Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Donnerstag, 17. November 2022
Im Dnjepr reingewaschen
Freitag, 23. April 2021
Gedankensplitter (813)
Es hat in meiner Beobachtung nie an spöttischen Stimmen gemangelt, die eine angeblich in der Vergangenheit so allgemeine Betrachtungsweise, Vorkommnisse in der Natur als von Göttern oder geheimnisvollen Wesen durchgeführt oder getrieben zu bezeichnen.
Ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß genau das heute in ungeheuer verbreitetem Ausmaß gerade bei den "Gescheiten" der Fall ist. Denn wie oft wird aus einem beobachteten Verändern einer Konstellation die Erzählung eines aktiven Geschehens.
Wo (sagen wir) ein Virus "tut", ein Virus "übergeht", also aktiv wird! Dabei ist er kein Lebewesen, und "tut" deshalb gar nix. Nicht einmal eine Lawine "tut" etwas, wenn "sie" verschüttet. Die Grenze vom bloßen Schildern von Ortsveränderungen durch Bewegung (als: Bewegt weil angestoßen worden sein) ist hauchdünn. Aber ganz entscheidend.
Und so kommt es zu wahrhaftigen Personalisierungen von Naturgeschehnissen. "Hier hat die Evolution in hunderten von Millionen von Jahren ..." Plötzlich haben wir es mit einer Religion und mit Götzendienst zu tun.
Sonntag, 7. Juli 2019
Über das, was den Mythen vorausgeht (2)
Die Psychologie (Psychoanalyse) ist nicht nur wertlos, sie ist destruktiv und subversiv, wenn sie sich nicht nach der ontologischen (durch Metaphysik aufschlüsselbaren) Ordnung orientiert. "Psyche" ist eben nicht (wie im offiziellen Lehrbetrieb dargestellt; der VdZ hat es so erlebt) rein subjektives "Geräusch" ohne objektiven Wert, sondern sie ist überhaupt nur verstehbar und sinnvoll, wenn sie sich an der richtigen Anthropologie orientiert und einen rechten Begriff von "Geist" hat. Daraus, aus der ontologischen Konstellation, somit aus absoluten Beziehungs-Größen, ergeben sich die "psychischen" Spannungen etc. Der VdZ kennt jede (wirklich: jede) Menge Psychologen. Sie sind im Grunde allesamt Volltrottel. Und umso mehr überzeugt, daß sie alles wissen. Dabei am allerwenigsten wissen, wovon ... sie nicht einmal einen Begriff haben, was Geist sein könnte. Ginge es nach dem VdZ, er würde diesen Beruf sofort verbieten und als gewerbsmäßigen Betrug klassifizieren. Selbst Sigmund Freud war ein glatter Betrüger.
Eigentlich haben wir es also hier mit demselben Wahnsinn zu tun, den wir so gerne an Politik und Medien kritisieren: Daß der Erhalt des öffentlichen Images, der öffentlichen Rolle die Offenheit für die Wahrheit und Wirklichkeit verbietet. Diesmal aber verliert er noch jene Berechtigung, die der Schutz von Strukturen oder Institutionen tatsächlich braucht, denn er wird an die Grenzen der persönlichen Existenz getragen und dieser auferlegt.
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Samstag, 6. Juli 2019
Über das, was den Mythen vorausgeht (1)
Es gibt eben ein Universales, das allen Mythen zugrunde liegt weil vorausgeht - die Grammatik Gottes des Dreieinen, die für die gesamte Schöpfung gilt.
Dennoch kann gesagt werden, daß zumindest in den Märchen auch ein Abbild der menschlichen Wirklichkeit dieser (wirklichen, ersten) Archetypen, die sich je nach Weltwerdung in der konkreten Realisierung steigern, konkretisieren, in Dingen oder Personen als Repräsentanten gerinnen, auf uns gekommen ist. Das bereits in unsere volkseigene, also historisch auf uns bezogene Erfahrungs- und historische Welt übersetzt, in der Gegenwart vorhanden ist. Und sei es eben durch ihr durch die Tradition weitergegebenes Erbe von Gestalten.
Sie verdienen also größten Respekt, ja in etwas abgemilderter Form den Nimbus des Heiligen, dem nur mit Scheu und Ehrfurcht zu begegnen ist. Als jenes Blätterdach, das von einem Wind bewegt wird, aus dem die wirkliche Wirklichkeit zu uns spricht und in einer Zeit als Geschichte geborgen wurde, in der die Geschichte sie noch als weit unmittelbarere Erinnerung an das, was bei der Vertreibung aus dem Paradies verloren wurde.
