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Sonntag, 28. November 2021

Dennoch auf den Weg gemacht

Es ist schwer zu vergleichen mit heute, und nur schwer vorstellbar im Sinne von begreifen, aber die Menschen des hohen und späten Mittelalters (grob das 11. bis 14. Jahrhundert) waren dermaßen "auf der Straße", daß man immer wieder verblüfft ist. Und das vor allem durch Pilgerfahrten. Gestützt von einem berückenden Mysterienglauben und -leben, kamen ständig neue Pilgerziele auf den Speisezettel der frommen Reisenden, der aber von einigen Fixpunkten dominiert war. Der Schrein mit den sterblichen Überresten der Heiligen Drei Könige in Köln, die Heimstätte des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela, und natürlich das Zentrum der Welt - Rom und das Heilige Land, die zusammengedacht werden müssen.

Vor allem bei letzterem muß man die Unsicherheit der Pilgerwege als einen der Hauptgründe für die Kreuzzüge annehmen, und zwar nicht nur durch die muslimischen Araber, sondern durch Europäer, die frisch und frei neben ihnen ihr fragliches Handwerk entwickelten. Das Ausrauben von Reisenden war also nicht nur das traditionelle Gewerbe vieler Araber, ja das eigentliche Handwerk ganzer Landstriche, sondern auch das zahlreicher Franzosen, Engländer oder Deutscher, die auf diese (in manchen Kulturkreisen durchaus angesehene, "legitime") Weise ihren Lebensunterhalt bestritten. Heil den langen Weg von Konstantinopel durch die Levante nach Jerusalem durchzukommen war eine höchst seltene Ausnahme.

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Gedankensplitter (1317d)

Ein mittelalterliches Relikt - Welche Rolle es in den Gedanken Cristóbal Colóns wirklich spielte kann man nicht genau sagen. Ein Mensch ist immer ein Geheimnis. Aber es spielte eine Rolle, auch bei seiner Reise ins Unbekannte, nach "Indien", wie er meinte. Colón war tief religiös. Und in seinen Schriften, Briefen und aus Zeitzeugenberichten ist nicht zu leugnen, daß der Gedanke, daß alles was er tat dem Ziel diente, die Mittel für die Befreiung Jerusalems bzw. der Heiligen Stätten aus der Hand der Muslime aufzutreiben.

Er nahm Königin Isabella vor seiner ersten Abreise sogar den Schwur ab, daß alles, was er in "Indien" entdecken würde, alles das Gold und die Edelsteine, die man sich (auch aus den Berichten Marco Polos) erhoffte, eine riesige Armee finanzieren sollte, die den seit langem eingeschlafenem Gedanken eines Kreuzzuges in die Tat umsetzen sollte. 

Das ist einer der Gründe, warum sein Logbuch, das als Reisetagebuch für die Auftraggeber und Finanziers so ausführlich geführt wurde, so viele Hinweise auf mögliche Goldfunde enthält. Sodaß man daraus schließen könnte, es wäre ihm nur darum gegangen - wüßte man nicht sonst so viel über ihn. 

Zum einen mußten aber die Seeleute bei Laune gehalten werden, die ein ungeheures Wagnis auf sich genommen hatten - in eine völlig unbekannte Ferne zu reisen, von der man nicht sicher sagen konnte, ob man nicht eines Tages "von der Erde fallen" würde, oder (auch das eine häufige Angst) auf der anderen Seite der Erdkugel "hinunterrutschen" würde, sodaß man nicht mehr herauf- und nach Hause kam. Also mußte man ihnen die Aussicht auf riesige Gewinne ständig warmhalten, sonst hätten sie gemeutert. 

Warmgehalten werden mußten aber zum anderen auch die Finanziers daheim. Sie hatten NUR die Motivation von Gewinn, und hier vor allem durch die Funde von Gold und Edelsteinen. Also notierte Columbus jede Äußerung der Indianer auf den Inseln, die entdeckt wurden, in denen diese von solchen Reichtümern AUF ANDERN Inseln und Landen berichteten. Wo zu vermuten steht, daß diese Erzählungen dazu eingesetzt wurden, um die Spanier, vor denen man sich durchweg bald fürchtete, wieder los zu werden.

Donnerstag, 24. November 2016

Amerika als islamische Krankheit Europas

Wie auch immer man diese Fakten einordnet, die der Physiker Bill Warner im Rahmen seiner Tätigkeit bei "Political Islam" darstellt, sie sind interessante Ergänzung. In einer Zeitreihe rollen sämtliche Schlachten des Islam gegen den Rest der Welt ab, und werden dann mit den berüchtigten Kreuzzügen verglichen. Das Gesamtbild, das dabei entsteht, ist ebenso entlarvend wie erschreckend. Denn es zeigt Tendenzen, Gesamtbewegungen, die sich seit 1400 Jahren nicht geändert haben.  Doch hat es so sein Problem, an der Oberfläche des "Islam" hängenzubleiben. Der anti-islamische Effekt hat zwar eine Seite, die ihn berechtigt darstellt, aber er hat eine andere, die viel tiefgreifendere Betrachtung erfordert. Denn der Islam ist nur einer der Söhne, die zum Vater zurückkehren, aber nicht, um sich an die Brust zu schlagen, sondern um ihn zu unterwerfen. Weshalb eine Kritik des Islam aus amerikanischer Sicht gar nie gelingen kann. Sie haben beide dasselbe Problem.

