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Montag, 17. Juni 2024

Mit (wieder) scharfem Auge

(Nach der ersten Operation - linkes Auge - ist die Sehfähigkeit zu meiner Begeisterung seit langer Zeit endlich wieder halbwegs intakt, nächste Woche folgt das zweite Auge. Welche Eröffnung! Wie präzise die Welt ist, die genau man sie sehen kann, wie farbig alles ist, wie leuchtend, wie hell - Deo gratias! 

Jedenfalls übertrage ich eine endlich wieder (halbwegs) tippfehlerfreie Textpassage aus einer privaten Korrespondenz, auf die sich mein Schreiben beschränkt hat, weil man mir unter Freunden die - mangels Sehvermögen - katastrophale typographische Verfaassung meiner Texte nachgesehen hat. Die Veröffentlichung von Texten an dieser Stelle habe ich aber dann doch eingestellt, wie zu sehen ist.)

Der Papst bei den G7. An sich wäre das gut und richtig und notwendig. ABER wie bei der Politik seit vielen Jahren, habe ich fast eine Gewißheit, die meine Befürchtung nährt, daß er zu Dingen Ja sagen wird, die dem Richtigen, Wahren nicht nur nicht förderlich sind, sondern das Schlechte noch weiter stärken. Weil er der aktuellen Macht nicht widerstehen kann, an der mit zu naschen ihn eine Zustimmung verführt. Wohl nicht ohne ein kokettes Widersprüchlein da oder dort abzusetzen, das aus seiner links geprägten Weltanschauung stammt (die, wie ich stark vermute, von Beratern kommt, die wesentlich intellektueller als er sind, und an denen er auch bisher schon so manche Anleihe nahm, weil er intellektuell zu schwach ist, um da wirklich eine originäre, eigene Linie des Katholischen zu bilden. Aus Argentinien ist ja bekannt, daß er da ein wenig "Mängel" hat.
In jedem Fall wäre mir am liebsten, wenn die Politiker und "im Namen des Landes und Volkes" Handelnden NICHTS mehr tun würden. Nichts, absolut nichts. Denn schon gar, wenn sie international bzw. in internationalen Gremien antreten. Dann habe ich eine mittlerweile fast panische Angst, daß sie mich (als Teil eines Landes und Volkes) nächstem Wahnsinn unterwerfen. Und diesen Wahnsinn auch noch per internationalen, in fast jedem fall übermächtigen Sanktionsmechanismen über mich und meine Nachkommen verhängen.
(Was Bergoglio mit autoritärem Willkürgehabe kompensiert habe, was man ihm ja damals schon vorwarf. Wozu leider die jüngst veröffentlichten (aber eigentümlicherweise von der Presse ignorierten) Vorwürfe von EB Vigano passen würden wie Faust auf Auge. Ich vergleiche das mit meiner Sehschwäche der letzten Jahre, die sich auf mein gesamtes Verhalten ausgewirkt hat, das immer unsicherer wurde. Auf eine Führungsaufgabe umgelegt wäre mir vermutlich auch nur das Schwanken zwischen maßlosem Nachgeben hier und autoritärem Durchsetzen dort erflossen. Mit der fatalen Nebenwirkung, daß man auf Lob extrem anspricht, also sehr leicht manipulierbar ist, weil man daraus scheinbare Sicherheit garantiert, die das eigene Sehen nicht ermöglicht.)

Übrigens bin ich für die Erfahrung der Sehschwäche auch dankbar. Die Erfahrungen, die ich während der letzten beiden Jahre gemacht habe sind immens wertvoll.

Montag, 12. Dezember 2022

Kniefall vor dem Kind (2)

Der Kniefall ist nicht wegen, sondern trotz des Zustands Gottes als Kind. Deshalb stinkt Hollywoods Lüge gerade zu Weihnachten besonders übel, das sich ein Kind nur zu sehr wünscht, um den König dahinter leichter töten zu können, um sich selbst auf den Thron zu setzen

Um dann die ständige, tägliche, minütliche Selbstrenovation des Einzelnen zu vernichten, sodaß er rat- udn orientierungslos geworden neue Gesetze und Richtlinien annimmt, die er zwar nicht mehr verstehen kann, die ihn aber an einen Platz shcieben, DEN ER NICHT WOLLTE, an dem zu sehen aber ANDERE WOLLEN. Das umschreibt den Zustand, in dem sich eine Gesellschaft dann befindet, der in Wahrheit dann die Akzeptanz einer Fremdherrschaft ist. 

