglich. Diese Losung ist ausgegeben, an diese Losung klammern wir uns, und zertreten jeden, der sie anzweifelt.

So wird aus einer Bedrückung eine unvergebbare Sünde wider den Heiligen Geist. Der Antichrist, als den die Tiroler Napoleon begriffen haben, hat gesiegt. Und er zerstört die Geschichte, macht sie zu einem bloßen faktischen Ablauf von toten Ereignissen, in denen sich jeweils nur dasselbe wiederholt und die Oktavenleiter der Weltebenen rauf und runter klettert. Weil Mechanismus das Lebendige verweigert und aus der Welt bannt, sodaß diese sich auf sich selbst geworfen in sich selbst dreht.

Da nimmt es nicht Wunder, wenn aus solcher Kulturstimmung die Anschauung wächst, daß die Welt ein starres Schema ist, das sich in Zyklen wiederholt, aus denen nicht ausgebrochen werden kann.




*120620*