Es braucht eine umfassendere Sicht

Beginnen wir einmal mit den historischen Fakten. Denn das definitiv Falsche an diesen im Video aufbereiteten Fakten über den historischen Islam liegt in der heute aber fast immer anzutreffenden Sicht des Islam begründet. Denn es hat hunderte Jahre gedauert, bis ein reiner Eroberungskrieg einer aufsteigenden, das Ringen persisch-arabischer Kräfte und Fürsten um Vorherrschaft in einem nachrömisch entstandenen enormen Machtvakuum, das zunehmend politische Eigendynamik annahm, zum "islamischen Jihad" wurde, der eine immer größere Rolle als Motivationsfaktor gewann. Und er hat es mit der allmählich eintretenden Etablierung einer politisch einenden Macht natürlich nicht unterlassen, aus auftretenden Legitimationsfragen heraus posthoc die gesamte Geschichte zu einer Geschichte des Islam zu machen. 

Solche Fragen treten eben auf, weil Erfolg eine gewisse Erschöpfung nach sich zieht. Und plötzlich Fragen aufwirft, die inmitten des Trubels des Aufbaus gar nicht ins Bewußtsein gestiegen waren. Es ist deshalb im historischen Verlauf logisch, daß nach diesen ersten Expansionsbewegungen ins Mittelmeer (nach Westen, einem den Kulturen in Vorderasien vergleichbar begehrenswerten Kulturraum) ab dem 9. Jhd. eine Phase "arabischer Philosophie" auftaucht, die sich in Rezeption der Antike aber bald zur politischen Gefahr entwickelt. Sodaß im 13. Jhd. die Bewegung der Historisierung des Islam seine Blüte und seinen ideologisierenden Abschluß fand. Diese verband sich dann mit dem Aufstieg eines neuen expansiven Fürstengeschlechts, den aus Asien nach Anatolien eingewanderten, bereits islamisierten Turkstämmen mit den Osmanen als Motor. Erst ab diesem Zeitpunkt kann man wirklich von islamischen Kriegen sprechen. Und sieh da - es ist exakt jener Zeitpunkt, an dem Europa sich durch Kreuzzüge erstmals zu wehren beginnt.

Erst ab da ist es ein islamischer Krieg

Denn erst ab jetzt ist der Islam wirklich zur Gefahr fürs Abendland geworden. Zuvor war er einfach ein Krieg zwischen Völkern, Königen und Fürsten um Macht und Einfluß, und genau so ist er auch nach Spanien gekommen, das durch das Ringen unterschiedlicher Völker uneins war und einzelne Fürsten Berberstämme als Verdündete nach Europa holten. Und zuvor war er ein Beutefeldzug arabisch-asiatischer Nomadenvölker in eine immer noch reichen, im wahrsten Sinn des Wortes blühende Mittelmeerkultur, die die alte antike Städtekultur so schwer in Mitleidenschaft zog, daß sich Europas Schwerpunkt nach Norden verlagerte - und aus notwendiger Gegenwehr das einen sollende Kaisertum neu belebte.

So lange es ein reiner Völkerkrieg war, und das war vor allem in den ersten Zeiten unter persischer Fürstenherrschaft der Fall (Persien war eben KEIN Nomadenland), so lange er "nur politisch" blieb, war auch für die unterworfenen Kulturen und Völker noch relativ gut weiterleben. Kluge Fürsten verstanden es, sie als Prosperitätsfaktor zu sehen und zu nutzen. Etwas, das bis heute als "Blütezeit des Islam" verkauft wird, mit Islam aber so gut wie nichts zu tun hatte.

Mit der Islamisierung der Macht aber, aufbauend auf einer "Islamisierung des Islam als Konsolidierung ZUM Islam" ab dem 9. Jhd., wurden diese Kulturen binnen weniger Jahrzehnte erdrückt. Die Mittelmeerküsten, in vielen Jahrhunderten von Waldregionen auf von Menschen bebaute Garten- und Landwirtschaftsstruktur umgestaltet (die ohne Menschen aber auch untergehen mußte), begannen so zu veröden, wie wir sie heute kennen. Schienen zuerst die Ressourcen aus den eroberten Gebieten im Osten grenzenlos, entwickelte sich auch ein wirtschaftlicher Zwang zur Expansion. Denn was nicht selbst produziert wird, muß von außen - durch neue Eroberungen - herbeigeholt werden.