Sonntag, 11. Dezember 2022

Kniefall vor dem Kind (1)

Was wir seit vielen Jahren erleben, wird von Jahrt zu Jahr am Fest Weihnachten exemplarisch. Denn jeder Alltag geht vom Fest aus. Esist das Fest, das die Normen vorprägt, an denen sich der Einzelne orientiert, sobald er die Festessphäre wieder verläßt, auch wenn er es eigentlich gar nicht bemerkt. Aber im Fest wird die Struktur des Lebens programmatisch und für sich gestellt.

Fest heißt nun aber Kult. Nicht auch, als Zusatznutzen, der mal da oder nicht da ist, sondern eins zu eins. Und das diesen Kult Vollziehende hat einen Namen - es ist die KUNST. Die Frage ist also gleichbedeutend mit der Frage nach der Qualität der Kunst, ob ein Festeskult Kunst IST, oder nicht, aber dennoch seine Stelle vertritt. 

Und diese Stelle wird beim Weihnachtsfest durch eine reichhaltige Industrie von Werken eingenommen, die dem Weihnachtsfest eine Deutung geben. Die nominell kaum verändert scheint, und so von jedem mitgetragen werden konnte und kann, und doch klammheimlich umgedeutet wurde, bis sie nahezu zum realen Gegenteil wirde - Liebe, 
Liebe zu den Menschen, und eine daraus geformte Atmosphäre, die eine Art Paradies sein sollte. Als Zustand, den wir immer haben wollten, sollten oder auch könnten. 

Samstag, 22. Oktober 2022

Der Leidende leidet nur (2)

Die Ablenkung vom Sinn. 'Kein Mitleiden - Nur eine Gruppe macht deshalb das Leiden der Leidenden unruhig. Eine Gruppe, die ihre Stunde gekommen sieht, den eigenen Machtanspruch zu rechtfertigen. Wie diese erwähnte Intellektuellengruppe. Die dnan eifrig darüber beriet, wie man Strukturen und welche aufbauen müßte, um das Volk aus der Misere zu führen. Und dazu wollten sie noch mehr agitieren, um noch mehr Volk auf die Straßen zu bringen.
Damit jedoch wird mit dem perfidesten aller Tricks gearbeitet: Mit dem Winken mit einer Standeserhöhung durch Tienahme am Aufstand der Intellektuellen, die sie - wie Gott, wie das, was am Horioont der Intellektuellen steht - vonihrem Leid befreien wird. Ganz ohne Gott. Ganz ohne Leiden.
Es gibt dieses Volk nicht, und alle die Aufrufe, die von Millionen schwärmen, die angeblich diesen deutshcen Herbst und Winter unter die freien Himmel der Stäte und Dörfer treiben würden, die gibt es nicht und die wird es nicht geben.

Freitag, 21. Oktober 2022

Der Leidende leidet nur (1)

Wieder habe ich es gehört. Wieder haben Intellektuelle in einem hochgelahrten Disput über die Gegenwart davon gesprochen, daß diese und jene Untätigkeit der Regierung eingetreten und zu befürchten" sei, und daß diese damit immer näher dme Punkt käme, an dem dieMassen aufstünden, auf die Straße gingen, und ihr Brot forderten.

Ich weiß nicht, was es war, aber diesmal stand es in großen Buchstaben vor meinen Augen. Diesmal sah ich klar, was da betrieben wurde, und warum.

Denn ich sah diesmal, daß sich dieses Schema seit Jahrund Tag udn Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden, wiederholt. Denn was diese Gelahrten und Intellektuellen da brabbelten, war alles andere als eine Beschreibung der Wirklichkeit, die angestochen wurde, und nun vor dem Ausströmen stehen soll. 

Dieses Imperativische der Worte ist nie zufällig gewählt. Sollen ist ein Befehl,  ein Imperativ, von dem die Imperatoren hoffen, daß er befolgt werde. Von wem? Von den Eliten. Anführern und Politikchefs, zu denen sie selbst nicht gehören.  Und von denen, denen sie angeblich Gutes tun. Ist das aber so?

Sonntag, 21. August 2022

Gedankensplitter (1433)

Es gehört zu den beglückendsten Erfahrungen eines Mannes (wir mich) am Beginn seiner 60er, zu erkennen, daß uns die Schrifte und Heiligen Texte so immens weit voraus sind, daß wir täglich mit neuer Erwartung in dieses Spannungsfeld treten dürfen. Um uns dann mit neuen Einsichten beschenken zu lassen. 