Aber das wertvolle Leben beginnt sich erst in dem Moment zu begreifen und damit durch die Erschütterung handfest zu werden, wo es sich als Wandeln im Hain begreift, in dessen Blätterrauschen der Geist Gottes des Seins selbst weht. Der in der Kirche, deren Bauten genau diese Haine abbilden, in die Gott als die Mitte von allem herabkommt, zur realen Erfahrungswelt als real gewordene Neue weil Erneuerte Schöpfung wurde. Noch anfanghaft, noch fragil, noch zerbrechlich, aber im Ausharren auf den Jüngsten Tag, den Tag der Wiederkunft Christi. Ab dem befreit von aller Spreu und allen Dornen die Schöpfung wieder zum realen Paradies wird, aus dem alles Seinswidrige ausgeschlossen ist.
Was also allen diesen Symboldeutern von C. G. Jung bis zu Jordan Peterson fehlt, ist die historische Realisierbarkeit eines Lebens in archetypischer Reinheit. Und das macht alles, was sie tun und sagen, nicht nur zu einem vergeblichen, sondern sogar zu einem letztlich ideologischen Programm. Das auf eine Utopie abzielt, die nicht realisierbar ist. Denn es ist die menschliche Schuld, die wieder und wieder, die täglich sieben mal siebzig mal, diese Welt zu einem so trüben Wasser macht. Aus dem nur ein Ast herausragt, der noch von der Tiefe und dem letzthinnigen Ziel kündet: Der Kult, und die Kunst.
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Samstag, 2. Dezember 2017
Die Mär von den Klimaflüchtlingen
Donnerstag, 30. Juni 2016
Und in Dornenhecken verborgen
Und NEIN. Selbstverständlich beruht die logos-Verweigerung nicht auf einer logos-Losigkeit. Im Gegenteil, ist es ihr Dämon. Den sie aber vorzieht. Denn der verlangt die Zahlung erst in einer dem logos-Verweigerer eben nicht sichtbar sein müssenden Zukunft. Der ihm gestattet, er die Gegenwart über den Zaun der Müllhalde zu werfen, wohinter sie vorerst nicht mehr zu sehen ist. Der logos-Verweigerer ist ein Kreditmensch. Was wunders, daß seine Zeit in Krediten untergeht, die eine Höhe erreicht haben, die ihm schon kategorial gar nicht mehr sichtbar ist, die ihm erst der logos sichtbar machen würde?
Freitag, 31. Juli 2015
Vorzeichen mythischer Renaissancen
Gleichzeitig steigen in den Wäldern die Holzdiebstähle an, berichtet das FOCUS-Magazin. Ganze Waldteile verschwinden über Nacht. In Brandenburgs Wäldern schätzt man den Verlust durch "freie Entnahme" schon auf 10 %, in Bayern liegt der Anteil von Diebstählen erst bei 5 %. Wenn aber ganze Bäume verschwinden, steht man vor dem Rätsel, wie das geschehen kann. Weil man dazu ja ein geeignetes Fahrzeug braucht. Im Kofferraum eines PKW kann man einen Baumstann wohl eher nicht abtransportieren. Es muß also bereits einen organisierten Graumarkt für Brennholz geben.
Wobei die Klein- und Gelegenheitsdiebstähle noch überwiegen. Mit einem Fahrzeug stehenzubleiben und Holz, das "herumliegt", oder Holzscheite, die zufällig gestapelt sind, einfach einzuladen, ist schnell geschehen. Nur selten wird jemand erwischt, wie in jenem Fall, wo man einen Privat-PKW stellte, dessen Fahrer Holz im Wert von 2.000 Euro einer nicht ganz dem Interesse des Waldeigentümers entsprechenden Verwendung zuführen wollte.