Die Kampfweise von illegitimen Rebellen

Selbst in der Kampfesweise zeigt sich bereits diese Änderung. Denn diese Heere kämpften auf neue und zuvor als "unmoralisch, ehrlos" betrachtete Weise. Sie kämpften wie Nomaden, kämpften einen "asymmetrischen Krieg", in dem sie auf traditionelle Kriegsmächte trafen, die der Übertretung von Grenzen nicht gewachsen waren. Das ist ja der eigentliche Vorgang, der sich analog bis in alle Lebenssituationen zeigt: Der Zerstörer siegst scheinbar problemlos, weil er jene Grenzen nicht akzeptiert, die der Verteidiger, der Angegriffene als systemrelevant ansieht, und nicht anwendet, weil er das Ganze bewahren will und als Pflicht vor Gott zu müssen meint. 

Man könnte drei Viertel der Kriegsgeschichte der Menschheit und so gut wie jede Geschichte der "großen Eroberer" darunter subsummieren: Sie griffen zu Mitteln, die zuvor und beim Gegner immer noch als verwerflich galten. Und lösten damit eine Gegenreaktion aus, in der diese Mittel zu übertreffen zur Notwehr wird. Womit wir bei der Kriegführung des 21. Jhds. angelangt sind. Weshalb aber bis ins 13. Jhd. hinein die Armbrust in Europa nur gegenüber den anbrandenden Heidenvölkern, Meistern in der ebenso feigen Pfeil-und-Bogen- und Guerilla-Technik - zuschlagen, zurückziehen -, aus dem Osten gestattet war, das zur Illustration.

Kein neues Vorgehen, sondern das Wachstumsprinzip vieler Reiche, und auch des römischen Reiches. Bis in die Kampftaktik, die den nichtrömischen Völkern feige und verwerflich war. Technik. Es galt nur noch der Effekt, der Erfolg rechtfertigte alles. So stie Rom in derm Aufstieg der arabischen Macht vergleichbarer Weise auf, und begann ebenso, am Gipfelpunkt angelangt, aus erschöpfter Expansionsbewegung, der innere Schwäche vorausgeht, abzusteigen. Es ist interessant, daß aus diesem Abstieg heraus sich von den bald nicht mehr zu haltenden Randgebieten Roms her ein ideologisiertes, rationalistisch-technisiertes Christentum (im Arianismus) als Zersetzungsprodukt zum Nährboden jener neuen Religion machte, die sich dann zum "Islam" entwickelte.  Es gibt keine "machtfreien Zonen", sondern jeder Raum ist und wird immer und sofort von Macht erfüllt. Sonst ist er auch gar kein Raum. 

Die Abtrünnigen kommen nie zur Ruhe und kehren als Eroberer zurück

Und auch hier gibt es Parallelen. Das Verhältnis Europas zu Amerika zeigt nahezu deckungsgleich diese Bewegung. Aus der Schwäche des Abstiegs der europäischen Kultur (in der Renaissance, jener Scheinblüte, die man bei Pflanzen als "Notblüte" kennt, als letztes Aufbäumen vor dem Ende) heraus. Aus dem Rationalismus heraus, der bereits Zerfalls- weil Aufspaltungsprodukt ist, entwickelte sich der Expansions- und Eroberungsdrang der Menschen Europas. Um dann ab dem 18. Jhd. (man kann den Einfluß der amerikanischen Revolution auf die französische Revolution als europäische Urkatastrophe nicht überschätzen) und in ständig aufsteigender Kurve über das 19. Jhd. (das von Amerika her die gesamte europäische Art zu leben umzuwälzen begann) im 20. Jhd. seinen Höhepunkt zu erlangen, wo Europa zum Randgebiet eines amerikanischen Imperiums wurde. 

Was bis hin zum heutigen Papst geht, der ganz genau als aus den Randgebieten Zurückkehrender dieser Invasion den Weg vom Herzen Europas her bereitet. Um es endgültig zum Machtvakuum zu machen, um das sich nun externe Mächte zu streiten beginnen. Und wie beim Islam, sind es die (häretischen) Randgebiete, die den Kern erobern wollen, um sich die Rechtfertigung zu verschaffen. 

Man kann den Expansionsdrang sowohl des Islam wie Amerikas nicht verstehen, wenn man nicht begreift, daß hier Häretiker des Christentums um Anerkennung kämpfen. Sowohl der Islam wie der Protestantismus (genauer: Puritanismus) Amerikas stehen (genau wie das orthodoxe Judentum) unter jenem Zwang der Rechtfertigung, der sich aus der Absage an die Wahrheit und damit an die Inkarnation Gottes in Jesus Christus ergibt. Und sie berufen sich auf die "eigentlichere, höhere Heiligkeit". Sie alle sind "Randgebiete" Europas, Peripherie, die nie zur Ruhe kamen und nun ins Zentrum vorstoßen wollen, um zu beweisen, "daß sie recht haben."