Ich vermute, daß diese Haltungsveränderung, die darin ihren Ausdruck findet, mit der bloßen Tatsche zusammenhängt, daß ich wieder und wieder nicht nur die Unzulänglichkeit des eigenen Planens und Denkens erfahren habe, sondern auch, daß ich Texte, die ich vor zwanzig, dreißgi oder fünf Jahren las, immer wieder und wieder wie neu auftreten. Und ich Wahrheiten darin erkenne, die mir vor fünf oder zwanzig Jahren vollkommen verschlossen geblieben waren. 

Freitag, 8. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (3)

Also war da dieses Rumpeln - Doch ehe wir uns noch darauf einlassen, ist es an uns, für etwas um Verzeihung zu bitten. Denn wenn ich ehrlich bin so lag es schon auf der Hand, bereits am dritten Tag dieses Vorhaben als eitel und unerfüllbar abzubrechen. In die Kniee zu gehen vor der simplen Frage, ob denn da alles das, von dem ich gemeint hatte, es wäre weil es Schmerz gewesen auch das Absterben der Sinne, wie es Juan de la Crux als erste und grundlegendste Eigenschaft anführt, von wo weg der Weg erst ein Weiterschreiten auf den Berge Karmel, also zu einer betrachtlichen Lebensführung überhaupt wäre, so glatt mit einem NEE zubeantworten wäre, daß alles weitere nur noch eitles Gegackere sein könne.
 
Denn genau das war jadieses Rumpeln, von dem ich berichtet. Dieses Erkennen, daß es noch so viel geben dürfte, an dem ich mehr hänge, als an der reinen Liebe zu Gott, daß sich doch alles weitere erübrigte. Und wie ich so das denke und denke, da ist es mir auch schon, als wollte alle Kraft versiegen. Ich ging also nieder, noch einmal, und lag beinah ausgestreckt am Boden. 

Mittwoch, 6. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (2)

Im Punkte 2 steigen wir freilich zuersten noch einmal zurück - Verharren wir also noch ein wenig im ersten Punkte, den wir bereits begonnen. Und bedenken wir eine Bemerkung von Johannes höchstselbigst, wo er da schreibt, daß es an allen möglichen Ratgebern und Seelenführern vielleicht nicht so sehr mangelt, das war im 116. Jahrhundert nicht anders als es heute, ja gerade heute ist. Es gibt ganze Buchhandlungen, die nur Bücher zu dem Thema führen. 

Aber wie viele davon richten mehr Schaden an, als Nutzen Wie viele hindern mehr, als sie fördern. Wie viele werfen einem Prügel vor die Füß, anstatt einem über Steine zu helfen. Und wie viele drücken einen an einen Stein, den man doch nie küssen sollte, weil er längst hinter einem liegt - und wie viele machen eine Selbsteinschätzung möglich, in der man manchen Steinen um Weltenalter voraus ist, während man doch noch nicht einmal ihren Sockel kennen gelernt hat. Und wie viele Menschen haben Gnadengaben, die eine so ganz andere Behandlung verlangten, als anderen zuteil werden hätte sollen, die sie aber vielleicht nie erkant haben, udn auch nie jemanden kennen lernten, der sie hätte erkennen KÖNNEN.

Sonntag, 27. Februar 2022

Tu es Petrus (2)

Vom Brötchenbacken. Und davon, den Papst einen guten Mann sein lassen. - Steve Skojec ist  samt seiner Familie, die er zuvor schon fast verloren hatte, weil die seine Art der Selbstsicht nicht mehr verarbeiten konnte, in die "Wüste" gezogen, und abgetaucht. Er bäckt seither Brötchen, die ihm ganz sicher angemessener sind. Man merkt es an der Art wie er darüber schreibt. Und man merkt daran auch, WIE SEHR er sich übernommen hatte, wie sehr er sich überschätzt hat (und das nicht zum ersten mal, wie man sieht, kennt man seine Lebensgeschichte), und wie sehr er beim kleinen Einmaleins des Glaubenslebens immer hätte bleiben sollen, und nun, richtigerweise, wieder ansetzt. Wo er persönliche Befindlichkeiten an seine "letzten Treuen" durch den Äther schickt, deren literarisches Niveau (unter uns gesagt) ziemlich besch...eiden und deren Thematik ziemlich uninteressant ist.