Auch wenn man berücksichtigen muß, daß das Verhältnis der Deutschen zu "ihrem Wald" mythisch und eng ist, sodaß manchen kapitalistische Eigentumsgrenzen wie ein barbarischer Verstoß gegen den ewigen Volksgeist erscheinen mögen. Es wird noch einige Jährchen brauchen, bis Richter solche Beweggründe wieder als rechtskonform anerkennen. Oder Holzentnahme für den Privatbedarf weitgehend frei ist, wie noch vor ein paar hundert Jahren. Was so fest im Selbstgefühl der Deutschen verankert ist, daß bis heute niemand an einen Straftatbstand denkt, wenn er die Großmutter raunend erzählen hört, daß sich Hänsel und Gretel wie jeden Morgen aufmachten, um Holz aus dem Wald zu holen. Oder waren es Beeren und Pilze, um sie auf dem Markt zu verkaufen, um ein paar Kreuzer dazuzuverdienen?
Es käme heute aufs selbe hinaus. Vielleicht wird deshalb bald das Märchenerzählen verboten, als Anstiftung zu einer Straftat oder so ähnlich. Bis man es eines Tages - weil zur allgemeinen Rechtsauffassung geworden - doch freigibt. Immerhin dürften manche den Holzdiebstahl bereits jetzt als Zusatzverdienst benötigen. Die Kleinanzeigen mehren sich, in denen Brennholz aus privater Hand zum Verkauf angeboten wird. Der Markt dafür ist ja im Wachsen, wie man hört. Hänsel und Gretel werden also bald wieder gute Chancen haben, den armen Vater mit ein bißchen Kleingeld zu unterstützen. Immerhin gehören Volkstraditionen zu den eigentlichsten Mitteln der Rechtsfindung.
Sonntag, 25. November 2012
Das Wahre ist unglaublich
Das Kleinkind beginnt bei den allergeistigsten Erkenntnissen, das Sinnliche folgt erst nach und nach. Die Erkenntnis beginnt als Offenheit für jene Züge der Welt, die übersinnlich sind, bei seelischen Phänomenen, wie Freundlichkeit, Liebe, Zuwendung. Anfangs interessiert es sich für Gesichter, nicht für Sachen.
Heraklith meint dazu, daß die Menschen das Göttliche aber nicht festhalten, ja nicht einmal auffassen können. Die Erkenntnis findet so keinen Halt, gleitet ab, bis sie ganz unten, am Boden angekommen ist, wo sie Stand findet. Hier setzt sie sich erleichtert fest und richtet sich ein - und stülpt alle Begriffe um. Plötzlich wird die abhängige Form der Erkenntnis höher bewertet als die Gotteserkenntnis, die immer schwieriger wird.
Dann versteht man nichts mehr von der Wahrheit, sondern nimmt das Göttliche für Ausgestaltungen der Phantasie. von denen man glaubt, frühere Generationen hätten sie in Anwandlungen von Schlichtheit aus den Reatlitäten, mit denen sie noch nicht so recht umzugehen wußten, herausgezogen.
Aus Mythen wurden so Märchen. Wo das Märchen beginnt, ist die Visio Dei, die Gottesschau, bereits verloren gegangen. Wer sieht, ist sich der Welt sicher. Wer nicht sieht, wer blind ist, will sich ihrer vergewissern, und klammert sich an das, was ihm wichtig ist. Er sucht die Sache auf jede Weise dingfest zu machen. Aus der Welt des sichtbaren Gottes wurde eine Welt des Traumes, des Schönen und Liebenswerten, der Dichtung, der Kunst und eben auch der Hausmärchen. In ihnen werden die letzten Reste älterer Wahrnehmung festgehalten, unter einer dicken Dornenhecke schlummert der heilige, alte, reine Sinn. Und wäre nicht der Kairos Helfer, der den schwierigen Weg zum Kern der Sache eröffnet, im Spiel wäre, erstickte der Eindringling unweigerlich im Dickicht einer Phantasie, zu der es den Schlüssel nur von innen, vom erreichten Zentrum her, gibt.
Das Wahre aber wird nicht falsch, es bedarf nur geöffneter Augen; es muß nur erkannt, aus den Ablagerungen tausendjährigen Mißverstehens ausgegraben, ans Licht geholt, von seiner Unglaublichkeit, die aber nicht ihm selber anhaftet, sondern auf uns, den "Erkennenden" lastet, befreit werden.
Zu glauben, wirklich zu glauben muß gelernt werden. Und es braucht heute enorme Mühe, die eigenen Verbautheiten zu destruieren, ihnen nachzugehen, sie dadurch aufzulösen, um aus den Armeln unserer rationalistischen Zwangsjacken wieder freizukommen. Um wieder wahr zu denken, um wieder zu erkennen, um Gott wieder zu sehen.