In ein sturmreif geschossenes, zerfallendes, in zahllose Streite und Kriege hineinschwindendes Europa, dem Quellpunkt der Welt. Oder welcher Weltteil bezieht sich heute NICHT ganz offiziell auf diesen europäischen Kern, das Herz der Welt? In diesem Kontinent von Kriegen, die Bürgerkriege sind, bereitet sich ein Kampf um die Macht vor, ja holt bereits Luft, der der Kampf außereuropäischer, nicht katholischer Mächte um die Weltherrschaft ist. Der Mensch hat nur zwei Möglichkeiten: Zu herrschen oder beherrscht zu werden. Ein Drittes gibt es nicht.

Wir europäische Völker sitzen, von der Politik im Stich gelassen, kopflos, mit Popcorn im Kino und sehen es abrollen. Erste Reihe, fußfrei, zum Zuschauen verdammt, in hilflosem Haltsuchen in kreuz und quer laufende "Bewegungen" aufgescheucht, die nie zum Ziel führen können, weil sie nur Symptom, aber nicht Gegenmittel sind. Denn es gibt keinen Papst mehr, der einen Kaiser salbt, der schon nur durch sein Da-sein wieder alles in die Mitte zurückbinden könnte. Ohne Mitte aber - keine Gestalt.










*051016*

Samstag, 5. März 2016

Gewohnt radikal - ungewohnt richtig!

Naja, auch der Schwenk in der Politik des Papstes muß nicht alles bedeuten. Denn diesmal ist er doch ein wenig readikal. Aber nun ruft der Pumpschwätzer vom Rio de la Plata endlich auf, daß Europa aus seiner historischen Vergangenheit lernen solle. Es habe doch schon mehrmals solche Invasionen - tatsächlich, Franziskus nennt es nun beim Wort: Invasion aus Arabien! - gegeben, und Europa habe da immer profitiert davon. 

Völlig richtig. Immer - von den Hunnen bis zu den Sarazenen (denen Europa den Zerfall seines Mittelmeerraumes verdankt), den Türken, den Awaren (mit der kleinen A'usnahme der Magyaren, die sich von selber assimilieren lernten) bis zu den Tataren bis zu den Türken, und wieder den Türken, und immer noch den Türken - hat es gelernt, daß es sich vehement verteidigen muß. Selbst die Ausrichtung der mitteleuropäischen Städte (die waren ja am meisten betroffen) mit ihrer Konzentrierung auf Westufer richtete sich gegen den Osten, den der Fluß besser zu verteidigen helfen sollte.

Und immer (oder: meist) war es sogar der jeweilige Papst, der Europa aufrief, sich zu einigen, um den Todfeind von Kultur und Kirche abzuwehren. Er ist es auch diesmal.

Franziskus höchstpersönlich ruft nun auf, Kanonen an die Grenzen zu stellen, Schiffe im Mittelmeer zu versenken wo immer man sie  mit Muselmanen beladen antrifft - von ihm persönnlich erfolgt er nun endlich: DER AUFRUF ZUM KREUZZUG - EUROPA BESINNE DICH DEINER WURZELN!

Und dem sollten wir wieder folgen,. wie damals wieder und wieder, ausgesandt von der einzigen Stimme Europas, die alle gleichermaßen hören, die alle zu einen vermag - dem Papst. Vielleicht mit ein wenig mehr Mäßigung (argentinische Tangotänzer neigen per se zu etwas zu viel Emotion), aber der nunmehr höchstsanktifiziell abgesegneten Linie: Abwehr! 

Laß fliegen, Du Hollande, Deine Mirage, laß segeln Du, Putin, Deine Suchoi, laß feuern, Du Merkela, Deine Todesgeschütze, laß stampfen Deine Rosse, stolzes Polen, und schmalzen Deine Beile, mutiges, heiliges Ungarn - schieße nur, Europa, aus allen Rohren! Holde Frauen, vom Po bis zum Belt, macht Eure Schööße bereit.

Verbessere Deine so lange vernachlässigten Fortifikationen gen Südosten, Du Europa, wehre Dich gegen die nahenden Feinde! Europäische Länder, vereinigt Euch zur Abwehr der arabischen Invasion unter dem Banner des Papstes! Eine weitere historische Stunde ist angebrochen. Schon einmal entstand Europa aus dem Druck der todbringenden Räuber. Ohne Sarazenenräuber hätte es weder einen Kaiser noch einen Papst (in der heutigen Form) gegeben. Der Kontinent wird auch ein zweites mal neugeboren werden! 

Peter Damianus et omnes sanctis - orate pro nobis contra Arabae et Turcae!