Genau darum geht es auch in dieser Angelegenheit Papst Franziscus und Coronaimpfung, oder, wie vor ein paar Monaten, bei seinem Rundschreiben Traditionis. Überall kann man dasselbe Prinzip erkennen. Riesige Aufregung hier - kaum merkliche laue Lüftchen in der Realität. Hinter dem Aufblasen päpstlicher Meldungen und Meinungen steht also ein ganz bestimmter Wille, nämlich der, sich zum Richter über den Papst, ja letztlich zum Papst selbst aufzuspielen. Es ist dieses Aufblasen, werter Leser, dieses Wichtigmachen, da an den social media so katastrophal falsch ist, und seinen Beitrag zur Verwirrung der Gegenwart liefert. 

Sonntag, 10. Oktober 2021

Die Wahrheit, die zunehmend aus Lügen besteht (2)

Damit vervollständigen wir die Abgrenzungen, die wir in letzter Zeit hier vollzogen haben. Es war nicht so geplant, es hat sich so entwickelt, denn es ist eine Phase des Notwendigen - Und das, werter Leser, wollen WIR nun als spezifisch, als signifikant, als prototypisch nennen. Denn es fällt mir zuletzt immer öfter auf. Ich weiß nicht, war es auch früher schon so, oder ist es erst in den letzten Monaten oder im letzten Jahr so geworden. Egal, mir fällt jedenfalls in letzter Zeit auf, daß sich die von mir so genannte "Kritische Szene" mit dieser ganzen Reihe von Protagonisten, zu denen zweifellos auch Ken Jebsen zu zählen ist, die samt und sonders - leider! und es ist wirklich und tief zu bedauern! - von sich Folgendes behauptet.
Sie seien der Wahrheit verpflichtet, sie seien im Gegensatz zu den herrschenden Schichten die wirklichen Denker, sie seien Vorkämpfer für die Demokratie und Freiheit 
(beides verbinden sie auf eine Weise, die den Eindruck erwecken läßt, das gehöre zusammen; Herrschaften, wollen wir wenigstens dabei innehalten, um uns vor Augen zu führen, daß man dazu ziemlich konträrer Meinungen sein könnte), 
für die Rechte von Homosexuellen - TOLERANZ, bitte, TOLERANZ!
Der Gute ist TOLERANT.* Und wir sind die Guten. - Und natürlich vor allem für die Gleichstellung der Frau, das unbedingte Ja zu deren (das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen!) BEGABUNGSPOTENTIAL und -RESERVE (als Sittenlosigkeit im Kardinalfehler Funktion statt Gestalt, Handeln als fluides Sein), und was sonst noch alles an sogenanntem "Wertekanon der Freien und Bessermenschen (als die Gutmenschen)", machen wir es deshalb kurz: 
Die also ziemlich ziemlich LIBERAL mit FREI und damit für KRITISCH halten, ja für eine AUSZENSEITERPOSITION.

Samstag, 9. Oktober 2021

Die Wahrheit, die zunehmend aus Lügen besteht (1)

Den Film "Die drei von der Tankstelle" hat Heinz Rühmann 1930 gedreht. Das war nicht nur drei Jahre vor dem Hitlerismus, sondern als dieser 1933 über Deutschland hereinbrach, war Rühmann bereits ein Volksschauspieler der obersten Klasse. So bekannt, so beliebt, daß die Reichskunstkammer nicht wagte, ihn zu bedrängen. Und nachdem Rühmann wenig Neigung zeigte, den Widerstandskämpfer zu spielen, war mit ihm ohnehin gut Kirschen essen. Also wurde er weiterhin gut gebucht, und drehte sogar noch 1944 die "Feuerzangenbowle".

Eine Komödie, die die Stimmung im Dritten Reich heben, den Menschen Mut zum Leben machen sollte. Und wer den Film kennt (er gehört für mich zu den Filmen, die ich immer wieder sehe, genau wegen dieses Archetyps: Das eines glücklichen, unbeschwerten und unendlich guttuenden unschuldigen Lebens), weiß, daß genau das die Wirkung dieses Films ist. Was alleine ihn zu einem Kunstwerk machen würde, wäre er es nicht aus anderen Gründen ohnehin. 
 