Dienstag, 9. Oktober 2012
Von zwei Seiten
Donnerstag, 7. April 2011
Erfüllung der innigste Wünsche
Dazu braucht es die Freiheit des Spieles mit den Elementen der Erfahrung und der Vorstellung unter der Herrschaft unserer letzten, unserer Idealvorstellungen, die die deutsche Sprache mit dem Wort "der Wunsch" umschreibt.
Im Märchen wirft der Mensch alle Begrenzungen fort, verzichtet auf jeden Anspruch auf Zweck und reales Für-wahr-halten, und öffnet sein Gemüt für die höchstmögliche Befriedigung. Diese Hochstimmung stellt sich so der Angst entgegen bzw. gegenüber. Und diese Struktur ist letztlich die Struktur allen dichtenden Erzählens.
Hast mi?
Die Entwicklung der Literatur - vorausgesetzt, sie entwickelt sich, denn auch das Gegenteil ist möglich: ein Stoff kann auch von der Darstellung zur Mitteilung degenerieren - von all den Vorformen des Erzählens her, die bereits mehr als bloße Mitteilungen sind, ist damit eine Entwicklung hin zu einem immer pointierteren Herausarbeiten dieses einen Punktes. Über alle Geselligkeitsfunktion hinauszutreten, die diese Vorformen - Mythe, Sage, Märchen, Legende, Kasus, Witz, Memorabile - noch haben. (Was im übrigen - Robert Petsch weist es in "Wesen und Formen der Erzählkunst" so schön auf - in Redewendungen wie "Hast mi?", "Verstehst mich?", "Nicht wahr?" etc. so präsent ist.) Und die ohne die Person des Erzählers noch nicht auskommen: die seine Mimik, Gestik, sein Person- und Beteiligtsein brauchen. Erst wenn der Erzähler beginnt, sich wirklich auf die Form zu konzentrieren, sie mehr und mehr zur Trägerin zu machen, durch Rhythmik, durch Gestaltung, beginnt Kunst: als von einem Zentrum her geordnete, gedeutete, und daraus belebte, geschaffene Welt. Nur so wird Welt verstehbar, wenn auch nicht rationalistisch durchdringbar.
So aber finden wir sie ins Allgemeine aufgestiegen, und losgelöst vom Erzähler, für sich seiend, eben "etwas". Weil das Erzählte in der Darstellung eine abgeschlossene Welt, ein Ding IST, und für den Hörer oder Leser abrufbar macht. Wo die auf ein Medium reduzierte, eingedickte Form den Inhalt wirklich trägt. Ins Allgemeine, wohin überhaupt der Mensch im Geist drängt, denn von dort stammt er. Und das ist Sprechen, das ist Erzählen als Darstellen dieses Prinzipiellen, der Quelle des Lebens.
Sonntag, 13. Februar 2011
Da aber verlangte der König ...
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| Theresia v. Avila - o.p.n. |
"Wie das böse Prinzip im Märchen", schreibt Irene Behn in "Spanische Mystik" dazu, der immer neue Bedingungen stellt, und kaum sind diese erfüllt, kommen noch schwerere, noch unerfüllbarere. Schließlich aber doch, nach der letzten, die nach Theresia selbst nach Maßgabe ihrer Kräfte unmöglich schien, sind diese untergründigen Dämonien überwunden, und er freut sich mit ihr, daß alles gelang.
Ja mehr: "Denn eben das," schreibt Theresia, "womit er das Werk verhindern sollte, diente nach deinem Ratschluß [oh Gott] zu dessen höherer Vollendung."
Donnerstag, 10. Februar 2011
Tod des Märchens
Montag, 27. Dezember 2010
Der dritte Mann aber ...
Samstag, 23. Oktober 2010
Welche Frau wollte nicht bluten
Freitag, 25. Juni 2010
Zwei Seelenhaltungen
Donnerstag, 24. Juni 2010
Gegenwärtige Substanz
Das war weit mehr als "eine Geschichte vorlesen", oder Information weitergeben, es war auch mehr als einfach "vortragen"! Es war das Gegenwärtigwerden der Inhalte selbst, die somit in den Zuhörern weiterlebten, weil wirklich empfunden und durchlebt wurden. In diesem Gegenwärtigwerden wurden sie zeitlos und ewig, weil sie aus aller Zeit fielen.