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Sonntag, 30. August 2015

Aufruf zum Kreuzzug

Vermutlich ist das der einzige richtige Weg, den der österreichische Klubsprecher des Team Stronach nun öffentlich gefordert hat: Indem er meinte, man solle 1000 österreichische Soldaten nach Syrien senden, die dort (und natürlich mit anderen Staaten zusammen) den Schutz bedrohter Bevölkerungsgruppen übernehmen sollten. Die Standardantwort der übrigen Politiker, daß dadurch der Konflikt mit den arabischen Staaten befeuert werde, zeigt hingegen die wirkliche Schwäche Europas.  Die die Nicht-Lösung der Konflikte, wie sie durch das Machtvakuum dieses geographischen Raumes - der Islam (als genuin politische Bewegung) verdankt ja sogar seinen Aufstieg eben solchem Machtvakuum, aus dem Rückzug des Römischen Reiches bzw. von Byzanz; die Geschichte wiederholt sich heute also - entstanden sind, der etwas wie IS regelrecht provozierte, dadurch verschleiern, indem sie einfach Europas Bevölkerung zur "Mitmenschlichkeit der Flüchtlingsaufnahme" vergewaltigen. Dadurch ihre Unfähigkeit, politisch zu handeln, wieder einmal auf die Bevölkerung abschieben.

Ja, das christliche Abendland hat die Pflicht, seinen Christenbrüdern beizustehen. Aber sie hat diese Pflicht nicht dadurch erfüllt, daß sie sie zynisch auffordert, ihre Heimat zu verlassen, und sich in Europa niederzulassen. Sie hat sie dadurch zu erfüllen, indem sie den Brüdern im Orient sehr real beisteht - mit Soldaten, mit Militär, durch Schutz. Daß die arabischen Staaten nicht in der Lage und wohl schon gar nicht willens sind, einen solchen Schutz zu gewährleisten, haben sie ja hinlänglich bewiesen. Und die Türkei, auf die manche als neue-alte Ordnungsmacht gesetzt hatten, hat sich längst offen aus dieser Hoffnung verabschiedet. Alle diese Staaten, einschließlich Persien, angezogen vom Machtvakuum, sehen mit der IS zumindest gewisse Eigeninteressen verbunden. Vernunft ist eben abhängig von der Wahrheit, und sie ist es deshalb analog oder zumindest psychologisch auch von dem, was jemand als Wahrheitsquelle definiert.²

Eine politisch-pragmatische Lösung (die auf eine ausdefinierte Vernunft verzichtet) hat man durch das katastrophal realitätsferne Agieren im "arabischen Frühling" vertan, wo praktisch alle gefallenen oder ins Chaos gestürzte Länder in Wahrheit ... pragmatische Verbündete Europas waren. In allen davon betroffenen Ländern - Irak, Syrien, Ägypten, Tunesien, ja sogar in Libyen, hätte es dort welche gegeben - haben Christen so gut wie unbehelligt ihr Leben leben können. Damit ist es heute vorbei, für eine wirkliche Befriedung ist die Situation aber viel zu komplex und widersprüchlich. Es muß deshalb ein Dämon gewesen sein, der Europa zu einer derartig verrückten Politik trieb, die Beseitigung ihrer Verbündeten zu fördern, und damit seine wirklichen Interessen - die Gemeinschaft mit den Christen dieses Raumes - aufzugeben.

Die Kreuzzüge, die man seinerzeit sehr richtig als Bruderpflicht verstanden hat, sind keineswegs beendet. Die Unterdrückung der Christen bzw. Nicht-Muslime im Islam, ihre Reihung als Bürger zweiter Klasse, ist keine Erfindung, sie ist selbst heute obligat. Und wir haben längst genug Mittel und institutionelle Wege, um Partialinteressen (deretwegen man die Kreuzzüge des Mittelalters ja verurteilt; ihnen sind allfällige Eskalationen zu verdanken, nicht dem Kreuzzügen an sich) zu beherrschen. Schon gar, wenn es sich um offizielle Interventionen durch Staaten handelt.

Kein Konflikt, schon gar, wenn er wie dort so grundsätzlich angelegt ist (die IS hat sogar offiziell die Vernichtung des Westens zum Ziel erklärt - worauf wartet man also?), wird durch Beschwichtigung und Wegsehen gelöst. Die Grundauseinandersetzung mit dem arabischen Raum (der sich erst später den Mantel des Islam umgehängt hat), die im Mittelalter anhub und in der Neuzeit lediglich mit dem Einrichten eines Sperriegels an Europas Grenzen "bewältigt" wurde, also das Problem schlicht ignorieren zu können meinte, ist noch lange nicht ausgestanden. Und sie wird es schon gar nicht, indem man so tut, als könnte man sie vermeiden. 