Sonntag, 12. September 2021

Vom Verborgenen des Geistes (2)

Erst wenn alles Bekannte durchlaufen ist, erst wenn man es besitzt, kann jener Überhang wirksam werden, der empfangend Neues schafft, als Teilhabe am Schöpferischen Geist Gottes. Deshalb muß der Begabte seinen Weg im Kampf erringen. - Aber zurück: Das oben Gesagte trifft umso mehr zu, je herausragender eine Begabung ist. Die immer nur aus einem gesellschaftlichen Insgesamt heraus zu verstehen ist. Dem jeder Mensch als Träger einer Antwort und als Erfüller einer zukünftigen Aufgabe zugewiesen ist. Auch wenn dieser Platz sehr lange nicht, also etwa erst im hohen Alter und im Zuge einer endlich willensbefreiten Betrachtung der eigenen Vergangenheit als Panoptikum des Seins gefunden wird, also der Sinn allen Durchleidens der Nicht-Akzeptanz, die man erlebt hat, erkannt wird. Wo das Er- und Durchlebte zu einem permanenten Prozeß des Ausscheidens geworden ist, bis alles Bekannte durchlaufen wurde, sodaß nur noch die schöpferische Totenstille des "Nichts" (als "nichts bereits Vorhandenes") übrigbleibt. Dann ist er sozusagen weichgekocht, dann ist er bereit, das aus der göttlichen Vorsehung hereinstehende wirklich "Neue" zuzulassen. Das nicht machbar, sondern immer Gnade ist.

Samstag, 11. September 2021

Vom Verborgenen des Geistes (1)

Wer viele Begabungen hat, wer über das Maß des Durchschnitts deutlich hinausragt, erfährt bereits als Kind und sobald er in soziale Felder verwoben wird - meist ist das bereits in der Familie der Fall; die Familie ist nicht nur Geber, sie ist auch Problem der Identität - daß ein klandestiner, nur selten offener Kampf gegen ihn geführt wird. 

Der am schlimmsten wird, wenn sich die Eltern einmischen. Und hier vor allem die Mütter. Die für "Ihren Heinzi" die Vorzugsrolle fordern, die ihm ihrer unbeugsamen Ansicht nach zusteht, sodaß sie sich berufen fühlen, seine Benachteiligung zu bekämpfen. 

Dabei sind Mütter die letzten, die die Charakteristik einer hohen Begabung, die immer einzigartig* ist, erkennen.

Mittwoch, 21. April 2021

Gedankensplitter (1153)

Ist das Selbstgefühl der "Gleichheit" nicht immer ein Gefühl der Überhebung? Der Überlegenheit über den anderen? Weil Gleichheit auch heißt, daß alles jederzeit beurteilt werden kann, das vom anderen her "übersteigt"? Also habe ich die Regulationshoheit über eine Beziehung. Gleichheit kann - wenn - bestenfalls ein nebensächliches Produkt sein, das sich gar nie feststellen oder gar fühlen läßt. Vom eigenen Duktus her kann eine Beziehung zu jemandem und sogar zu etwas immer nur eines sein: DEMUT. Die dem Begegnenden angebotene Seite der Unterlegenheit. Mit dem Risiko, daß zugestochen wird.

Freitag, 19. August 2016

Urteil braucht Männlichkeit

Es wird oft gesagt, daß Zurückhaltung im Urteil (über eine Sache) ein Akt der Klugheit sei. Nun - das kann es sein. Wenn zu fürchten ist, daß mit einem rigiden Urteil neben dem Schlechten auch Gutes ausgerissen wird. Entsprechend wird heute als Merkmal gelungener Gemeinschaft eine Situation des "allgemeinen Wohlgefühls" betrachtet, wo niemand niemandem wehtut, niemand niemandem Herausforderung darstellt.

Meist wird aber übersehen, daß gerade oft der "heilsame Schock des negativen Urteils" notwendiger ist als das Gegenteil. Meist wird übersehen, daß es sogar Situationen eines radikalen Niederreißens brauchen kann, um Luft für einen heilsameren Neuanfang zu schaffen. Meist wird übersehen, daß weit häufiger als liebende Behutsamkeit die Enthaltung von Urteilen eine feige Scheu vor Verantwortung ist. Eine Flucht vor Konflikten, Auseinandersetzungen, und vor allem der Angst vor dem Nicht-geliebt-werden zuzuschreiben. Diese Angst vor dem Urteil verläuft damit parallel zur Verweigerung der Väterlichkeit. Denn natürlich muß mit jedem - mit jedem! - Urteil auch persönliche Verantwortung übernommen werden. Eine absolute Sicherheit im menschlichen Urteil gibt es nicht, niemals reicht empirische Evidenz so weit, daß sie Urteile "von selbst" herstellt. Ohne Urteil kann es deshalb gar kein Menschwerden (in bzw. als Persönlichkeit) geben.

Urteile brauchen also immer den Mut zur Weltgestaltung. Sie brauchen (und bedeuten erst) Führungsqualität. Wer nicht wagt, Urteile zu fällen, ist zum Führen anderer definitiv ungeeignet. Das macht den "Vater-beruf" - der der eigentliche Führungsauftrag ist - zu einem Weg des Kreuzes. Damit bedeuten sie nämlich zum einen Vernunft, denn Vernunft heißt nicht Irrtumslosigkeit, sondern die ständige Offenheit für das Wahre. Und bedeuten zum anderen aber auch, daß der Urteilende, Entscheidende das Risiko auf sich nimmt, zu führen, anzuleiten, zurechtzuweisen, auch wenn er sich irren könnte - und dennoch dazu zu stehen, sie in seinem Amte, seinem Ort getreu, zu fällen. Das ist erst Demut.

Das bedeutet, daß Mut zum Urteil (als Erfüllung des Beziehungsauftrags, der mit jedem Ort zusammenhängt, an dem ein Mensch steht) wesentliche Bedingung eines Auftrags "für den anderen" ist. Dem etwas abverlangt wird, das ihn zu sich selbst (an seinem Ort) besser reifen lassen soll. Etwas, das prinzipiell ohnehin jeder nötig hat. 

Eine christliche Kultur ist deshalb immer auch und sogar zuerst eine Kultur der Zurechtweisungen, des Urteils, ob gelegen oder nicht. Weil das Urteil der Weg ist, wie sich alle miteinander in Solidarität und Verantwortung real und faktisch zu einem Ganzen verzahnen.





*040716*

Samstag, 28. Mai 2016

Auf den Punkt

Dort soll es [das Boot, das der Kölner Kardinal Woelki zum Altar bei der Fronleichnamsprozession aufstellen ließ] dann am Donnerstag dem katholischen Geistlichen als Kulisse dienen. Für die Erbsünde! Für das Weltgericht! Für das große Ganze! Das Boot erinnere an unsere Pflicht, den Einwanderern „zu helfen, ihnen ein Leben in Frieden, eine Perspektive zu bieten“, sagte er dem Kölner Express. Warum? „Weil unser Wohlstand für das Elend anderswo in der Welt in höchstem Maße mitverantwortlich ist.“ Ja, tatsächlich: „Wir leben auf Kosten dieser Menschen – und betreiben dadurch moderne Sklavenhaltung.“*

[...] Es ist unschwer zu erkennen, zumindest in Köln sind die Zeiten scholastischer Gelehrsamkeit vorbei. Wo früher ein Albertus Magnus lehrte, setzt nun die Woelki-Show zum großen Rausch an. Gefühlskitsch trifft Prophetenattitüde: „Wir wollen den Menschen auf der Flucht deutlich machen, daß Christus sich so mit ihnen identifiziert, daß er mit ihnen im Boot sitzt. Sie sollen hier bei uns eine neue Lebensperspektive gewinnen“, erläutert der Kardinal in einer Pressemeldung.


In Malta wurde das Boot beschlagnahmt. Malta, der alte Sitz des Johanniterordens. Von hier aus brachen christliche Ordenskrieger mit getarnten Kriegsschiffen auf, islamische Piraten zu stellen, erbeutete Sklaven zu befreien und die Peiniger Europas dorthin zu schicken, wo sie hingehörten. Auf der Kölner Domplatte wird das Boot stehen. Eben auf jenem Platz also, wo deutsche Frauen zum Jahreswechsel auch eine ganz „neue Lebensperspektive“ kennenlernen durften. Sinnbild ist das Boot in der Tat, da hat Woelki durchaus recht.

[...] Gewiß, das Christentum hat im Laufe seiner zweitausendjährigen Geschichte einiges Skurriles hervorgebracht. Heilige, die Gott näher sein wollten und ihr Leben auf einer Säule beschlossen; Mönche, die ihre Demut dadurch zum Ausdruck brachten, sich ausschließlich von Abfall zu ernähren; Flagellanten, die in der eigenen Geißelung sich von der Sünde befreien wollten und noch viel mehr. Doch allen war gemeinsam: Es war ihre eigene, freie Entscheidung, sich diese Marter aufzuerlegen. Und sie legten sie niemand anderem auf als sich selbst.