Denn das sehen nur die Europäer so, und keineswegs aus "edlen Motiven", sondern aus Schwäche. Während die Zeichen zunehmen, daß sich starke Kräfte aus diesem Raum bilden, die den Konflikt offen sogar nach Europa tragen wollen. Hier wird durch Beschwichtigungstaktik als kein Krieg dauerhaft vermieden, sondern so lange hinausgeschoben und ignoriert, bis er nicht mehr eingrenzbar ist und als zwölfköpfige Hydra aus dem Dunkel plötzlich im Tageslicht ersteht. Vermutlich ist sogar der Konflikt um Israel nie anders zu lösen - als durch militärisches Eingreifen Europas, das die Aufrechterhaltung von Grenzen und Vereinbarungen garantiert.*

Man könnte dabei durchaus die unlösbare Lage im Orient wieder einmal als Folge von Partialinteressen sehen, wie speziell bei den späten Kreuzzügen, die eine solche Gesamtreaktion Europas verhindern. Denn wenn dieser Raum heute auch von China als höchst sensibler Raum gesehen werden muß, dann, weil vor allem die USA dort ihr globales Machtsüppchen - als Partialinteresse - auskochen möchten. Aber statt die Allianz mit Rußland und ein einiges Europa zu suchen, flüchtet sich Europa lieber ein einen Stellvertreter-Konflikt mit seinem östlichen Lungenflügel. Weil es die Augen davor schließen möchte, daß es auch hier um einen tief religiös-ontologischen Konflikt geht: um das Schicksal der Welt als Ort des Kampfes gegen den inkarnierten Gott. 

In Wahrheit sprechen wir hier also nicht von einer Möglichkeit, sondern - von einer Pflicht. Wer aber sein Schicksal nicht freiwillig wählt, wird nicht nur von ihm gezogen, sondern beherrscht, anstatt es zu gestalten.





²Einzig die Monarchie Jordanien scheint eine gewisse Ausnahme zu bilden. Geschützt von einer starken Polizei, die eine Medienberichten zufolge bestehende Atmosphäre der Duldung zwischen Volksgruppen und Religionen überwacht, fällt das Land durch die enorme Menge an Flüchtlingen auf, die es aufgenommen hat, und die es auch assimilieren wird müssen. Denn von den 1,5 Mio Flüchtlinge bei 6 Mio Einwohnern werden nur noch wenige in ihre Herkunftsländer zurückkehren, das scheint klar, die Zerstörung der gesellschaftlichen Ordnung in Syrien und dem Irak ist nachhaltig. Freilich, um als Ordnungsmacht einzugreifen ist das Land nicht stark genug. Daraus aber Folgerungen und moralische Forderungen für Europa zu erheben, wie es die FAZ in dem Artikel macht, ist aber lächerlich.

*Daß Österreich vor Jahren ausgerechnet die Beteiligung daran stornierte und seine Soldaten vom Golan zurückzog, um sie wieder zu Filzpatschen und Kakaodeputat am heimeligen Kaminfeuer in den Alpen zurückzuziehen, "weil es brenzlig werden konnte", enthebt das Land sowieso des Rechts auf eine moralische Stimme. Umso hochmoralischer belasten die Politiker heute die Bevölkerung mit Flüchtlingsfürsorge, denn Wohlstand, Lebensstabilität ist das, was Politiker eben nicht generieren müssen. Von dem sie aber umso eifriger nehmen können, weil die immer noch vorhandenen schöpferischen Menschen des Landes zäh genug sind, sich wieder und wieder neu aufzustellen.






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Freitag, 7. November 2014

Aufruf zum Kreuzzug

Immer wieder erfaßt einen beim Lesen von Schriften von Carl Schmitt das Gefühl, sie wären gestern erst in einer Schreibstube in Winkelhofen in Bayern verfaßt worden, so aktuell sind sie. Und beweisen damit die enorme wissenschaftliche Qualität seiner Arbeiten, die vor 80, 90 Jahren verfaßt wurden und in ihrer Analytik Dinge in ihrer Entstehung erkannt haben, die seither - und vor allem heute - regelrecht ausblühen. Wohl deshalb hat man sie zeitweise so bekämpft, wohl deshalb aber erleben sie, wie man hört, heute eine schwunghafte Renaissance. Mit Recht.

So zeigt Schmitt in seinen Analysen auf, wie die Einführung von universalistischen, moralistischen Kriterien ins Völkerrecht, spätestens nach dem 1. Weltkrieg, das Völkerrecht selbst auflösen. Denn dieses kann nur Staaten als souveräne, von der Weltgemeinde als Staaten respektierte und gleichberechtigte Subjekte betreffen. In dem Augenblick, wo man aber im Namen universalistischer Werte - "Humanität", "Demokratie", "Freiheit", "Gleichheit", "Wirtschaftsliberalität" ... - urteilt und vorgeht, löst sich das Völkerrecht allmählich auf, und wird zu einem Recht des Bürgerkriegs. Denn mit dem Staatsbegriff löst sich der Dreh- und Angelpunkt des Völkerrechts auf, das Recht auf Krieg. Das jeden Krieg, der im Rahmen staatlicher Souveränität geführt wird, automatisch als gerecht (von den übrigen Staaten) ansieht bzw. die Frage nach gerecht/ungerecht auf eine andere, nur indirekt völkerrechtliche Ebene hebt. Plötzlich aber wird zwischenstaatlicher Konflikt zur Religionssache werden, schreibt Schmitt,  und die Welt verspielt, was sie in Jahrhunderten errungen hat: daß der Krieg kultivierbar wird. 