[...] Aber unsere modernen Heiligen haben die Arbeitsteilung für sich entdeckt. Ihrer ist das Himmelsreich. Die Marter allerdings, die überlassen sie lieber uns. So sonnen sie sich im Glanze ihrer Demut, genießen ihr behagliches, komfortables Dasein und preisen denjenigen, der ihnen das alles ermöglicht hat. Der moderne Heilige hat eine Vollkasko-Versicherung.





 *Anm. d. VdZ: Diesem so weit verbreiteten Unsinn, der wie ein Nebel über unseren Gehirnen liegt, gehört auch endlich der Sumpf trockengelegt, auf dem er steht. Denn es ist einfach (so) nicht wahr! Um nur kurz hineinzuleuchten: Man solle doch einfach einen Blick in den Süden Afrikas werfen, etwa nach Rhodesien/Botswana, wo die "Ausbeutung durch den weißen Mann" beendet wurde. Heute ist das Land völlig ins Chaos versunken. Die Werte, die wir diesen Ländern angeblich rauben, sind für sie nämlich gar keine Werte. Sie haben nur Wert, weil sie dem Westen verkauft werden können. Umgekehrt profitieren diese Länder von damit zulaufenden Geldflüssen, die das Elend dort nicht nur nicht beheben, sondern sogar noch vertiefen.  (Übrigens gilt das auch für umgekehrte Prozesse - Abzug von Geld, etwa durch "Sparpolitik", wie Griechenland zeigt. Dies ist aber noch leichter verdaubar, weil sich Geld in einer Volkswirtschaft mit Leistung eben - und nur so! - schafft. Eine Sanierung Griechenlands ohne zumindest befristeten Austritt aus dem Geldraum EURO ist deshalb unumgänglich, weil sich anders niemals eine Harmonisierung des Geldumlaufs mit nationaler Leistung einstellen kann. Es war immer schon, und seit je in der Geschichte, der große Irrtum von Regierungen zu meinen, man könne mit Geldmenge Wirtschaft "machen". Geld entsteht nur im freien Wirtschafts- weil Lebensvollzug, weil es auf Gütertausch beruht.)

Das prinzipielle Geschehen dabei ist mit "Korruption" überhaupt nicht klassifizierbar, deshalb auch nicht mit deren "Bekämpfung" behebbar, das ist dummes Geschwätz. Es ist das klugem volkswirtschaftlichem Blick völlig logische Desaster, das Zuflüsse von Kapital in Volkswirtschaften generell bewirken, welche nicht der dortigen Wertschöpfungsbalance entstammt und entspricht. (Sieht man von sehr kurzfristigen, höchst begrenzten Anschubhilfen ab.) Die Utopie vom "Geld-Umverteilen", vom Wohlstand DURCH Geld, ist ein folgenschwerer Irrtum absurder volkswirtschaftlicher Theorien, die Korelation von Ursache und Wirkung nicht unterscheiden können. Sie ist eine wahre Welt-Katastrophe, die Leute anrichten, die religiös an "das Geld" glauben und den Blick vor der Wirklichkeit verschließen. Mit nichts läßt sich ein Land schneller zugrunde richten als mit zufließendem Geld. Die Zeitgeschichte belegt das eindrücklich und täglich. Und gerade anhand von Ländern mit "vielen Rohstoffen". 

Die Werte, die wir angeblich den armen Ländern "rauben", gibt es nicht als absolute Werte. Sie sind nur jeweils im Rahmen einer Volkswirtschaft überhaupt "Werte". Das Öl Arabiens war (und ist) innerhalb dieser Länder wertlos. Kein Rohstoff "hat" (absoluten) Wert. Erst der Mensch in seinem kulturspezifischen Lebensvollzug kennt Werte.

Und nur der Mensch hat auch absoluten Wert (eben anders als seine Werke, die ja Tauschwert haben, und anders als alle möglichen Zustände und Eigenschaften) - aber der entzieht sich prinzipiell der Tauschbarkeit und damit dem Geld, ist kategorial anders und nicht statisch konkretisierbar (wenn auch gerade nur im je Konkreten, also "ohne" konkreten Menschen nicht da) weil eben nicht in Geld zu messen.

Während mit Sicherheit gesagt werden kann, daß die Zuwanderung nach Europa, wie sie sich derzeit abspielt, (zusammen mit der Geldvermehrung) Sklaverei HERVORBRINGEN wird. Und schon hervorgebracht hat, denn es ist deren Merkmal, daß in ihr Lebensführung durch eigene Mittel und Wirkung nicht bewältigt werden kann, weil ihre individuelle Wirkkraft im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang "zu wenig wert" ist.  Sodaß Menschen also direkt von Nicht-Löhnen abhängig werden, und gar nicht anders können. Wie bei Geld, kann man auch Arbeitskraft nicht einfach "zufließen" lassen, wie bei Geld wird ein nur je lokal (weil auf einen immer abgegrenzten Organismus bezogen - kein Organismus kann je grenzenlos sein, dann ist er kein Organismus mehr -, der weit umfangreicher bestimmt ist als durch bloße Mathematik) mögliches Gleichgewicht, das nur langsam größere Aufnahmekraft entwickeln kann, zerstört. Auch das hat zahllose historische Exempel, aber auch das will niemand sehen. Denn es sprengte wohl endgültig den Horizont der modernen Heiligen (s.o.) 

Aber die Zuwanderer, die derzeit unsere Länder fluten (und fluten wollen) KÖNNEN sich (zu überwiegenden Teilen) aber hier gar nicht erhalten. Die Fähigkeit, ein iPhone zu benutzen ist doch kein Erweis kulturell-volkswirtschaftlicher Adäquanz! Auch Sprachkenntnisse sind es noch lange nicht. Ihnen wird also nur bleiben, sich selbst zu verkaufen, oder kriminell zu werden. Wo sie nicht in einfachen Handreichungsberufen Einheimische durch niedrigere Ansprüche verdrängen.

Alle dem liegt der abstruse und völlig irrige Gedanke zugrunde, Volkswirtschaften seien verobjektivierbare Mechanismen, als die sie bei Beobachtung wirken. Sie sind aber komplexe Vitalsysteme! (Und "komplex" heißt etwas völlig anderes als "kompliziert". Es heißt: NIE DIREKT STEUERBAR. Es heißt: Nur aus Eigendynamik aller seiner Komponenten heraus überhaupt lebensfähig.)





*260516*

Samstag, 14. März 2015

Nur aus Gott wirklich

Je größer etwas ist (oder: sein soll), desto mehr bedarf es der Gnade. Denn dem Menschen selber ist nicht mehr als Möglichkeit gegeben. Seine Wirklichkeit kommt nicht aus ihm.

Deshalb kann der Mut nur auf das Mögliche gründen. Deshalb ist der Mut aber auch die Umarmung des Möglichen (bzw. als solchen: Großen), weil er den Spalt zur Gnade hin öffnet, und sich nicht auf sich stellt. Denn darin würde er ins Nichts (bzw. das nur Mögliche, nicht Wirkliche) fallen. Denn aus sich heraus kann der Mensch nichts wirklichen, bestenfalls den Schein davon aufrechthalten.*

Mut bedeutet also auch, offen für das Wirkliche zu sein. Seine Rückseite heißt Demut.

Jawohl, es gilt: Der freie Wille bestimmt sich selbst.  Aber er tut es, weil Gott macht, daß er sich selbst bestimmt. Nichts in der Schöpfung, schreibt C. M. Schneider einmal, ist so immer bei Gott und untersteht so dem Einfluß der wirkenden Kraft Gottes, wie der freie Willensakt. Außer ihm gibt es keine Freiheit.




*Querverweis: Social media; ständige Angebundenheit an Scheinsage.




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Mittwoch, 19. Januar 2011

Wie sich die Demut auflöste

Ein Paradigmenwechsel zeigt an, in welch dramatischem Ausmaß sich die gesellschaftliche Werteordnung im 19. Jhd. umwälzte. Mit einem male wurde derjenige honoriert, der eine wissenschaftlich-technische Leistung verbrachte, unabhängig von seinem Tugendwert oder seinen Verpflichtungserfüllungen gegenüber traditionellen Rechten und Pflichten. Plötzlich konnte Honorität gekauft werden, wurde die Pflichterfüllung dem Gemeinwesen gegenüber nicht mehr mit Rechten abgegolten, sondern es bestimmte der Kontostand die Stellung im Staat.

Aus dem "ich diene" wurde ein "ich verdiene", in mehrfacher Bedeutung. Der Siegeszug des (Klein)bürgertums war nicht mehr aufzuhalten.

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