Bei solchen Prinzipien kann es aber nur noch um Ausrottungs- und Vernichtungskriege gehen, und jeder Krieg wird zum fanatischen Bürgerkrieg, Krieg wird zur bewaffneten Mörderpartie von Verbrechern, die jede Gegenmaßnahme rechtfertigen, und alles in rechtsfreien Raum stellen bzw. Recht neu und universalistisch definieren.

Wie aktuell diese (natürlich von Schmitt wesentlich präziser ausargumentiert und durchanalysiert, als es hier möglich und beabsichtigt ist) Wahrheit ist, läßt sich am Problem des Islamismus ausgezeichnet studieren. Denn der Islamismus ist die Gegenreaktion gegen genau diese - vorwiegend von den USA weltweit durchgesetzte universalistische Völkerrechts-Uminterpretation - Aushebelung des Völkerrechts. Die konkrete Politik (v. a. der USA) hat es am Beispiel des arabischen Raumes eindrücklich vorexerziert. 

Hier wurden nach und nach sämtliche Staaten "geknackt", im Namen eben solcher universalistischer Werte, die jeden Staat, den es betraf und der seine Macht dazu verwendete, sich als Staat zu erhalten, zum Verbrecherregieme erklärten. Gleichzeitig wurden alle diese "bewegungen" von den USA (aber nicht nur von diesen) unterstützt, gefördert, ja ins Leben gerufen. Die Folgen waren evident, und zwar in ALLEN diesen Staaten. Die ausnahmslos entweder zerfielen (und nur noch dem Namen nach bestehen), oder mit Unterdrückungsmechanismen agieren, die jedes Maß sprengen (wie in Ägypten).

Vor allem aber kamen in allen diesen früheren Staaten - und damit sind wir bei Syrien und dem Irak angelangt - islamistische Bewegungen hoch, die GENAU DIESE PRINZIPIEN verfolgen, die die USA eigentlich eingeführt hat. Denn es war ja zuerst Präsident Wilson, der mit dem höchst schwammigen "Selbstbestimmungsrecht der Völker" das Völkerrecht in Europa aushob, vorgeblich um es "humaner" neu zu gestalten, praktisch indem er es in Widersprüche und Vagheiten trieb, die es eigentlich auflösten. ihm seine Regelungskraft durch Interpretationsungewißheit nahm und damit sogar der Willkür auch nichtstaatlicher Parteiungen und Interessensgruppen öffnete.

Die USA sind nach diesem neuen, "universalistischen" Recht, das sie kraft ihrer militärischen Stärke - denn jede Rechtsnorm ist nur so stark wie jener ist, der es durchzusetzen vermag - fast weltweit durchgesetzt haben, seit Jahrzehnten vorgegangen. Sie haben Staat um Staat aufgelöst, und immer dasselbe Ergebnis geerntet: Das Land, in dem sie intervenierten, zerfiel in Interessensgruppen und Parteien, die von keiner Staatsidee und -macht mehr gehalten und geregelt wurden. Sondern die jede es als ihre eigentliche Aufgabe betrachteten, ihre Vorstellungen zur Macht zu bringen. So werden aus Religionen Fanatismen, aus Weltanschauungen Ideologien, denen es um alles oder nichts geht, aus deutsch sein wird Deutschentum, aus Vaterlandsliebe Nationalismus, aus Wissenschaft Moralismus und Weltrettungsbewußtsein, und aus Judentum Zionismus - dazu weiter unten.

Es waren damit auch die USA, die den (sunnitischen) Islamismus regelrecht "züchteten". Die jetzt genau das wollen: einen "Staat" gründen, der nach (ihren) universalistischen Prinzipien funktioniert und geregelt ist. Hier begegnen sich also zwei völlig gleichgeartete Kontrahenten. Und umso fanatischer erfolgt der Kampf gegeneinander. Wer nicht auf dersselben "Werteebene" steht, versündigt sich gegen das Menschsein selbst, und er hat deshalb kein Recht, sich Mensch zu heißen. 

(Solche Aussagen, übrigens, sind auch heute weit häufiger explizit anzutreffen, als es scheinen mag, wir haben uns nämlich längst an so viel gewöhnt, das genau diese Tatsache oft sehr dicht verschleiert: Sie bestimmen aber auch in Deutschland oder Österreich längst den simpelsten Alltag, die einfachste Zwischenmenschlichkeit. Man ersträgt den nicht mehr, der "anders denkt". Das kann auch kein Mensch sein, der muß unintelligent, debil, charakterlich verworfen oder böse sein, und er hat kein Recht, sich darzustellen, er muß verschwinden. Bis zu Extremata: Vor zwei Jahren, wir erinnern uns, hat ein Grazer Universitätsprofessor in seinen Vorlesungen dazu aufgerufen, "Klimawandelleugner" mit Todesstrafe zu belegen. Wenn man eben glaubt, daß das Wohl und Wehe der Welt von einem und seiner Anschauung abhängt, wird der andere zum Todfeind.)

Und er zielt auf die jeweilige Vernichtung des anderen ab. Wie sehr, zeigt ein höchst lesenswerter Artikel des französischen Europaabgeordneten und Beraters der Front Nationale, Aymeric Chauprade. Der Artikel ist schon deshalb sehr zur Lektüre zu empfehlen, weil er das Gedankenspektrum, in dem sich die Konflikte auch mit dem Islamismus in Europa bewegen, sehr gut umreißt und auch durch neue, hierzulande kaum je erörtete Aspekte tiefer als gewöhnlich auslotet. Chauprade geht dabei natürlich von einem sehr französischen Standpunkt aus, der sich von dem der Deutschen und Österreicher gründlich unterscheiden muß. Denn anders als wir hierzulande, hat Frankreich sehr reale historische Verantwortlichkeiten auf sich geladen. 

Im Grunde aber - das schreibt Chauprade natürlich nicht - ist Frankreich in einer nur um viele Jahre bereits weiter gereiften Situation, wie sie die USA derzeit herbeiruft. Die Unterschiede sind nur scheinbar. Es war ja nicht zuletzt Frankreich, das diesen Universalismus sogar ins europäische Recht einführte, es war Frankreich, das ganz Europa durch die Kriege Napoleons zu ganz neugeartetem Staats- und Wertepositivismus trieb, das die Kriegführung zum Bürgerkrieg umgestaltete, der nur noch Vernichtung des anderen, der zur Esitenzbedrohung wird solange es ihn auf Erden gibt, kennt. Und es war Frankreich, das nach 1918 (mit England) den gesamten arabischen Raum in reine Interessen auflöste.

Daß sich das Problem des Islamismus in Frankreich wesentlich tiefer stellt, als (noch) im übrigen Europa, liegt deshalb auf der Hand. Für uns jedenfalls ist es höchlichst interessant, die Diskussion (und ihre Brisanz) aus der Sicht der Franzosen kennenzulernen. Mit allen Fragwürdigkeiten. Denn Frankreich ist nicht einfach nur das Frankreich von heute, es ist es eben auch mit seiner Vergangenheit. Und so manche seiner Probleme sind nichts als die Frucht (vergangener) böser Tat.

Was Chauprade in diesem Sinn folgerichtig macht ist, zu einem Religionskrieg aufzurufen, dazu aufzurufen, die Islamisten mit Stumpf und Stiel und wo immer man ihrer habhaft wird auszurotten. Auch und gerade in Frankreich, denn der Islamismus sei eine ganz konkrete Gefahr für die französische Kultur.

Zur Erinnerung, wir kennen das nämlich bereits als Charakterbewegung: Das scheinbar Unlösbare aber Störende soll ausgewischt, ausgerottet werden, vom Erdboden verschwinden, damit die eigene Verantwortung und Tat dem (eigenen) Vergessen anheimfällt.

Auch dazu ruft er auf, die Christen dieses Raumes mit Militärgewalt zu verteidigen - oder (sic!) in Europa aufzunehmen. Weshalb er sogar die amerikanische Bombentaktik nicht nur gutheißt, sondern Frankreich aufruft, sich seiner Verantwortung bewußt zu werden, und sich an diesen Bombardements zu beteiligen. Eine "Gewissensallianz", die nunmehr überhaupt nicht merh überrascht.

Es sei jedenfalls, schreibt er, und darin ist ihm zweifellos zuzustimmen, ein schwerer politischer Fehler gewesen, die Ebene der Auseinandersetzungen in diesem geographischen Raum von den Staatsebenen weg hin auf universalistische Kriterien zu verlegen. Etwa auch, indem Israel nicht mehr über einen palästinensischen Staat sprechen wollte - und nun im Gegenzug die Rechnung präsentiert bekommt, indem sich eine islamistische Hamas sich zum Sprecher einer palästinensischen Sache macht, die gleichfalls nur noch die Vernichtung Israels zum Ziel hat.

Auch wenn der Aufsatz von Chauprade viele bedenkenswerte Aspekte hat, und durch seinen Standpunkt bereichert weil für uns manches neu beleuchtet und weitere Facetten aufzeigt, so kann ihm der VdZ aber in seiner Konsequenz - dem Aufruf zum Kreuzzug neue Art - nicht zustimmen. Europa, das Abendland, und auch Frankreich, erstickt an seinen eigenen historisch eingeschlagenen Wegen. Den Aussatz den man sich eingefangen hat, und der sich nun allenthalben immer deutlicher zeigt, wird man nicht durch "Nichtung" der Symptome wieder los. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Der Islamismus ist Europas Schatten, nicht sein Gegner.




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